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Elektrisch chemische Verfuche ber die Zerlegung der Alkalien und der Erden.

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ANNALEN DER PHYSIK.
JAHRGBXG
1810, E E L F T E S S T U C K .
I.
E.1 e k t r i f c h J c h e m i fc h e V e r f u c h e
iiber d i e ZerIPgung
die':
d e r Alkalien
E r d en ,
und
vorn
Prof. B C R ~ ' L L u.
I W( I .~ Lribmed. N.M. POFITIN
in Stockholm.
Ueberfetzt von S. P. L e f f 1 e r ').
K ~ u w
ma r uns die Entdeckung H u m p 11 r y D a v y s , clafs lich die Alkalien durcb Einwirhung tler
elektrifclien Saule in eine fefte rnetalhhnliche Balis
untl in Sauerrtoff 7erlegen larfen, aus einigen
ziemlicli unvollfiandigeii Kdchrichten bekannt geworclen, fo faisten. w i r auch fogleich den Entfcblufs, diefen wichtigen Gegenfiand felbfi zu upterfuchen.
f i n e hifiarifche, jedoch k u r z e Be-
fchreibung von D a v y’s Verfuchen, welchc i m Januarhefte 1808 (Kr. 8 I . ) von I% i c,h o I f o n’s Journal fteht, w a r , nebft anclern Unterfuchungen tles
nsmlichen degenfiandes, in das Apcilheft d e r Ekonomif 4a Annaler diefes Jahres vollfia’ndig eingerijckt worden. Ueberzeugt,, dafs f c h die Lefef
d e r Annalen firr dieJe Entdeckung interelfiren
warden, da fie von grofsern und nirht zu berechnendem Gewinne filr Chemie und PhyGk ift , hab e n auch wi,r u,ns,von dem Hetausgeber der Anqalen einige BlHtter fiir die Qefchreibung urlferer
Verfuche u n d deren fehr unerwarteten Refultate
erbeten.
1 . W i r errichteteo eine Saule aus 2 4 Paar
Zink und I h p f e r p l a t t e o , jede von etwa 16 Quadratzoll Oberflacbe. Als naffer Leiter d i e n t e uns
bei diefern. fo wie bei allen unten anzuftihrenden
Verfueheh, Jiinne Pappe, die in eine gefzttigte
Auflofuog von Kochfalz i n EfIjg getaucht war,
D i e Saule, als fie vermittelft eines dlinnen Ejfendrathes (Klavierfaite Nr. I 0.) entladen wurde, gab
fehr lebhafte ziCchende Funken:
Wir brachten
cine Portion Icryfiallifirtes kaufiifches Kaii jn die
G i i m m u n g einer gebogenen gliifernen Rohre, u n d
fiihrten Platindrlthe hinein bis zum Abfiande
einer Linie von ,einander, u n d verbanden (lie.
fe mit den Polen d e r S.Pule.
Die Rijhre und
die Siule wurden an einen lauwarmen Ort geftallt, fo dafs das Kali fich immer haIb fliiffig erhielt. Als die Iiette gefchlafen wurde, entwi-
-
,
P
L 249
ckelte iich Gas mit a uke rft e r Heftigkeit von den
beiden Drdthen. Nach 2 4 Stunden wurde man i m
Kali urn den negativen Drath eine hleifarheneSchattirung g e wa hr, wie\vohl fich tihrisens g a r
niclits abgeroudert hatte. Der l’latintlrath z e i g t e
einen k h w a r z e n U z b e r t u g , d e r im WalTer tliiaufIoslich w a r ; Salpeterfaure gab i h m leinen Metall-.
glanz fchnell wieder.
W i r baueten die niirnlirhe S l u l e mit Pappfcheiben wieder a u f , welclie i n eine Auflolung
von Salrniak id ErTg getaucht waren, legten eiw
S t u ck Kali auf eine Pldtinfcheibe auf den pofitiw
ven Pol d e r S i u l e , unrl beriihrten es mit dem Platindrathe d e s negativen Poles. Es entftand e i n e
heftige Gasentwicltelung und die neugebildetel
Knallluft explodirte dann und wann von den Funken. Das Kali nahtn eine graue Farhe a n , und
als die graue Maffe i n Walfer geworfen wurde,
)ij[ele fie fich darin vollkommen, und zwar mit.
E ~ t w i c k e l u n gvon Luftblaft-n, auf.
Weil a b e t
ouch trocknes K a l i , welches d e r Einwjrkung d e r
Sau]e nicht. ausgelptzt gewefen wa r, beim AufI&fen ejne Menge mechanikh d a r i n eingefperrte Luff
abfonderte, lick fich hieraus nichts Cchliefsen.
2. Nacbdern wir mehrere a nde re Verfucl,,=,
die Beftandtheile des Kali durch Einwirkung der
Elektricitat diefer Siiule zu fcheiclen , vergebficb
angefiellt hatten, wendeten w i r uns X I den Secre.
tsr d e r kijniglichen Altademie d e r WjfTenfch%ftq
und erbaten uns .von,ihm.die ekademifchel Piattent
,
H
ze
[
250
1
batterje aus 26 Paar Zink- und Kupferplatten,
von denen jede Platte 100 Quadratzoll OberflSche
hat. Anfangs wollte e s uns mit djefer Batterie,
d e r e n f,ippfcheiben wir m i t einer Auflofurlg von
K o c h f d z in EIGg hefruchtet h a h e n , niclit belfer
gliicken. D i e Batterie war von fo ltrlftiger W r kung, dal's Klavierlaiten, die z u r Entlatlung gebrauclit w u r d e n , fich entzundeten uncl i n einer
L a n g e von m e h r e r n Linien gefchmolzen wvnrden,
u n d dafs d e r P l a t i n d r a t h , woniit wir K a l i auf
e i n e r Platinfcheibe bertlhrten, an feioet Spitze
fich p e h r e r e Minuten hjndurch gluhentl erhielt..
Bei d e r erfien E i n w i r k u n g d e r Entladung 3 u f das
Kali fchniolz diefes unil clas Kr~Ttallifatiotlswal'rer
defielben entwich, w o b e i ein ftechender Ceruch
nach K a l i entfiand; dann wurde die hlaffe tro.
c k e n u n d zeigte f e r n e r k e i n e Verintlerung. Sie
Echwarzte Gch, wenn man fie m i t WafTer brfeuch.
t e t e und wurde ganz d u n k e l ; allein, in SVaffer
g e w o r f e n , liefs fie uns niemahls jene lebhafte Detonation hemerken , wornit die Eafis des I(ali,
nach den Verfuchen S y l v e f t e r's, a u f Koften des:
Wafrers entbrennen foll; noch weniger wollte eS
uns gluckeo, diefen fchwarzen Stoff i n einen,
Klumpen zu famrnelo.
Als wir u n s , fiatt d e r Platjnfcheihe, eines
kleinen Lijffels aus reinem Golde zur Unterlage
d e s I h l i betlienten, aufserte die Batterie i h r e PVirk u n g noch ftarker. Obgleich d e r goldene Laffel
mit dem redwcirenden oder negativen Pole in Ver.
c
251
1
bindung gebr a c h t w a r , w u r d e e r doch deutlich
oxytljrt, und es blieh beim Uebergiefsen tler Maffe
mit WaTfer e i n e grofse h l e n g e eines fchwarzen
Stoffes unaufgelijfet, mit welchem fich a a c h clas
Gold f t a r k iiikruftjrt hatte. Da uns unrere Gefchsfte nicht erlaubt h a h e n , auf cljefe Verfuche
unfere Aufn:erkfamkeit unsetheilt zu w e n d e n ,
a uch die fchon beobachteten Erfcheinungen fo
ganz unerwartet waren unrl ku io vielen a n d e r e n
Verruclien fiih r t e n , f'o haben wir die Urrache
n o c h nicht erforfchen k o n n e n , fo intereffaut fie
auch ift, warum i n d e n Refultaten beim Gebrauc h e cler Platinlcheibe und d e s goidenen Lhffels ein
fo bedeutenfler Unterfcliied Statt fancl.
3. Da es u n s aus D a v y's .Angabe b e k a n n t
war, dals die Bafis d e s K a l i d u r c h Queckfilber
aufgelijret u n d d a m i t amalgarnirt w i r d , veraoderten wir d e n V e r h c h ttshin, dais die negativ elektrifirte Srite d e s Kali von Queckfilbar beriihrt
w u r d e darnit cliefes d i e rnetaliifche Ua6s des K a l i
anzjehen, und fie daclurch von d e r unzerlegten
Salzmaffe abfcheirten miichte.
W i r fiilirten zu
d e m Encle einen polirten Eifendrath , 72 zoll
Jang und 1,75 Gmrnmes fchiver, von d e m negativen Pole i n eiii glsfernes S c h z k h e n , auf deffen
B oden ein QueclifiI bertropfen gegoffen w a r , legt e n auf diefes Queclifilber das befeuchtete K d j ,
u n d beruhrten diefes m i t Clem Platindrathe ties pofitivsn Pols der SBuIe. D i e Oberflache d e s Queck-
-
filbers gerieth fo&ich in Beweguag,. uod als wir
c
252
3
cs nach Verlauf von 6 Stunden unterfuchten, Aond
e s , als ein Arnalsam, rnit triibem Hautchen, und
mit Ecken und \Linkeln, und a1.s es hin und her
gegofkn wurr!e, zeigte es uns wilrfelformige Kryfialle, un1f.r rlenen einer ungefahr eine halbe CUbiklinie grofs feyn mochte. Der Eirendrath war
ein ivenjg angefreffen, harte aber an Gewicht nicht
merklicb verlahren. Als wir die Kryfialle mit ein e r eifernen Pincette aufnahmen, wurden die Spitzen d e r Pincette auSenhlicklich amalgamirt. D ie
JSryf'talle wurden a u f Lijfchpapier fehr forgfaltig
gotrocknet, und batten hinreichende Confiftenz,
um den D r uc k , obne zu zerreilsen, zu ertragen.
Sie fahen bVurfeln van Bleiglanz beinahe iihnlich.
W i r iiellten mit ihnen folgende Verfuche an :
a ) Ein rnit fchwachem ECGg gerothetes Lackmuspapier wurde rnit Wall'er befeuchtet , und einer van den Kryftallen auf daffelbe hingelegt.
D e r Krjfiall entzilndete f c h allrnihlig, wahrend
fehr vie1 Gas entwickelt wurde, und rund urn das
Kagelchen verbreitete Gch eine Kalilauge, To dafs
h i e r das Papier wiederum die blaue Farbe an-
nahm.
6 ) Ein anderer EryRaIl wurde auf trackenes
Schreibpapier in offene Luft geftellt. Er entzilndete Iich nach und nach, und die Perle bewegte
Gch i m Kreislauf, wobei fie i n d e r Axe d e r Beweguog eine immer griifsere M e n g e eines falzartigen
Stoffs abfetzte, der Gch hernach als Kali zu era
kennen gab.
c
253
1
c ) Ein Kryfiall wurde i n Waffer geworfen.
entfiand eine heftige Gasentwickelung, wie
wenn man Zink in verdiinnter Schwefelfaure aufliifet, ,,ad diefe Entwickelung dauerte mehrere
Stunden Iang. Das Waffer wurde alkalifch, u n d
es blieb zuletzt reines Queckfilber iibrig.
Wir
wogen das rnit d e r Bafis d e s ICali gefchwangertt.
QueckGlber, es betrug 4,0775 Grarnmes; nachden1 das Waffer jene BaGs oxydirt u n d aufgelofet
hatte , blieben 4,0575 Gr. reines Quecbrfilber. zuriick; das Amalgam hatte folglieh 2 Centigrammes
Kali - BaGs enthalten. Das herrorgebrachte Kali,
mit Salzfaure gefattigt, d a m bis zum T r o c k n e n
abgedunfiet und i n einem gewogenen Platinticgel
gegliiht, gab 0,0375 Cr. falzfaures Kali, und dieies enihiett 0,02476 Kali. D i e z Centigrammes
Kali Bahs hatten folglich wahrend d e r Zerfetzung
cles Waffers i h r Gewicht rnit 44 Milligr. Sauerfioff verrnehrt; und das Kali ware, zufolge diefes
Refultats, i n i o o Theilen aus 80,7li T h . Bafis und
19,25 Th, Sauerftoff zufamrnengefetzt, Wir find
jedoch nicht gemeint, diefen V e r h c h for eine gea a u e A a a l y k deslfali anzugeben, ‘denn mit 2 Centigr. i l l keine grofse Genauigkeit miiglich j wir
fiihren i h n o u r an als Beweis f u r die Zufammenfetzung des Kali a u s Sauerfioff aus dem in dern
QueckGlber aufgel6feten Horper. Er weicht auch
bedeutend von der Analyfe des Hrn, D a v y ab, d e r
das Kali aus 85 Theilen BaGs und 15 Theilen
Sauerfioff zufammeogefetzt fand, Weiter unten
Es
-
c
254 1
w a r d e n wir auf das quantitative Verhlltnifs d e r
Beftandtheile des K a l i zurilckkommen.
d) Ein polirter Eifendrath, i n das Amalgam
d e r Kali- Bafis getaucht, und a n d i e Zunge gcb r a c h t , gab einen fcbarfen brennenden Gefchrnack
n a c h kauftifchem Kali.
Wurde zugleich fo vie1
yoin D r a t h e auf die Zuoge gelegt, dars auch das
Eifen fie beriihrte, fo entfiand eine lebhafte Empfindung von galvanifcherj Wirkung.
In diefem Verfuche w a r e n alfo die Befiandtheile des Kali getrennt worden. Wir hatten ein e n mit d e m Queckfilber vereioigten Korper erh a l t e n , u n d zwar einen Korper von metallifcher
A r t (denn e r wurde vom Queckfilber aufselofet,
o h n e deffen metallifche Katur zu veranclern), und
von fehr brennbarer Natur, d3 e r fich fowohl i n
d e r Luft als auf Koften des Waffers oxydirte, u n d
mit Sauerftoff verbunden dasIiali wieder herftellte.
4. W i r wollten nun auch a u f eben die A r t
die Zufamrnenfetzung d e r alkaIiJchen Erdcn unterfuchen, von denen d e r englirche Naturforfcher nur
angegeben h a t , dafs fie i n feinen Verfuchen Sauerfioff geliefert haben, o h n e fich fiber die BaGs derIelben zu Hufsern ’); e s blieb folgfich noch d e r
Zweifel, ob nicht diefer Sauerftoff vorn Waffer
h e r g e r u h r t hahe, mit welchem fie befeuchtet ward e n waren. Da w i r weder kaufiilchen Baryt noch
*I ,,On emmining
ced Jrom
Strontia and Barytes , ozygen was eduN i c h 011. Joum. Jan. 1808.
both oJ them.”
No. 81. S. 79.
B.
I:
255
J
Strontian vorrathig h a t t e n , ma c h t e n wir d e n Anf a n g mit atzendetn Kalke, d e r a c s ,cararifchem
Marrnor gehra n n t w o r d e n war.
SVir beclienten
uns d e r natnlichen Saule und defreihen Apparats,
lolchten den Kalk mit deftillirtem WalTer unrl riihrt e n ihn damit a n , legten d i e aus ihrn g e f o r m t e
Jiugel a u f Quecklilber, u n d fiihrten in dielelbe
eiiien Platindrath vorn pofitiven Poie rler SSule.
Es w u r d e Gas in Rilenge e n t w i c k e i t , fo dafs d e r
Platintlrath bald entblofst w a r , welches uns n o t h i g t e , heim Verfuche i m m e r f o r t gegenwartig z u
f e y n , urn die K a l k m a f f e w i e d e r iiber d e n D r a t h
zu bringen. D d S QueckfiIber gerieth anfangs in
E e w e p n g , d i e jecioch bald a u f h o r t e , und d i e
Oberflache deffelben erhjelt einen hiiutigen Ueberzug, d e r nach und nach eiiie weifse Farhe ann a h m u n d Iich deutlich als Xalkercle 211 e r k e n n e n
gab. Nahrn man diefen Ueberzug w e g , fo w u r d e
er gefchwind wiecler erzeugt ; gefchah diefes a b e r
bei unterbroch e n e r V e r b i n d u n g mit d e r Batterie,
fo wurde das Iiinweggenomrnene HPutchen augenblicklich durch ein fchwarzes erfetzt. Diefe Verfchiedenheit i n cler O x y d a t i o n d e r Queckfilberflache, je nachdem fie m j t d e r Saule i n Verbindung
o d e r aulser dern Einfluffe d e r Elelitricitat war, erk l a r t e n w i r uns auf f o l g e n d e Art.
D e r Kalk
hatte an das QueckGlber e i n e metallifche brennb a r e Bafis abgegeben, diefe o x y d i r t e fich allein,
-
fo Iange der negativ elektrirche Zufiand d e s
Quecklilbers verhinderte dais dieles Clch oxydir-
,
c
256
3
t e ; fo bald a h e r diefer Zuftand aufhijrte, wurde
auch das Quecklilber oxydirt. Die fchwarze Krufie, womit es fich irn letztern Falle uberzog, w a r
alfo, nach diefer ErklPrung , eine Vereinigung von
QueckGlher O x y d u l m i t Kallterde, welche, wie
b e k a n n t , Iich leicht mit einander verbinden.
Nach vierftiiocliger u n u n t e r b r o c h e n e r Elektrifirung wurtle d e r Verruch beendigt, und dasQueckLlber durch einen gllfernen T r i c h t e r rnit haarrBhr e n f e i n e r Oeffrrung gegofren. Es w u r d e fogleich
von e i n e r fchwarzgrauen dicken Krufte tiherzog e n , die jeden Augenblirk merklich a n Dicke zunahm.
l m Waffer reinigte ea Iich w i e d e r , unrl
dip gefchwtirzte H a u t verfchwand o h n e Gasentwic k e l u n g , i n d e m dabei vermuthlirh d a s Queckfilb e r - O x y d u l d u r c h d i e BaGs d e r Kalkerde r e d u c i r t
w u r cl e.
Das erhaltene Quecklilber verhielt f c h folgendermaken :
u ) Es flors mit Leichtigkeit, ohne Zeichen
voo eingemengten ICryCtallen. W i r k o n n e n nicht
befiimrnen, o b dies von zu geringem Gehalte a n
I(alk-BaGs herriihrte; e s j f t uns aber wahrfcheinlicb.
b) Eiren wurde davon nicht amalgamirt
c ) Auf gerothetes und feuchtes Lackmuspap i e r ftellte es mit Zirchen die Farbe w i e d e r her.
d ) I n Walfeet g%worfen, erzeugte es e i n e
Gasentwickelung, d i e allmiihlig zunahm.
Die
Luftblafen wurden rnit grofser Heftigkeit fiber die
Oberflache d e r QueckGlberkugel n a c b einern ge-
-
meinkhaftlichen Punkte gefiihrt , von wo diefelb e n , nebft fehr vielem atif eben d e r Stelle erzeugtern Gas, in einen Strahl von 3 2011 Lange, rnit
Heftigkeit bald aufwarts bald nach den Seiten
hin ausgefpritzt wurden. Wir erklzrten uns dies
als ejne elektrifche Aation zwifchen einem von
d e r Bafis'des Kallts mehr befreieten Punkte des
QueckGlbers, und dem mit d e r Kalk-BaGs mehr
gefchwiingerten iibrigen Theile d e r metallifchen
Oherflache. Denn es Iiefs Gch diefer Punkt nach
Willkiihr verriicken
wenn man einen Leiter,
z. B. einen Platindrath o d e r Eifendrath, i n das
Queckfilber brachte, da Gch dann d i e Gasentwickelung fogleich zu demfelben hin v d e t z t e u n d
ganz erltaunend zunahm.
Die Flufcgkeit, in
welcher die Gasentwickelung gefchah , wurde alkalifch, ilberzog fich i n der L n f t mit einem Kalkhlutchen und gab mit Sauerkleefaure einen Niederlchlag von fauerldeefaurern Kalke , und,, mit
Schwefelfaure gelattigt und ahgedunftet Gyps.
Es war uns alfo gegliickt, diefe Erde welche
einen lo bedeutenden T h e i l d e r fefren Maffe unferer Erdkugel ausmacht , zu zerlegen, und wir hatten aus derfelben, wiewohl i n geringer Menge,
einen metallifchen Kiirper hervorgebracht , d e r
vielleicht nie zuvor auf E d e n in metallifcher Eigenfchaft und von Sauerfioff befreiet vorhanden
gewefen war.
Da wir kaum ynfern eigenen Augen zu trauen
wagteo a fo wiederholten wir diefen Verfuch in
c
258
1
-einem kleinen verfchloffenen Apparate, und zwar
init dern niimlichen Erfolge. Beim Ausgiefsen tles
Queckfilbers wurden wir gew~alir, dafs derjerijge
T h e i l tlep Kalkerde, welcher das Queckfilber unmittelbar berilhrt h a t t e , gefchwsrzt war.
Wir
ilhersoffen ilin mit Waffer, und (la fich tlas Gefchlriirtte nicht auflolen wollte, konntan wir es
nicht f a r Kalk- Bass anfehen. I n Salzfiiure hingeSen lick es fich auflofen, und w a r alfo Queckfilb c r - Oxydtil. Zrigleich hernerkten w i r , r1af.s rlas
entwicltelte Gas einen ftarken Geruclr , einigerrnafsen nach Fifdhen, h a t t e , otler d e m GPruche ein e r fpruhenden Elpktrifirmafchine iihnclte. Wir
glaubten anfangs, diefer Gerrich kijnne rvolil von
einer Auflijfung d e r ICalk- Bafis i n Walferfioffgas
herriihren; es zeigte Gch a h e r , tlafs, als d a s Gas
d u r c h Walfer g e g a n ~ e nwar, diefes Waffer nicht
d i e geringfte Spur von ICalk enthielt; auch war
d e r Geruch bei den ubrigen Erdarten tlerfelbe.
5. Wit- wietlerholten rliefe Verfuche niit Buy,und erhielten nun ein Amalgam von trager
Fliil'figkeit, welches f c h an d e r Luft mit einer
grauen H a u t iiberzog, weiter aher keine VerSnd e r u n g erlitt. In W a f f e t gebracht, wurrfe es augenblicklich r e i n , und enthand Ideine Luftblafen,
d o c h fo felten, dafs k a u n i alle hlinuten ein Bliischen entwich. Ein Zufatz von Schwefelfaure bef c r d e r t e etwas die Entwickelung u n d das Queckfilber umzog fich dabei n s c h - u n d nach init einer
dicken Rinde Schwerfpatb; aber erfi, als ein Pla-
tindrath in die iMdfe hineingebracht worde, gewann die Gasentbindung eine g r o k e Lebhaftigk e i t , und es bilcfete fich Schwerfpath i n grofsel:
Menge. Uas QuecltGlber k a m hierbei i n Kreisbewegung, und die Gasentwickelung futir mit gleicher Heftigkeit f o r t , afo lange noch einige B a r y t BaGs i m Queckfilber zugegen w a r , dann aher horte he plotzlich auf.
D e r Baryt war alro auch zerlegt worden, und
hatte dabei einen metallartigen Kijrper gelief e r t , d e r fich von cler Bafis d e r Kalkercle d u r c h
gt-ringere Verwandtfchaft zum Sauerftoffe unt e r fc h ie d.
D i e metallifclie N a t u r des Baryts ill lteinc ganz
neue Entdeckung. ES iCt uns aiifscrft erfreuend,
hier a n die Vermuthung unfers unfierblicheq
Landsmanns, T o r b e r n B e r g r n a n's, dafs die.
Scbwerercle ein Metall fey *), erinriern zu kiiniien;
u n d an L a v o i f i e r , d e r Gch fpaterbiu tolgendermafsen .aufserte **) : ,,Es ift f e t ~ ryahrfchein,,lich, d a k die Baryterde ein Metalloxycl i f i , und
,,maglich, dals alle von u n s fogenannten Erdarten
,,nichts als Metalloxyde find, zu cleren Keduction
,,die von uns angewendeten Mittel nicht hinrei,,then." D a s rechte Mittel ift jetzt gefunden,
uncl clie hier befchriebenen Verfuche haben die
Vermuthungen unferer fcharffinnigen VorgPnger
beftitigt.
*)
Opufi. Chem. T. I V . NL 39. 4. 76.
i'lhentaire de Cliirnie, p. 174.
**I Tr&i
Noch mehr Aufmerkfamkeit verdiedt die
letzte Aeufserung des rrefflichen P e l 1 e t i e r an'
D o l o t n i e u *).
,,Als d e r ungliickliche P e l l e d
,v
,, t i e r , fagt d e r letztere ,,feinen nahe bevorfie,,henden Tod, und dafs wir einander njcht mehr
,-,rehe0 wfirden, voraus fah, fagte e r mir, d e n
,,'Tag vor v e i n e c Abreife: D o 1 o m i e u; ich bas,,be mich lange Zeit mit Unterfuchung der B a r y t
,,erde bekhaftigt, und fuhli'jetzt, dafs ich meine
,,Verfucbe rnit diefer Erdart die, trota d e r Bema,,hungen d e r Chemiker, noch fo wenig g e k a c n t
,,ift, n i c k zu Ende bringen: we'rde. Ich bin fchon
,)vollig zu d e r Ueberzeugung gelangt dafs diefe
,,Erda v o n metallifcher Natur ift, ob mich meine
,,Verfuche gleich noch nicht zur ganzlicben Redu-.
,jction derfelben gefiihrt haben; diefe wilrde m i r
,,aber ebenfalls gliicken , wenn mir die ICrank,,heit nicht zu erkennen @be, d a k ich meine Ar,,beiten nie wieder vornehmen werde. LaKen Sie
,,es aEfo bekannta wer$en was ich jetzt fage, und,,fordern Sie die Chemiker auf, die Reduction.
,,derfelben zu verfuchen ; es find dazu eigene hljt-.
,,tel erforderlichi fie wird aber obne Zweifel gem
,,lingen."
Die Ahnunp P e l l e t i e r ' s betrog jhn
nicht j e r ftarb zu friih fowohl far diefen Gegenftand, als auch far die VC'iffenfchaft fiberhaopt.
6..Naohdern uns D a v y mit d e r Analyfe d e r
feuerfefien Alkalien vorangegangen w a r , Iiefs ficb
,
,
,
,.
*) .Tournnt
XI.
pa
tie kt
112.
SociCti d e . Ptlnrwincic de Poris, h 1; Nr.
eine mit diefen Alkalien a n a l o g e . Z u f ~ m ~ e n f e t z u n g
d e r alkalilchen Erdarten fchon i m Voraus verrnuthen. Wenn man aher in dem folgenden Verfuche
die bekannten Befiand.tbeile des A rn rn Q KI i a k s
an den negaIivrn Pol zufamtnentreten und einen
Metallkorper bilden, .Geht; weon wir. erzfhlen,
w i e wir ein Metal1 unter unfern.Augen haben in
einer FlilKSkeit entftehm rehen+ d.eren Bcftarldtheile ganzlich bekannb und ihrem Ver,hii!tnifCe
nach ziemlich genau befiimrnt b n d fo..wird man
vielleicht ein .Wunder ZD 1.efemmeinen I und unfer
r e Glaubwtirdigkeit bezweifeln,
wie wir denn
anfangs felbft unfesm.Sinnen nicbt glauben wall?
ten, bis wiederholre. Und vielfiiltig. abgeiiaclerte Verfuche jeden Z w e i f d enlfernten. Hr.D a v y hatte
in der Reihe f e h e r Verfuche auch die-Grundrnifchung J e s Amrnoniaks zu befiimmen gefucht,
und als Refultat angegebeo, es enthalte 20 P.roT.
Cent Sauerfioff den verbrennlichen oefiandthejlen
bejgernifcht die wir .pus S Ch e el,e’s, und fpater
aus B’e r t h o 11 4 t’s und D a v y’s, Verfucben, jj1jod
feit geraurner Zeit :als Waflerftoff uod. S t i c k f t d f .
kennen. Da nun die Eigenfchaften. d e r feuerfefien
Alkalien deoen dea. Amrnoniaks fo Pu.fserft shn-,
]ich Gnd, fo fchlofien wjr, dafs er-tens- auch die,
metJlifche Balis, welthe wir irn.Kali u n d i m Na-;
tron gefunden haben,: aus denfelben brennbaren
Befiandtheilen 9 a19 das Ammoniak,. zufamrnengefetzt feyn moge:,und-zweitens, dais, wenn die nof w d t h d e des Ammbniaks uiter-gldiche Urnitan-;
~
-
,
d e , wie d l e * d e s X a l i , verretzt w a r d e n , fic fich zu
einem eben lolchtln metnlliIchen: Kiirper, als man
aus (!en feuerfeken Alkalien ,erhaft, verejoigen
wilrden. Diefe FolgerunSen-fpoinren u o s a n , ein e n lo wichtigeh P u n k t d e r chernilchen Tlieorie
genauec zu.u n t e r h c h e n , und wir haben unfer
R a i fo nn e me n C P6i ti g gegriin d e t gef uh d en
Da w i r .b e me rkt batten. dafs.i;ch die rnetallifche Bafis des KaIi leichter.abforitlerte, wenn die
Verwandrfchaft detfelhen zum ,QuecltGlber ilire
Aafarnmlung-bdfiiftderp IileHten w i r aunlern Verfuch folgencterrnafsen an. Wii. -ke,feftigten einen
P.a.tindrath i n .ias Ende '@i*r gl'irernen Rijhre
d u r c h Sch mel z u d g; gufJen 4 2011:-hbch (1 e fi i 1I i r t es
Queckfilbpr ilber detifelben'; fullten'cTann die Nijhr k mit k&dti'fch'em:Arrimoniik, dnd leiretenseinen
Pjatindrath v o n . d P m pofit ive n'pde der.SBule hinein.' I n dem Augenhlkke: alvdie lcette gekhlof9en ,wurde, entwi'ckeite. fiah'.Gas a m pofitiven Drat h e , und c i i e*Obe di c he des Queckfilbers gerieth
i n Betvegurig ; ohhe. alle Il.lerkrnahle eirier Gasenti&cftdung. H i e r etzte fich alfo irgend eio hrena.
b a r e r I(6rper a b , d e r m i t dernjanigen Sauerfioff
vereint gewefen' war, welcher ' f i c I ~am politiven.
Pol e Iosmochte. .&ach' einigen :Minuten begann
auch dos Queckfilbers.eine. Gasentwickelung,. es
wurtle verdickt und. bildete einen. Kegel von zshe
fliefsendem.~Amalgam, aus .welcheto d.unkeJe Ve..
getationen heruorfchoffen, die .bald den Raum
zwilchen d e m Orratbe und. dem.*ArndgamaofiiU-
.
2
-
ten.
ten.
Im Augenblicke, als fich b e i d e berillirten
tlnd Eine Leitung bildeten, wobei die Vertheilung
d e r Elelctrici1it i n dpr Flirffigkeit aufhocte, oxy-
dirte firh die neuentfiandene Marerie tinter h e f t i gem 2 i f r h e n , bis heide w i e d e r z u e i n e r folchen
Entferoung gelangt w a r e n , dafs dadurch die LIitung irnterhrochen wurde.
Ganz d a s namliche
traf e i n , als einer von d e n Driithen, welche i n
d i e Hijhre hinein gingen, aufser Verbinclung m i t
den1 Pole d e r Sauld gefetzt wurde. D e r mit ({em
Queckfilher amolgamirte Kijrper fchien folglich
feint: Exifienz nicht '1Priger behaupten zu kijnnen,
als fo tange e r d'urch d e n Einflufs d e r negativen
Elektricitfit gefchiitzt war. L a n g e Zeit wollte e s
uns nicht gelingen, das Amalgam, mit Erhaltung
diefes wahrfcheinlicIi mefallirchen Korpers , a u s
d e r Kette d e r S5ule herauszunehrnen; im Augenblicke der Unterbrccfiung d e r Kerte oxydirte fich
das Amalgam nnter d e r heftigflen Entwickelung von
U'afferi'toffgas, fo ,dafs, w e n n wir die alkalifche
FlolGgkeit hatten abfliefsen laflen, mehrentheils
niclits als reines Quecklilber tibrig blieb; und fo
o f t w i r a u f Lofrhpapier jede ankleberrtle alkalifche
Flolfigkeit hinwcgzunehmen verfucliten , verdunfiete die verhrennende Bafis fo vollftandig, d a b ,
w e n o das Querkf~lher i n Warfer gebracht wurde,
nichts mehr ilbrig w a r , was ein Oxydiren zu erk e n n e n gab. Eilten wir fehr beim Abgiefsen, und
unterliersen das A h t r o c k n e n tler Kugel, fo entAnmL d. PhyGk. B.36. St.3. J. 18x0. SC. H.
s
ftand, wenn lie i n reines Waffer geworfeo wurde,
ein h eftjges uod gefchw i n d es Zi fch en.
Wir verfuchten an d e r R o b r e eine Vorrichtung anzubringen, .urn w i h r e n d des Verluchs dac
Amalgam, von Ammoniak befreit, abzapfen zu
kiinnen, o h n e deflen Cemeinfchaft mit d e r Batter i e ZLI unterbreclien uod die elektrilche Vertheil u n g aufzuheben, clarnit die Verwandtfcbaft deffelben zum Sauerfioffe uhwirkfam blfebe; es wollt e a b e r nicht rnehr fliefsen. W i r zogen dann hoher a n der Rahre einen zapfenartigen Anfatz aus,
urn wiihrencl des Verfuchs das Ammoniak abzap f e n und das Amalgam rnit reinem Waifer fo lange abfpiilen zu kijnnen, bjs g a r kein Ammoniak
m e h r iibrig ware; allein, lo wie dss Arnrnonialr
hinweggefiihrt und durch reines Wafler erfetzt
w u r d e , verringerte fich auch die Capacitiit der
Flilffigkeit fiir elektrifche Vertheilung , u n d bei
d e r n nunmehr gefchw5chten Einflufle d e r negativen
Elektricitzt auf daffelbe oxydirte ficli das Amal$am wie vorher.
Wir veranderten alfo d i e Varrichtuag, und
brachten das QueckGlber in eine offene Tchale,
ganz wie oben bei dem Kali. Daclurch erfangten
wir, dals w i r das hervorfpriefsehde Metall i n das
Queckfilber turtickbringen und foolchergeltalt Ietzteres nach uncl m c h init d e m vermutlieten Metallkijrper Attigen konnten. Das QueckGlber fchwoll
allmiblig a n , wPhrerid wir die Vegetation zwiichen dernfelben und dem pofitiven Platindrathe
nach und nach i n das Queckfilber zurikkbrachten. Es hatte nach.Ver1auf von 6 Stuntlen fein
Vermijgen , zu fliefsen , gfinzlich verlohren , h a tte
ei n 6 Mahl grofseresVolumen gewonnen und glich
einem gefsttigten Platin - Amalgam von fclileimig e r Confiftenz. W i r hoben jetzt init einem glafernen Loffel einen T h e i l diefer Maife auf, trockneten ihn gefchwind auf Liifchpnpier, wobei d ie
Marre jecloch m eh r dilnnfliekencl, und von d e r
anklebenden Fliiffilgkeit unter ftarkein Zifchen,
und zuweilen u n t e r Erhitzung bis zum Dampfen,
zertheilt wurcle.
u ) Etwas von diefeni Amalgam, das auf
Liifclipapier gut getrocknet worden u n d noch v o n
iolcher Conliftenz war, dais eioe MaKe VOII 2
Gramrnes fich kugelformig flirfsend erhielt, wurde
jn reines Waffer geworfen. Es verurfachte d a rin
eine fiarke Entwickelung von Wafferftoffgas, u n a
fank nach einigen Miniiten zu einern 4 MahI klein e r n Volurnen zufammen, wobei das ,Queckfilber,
wie gewijhnlich, fliefsend wurde.
Das Vi7aifer
r e ag i rt e f c h wa ch a 1k a1i fch S31pet e r fa u r os Q ti ecks l b e r OxyduI wurde davon , wie gew6hnlich
v o n .rerdiinntem Ammoniak , niit dunkelgelbbraun e r Fa r h e n ied e r g e fchl a ge n
6 ) Ein ahnliches, auf Lijfchpapier vijllig getrocknetes Kiigelchen, wurde a n einen tro c k e n e n
Ort i n offener LuFt hingefiellt. Eine Weile herDach hatte es an V o h m e n abgenornmen, und fich
mit einer dilnnen Lage y o n kohlenfaurem Ammo.
-
.
.
S O
niak bekleidet, w q m i t auch das Was iiber und
urn daCCelbe dfinn belegt war.
Koch eio anderer T h e i l d e s Amalgam$
w u r d e durch Iioclien in einem kleinen glafernen
Kolbeii verfliichtigt. Es blieh eine lufserfi gering e Spur von I’latin iilirig welche tvahrfcheinlich
davon herzuleiten w a r , dars fich wiihrend des
Verfuchs ein wenig Platin in d e m Alkali aufgeloret
und nacliher reducirt hatte.
d ) Mit d e r Zunge berilhrt, g a b d3s t r o c k n e
Amalgam einen hrennenclen , alkslifchen, jetloch
w e n i g e r fcharfen Gefchmack, als das Amalgam
tier Kali - I4dfi.s.
7. Dierer V e r h c h liefs verCchiedene Zweifel
a n einer Metallbildung atis den Beliancitheilen des
Ammoniaks 2 0 .
W i r glaubten, diere konnten,
wenigftens zum T h e i l , von d e m aufgelofeten Atom
PlJtin verurfacht worden fi yn, .uod wiederholten
d a h e r den Verluch mit einern Eirentlrathe, als poiitivern Polardrathe; d e n n wir wufsten 3 u s Hlteren
Yerfuchen, dafs Gch tier Eifendrath hierbei g a p
niclit o x y d i r t u n d iich im Ammoniak nicht auflijret. Allein d e r Erfolg w a r auch ganz derfelbe
c)
als
ZUVO~.
D a bei den Verfuchen, das Ammoniak zu zerlegen,welche von dem einen von u n s vor m e h r c r n
Jahren m i t vieler Genauigkeit angefiellr w o r d e n war e n , Gch k e i n Merkteichen irgend einer Erzaugung
oon etwas Metallikhem ergehen hatte fo wiederhglten wir den Veriuch ohne Queckhlber, und faa-
d e n , d a k dann das Ammoniak, wie gewiihnlich, am
pofitiven h a t h e s t i c k g a s , a m negariven a b e r War;
ferfioffgas abfonderte.
Die Verwandtfchaft cles
Qaecltfilbers zu d e m neugehlldeten Matallkijrper
w u r d e alro wefentlich e r f o r d e r t , urn.die Beftandtheile deffelben. zidammeo zu..baiten, o d e r w e nigfiens, urn d e n Anfang d c r Abfeetzung diefes
BIetallltcjrpers. eintuleiteo.
S. Wir n a h m e n n u n einen a n fciner Spitze
imnlgamirten Eifendrath *), fchabten das tiberj
fllllfige Queckfilber h j n w e g , und wiederhOlten init
jhrn d e n Verf?cli clergelialt, ilafs wir d i e amalgamirte EifcndratliTptze als negativen D r a r h Sebrauchten.
Uas Arninoniak. Metall [weiin m a n
uns diefen A u d r u c k erlaubt) fing fogleich a n , ejn
grofses d i i n k r l gefzrbtes Gezweige zu bil;len, welo
cries Gch fehr I'chnell, a b e r nul; bis a v f eincp gewilfen G r a d, e r z e u s t e I indem vestnuthlich d a s
Ouecklilher
nicIit w e i t e r hinreichte a d i e Beftand.theile delfelben zufammen zu halten; und bej Iang e t fortgefetttern Verruche v e r m e h r t e fich die
I\Ienge g a r nicht, M'enn man d e n D r a t h aus d e r
FlalfiSlceit h o b , folgte auch das Amnioniak-Me.
tall n a c h ; e s w u r d d a b e r d a n n lo gefchwind auF:
I(ofien d e r anklebenden Feuchtigkeit, und z w a r
*)
Einen folchen erhalr man leicht,lwpnn m j n den Eifendrath in em Amalgam von K d l i - b l i q t a w h t . u u d letrtere
in wdlFPrauflijler; die Obqrflb'che des Ejfenr i l c ddon mit
e in e r Quecldilberhaut aberrogen die hch jedoch lei&&
hinwegnebmea Kist..
B,
unter heftigem Zifchen uod unter Eatwickelung
von Ammoniak und kvalferfioffgas, zerftijrt , dafs
die eiligllen Vcrl'uche, es zu trocknen durchaus
vergebens waren. Wurde es innerhalb d e r FliifSgkeit losgemacbt, fo h o b e s fich a n die Oberfla;
che derfelben hinauf, fcchrnelzte bei Berithrung der
L o f t , verbrannte mit Entwickelung von Wafferftoffgas, und liefs ein Atom Queckfilber iihrigr
Auch durch diefen Verfuch wird e s , wie d u r c h
den vorigen, wahrfcheinlich, dals jener Metall*.
k o r p e r ohne 82itritt einer Seringen Portion Queckiiltzr fchwerlich exiRiren kann. Diefei milrste
fiih mittelfi einer noch kriiftigern Eatterie, als
wir anzuwenden Gelegenheit hatten, oiine Zweifel
erforfchen laffen.
D e r v e r h c h gelingt iibrigens
fo leicht, und das Amrnoniak- hletall erzeugt
iich, felbfi wenn die Saule nur fchwach i i t , fo geTchwind und in folcher M e n g e , dals Gch d e r wahr e Zofammenhang d e r Erfcheioung gar nicht in
Zwejfel ziehen Illst.
Es ift alfo durch unlere Verfuuche ausgem a c h t , dafs zwei K6rper, die an fich irnmer gasfijrmig find, d e r StickRoff uncl d e r Wafferfioff,
iich durch den Einflufs der negativen Elektricitit
vereinigen laffen, und in diefer bisher unbekannt e n Vereinigung eioen K6rper hervorbringen, d e c
die Ejgenfchaft mit den Metallen gemein hat, Gcb
mit Queckfilher i n ein Amalgam zu verwandeh,
und fchon in geringer Menge diefem Netalle die
flufIige Geftalt zu benehmen, ohne jedoch d e n
,
metallifchen Charakter auszulgfchen ; d e r ferner
2ur IG-yftallifation gefchickt ift, und i n feinen k r p
fiallifchen Vegetationen metallifchen Glanz zeigt;
kurz, d e r fich mehr d e r Katur eines Metalk,
als d e r irgend eines andern Kijrpers, nhtiert.
W i r zweifeln zwar nicht , d a k diefes Metall,
wenn es eininahl gebildet ift, fich auch ohne d e n
Einflufs d e r negativen Elektricitat i n einer Luftart
erhalten k c o n e , die weder Sauerftoff noch Waffer enthslt; uns aber ik es keineswegs gelungen,
diefes Metall i n einjgermafsen bedeutender Menge
aufzuheben u n d zu trocknen, da ey fich immer mlt
Gewalt zum A m m o n i a k auf Unkoften d e r geringen
Feuchtigkei t oxydirte, welche bei clem Herausheben
deffelben aus d e m Verfuche zwifchen den Iiryfial]em klebte. Es hat nicht, \vie daS-:Kali Metalf,
o d e r wenigfiens nur i n fehr geringem G i a d e , -die
E i g e n k h a f t , Elfen hnd Platin 2u amalgamiren.
Durch die Entd'eckung d e r Analogie des
Amrnoniaks. mib- den Metallen whcl, wie uns
dankt, die Entdeekung d e r metalirkhen Narur cler
feuerfeken Alkalien fehr vervollkommnet. Denn
es ift nun erwiefen, dafs die ganze Klsffe d e r
Bafen, die Afltelien namlich , die Erclarted
und die lLIetalloxyde fiirnrntlich zufarnrnengefetzte
Kurper find, und dafs fie aus Sauerftoff Unc! ein'em
andern Stoffe beftehen, der fich durch einen metallifchen Cliarakter auszeichnet, d e r aber iibrigens, v 0 n feh r vet fchi e d e n ern eig en t h ii rn I i ch e n
-
-
Gswichte ifi, yon dem Platin an :bis zum AmmcL,
c
270
3
n i a k - M e t a l l , w e l c h e s v a n allen gewifs das leichfiefte ift.
D a r a u s a b e r , dafs d i e metallifclie
Bafis d e s A m r n o n i a k s z u h m t n e n g e r e t z t i l l , folgt,
d a f s a u c h die ganze R e i h e voo K i i r p e r n , (lie rnit
cterielhen von ;ihnlicher K a t u r find, das h e i l s t , d i e
Bafen rfer A l k a l i e n , E r d e n upd hJetalloxytle, zub
farnmengefetzt feyn und m i t ihr gleichartiga Ueftantlt!ieile h a b e n milKen.
Aus diefem Gefichtsp u n k t e a n g e , k h e n , ift die Entd.e-ckang D a v y's
voti weit griirserm EinfluIIe a u f d i e E r w e i t e r i i n g
der chernifchen T h e o r i e , als w e n n fie u n s tlie
~ a h r e Z u I ~ m l n e n T e t z u nder
g Alkalien gelehrt u n d
d i e e i n h c h e r n E l e q e n t e tlerfelben a n g e g e b e n hiitt e , u h n e d i e PXCgljchkeit e i n e r V e r b i n d u n g i h r e r
b r e n n b a r e n G r u n d f i o f f e zu e i n e m M e t a l l k ~ r p e r
zu zeigen. Qie Z e r l e g w g des A r s r n o n j a k s i n d e n
a b e n befchriebenen Verfuohen offnet jetzt eine,
f r e i l i c h noch dunkle ond befcbriinkte,Ausficht auf
ein Feld Jei. Chemie, auf w e l c h e s d i e Forfclier
&r vwigen, J a h r h u n d e r t e vie1 w r g e b l i c h e R.lUhe
v e r w e n d d t h a b e n , indem G.a ihre: Z e i t bei d e r
trilglichen H o f f n u n g . v e r l o h r ~ n, enctlich einmalll
i n i h r e n Verfuchen tlas Golcl a u s w o h l f e i l e r e n Bel i a n d t h e i l e n Szufammengefetzt zu relien. Und folJ.
ten' u n s a u c h die n e u e n E n t d e r k u n g e n diefern fo
geraume-Zejit v e q e h e n s n a c h g e f i r e b t e n Z i e l e njcht
n i i h e r bringen, fo hellen fie ilo'ch u n f e r e Einficht
a u f , u n d machen uns dia M u g l i c h k e i t tIer Z e r l e gung der ItletaHe gewirfermarsen begreiflich. Ms.
ge man uns diefes beinahe alchamjftifche RaiIoa.
-
n e m e n t verzeihen. Schon bei Jern erfien Lichte,
das die aoripillogiftirche T h e o r i g uns g a b , Pufset,
ten Cherniker d i e A h n u n g , dafs w i r tlereink d i e
ILlifcliung des GolJes entdecken .und eine vorthrilliafte Rlethode erfirirlen wiirtlen, Gold aus
ieinen Befiandthoilen zufnrnmeo zu fetzen.
ct
W e n n w i r indeli gleich die wabre MiJiFchunp
tier Alkalien und vielleiclit auch d e r Erden anj e t z t kennen gelernt haben, fo iltehen w i r dbch,
w a s die entfernteren Bpliandtheile derlelhen bet r i f f t , noch bei dern niimlichen Puckt'e, als vor
d e r merkwiircligen Entcleckung des beriihmten
englifchen Chernilcers u n d es ifi nocti Z L I unterfuclien i l b r i g , ails welchen einfachen Stoffen diefe
Kijrper in cler todten und i n d e r Iehenden Nat a r hervorgebraclit werden.
Denn die metal1irche Uafis tferfelben if?, als hJetall, ein blofses
Produkt unlerer"Verfucho, n n d kann auf d e m
Erdbotlen , w o Dberall Waffer untl Luft ift , nicht
zu finden feyn, & & - K e n n t n l f . ' d k r fiiltur-&eTer
einfacheren Stoffe , welche a l i r der Zerlegung d e s
Amrnoniaks hervorgeht, wircl tins aber i n d e n
Unterfuchungen dieres Gegenfiandes dreifier u n d
g e w i k auch gliicklicher maclien, als wir bishei
geweren find.
9. Bei allen 'diefen Verfuchen war noch e i n e
Frage 2 u beanlwtorten; ob namlich d e r SauerfiofF,
der jn h e n erhalten wurde, uch auch wirklich
aus d e n A l k a l ~ ~ entwickele
n
; hefonders fchien
diefe Frage bei d e r Zerlegung des Ammoniaks von
g r o k e m Gewichie zu leyn.
CVir verlnderten d a h e r den Verrucli folsendermafsen: C V i F blieren a u s dtinnem Glare eine
k l e i n e H e t o t t e , welcbe i f Cuhikzoll fafste, u n d
m i t eincm fehr fchmalen u n d ztim Auffangen des
GAS, cvie gewijhnljch , geltriimmten H d e verfehen
war. In den Boden cler R e t o r t e wurde ein Plat j n d r a t h vor ller Lamp" fo eingerchmelzt, dais c r
Zoll in die Retorte hineinreichte, und a u f d i e
a i m l i c h e WCiTe w u r d e e i n . a n d e r e r fp,iralfiirmig
gewundener D r a t h i n die Wiilhung der R e t o r t e
ejngeblafen, 10 dafs die Spitzen beider Drzthe f
2
011 von einander entfernt waren. Die Retorte
-,
wurde d,urch Ecwarmung, erfi mit fo vielem Queckfilber , als zur Bedeckung d e s Platindraths a m Bod e n derfelben erforderlich w a r , u n d dann rnit
r e i n e m .kaufiifchen A n m o n i a k angefullt , worauf
das QueckUh-er rnit . d e m Degativen, .und d e r 1'Jat i n d r a t h der,Wblbung mit d e m pofitiven Pole d e r
Ssple in leitende Verbindung gebracht wurtlen.
D i e Zerlegungs -PhPnomene ftellten fich foglejcb
auf gewohnliche F V d e e i n , u n d das QueckGlber
nalirn dergefiaft an Urnfang Z u , dafs irnrnerfort
e i n grofser Tlieil d e r Fliiffigkeit zugleich m i t d e m
Gas aus d e r R e t o r t e heraus gefirhrt wurcle. Wir
fammelten die fich entwickelnden Gasarten u b e r
Quekltfilber i n e k e gliireerne R 6 h r e , deren oberes
E n d e eina kleine h g e l bildete und mit zwei Pla-
5
E
973
1
-
tindrathen, wie beim ge\vi)hdichen Wafferfioffgas
Eudiometer, verfehen war. So bald fich das Gas
i n lo grdfser Menge arlgefamrnelf hatte , dafs das
Q u e ck fi 1he r u n t e r d e n Plat i nd r I
t h' h e ra bge fu n k e n
war, filhrten wir bald fta'rkere, bald fcbw5cheie
elektrifche Schlzge dutch das Gas; es zeigte ficli
aber nicht die kleinfie Spur von Verbrenoen, u n d
d e r Urnfang des Gas wurde nicht im miindefied
verandert. Wurde aber ein wenig Sauerfr'offgas
hinein- geleitet , fo detonirte fogleich, die Gasrnifchung; ein Beweis, dafs darin Wafferftoff'gas enthalten war. Bei diefem Verfuche hatm alfo das
Arnmoniak die na'rnlichen gasfarmigen Produkte
geliefert; welche es giebt, wenn es mittelft d e r
elektrifchen Saule o h n e Metallbildung terlegt wird.
W i r erneuerten den Verhch i n feht verfcliiedenen
Perioden d e r VWirkfamkeit der Batterie; immer
blieb das Refultat dareelhe, und nur die Quantitat
d e r neugebildeten Stoffe machte. eihen- Unterfchied.
Wir waren zuvor d e r Meinung gewefen, die
Zerlegung des Ammonizks durch die elektrilchd
S5ule beruhe auf d e r , fo zu fagen, pofitiven PoIad
rjtzt des Stickfioffs, jn Beziehung auf den Wafferfioff, wie es auch unfere friihern V e r h c h e ilber
diefen Gegenfiand hatten vermuthen lafen *)
1'
Afhandh%gnr i FyJk, Kemi och Minrrologi. utgyne aJ
H i l i n g e r och B e r z e l i t i s , Th. I. S. 31. B.; unddaraus iiberIettt iu diden Annnlen,- J. Ifjot. St. 11. ode?
G i l b 8.r t.
B. 27. S. 269 L, inrbelonderc S. 297.
a e r -jetzip- Vcrfucb ilherzeugth u n s gerade v o q
Gegentheile, w d b e w i e s , dafs die Leichtigkeit\
m i t der das Arnmooiak durqh diq elektritctie Sdcle
aerlegt w i r d , nur yon d e r Ver.hrennlicliltelt den
Waffdtoffgds Iierruhrt, i i n J d a r s gewclinlich n t r c
flag Wilffw durch- d i O EIekrjoit-iifi .in tyaflkrftoff
bnr( Sauerfioff zertheilt wird.
Wetm aber d e r
Saoerfioff drs WaTfers, 6 s ddrch-die-Vertheilnng
d e r Eirktaicit3t wrlegt wird, :an dern. pofitiven
l'v1Ietallclrathe Ammoniak antrifft, ftellt Iirh hier
d3.5 IYaffer J U T Unkofieh des Wafferfioffs qus dein
Ammoniak:.w5eder h e r , mod d e r Erfoig den Zer.
l e g u n g wird nun a n dem A d m a n i a k bemerklich.
Diefes biitcen wir k h o n uorher. einfeherr ioilen j
o f t aber gelangt man nor auf weiten Urnwegen zu
d e n einfa a h Ft e B Ula& bei ten ,
Bei deo'Zhlcgung des Rmmoniaks i n dern
~ o r i g a a a ~ Y e r h c hwar
a
dec Hergang, wie, fish aus
d&:'Anpfiiirteri
ergiebt, folgeoder.
Soivohl
auf das Wailor als a u f das Ammoniak w i r k t e did
Vertheilyug (Iet.ELt,ktririrSt; i m e.rfien Augenbli&e abcr; als die %uIe am krlftigqen wirkte,
yJul;de n u r . das A m m o n i a k t c r l e g . Dvr Waffer,
fioff und Sticbftoff d e f f d b e n falnrnelten Gch als
&letall irn Queckhlber an, Dhae dars lich eine Spur
yon Wallerfioffgas.daraus enkwickelte ; d e r Sauerftoff des Ammonialcs dagegen, der Gch an dern
pofiriven Drathe dhfondern lollte, verbrannte den
Wafki-fto@ des dafelbft befintllichen Ammonialts,
und der zuwr mit jeoem vereioigte Stickftoff ent8
With i n G a s f o r m
A l l m a h l i ~fing a u c h das Waf:
4er an zerfetzt zu w e r d e n , d a s Amalgam gab Wac
.ierftaFfgas, d e r poGtive D r a t h e i n e Jarnit in VerKiltnifs fiehende M e n g e v o n S t i c k g a s , u n d b e i d e
G a s a r t e n k o n n t e n folglich k e i n Sauerftoffgas e n t halt en.
G e l a n g es uns gleicli n i c h t a u f diefe Weire,
d e n Beweis zu f i l h r e n , d d s d a s A i n m o n i a k S a u e r fioff enthiilt, To h o f f t e n w i r d o c h auf einen l o l c h e n
B e w e i s d u r c h Z e r l e g u n g d e s i n d e t R e t o r t e entfiand e n e n A m a l g a m s z u Itommen. Wir wechCel,ten ctaher, e h e wir die L e i t u n g u n t e r h r a c h e n , d e n Gasa p p a r a t , urn &as Waiferfioffgas , w e l c h e s Iich
w a h r e n d d e r O x y d a t i o n d e s Ainmbnialc- M e t a l l s
b i l d e n witrde , anzufamrneln. Zu u n l e r e r gcofsen
Verwumderung fantlen w i r aber., dais d e r U m f a n g
d e s m i t heftigem 2iCchen.iich e n t w i e k e l n d e n G a s
n i c h t vallig z u r e i c h t e , d e n j e d e n A u g e n b l i r k ab:
n e h r n e n d e n U r n f a n s ttes Amalgams zu erfetzen,
fo dafs n i c h t n u r g a r k e i n G a s in d e n G a s a p p a r a t
u b e r g i n g , f o n d e r n f o g a r Queckfilbar aus diefern
i n d i e R e t o r t e zuriicktrat. Diefer Umftand l e h r t ,
dafs d a s A r n r n o n i a k - M e t a l l , falls es f a r fich felbfi
e x i f t i r e n k a n n , i e h r volurnincs und leicht f e y n
mufs, u n d dars e s fchwerlich e i n e b e d e u t e n d e
M e n g e Sauerftoff i n fich a u f n i m m t ; d e n n es n a h m
d e r zur V e r w a n d l u n g d e l i e l h e n in Alkali erford e r l i c h e Sauerftoff, i n Gasform, n i c h t m e h r als d i e
Hilfte d e s Raums d e s j e t z t i n d e r R e t o r t e erhaltenen Wafferfioffgas ein.
la. Es blieb n u n , urn unfern BBwejs zu fiihr e n , nichts d b r j g , als einen pofiliven Leitcr ausZufuclien., d e r Gcli leicliter a l s d e r Wa1’l;lrfiofT oxydirte. Kahrnen wir aber Eifendrath, fo zeigte
iich daffelbe Phiinomen, \vie bei d em Platin; und
gebrauchten wir Silber oder ICupfer, die irn Ammoniak aufldslich find, fo wurcle d e r Verfuch
durch den I’vletallgehalt d e r FluGgkejt unzuverliif-
fig.
Wir kriirnmten d ah er eine glSCerne Kbhre in
Form eioes Hebers, u n d zosen die Spitze d e r
Biegung in ein feines Rijhrclien aus. Den H e b e r
ftetellten wit mit d e r Biegung nach o b e n , f d l t e n
die beiden Schenkel zu ij rnit Queckfilber, verfchloffen fie mit I<ocIcfiiipfeln, durcli w &lie PlatincIrPthe i n das Queclc5lber hinauF ginsen , goffen dann den ohern Theil d e r gebogciien R 6 h r e
mit Ammoniak roll, ‘und fetzten die Platindriithe
mi t den Polen d e r SHule in Verbindung.
Das
Queckfilber an der pofitiven Seite verdunke!te Ech
iogleich; an d er negativen wurtle es gliinzend.
Es fiieg auch allm5hlig, oline Casentwickelung, in
die Hijhe; das Ammoniak begab ficl: durch d i e
feine Hijhre d e r Biegung heraus, u n d d a s Queckfilber an d e r politiven Seite bedeckte Pic11 m i t einer an Dicke i r n m e r zunehmenden Lage von
Quecldilber Oxydul: A k diefes einige Zeit l a n g
fo r t s s da ue r t h a t t e , fing die negative Seite.on , geringe Spuren von ~Vafferfioffgaszu g eb e n , worauf wir de n Verfuch unterbrachen.
Die angefchwollene Queckfilberfaule in dern negativen
-
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Sclienkel fie1 ,nun allrnLlilig wietler zuhmmen,
unc1 dabei entwickelte fich etwas Gas.
Es war
u n s plTo in diefern Verfuclie geluogen, das Ammon i a k o h n e Gasentwickelung i n Me.ta11 und Sauerfioff zu zerlegen, untf wir hatten die Ueberzeug u n g erlangt, dafs das Amrnonialc rnit den hletalloxyden einigermaken von glejcher X a t u r ift.
I 1. Da dern Ammoniak d e r verbrennlichere
Beftandtheil, d e r tvafl'erftoff, am pofitiven Drat h e To leicht entzosen w i r d , und dann tler wenig e r verhrennliche Stickftoff frei w i r d , fo entrtand
die F r a g e , o b diefees nichtlauch bei den feuerfei t e n Alkalien u n d bei d e n E d e n d e r Fall fey,
u n d o b fich i h r e GrundrnifchunS a u f diefe A r t
nicht leichter e r k e n n e n l a h n mochte. U m (Ijefes
!zu p r a f e n ) brachten wir etwas Stzendes, mit LVaffer befeuchtetes Rali in einen Apparat, d e r Clem
d e s neunten f i r f u c h s glich, n u r dJTs jetLt d i e
O e f f n u n g in d e r Wijlbung d e r Retorte grijker war,
urn das ICali hineinbringen ZLI k o n n e n , und mit
einem ICorkfiapTel rerfchloffen wurrfe , durch wel&en d e r Platindrath hinab ging. D a s Gas w u r d e
i n d e m nSnilichen A p p a r a t e , wie bei dem Amm o n i a k , aufgefangen , und jedes Malil, nach geh iir i g e r A n fa m ml u n g mi t t el fi ei n es e le k t ri Tch e n
F u n k e n s verbrannt.
Es exploifirte heftig und
)jefs nach jedem Verbrennen eine Portion L u f t
abrig. Als diefe fich i n hinreichender Menge angefammeIt h a t t e , unterfuchten wir fie rnit Phosphor, rnit Schwefelleber und mit Salpetergas. Sie
,
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27s
3
wurtle t o n allen dreien vetfch?uckti cloch hlieb
ein gericger Kilrkftdnd, cvejchen ivir. eingetnifcht e r atmoiph3rilcher L u f t zufchriehen, die bei die.
fern Verfuche nicht TO g e n a u , als hei cler Zerleb
guiig d e s ; Amtnoniaks, ahzuhalten war. Als w i r
d e n Verfuch mit Knlkerde wiederholten, w a r cIer
Erfolg eben derfelle.
Diefer Verfuch nun beweifet, clafs, wenn
nlan die feuerfeften Alkalien i n Verbindung piit
Walfer zerlegt, die Gasarten, welche erzeust werd e n , aus tlem Sauerrtoffe u n J tlem Lvafferfioffe
des Waffers plus dem Sauerlloffe tles Alkali befiel i e n , d e r nach Clem Verbrennen jener irbrig bleibt *
I
u n d diefe Andeutung d e r Verfcliiedenheit j h r e r
Mifchung ift von grijfstem Gewichte, d e n n e s wird
d a d u r c h erwiefen , dafs d e r Wafferfioff i h r hcrrfchender Befiandtheil nicht ift, cia e r an d e r pofitiven Seite wahrfcheinlich durch d i e grofsere VerIvandtfchaft zu reiclilicheren und weniger brennbaren Beftandtheilen gegen die Verbrennung gefchiitzt wird. Es rnachte jedocli c!ie Wirkfamkeit
e j n e r ftsrkern Batterie diefe Affitiitat vielleicht befiegen, u n d a n dern pofitiven Drathe d u r c h Verb r e n n u n g des Walferftoffs den o d e r diejenigen
Stoffe abfondern kijnnen, d i e auch in die Mifchung des Alkali eingehen, gatiz wie wir es
beim Atnmoniak hahen erfolgen lehen; unglilcklicherweife a b e r ift diefe interelfante Unterfuchung
nicht in unlerm Vermogen.
1 2
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"79 3
12, Als wir verfuchteo , die eigentlichen Erd m eben To wie die alkalifchen Erden zu zerle-
g e n , blieben unrere Verfuche ohne Erfolg. W i r
hahen Thonerdc, rcterprde und Kirfilprde d e r
Prilfung unterworfen, o h n e iedoch irgend eine
Spur von Zerlegung, wahrzunehmen , felbft nicht,
w e n n wir die eben gefbllte und gut ausgelaugte
E r t l e mit ein wenig S3ure anrirhrten, welche ein e n T h e i l derrelben auflofen und lie datlurch i n
d e n Wirkungskreis d e r Batterie hineinfuhrcn
konnte.
Uageachtet diefes Mifsgelingens hoffen
wir aber doch n o c h , irgend einen Wey zu entd e c k e n , aach diefe Erden i n einen metallifchen
K b r p e r und in Sauerftoff zu zerlegen; denn d i e
A n a 1ogi e n,a c h t rl i e fes Pu fse rft w a h r fc I1 ei n I i c h.
Es fcliei nt d ipfzs E'ehI fch Jagen h a up t faclil ic h von
der gsnzlichen UnauflBdichkeit d e r E d e n im
Waffer und davon herzurfihren, dafs lie irn nicht
gebrannten Zufiande. des Waffers merhanifch fo
vie1 eingemengt enthalten, dafs Gch die Kraft d e r
Batterie d u r c h die Zerlegung tlelfelben ganzlich
G r f ~ ah
pft
.
13. Da die Leichtigkeit, womit d3s
Ammo-
niak- Metal1 i n k i n e Beliandtheile zerlegt wird,
uns hoffen liefs, durch Verbindung deffelben mit
andern Metallen d i e Zofarnmcnfettung d e r letzt e r n veriindern zu k b n n e n , fetzten wir Ammo.
niak Kupfer, tlas wir ein wenig mit Waffzr befeuchtct liatten, tler Einwirltung d er S i d e aus.
Aaoal.d.Phyfik. 8.36. St. 3. J. ISiO. St.11.
T
-
Wir erhielten dadurch wirklicli ein Amalgam aus
Kupfer untl aus Amrnoniak: h'letall mit Queckhlb e r ; allein das Ammoniak-Metal1 oxydirte fich
in der Luft fchoell wieiler zu Ammoniak, und
nach Verfliichtigung des Quecklilbers blieb nur
unverhdertes Kupfer ubrig, lo dafs dieler Verruth unfere vielleicht zu gewagte Vermuthung
nicht beftiitigte. Diefes loll UDS indefs nicht abhalten, den Gegenftaud von mehrern Seiten zu
unterluchcn *).
*) hfc.IJnvergl. oben S. sc).
GilLert.
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