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Entdeckte Verborgenheiten aus dem Alltagsgebiete des Mikrokosmos. Von Prof. Dr. Paul Lindner

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260
Neue BUcher
die Bedeutung dieses Satzes auch in den folgenden Abschnitten hie
und da anklingt. Somit hitte der Ubersetzer wohl besser getan,
wenn e r die Uberschrift: ,,Die Degeneration der Energie" oder eine
iihnliche gewahlt hltte.
Was nun das Buch selbst betrifft, so bringt es in hervorragend
klarer und allgemein verstandlicher Form aufier jenem Aufsatz uber
die Entropie, solche iiber ,,Die Kalte", ,,hlolekiile und Atome", ,,B e r z e 1 i u s' Cirundstoffe und die Kndioelemente" (durch einen Anhang
..Ober die Doppelganger unter den Eleinenten" forlgefiihrt bis zum
Standpunkt der Forschung im Jahre 1922), ,,Moderne Transmutationsversuche", ,,Zeit, Haum und Hewegung", ,,Kristnllinische Fliissiykeiten
und fliissige Kristalle", ,,Die Kolloide" und ,,Lichtreaktionen". Diese
Ubersicht zeigt, daB alle die Fragen behandelt wurden, die die Physiker und Chemiker gegenwartig am lebhaftesten bewegen. Bei einem
Mann wie T h e S v e d b e r g , der selber auf mnnchem dieser Gebiete
bahnbrechend geforscht hat, ist die griindliche Reherrschung des
Materials selbstverstandlich, aber nicht einem jeden ist es gegeben,
diese schwierigen Gebiete so leichtfal3lich zu behandeln, wie das
S v e d b e r g gelungen ist.
Natiirlich ist der Ubersetzer des Buches sehr wesentlich mit daran
beteiligt, daB sich die deutsche Ausgabe so gut liest; man hat kaum
das Gefiihl, eine Ubersetzung vor sich EU haben, sondern empfindet
den vollen GenuB eines Originals. Vielleicht hatte aber der Ubersetzer einige Unterlassungen des Autors ausmerzen konnen. So diirfte
es doch wohl kaum angiingig sein, bei der historischen Behandlung
des ersten Warmesatzes den Namen €I e 1 m h o 1 t z ganz zu unterdriicken; haben auch R o b . M a y e r und J o u l e die Prioritat, so
ist doch H e 1m h o 1 t z derjenige gewesen, der diesem Satz erstmalig
die exakte mathematische Fassung gegeben und ihn wissenschaftlich
fest begriindet hat. Ebenso hatte der Ubersetzer darauf aufmerksam
machen sollen, daB L o s c h m i d t der erste war, der auf Grund der
A v o g a d r o when Hypothese und der kinetischen Gastheorie die
Zahl und Grol3e der .Molekiile berechnete, so dal3 man von
der L o s c h m i d t schen und nicht der A v o g a d r o schen Zahl
sprechen muB.
Derartige Beispiele konnte ich noch verschiedene anfiihren;
dem Verfasser des vorliegenden Buches als Schweden kann man aber
kaum einen V o r m r f hieraus niachen; gibt es doch zahllose Deutsche,
die mit Vorliebe von der ,,Leideuer", statt von der ,.Kleistschen
Flasche", von ,,Dewar-" statt von .,Weinhold-GefaBen" reden!
Die Verlagsbuchhandlung hat das Buch vornehm ausnestattet; filr
die narhste Auflape mbchten wir aber empfehlen, die Klischees mit
schwedischen Rezeichnungen (S. 35, 114) durch solche mit deutschen
zu ersetzen.
Rassow. [BB. 290.1
Vorlesuneen iiher die Theorie der Wiirmertralilnnp. Von Dr. M a x
P 1a n c"k. Funfte, abermals umgcarb. Aufl. Leipzig 1923. Verlag
J. A. Barth.
G.-M. 7
P e r vierten Auflape dieses Standardwerkes, welches nls das
Quellengebiet der pesamten, in der modernen I'hysilr dominierenden
Qunntentheorie zu betrachten ist, ist in knapp zweiiahrigem Abstand
die fiiiifle gefolqt. Jm prlnzen ist das Buch fast unverandert geblieben.
Jedoch Init der Autor, sich suf inzwischen erfolgte Experimente von
. S t e r n und ci e r 1 a c h stiitzend, hierin einen wesentlichen Grund
gefunden, die von ihm in der zweiten Auflage seineneit eingefiihrte
sogenannte ,,zweite" Fassung der Quantentheorie wieder fallen zu
lassen. Es fehlt somit das ganze zweite Kapitel dcs vierten Abschnitts, dem diese zweite Fassung gewidmet war. Da diese zweite
Fassung den Zweclc hatte, gewisse liui3erst schwerwiegende Bedenken,
die von seiten der Undulationstheorie in Verbindung rnit experimentellen Dnten gegen den Quantengedanken iiberhailpt erhoben werden
mussen, abzuschwachen, so wird dieses Dilemma nun von neueiii
unterstrichen, ein Umstand, nuf den P 1 a n c k ausdriicklich und in
einem besonderen Parngnphen hinweist. - Die soostigen Veranderungen, die sich - meist in den Anmerkungen - aul die neuesten
Experimentalergebnisse beziehen, und die etwas ausfiihrlicher gehaltene Begriindung der Abxiililung der Romplexionen in dem Schlul3kapitel uber den materiellen Korper, sind weniger wesentlieh. - Das
Buch wirkt in dieser Auflage mit seiner meisterhaften Gedankenfiihrung und seinem klassisrh zu nennenden Stil siclierlich ebenso
frisch und modern, wic die vor beinalie 20 Jahren erfolgte Erstausga be.
Ilerrmunn. [BB. 253.1
Die Gaserzeuger. IIandbuch der Gaserei mit und ohne Kebenmoduk.
tengewinnung. 1'011 I: ip1.-Tng. 11. R. T r e n k 1 e r , Direlitor der
Deirtschen Mondgas- und Nebenprodukten-Ci. m. b. 11. Mit 155 Abbildunpeii im Text und 75 Zahlentafeln. Berlin 1923. Verlag von
Julius Springer.
Geb. (3.-M. 14
Verlnsser, der sirh bercits durch znhlreiche Veroffentlichurinen, unler andcrm durch sein Werkchen ,,Die Chemic der
Brennsloffe" (1919). einen guten X:inien geniarlit hat, beTaBt sich
nunnichr niit dem g;inzeii Ocbiet der ,,Gaserei" im Zus;ininieiiliange.
Seine Atsicht wgr. den Stoff mozlichst vollstandig, d.abei aber a w h
ubersirhtlich zu heliaiidrlii. 1)ies ist ihm aurh in weitem h f l e geluncen. Eiiie Einleituiiq und die zwei ersten Kapitel gcben die
theoretische Crundl.\ge des Gebietes, suf der sich d,inii die terhnisc'.eli Tlinzelheiten, die Gnserzeugerkonstruktionen, diesebenproduktengewinnung und schliefllich Anweisungen fiir die Belriebsfuhrung
[
Zcilschrift filr
nngewnndte Chemle
iufbauen. Nachdem erst 1921 die zweite Auflage von F e r d i n a n d
F i s c h e r s ,,Kraftgas" in der Umarbeitung von G w o s d z , das
ien gleichen Stoff behandelt wie das vorliegende Buch, erschienen
war, erhebt sich von selbst die Frage, ob und inwieweit ein Beiurfnis nach einem solchen Buche vorlag. Diese Frage kann mit
p t e m Gewissen bejaht werden.
Das Buch von F i s c h e r 3 w o s d z mu0 seiner ganzen Anlage nach als Nachschlagewerk anzesehen werden, das im Punkte der Vollstlndigkeit das vorliegende
Werk vielleicht, ganz gewiB aber im Punkte der genauen Beschreibung der behandelten Konstruktionen iibertrifft. Die Starke des
r r e 11 k 1 e r schen Ruches liegt in seiner lebendigen Darstellung und
vor allem darin, daD grundsatzlich alle Verfahren und Bauarten vom
chemischen und merhanischen Standpunkte der Kritik unterzogen
werden. Gerade das letztere gibt dern Buche fur den technischen
Leser die groBte Bedeutung, weshalb es als wertvolle Bereicherung
der Gasliteratur nngesprochen werden mul3. Die Ausstattung des
Fiirth. [BB. 256.1
Buches ist ausgezeichnet.
Elektrochemie niebtwiisseriger Liisiingen. Von Prof. Dr. P a u 1 w a 1 d e n . B r e d i g s Handb. d. angew. physikal. Chemie, 13. Bd.
Leipzig 1924. Verlag Joh. Amb. Barth. VIII u. 515 S.
'
Geh. G.-M.24, geb. G.-M.28
Von B r e d i g s bekanntem Handbuch ist nach langer Pause ein
neuer. Band erschienen: W a 1 d e n schildert die Elektrochemie der
nichtwasserigen Losungen. Fur jeden mit der Elektrochemie d s
verflossenen Vierteljahrhunderts Vertrauten ist es klar, dal3 keiner
auch nur annahernd so berufen ist, diese Aufgabe zu losen wie
eben W a 1 d e n , und die Lektiire des Buches bestatigt die I'rognose
vollkommen. Die spriide, unendlich reichhaltige und in tausend
Richtungen noch durchaus unfertige Materie finden wir hier so dargestellt, daB wir uber alle irgend wichtigen Dinge handbuchmiiaige
Auskunft erhalten, und dat3 andrerseits die Lektiire des Buches eine
hiichst angenehme, in vielen Kapiteln geradezu genuareiche ist, eine
Kombination, die nur ein Gelehrter zustandebringen konnte, der
\vie der Verfasser in einzigartiger Weise das Gebiet beherrscht
- dem ein gro5er Teil seiner Lebensarbeit gewidmet ist - und
dem daneben eine so ausgezeichnete schriftstellerische Fiihigkeit
eigen ist.
Die Darstellung steht vollig auf dem Boden der klassischen
Dissoziationstheorie von A r r h e n i u s , auf die neuen Theorien von
G o s h und seinen Vorgangern wird nur hingewiesen: ,,Die weitere
Entwicklung dieser Reformbestrebungen in der Elektrochemie wird
wohl ihren Weg uber die w a s s e r i g e n Losungen nehmen mussen;
wir konnen daher fur die Auffassung der nichtwasserigen Liisungen
vorderhand nur eine abwartende Stellung einnehmen, indem wir
uns der klassischen Vorstellungen weiter bedienen."
Dem kann
man sicher nur zustimmen. So reizvoll der Versuch sein mag, diese
Anschauungen - und die von D e b y e und kf ii c k e l , die erst
nach Abfassung des Buches in Erscheinung getreten sind - auf die
Elektrochemie der nichtwasserigen Losungen anzuwenden, das ware
eine in ihrem Umfange gewaltige Forschungsaufgabe, aber nicht die
des berichtenden Verfassers eines Handbuchs.
Auf den Inhalt des Buches im einzelnen einzugehen, eriibrigt
sich; ich hoffe, dns Vorstehende wird genugen, ihni zahlreiche Leser
zuzufiihren, die in ihm reiche Belehrung in angenehmster Form finden
Bodensteiir. [BB. 267.1
werden.
Mechaniecb- und phyAikaliecb-tecbniecbe Textitnntersucbnngon. Vou
Prof Dr. P. H e e r m a n n. Zweite, vollstiindig umgearbeitete Auflage. Berlin 1923. Verlag von Julius Springer.
Geb. G.-M.12
Es ist sehr erfreulich, dal3 P. H e e r m a n n sein im Jahr 1912
erstmalig erschienenes Werk, das langst vergriffen war, neu bearbeitet
hat, und noch vie1 erfreulicher ist, w i e er es bearbeitet hat. In der
Neuauflage sind die inzwischen veralteten behordlichen Lieferungsbedinyngen weggeblieben, dafiir aber ist eine Fiille neues Material
hinzugekommen, insbesondere die Kunstseide betreffend, so daO man
deutlich sieht, wie eifrig auf dem Gebiet der Faserpriifung gearbeitet
worden ist. Fiir die nachste Auflage ware vielleicht auch noch ein
Nnmenregister erwiinscht, als Hilfe zuni raschen Aufflnden besonderer
Methoden. Das Buch ist gegliedert in folgende Hauptteile: Lupe und
Mikroskop - Mikroskopie der Faserstoffe - Feuchtigkeitsverhaltnisse - Numerierung der Garne - Messen und Wiigen - Drehung,
der Garne und Zwirne - Festigkeit und Dehnung. Ferner schlieden
sich noch kleinere Abschnitte an uber Eiaftfestigkeit, Einreifiiestigkeit, Abreibung, Zerplatzfestigkeit, Falzfestigkeit und Spriidigkeit.
Dann folgt wieder ein groflerer Abschnitt iiber Gewebeanlagen und
endlich eine Heihe kleinerer iiber GarnqunlitHten, Appreturbestimmung, Bastgehalt, Einlaufen, Saugfahigkeit, Wasser-, Luft-, Licht-,
\I'Brmedurchllssigkeit, Bestimniung des spezifischen Gewichts u. a. m.
nas Ruch wird in keiner fnsertechiiologischen Bibliothek fehlen
Kruis. [BB. 289.1
diirfen.
Entderkte Verborgenheiten aus dem Alltagsgebiete des Mikrokosmos.
Von Prof. Dr. P n u 1 L i n d n e r. Paul I'arey, Berlin 1923.
Geh. G.-M 6, geb. G.-M.9
Verfasser hat sich in diesem Buche die Aufgabe gestellt, zu zeigen,
wie aus einer intensiven Hcobachtung und Erforschung der vielen Verborgenheiten im Alltagsgetriebe der mikroskopisch sichtbaren Welt
grol3er Nutzen fiir Wirtschaft und Volkswohl erspieaen kann. Zu-
37. Jahrgaon 1924
1
Seue BUcher
-
gleicli sol1 diese Abhandlung die Freude am stillen GenieBen, die
jeder Naturfreund bei der Betrachtung der ihn uingebenden Natur
empfindet, den virlen, die dazu nur in beschranktem MaDe Gelegenheit haben, vermitteln.
Bei der Fulle des Stoffes konnten nur ausgewahlte Kapitel gegeben werden, die jedoch ein auderst reichhaltiges Material umfassen,
und, wenn sie vielleicht manchmal ohne inneren Zusammenhang aneinandergereiht erscheinen, doch immer den leitenden Faden nicht
vermissen lassen, namlich zu einem tieferen Verstandnis fur alle
unsere Wirtschaft beeinflussenden biologischen Vorgange zu fiihren.
Es ist nicht moglich, den reichen Inhalt in gedriingter Form wiederzugeben. Ein grof3er Teil des Werkes beschaftigt sich mit dem Leben
der Pflanzen, ihrer Assimilation und Dissimilation, mit den Lebenserscheinungen der Bakterien und Pilze, wobei die praktischen N u b
anwendungen fir die Bodenkultur, die Garungs- und Nahrungsmittelindustrie und die sonstigen auf biologischen Prozessen fundierten
Gewerbe zu ihrem Rechte kommen. Interessant sind die Ausblicke,
die Verfasser fiir die biologische Verwertung der Fakalien gibt,
ein Problem von hoher wirtschaftlicher Bedeutung. In den letzten
Abschnitten kommen tierische Mikroorganismen und Schldlinge samt
ihrer Bekampfung zur Besprechung. Die Art der Darstellung ist eine
auderst interessante, lebhafte, so da0 man sich niemals bei der Lektiire dieses Buches gelangweilt fuhlt. Auch hier hat es L i n d n e r ,
wie in allen seinen Shriften, verstanden, den Stoff fesselnd zu gestalten. Dank seinem reichen Inhalt und der Wichtigkeit der bertihrten Probleme kann das Buch auch der Allgemeinheit, nicht nur dem
engereri Interessenkreis, warm empfohlen werden.
L a r s . [BB. 254.1
Die chemische und mikroskopieehe Untersuchung des Harnes. Ein
Handbuch z. Gebrauche f. Ante, Apotheker, Chemiker u. Studierende. Bearb. v. Prof. Dr. E d u a r d S p a e t h , Dir. d. staatl.
Untersuchungsanstalt a. d. Universitiit Erlangen. Funfte, neu bearb.
Aufl. XXTI u. 726 S. mit 111 i. d. Text gedruckten Abb., xwei
farbigen Tab. u. einer Spektraltafel. Leipzig 1924. Verlag Joh.
Ambrosius Barth.
Geh. G.-M. 26, geb. G.-M. 30
Nach einem Zeitraum von 12 Jahren erscheint das S p a e t h sche
Handbuch in fiinfter Auflage. Die Einteilung des Stoffes ist im
wesentlichen die gleiche geblieben. Die einzelnen Abschnitte sind
unter Beriicksichtigung der neuesten Fortschritte der physiologischen
Chemie und der iibrigen in Frage kommenden Forschungsgebiete erweitert worden. Besonders der zweite Teil, welcher die chemische
Untersuchung des Harnes, die normalen und abnormen Harnbestandteile und deren Nachweis behandelt, ist in weitgehendem Maf3e durch
die neuesten bewiihrten Methoden ergiinzt worden. Es ist als ein
Vorzug dieses Handbuches zu bezeichnen, dai3 die einzelren Untersuchungsniethoden in bezug auf ihre Brauchbarkeit kritisch bewertet
werden. Vielleicht entschliei3t sich Verfasser bei einer Neuauflage die besonders fur klinische Zwecke wertvollen mikrochemischen und nephelometrischen Arbeitsmethoden zu schildern. Auch
durfte dann die auBerst genaue Resultate liefernde Methode von
v. L o r e n z bei der Bestimmung der Phosphorsiiure Erwahnung
finden. Das S p a e t h sche Handbuch wird fiir jeden auf dem Gebiete der Chernie und Mikroskopie des Harnes Arbeitenden ein zuverlassiger Ratgeber sein.
Brahm. [BB. 275.1
Eintarhe und Yraktionierte Destillation in Theorie und Praxis. Von
Prof. Dr. C. v. R e c h e n b e r g . Leipzig 1923. Selbstverlag v.
Schimmel & Co., Miltitz b. Leipzig (fur den Buchhandel: L. Staakmann, Leipzig).
G.-M. 17, geb. G.-M. 18
Das vorliegende umfangreiche Werk (etwa 800 Seiten) ist hervorgegangen aus einem Teile des 1910 erschienenen Buches: ,,Theorie
der Gewinnung und Trennung der atherischen Ole durch DestiUation".
In keiner Industrie hat die Destillation eine so groi3e Rolle gespielt
wie in der Industrie der atherischen Ole, in ihr hat sich naturgernu
eine Summe von Erfahrungen angereichert, die dem Verfasser bei der
Abfassung des vorliegenden Werkes zugute kam. Mit ebenso groBem
FleiB wie Geschick hat er es denn auch verstanden, unsere Kenntnisse
uber das gesamte Gebiet der Destillation zusammenzufassen und so
wohl die umfangreichste Bearbeitung desselben zu liefern, die bisher
erschienen ist. Einen breiten Raum nehmen die Tabellen der Dampfdruck- und Siedepunktskurven mit einem im Anhang dazu gegebenen
Originalarbeitenveneichnis ein, die in ihrer Reichhaltigkeit die entsprwhenden Stellen, z. B. des bekannten Tabellenwerkes von L a n d o 1 t - B o r n s t e i n , noch oftmals iibertreffen. DaD hierbei auch
neueste Arbeiten noch Beriicksichtigung fanden, diirfte um so dankenswerter erscheinen, als ein Vergleich einzelner Zahlenangaben in
beiden Werken noch Unsicherheiten beweist, deren Behebung nur
der zukunftigen Bearbeitung moglich sein wird (z. €3. Essigsaureanhydrid Kp. 136,4 und 139,s O). Eingehende Behandlung finden
die theoretischen Bedingungen der Wasserdampfdestillation bei gewijhnlichem Druck und Unterdruck und die Uberhitzungsdestillation,
die mit zahlreichen Reispielen aus der Praxis und fiir die Praxis
belegt werden. Auch die Cracking- und Teerdestillation und -fraktionierung fanden in diesem Rahmen eine breitere Darstellung unter
Hinweis auf einschllgige Sonderliteratur. Vielen willkommen wird
auch das Kapitel : ,,Fraktionierte Destillation im Laboratorium" sein,
261
- --
n dem eine Zusammenstellung der vielen empfohlenen Fraktionieriufsiitze, deren Wirksamkeit und Abmessungen gegeben wird. Hier
iarf vielleicht fur eine spatere Auflage die Bitte ausgesprochen werien, das Kapitel iiber ,,Vorlagen" noch etwas ausfuhrlicher zu beiandeln, da das Destillieren durch Hahne hindurch, wie es die dort
illein empfohlene I3 e r t r a n d sche Vorlage erfordert, nicht nach
ledermanns Geschmack sein durfte.
Alles in allem genommen, stellt das in der bekannten Fabrik
Schimmel & Co. entstandene Werk eine sehr schatzenswerte Bereicherung der deutschen Fachliteratur dar, das dem Techniker wie
dem Wissenschaftler bestens emphhlen sei.
Klingemann. [BB. 279.1
Enndbucb der biologiseben Arbeitsmetboden. Von Geh. Med.-Rat
Prof. Dr. E. A b d e r h a l d e n . Abt. IV Angewandte chemische
und physikalische Methoden, Teil 6, Heft 1, Lief. 112. Berlin u.
G.-M. 15,W
Wien 1923. Verlag Urban & Schwarzenberg.
Die vorliegende Lieferung eraffnet die Darstellung der M e t h o dik zur Erforschung der Funktionen des Verdauu n g s a p p a r a t e s im Rahmen des A b d e r h a l d e n s c h e n Werkea
Nach einer Zusammenstellung der Methodik der Untersuchung des
Speichels und der wichtigsten Methoden zur Untersuchung des Inhalts
des Verdauungstractus der Pflanzenfresser von S c h e u n e r t folgt
eine Bearbeitung der Facesuntersuchung beim Menschen von L o h
P i s c h , die fur sich ein abgeschlossenes Ganzes von grbDter AusIuhrlichkeit darstellt und in jeder Frage den gewunschten Rat erteilen wird. Gerade hierbei erkennt man deutlich den hohen Wert
des A b d e r h a 1 d e n schen Gedankens in seinem Sammelwerke,
Wiederholungen nicht zu scheuen, sondern vielmehr a 11e gebrauchlichen Methoden in j e d e m Einzelfalle zu schildern. Auf diese Weise
ist es moglich, die gleiche Methode in ihren verschiedenen Anwendungsmoglichkeiten kennenzulernen und durch Vergleich mit
Schilderungen an anderen Stellen des Werkes alles das herauszufinden,
was fiir den Spezialzweck des Ratsuchenden a m geeignetsten ist.
Die quantitative Facesaschenanalyse ist von L o c k e m a n n anschaulich mit ihren groBen Erfordernissen nach sorgfaltiger Arbeitsweise
dargestellt, und A. L o e w y steuert einen vorzuglichen Abschnitt, der
zu seinen Spezialgebieten in naher Beziehung steht, uber die Darmgasuntersuchungen bei. I s a a c und A m e 1u n g beschlieden die
Lieferung mit einer Abhandlung uber die Untersuchung des Mageninhaltes, wobei insbesondere die klinischen Methoden ausfuhrlich berucksichtigt sind.
Alles in alleni ist die neue Lieferung wiederum ein glanzender
Baustein zum grof3en Werk.
Scheunert. [BB. 250.1
-
Die Bioehemie in Einzeldarstellungen. Herausgegeb. von A. K a n i t z.
V. C h e m i e u n d P h y s i o l o g i e d e r N u c l e i n s t o f f e nebst
Einfiihrung in die Chemie der Purinkorper von Dr. R. F e u 1 g e n,
a. 0. Prof. der physiologischen Chemie an der Universitat GieBen.
Mit einem Sonderkapitel: D i e P a t h o l o g i e d e s P u r i n s t o f f w e c h s e l s von F r i e d a F e u l g e n - B r a u n s . XI u. 432 S.
Berlin 1923. Verlag von Gebriider Borntrager.
G.-M. 22,M
R. F e u l g e n hat sich seit einer Reihe von Jahren mit Forschungen auf dem schwierigen Gebiete der Nucleinsauren beschaftigt
und beherrscht infolgedessen das Sondergebiet der Nucleinstoffe. Zunachst werdcn die stickstoffhaltigen Bausteine der NucleinsSiuren und
verwandter Korpcr abgehandelt. Die Konstitution, der Abbau und
die Synthesen der F'urinkorper bilden ein weiteres Kapitel, dem ein
solches folgt, welches die Darstellung, Eigenschaften, Verbindungen,
Umwandlungen, die Erkennung und die quantitative Bestimmung der
Purinkorper und deren Abkommlinge beschreibt. In gleicher Weise
sind die Pyrimidine, Thymin, Cytosin und das Uracil abgehandelt.
Der nachste Hauptabschnitt betrifft die bisher bekannten Nucleinsliuren, deren Zusammensetzung, Darstellungen und Verbindungen.
Besondere Kapitel sind der Physiologie und Pathologie des
Purinstoffwechsels gewidmet, letzteres von F r i e d a F e u 1 g e n B r a u n s verfaBt. Die Literatur ist mit grodtem FleiBe zusammengestellt und weitgehend beriicksirhtigt. Ein ausfuhrliches Namenund Sachregister erhoht den Wert des Werkes. Brahm. [RB. 268.1
Mil&, Butter nnd Kiise. Theorie u. Praxis ihrer Gewinnung, Aufbewahrung u. Untersuchung. Vop Dr. H. L u e r s ,Prof. fur angew.
Chemie an der Techn. Hochschule Munchen. Mit 13 Fig. 131 Seiten.
Sammlung Goschen Bd. 868. Berlin u. Leipzig 1923. Verlag Walter
d e Gruyter & Co.
G.-M. 1
Die Sammlung GBschen ist durch das neue Bilndchen um einen
ausgezeichneten Oberblick der Gebiete der Milchkunde und Molkereiprodukte bereichert worden. Alle Abschnitte bringen die neuesten
Anscbauungen in vorbildlich klarer knapper Darstellung. Insbesondere sind die theoretischen Kapitel (Physiologie, Chemie und Bakteriologie der Milch, Theorie der Aufrahmung, der Butterung und
Kasebereitung) vom modernsten Standpunkt aus dargestellt. Die
praktischen Kapitel (Gewinnung, Behandlung, Verwertung und Untersuchung der Milch, Praxis der Butter- und Kiisebereitung, Kasearten,
Kunstbutter und Margarine, Untersuchung von Butter und Kase) stehen
dem nicht nach. Das Buchlein kann jedem Interessenten warm
empfohlen werden.
Scheunert. [BB. 260.1
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