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Elektrische Erscheinungen whrend des Nordlichts vom 28. zum 29. August 1859

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bestimint, nicht aber ihrc Dauer. Wenn diese Zahl nun bei
wachseiidem Widerstande stets abnirnmt, so wird schliefslich
nur uoch ein einziges Stroinmaximuin iibrig bleiben und die
oscillirende Elitladung hierwit ihrc Granze erreichen. Der
dazu nsthige Widerstand, uiiter den von inir dargebotenen
Verhaltnissen einer Flussigkeitssaule von etwa 100 bis 150
J a c o b i'schen Widerstandseinheiten, verwittelt d a m den
Uebergang in die continuirliche Entladung, wie ich sie schon
schon a. a. 0.beschrieben habe.
XI. Elektrische Erscheinungrn wahreizil
lichts
corn
des
Nod
28. z u m 29. 14ugust 1839.
N a c h d e m H j o r t e r ( 1741) die uugewiihnliche Bewcgn~g
der maguetischen l)ecIinationsnadel bei einein Nordlichte
beobachtet, und C a n t o n ( 1799) die wahrend eines Nordliclrts aus der Luft gesammelte Elebtricitat diesem Mcteore
zugeschrieben Iialte, b i d zur PIufuiig beider Angabeu viele
Bcobachtuugen angestellt worden. Der Inaguetische Eiuflufs des Nordlichts ist durch die ubereiustiiniuenden Kesultate alter Ueobachtungeii langst begriindet wordeu, der
elektrische Einflufs ist cs so wenig, dafs er bis heut mit
griil'serem Kechte geleugnet nls nngeuommen werden konute.
Bei deiii in der Nacht voin 28. zuin 29. August 1859 in
lnittleren Breiten geseheueu Nordlichte sind auf deu Telegraphenliuien Erscheinungen beinerkt wordeu, welche Hoffnung geben, dem Grunde des riithselhaften Meteors auf
die Spur zu kowinen.. Es sind niiiillich wahreud des Nordlichts uud iiach demselben starke elektrische StrBme, iiber
grofse Landerstrecken verbreitet, starker urid anbalteuder,
als wahrend eines Gewitters, a n &ern Orte sogar elektrische Funken in den Drahtleiiuugen beobaclitet worden.
Wieviel von dicseii Erscheinuigen dew Nordlichte, wieviel
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der davon unabhlngigen atmospharischen Elektricitat zuzuschreiben ist , kbunen erst spatere Beobachtungen ausmachen; jedenfalls erscbeiiit es niitzlich, die Aufmerksalnkeit
der Physiker auf diese Erscheinungeii zu lenken.
E r II c h e i n u n ge o aiif f r a o E 68 18 ch e n T e 1egr a p h e n l i o i en.
(Zwei Briefe von Bm. B e r g o n Compr. rend. T.49, p. 365.)
Paris den I . September 1859.
Mit Interesse, glaube ich, mird die Akademie vernehmen,
welchen Einflufs das in der Nacht vom 28. auf den 29. Aug.
d. J. beobachtete Nordlicht auf unsere Telegraphenlinien
ausgeiibt bat. Der Vorgang war in Kurzern folgender.
Am 29. (sol1 wohl heifsen 28.) gegen lO"30' Abeiids
setzten sich im Controlbureau zu Paris die Lautwerke der
wahrend der Nacht uiibeschaftigtcii Dr2hte fast sammtlich
in demselben Augenblick in Beweguug. Die an mehren
Punkten schon erscbwerte Telegraphirung war auf den beschaftigten Punkten unterbrochen uud die Apparate zeigten
den Durchgang cines permanenten Stromcs ao.
Die Galvanometer wichen stark ab , bald rechts, bald
links. Von Null a m stiegen die Nadeln, je nach den Linien, rasch bis 100 und 20°, blieben daselbst eine mehr
oder weniger lange und sehr veranderliche Zeit stehen,
fiherschritten diesen Punkt und erreichten ziemlich platzlich
30° uiid 50°; dann sankeu sie wieder lierab uud nachdeni
sie durch den Nullpunkt gegangen, verhielteu sie sich auf
der anderen Seite ebenso.
Die Wirkung war anhaltender und kraftiger auf den Linien des Centrums, von Bordeaux, von Marseille, und des
Nordeus, a h auf denen des Ostens und des Westens. SO
konnte man wahrend der Nacht einjge unleserliche Worte
von Strasburg erhalten und namentlich eine Anfrage, welche D i j a n iu Paris zu machen bat, da es selber auf der
directen Liuie nichts erhalten konnte. Die Liuien vou Paris
uud den Bahnh6fen wurdeu. gegen 2 Uhr Morgens uur sehr
schwach influencirt.
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Bei Beginn des Tagesdienstes, um 7L Morgens, konnte
man nach allen Seiten bis zu 30 oder 40 Lieues leidlich telegraphiren. Fast eine Stunden spater, zwischen gh und llh,
war es in8glich weiter zu gehen; allein fast wahrend des
ganzen 'rages traten von Zeit zu Zeit Unterbrechungen ein,
tvahrend welcher die Galvanometer dieselben Anzeigen wie
in der Nacht gaben; indefs waren die Ruhestande auf Null
Iang und inan konnte den grbfsten Theil der Zeit arbeiten.
Die Starke der Effectc hing nicht bloL von der Orientirung der Linie ab; sic war aucli sehr verschicden nach
LZnge des Leiters, mit dem man zn thun hatte.
Erst gegen 5b Abends verschwand der stbrende Einflulb
nach allen Richtungen.
Schon am 'rage vorher waren die Telegraphirungen rnit
Loudon, Briissel, Marseille, Toulouse und Bordeaux in gleicher Weise gestGrt, aber seltener und schwacher.
Nachschrift, 2. Seyt., 8" Morgens. Diesclben Erscheinungeii zeigen sich seit 4" Morgens; sie Eind zu dieser Stuiide
noch sehr iutensiv.
Paris, den 5. September 1859.
In nieinem Briefc voin lsten
dieses, deli icli die Ehre
hatte lhnen am Rlorgen des Zhn zu iibersenden, fiigte ich
liiiizu, dafs die Erscheinungen, welche das Nordlicht vom
29. Aog. begleitet hatten, sich seit einigen Stunden in betriichtlicher Stirkc wiederholten. Heute will ich Ihnen iiber
diese zweite Reihc v o n EfCccteu Bericht erstatten.
Am Kachlnittage des lskn
hatten wir beim Telegraphireii einige Schwierigkeiten, ahiiliche wie die am 26. Aug.
bei Tage. Am 2hn um 4"50' Morgens wurden die Llutwerke erschuttert, erst die von Bordeaux, Toulouse, Marseille, London und Briissel, und darauf, nach einigen Minuten, die von Basel, Strasburg, Havre uud Brest.
W i e an1 2!Pn zeigten die Galvauometcr Strbme 811,
die in Richtung wid Starke schwankteu, bald platzlicll, bald
langsani , und die in einein Moinent verschwaiideu, iini in
gleichern oder entgegengesetzteln Sinne wieder zu erscheinen.
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Die Thatsache, dafs die Linieii desto starker ergriffen
wurden, desto langer sie sind, zeigte sich auch dids Ma1
und auf die eirileuchtendste Weisc. Durcli die OmnibusDrahte ineldete man einein benachbarten Bureau einen di recteu Uraht auszuschalten (cotper) und sich desselben zu
bedienen, und meisteus wnrde die durch den langen Leiter
unmirgliche Communication inittelst dieses selben verkurzteu
Leiters ausfiihrbar.
Die am starkst ergriffmen Linien waren die von Bordeaux, Toulouse und Marseille. Gegen 7h Morgens hatte
inan lebhafte Fiinlieii an den Blitzableitern der beiden ersteren. Die Strasburger Liiiie, verglichen iiiit Liiiien von
~leicherL h g e , scliien die geriugsten Angriffe zu erlciden;
denn mit ihr konnte inan aiii haufigsten arbeiten.
Es gab zwei wohl charakterisirte Maximuin - Effecte:
7h Morgens uiid 12"30', sic schienen zu gleichcr Zeit auf
allen Linien ohne Ausnahme stattzufinden.
Von Sh bis ab30' uahnien die Telegraphirungen, in allen
Richtuugeu, wiederum ihren gewiihnlichen Gang. A k i n
am Abeud, in der Nacht und am anderen Morgen, war die
Arbeit ab uud zu zeitwcise schwierig.
Bei eiuigen Vorkchrungeu und wenu man den Bcamten
die erforderlichen Unterweisungen gegeb.cn hatte, wiirdc mau
wahrscheiulich genauere und ~ollstandigereResultate erhalten haben; allein wir wurden unversehens uberfallen. Es
ist das erste Rid, dafs solche Effecte in so bedeutendein
Maafse nachgewiesen worden sind.
E T a c Ii e i n u n g e
au f p r e 11 fs is c h e n
T e I egr a p he n 1i n i e n.
Hr. Major C h a u v i n , Director der preufsischen Telegraphen, hat mit grofser 15ereitwilligkeit gestattet, Folgendes einem Berichte zu entiiehmen, der in der Zeitschrift
des Telegraplien Vereins crsclieirien wird. - Die stiirenden elektrischeu Striiine in deli Leitungen zeigten sich durcli
eiu rasch aufeinander folgendes Anziehen rrnd Loslassen
der Anker an den Elektroinagneten iind durch starke Ab-
lenkungeii nach beidcn Seiten an den ( verticalen) Galvanoinetern. Die Nadcin schlugen je iiach ilrrer Empfindlichkeit 30 bis 70 Grad nach einer Seite heftig aus, gingcn
dann laugsam auf Null und eben so langsain nach der ander11 Seite. Wllireud diescr Zeit blieben die Anlier der
Relais fest angezogen , was nicht durch Halicrstellung der
Contacte und vollstZndiges Anspannen der Federn verhindert werden konnte. Auf den zu den Eisenbahiien gehdrenden Leitnngen wurden die Lautwerke auf den Warterbuden in Tbatigkeit gesetzt.
Die Storuugen traten auf den von Berlin riach Westen
laufendeii Linien am 2gs'On August zwischen 1 und 2 Uhr
Morgens ein, wo jede Verbindung mit den Stationen aufhorte. Schon friiher waren Meldungen von Stiirungen von
den ostlichen Stationen Konigsherg, Kowno , Kiga , Petersburg eingegaugen. Dagegen war am "age des 2YStendie
Correspondeuz auf den westlichen Linien ungeliindert, wah:
rend sie auf den gstlichen zcitweise gestiirt wurde.
Ain 2'"" September, wo um 7 Uhr Morgens fast alle
Linien benutzt wurden, kalnen die Stiirungcn in allen Richtungen vor und hinderten die Correspondenz wahrend 5 bis
40 Miuiiten. Sic wurden auf folgendcn Stationen zuerst
beinerkt: Sb Konigsberg, !ib55' Stettin, 6" 45' Coblenz uiid
Calu, Gb 50' Berlin, 7bKowno und Kiga. Gegen gh waren
die Stiirungen am starksten und iiahincn bis 9" 45' ab, wo
mit deli meisten Statioiien mieder correspoutlirt werden
konnte. Uin 9"24' war von Stettin, urn 10" voii Ciilu aus
auf alien Leitcingen Verstandigirng miiglich. In Kouigsberg
hingegeii dauertc die Stiirung fort uud in nerliu nahiii sie
bis I" so zu, dafs auf den westlichen jede Mitttieilung eiiigestellt w i d e . Anzeigen von Storung trafen in1 Laufe des
Tages eiu von Hamburg, Breslau, Briissel, Paris, Aiusterdam; von letzterem Orte die Meldung, dafs auch die subiiiarinc Leituug nacti Eiigland vou der Stiiruug betroffen
worden.
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B e o b a c h tun g e n a II f W i r t e m b e r g e r T e 1 e g r a p h e n I i n i e u.
( Aus d. Staats- Anzeiger fiir Wiirternberg vom 1. Srpt. 1859; vom Redacteur Hm. Prof. S e y f f e r mitgetheilt ').
Iu der Nacht vom 28. bis 29. Aug. wurde vou 11 Uhr
15 Minuten an bis gegeu 12 IJhr Vormittags an allen vori
Stuttgart ausgeheuden Telegaphenlinieri ein zeitweises Anziehen der Anker sammtlicher Apparate auf 20 bis 40 Minuten Dauer bemerkt , das gewbhnlich bei der Heilbronuer
Linie begann, nach etwa 5' an die Ulmer Lokalliuie und
glcich darauf an die directe Ulmer oder Carlsruher Linie
uud zgletzt au die Tiibinger Linie kam. Dieses Anzielien
wiederholte sich alle 5 bis 10' uud gegen Morgen alle 2
bis 3'. Von 5 Uhr an erhielt man vou verschiedenen Zwischeustationen die Autwort auf Glockeozeicheo , jedoch
keine verstgudliche auf Anfragen, da die Anziehung noch
fortdauerte. Wiihrend dieser Zeit wurden merkwhdige
Abweichungen des Galvanometers bemerkt ; die Nadelri
wechselten in eiiier Minute 5 bis 6 Ma1 ihre Stellung bis
40° westlich. WBhrend auf der Ulmer Linie Bstliche Abweichung war, zeigte sich auf der Bruchsaler Liuie westliche Abweichung. Die Ursache dieser Erscheiuung finde't
sich in einem sehr weit ausgedehuten starken Nordlicht, das
in dieser Nacdt von 9 Uhr an bis gegen Morgen allenthalben bemerkt wurde.
Schliefslich noch die Beinerkung, dafs das erwahnte
Nordlicht nicht allein in Deutschland und Frankreich beobachtet wurde, soudern auch in Italien, wo bekanutlich d i e t
Phlnomen nur selten sichtbar wird. Hr. S e c c h i sah es
zu Rom am 29. Aug. 2" nach Mitternacht und schildert es
als sebr prachtvoll , indeln der Hiininel mit einem rotlien
Schleier iiberzogen war, deu sehr helle Lichtsaulen durch1 ) Aus dersclben Quell. wurde
uns schon 1857 eio iholicher Pall voo
elektromsgnecischen Einflufs des Nordlichts mitgrtlieilt, sirhe diese A m .
Lld. 102, S. 643. Friiher noch, und vielleicht ruerst, nirnlich am 17. Nov.
1848 ist dieser Einflufs yon lirn. H i g h t o n , Telegraphen-Iogeoieur der
London und N o r t h - W e s t e r n Hoilwuy wnhrgenornmen worden
(Con~pt.rend. T. X X Y I I I , p . 4 6 ) ; aucli hat man ihn 1853 in Eoglaud a m Biliu~'sclienSclrreibe-Trlegraptieii beobaclitet ( C o s m o s , T.111,
p. 119.)
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furchten. Auch nahm er eine starke Stbrung an den inagnetischen Instrumenten gewahr. Die Declination variirte
um 34', die Inclination urn 42' und die Intensitat so stark,
dais die Instrumente zu ihreit Scalen heraustraten, wornach
die Schwankung bei der horizontalen Kraft nicht geringer
als 0,0135 utid bei der verticalen nicht geringer als 0,0075
seyn konnte. Die magnetiscbe Staivng hielt aucb am folgenden Morgen in merkwiirdiger StSrke an. ( C m p t . rend.
T.49, p . 347).
An denselben Tagen sind iibrigens an verscbiedenen
Orten auch heftige Gewitter und Stiinne beobachtet worden ( F o u r n e t , a. a. 0. p.397).
XU. Notiz iiber elektrische Diaphragrna-Apparate;
oon 6 . (Suincke.
I i n 107. Bande dieser Annalen S. 40 habe ich ein Verfahren beschrieben, urn an eineln Multiplicator von wenigen
Windungen die elektrischeii Strome sichtbar zu machen, welche entstehen, wenn Wasser durch porose Korper strihnt.
Es wurde dort ein Cylinder aus gebranntein Thon als poraser Kbrper angewandt. Ich babe jedoch jetzt gefunden,
dafs, wenn man Schwefelblumen als yoroses Diaphragma
anwendet; die elektrou~otorischeKraft unter sonst gleichen
Umstanden eine ungleich gr6fsere ist, und dais sich diese
Substanz deshalb besser als gebrannter Thou zur Construction eines Diaphragma Apparates eignet, so dais es gar
keine Schwierigkeiteu inehr hat schou bei geringen Druckkraften die elektrischen Strbme nachzuweisen. lndem icb
inir die Veroffentlicliung der specielleren Messungen vorbehalte, bemerke ich nur noch, dafs ich bei diesen elektrischen Stromen auch freie Elektricitat und chernische Zersetzungen habe init Sicherheit nachweisen kiinnen.
Berlin, den 2. September 1849.
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