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Erfahrungen ber Umwandlungen von Eisenerzen.

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262
schen Ringe ') zu geben, in soweit sich aus der Beschreibung derselben urtheilen lafst, da ich dieselben selbst wahrzunehmen nicht Gelegenheit hatte. Sieht man durch eine
ganz klare, seladongrune Auflgsuog von Chromchlorid in
Wasser gegen einen hellen Grund, so stellen sich dein
Auge genan in der Selirichtuiig auf dein griinen Grundc
violette Ringe dar und zwar stets voii scbeinbar gleicher
Grofse, man mag durch cylindrische oder von Ebenen begranzte Glasflaschen hindurchsehen ; man mag sie nahe vor
das Auge halten oder sic in der Entfernung des deutliclw
Sehens dein Auge darbieten. - Auflosungen von Chroinalaun etc. zeigten analoge Erscheinuugen; heim Chromalaun neigte sich die Farbe der Ringe in das Indigblaue.
Kupferchlorid, essigsaures Kupfer etc. geben keiiie Ringe,
sondern in der Sehaxe einen etwas lebhafter gefarbten, hellereii Fleck, (c
Die Auflosung von Kupferoxyd in Aetzammoniak geht in den dicksten Stellen in Violett. iiber,
indein sie den reinen, violetten Strahl i n allen Dicken
durchliifst. Hier erscheinen die Ringe dunkler, blau, etwas ins Violette geneigt.8 3) Die Projection des Ringes
auf einer durch das blaae Mittel betrachteten Fcnstertafel
lafst eine zieinlich entsprechende Messung zu wid ergiebt
die Winkelgrijfso des Ringes = 4' 5O'.ri
-
JJ
_ _--..
V.
Erfuhrungen iiber Urnwandlungen con Ez'senerzen; con E. E'. G l o c k e r .
Die grofsse
Aufinerksatnkeit, wclche inan in iieuerer Zeit
den Veriinderungen und Uniwandlungc~l widmet , deiien
die Mineralien und Gcsteiue sowohl im Innern der Erde
als a n ihrer Oberfl~chc ausgesctzt sind, hat bereits iiber
I ) P o g g . A n n R d . 50, S. 403 (1847) und Dd. 88, S. 451 odcr Sitzungs1 x 1 iclrte dcr W i e n e r Akndcmie 1852. Bd. 9, S. 240.
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viele Erscheiriungen im Kleinen und iin Grolsen wichtige
Aufklarungeo herbeigefiihrt, l a eitie neue Welt im Gebiete
der Mineralogie und Geologie aufgeschlossen, Die Meilge
des M,aterials , welches der Wissenschaft durcli die rastloseii Bei~iiihungen der Chemiker, Mineralogen und Geogiiosten io Retreff dieses Gegeiistandes zustromt, ist fast
nicht zu bewdtigen. Ehe das Ganze uinfast werdeii kann,
wird cs gut seyn, sich auf enge Kreise zu besclir~nken,
und SO will ich hier vorlaufig eiiie kleine Reihe von Erfabrungen mittheilen , welche sich auf die Umtuarcdluizgen
verschiedener Eisenerm beziehcn, und zwar, UUI den Kreis
noch eager zu ziehen, nur solche Erfalirungen, welche icli
in Maliren und Schlesien an O r t uiid Stelle gesammelt
habe. Ich werde nur cine gedrangte Uebersicht meiner
Beobachtungen geben, wenii gleich bei i~~anchen
die Versuchung nabe liegt, die Thatsachen zum Rehufe naherer
Erarterung weiter zu verfolgen. Die meisten lasseu sich
ubrigens leicht oder mit Watirsclieinlicbkeit erklaren.
Es darf wohl kaurn daran eriiinert werdeii, dafs die
Uinwandluiigen der Mineralien VOII grofstem Einflusse auf
die Gebirgsinassen uud Gebirgsschicbten sind, in deiieii
sie vor sich geheii, ja dafs die gauze Thatigkeit im Iniierii
der Erde sder das Lebeu der Erde hauptsachlich durch
sic bestiinmt wird. Es entstehen iminer wieder neue Yroducte und es findet dalier cin fortwahrcndes Schaffeii im
Iunern der Erde statt. Nicht allein Krystalle erleiden Veranderungen in ihrer Substanz und werden dadurch zu sogeiiannteri Pseudokrystallen oder Pseudo~norphosen,sondern
auch ganze grofse Massen nelimeii aii solchen Veranderungen Tbeil, und diese sind naturlich fur die Geognosie
uud fur die Geschichte der Erde vori der grofsteii W-ichtigkeit. Mit grofser Wahrscheitiliclikeit kann man annehmen, d d s dic meisten dcr die Erdriiide bildenden Mineralicii und Gesteine iiicht mehr ihre urspriinglichc Heschaffenlieit hcsitzen , sonclera mebr oder weniger uingewaiidclt
siud. Uenn seit den lltesteu Zeiten habeii solchc Umwaudlungen iiii Innerii der Erdc statt gefunden, uiid sic
264
schreitrn nocli iinmer unaufharlich fort uad keine Substanz
ist davon ausgenommen. Eine der ersten Stellen in Betreff itirer Wirkungen nehineii die Uiiiwandlungen der Eiseiierze ein. So steht z. B. mit der Uinwaiidlung des Magiieteisenerzes in Brauneisensteii~ in geiiauer Verbindung
die oft bis zu bedeuteiiden Tiefen stattfindende ,4ufliisung
des Thonscliiefers und seine Urnwandlung in weiclie feinerdige Substanzen gnnz anderer Art oder auch i n Thoneisenstein, wovon wieder Rauinesveranderungen und Gesteinsbewegungeu auf ~nanchenLagerstatten weitere Folgen
sind. Ebenso kBnnen die Uinwandluugen des Schrvefelkieses, Markasits uod Eisenspaths Zertruinmerungen und
ZerstBrungen verschiedener Gesteine, und, wenn sie in
grolsen Ausdehnungen erfolgen , nach Iangerer Zeit selbst
grolsartige inechanische Veraiiderungen iu der Erdrinde
hervorbringen u. s. f.
I.
Urnwandlung von M a g n e t e i s e n e r z i n E i s e n g l a n w
u II d R o th ei s e n er z.
Uiese Uinwaudlung komrnt sowohl im Kleiueii als im
Grofsen vor, bei Krystallen , kleineii Erzparthieen und in
groisen Massen. Sie vollendet sic11 haufig ganz, so daEs
die umgewaiidelte Masse aufser der Form alle Eigenscliaften des Eisenglanzes oder Rotheisenerzes annimmt.
1. Schon vor Iangerer Zeit sind im Granit am W’irthshausberge hei Schiinberg im iiirrdlichen Mahren Pseudo krystalle oon Eisenglanz ( iiietallisch-gl~nzenden Hamatit)
nach Octaederformen des Nagneteisenerz.es vorgekoninien,
aus den] letzteren durch hohere Oxydation des Eisens, d. i.
durch Uebergang des Eiserioxydoxyduls in Eisenoxyd entstanden. Es sind 1 his 2 par. Lin. grofse regulare Octaeder, zuweilen tafelartig verkiirzt, init einer deutlich bliittrigen Structur, ganz ubereiiistiiiiinend init der blattrigeii
Structur des Eisenglanzes parallel der gerade-angesetzteii
Endflache, von einer Mittelharte zwischen Feldspath- und
Apatitharte, auch in dic erste ubergehend, von eiseuschwarzer Farbe, starkeui i\letallglaiize uiid kirsdirothem Striclic.
265
Sie erscheinen theils einzelii, tbeils in ganzen Gruppeu
aufgewachsen auf derbein grofsblattrigem und geradschaligem oder auch kleinkornigem Eisenglanz, welcher vielleicht
ebenfalls pseudomorph, d. i. aus urspriiaglichem Magueteisenerz hervorgegangen ist. Dieses Vorkouimen hat die
grofste Aehnlichheit niit den aus Eiseiioxyd bestehendeu
OctaGdern aus Brasilien , welche Hr. Prof. E r e i t h a u p t
unter dem Namen Martit als eine eigene, mit dein Eisenglanz dimorphe Gattung betrachtet, die aber aufser der
Form i n alleii Eigenschaften init dem Eisenglanz iibereinstimuieu. Da die Schhberger Pseudokrystalle ganz deutlicli die axotome bllttrige Structur des Eisenglanzes zeigen, so hat bei der Utnwandlung des Eiseuoxydoxyduls
in Eisenoxyd das letztere auch jene Structur angenommen.
Es ist dieses also eiiie Pseudomorphose gain ahnlich derjenigen der Pseudokrystalle der Hornblende nach Augitformen (des sogenannten UraIits) und dient aufs Neue
zum Beweise , dafs auch ein vollkommeu krystallinisches
Mineral wit Beibehaltung seiner blattrigen Structur uiiter
der iiufsern Krystallform eines anderen Minerals erscheinen kann, welches aber in der chemischen Mischung jenein
nalie verwandt seyn mi&, wie dieses eben bei der Hornblende und dem Augit und beirn Eisenglanz und Magneteisenerz der Fall ist. Einander cheinisch sehr nahe stehen& Suhstanzen klinnen sich also in einander umwandeln,
und die eine kann auch die krystalliiiische Structur der andern zugleich mit der ganzen innern Beschaffenheit annehmen, aber unter Beibehaltung h e r aufseren Form.
2. Iu dein Thonschiefer der Annagrube bei Btirn UIIweit Sternberg wird feinkdrniges Magneteisenerz, gebrochen,
welches grofstentheils in ganz frischein glanzendem Zustaude ist und den charakteristiseheu sctrwarzen Strich besitzt, dagegen an einzelnen Stelleu aucli, ohne dafs im
aufseren Anselien die geringste Veriinderung bernerkbar
ware, eiiien schmutzig kirschrotlien Strich zeigt. A n sol
cheii Stellen fiiidct also ein Uebergang in Ezsenglans statt.
3. In eiucni 1852 aagelegten Schachte der Georgi
2G6
;;rube im Wal de Liskowits bei Sternberg hat inan einen
sehr feinkornigen Eisenglanz. angetroffen, welcher zuin 'L'heil
in cinein frischeii inetallisch gliinzenden , zum Theil aber
nuch in eiuein etwas aufgelbsten weicheren fast inatteii Zustaiide sich hefindet, upd mit zeisiggriinem kleinmiiscliligem Piuguit durchmengt ist. Wiirde dieser Eiseuglaliz
nicht den charakteristischen kirschrothen Strich besitzen,
so konnte inan ihn sehr leicht fur Maguetcisenerz halten.
Auch ist es wobl keinem Zweifel unterworfen, dafs er
durcti Umwandlung aus dein feinkoruigen Magneteisenerz
hervorgegangen ist, welches die Hauptmasse in der Georgigrube ausmacht. Die grolse Feuchtigkeit der Grube k n l i n
liauptsachlich dazu mitgewirkt haben, dals das Magneteisenerz einen Iioheren Oaydationszustand annahrn, d. 11. zu
vollkominenem Eiseiioxyd wurde. Eben daraus erklgrt sich
aucli die Bildung von gelbein Eisenocher, welcher in vielen sehr kleinen einzelnen Theilchen das Gemenge von
Eisenglaiiz und Pinguit durchdringt.
4. Bei Christdorf unweit Hof im iisterr. Schlesieii ist
cine Eisenerzmasse abgebaut worrlen, in welcher dichter
Eisenglana und dichtes illagneteisenera sich in iiiniger Verbindung init einander darstelleii wid ganz allmlhlige Ueherg h g e in eiuander zeigen, wie sich augenscheinlich an deiii
ails dein Rothen durch Zwisclieiistufen ins Schwarze iibergehcnden Striclie erkennen l#Cst.
5. In der Bartholomausgrubc Stunde oberhalb Gobitschau, links von der Strafsse nach Mautzendorf, I: Stunde
von SternDerg, ist im J. 1852 im Thonschiefer ein Lager
von sehr feinkornigem ~ ~ ~ n e ~ e ~ s ae unfgedeck
e r a t word en,
welches kleiiie Tafelkrystalle und krystallinische Bliittcheii
von starkgliinzendem Eisenglana eingeschlossen entlialt.
Man konnte diesen Eisenglanz fur cine splterc Bildung
halten , hervorgegangen aus dcni Magilcteiseiierz ; danii
ware es auch ein Fall V O U Uinwandelung. Man kaiiii a b e r
auch atinebmen, d d s die Eiseaglaiizkrystalle urspruiiglich,
zugleich init dem sie urngebeiidcn Magnetcisenerz elitstandeli sind, uiid diesc Auiiahiric haltc icli fur die wahrschein-
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lichere. Dafiir spricht die Analogie der im feinkornigen
und dichten Rotheisenerz vorkommeiiden Eisenglanzkrystalle, welche nur eine gleichzeitige Bilduug mit dem letzteren seyn konnen. Auch lnuL mail nicht a u t e r Acht lassen, d a t Eisenoxyd uud Eisenoxydoxydul so leicht unter
wenig abweichenden Urnstanden sich neben einander bilden lidnnen, uiid dafs in der Natur auch der umgekehrte
Fall von dem oben erwahnteo aufserordentlich haufig angetroffen wird, dafs nlmlich Magneteisenerz von Eisenglanz umschlossen ist. Im schlesisch-mahrischen Gebirge,
welches so reich an Lagen des schonsteii schiefrigen Eisenglanzes ist, zeigt sich der letztere oft auf weite Streckeii
hin init zahllosen Octaedeni mit Magneteisenerz angefullt,
wie unter andern rorzuglich bei Ritsch unweit Sternberg,
bei Bergstadt, Romerstadt , Prockersdorf, Pinke unweit
mabrisch-Neustadt u. a. 0.
6. Eine Umwandlung des Magneteisenerzes in den ausschliefslich sogenannten Rotheisenstein Werners oder das
Rotheisenera (den rothen Hamatit) sclieint im Allgeineinen
selten zu seyn. Mir stchen keine ausgezeichueten Beispiele
davon zu Gebot. Indessen gehort hierher ein recht schiilies Vorkominen von Lettowita, welches einzig in seiner
Art zu seyn scheint. Es ist dieses die Erscheinung blutrother Flecken rings um eiiigesprengtes Magneteisenerz
herum, womit ein hellgriiiier Talkschiefer angefullt ist.
Die rothen Flecken werden entweder durch dichten Rotheisenstein oder durch eine mit solchem stark imyragnirte
dichte kalkige Masse hcrvorgebracht, und konnen wohl nur
von einer Ulnwaiidluiig eiiies Theils des Magneteisenerzes
in Eisenoxyd hergeleitet werdeu. Bei weiterem Fortschreitcn der Umwandlung wiirde das Mag~ieteiseuerz zuletzt
ganz verschwinden.
11.
Uebergang v o n Eisenglanz in Rotbeiscnerx.
Von einer Umwaiidliing des Eisenglanses (mctalliscb
glsnzenden Hamatits) i n Rotheisenem oder Rotheisenstein
( rothen Hamatit) kann eigentlich nicht die Rcde seyn, da
268
h i d e , als Eiseiioxyd, ihrer chemisctien Masse nach, identisch sind, sondern nur von eiiiein Uebergauge, indem das
eine die pliysischen Eigeiischaften des aiideren anniinmt,
walirend die cheunische Mischung uiiver$ndert bleibt. I)a
indessen beide iioch jetzt von eiiiigell Mineralogen fur
verschiedene Gattuiigen gehalten werden, so ist auf die
Erscheinuiigen aufinerksatn zu inachen, welche beweisen,
d a b beide als blofse Arten zu einer Gattung geharen und
vollkoininen in eiiiaiider iibergehen.
Iiidem der feinkornig-krystallinische Eisenglanz, wie mati
dieses fast an alleii Localitaten desselben walirnehnien kann,
uiid besonders haufig und ausgezeichiiet auf deli Eiscuglanzlagerstatteii Mahrens und an inehreren Qrteii iin slchsischen Erzgebirge, zugleich init dein VerIuste seiiles inetallischen Glanzes stufenweise vollkouiinen ins Dichte iibergcht, andert sich sein kirschrother Strich alllnahlich in deli
blutrothen uin , und dieses ist schon das Kennzeichen des
Rotheisens teins. Es ist ganz uiimoglich, an Stiicken, welche
diesen so dentlichen Uebergang zeigen, den Eisenglanz voni
1Zotbeisenstein scharf trennen zu wolleii, uiid auch die Unterscheidung beider als Arten einer Gattung ist uur zuliissig, weiiii man sie in den Extremen ihrer Ausbildung betrachtet ; deiin es giebt wahre Mittelzustande zwischen beideli. Den dichten Eisenglaiiz kaiin man nur iioch so lange
als solchen bczeichnen, als sein Strich iioch kirscliroth ist ;
lndert sich diese Farbe, so stellt er aufangs eineii Mittelzustand dar, uiid wird zuletzt wirklicli zu dichteln Rotheisenstein. Ebenso lafst sicli auch ein Uebergaag des feiiischuppigen inetallisch gleiizenden Eiseiigliromers durch eiiie
Reihe von Mittelstufeii bis in den Rotheisetirahni oder
schiippigen rothen Hamatit nachweisen. Die stahlgrauen
oder eisenschwarzeii B1attchen des ersteren gehen , indein
sie sehr diim und durchscheinend werden , allmahlich ins
Kirschrotlie iiber, woiriit ihre Fuiidanieiitalfarbe hervortritt
und womit sich auch der Glanz andert; indein sie zuletzt
ausnehmeiid feiit wcrdeit, verliert sich auch ihre Harte und
Spriidigkeit, sic kirbcii a b urid wcrdeii zu Kothciscnrahni.
2G9
111.
U m w a o d 1ii n g v o n M R g e t e i sen e r 2; i n B r 811n ei s e n s t e i n.
Magneteisenera und Brauneisenstein kommeii sehr oft
a u f einem und deinselben Lager mit einander vor, zuweileri
von einander deutlich geschieden, aber fast iioch haufiger
in so inniger Verbindung mit einander, dafs man ihre Grgnzen niclit angeben kann, indein das Magneteisenerz sich
allmlihlich in den Brauneisenstein verliert. Belege fur das
Letztere liefern folgende Vorkommnisse.
1. Seitwarts von den obersten Hausern von Prockersdorf, Q Stunden von Btirn findet inan ein schmutzig gelblichbraunes sehr eisenschussiges nnreines dickschiefriges
Gestein oder einen sehr unreinen thonigen Brauneisenstein
als inBchtige lagerartige Masse anstehend, welche von Lctten bedeckt ist, und in einem Tagebaue sowie in einem
Stollen der Rarbaragrube abgebarit wird. Im Innern zeigt
diese Masse an sehr vielen Stellen griifsere uiid kleinere
Parthieen von ganz frischen glanzenden ~ e i n ~ ~ r nMagige~
neteisenera, auch mit sehr kleinen Octa6dern. T h e Magneteisenerzparthieen sind unmittelbar von gelblichbraunem Eisenocher umgeben, welcher das nSchste Product der Ummandlung derselben ist. An inanchen Stellen ist aber das
Magneteisenerz ganz verschwunden und nur der weiche
unreine thonige Brauneisenstein vorhandeii, welcher, wie
man leicht erkennt, durch Umwandlung von Thonschiefer
iin Gemenge mit den i n Eisenoxydhydrat aufgelosten Magneteisenerztheilchen entstanden ist. In kleinen Vertiefungen
hat sic11 in dieser Masse auch rother Eisenocher ausgeschieden. Man hat also hier eine Umwandlung vou Magiieteisenerz in grofsem Mahstabe, d. i. als ganzes mzchtiges
Lager, zugleich mit einem Theile des das Lager einschlie€senden und voin Magneteisenerz selhst durchdrungenen
gleichfalts umgewandelten Uebcrgangsthonschiefers. In der
eisenschfissigen thonigen Masse fand ich auch noch wohl
erkennbare, wenn gleich auch sehr aufgeloste kleine Parthieen von gelblichbraunem porbsein inandelsteinartigen
Thonschiefer.
Fine Umwandlung von Thonschiefer, Bhnlich dein zu-
270
letzt c r w ~ h n t e n , zeigt sic11 auch a111 Anfangc des Windiniililenbcrges bei Sternberg, wo in der Procopigrube cin
Lager voii weichem gelblichbrauncm thonigen Brauneisenstein bebaut wird, welches auch reinen dichten flachmuschligen Brauneisenstein und gelben Eiseiiocher einschliefst.
Ein Theil des thonigen Brauneisensteins ist von erdiger
Beschaffenbeit, sehr zerbrechlich und mit sehr kleinen Poren
angefullt; dieses ist ohne Zweifel ein ganz aufgeloster und
sehr eisenschiissiger mandelsteinartiger Tbonschiefer.
Der
in neuerer Zeit angelegte laiige Stollen am Fufse der Pinker
Anhohe, 4 Stunde von mahrisch-Neustadt, ist durch einen
rothen schiefrigen Letten getrieben, welcher sehr wahrscheinlich ebenfalls durch Auflbsung eines Theils des eisenreichen Thonschiefers entstanden ist, aus welcheui die Grundin ass e j en er An hbhe best eh t.
2. In der Georgigrube am unteren Rande des Liskowitawaldes, eine Stunde nordlich von Sternberg, in welcher sic11
der oben erwahnte feinkornige Eisenglanz findet, ist auch
eine 9 Furs machtige lagerartige Masse von feinkbrnigcm
Magneteisenerr, vorgekommeii , welches die auffallende Erscheinung einer schnelbn Furbenanderung zeigte. Auf seiner Lagerstatte war es noch vollkoinmen eisenschwarz und
glanzend, aber doch schon in einem ziemlich aufgelbsten
Zustande, n a d i c h miirbe, weich, sehr leicht zersprengbar,
sehr stark mit Feuchtigkeit durchdrungen und mit vielen
unregelmafsigen Kluften durchzogen. Von seiner Lagerstatte entfernt und der Luft ausgesetzt anderte es seine
Farbe allmahlich in eine schinutzig dunkel -graulichbraune,
ond verlor an der Oberflache seinen Glanz. Es war dieses also eine anfangende Urntoandlung in Eisenoxydhydrat,
welche haupts;ichlicli durch die in dem Magneteisenerze
cnthaltene Feuchtigkeit in Verbindung mit der Einwirkung
der Luft veranlafst worden zu seyn scheint.
3. In der Nahe von Gobitschau bricht in der Eduardgrube im Uebergangsthonschiefer derbes feinkorniges Magneteisener.5 bis zu 1 7 Klafter Tiefe, von da an aber tiefer
hinab dichter und ochriger Branmeisenstein. Zwischen bei-
-
27 I
den lafst sich kcine scharfc Grlnze zielicn, und cs ist init
Wahrscheinlichkeit anzunehmen, dafs auch hier der Brauneiseiistein durch Aufliisuug des Magneteisenerzes unter Mitwirkung der Feuchtigkeit, welche dort in der Tiefe zunimmt, elitstanden sey. Mitten zwischen diesein Brauneisenstein fand ich auch einzeIiie Drusen von braunen Eisens~~athrhoiiiboi;der~i,
aus welchein Vorkoinmen geschlosseii
werden liann, dafs Eisenspath ebeufalls durch seine Uinwandlung zur Bildung des Brauneisensteins beigetragen
Iiabe, wenn auch nur stellenweise und im Kleinen.
4. In der Yauligrube bei Sternberg, sowie in einer
Eisenerzgrube am oberen Rande des Kuhgrabens bei Ritsch
niirdlich von Sternberg, befinden sich in der Tiefe lagerartige Mnssen von Magneteisenerz, und iiber diesen diclitcr
und ocheriger Brauneisensteia nebst einem unreinen iniirben
eisenschussigeii Gestein. Die Lagerungsverhaltnisse beider
gegen einander sind nicht deiitlich ermittelt ; es weisen
aher d l e Umstande darauf hin, dafs das Magneteisenerz
das urspriingliclie Gebilde, und der Brauneisenstein erst
durch Umwandlung aus ihm hervorgegangen ist.
1V. U m w a n d l u n g von R o t h e i s e n e r z i n B r a n n e i s e n s f e i u
und v o n Brauneisenstein i n Rutheisenera.
Rotheisenerz und Brauneisenstein komnien in lIteren uiid
inittleren Gebirgsformationeu iiiclit selten in Verbindung
init einaiider vor, und zeigen zuweilen gegenseitig Umwandlungen in einander. Ich fiihre im Folgenden einige
Beispiele hiervon aus dem Bereiche meiner Erfahrungen in
Miihren und Schlesien an. Von den aus anderen Landern
bckannten Erscheinungen dieser Art ist vielleicht am merkwiirdigsten die Uinwandlung des xanthophanen edleii Brauneisensteins ( des Nadeleisenerzes ) in Rotheisenerz, wodurcli
Psendokrystalle des letzteren m c h den Saulenformen des
ersteren entstanden sind; diese Dseiidokrystalle bestelien
nach R a mine 1s b e r g aus reiuein Eisenoxyd ood habeii
ganz die Winkel jener Saulen. (Diese Annal. Bd. LXVIII.
S. 478). . Umwandlungen von faserigcin Brauiieisenstein
272
i n faserigcs Rotheiseiierz hat Hr. Bcrgrath H a i d i n g e r
geschildert. (Berichte iiber die Mitth.
Fr. d. Naturwiss.
ia TVien, Bd. I. 1847. S. 36 ff.).
1. In einem Schachte bei Niemtschita uiiweit Bo8kowita
wurde vor etlichen Jahren in einer Lettenlage neben Uebergangskalkstein dichtes Rotheisenera mit blutrothem Striche
zugleich mit dichtem Brauneisenstein abgebaut. Beide waren fast mit einander verbuuden, aber keineswegs gegen
einaiider abgegranzt, sondern gingen unmerklich i n einander uber. Uas Kotheisenerz eiithielt zugleich trummerartigc
Parthieen sowohl von rothem als von gelbein EiseJiocher. Durch solche Uebergange entstchen manchmal Eisensteine,
von denen man im Zweifel bleibt, ob nian sie zum Roth-,
oder zuin Brauneisenstein rechnen sol1 , iiideni ihr Strich
weder roth noch braun noch gelb ist, sondern Mittelfarben
zwischen rothlichgelh und blaulichroth zeigt und a n verschiedenen Stellen ungleich ist, d. h. sic11 bald mehr dcr
rothen, bald mehr der braunen oder gelben Farbe n ~ h e r t .
Solche Mittelzust'dnde verdienten besonders chemisch untersucht zu werden, um die Menge des W'assergehalts zu erkliren und uin bcstiinmen zu konnen, wie dieser sich zu
dcr Farbe verhalt.
2. Am Spitzberge bei Ranichsdorf in der Nahe von
inBhrisck- Triibau ist in einem rothen groben Conglomerate
der 'Grauwackenforination sowohl dichtes Rotheisenera mit
blatrothem Striche als dichter harter Braulzeisenstein gebrochen worden, beide uuinittclbar iieben uiid in einander.
A n vicleii Stellen verliert sieh das einc Erz unnierklich i n
das andere und sie gehen vollkommen in einander uber.
3. Bei Knesowiska,
Stunde von Lettowita, in dcr
Richtnng gegen vSTranowa, ist in den Jahren 1646 und
1847 i n eiiiein braunen Letten unter dem Rasen eine Anzalll
einzelner grofserer und kleinerer geschiebeartiger Stucke
von dicktem, sow oh1 reinern als thonigem Botheisenera und
von dichtem Brauneisenstein erschiirft worden. Beide zeigea die deutlichsten Uebergange in einander. Der dichte,
zum Theil auch etwas poriise rind zerfresseiie Braaucisen17.
+
273
stein, aus w-elchem viele dieser Stiicke bestehen, gelit schon
in kleinen, durch Zerschlagen erhaltenen Handstiickeii aus
der gelblichbrauneii i n die rothlichbraune und weiterhin
braunlichrothe bis dunkelblutrothe Farbe uber, und wird
so Zuni Rotheisenerz. An manchen Stiicken wechseln kleine
rothlichbraune mit grokeren brdunlichrotlieo Parthieen ab,
ond beide zeigen ejnen Strich von eiiier Mittelfarbe zwiwhen ziegelroth und braunlichgelb , so dafs solche Stiicke
t:inen Mittelzustand zwischen Rotheisenstein und Rraunt:isenstein darstellen. Eine chemische Untersuchung wiirde
wohl zeigen, dafs solche Stiicke nur einen sehr geringen
VVassergehalt besitzen. Indessen scheint, nacli der Strichfarbe zu urth'eilen, die cheinische Mischung solcher Stiicke
rnanchmal auch an verschiedenen Stellen uagleich zu segn,
indem der Strich stelleiiweise bald mehr ins Rothe bald
inehr ins Gelbe fallt, matirend die Farbe des Eisensteins
unverandcrt bleibt. Besonders bemerkenswerth ist auch
iioch, dafs das dichte thonige Rotheisenerz von Knesowiska
oft kleine Kugeln von dunkel rothlichbraunein dichtem Ei8,enstein rnit einem helleren, zwischen br~unlichroth und
i~~thlichbraun
das Mittel lialtenden Striche eingeschlossen
enthalt, so wie auch Kugeln von glanzenden, aufsen blaulich-scbwarzlichgrauem, iin Striche braunlichrothem harterein Rotbeisenerz, welches sich schon sehr dem Eisenglanze
nahert. Dagegen zeigt sich in dem dichten Brauneisenstein,
zwischen welcheni auch diinnschiefrige Lagen von Rotheisenerz mit blutrothem Striche vorkommen und der auch
rielbst in lichtes Rotheisenerz iibergeht , stark glanzender
aisenschwarzer blattriger und diinnschaaliger Eisenglanz init
liirschrothem Striche sowohl eingesprengt als in kleinen
derben Parthieen. Mitten in dem dicbten ond zerfressenen
13rauneisenstein sind auch oft einzelne kleine Parthieen von
gelbem und rotbetn Eiseiiocher zerstreut.
4. Auf dem Schotterberge seitwarts vom Altrater bei
Carlsbrunn (oder Hinnewieder) findet man plattenformige
Stucke von Quarzschiefer, auf welchen sirh in Krristen v o ~ i
PoggendorfPs Annal. Bd. XCVI.
I8
27 4
$ bis 5 Lilt. Uicke sowohl diclzter Erameisenstein nls dich.
tes Rotheisenerz; abgesetzt hat, beide von den duiikelsterr
Farben, sogar bis pechschwarz, jeiicr aber rnit gelblichbraunem oder ochergelbein, dieser init blutrothem Strich.
Sie stellcn zusarn~neiilia~ige~ide
Lagen dar, und sind aurserlicli nicht zu unterscbeiden, wenn man sie niclit ritzt. Beidc
gehen unmerklicli in einander iiber und den Uebergang
erkennt man an solcheii Stellen, wo der Strich aus dent
Kothen stark ins Brauric fallt.
5. A m Abhange des Sitsclika bei Szoarow, 1; Stunde
r o n Lettowita, kommen unter eincr Decke voti grauem
Letten in 3 Klafter Tiefe auf thonigem Rotlieisenstein sogenaiinte Eisennieren vor, deren Hiille theilweise ails gemeinem tlaonigem Rotheisenstein init hell br%unlirhrothein
Striche, theilweise aus thonigem Brauneisenstein mit brlunlichgelbem Striclic besteht , welche beide drirch cine Zwischenlage in einandcr iibergehen.
6. I n dein W a l d e unterbalb Wellenow, seitwlrts von
Wrntikow unweit Boskowita findet sich unter rotheiii Letten
und iiber Grauwackeukalkstein cine Ablagerung von Brauneiseiistein , welche wahrscheinlicb dem Bolinerzgebilde dcr
Blanskoer und Lettowitzer Gegend aequivalent ist und
worin knollige , ellipsoidische und unregelmiifsig geformte
Stiicke voii dichtein kriiminschaaligem Brauneisenstein vorkommen, welche bald init graulichgelhem feinerdigem Thon,
bald mit gelbem und rothem Eisenocher ausgeflillt sind. Oft
ist in diesen Einschliissen der rothe Eisenocher iiberwiegend iind darin der gelhe iiur in kleinen Theilchen eingesprengt. Zoweilen ist der gelbe Eisenocher scharf abgesondert voin rothen, nicht selten geht aber auch der
eine fast unnierklich in den anderen iiber; die braunlichrothe Farbc wird ziegelrotli, fallt d a m immer mehr ins
Gelbe und geht zoletzt gauz i n br:iuulichgelb und ocltcrgelb iiber. Ein solcher Uebergaleg aon rothem Eisenocher
in gelben oder brnunen komint auch anderwlrts haufig vor,
und kann leicht durch Hinzutreten von Wasser herbeig P fii Ii rt we rd en.
275
V.
Uinwandluiig yon Eisenspnlli i n Bralineisenstein.
1. Pseudokrystalle von dichtem Brauneisenstein in der
Form von stunzpfen Rhombocdern des Eisenspaths sind, wie
obeii erwahiit wurde, in dem Brauiieiseusteinlager iin Thonschiefer der Eduardgrube bei Gobitschau uiiweit Sternberg
vorgekomtnen. Diese Pseudokrystalle sitzen als Drusen
auf derbetn dichtem Brauneisenstein auf, welcher mit vielein
€:isenocher durchzogen ist. Bekanntlich kominen solche Umvvandlungen voii kohlensaurein Eisenoxydul in Eisenoxydliydrat an vielen Orten vor, wie besonders in Karnthen,
Steyermark, Thiiringen u. s. w.
2. Auf einer betrachtlichen Anhohe in der Nahc von
lilein-Morau uiiweit Freudenthal im oster. Sclilesien fand
ich auf groken Erzhalden, welche von ehemaligen dort bebauten Bleischachten herruhren, Stiicke voii dichtem Brauneisenstein, verwachsen mit dunkelbraunem blattrigem Eisenspath, weIcher nach aufsen zu durch Verlust seiner Structur
Lind seines Glaiizes in den ersteren iibergeht. Der dichte
111-auneisenstein zeigt aber selbst auch wieder eine Umanderung, indean sein gelblichbrauner Strich oft stark ins Rothliiche f d l t und an manchen Stellen nach und nach braunlichroth, ziegelroth bis hell blutroth wird, was also einen
Uebergang in Rotheisenerz verrath. W i r haben an diesein
Iieispiele eine zweifache Umwandlung, des Eisenspaths in
Brauneisenstein und des Brauneisensteins in Rotheisenerz. ISine ganz ahnliche zweifache Umwandlung hat Hr. Bergrath H a i d i n g e r an einer von ihm untersuchten grofsen
ISisenniere ( Grode) voii Bruck in Steyerinark beobachtet.
Diese Eisenniere besteht aus einer Hulle von Rotbglaskopf,
welcher in dichtem, durcli Aufliisung von Eisenspath entstandenem Brauneisenstein lag, und an einer Stelle zmischen detn letzteren und dem Rothglaskopf eine Parthie
vun Braunglaskopf zeigte, welcher der Bildung des Rothglaskopfs voranging. Nach H a i d i n g e r ’ s Erklarung war
hier der erste Zustand Eisenspath, aris welchem das dortige
Lager besteht, der zweite Brauneisenstein und der dritte,
atin Ausgehenden des Lagers, Rotheiscnerz. ( H a i d i 11 g e r
18
*
276
Berichte uber die Mitth. v. F r . d. Naturw. i n Wien 5d. I\’
1848. s. 1 ff.).
Mit den Pseudokrystallen voii Brauneisenstein nach Eisenspathrhomboedern haben die Pseudokrystalle von Brauiieisenoclier iiacli deli Forinen von Bitterkalkspath grofse
Aehnlichkeit. Von diesen letzteren, welche bei Wermsdorf
unweit Wieseiiberg so wie auch ain Ural beob.ACh tet worden sind, wird in ainein anderen Aufsatze die Rede seyn.
3. Aufser dein krystallinischen Eisenspath zeigt auch
der dichte und thotiige Sphtirosiderit eine Urnwandlung in
dichten und thonigen Brauneisenstein ; die Spharolde desselben sind fast immer mit solchein iiberzogen. Diese Erscheinung kann man auf allen Lagerstatten des dichten und
thonigen Syharosiderits wahrnehmen, wid nicht selteii fiiidet
man selbst ganze Lager desselbeii in thoiiigen Brauueiseiistein umgewaiidelt , wie besonders in der Juraforination
und Karpathensandsteinfornration,
VJ.
U r n w a n d l u n g von Schwefelkies u u d M a r k a s i t i n
Brauneisenstein.
Dieses, scheint die liaufigste Uinwandiung zu seyo,
welche bei Eisenerzeii vorkommt. Sic f i ~ ~ d iiii
e t Kleineii
und im Grofsen, sowohl bei Krystallen als bei derben uiid
andereii Massen und unter den mannichfaltigste~iErschcinungeii statt. Auch trifft man Beispiele davon in allen
Gebirgsformationen an, voii den altesten bis zu den jungsten herab.
1) Pseudokrystalle von dichtena Brauneisenstein nach
Schwefelkies und Markasitfomen sind eine bekannte Erscheinung. Sie koinmen von der verschiedeiisteu Grijfse
vor. In den mahrisch- schiesischen Gebirgsgegendeii fand
ich solche unter andereii an folgenden Orten: 1) In der
Antonigrube bei Barn als 1 bis 1; Lin. grofse Wurfel,
zum Theil mit Pyritoederflachen , einzelii und in kleineii
Gruppen auf stangligem und zerfressenem Quarz aufsitzend,
zugleich mit in Quarz eingeschlossenen derbeii IlngIichen
Parthieen von dichtein Brauneisenstein, in dereii R’Iitte der
-
27 7
!khwefelkies oft noch unver~ndertist. 2) KIeine uiid sehr
lileine cubische Pseudokrystalle von Brauneisensteiu einzeln eingewachsen in Quarzschiefer, in einem Bruche bei
der Colonie Fichtlich auf der Hohe des Brandwaldes oberhalb der Dbrfer Kleppel und Zobtau. 3 ) Scharf ausgebilbis 2 Lin. grofse Wurfel von Brauneisensteiu iu
tlete
ldaulichgrauem kleinkiirnigein Kalksteiii in einem Kalk1)ruche bei Heinsendorf unweit Goldenstein. 4 ) Brauneisenriteinwurfel von 2 bis 4 Lin. in1 Durchmesser, zum Theil
riaulenfiirmig verlangert, i n Quarz eingewachsen, von einein
d t e n Vorkommen i n den verfalleneii Kupferschichten am
Hohenbcrge bei Ludwigsthal unweit Wiirbenthal. 5 ) Sehr
lileine Brauneisensteinwiirfcl, zuin Theil mit coilvexen Flachen, zu kugligen Haufchen gruppirt, iu kleinen Hohlungen
11011 Qiiarz in einein Brauneiseusteinlager am Spitzberge
bei Ranichsdorf unwcit mahrisch- Triibau. 6 ) In Speck:stein eingewachsene Brauneiseiisteiriwurfel , zoin Theil mit
Ikleinen Octaederflachcu, I i; bis 3 Lin. iin Durchmesser, im
j[iinerii zuweilen noch mit einem Schwefelkieskern, im
Schreibwald bei BP.iinn. 7 ) Schan ausgebildete Wurfel
von Schwefelkies, welche nach aufsen in Brauneisenstein
~uingewandeltsind, von 1 Lin. bis 2 Zoll im Durchinesser,
einzeln eingewachsen ia Chloritschiefer in der Josephigrube bei Klein-Morau unweit Freudenthal an der mahrischen Grsaze. Ebensolche mit PyritoEderflachen, aber nicht
.so grofs, aofgewachsen auf Thonschiefer, in den Gruben
Cajetan und Allerheiligen in Urlich hei KleC -Morau.
2. Bei Laczenow, 4 Stunde von Lissitz, wird ein Lager
von Braurieiseustein und Magneteiseiierz im Glimmerschiefer
abgebaut. Mitten in dem dichten und zum Tbeil auch feinporiisen Brauueisenstein liegen grofse und kleine derbe
Parthieen von Schwefelkies so wie auch eine Menge sehr
kleiner zerstreuter Schwefelkiestheilchen, welchc als die
iuiveranderten Ruckstande einer groEsen Schwefelkiesniasse
anzusehen siiid, wahrend der grofste Theil der letzteren
sich in Bratmeisenstein umgewaiidelt hat. Mail kanri die
alltnahlichc Veranderung des eingeschlossenen Schwefel-
+
279
kieses bis zuin vol lkoi n~nc neBrauneiseiistein
~~
stufenweise
verfolgen.
Auf eben dicsein Lager koiniiien auch zieinlicli grofse Parthieen von derbein uud krystallisirteln braunewt Granat vor, welcher aufserordentlich eiseiischiissig ist
und durch einen iniirben zerbrockelnden inatten Zustaiid,
w o ri 11 s i c h ei n e M enge E i s c noch e r th ei lclien a usg eson der t
haben, zuletzt gleichfalls i n cine unreine Brauneisensteininasse iibergeht, und daher init den genannten Erzeii in den
Blanskoer Hiitten verschiriolzeu wird.
3. Eiii sehr feinselliger und feinporoser dichter gemeiner Brauneisenstein mit zahlreich eingesprengten Schwefelkiestheilchen und zugleich sparsain eingesprengteln Magueteisenerz ist vor Jahren in einer alten Grube au dein Waldabhange Urudi, 4 Stuiide V O I I Lissitz, vorgekominen. Die
Schwefelkiestheilcheii geheu nach aulseu zu sichtlich in
Brauneisenstein iiber und es ist nohl keirietn Zweifel unterworfen, dafs der erwahnte Brauneisensteili urspriinglich
durchaus zelliger und poroser Schwefelkies gewescn ist.
4. 111 knolligen und flachkugligen Geschiebeii von dichtein thoiiigein Spharosiderit aus dein Bette der Ostrawitza
bei Suladniow unweit Mifseck faiid ich 1 bis 2 Lin. dicke
cylindrische Rohren von sehr feinkornigem Markasit, welche
nach aufseii zu in dichten Brameisenstein uhergeheo. Sie
siiid in verschiedenen Richtii~~gen
in den Spharosiderit eiugeschlossen und fast mit demselben verwachsen.
A n dcin
Berge Gurlia unterhalb des Berges Wruzna bei Ober-Lischna,
1 Sttiiide \on Tminiek siidiistlich von l'eschen, koinrnen
eheii solche 2 bis 3 Lin. dicke, zuweilen etwas gebogeiie
cylindrische Rdhren aon dichtern Brauneisenstein auf ebeii
solche Weise vor. Diese ragen oft 1 bis 3 Lin. hoch aus
der Oberflacbe der spharo~dischen und flachi~ierellfiirinigelr
Sphlrosideritstucke hervor und siud ohne Zweifel glcichfalls durch Umwandluog von Markasit eiitstanden. Der
thonige Spharosiderit von beiden Orten, welcher diese
Hiihren enthzlt, gehort zur Forinatiolr des Karpatheiisandsteins. - Aulsscrdern liabe ich Rlihren von Markasit, welche
eincr ehcn solchen Urnwandlung unterworfen siud, auch
-
-
279
noch in der Moorkohle uud deiii scliwarzeii und g t aueii
Sehiefertlion des uiitereit Quadersandsteins bei Petemdorf
unweit Alt - Moletein, bei Walchow uiid Obora unweit Boskowito und an arideren Orteii in Mahreii angetroffen.
5. In eineni graueii dichten Karpathenhalkstein, welcher auf dein Riicken des Troschkenberges t Stunde v o n
Bielitz; gebrochen wird , fand ich kleine) ails strahligeln
Brauneisenstein , welches rruch ins Dichte iibergeht, bestelieiide Kugeln von .1 bis 2 Lin. iin Durchinesser eiiizeln
ei~igemachsen. Allcln Anscheine nacli sind diese Kugeln
aus strahligein Markasit (Strahlkies) entstanden, welcher
auf gaiiz ahnliche Weise andcrwarts vorkommt.
6. l m L~ndsbergerReuier in Ober-Schlesien ist ein
uber 1 Furs langes Staminstuck gefunden worden, welches
aus fuserigern, nach aufsen zu ins Dichte iibergehenden
Bruuneisenstein besteht. Dais dieser Brauneisenstein durcb
Uinwandlung von faserigein Markasit entstandeli ist, erkeiint man augenscbeiiilicli daran, d a k der Stauim in seiner
Mitte noch feinfaserige, inetallisch glanzende, spcisgelbe
Parthieen einschliefst, welclie sich unmerklich in die Brauneisensteinmasse verlieren. Das Stuck ist mit eiuer aus demselben Brauueisensteiii bestehenden Rinde umgeben, auf
welcher sich clliptische Narben init einem erliobenen Rande
befindeu; zu aufserst hat es noch eine schwache, aber unterbrochene Lage von kleiiikorniger Quarzbreccie.
7. In dem sogenannten Kaisersteiiibruche am WesseIa
bei Strarsowitz unweit Gaya finden sich in einer Ablagerung von Kalksteiti-, Sandsteiu- und Brauueisensteinstuckeu
aucb kuglige uiid syharoidische Stiicke vo~i 1 bis 2 Z0l1
iiii Durchmesser, welche ini Iuuern aus feinkoruigem- graulicli -speisgelbem und zuin Theil iiis Hrauue fallendem Wasserkies bestehen, nach aufsen aber init eiuer starken Hulle
von dichtem Brauneisenstein uingeben sind uiid in dieseii
allinlhlich iibergehen. Diese Stiicke sind in Folge ihres
Auflosungsprocesses vou ilillen nach aufsen zerborsten.
Die durch Umwandlung voii Scbwefelkies uud Markasit eutstandeuen Brauneisensteine zeigen in ihren ver-
280
schiedenen Zrist~nden haufiger dunkle als lichte braune
Farbea. Gewohnlich sind sie schwarzlichbraun, riithlichbrauu oder dunkel gelblichbraun , seltener hell gelblichbraun. Andere Brauneisensteine koinlnen aucb von gelben
Farben vor, braunlichgelb und ochergelb. Ob die gelben
aber alle zu H a u s ni a tin's Gelbeisenstein gehoren, welcher
sich durch seine cheinische Zusammensetzung ke H 2 von
deul gewohnlichen Brauneisenatein unterscheidet, ( El a u s in.
Handb. d. Min., 2. Aufl., Th. II., Bd. 1, S . 374), ist iioch
zweifelhafi I ) .
VII.
Urnwandlung v o n S c h w e f e l k i e s iu R o t h e i s e n e r R .
Vie1 seltener als die Umwandlung des Schwefelkies i n
Brauneisenstein ist seine Umwandlung in blokes Eisenoryd,
in Rotheisenerz.
1. In einer im J. 1843 angelegten Eisensteingrube ini
Thonscliiefer einer AnhBhe am oberen Ende von Ranichsdorf bei mahrisch- Trubau sind sehr scliiine Pseudokrystalle
von dichtem Rotheisenerz; nach Schwefelkiesformen vorgekoinmen. Es sind Gruppen von 1: bis 2; Lin. im Durchmesser haltenden glattflachigen , aber inatten Wiirfeln init
den untergeordneten Fliichen des gewdhnlichen Pyritoe-
ders
q,
irn Striche rein blutroth.
Sie stehen in un-
inittelbarein Zusammenhange mit derbein dichtem Rotheiseuerz, welches auf eisenschiissigem gelblichem Quarz aufsitzt. - Eben solche cubopyritoEdrische Pseudokrystalle
von dichtem Rotheisenerz fand ich i n dem groben Grauwackenconglomerat am Hatuiuerberge bei muhrisch- TriibaG.
Manche dieser Pseudokrystalle haben einen diinnen Ueberzug von inattern gelblichbraunem Brauneiscnstein , in well)
Hr. Dr. E. E. S c h m i d t hat einen bei llrncnau vorkornrnenden laserigen Branneisenstein von eben dieser ZusarumensetLung arialysirt uncl
ihrn, in der Meinung, d a k cr cine neue Gatrung scy, den Narnen Xrcritlrosiderit gegeben, wiewolil er ilim cine braune Farbe zusctrreibt.
(Diese Ann. Bd. LXXXIV. S. 495 ff'.). Dicsen Narnen brsitzt iibrigens
sclion lingst ein aoderes Mineral. (Vergl. Generum e t Specierunr minercrlium Synopsis. Ilrrl. 1817. p . 65).
28 1
cheu sic uberzugehen scheinen; auch sitzen sie auf ebeii
solclieni Brauneisenstein auf. In dieselll .Fallc schcint also
eine zwcifache ITmwandlung stattgcfurlrtetl 2u haben, zuerst
des Schwefelkieses in Rotheisenerz und d a m des Rotheiseiierzes in Brauneisenstein.
2. In einem quarzigen Talkschiefer ebetiso wie iu C O W
glameratischem Quarzschiefer, welche beide am Rratlstein
bei Lepinka unweit mahrisch-Neustadt anstehen, finden sich
sehr kleiiie Wiirfel sowohl von dichtem Rotheisenerz als
von dichtern Brauneisenstein, welches Vorkommen beweist,
dafs der Schwefelkies unter abweicheilden Umstanden oft
auf einer uiid derselben Lagerstiitte sich in Eisenoxyd und
in Eisenoxydbydrat umwandele, oder auch, dafs das zuerst
gebildete Oxyd durcb eine weitere spatere Veranderung
zu Oxydhydrat werden kaun.
Ein eben solches Vorkomuien sehr kleiner Wurfel von dichtem Rotheisenerz ist
auch von Krummendorf bei Strehlen in Schlesien bekannt,
wo sie im Glilnmerschicfer eingewachsen sind.
3. Durch hohe Temperatur in Gruben kann sich Schwefelkies lcicht an der Oberflache zcrsetzen und in rothes Eis e n o q d umwandeln. Eben diese Veranderung kaun kiinstlich durch Feuersetzeu an oder unter schwefelkiesreichen
Felsniassen hervorgebracht werden. So hat sich an einer
Felswand init anstehendein Schwefelkies in der sogenannten
Gabel zwischen CctrZsbrunn und WaZdenburg durch Fellersetzen, um den Schwefelkies desto leichter gewinnen zu
konnen, die ganze Oberflache der W a n d mit weichem feinerdigetn rothem Eisenoxyd iiberzogeii , ganz ahulicli deiri
rothen Eisenocher. Der Schwefelkies zeigte zuerst an der
Oberflache ein Aulaufeia init lebhaften blaueu, grunen uiid
rothen E’arben, uiid dann erst erlitt cr die eiwahute Uniwandlung.
-
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