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ANGEWANDTE CHEMIE
45. Jabgang, S. 189-300
Inhaltsreneidmir: Siehe Amelgentell S. IBS
16. April 193&
Nr. 16
Ernst Bornstein t
E r n s t B o r n s t e i n ist am 21. Februar 1932 von
unsgegangen. In seiner stillen, tiefsch.urfenden Art war er
ein 'begeisterter Teilnehmer a n a l h n Fachlichen. Daneben
war sein Interesse allen Dingen der Naturerforxhung
und durchdringung, d e n schonen Kiinsten un,d der Literatur zugewandt. Sein bescheidenes Wesen liefl ihn nie
a l h vernehmlich in den Vordergrund treten, und doch
stand e r ,fachlich und personlioh als eine deutsohe Gelehrtennatur seinen Mann. Bornstein war ein freier,
vornehsm,er Jude, d.er auch seiner Art nach still ini
Hintergrund blei.ben .m.uBte,obwvhl er seinen Leistungen
und sein.en Kenntnksen nach ein Fiihrer hatte sein
konnen.
Bornstein ist am 19. Juni 1854 zu Konigsberg i. Pr.
geboren. Er verlor schvn als achtjlhriger Knabe seinen
Vater und lebte dlann weiter rnit seiner Mutter und
seinen Geschwistern, zu denen auch d,er alteste, Richard,
der Landolt-,Bornstoin" gehort,e, in Konigsberg. Er besuchte dort das Altstadtische Gymnasium und verliefl
es Ostern 1873 niit dem Zeugnis der Reife. Dann bezog
er zunachst die Universitiit Heidelberg und widmete sich
dort, dem damaligen Gebreuch entsprechend, dem ,allgemeinen Studi.um mder Naturwi,ssenschaften. Er gehorte
dort noch zu den Glucklichen, dlie unter B u n s e n in
seiner Bliitezeit studierten und dann unter C o h e n ,
K , i r c h h o f . f , K o p p und W u n d t die Heidelberger
aufsteigende Zeit mit dlurchlebten. Im Herbst 1874 ging
Bornstei n a n d i e F riedrich-Wilhelni-U niverai tat Bonn,
auf der er mit dam Hauptfach Chemie unter K e k u l 6
und W a 11 a c h arbeitete. Er promwierte 1877 rnit einer
bei K e k u 1 6 ausgefiihrten Arbeit ,,fJber einen Beitrag
zur Kenntnis der Ditolyle" und ging dann nach Konigsberg zuriick. Schon 1879 fin,den wir ihn dann als Lehrassistenten bei I3 o s e in StraGhirg. 1883/84 'war er Vor1emngsassi.stent bei L a n d o 1t im C h e m i d e n Institut
der Landwirtsohaft1,ichen Hochs&ule Berlin.
1886 heiratete Bornstein Fr.au Bertha geb. Rohmanrr, eine selir ,masikalische Dame. Dmerglucklichen
Ehe entstanimen drei Sohne, von denen einer 22jiihrig
im Wehkrieg fiel, und eine Tochter. Trvtz seines
energisohen Arbeitens crmiiglichte seine wundervolle
Zeiteinteilung es ibm ilmmer, f i r Frau und Kinder freie
Stunden zu haben. In diesen gab e r den Seinen alles,
was fur ihre Entwickhng und f i r i h r inneres und auDeres
Leben von Bedeutung sein und werden konnte. Es gab
keine Interessen perstinlicher , d e r wi.ssenschaftliaher
Art, die er nioht init seinen Familienangehorigen teiltc?.
Fur seine Lebenwuffassung und -gestzalbungdurfte es
von Bedeutung gew.esen sein, dafi er einer alten Kaufmannsf.amil.ie entstammte mund ,dadurch einen weiten untl
allgemeineren .Gesiohtskreis hatte. Sein Groi3vater fiihrtc
als erster in Preuflen Bauunwolle aus dem Orient ein und
hat so der Industrie einen star.ken Impuls gegeben. I n
seiner Familie wnren Bernsteingewinnung und Bernsteinhaladel eine alte Tradition. Bornsteins Sprachkenntnis ermoglichte mihm eine g e m u e Kenntnis der ausIandiwhen Literatur und machte ihn zu eineni hesonders
we rt voile t i M ita I'bei t e r .des Zen t r.al,blat tes.
Nach seiner Assistentenktigkeit hatte Bornstein ein
eigenes Laboratmimumfur analytische u d technische
Chemie. Es zog ihn aber imm;er wieder zur wissenAngcn. Chcmie, 1932.
Nr. 1G
schaftlichen Arbeit, und so arbeitete e r auch i n dieseii
J.ahren mehrfnch im organisohen Laboratoriu'm der Technischen Hochschule, Zuni Teil mit L i 8 b e r m a n n , 1903
habilitierte er sich a n der Teohnischen Hochwhule
Berlin Eiir Feuerungs- und Hei,zungskande rnit d e r Arbeit
,,Ober die Zersetzung fester Brennstoffe". Erst 17 Jahre
spater er,hielt er d e n Titel Professor und 1922 den offiziellen Lehrauftrag. Wahrend seiner Dozententatigkeit
hat er sich speziell rnit den festen Brennstoffen, deren
Vecarbeitung und den Inhaltsstoffen der Teere bescha,ft igt.
Sohon vor seiner Promotion veroffentlichte Bornstein
in d e n ,,Berichten" seine erste wissenmbftliohe Arbeit
zur Darstellang d.es Xthylenglyk801s,der nun eine ibeachtliche Reihe von Arbeiten folgle, darunter auch die niit
B u 13 ausgefiihrten uber Anilinsch,warz. Als allgemeiner
wichtig sind die Arbeiten zu nennen, uber die e r 1906
unter den Kenmeichen ,,Zersetmng d e r St,einkohle" berichtete. Diese Arbeiten bringen in einer einwand,Freien
Vollkommen,heit .die gesamte Grun,dlage und die Gesamterkenntnis der sogenannten U r t e e r e r z e u g u n g
(Tieftemperalurteer), iiber die k,urz d'arauf, und wohl
unabhangig von ihm, auch P i c t e t berichtete. Dieser
wichtigen Arbeit wurde damals von d e n Fachgenossen
kaum Bedeutung beigelegt. Erst als Franz F i s c h e r in
der Zeit d e r Not wieder auf diese Arbeiten zuriickgriff.
wuride ihre Redeubung me.hr gewiirdigt. Wie ich aus
Privatauflerungen von Bornstein .weiD, hat es ihn im.mer
besonders gewhmerzt, dafl die Wissenschaft seineneit
gerade d,i.ese, von ihm rnit so vie1 Liebe und SorgJalt
durchgefuhrte Arbeit, deren grundlegende Bedeutung der
Forscher voll erkannte, nbgelehnt hatte. - Seine technisohen Arbeiten hat er in I> a m m e r s Hand.buch der
cheniischen 1nd:ustrie niedergelegt. Er behandelte dariii
die Brennstolfe und die daraus gewimbnren P r d u k t c
bis zu den Farbstoffen. In dem Knappsohen Verlag erschien noch kiirzlich das wertvolle kleine Werk ,,Einfuhrung in die Chemie und Technologic der Brennstof,fe."
Sein .widerstandsfaiger Korper nnd sein wchhldisziplinierter Geist 1,ieflen ihn niohts von den Burden des
Alters empfinden. Er hatte es daher noch ,ubernammen,
A b r a h a nr s ,,Asfdts and ,all.ied Substances" in d c r
dritten Auflage zu iiberaetzen und 'fur deutsche Verhaltnisse frei zu bear.beiten. Leider kani er nicht mehr zum
Schlufl mit d,ieser Arb'eit, und eine andere Hand wird sich
h d e n m u s e n , ulm d.ie le,tzten tlbertragungen ,und Anpassungen zu machen.
Wenige Tage vor seinem T d e erschien nooh in der
,,Brennstoffchemie" ein Bericht von ihm und seinem Mitarbeiter P e t r i c k ,,Uber :die Stickstoffibest~im.mungi n
Kohlen nmaoh der Methode von Kjeldahl". Sie spiegelt in
ihrer Exaktheit so recht sein genaues Denken und
Arbeiten. Eine andere, gerade vollendete, aber noch
nicht veroffentlichte Arbeit aus d e r alkrletzten Zeit behandelt die Trennung azeotropischer Gemische.
Wer den Menschen Bornstein kannte und seine Art,
wind noch niehr a1.s nnr der K!enner seiner Arbeiten ihn
zu wha.tzen wissen und dankbar dieseni zuverlassigen
Manne und sorgfaltigen Forscher ein treues Gedenkeii
bewahren.
Fritz Frank, Berlin. [A. 26.1
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