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Empfindlicher Nachweis von Metallen mit Hilfe von ДThionalidФ I.

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ober die Gewinnung von Guanidinnitrat aus Rhodanammonium').
( Aus
Yon Dr. HEINRICH GOCKEL.
dem Chemischen Institut der Universitat Berlin.)
F'iir das leicht zugangliche und vor allem bei der Gasreinigung in betrachtlichen Mengen anfallende Rhodanammonium hat sich noch keine ausreichende Verwendung
finden lassen. Deshalb ist man bestrebt, das Rhodanammonium in andere, leicht verwertbare Verbindungen
iiberzufuhren, wie in Cyanid, Ammonsulfat, Thioharnstoff
und Guanidin.
Alle bisher bekannten Verf ahren zur Umwandlung
von Rhodanammonium in Guanidinsalze arbeiten bei einer
iiber dem Schmelzpunkte des Rhodanammoniums (159O)
liegenden Temperatur, z. T. mit Zusatz von Schwermetallsalzen und in einer Ammoniakatmosphare. Da aber
Guanidinsalze gegen hohere Temperaturen empfindlich sind,
la& sich eine quantitative Umsetzung bei diesen verhaltnismaBig hohen Arbeitstemperaturen nicht erzielen. Die
ohne Zusatz von Schwermetallsalzen arbeitenden Verfahren
konnen theoretisch nur 38,8 yo Guanidinbase liefern,
berechnet auf das eingesetzte Rhodanammonium. Die
Halfte der im Rhodanammonium enthaltenen Rhodanwasserstoffsaure bleibt an die Guanidinbase gebunden
gemaB der Gleichung :
I. 2 NH,SCN = H2S CN,H5. HSCN.
Bei Zusatz von Metallsalz und der notigen Menge
Ammoniak kann theoretisch die Ausbeute an Guanidinbase
auf das Doppelte gesteigert werden. Das zugesetzte Metallsalz liefert die zur Bindung der Guanidinbase notige Saure
und erleichtert gleichzeitig die Schwefelwasserstoff-Abspaltung. Das zugefiihrte Ammoniak wird teils angelagert,
wahrscheinlich an intermediar entstehendes Cyanamid 2 ) ,
teils bindet es die im zugesetzten Metallsalz enthaltene
iiberschiissige Saure. Die Umsetzungsgleichung lautet
dann z. B. bei Zusatz von Bleinitrat:
rr. NH,SCN Pb(NO,), 2 NH, =
PbS CN,H5 .HNO,
NH,NO,.
Das neue Verfahren, nach welchem die Umsetzung
genial3 Gleichung I1 praktisch quantitativ verlauft, beruht
auf der in der Literatur bekannten Eigenschaft des Rhodan-
+
+
1)
Vgl. DRP. 611945.
+
+
2,
+
Vgl. diese Ztschr. 47, 555 [19341.
(Emgeg. 17. BLai 1035).
ammoniums, bei Raumtemperatur grol3e Mengen Ammoniak
aufzunehmen und sich dabei zu verfliissigen. Die
Ammoniakaufnahme des Rhodanammoniums erfolgt noch
leichter und reichlicher als die des Ammonnitrates.
(Diverssche Fliissigkeit .) Infolge der leichten Verfliissigung
des Rhodanammoniums ist es moglich, die Umwandlung
in Guanidin schon bei 120° durchzufiihren. An Stelle von
g e s c h m o l z e n e m Rhodanammonium wird mit Ammoniak
v e r f l i i s s i g t e s benutzt. Bei der niedrigen Arbeitstemperatur des neuen Verfahrens verlauft die Guanidinbildung
fast quantitativ.
Arb ei t sv or s c hrif t. (Laboratoriumsversuch.)
100 g Rhodanamnionium werden in einem Glas- oder
EmailgefaiB durch Zuleiten von gasformigem Ammoniak unter
Wasser- oder Eiskiihlung verfliissigt. Nach Aufnahme von
etwa 50 g Ammoniak werden der Fliissigkeit in kleinen Anteilen
400 g Bleinitrat zugesetzt. Der Zusatz des Bleisalzes sol1
langsam und unter guter Kiihlung erfolgen, um ein Entweichen
des fliissigen Ammoniaks zu verhindern. 'I'eilweise setzt sich
das Bleinitrat mit dem Rhodanammonium zu Rhodanblei und
Ammonnitrat um. Aber auch das Rhodanblei liefert beim
Erhitzen ohne wesentliche Beeintrachtigung der Ausbeute
Guanidinsalz. Das GefaiB wird alsdann in einen eisernen
Autoklaven eingesetzt und dieser langsam auf etwa 1200
erhitzt. Der Druck in1 Autoklaven steigt bis auf etwa 7 at
und fallt nach beendeter Umsetzung auf 4-5 at. Dann
wird der Ammoniakdruck abgelassen und das noch heiiBe
Reaktionsprodukt in 500 cm3 Wasser gegeben. Nach dem
Abfiltrieren vom unloslichen Bleisalz scheidet die klare Losung
beim Abkiihlen etwa 100 g fast reines Guanidinnitrat aus. Der
Rest des Guandinnitrates (40-50 g ) kann aus der Mutterlauge
durch Eindampfen und Umkristallisieren rein gewonnen werden.
Das vorliegende Verfahren diirfte geeignet sein, nicht
verwertbares Rhodanammonium auf billige Weise in das
wertvollere Guanidin iiberzufiihren. Bei geringer Bewertung
des Rhodanammoniums und besonders, wenn die Beseitigung von Rhodanammon notwendig ist, diirfte Guanidinnitrat zu Preisen herzustellen sein, die seine Verwendung
in Verbindung mit dem gleichzeitig entstehenden Ammonnitrat sogar als hochwertiger Stickstoffdunger (iiber 4QYON2)
[A. 65.1
lohnend ersclieinen lassen konnen.
pal$isch-technische Untersuchungen
I
Empfindlicher Nachweis von Metallen mit Hilfe von ,,Thionalid". I.
Von Dozent Dr. RICHARD BERG und Dr. W. ROEBLING.
(Eingpg. 1. J a n i 1036.)
ilus dem Chernischen Institut der Albertus-Universitat Konigsberg/Pr.
Xach eineiii Vortrag in der Fachgruppe fdr Analytische Chemie auf der 47. Hauptversanmlanq des V. d. Ch.
zu Koln am 24. Mai 3934.
Vor kurzeni wurde von uns an anderer Stellel) eine allgemeine Zusammenfassung iiber die analytische Verwendungsmoglichkeit des ,,Thionalids" gegeben. I m folgenden
wird speziell iiber die q u a l i t a t i v e Anwendung dieses
Reagenzes berichtet.
Das ,,Thionalid" von der Formel C,,H,.NH.CO.CH, SH
(abgekiirzter Handelsname fur thioglykolsaures-$-Aminonaphthalid)2), das als Schwefelwasserstoffderivat aufgefaBt
werden kann, liefert mit Metallen, die schwerlosliche Sulfide
bilden, bestandige Metallkomplexe, die zur Klasse der inneren
Komplexe gehoren. Die Absattigung der Hauptvalenz er-
folgt durch die Sulfhydrylgruppe, die der Nebenvalenz
durch die Carbonylgruppe unter Bildung eines Fiinf-Ringes :
. '"'
NH . C . CH,. S
II
I
I / \ Al
\
l
O....MeI
Die Metallfallungen sind h o c h e m p f i n d l i c h und iibertreffen die anderer Fallungsreagenzien in mineralsaurer
Losung t m ein Vielfaches.
Ausfiihrung: Man verwendet eine l%ige alkoholische
oder Eisessig-Reagenslosung. Zum Nachweis eines Metalls
erhitzt man die schwach mineralsaure Losung (bis etwa 2 nMineralsaure enthaltend) zum Sieden ur.d versetzt die Losung
l) Richard Berg u. W . Roebling, Ber. dtsch. chem. Ges. 68,
mit 1-2 Tropfen Reagens. Da dieses in mineralsaurem Wasser
403 [1935].
schwer loslich ist, empfiehlt es sich, gleichzeitig einen Blind 2) Die Herstellung und den Vertrieb rles ,,Thionalids" hat die
v e r s u c h vorzurehmen, u m eventuelle Tauschungen durch
Firma : Chem. Fabrik Schering-Kahltoum, Berlin, iibernommen.
4rixcu
4rixcu iirdtr
iirdtr C'liemir
C'liemir
4b:
4b: J,,hrb',
J,,hrb', ll ~
~J
J
~~,
~~,
jj L8]
L8]
- __
~~~
~~~
~~
~~
~~
,,Thionalid" T
Empfindlicher Nachweis
Nachweis von
von Metallen
Metallen mit Hilfe
Hilfe von ,,Thionalid"
Berg
Berg u. Roebling Empfindlicher
~ ~ - ~ - _ _ _ _ _ _ _ _____ _
__
_ - - -
Tabelle
Tabelle 1gibt
gibt einen
einen Uberblick
Uberblick iiber
iiber den Fallungsbereich
Fallungsbereich
des ,,Thionalids"
,,Thionalids" in mineralsaurer
mineralsaurer Losung.
des
Erf assungsGrenzkonzentration
Xetall
Farbe der
1
c11
gelb
gelb
gelbbraun
0,4
0,OG
weiW
0,08
weiB
Sn
0,Ol
weiB
As
1
0,02
weiW
Sb
1
Bi
1
0,1
gelb
Pt
1
0,1
gelb
Pd
1
O J
gelb
Die Grenzkonzentrationsbestimrnungen wurden in 5 cm3 Gesamtvolumen ausgefiihrt. Die 1,osungen enthielten 0,5 cm3 2 nMineralsaure.
1
1
1
1
1
Ag
Au
Hg
: 10000000
:
5 000000
:
2500000
: 15 000000
: 12500000
: 100000000
: 40000000
: 10 000 000
: 10000000
: 10000000
O J
0.2
ausfallendes Reagens auszuschliefien. Zuni Nachweis ganz
geringer Mengen von Metall kiihlt man auf Zimmertemperatur ab.
Infolge der Empfindliclikeit der Sulfhydrylgruppe des
,,Thionalids" gegen O x y d a t i o n s m i t t e l miissen diese (am
zweckniaaigsten mit Hydroxylamin) zerstort werden. Da auch
d r e i w e r t i g e s E i s e n in diesem Sinne auf das Reagens wirkt,
reduziert man es wie eben beschrieben oder bindet es komplex
niit P h o s p h o r s a u r e , indem man die schwach inineralsaure
1,osung bis zur Farblosigkeit mit Phosphorsaure versetzt. Da
Phosphorsaure auch auf Z i n n stark koniplexbindend wirkt,
wird die Fallung von Zinn in Gegenwart von Phosphorsaure
niit ,,Thionalid" v e r h i n d e r t . Hierauf griindet sich ein
enipfindlicher Nachweis desAntimons und ArsensnebenZinn.
In essigsaurer Losung fallen die meisten hfetalle der
Schwefelwasserstoff- und Schwefelammongruppe, die Sulfide
bilden. Da das Reagens infolge des grol3en Fallungsbereiches weitgehend u n s p e z i f i s c h ist, kommt eine
praktische Auswertung in diesem Medium kauni in Frage.
In alkalischer tartrathaltiger Losung gelingt es
dagegen durch Abstufung der Alkalinitat und durch Komplexbildung mit Kaliumcyanid folgende G r u p p e n zii unterscheiden, die zu Erkennungsreaktionen fur Metalle herangezogen werden konnen :
1. Gruppe : in natronalkalischer, tartrathaltiger Losung;
2. Gruppe : in cyankali-, tartrathaltiger Losung;
3 . Gruppe : in natronalkalischer, tartrathaltiger, cyankaliumhaltiger Losung.
Tabelle 2 gibt eine Ubersicht iiber die Fallungen in
natronalkalischer, tartrathaltiger Losung.
Erf assungsGrenzkonzentration
Metall
~
~~
cu
Ag
Au
Hg
Cd
1' .1
Mn
FeII
43 1
~~~~
~~
Die schwach saure Untersuchungslosung versetzt man
man iiiit
Ammoniumtartrat
Ammoniumtartrat in hinreichendern UberschuB,
UberschuB, niacht mit
niit
Natronlauge
Natronlauge alkalisch, erhitzt
erhitzt zuin Sieden und
und versetzt die
Losung
Losung mit
rnit dem Reagens. Handelt
Handelt es sich um Spurennachweis
von
von Metallen, so versetzt man
man die Losung mit
mit der eben hinreichenden
reichenden Menge
Menge Tartrat, um die Fallung
Fallung des Hydroxydes zu
verhindern
verhindern - da anderenfalls die Fallungsempfindlichkeit
stark
stark herabgedriickt wird - und kiihlt
kiihlt ab.
ab. Die Fallungen
von Blei
Blei und W i s m u t sind von deren Konzentration
Konzentration und der
Alkalitat
Alkalitat der Losung abhangig. Eine starkere
starkere Konzentration
Konzentration
der Natronlauge
Natronlauge als 1 n ist zu vermeiden, da sonst eine Zersetzung des Reagens stattfindet.
stattfindet.
Den Fallungsbereich
Fallungsbereich des ,,Thionalids"
,,Thionalids" in tartrat
haltiger Losung in Gegenwart
Gegenwart von Kaliumcyanid zeigt
Tabelle
Tabelle 3.
-
-
Tabelle 3.
I , . ?
1,
--~_______
An
TI
Sn
Pb
Sb
Bi
...
5,O
O J
1 :
200000
1 : 10 000000
1 :
250000
1 : 10000000
1 : 2000000
1 : 2500000
4,O
0,1
OS
0,4
I
~
weiB
gelb
weili
gelb
weiW
gelb
5 cm3 enthielten 0,5 cm3 iiberschiissige 2 n-Natriurncarbonatlosung, je 1 Tropfen einer kaltgesattigten Ammoniumtartrntlosung
und einer 10 % igen Kaliumcyanidlosung.
Ausfiihrung: Man verwendet eine 1%ige alkoholische
Reagenslosung. Oxydationsmittel miissen vor Reagenszusatz
zerstort werden. Die storende Wirkung von dreiwertigein
Eisen wird verhindert, wenn man die tartrat- und cyankaliuinhaltige Losung in der Hitze durch . Zusatz von Reduktionsmitteln (schweflige Saure, Hydroxylamin) zu dem Ferrocyaiikomplex reduziert, wobei die Losung nicht sauer werden darf.
Be' Anwesenheit von Cadmium verwendet man einen groBeren
UberschuB an Kaliumcyanid. Die Fallung von Quecksilber
niit ,,Thionalid" ist einerseits von dessen Konzentration,
andererseits von der Alkalinitat und Cyanidkonzentration abhangig, so daB groBere Mengen Quecksilber (melir als 50 nig
in 5 cm3 einer lO%igen KCN-Losung) den Nachweis obiger
Metalle (s. Tabelle 3) .storen.
Die saure Untersuchungslosung versetzt man mit Natriuincarbonat bis zur alkalischen Reaktion, fiigt Tartrat und Kaliuncyanid hinzu, erhitzt und versetzt die Losung mit den1 Reagens.
Bei Nachweis von sehr geringen Metallmengen ist eine Abkiihlung der Untersuchungslosung nach Reagenszusatz erforderlich.
Unter Verwendung von Natronlauge in Gegenwart
von Kaliumcyanid wird der Fallungsbereich des ,,Thionalids" weiter verkleinert (s. Tabelle 4).
Farbe der
Erf assungsMetall
Grenzkonzentration
T1
Hg
1%
I3 i
1 : 10000000
0J
__
-c
-
~
1 :
2000000
Reduktion
1 :
200000
1 :
1000000
2 500 000
1 : 10 000 000
1 :
Braunsteinbildung
wenig empfindlich
OS
-
5
1
0,4
O J
-
gelb
-
weiW
weiW
weiW
gelb
-
schmutzig griin
5 cm3 enthielten 0,5 cm3 uberschiissige 2 n-Natronlauge und
1 Tropfen einer kalt gesattigten Ammontartratlosung.
Ausfiihrung. Da das ,,Thionalid" infolge Salzbildung
in natronalkalischer Losung leicht loslich ist, kann eine 5 %ige
alkoholische Reagenslosung verwendet werden, von der man
4-5 Tropfen auf 5 cm3 zusetzt, weil in alkalischer Losung
ein groBerer Zusatz von Reagens zur Bildung der Metallkomplexe erforderlich ist . Oxydationsniittel werden vor dem
Reagenszusatz wie oben beschrieben zerstort , Dreiwertiges
I3isen stort liier niclit.
I
'
gelb
weiW
gelb
f
.gelb
be1 iiuwesenneir von iarrrar, aas nur zur verninaerung tfer
Flllung von Hydroxyden dient, steigert sich die Grenzkonzentration
fur Thallium auf 1 : 40 000 000.
5 cm3 enthielten 0,5 cm3 uberschiissige 2 n-Natronlauge, je
1 Tropfen einer kaltgesattigten Ammontartratlosung und einer
10 % igen Kaliumcyanidlosung.
Ausfiihrung: Zum Wachweis des T h a l l i u m s enipfiehlt
es sich, eine 5 %ige acetonische Reagenslosung zu venvenden,
da der Thalliumkornplex in Aceton praktisch unloslich ist .
Oxydationsmittel, auch dreiwertiges Eisen, miissen wie oben
beschrieben zerstort werden. Der Nachweis wird in der zuni
Sieden erhitzten Losung ausgefiihrt, indern man fur je 1 cm:
der zu priifenden Losung 1 Tropfen der obigen Reagenslosung
432
~
oewnndte Chemie
Versammlungsberichte
_________
-
~~~
~
~--
__
48.JahrK. 1535. Nr. 28
~
-
hinzufugt. Bei sehr verdiinnten Losungen erfolgt die ThalliumDie in Gruppe 1 enthaltenen Metalle a d e r Cadmium,
fallung erst nach den1 Erkalten.
Blei, Thallium sind in m i n e r a l s a u r e r Losung neben
Nachdem Thallium in den letzten Jahren nicht nur zu s a m t l i c h e n anderen Metalled), deren Mengen beliebig
Heilzwecken, sondern auch zur Schadlingsbekampfung in sein konnen, nachzuweisen. So konnen z. B. Spuren Silber
ausgedehntem MaBe Verwendung gefunden hat, sind nicht inBlei und Thallium ohne weiteres nachgewiesen werden, was
nur Ungliicksfalle haufiger geworden, sondern es sind auch aus bekannten Griinden in den bisher iiblichen TrennungsMorde und Selbstmorde mit Thallium vorgekommen. Da- gangen mit Schwierigkeiten verkniipft war.
mit hat der Thalliumnachweis g e r i c h t s c h e m i s c h eine
In n a t r o n a l k a l i s c h e r , t a r t r a t h a1t ig e r L o s y g
groQe Bedeutung erlangt. Um derartig geringe Mengen (Gruppe 2) ist beispielsweise der Cadmiumnachweis in Zink
Thallium in Organen nachzuweisen, waren die bisher be- vcm praktischer Bedeutung. Die Fallungen von Blei und
kannten chemischen Methoden nicht empfindlich genug. Wismut sind wenig empfindlich und hangen von der AlkaliBesonders machen sich die nach den verschiedenen Auf- niat der Losung ab. Daher sind sie in Tabelle 5 mit &
schldverfahren (Schwefel-Salpetersiiure,Salzsaure-Kalium- bezeichnet.
chlorat) vorliegenden Alkalisalze durch Storung unangenehm
Wie aus Gruppe 3 ersichtlich, verschiebt sich das
bemerkbar3). Es lassen sich nach der bekannten Nachweis- Fallungsbild in c y a n i d - und t a r t r a t h a l t i g e r Losung. I m
methode mit K a l i u m j d d oder Chromat nur 0,Ol bis 0,02 mg Gegensatz zur Gruppe 1 lassen sich nunmehr die Metalle
T1 in 5 cm3 Gesamtvolumen nach 24stiindigem Stehen nach- Gold, Thallium, Zinn, Blei, Antimon, Wismut neben
weisen. Mit Hilfe von ,,Thionalid" gelingt es, noch eine Kupfer, Cadmium, Arsen, Palladium und Platin und samtzwanzigmal geringere Thalliummenge nach der oben be- lichen anderen Metallen erkennen*). Die Quecksilberschriebenen Methode nachzuweisen. Die ev. im Organisms fdlung ist von der jeweilig vorliegenden Quecksilber- und
vwkommenden geringen Quecksilber-, Blei- und Wismut- Cyanidionenkonzentration abhangig.
mengen storen den Nachweis des Thalliums mit ,,ThioZuletzt erweist sich das ,,Thionalid" in n a t r o n a l k a nalid" nicht.
Die Moglichkeit des Nachweises einer Anzahl von l i s c h e r , c y a n i d - und t a r t r a t h a l t i g e r L o s u n g als ein
Metallen n e b e n e i n a n d e r in sauren und alkalischen hochempfindliches und spezifisches Reagens auf T h a 1l i u m.
Losungen in Gegenwart von Tartrat bzw. Kaliumcyanid Quecksilber, Blei und Wismut storen nur dann, wenn sie in
groBerer Konzentration vorliegen.
wird in Tabelle 5 veranschaulicht.
Tabelle 5.
-~
Metal1
cu
*g
Au
Cd
Hg
T1
Sn
Pb
As
Sb
Bi
Pd
Pt
Gruppe 1
in mineral-
saurer Los.
+
+
-I- .
+
+
++
+
+
+
-
Gruppe 2
in tartrathalt. Los. in
Gegenwart
von NaOH
+
+
+
+
Gruppe 4
Gruppe 3
in tartratin tartrathalt. u. cyahalt. u. cya- nidhalt. Los.
nidhalt. Los in Gegenwart
vonNaOH
~
1
._
Reduktion
Reduktion
+
+
-I-
-t
-_
rk
+
~~
-1-
+
-t-
-_
~-
-
-
K . Goroncy u. Richard Berg, Dtsch. %. ges. gerichtl. Med. 20,
223 [1933].
8)
VERSAMMLUNGSBERICHTE
Verein deutsther Lebensmittelchemiker.
32. Hauptversammlung Trier, 28. und 29. Mai 1935.
Vorsitzender: Prof. Dr. Nottbohm.
Von den obersten Reichs- und Landesbehorden waren entsandt Ministerialrat Dr. Wegener und Oberregierungsrat
Dr. Gebhard (Reichs- und PreuBisches Ministerium fur Ernahrung und Landwirtschaft), Oberregierungsrat Prof. Dr.
Barnes (Reichs- und PreuBisches Ministerium des Innern),
Direktor Dr. Kopke (Reichsgesundheitsamt), Ministerialrat
Dr. Schwindt (Bayerisches Ministerium des Innern), Prof. Dr.
Haertel (Sachsische Regierung), Oberregierungsrate Dr. Schmiedel und Dr. Werner (Wiirttembergische Regierung), Prof. Dr.
Gronover (Badische Regierung). Namens dieser Stellen sprach
Oberregierungsrat Barnes, indem er das Interesse der Reichsregierung an der Betatigung des Vereins zum Ausdruck brachte.
Weiterhin hielten Ansprachen Oberbiirgermeister Christ von
Trier zugleich im Auftrage des Regierungsprasidenten, der die
zustandigen Sachbearbeiter geschickt hatte, sowie der Landgerichtsprasident von Trier, mit dem der Oberstaatsanwalt
anwesend war. Auch sie betonten die Wichtigkeit der Cheniie
Zusammenfassung.
1. Es wird die Verwendung des ,,Thionalids" als
G r u p p e n r e a g e n s und zum Teil s p e z i f i s c h e s Reagens
zum Nachweis von Metallen beschrieben.
2. Die Methode kann als Erganzung und Vereinfachung
der bisher iiblichen Trennungsgange zur Erkennung von
Spuren herangezogen werden. Besonders ist das Reagens
bei t o x i k o l o g i s c h e n Untersuchungen zum Nachweis von
Metallspuren wegen seiner adergewohnlich groBen Fallungsempfindlichkeit zu empfehlen.
3. Es wird eine Methode zum s p e z i f i s c h e n Nachweis
von T h a l l i u m fur toxikologische Untersuchungen beschrieben.
Uber genaue Vorschriften zur \'erwendung des ,,Thionalids" fiir q u a n t i t a t i v e Z w e c k e wird demnachst
[A. 58.1
berichtet.
4, Nicht untersucht wurden bislier die Metallc : Ruthenium,
Rhodium, Osmium, Iridium und Indium.
f i i r Verwaltung und Rechtspflege. Den V. d. Ch. vertraten
Generalsekretiir Dr. Scharf und Oberregierungsrat Dr. Mevres,
da Prof. Dr. Duden im letzten Augenblick an der Teilnahme verhindert war; den Verband offentlicher Chemiker vertrat dessen
Vorsitzender Dr. Sieber, Stuttgart. Die genannten Beauftragten
wiesen auf die Verbundenheit aller Chemiker hin, die eine engere
Fuhlungnahnie miteinander und unter Wahrung der Sonderbelange einen ZusammenschluB d e r Vereine erheische,
was bei dem Vorsitzenden des Vereins deutsclier Lebensmittelchemiker (derzeitige Mitgliederzahl 592) und bei tler \Tersaminlung lauten Widerhall fand.
In seiner BegriiWungsrede auBerte sich Prof. Not t boh m
unter anderem ausfiihrlich uber die Rolle des Lebensmittelchemikers im Dienste der Volksernalirung etwa im folgenden
Sinne :
Die Sicherung der deutschen 1,ebensmittelversorgung hat
dem Wirtschaftsleben des abgelaufenen J alxes ihr Geprage aufgedriickt, das auch f i i r die Art der Lebensniitteliiberwachung
durch Chemiker nicht ohne EinflulJ blieb. Uni die Versorgung
der Bevolkerung mit Brot zu gleichbleibenden und f i i r breite
Volksschichten tragbaren Kosten zu gewahrleisten,muaten angesichts der geforderten Beschrankurig auf die heimische Erzeugung die F'ehlmengen (lurch 1:estlegung tles untersten Aus-
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