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Energie und Entropie. Von W. Lehmann. Berlin J

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Personalnachrichten
- Verein
tegralrechnung, die in der gleichen Sammlung behandelt wurden. Der
Scnwerpunkt liegt in der Losung urn jeden Preis, d. h. wenn di?
erakte hletkode versagt, durch numerische oder graphische Niiherum.
D:tdurcli gewinnt das Buch gerade fur die technische und natw.
wissenschaftliche Praxis an Bedeutung. Letzte mathematische Strende
is! niclit cingestrebt, da entbehrlich. Ein kleiiier Nachteil liegt dnrin,
dd3 die Gleichungen fortlaufend in den Text gedruckt sind, wodurch
w a r vie1 liauni kespart ist, aber die Ubersici tliciikeit bei der eigenartigen Mischung des Stoffes etwas erschwert ist. Inhaltlich kann das
Werkclien nur emyfohlen werden.
K. bennewifz. [BB. 47.1
Eiiergie und Entropie.
Von W. L e h m a n n .
Berlin, J. Springer,
1921.
In sehr klarer und anschaulicher Weise hat der Verfasser die
elementaren Grundlagen der Thermodynamik einem breiten Leserkreis
dargestellt. Fast ohne Formelsprache werden die beiden Fundnmentalbegriffe der Energie und Entropie aufgebaut. Ihre Anwendung Fnden
sie - im Gegensatz zu anderen Darstellungen - an der Damp[turbine. Einige instruktive Rechnungen am Entropiediagramm beaohliesen das Heftchen.
K. Bennewifz. [SB. 9.1
Aggregatzustlinde.
Die Zustandsanderungen der Yaterie in Abhhgigkeit von Druek und Teniperatur. Von G. Tammann. VIIl
und 2'34 Seiten mit 127 Figuren im Text. Leipzig 1922, Verlag von
L. vos.
Der Verfasser beschiiftigt sicb bekanntlich seit fast drei Jahrzehnten
mit der iheoretischen und experimentellen Erforschung der Gleichgewic.lite zwist hen den verschiedenen Phasen eines Stoffes und der
Kinetik ihrer Umwandlungen. Die bis zum Jahre 1003 vorliegenden
eigenen und fremden Untersuchungen faUte er in dem Buch ,,Kristallisieren und Schmelzen' zusammen. Seitdem bat er mit zahlreichen
Schtilern die El kenntnis dieses Gebietes geftirdert. Es sei besonders
auf die Einfuhrung des therniodyaamischen Potentials in die Betrachtung der nillglichen Cileichgewichte hingewiesen.
Die Einstellur g gegeniiber den Fragen, um die es sirh hier handelt,
hat aber in dcr Zeit seit dem Erseheinen des erwiihnten Werkes eine
wesetitliche Verschiebung el fahren. Die Entwichlung der Rbnlgenspektroskopie hat ein neues und eindeutiges Kriterium fUr die Natur
einer Phase geliet'ert, aber auch sonst hat sich der Schwerpunkt der
Betrachtung von der reinen Thermodynamik stark nach der Molekulartheoi ie versehoben: Der Name Aggregatzustand, d.,mals von vielen
Autoren vermieden, kommt wieder zu Emen. Diese Entwicklung
spiegeit sich naturgemld auch in dem vorliegenden Buch wieder.
Der Inhalt gliedert sich in zebn Abschnitte: Die Atten der Aggregntzusisnde ; Cileicbgewichte der Aggregatzustlnde untereinander ; Gleichgewichte zwischen Danipf und Fliissigkeil ; Allgemeines Uber die
Gleichgewichbkurven; Die Scbmelzkurven; Der Polymorphismus; Die
Zuslandbdiagiamme; Die Deformation von Kristilllen und ihre Folgen;
Der Obergang eines instabileren in eioen stabileren Aggreptzustand;
Die fliissigen Kristalle. Die Darstellung ist so gehalten, da6 der
Chemiker, der Bber einige phyeikalisch-chemische Vorkenntnisse verfiigt, ihr folgen kann. Da die Kenntnis der Gleichgewichte in Einstoffsystemen die Grundlage der Gleichgewichtslehre bildet, sollte jeder,
der sich mit Problemen der letzteren beschlftigt, sich in das Buch
vertiefen. Der Leser wird dabei fjberrascht sein, zu sehen, welche
Fulle von interessanten Fragen die Einstotfsysteme bieten. - Es sei
hier nur aut einige davon hingewiescn.
Hiether gehbrea z. B. die Frnge nach der Existenz von Stoffen,
die keine feste oder keine flUssibe Phase zu bilden vermtigen, die
Problenie der Hekristallisation und die zahlreichen Fragen, welche mit
dem sponlanen I(ristal1isationsvermtigen unterkuhlter Schmelztm zusammenh2npen.
Das But-h gehtirt zu den werlvollsten Bereicherungen, welche die
deutsche chemirjche Literatur in den letzten Jahren erfahren hat.
v. Halban. [BB. 38.1
Raulnerfiillnng und Ionenbewegliehkeit. Von R i c h a r d L o r e n 1;.
Leipzig, L. VoU, 1922.
Das- umfangreiche Werk enthiilt eine umfassende Darstellung
tiller cler zahlreichen Versuche, das von den lonen, Atomen und
Molekiulen tatsiichlich eingenommene Volumen zu ermitteln. An
diesen Versuclien ist der Verfasser seit lhgerem in hervorragendea
Mase beteiligt gewesen, so da8 er als der beruIene Bearbeiter ein-r
solclien Zusilmmenfassung gelten d a r t Zuerst werden die aus dem
Tiioorcni der iiberehstinimenden Zustiinde, der Zustandsgleichung, der
freien Wegliinge und der inneren Reibung erhaltenen Ergebnisse bchnndelt. Anfiinglich kann man sich zwar des Gefiihls nicht erwehren, daR es sich mehr um RegelmiiBigkeiten als um Gesetze
hzndelt; allmiihlich aber verdichten sich die Resultate, so daO man
die Obeneuguiig gewinnt, dad nunmehr auch dieses Oebiet aus dem
Stitdiuiii der reinen Spekulation herausgetreten ist. Von den neueren
Theorien werden diejenigen von Gosh, Hertz und vom Verfasser eingehencl behandelt, um schlie8lich in die Raumgittervorstellungen von
Born, Land6 u a. zu miinden. Das Werk birgt eine Fulle von Zahlenmaterial, so d a d ea auch iiber sein enges Thema hinaus wertvollc
Angaben licfert.
K. Bennewitz. ISB. 61 1
1
deutscher Chemiker
t.nzz:;EBmle
Personal- und Hochschulnachrichten.
I
Es w u r d e n b e r u f e n : Prof. Dr. phil.et med. H. Fiihner, Leipzig,
Lur Wlederbcsetzung des durch die Emeritiernng des Geh. Med.-Hats
Prof. Leo erledigten Lehrntuhls der Pharmakologie an die Univrr..itBt
Bonn: Piivatdozent Dr. St. Golds4midt. erster A-sistent und a. 0. Prof.
am Chemischen lnztitut Wdrdburg nls etatsmii6iger a. 0. Prof. fUr
wganische Chemie an die Tevhnirche Hochschule Karlsruhe.
E R w u r d e n e r n a n n t : Oberregierungsrat Prof. Dr. L e n z e zum
Mrehtor, Regierungsrat Dr. Ri m a r s ki zum Oberregierungsrat bei der
Chemisch-Technischen Reiehsanslalt.
Prof. Dr. A. M i t s c h e r l i c h , Ktinigsberg, hat die Berufung nach
Dresden als Direktor der Versuchsanstalt fUr landwi_rtschafilichen
Pflanzenban a bgelehnt.
G e s t o r h e n s i n d : Prof. J. W. C a l d w e l l , em.Prof. d.Chemiean
der Toulane-Uiiivedtiit, Lnuisiana im Alter von 80 Jahren.- W. M.
H u t c h i n g s , Metallurge, im Alter von 73 Jahren. - Prof. Dr. S a l kows ki, Iangjiihriger Leiter der chemisch-p~iholovischenAbteilung des
Pathologirchen Insiituls an der ChwilB, Berlin.- J. D. v a n d e r Waals,
Physiker, in Amsterdam im 87. Lebensjahre. -
Verein deutscher Chemiker.
I
Der Zentralstellennachweis Mr naturwissenschaftlich-technische Akademiker im Januar und Februar 1923.
Die Laee des Stdlenmarkles hat sich i n den beidcn ersten Monrten des Jiihres weiter verschlechtert (vgl. den Jahreabericht Angew.
Chem. 36. 12.3 [19231).
A. Chemiker. Es gelanpten im Januar 10 und im Februar 6 nene
Stellen fur Chemiker zur Ausschreibuiig. 16 Stellen wurden in dieser
Zeit besetzt, 1 gestrirhen, 2 zurlickgezogen, so da6 am 1. Mlirz noch
8 Stellen offen waren, gegen 13 zu Anlang des Jahres.
Der Abnahme der Nachfriige stand eine wcitere Zunahme des.
Angebots von Arbeitskrgften gegenaber. Die Zahl der registrierten
Steilensucber sti& von 321 ct91 mannlich und 29 weiblirh) am 1. Januar auf 369 (338 m8nnlic.h und 31 weihlich) am. 31. Januar und 393
(360 lhiinnlich und 33 weihlich) am 28. Februar. Es fanden Stelle 19
(18 mlinnlich und 1 weiblicb) im Januar und 14 (12 mannlich und
2 weiblich) im Februar. Gestrichen wurden in beiden Monaten 23.
B. Ingenieure. Es gelangten 6 Stellen neu zur Aussrhreibung,
10 Stellen wurden besetzt, 1 gestrichen, 1 zurtickgezogen, Besland an
offenen Stellen 11.
Die Zahl der Stellensucher stieg von 144 (143 miinnlicb, 1 weiblich) auf 150 (149 mlnnlich und 1 weiblich) Ende Januar und auf
166 bis Ende Februar.
C. Physiker. In dieser Abteilung fand keine Vermittlnag statt.
Aus den Bezirksvereinen.
Bezirkeverein Brannschweig. Sitzung om 19. I. 1923.8 Uhr. Technische Hochscbule. Hllrsaal41. Vorsitz: Priva'dozent Dr. Ferd. Kra US.
Vortlag von Prof. Dr. Weitz, Halle: ,,#her die Existenz frrier
Arnrnonium-Radikale*. Nach einleitenden Bemerkungen Uber anderweitige Versuche zur Darstellung freier Ammoniumradikale glbt der
Vortriigende eine zummmenfassende Diirstellung seiner Untersuchungen
Uber Ammoniumradiknle der Pyridinreihe. Urnwandlungen und Konstitulionen der durch Reduktion von quaternfiren Pyridmiumralzen zunlchst
entntehenden .Leukoverbindungen', z. R. des Bie-N-benzylpyridiuiums
(N,N-Dibenzyltetrahydrodipyridylr;)
und des daraus gebildeien doppellen
Ammoniumradikals, .N,N-Dibenzyl-y,y-dipyridinium", werden a n der
Hand von Versuchen enlsprechend den frfiheren Verllffentlichungen
er6rtert. Die dunkelblaue Farbe, mit der sich das braunrute, kristdlisierte Radikal in den meisten Mitteln aufltist, riihrt her von einer
geringen Oxydation, vermutlich zu Dibenzyldipyridinium-monohydroxyd,
das also noch halb RFdikal und h d b Pyridiniumhydroxyd ist. Die
enisprechenden dunkelrefarbten (.ohinhydron"artigen) Monohalogenide
bilden sich leicht aus dem Radiknl nit seinen Dihaloganiden und
geben inlensiv blaue Ltisungen. Wenn die Ltisungen des Hitdikals von
oxydierten Anteilen ganz frei sind, so haben sie gelbhraune Farhe;
man ethlilt solvhe Usungen (die mit Luft oder Halogen dann sofort
diinkelblau werden) z. H. heiin Ilngeren Kochen der hlauen alkoholischen
Lbsung des Radikals in Wesserst(,Tfatmosphlre, wobei der Hydroxydanteil s;ch zetsetzt. Puch die unmittelbar aus der Leukcnet bindung
durch Kochen unter LuflabschluB erhaltenen gelbbraunen alkoholischen
Lllsungen, die sich mit Fauemtoff sofol t blau farben, enthalten wabracbeinlich fchon las fertige Radikal. Seine Bildung wird als ,,Disproportinnierung" von zun8vhat entstandenem nionamolekularem Benzylpyridinium-Radikal (Abstodung des Wasset stol faloms u d e r Reduktion
eines andrren Anieils) au'gefaflt, entnplechend dem von W i e l a n d
heschriebencn Zerfall des l.liphenyl3lickstoffes. - Eln Vergleich von
N-benzyl-mit N-phenyl-sut slituiertem Pyridinium zeigt den vie1 edleren,
weniger ammoniumartigen Cblrrakter dt s letzteren.
An die AusfUhrungen des Vortragenden knllpfle sirh eine eingehende Diskussion, an der besondera Privat-Dozent Dr. L i n d e m a n n
teilnahm.
i. A. des Vorstandes
Dr. H. Serger.
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