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Erlputerungen ber die Natur der Lichtflamme.

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scbwefelsaurem Kupferoxydammoniak einen Niederschlag zu
verhindern, mufs etwas Ammoniak zugcsetzt werden.
Icb beabsicbtige diese Versucbe auch noch mit anderen farbigen K6rpcrn fortzusetzen.
Eine nahere Vergleichuug dieser Absorptionserscbeinungen mit den Interferenzfarben, so wie die nHhere Untersucbung der Frage, ob und wie sich wohl die natfirlichen
Farben auf das Princiy der Interferenzen zurUckfUhren lassen, behalte ich mir vor.
F r e i b u r g , im April 1847.
IV. Erhiuterungen iiber die Natur der Lichtjlamme;
vom Dr. G. H. O t t o VoZger.
Priratdocenr
N
G8itingen.
D i e Kenntnils der Flamme, des Products und zugleich
der Werkststte h6chst bedeutender chemischer Processe,
ist far den Chemiker von nicbt geringem Interessc, ganz
besondcrs wichtig aber fur den Mineralogeu uad rationellen Probirktinstler, dem die Flamme des Lichts durch dic
Anwendung des LOthrohrs so vortlieilhafte Dicnste Ieistet.
Als Mineraloge hiiufig mit der m feurigen w Analyse unorganischer Naturk6rper beschaftigt , habc ich auf die Beschnffenheit dcr Flamme viele Aufmerksamkeit verwandt, und da
icb in BUchern, wel'cbe specie11 von diesem Gegenstmde
handeln , theils nur Andeutungen, theils nur mangclhafte
und selbst irrige Augaben dariiber fand, so babe ich es far
niitzlich gchalten die Natur der Lichtflomme etwas genaucr
zu erliiutern. Icb gebe der KUne wegen hier meine Untersucbungen und Beobachtungen im Zusammenhange, ohne
den Vortrag derselben durch Kritiken fremder Ansichten
zu nnterbrecben , verweise indessen zur Vergleichung auf
folgende BUcher , in welcben bereits auf die bertibmten
Untersnchungen der Lichtflamme von H u m p h r e y D a v y
Rflcksicht genommen ist.
03
J.
Jac. Berselinr: Die Anwendnag dea Ldtbrohrr In der Chemie
and Illindogie. D r h Auflage. Ntirnberg 1837. Seite 25,
26, 27, nod Taf. 11, Fig. 16, 17.
C. F. Plattner: Die Probirkuart mit dem Lilthrohre etc. Leiwig
1833. 8eite 6, 7 , 8, 9, nod Taf. I, Fig. 4, 10.
F. K n a p p: Lehrbscb der chembchen Technolode. Braansebwejg
1844.
Seite 110 mit Fig. 18. b.
Am Schlusse werde ich k n n bemerken, worin die in
diesen Btichern enthaltenen ErlHutemugen von meinen Beobachtungen abweichen.
Das Brennen der Lichtflamme ist eine unter Einwirkung
der Wdrme vorgehende Oxydation der Zersetzungsproducte
des Lichtmaterials, in welche letzteres durch Erhitzung zerlegt wird. Als Lichtmaterial benutzen wir bauptsachlich
verschiedene Fettarten, theils flussige, tbeils starre. Um
ein Licht anzuzunden (abgesehen von der Brennbarkeit des
Dochtes) mussen wir die im Dochte befindlichen Fettthcile
so stark erhitzen, dafs dieselben zcrlegt und die Zersetzungsproducte in den Stand gesetzt werden, sich mit dem Sauerstoffe der atinosphlrischen Luft zu verbinden, d. h. zu verbrennen. Fltissige Fette, Oele, steigeu in den Lampen
durch die Cnpillaritat der Dochtfiidchen yon selber in die
H6he; zur EntzQudung eines Kerzenlichts dagegen bedarf es
einer Schmelzuns dea den Docht an der Spitze umgebenden
stamen Fettes, damit dimes die Flhigkeit der Capillaritat
zu folgen, wie ein fLiissiges Fett, bekommt; man pflegt deshalb eine neue Kene, nachdem man den hervorragenden
Zopf des Dochtcs angeziindet bat,’ eine Weile geoeigt zu
halten, damit die Flamme das Kbpfchen der Kerze bedecke
und scbmelze, und der Docht erst einmal befeuchtet werdc.
Sobald dann die Verbrennung dea Fettes selbst wirklioh
begonnen hat, besitzt die nun entstandene Flamlne Warme
genug, um durch das Ausstrahlen derselben die Fettmasse
rings um die Basis des Dochtes zu schmelzen. Dcr von
der Flamme entferntere Rand der Kene gerath dabci spater, als die inneren Theile, in den Radius der zur Scbmelzung n6thigen W h m e , und bildet daber etwas bervorragend ein kleines Becken rings urn den Docht, welches mit
69
84
fliissigem Fette geschmolzen ist. Letzteres steigt nun, dem
Oelc gleich, stets von selber in den Haarr6hrchen des Dochtes empor und unterhailt die Flamme, so d a b nun Lampe
iind K e n e unansgesetzt fortbrenncn, bis entweder dcr Sauerstoff des umgebenden Haumes vcrbraucht, oder die ganzc
Fettmasse venehrt ist.
Die Zerlcgung dcr im Dochtc befindlichen Fettstoffe
geht in der Lichtflammc ganz in derselben Weisc vor sich,
wic bei der sogenanntca trocknen Destillation der Fctte.
Die gew6hnlicheu Fette (Talg, BauinB1 u. s. w.) dcren
wir uns zur Belcuchtung bedieneu, bestehcn a w vcrschicden proportionirteir Verbiodungeii von Stcarin, Margarin,
Ehin und Olein Vcrbiodungen von vcrschicdcnem Schinclzpunktc , die daher bci gewihlichcr Tempcratur einen vcrschiedcnen Aggrcgatzustand, vcrschicdcnc Consistenz, bositzen. Jeder der genaiinten Stoffe, Stearin, Margarin, Elain
und Olein, besteht aus Glycerin, wclchcs als Basis verbunden ist mit ciner fetten Saure, im Stearin mit Stcnriasiiurc,
im Margarin mit Margarinssure, im Elain mit Elaindurc,
im Olcin mit Oloinsliurc.
Dicsc sPinintlichco Stoffc bcstchcn nus Kohlenstoff, W a s serstoff und Saucrstoff, in der Weise, dafs man dns Glycerin ( wasscrlrei) als cin Kohlenwasscrstoffoxyd belrachtcn
kann =Ca W' 0,die fcttcn Slurcn aber als Kohlenwasscrstof€&urcn , nhnlich:
-
die StcariusPure (wasserfrci)
die MargarinsPurc (desgl.)
die Elainsiiurc (desgl.)
*0
2:.
=It
...
-C3 B3' Os=I1
-C+4grOO4.
=C66B6
5
dic OlcinsOiirc, bis jctzt noch nicht geuau bekannt, ist dcr
Elainsiiurc jcdenhlls sehr aihnlicli. Alle diesc Siiiircu cntlialteir aber in ihren Verbindungen mit Glycerin eiii bestimmtcs Quantum Wasscr, die Stearinstinre $Iz,
die Margarinsaurc h, die Elaiustiwe k, die Oleinsaure nubckannt.
Erliitzt man Stearin, Margarin, Elain and Olcin entweder far sieb, oder ihre Verbindungen, die gew6hnlichen
Fette, so trcnnea sieb die Saiuren vom Glycerin, md leiz-
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teres wird zerslilrt, in vcrschiedene fliichtige Stoffe zerlegt,
mit denen Wasserdtimpfe entweichen. Die fetten Siiuren
dagegen sind bei einem Wtrrmegradc, welcher das Glycerin bereits zerstfirt, noch besttindig, und lassen sich unzerstbrt in einem Destillationsapparate iiberdcstilliren. Allein
bei eineln bBheren WSmegrade werden sie ebenfalls zerlegt, uud zwar folgendermafsen.
Die Stearinstiure zuulichst (schon bei der Dcstillation )
in Margarinsiiure, Margaron und Wasser:
3 Margarindium
=h-C'~'nO'
1 Mnrgaron
=
1 Waaser
I=&
@'HMO
stearins.
&-C~~'ZPO~~~@+C~ZPO~]
Die MargarinsBure aber wird weitcr zcrlest in Margaron,
KoblensHure, Wasser, Wasscrstoff und Koblenwasserstoff:
I Mar,won
=CUBS0
2 Kohlensiiure
=c?
0'
1 W-er
= n o
1 Kobleoiviwerstoff =CJ'a3'
1 Wmcmtoff
= a
~ ~ ~ O ' = 2 ~ C y 4 ~Mmgnrinsiinre
s 1 0 s ]
(wawer-
frei).
Das Margaron cndlich zcrfdllt in Koble, Koldcndurc, Koblenwasscrstoff und Wasserstoff, letzterer wahrscheiulicli lnit
der Kohle zu Grubengas ( CHz) verbunden:
2 KohlonwauaemtolT;
olartig(c"s3B=) =C%W
1Koble~ure
=c
0'
clb~'O*2[@%wO]
Margaron.
Die Elainstlure (und wahrscheinlich eben so die OlcinsHure)
zerfiillt in Koblensiiure, Koblennasserstoff, Feltsiiurc (xa?
4Eop.w) und Koble:
1 Kohlendure
=
c
0'
'2 Koblenrviwera(off =
C%w
2 Bettdure
3 Bolrle
&p+(-pgp#O"
-
&
cs
+
~
~
~
~
0
~
PIaiueiiiire
~
~
4
4
(WM8Chillt 16).
n
~
~
o
86
Auf solche Weise zerfallen also alle Fette, welche wir zum
Brennen behufs der Beleuchtung zu benutzen pflegeu, in
geriogerer Hitze in die Zersetzungsproducte des Glycerins,
nsmlich (mittelbar) in Kohlenoxydgas, Kohle und w a s serstoffgas:
1 Koblenoxydgas =C
0
I=Ca
2 Koble
2 Waa~eretoffgar = €Ea
C 3 H * 0 = =Glycerin,
uod die uuzerstbrt destillirbaren fetten Siiuren, und letztcrc
bei h6heren Hitzcgraden endlich in Wassergas, Wnsserstoffgas, Kohle, KohleusPure, Fettliire und vcrschiedene
Kohlenwasserstoffgase, welchc letztcrc jcdoch slmlntlich die
procentisclie Zusammensetzuiig des Blbildendcn Kohlenwasserstoffs, oder Leuchtgases, besitzen. Die Fettsgure ist sehr
bcstsudig , und bei grofser Hitze destillirbar uud sublimirbar, ohnc zerst6rt zu werden.
Nlhern wir nuu den mit brcniibarcm Fette gcfUlltcn
Docbtc einer K c n c oder Lainpc eine geniigcnd hcibc Flamme,
so mufs alsbald das Fett durch die Wanne dcr Zersetzung
unterrvorfcn wcrden. Es bcginiil dic Zerstiiruug des Glycerins, and giebt sicb, ehe noch der Docht sich eiitztiudet
bat, wenn man die ZUndflamme wiedcr entfernt, durch den
brcnzlichcn Geruch seiner nachsten Zersctzuogsyroducte zu
erkenncn, w e l c h a h D3mpfe aufsteigen. LZfst man abcr
die ZQudHainine lange iind stark gcnug einwirken, so wird
das Glyccrin in Kohlenoxydgas uncl Leuchtgas, und letzteres wiederum in Kohlenstoff und Wasserstoffgas zerlegt,
welche, indem sio aus dem Dochte aufsteigen, sogleicb init
dem Sauerstoff der atmosphtirischen Luft eine Verbreuuuog
cingehen. Es entsteht also, eine Flamme verbrenneoden Kohlenoxydgases , Wasserstoffgases und Kohlenstoffs , wslchc
init schwachcln rbthlichvioletteii Scheine den Raum crfiillt,
innerhalb dcssen jene Case mit der Luft in BerUbmg treten. Die Gase selbst bilden ein plattrundes MKugelchena,
dcsscn diinkler Iiihalt durcli die uuigebcnde Flammc wit
prachlvoll lasurblnucr Farbc bindurchscbeint ;gcw6liulicb be-
87
merkt man nur diefs blaue KIIgelchen allein, welebes auf der
Spitze des Dochtes wie ein Kniiulchen zu schweben yflegt;
bei gcuauerer Betrachtung und gtinstigem Hintergrude sieht
man den rbthlichvioletten Flainmenschein aber allemal. Diesen rUtblichvioletten Flaininenschein nenne ich den u SchZeiern
der Lichtflomioe; cr ist deutlich abgebildet in Fig. 1, Taf. 111.
Die ganze in dieser Figur dargestellte Erscheinung nenne
ich die ~Flamsnendmospe..
Ich babe erwlhnt, dnfs das GaskQgelchen eine plattr u d e Gestalt babe. Dicser Umstand riihrt daher, dafs das
Wasserstoffgas, als das leichtere, den oberen Tbeil des Gasktigelchens einnimmt und dort rasch verbrennt , wiihrend
beide anderen Gase, Koblenoxydgas und Kohlengas, mebr
seitwiirts abstrumcn und verbreonen. Diese platte Form
hat die Flammenknospe aber nur im crsten Anfange, gleich
darauf beginnt die Flammo zu schwcllen.
Die p o k e Hitze nlimlich, welchc durch die Verbrennung des Wasserstoffgases innerhalb des Gaskligelchens, so
wie in dem von ihm umhiillten Tbeile des Dochtes, hervorgebracht wird, bewirkt nun eine Sublimation und Zersetzung der fetten Sauren, so dafs also das besprochene
Gasktigelcben mit seiner heifscu HUlle brenucndcn Wasserstoffgascs gleichsam die gcheizte Retorte bildet , in web
cher die tr o c h e Destillation dcr fetten Slliiren vor sich
geht. Sobald die Zersetwgsproducte der letzteren, wclche,
wie obeu erwshot, bei weitem der Hauptmasse naclr aus
den dem Leuchtgase procentisch gleichen Kohlenwrsserstoffgasen bestehen, in ihrem Bestreben aufwiirts zu stcigen sich
der Bufseren Griiuze des blauen KUgelchens, und somit der
heifseu Sph#rc des verbrenneudeu Wasserstoffgases nllhern,
geschiebt die Zerlegung der Kol~lenwasscrstoffgasciu Kohlcngas uud Wasserstoffgas. Letzteres eilt augenblicklich
ziir Verbrennung, wlhreud die schwerereu Kohleustofftheilchcn nur durch dic Ilitze uud den Strom des Wasserstoffgascs mit in dic Hahc gerisseu werden uod erst in der
Pufseren Unigrlinzung der Wasserstoffflamme vcrbrennen.
WYhrend dieselben den Weg durch die Wasserstoffflauune
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machen, crglUhen sie mit blendend weitem Lichte, welches
durch die rbthlichviolette Wasscrstoffflammc theils kaum
geschw$icht, theils gelblich und rbthlich hindurchscheint.
Diescr ganze Procefs bildet dos zweite Stadium der Flamme
cs beginnt die DKnospem zu schwellen, und plbtzlich
erscheint auf dcm Gipfel dcrselben, wo die Wasserstoffflamme rasch emporwlichst, ein gllinzend lcuchtender Punkt,
der schncll das blaue KUgelchen uach oben durchbricht.
Das Kiigelchen nenne ich nun die Hiillen der BKnospew,
als solche zcigt es sich bei dcr aiifiltihenden Flamme in
Fig. 2, Taf. 111. Das leuchtende Fliimmcben, welches aus der
n HUllca hervorbricht, besteht, wic in dicser Abbildung deutlich bezeichnet ist, eigentlich aus einer leuclrtcnden Umgebung und einem dunkeln Kerne, welchcr ebcirfolls blau dargestellt ist, obgleich er in dcr Flainme Pufserlich iiicht blau,
sondcru dunkel erscheint. Dieser dunkle u Kerun besteht aus
dcn Zersetzungsproducten der fetten Sluren, weldre sicli
in dcr *HUllew, wic in eincr Retorte, eingcsclrlossen befinden und nach obcn sich vcrfluchtigen. Die Aufsentlreile
dicscs Gaskcrnes bestehen aus dcin fortwihread durch die
nahe Hitze des uSchleicrs a getrcnnten Koblcnstoffgasc und
Wasscrstoffgase, und seine leuchtendc Umgebung ist die
Wasserstoffflammc (an der Spitze) und erhitztes Wasserstoffps (an den Sciten, wo das Wasserstoffgas, innerhalb
der Hiille~~,
nicht verbrennen kann), worin der Kohleustoff gltiht und dadnrch das Leuchten bewirkt, gerade wic
bcim Leuchtgase geschieht. Durch das helle Leuchteu dieser Umgebung des inneren Gaskerns an der Spitze, wo dicsclbe die dunkle (blaue) n HUlle a durchbrochen hat, scheint
in Folge der Blendvng dic Wasserstoffflamme des Schleicrs
im crsten Momente an dieser Spitze zu schwinden, wlihrend
sie in Walrrheit, wie das helle GlUhen eines Uber jene
Stelle gehaltenen Platindrahts zeigt, emporwlichst.
Im dritten Stadium zeigt sich nun die Flamme wie in
Die a HiiZle. mit dem uSchleiera sind ganz
Fig. 3, Tof. 111.
ge(iffnct, wie dcr Kelch ciher Blume, und bilden dic udu[rere F b m e 0 , aus welchcr dic u inncrc Flolnmc 11 lnit ihrcn
-
0
-
(I
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verschiedenen Theilen als ein stumpfcr Kegel hervorgcbro&en ist. Die verschiedenen Theilc dieser letzteren zeigeu
sich hicr bereits deutlich. Die ganze Flamme hat eincu
Theil dcs Doclrtes erfafst und ist durch die damit verbundene stiirkere Destillation und Zersetzung gewachsen. Zuniichst um den Docht befindet sich der dunkle u Gaskernw ;
dieser ist aber hier nicht mehr kugelfbrmig, sondern kegelfbrmig, eine Gestalt, welche dadurch hervorgebracht wid,
dafs die Gase, im Begriffe nach oben sich zu verfliichtigcn,
mehr und mehr mit der Luft in Bedhrung kommen, und
somit durch Verbrennuag vermindert werden. Der dunkle
*Kern e besteht in seinem innenten und bedeutendsten
Theile aus den unmittelbaren Zersetzungsproducten der Fett&me. Saugt mau dicselbeir durch eine Hcbcrvorricbtuag
in eine mit Wasser gefiillte Flasche, so erhiilt man ciucu
graueu Qualm verschiedener Gasarten, aus denen sich, besonders bei Stearinkcnen, nie aber bei Ocltlammcn, trockuc,
weifse Margarinsiiure absctzt, und aus Oelflemmcn sich Fettsaure ($Z+C"'Ra O a ) im Wasser aufhst uiid freier Koiilcnstoff als Rufs absetzt.
Diescr uimerste Gaskegel. des
uFlammenkernsw ist umhUllt voii einem ebenfalls zum duukeln Kernc gehbrendcn Holrlk~eldcr bereits in Kohlenstoff und Wasserstoffgas gcschiedcncn Zersctzungproducte;
die Hitze in diesein Thcilc, den ich dic ainnere Hutsen
nenne, ist sehr bcdcutcnd, uird der Koblenstoff gliiht darin
schwach, so dals cin rathlich dunkler Sclwin diese u Matzo
des minnersten Kegelse bezeichnet. Legt man in einem
Kenenlichte einen Platindraht dnrch den innersten Kegel,
so setzt sich freier Kohlenstoff als Rubkohlo an die bciden Stellen dcs Drahtes, wclchc die BMtitzeec schneidcn,
und eben so, wenn man den Draht etwas hbher halt, an
die Stelle, welche sich innerhalb der Spitze der MUtze befindet
im innersten Kegel dagegen giebt es noch keinen Rufs.
Diese "innere MUtzew ist nicht zu verwcchseln mit dcr
bei weitem grbfseren und ausgezeichneteren u iiufscrcn Mfitzc a,
inncrhalb wclcher der Draht ebcnfalls b e d s t wird, in dem
-
(C
-
90
Haupttheile au einer breiteu Stelle uud tiefer an zwei Stellen. Nur bei genauen Versuchen kaun man die Berufsung
in der inneren Miilze nachweiseu.
Die ,aukere Miitzeu
nun besteht aus den in der inneren Mlitze von einauder
befreiten Gasen, welche hier aber mit dem Sauerstoff der
Luft verbrennen. Es ist eine grofse Wasserstoffgasflamme,
in welcher die Kohlentheilchen blendend weifs ersltiben
und sodsnn rerbrennen. Sie verbrenneu besonders im mittleren Theile der Flamme; der untere Raud dieser MUtze,
welcher auf dem Bilde in zwei Spitzen erscheiut, ist nocli
nicht brennendes, sondern nur stark gliihendes Gas, iudem
von diesem Theile der Zutritt der Luft durch die BHiilleu
abgeschlossen ist, und daher gliihen hier die Kohlentheilchen auch noch nicht so hell. 10 der Spitze dcr nBufseren Miitzen dagcgen und Uberhaupt in den aufsersteu TheiIcn derselben verbrennt der Kohlenstoff mit dem Wasscrstoff zuglcich, und leuchtet daher niclit mehr, so dafs bier
die MUtze eine rfithlichviolette Umgebung besitzt, welchc
dem Schleier vollig gleicht, auch eben so wie dieser kcineii Rufs giebt, aber eine sehr heftige Gluht eutwickelt.
Tu Fig. 4, Taf. 111, ist dic Flamme in ihrer hilchsten Eutwicklung dargestellt; es zeigen sich dariu deutlich allc Theile,
wie in der Skizzc, Fig. (3:
B der Schleier,
A ist die ifiilk,
D die innere bliitze,
C der innerrte Kegel,
F die Uingebung von E.
E die aufsere iUiit%e
Der Schleier und die ilm ganz Bhnliche Uingcbuug dcr
leuchtenden Miitzc pflegeu sich bei einer lebhaftcn Flalnme
zu vereinigen , bcsonders bei breiteu Laurpenflalnmen, wie
in Fig. 3.
Dafs im Schleier der Kohlenstoff iiicht leuchtet, hat seiuen Grund darin, dafs dort dcrsclbe nicht gliiht, sondern
brennt , wic in der Umgebung .der Lichtmiitze.
B e r z e l i u s hat die blauc Hulk zwar beinerkt, verwechselt dieselbc aber mit dem innersfen Gatkege4 und erklart
dicselbe gar uicbt, Er erwahut uur der Hiilse, des inneyen Kegels, der leuchtenden Miitse uud der Unrgebung der-
-
91
selben, sagt aber, dafs die Verbrennung der MGasarten"
erst in dieser Umgebuug geschehe, was doch nicbt der Fall
ist, da eben das Brennen des Wasserstoffgases in der leuchtenden Mtitze selbst das lreuchten des Kohlenstoffs bewirht.
Ferner trennt er die schwach leuchtende Umgebung der
leuchtenden Miitse uicht von dem eigentlichen Schleier. Und
endlich sagt er, dafs derselbe Theil, welcher bei der ruhigen Flamme die mHGlsem bilde, durch das Hineinblasen mit
dem Liithrohre den sich dsun zeigeuden blauen Kegel bilde,
welcher letztere abcr eben der inner8te Gaskegel ist. In
Folge dieser Verwechslung bedarf auch die Erklkung, welche Berzelius, S. 26, von der Wirkungsweise der Lathrohrllamme giebt , nebst den beigegebenen Flammenbildern
einer Modification, welche wir bescheidentlich dem nachsichtigcn Urthcile des grofsen Cbeinikers unterstcllen wollen.
Y 1 a t t u e r dcutet die ~ ~ H i i l l ~sclion
m
richtiger; den
Schlcier Iibersieht cr ganz und verwechselt ihn wohl auch
init der Umgebung der leuchtenden Miitse. Er erwehnt fcrner dcs innersten Gaskegcls, der Lichtmiitse und deren Urngebung. Die chemische Natur dcr Hiille verkennt er ganz,
indein er sich auf die unrichtigeii Angaben in B e r z e l i u s
Lehrbucli der Chemie (Adage 3, Bd. I, S. 343) bezicht.
Er irrt auch mit B e r z e l i u s Gbcr die Wirkung der Lathrohrflalnme, und insbesoudere tiber die Reductionsflamme
und Oxydatiousflamme. Auch ist seine Abbildung der
Flamme sehr mangelhaft.
K n a p p erwahut nur drei Flammentheile, den innersten
Gatkegel, die leuchtende Miitae, dercn Naiur er sehr richtig
erklort, und die Utngebung derselbeil, die er jcdoch brig
nur filr die Verbrennung der Kohlc hiilt.
Dafs das Leuchten der Kohle die Ursache dcs Lichts
in der Flainnx sey, kaun inan durch das Experiment zeigen, indein man einen Dralit in die leuchtende Miitse halt,
woran sicb die Kohle danu abkiiblt; cs betindet sich danu
iibcr dein Drabte iu dcr aulstr(imeudcn Lichtmasse ein dunkler, der leuchtendeu Kohle entbelirender Schweif.
Beim Gebrauchc des Lathrohrs kowmt es uus theils auf
92
die Entwicklung hoher Tcmpcratur , theils auf die Bewirhung einer Oxydatiou oder auf Bewirkung einer Reduction
an.
Eine hohc Temperatur bcwirken wir dadurch, dafs
wir Luft in die Flamme hineinblasen, so dafs also nun in
der seitwsrts gerichteten Flamme die Vcrbrennung nicht
melir blofs von aufsea hcreiu, sondern zugleich von innen
heraus gcschieht. Der hcifseste Punkt ist allemnl in der
Verbrennung des Wasserstoffgases, dcssen Hitzc hicr noch
vermehrt wird durch Verbrennung des Kohlenstoffs, welche
durch den raschen Luftzudrang von innen so rasclr bewirkt
wird, dafs die Spitzc des seitwiirts gcblasenen Flaiiimcnkegels nicht mehr zum Leuchten kommt, und bci groter Ocffnung des Lbthrohrs selbst die Lichtstrcifcu venchwindcn,
welchc bei Fig. 6 und 7, Taf. 111, noch siclitbar sind. Jc
mchr die Lichtstreifen vcrschwindcn, desto starkcr wird dic
rirthlichviolettc Umgebung, und cben so ist sie deslo heifscr
es scy denn, dafs die L6throlrr6ffnuug zu grofs sey
und dcr Uberschiissigc Luftstrom die Hitzc verminderc. In
diescr rirtlilichviolcttcn Flammc licgt also dic hilchstc Schmclzhitzc. Dic Hiilse und dcr Sclrleicr bleiben bcim Gcbraucbe dcs Lathrohrs ganz uiigcstirrt (Fig. 6 und 7), nur dafs
dcr Schlcicr durchbrochen wird.
Eine Oxydatiousflamme bemerkt man cntwcdcr , indcin
man dic Probe (das zu oxydircnde) in cinigcr Entfernring
vor dcr r6thlichvioletten Flammc gliiht, odcr bcsser, wcnn
cin hbliercr Hitzcgrad nirthig ist, indem man einc wciterc
L6tlrrohrspitze benutzt und etwas liberschiissigcn Sarierstoff
in dic Flamme str6men Isfst, so dafs in der r6thlichviolctten Flamine selbst die Oxydation gcschchen kann.
Eine Reductionsflamme bringt u~anhervor, indcm man
sich cines engeren L6throbrs bedient, und nun die Probc
mit der heftig brennenden, aber durchaus keinen fiberschtissigen Sauerstoff entlialtenden, rbthlichvioletten Flammc ganz
uiuhallt, so dafs der Kohlenstoff noch gcn8thigt ist, der
Probc Saucrstoff zu seincr Vcrbrennung zu cntziehen, wobci die als Untcrlagc bciiutztc Kohlc bcsoudcrs iiiitwirkt.
Bci jcdcm Gcbrauchc dcs L6throhis taucht man dic Spitzc
-
-
93
desselben gem& in die innere dunkelrothliche Mdtze dea
Gaskegels, so dafs man diesen ganz herausbllst; denn der
beim Blnsen crscheincndc blauc Strahl ist keineswegs, wie
B e r z e l i u s sagt , die nach innen gewendete iiuherc Hiille,
sondern dcr innere Gaskegel, wic die Abbildungen, Fig. 6
und 7, Taf. III, deutlich zeigen werdeu. Rci eincr Kencnflaininc blase man gegen die Spitze des Kegels, dn bei diescr dcrsclbe sich haher erhebt, und nlher am Dochtc die
Zcrsetzungsproducte der fetten SIuren noch nicht stark gcnug erhitzt, uiid zur v6lligen Zersetzung in Kohlenstoff und
Wasserstoff vorbereitct sind, sondern lcicht mit auf dic
Probe geblascn wcrden und dicse mit 81igeu Kohlcnwasserstoffartcn beschlagen. Bei eincr Lampenflammc dagegen,
welche von beidcu brciteu Sciten sehr ziasammengcdriickt
ist, befi~~dct
sich dcr dunkle inncrstc Gaskegcl dcr Gluht
des Sclilciers so nnlic, d n t hicr die cndlichc Zcrsetzung
wcit rnsclicr vor sich geht, wcshalb dcr inncrstc Kcgcl liicr
nur sehr karz, dic iniicrc Miitzc dcr gctrcnntcn Gasc dagcgcn zieinlich brcit crschcint.
Die Producte cincr vollkomi ncn gut brenuenden Flammc
sind nun cndlich etwas Wasscr ps, wclches noch tmnittelbur aus dcn fetten S&nren hcrstammt, vie1 W a s s e r p durcli
Verbrcnnung des Wasserstoffs gcbildet , und viel Kohlensaurc, von welchcr ein kleiner Thcil durch Verbrcnnung
des Kohlenoxydpses im Schkier, bei weitem der griifste
Theil dagegeu durch Vcrbrennung des Kohlenstoffs iin
Schleier und hauptslchlich in der wcnig leuchtendcn Umbung der Lichtmiitzc entsteht. Bei den ElainsBure cntbaltendcn Fetten wird auch noch Fcttsgiire (h+ C'O REOq)
sublimirt, welchc man an einer berufsten Metallplattc oder
Scherbe tibcr der Flamine auffangen kann.
Wird dem Dochte, so weit derselbe sich innerhalb der
Destillationshitze befindet, zu viel Fett zur Zersctzung ZUgefiibrt, so dafs der iunere Gaskegcl sicli zu stark ausdrhnt,
so hart die ricbtigc Verbrennung a d , indem cin Thcil der
Gase durch die lcuchtende Miitze als dunkler Strom hindwchgeht, und hier zwar endlich cbeafalls v8llig zerselzt
94
wird, h e r nicht vt)llig verbrcnnt. Denii der iibermatig
entwickelte Wassetstoff 1aGt die Kohlo nicht genagend zur
Verbrennung kominen , und dicselbe erreicht den ktihleren
Raum bevor sie verbrannt ist, und erscheint als Rufs oder
Schwalch fiber der Flamme. Es wird diefs besonders dadnrch begiinstigt, dals die Zersetzung des Kohlenwasserstoffgases innerhalb der LichtmUtze mit grober Heftigkeit
geschieht, und durch die damit verbundene Ausdehnung der
sich trennenden Gase den Strom des brennendeu Wasserstoffs auseinandertreibt, wodurch Uber der Spitze der Flamme
ein ktihlerer Raum entsteht. Man kann dassclbe bewirken,
wenn man ein Licht rasch seitwsrts oder aufwsrts bewegt,
wodurch ebenfalls der Kohlenstoff unverbrannt aus dcr heit e n Flamme heraustritt, und femer geschieht dieselbe R u t .
entwicklung, wenn man mit einem zu wciten L6lbrohre in
die leuchtende Miitze hineinblrst und dort durch Abklihlung die richtige Verbrennung start.
Gelangt der Docht seitwarts oder nach oben in die S p b r e
der Verbrennung, also bis in den Schleier oder bis in die
Lichtmotze, so beginnt derselbe, rls Kohle, zu crgliihen
und ZP verbrennen. Da er aber ktihler ist als die leuchtende MUtze und der Schleier, so sublimirt sich lcicht der
Kohlenstoff an ihm, wie an einem in dic Flamme gefauclrten Drahte, und bildet einen schwarzcn Schild, Dieb oder
Scbnuppe genannt , welcher die Flamme verdunkelt.
Diese genaue Kenntnit der Lichtflamme und der in derselben vorgehenden Processe scheint mir zu einer rationellen Anwendung des LBtbrobro nothwendig. Sollte diese
ineine anspruchslose Arbeit zur VervollstBndigung und Berichtigung ineiner Beobachtungen anderen, mit solchen Untersuchungen vertrauteren Msnnern Veranlassung geben, so
wUrde ineine Arbeit dadurch in meinen Augen einigen Werth
erhalten.
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