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Einiges zur Kenntniss der chemischen Harmonica.

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580
cher bei sonst ringeiinderter Stellung aller Theile .des
Mikroskops hervorzurufen.
2) Die Wirksamkeit des Schiebers ist unabhangig vom
Oeffnungswinkel des Objectivs, und namentlich hetreffen die Verlnderungen, welche das mikroskopische
Bild erfahrt, alle Punkte des Sehfeldes gleichzeitig
und gleich stark, was der Schiitzung liber die riiumliche Vertheilung des Objectes ganz entschieden fbrderlich ist.
Schliet'slich bemerke ich, d a b sich die Methode der
Schlierenbeobachtung unter den nothigen Abanderiingeii
auch als empfindliches Mittel zur Priifung der MikroskopObjective auf spharische und chromatische Abweichung oder
sonstige Fehler benutzen laist. Das hierbei einzuschlagende
Verfahreii ergiebt sich ohne Weiteres aus den Andeutungen, welche ich in der schon niehrinals beriihrten Abhandlung gegeben habe.
V. Einiges m r Kenntnifs der chemischen Harmonica; von I v a n B r a n i s l o a Z o c h .
(Im physilal. Laboratorium d. UniversitPt Erlangen unter der Leitung des
Hm. Prof. Dr. W. B e e t z aurgefiihrt. )
I ) r . S o n d h a us hat drirch seine Versuche ') mit der cheinischen Harmonica nachgewiesen, dais die tbnende Flamme
nichts Anderes sey, nls eine vibrirende Zunge. Da ich
seine Versuche i n der gr6fsten Mannigfaltigkeit wiederbolte, wobei ich die weiter unten heschriebene Einrichtung
meines Apparates, mit dem eine jede Rbhre zum vollkoinmenen Tbnen, ohne jede Nachhlilfe, gehracht werden kann,
benutzte, fand ich die meisten seiner Resultate richtig, bis
auf das, was weiter unten besprochen wird. Aufserdem
wurde ich noch anderer Beweise habhaft, aus denen klar
I ) P o g g e n d o r f f ' s Annalen 1860, Rd. CIX, S. I bia 43 und 426 his 469.
381
hervorgeht, dafs die chemische Harmonica nur eine Zungenpfeife seg. Da nun dieselben von allgemeinem Interesse segn durften, so glaube ich, sie verbffentlichen zu
kbnnen.
Vorher will ich die Einrichtung ineines Apparates, niit
dem ich die Flammen erzeugte, heschreiben.
Ich fand, dafs eine vbllig verbrennende Flamme, deren
Kerii, den die Oxpdations - und Reductionsflamme bildet,
scharf begranzt ist, jede Klangrohre zuin Tbuen biiugt.
Diets beobachtete ich zuerst bei einem Buosen'schen Brenner, der jede (grbhere j Klangrahre zuin machtigen Tonen
brachte'). W e i l man aber m i t solchen Brennern die Versuche der chemischen Harmouica nicht machen kann, da
bei einer kleineren A usflufsbffnung und grilfserer Laiige
des Rohres das Gas unten ausstrbmt, so stellte ich die
Rbhren so zusammen, wie es Fig. 6 Taf. VI versinnlicht.
Bei a liefs ich Leucht- , Wasserstoff-, Schwefelwasserstoffgas usw., bei b aber Luft von einem Blasebalge einstromen; spater, da ich fand, dafs die grbfsere Menge Luft
und deren Druck den Ton erhbhe, brauchte ich, um mit
constanterem Drucke zu arbeiten, ein Gasometer, das sehr
gute Dienste leistete und die Flamme in gleicher Grbfse
erhielt , bei der die Beobachtungen gemacht wurden.
Ich bestiminte auch das Volumverhaitnifs der Luft zum
Leuchtgase und fand, dafs sich Leuchtgas zur Luft wie 3 : 5
bis 6 verhalten mufs, urn die erfolgreichste Mischung zu
gebeo.
Flammen auf diese Art erzeugt zeigen die Kerne sebr
deutlich von einander begrhzt, sie loschen schwierig aus
und bringen eine jede k u n e oder lange, ja sogar sehr weite
und verhaltnifsmafsig k u n e KlangrShre zum T h e n . Die
Flamme kann grofs oder klein seyn, diefs ist fur den Ton
gleichgliltig, da aber beim gew6hnlichen Experimentiren von
1 ) Mit der Ausarbeitung dieses Aufsatzes beschiftigt, bekam ich dar
ncucste Heft ron Pogg. Annalen (No. 1, 1866), wo ich aus einer Arbait des Brn. E. R c u s c h crscbe, dds er dieses Verfahren theilwcisa
schon bcnntrte.
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der Grfifse der Flamme die Teinperaturerhbhung uod hiermit der Luftzug, der; wie wir sehrn werden, ein H a ~ p t factor ist, abhangt, so andert sicb dann uatiirlich auch der
Ton. Daruin ist es nothwendig, falls man den Luftzug
nicht nach Belieben regeln kann, eiii gewisses Verhaltnirs
der Flamme zur Klangrohre zu beriicksichtigen. D'iefs gilt
auch bei einer Deckung der RBhren.
Wie ails dern Nachstehenden ersichtlicb wird, h h g t das
Vibrireii der Flamine von der Verbrennung wid von dvm
Luftzuge, der durch dic Klangrahren geht, ab. Bei einer
Deckuiig geht dieser zuerst herauf, rind kebrt wieder zuriick,
weshalb man bei der Deckuiig einen Ton leichter in der
oberen als der unteren Halfte bekomint.
Bei gleicher Verbrennang und gleichein Loftziige , also
bei denselben Vibrationen, oder wenn wir es mit der Znngenpfeife vergleichen wollen, bei gleich gcoker Zunge, erbielt ich, wie auch Dr. So n d h a u s, folgende Resultate.
Deiikt inan sicb die Klangrbhre (ich wendete lauter (;]asrohren an) der Lange nach (die Dicke hat auf den Ton
keinen besonderen Einflufs) in die Halfte i, t , i , f iisw
getheilt, mnrkirt jeden Theilstrich mit der entsprecheuden
Bruchzahl, so bekoinmt man, wenn man die F'lainme in die
Hbhe der entsprechenden Theilstricbe nach einander bringt,
verschiedene Tbne, uiid zwar: war der Grundton der Klangrbhre C, so erhalten wir-bei c, bei g, bei t c, bei e,
bei f g, bei iuiid bei
weiter
- wollte der Versuch nicht
+
<
-
ci
Ails dieser Reihe ist ergeben, doch erhielt ich bei
sichtlich, dafs die Flamme stets niir multiple Schwingungen
ihrer urspriinglicben Schwingung ( des Grnndtones der
Rblire) zu erregen i m Stande ist, gerade so wie es bei
den Zungenpfeifen stattfiiidet. Umgekehrt nebmen wir eine
Klangrbhre,
die mit der Flamine als Grundton z. R. das
c g i e b t , SO wird der Ton bei dern Verlangern der Klangrbhre schleichend nach und nach hnher, sobald wir aber
durch das Verllngern die Rbhre aiif das Doppelte der iir-
583
spriinglichen Lsnge briiigen, springt der Ton augenblicklich auf iiber.
Besser kann man dieses Gesetz darthun, wenn man
eine Rohre hat, die z. B. das C giebt, dann eine die i, f ,
f etc. so lang ist. Setzt man diese Rohren nacheinander
auf dieselbe Flammenzunge, so kaiin man mit der grbfsten
Reinheit die oben angegebene Reihe der harmonischeii
TGne erhalten.
Da diese Gesetze ganz analog den Gesetzen der Zungeiipfeifen l) sind, so kann man mit der vollkommensteii Sicherheit den Satz aufstellen, daCs die chemische Harmonica
eine Zungenpfeife ist.
Bei dieseii Versuchen benutzte ich nie die von Dr.
S o n d ha u s angegebenen Stopfungen der Ausfliifsrbhre, woraus hervorgeht, dafs diese nicht nothwendig sind. Ich
iiberzeugte micb, dak die Oscillationen in der Ausflufsrbhre
nur Folgen der Schwingungen der Flammen sind, und dafs
man die ersteren nur durch eine sehr lange Stopfung, die
jedesmal dem Drucke, unter welchem sich das Gas befindet, proportionirt seyn muls, vernichtet. Zu diesem Zwecke
verwendete ich , wie Dr. Son d ha u s angiebt, Baumwollstopfungen, sptiter Stopfungen von dtinnem Sande.
Um mich zu iiberzeugen, ob die Luft unterhalb der
Stopfung noch schwinge, konstruirte ich ein Membranmanumeter, ungefahr wie sie K b n i g bei seinen Interferenzpfeifen braucht. Dieses Manometer besteht (Fig. 7 Taf.VI A)
aus zwei hblzernen Scheiben von 5“” Durchmesser und
Ifcm
Dicke a und b , innerhalb sind diese Scheiben ausgehbblt, wie dieL B versinnlicht; in der Scheibe a ist ein
Rbhrchen c in der Scheibe e uud d eingekittet. Zwischen
den beiden Scbeiben befindet sich eine feine Kautschukmembrane, welche das bei e eiustrbmende Gas gegen c
abschliefst, diesem aber alle durch die Rbhre c auf die
Membrane eindrkenden Schwingungen mittheilt, welche
man vermittelst eines rotirenden Spiegels an dem Fllimmchen f beobachten kann. 1st die Membrane fein genug,
e
1) Sichc B i n d s s i l ’ r Aknstik, Pottdam 1839.
584
so kann man sehr deutlich, selbst die schwachsten Schwingungen wahrnehmen. Uebrigens that ein zweites Manometer, dessen Membrane ein Stuck eines Kautschukballons
(nicht zu stark gespannt) bildete, fast dieselben Dienste.
Die Ausflufsrbhre war so gefonnt, wie es Fig. 8 Taf. VI
zeigt, bei b stromte das Gasgemenge ein, bei c war das
Manometer angebracht, der Rauin ad wurde aber mit diinnem Sande gefullt. Eine Schicht von -IcmDicke, durch
einen Baumwollstopsel gehalten und bis an die Spitze geschoben, stbrte das T h e n gar nicht, und die Manometerflarnme zeigte dieselben Schwinguogen wie die tonende.
Die Schicht von 7cm Dicke schwachte die Schwinguogen
ggnzlich, das Manometer gab nichts a n : nun liefs ich aber
das Gas uhter einem hbheren Drucke durchstromen, uud
siehe, die Pfeife tonte, das Manometer gab wieder Schwinguugen an.
Bei einem Driicke yon 18"" (eines Wassermanometere)
war eine Stopfung von ungefahr 20"" nothwendig, um die
Schwingungen ginzlich zu vernichten. Ua ich die Ailgaben
des Dr. S o n d h a u s , der die Stopfung von einigen Centiinetern, ohne Aiigabe des Druckes, fur binreichend erklart, nicht richtig fand, so ist schwer zu glauben, dafs die
Schwinguqgen bei seinen Stopfungen ganzlich abgeschnitten waren, hingegen konnte die Stopfung das Bilden von
Knoteu des schwingenden Gases, das sich in der Woiilfschen Flasche befand, befbrdern, und 80 das Tbneu. der
Klangriihrm, die ein Multiplum von
Wellenlangen des
durch Stopfiing abgeschlossenen Raumes der AusfluLr6hre
hatten, erleichtern; diejenigen Klangrohren, die aber kein
Maltiplum der entsprecheuden $ Wellmkingen waren, konnten na~iirlichsaicht (oder nur sehr schwer) tbnen, so entstanden die Toagrnppen, die Hr. Dr. S o n d b a u s anfiihrt,
und die das Ausgesprocheire beweisen. Sobald mau die
Lenge der (in Dr. S o n d ha us Tabellen) 1) Klangrbhren
mit den e n t s p r e c h d e n Wellenlangen vergleicbt, ersieht
man, dafs auch hi verschiedenen AusfluLrBhrep, weon nur
1) P ogg. Ann. 1860, Bd. CIX, S.32 und folgcnde.
585
die Klangrtihren richtig angepafst waren, die entsprechenden T h e eutstauden. Ua ich, wie schon oben gesagt,
durrh die Stopfung oder tlas Verschiebeii derselbeo, keine
besolidere Aenderiing des Tones bekam, und die oben entwickelten Gesetze ohne dieselbe selir gut beobachten konnte,
so liefs ich sie als nebensachlich fallen.
Wei l die tbneude Flamme gleirh einer Zungeiipfeife
entsprechende Schwingungen bewirkt, so inufs sowolil die
Luftsaule oberhalb der Zunge, als aucli untrrhzlh derselben scbmingen, vernichtet man diese Schwiiigiingen, oder
eiue von beiden, so kann kein Toil entstehen. Das analoge fiudet inan bei der Zungenpfeife. Eine diirch einen
Blasebalg ziim Tbnen gebrachte Zuugenpfeife briiigt die
Luft des gaiizen Blasebalges in Schwiiigungen, was inan
durch eiri oben erwahntes Manometer leicht nachweisen
kann; und docli hat diese schwingeude Luft keineii besonderen Einflufs auf den T o n , der im Gegentheile iinmer
derselbe bleibt, mag der Blasebalg ganz oben oder unten
seyn. Eine Verlnderiing des Tones, die doch wahrend
des Sinkens des Blasebalges entsteht, riihrt von dem verschiedenen Drucke her, wovon man sich iiberzeugeii kann
durch das Vergleichen eines Blasebalges init einem Gasometer. Beim Sinken des Blasebalges wird der Ton hbher,
beim Sinken des Wasserdruckes im Gasometer tiefer, wo
er do& hbhPr seyn sollte, falls die i m Gasometer sich befindeude Luft auf ihn einen Eiuflufs liben sollte, da sich diese
verringerte. Die Aenderiing haogt also durchaus voni
Drucke ab. Sollte die Luft im Blasebalge einen E i d u L
auf den Ton iiben, so ware man schwerlich iin Stande eiue
Orgel zu stimmen, oder sie bei derselbeii Stimmung zu
erhalten, da beim Treten der Balge die schwingende LuftInasse sich stets andert.
Dafs die uoterhalb der Ziinge (Flamme) schwingende
Luft keinen Einflub auf den Ton hat, erklare ich inir dadurch, dafs die grofse Luftmasse irnmer ein Multiplum der
Wellenliingen ist, was auch flir einc Schwingung entstehen mag, oft bleibt wohl ein Hest iibrig, der auch manch-
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ma1 zu hnren ist, indem der Ton, selbst beim Siiiken des
Blasebalges fur eine kurze Zeit tiefer wird. IXese Schwaiikungen des Tones kann man auch bei einer Zungenpfeife
beobachten.
Stopft wan die Zuflufsrohre einer Zungenpfeife mit
Bauinwolle, so hart sie auch zu t h e n auf; es wird'aber
Niemand behaupten wollen, dafs die Entstehuug des Tones
von den Oscillationen der in der Zuflubrohrc sich befindendeii Luft abhaiige, i m Gegentheil, diese werden erst
durch die Schwingungen der Zuuge erzeugt , n-elche nicht
schwingt, sobald eiitweder die unterhalb oder oberhalb der
Zuiige sich b e h d e u d e Luftslule nicht rnitschwingen kann.
Durch das Verkiirzeii der Zuuge bei einer Zungenpfeife
oder durch starkes Anhlasen liann man die harmoiiischen
T6ne der ersten Octaven hervorrufen. Dasselbe geschieht
bei der chemischen Harinouica, und diirfte auch ein Belcg
dafiir seyn, dafs dieses so lange Zeit unerklarte Phanomen
das der Zungenpfeife sey. Eine Flainme (am beiteu in
der obereri Halfte der Klangrahre tanend) andert ihren
Toil , sobald ein starkerer Luftzug durch die Klangrehre
getrieben w i r d , und zwar gauz analog dem eben Erwahnten. W e n n sich die Flamme an einer und derselben Stelle
in der Klangrdhre befindet, so k b n e n , falls dieselbe doppelte, dreifache etc. Schwingungen macht, als urspruuglich,
alle eotsprechepde harmonische Tane entsteheo , was auch
stattfindet. Eine vollkommen glcichmafsig brennende Flamme,
macht bei einem immer starker werdenden Luftzuge, der
durch die Klaugriihre geht, eine Reihe der harmoiiischen
Tone durch, und spriiigt dann auf den ursprijnglichen Ton
wieder zuriick. Die Erscheinung beobachtete ich mit dem
Fig. 9 Taf. VI abgebildeten Apparate. Die Klangrllhre hat
unten eineu Verschlufs aus gut schliefsendem Korke, dorch
den bei c die Ausflufsr6hre geht, an welcher das Game
nach oben oder unten verschoben werden kann, bei a tritt
der zugefuhrte Luftstrom ein. Bei gleichmkifsiger Steigerung des Luftzuges bei a, wird der Ton erst laugsam und
schleicheud haher, auf einmal springt die Flamme, die Kno-
ten werden geandert, und es ertdnt der nachstfolgende
harmonische Ton, diefs wiederholt sich mehrere Ma1 (5 - S),
zuletzt wenn der hacbste Ton erreicht worden ist, springt
die Flamnie nochmals, und giebt den tiefsten, wobei sie
d a m , falls man den Luftzug noch mehr vergrdfsert, auslischt. Das Wechseln der Knoten ist etwas fruher zu sehen, als der e n t i p r e c h d e Ton erfolgt. Dieses Experiment
beweist nicht nur, dafs die chemische Harmonica eine Zungenpfeife sey, sondern auch, dafs der durcb die Klangriilire
gefuhrte Luftstrom fur die Entstehiini; uiid Beschaffenheit
des Tones ein machtiger Factor ist. Ohiie Luftziig verlischt jede Flamme; ist ein Luftzutritt mbglich, aber ZII
klein, so t t h t die Flamme nicht. Die Geschwindigkeit des
Luftzuges mufs griifser s e p , als die des ausstrdmenden
Gases, .was die Messungen, obwohl sie auf keine grofse
Genauigkeit Anspruch macheii Ittinnen, doch stets bestdtigten. Nicht uninteressant ware ‘es, dieses Verhaltnifs, welches fur die einzelnen Tbne wechselt, auszumitteln, was jedoch ohne sehr genaue Apparate nicht zu machen ist.
W u r d e die Flamme zwischen zwei aliquote Theile dcr
Klangrohre gebracht, so gab dieselbe hei einem gewissea
Luftzuge zwei deutlich wahrzunrhinende Tdne, welche Stbfse
gabrn, die man beim Analysiren mit einem rotirenden Spiegel sehr schiln und aufserst deutlich sah. Sie entsprachen
rerschiedenen Verhdtnissen, am meisten erscheint das Verheltnifs 1 : 2 und 2 :3, sehr oft auch ein kleineres, so dafs
man es manchmal nicht ganz genau hestimmen konnte. Die
Flammenbilder erscheinen gerade so mie bei Ktinig’s Interferenzpfeifen, wenn dae zu den beiden Pfeifen gehende
Gas aus einem Brenner brennt.
Der Hauptzweck meiner Arbeit ist: die Ursache der
Schwingungeii mittelst Flammea, also das Tiinen, Flackern,
Sausen z. B. bei der GlasblSserlampe, dem Ldthrohre, dem
B 11ns e n ’ scheu Brenner usw. zii entwickeln. P i s k o bat ‘J
nicht nur die Geschichte der chemischeu Harmonica, sondern auch alle bis jetzt herrschenden Theorien zusammeoI ) Ncue Apparaie
der Akusiik, Wien 1865.
588
g efa l t , die meisten davon sind widerlegt worden bis auf
die neuesten v o n Dr. S o n d h a u s , der als Ursache der primitiven Schwingungen die bedeutende Temperaturerhi)hung
ansieht, und von G r a i l i c h und W e i i ' s , die die Entstehung der Sch wingungen durch Volurninderungeii, welche
durch die Verhrennuogsproducte der Gase hervorgebracht
werden, ' wobei auch der Luftzug initwirken kanii, erklaren.
Beim Blasen in eiiie Flamme flackert dieselbe, es entstehen Scbwingungen, welche man in eiuein rotirenden
Spiegel beobachten kann ; sie sind natiirlich unregelmafsig.
Stellt mau es so a n, dafs der' Luftzug die Flamme nach
einer Richtung gleichmafsig trifft, so gerath' diese in vollkomnien gleichmsfsige Schwingungen, die man mit dem rotirenden Spiegel analysireu kann.
Auf diese Art hatten wir die Zunge der chemischen
Harmonica fur sich isolirt. pig. 10 Taf. VI zeigt eille solche
Zunge: b d ist das Ausflufsrohr der Fig. 6. Fiibrt man bei a
einen .Luftstrom ein, und befindet sich bd vollkommen in
der Mitte der Rbhre c f , so wird die Flamme gaiiz ruhig
brennen, analysirt man sie aber, so zeigt sie Schwingungen.
S o n d h a u s erwahnt aiich, daIs die Flamme bei einem Luftzutritte fiir sich selbst tone, ich fand wohl eiu. Sehwirren, dessen Ton auch bestimmbar ist, aber einen reinen
Ton nie.
Hieraus geht ebenfalls hervor, dafs der Luftzug diejenige Kraft ist, die den Toil herrorbringt. Sol1 tiberhaupt
eine Schwingung entstehen, so miissen zwei Krafte wirken,
voii deneu eine momentan, die zweite stetig, oder beide
stetig seyn kbnnen, z. B. wirken bei tdnenden Saiten eine
momentaue ond eine stetige Kraft, bei Labialpfeifen zwei
stetige. Auch bei der cheniischeii Harmonica wirken zwei
solcbe Krafte, die eiue ist der Luftaug, die audere das Ycrbrennm Durch den Luftzug, mag er nun durch die Temperatur der Flamme selbst, oder auf eine andere Weise
hervorgebracht werden, wird die Ausstrbmung des Gases
befbrdert, wodurch der Raum in der Ausflufsrbhre etwas
verdiinut wird, die Flamme verlangert sich, der oberste
589
Theil des Gases (oder beim Verloschen, wenn der Strom
zu grofs war, das ganze) verbrennt, und zwar frliher, als
noch das Gas nachstrbnien kann, um wieder dieselbe Flamme
zu eneugen, da es an Uichte abgenommen hat; dwch das
aus dem Behalter nachstrbmende Gas wird die Dichte wieder dieselbe, der Liiftzug verlangert wieder sogleich die
Flamme, welche verbreunt und so eine stehende Schwingung hervorrufr. Uemgemsfs haben wir eine doppelte
Flamme zu unterscheideu, die obere, die durch das abwechselnde B r e w en und Verlsbschen Volnmnnderungen, wie es
G r a i I i c h auffafste, hervorbringt, und die untere, die das
intermittirende Entzunden des oberen Theiles ermsbglicht.
Hei sttirkerem Luftstrome unter sonst gleichen Umstanden
werden naturlich die Intermittenzen schneller, rind wir erhalten, wie oben erwahnt, einen hsbheren Ton. Werden
die Intermittenzen so grofs, dafs die game Flamme schwingt,
so erlischt sie leicht, da die Voluinauderung bis zur Spitze
der Ausflufssbffnung geht.
Auf diese Weise ist es mir gelungen auch mit Schwefelwaaserstoff eine jede Klangrbhre zum Tbiien zu bringen.
Leitet man nzinlich in den Apparat Fig. 9 Taf. VI bei a
Schwefelwasserstoff ein, indein man die Rahre, durch die
die Luft zustrbmt, bis zur Ausflufsbffnung verlangert und
und diese erweitert, da sonst das Gemisch schlecht brennt,
so entsteht eine Flainme wie sie Fig. 11 versinnlicht. Der
ohere Theil a eneugt die Schwingungen, der untere b bingegen dient zu dern nacheinanderfolgenden Entzunden des
Theiles a.
Als schlagender Beweis fur meine Theorie diirfte das
folgende Experiment dienen. Aus einem gemeiiischaftlichen
Behalter A in Fig. 12, der bei a mit Leuchtgas gespeist
wird, gehen zwei Rsbhrchen b c und d c rnit verschiedenen
Ausflufsbffnungen heraus, bei denen dann das Gas ausstrtimt.
Ziindet man es an und hglt eine Rsbhre iiber die @[sere
Flamme, so giebt diese keinen Ton, ebenso die lileine, weil
sie auslischt, wohl entsteht er aber, wenn die Rilhrcheo
die Lage, wie es Fig. 12 zeigt, haben, und iiber ihnen sich
590
eine Klangrbhre befiudet. Dabei zeigt die grofse Flamme
keine Schwingungen , hingegen schwingt die kleine und
bewirkt den Ton.
Stellt man die kleine Flamme in eine solche Entfernung,
dafs das bei c ausstromeiide Gas nur nach einer langeren
Zeit zum Entzunden kommt, und giebt nun eine Klangrtihre
daruber, so kann man sehr gut beobachten wie die kleiue
Flamrne sich in Zwischenraumen entzundet , und wieder
ganz verlischt und so die Zunge bildet. Dasselbe findct
statt, wenn m a n die kleinere Flamme uber die grtbfsere
stellt. Hat man nur eine kleine Flamme, und es befindet
sich an der Ausflufsmunduog ein, durch eine Batterie im
Gliihen erhaltener Draht, so sieht man dasselbe Phiinomen,
nur mufs man, da die hleine Flamme oft den nothigen Luftstrom nicht erzeugen kann, einen solchen durch einen Blasebalg bewii ken. Die Construction mit zwei Flainmen oder
Platindraht ware fur die Collegieriversuche zu empfehlen,
da man damit nicht nur die oben erwahnten Gesetze, sondern auch die Ursache des Tonens darthun kann. Die im
neusten Hefte dieser Annalen angefuhrte Construction des
Brenners von Prof. E. R e u s c h beruht ebenfalls auf diesem
Principe, erstens werden die Flaminenkerne durch das Mischen des Gases mit der Luft getrcnnt, nnd zweiteus bewirkt das eingefuhrte Netz, welches gluhend wird, das Entleiinden und verhindert so das ginzliche Ausloschen.
Mail ersieht uun, dafs die Schwingungen durch ein rasch
nacheinnnder folgendes Brennen und Verloschen, welches
durch den Luftzug hervorgebracht wird, enlstehen.
Die Schwinguugen kann inan aucb sehr gut beobachten, wenn man in Fig. 9 Taf. V I bei a sehr wenig Luft zustroinen Iafst, die Flamme ausloscht und d a m eine Flamine
iiber die Klangriihre halt. Das ausstromende Gas zundet
sich von oben an, wodurch es leichter merdend, durch den
Luftzug schnell fortgerissen wird und verbrennt ; dabei
wurde die nachste Schicht weniger dicht, ihre Expansion
fiir die vorhandene Temperatur ist zu grofs, sie zieht sich
zusammen und kann nicht fruher entzundet werden, als bis
591
das nachstrhende Gas .411es ausgleicht, darauf folgt wieder derselbe Vorgang und es entstehcn stehende Schwingungen, die wir, weil sie weit langsamer sind, sehr gut
beobachten kbnnen. Auf denselben Principien beruht das
Pollern des Feuers im Ofen, oder i n einem Rauchfaugfeuer.
Daraus erklsrt man sich auch das Flackerii der Flamme
sehr leicht : 'durch deo hineingeblasenen Luftstrom, der die
Gasausstrdmung und V e r b r e m u i s befdrdert , entstehen in
dem Gase Ungleichheiten an Dichte lhnlich wie bei der
tdnenden Flamme, aber unregelmakig, welche danu verschiedene Mengen Sauerstoff verbraucheri, und die Luft in
Schwingungen versetzen, kurz durch den Luftzug ist eiii
stellenweises Brenneii iind Nichtbrennen bedingt , was die
Analyse bestatigt.
Hiermit wiire die Theorie der schwingenden Flainmen
gegeben und liefse nur noch zu wtinschen iibrig, dars man
die zwei Factoren, von deneu die Schwingungen abhlngen,
den eneugteii Luftaug uud die Verbrennung, oder die dadurch entstehende Verdiinnung des Gases, die das momentane Ausldschen bedingt, in Rechnung brachte, woraus man
d a m aiich die Anzahl der Schwingungen ermittelu khnnte;
leider ist diels nicht gut ausfiihrbar, da diese Grdfwn schwierig zu handhaben siiid.
Hierauf will ich noch kurz einige Uateii anfiihren die
ebenfalls Belege der oben entwickelten Theorie siod.
I . Gluhende Kohlentheilchen oder i u die Flamme hioeingeblasener Cigarreorauch, wie aucli Schwefeltlieilchen
bei Schwefelwasserstoff verhindero oder erschweren das
TBneu, was nach der Theorie der Teinperatiirerhdhung
nicht stattfinden sollte. Ich erkllre es dadurch, dafs bierbei dic Flamolentheile mehr. oder weniger in eineu iibergeheu; auch erfolgt dadurch die Verbrennung des obereii
Theiles iiicht rasch geiiug, so dafs das Tonen geschwiicht
oder verhiiidert wird.
2. Bei schneller Rotation der Ausflalsrdhre, kann die
Flamme iiicht schwingen, weil der durch die KlangrOhre
durchgehende Luftstrom dadurch auf die Flamme wirkungs-
592
10s wird, da sich bei der Rotation eine Fliehkraft ent-
wickelt, welche der Kraft des durchstromenden Luftstromes
das Gleichgewicht halt. Weil nun dieser die Flamme nicht
afficiren kann, so t6nt sie nicht.
3. Um mich zu uberzeugen ob der Toil durch die
Temperatnrerhiihung entstehe oder nicht, leitete ich in gliihenden Eisenrohren erhitzte Luft dorch die Klangrohre,
indem ich diese selbst durch mehrere Gasbrenner zum
Gluhen erhitzte; der Ton war hoher in Folge der heifsen
Luft, aber nicht schaacher.
4. Grofse und kleine Flammen haben keinen Einflufs
auf den Ton, sobald der Luftzng nicht von'diesem abhiingig ist, sondern narh dem Willen des Experimentators gelndert werden kann.
5. Die dem (iase beigemengte Luft hat auf die Entstehung des Tones den Einflufs, dafs sie die schwingende
Flamme von der nicht schwingenden trennt, und bewirkt,
dafs diese schneller verbrennt als noch Gas nachstromen
kanq; auf die Beschaffenheit des Tones aber, dafs die oscillirende Flamme bei einem grol'seren Luftverhaltnisse kleiner wird, und dann leichter hohe als tiefe Tone hervorbringt.
6. Sollten die Schwingungen blofs durch die Temperaturerhohung, wie bei gluhenden Netzen entstehen, so
mufste jede Flamme, selbst jede Schwefelwasserstoffnamme,
tonen oder wenigstens stets flackern, da doch die Bedingungen der Temperaturerhijhung gegeben sind.
7. Fiihrt man ein dichtes Drahtnetz in den obereii
Theil der Flamme, welches das intermittirende Entziindeq
des Gases nicbt erlaubt, so tdnt die Flamme nicht, obgleich
durrh das gliihende Netz vielleicht noch eine grokere Temperaturerhohung stattfindet als sonst.
S ) Unter den von niir gestellten Bedingungen tont jede
Flamme, jede Rohre, jedes Gas.
Schlierslich will ich iioch erwahnen, dafs bei der Verbrennung der Kohle in einem Sauerstoffstrom, der durch
die Klangrohre geleitet wird, ebenfalls ein Ton entsteht,
593
von dem es sich aber schwer behaupten Itirst, ob er linter
diese Phhomene, oder linter die durch Temperaturerh8hung entstehende zu rechnen sey. Im Allgemeinen ist es
aber klar, dafs das T8nrn mittelst Flammea mit dem T8nen durch ErhKhung der Temperatur (Drirhtnetze, Glaskugeln etc.) nicht identisch, j a sogar gatlz verschieden ist;
des Letztere ist noch ein Rathael.
Erlangen: 5. M a n 1866.
V1. IJeber die GiiEtigkeit der aequivalenfeh Zange
im einfachen Schliefsungsbogen der Batterie;
m t m K. W. K n o c h e n h a u e t .
D a n Gesetz, das die Theiliing des Batteriestromes umgekehrt proportional zu den aequivalenten IAingen der Zweige
erfolgt, setzt die Giiltigkeit dicser Langeu auch im einfachen Scliliersuiigcbogen voraus. Ich habe dcshalb die Giiltigkcit srhon friiher aus der Schlagweite nachzuweisen gesucht, bis zu welcher wahrend der Entlndung der Batterie
die einzelnm Stellen des Schliefssmigsbogens gelangtw, nachdem ich gefuiiden hatte, dafs auf einem homogenen hogen
die Schlagweite von der Innen- zur nicht isolirten Aufsenseite der Batterie (das sogenarinte Gefall) gleichmtifsig abnimmt. Da jedoch diese Versiichsart namentlich bei kingerexu Schliefsungsbogen keine hinreichend scharfen Zahlenwerthe liefert, so wandte ich mich an Hrn. Dr. F e d d e r s e n mit der Bitte, eine Reihe Reobachtungen tiber die Oscillationsdauer anzustellen, wenu der Schliefsungsbogen aus
Rollen in rerschiedenen Combinationen besteht.
Nachdem derselbe melnen Wunsch zu erfiillen sich bereit erkllrt hat, wurden 16 Rollen hergestellt, 8 galsere
(r') von 1 Fufs Ourchmesser etwa und 8 urn 4 Zoll im
Durchmesser kleinere (f'), die in jene geschoben werden
Poggendorff's Annal. Bd. CXXVII.
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