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Ernst von Meyer Ж.

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Ernst von Meyert.
Aatnststell.
23. Jshrgsng l916.1
189
Zeitschrift ftir angewandte Chemie
I. Band, S. 189-200
I
Auf'satzteil
9. Mai 1916
Ernst von Meyer f.
Am 11./4. starb nach dreimonatiger schwerer Krankheit unser lieber E r n s t v o n M e y e r. Zu Weihnachten
stand er noch unter urn in jugendlicher geistiger und korperlicher Kraft.
E r n s t v o n M e y e r wurde an1 25.18, 1847 zu Kassel
als S o b des damaligen kurhessischen Staatsministers S i e g m 11 n d v. M e y e r geboren. Durch 3 Generationen haben
seine Vorfabren hohe Amter in Hessen eingenonimen. Das
klassische Gymnasium in
Kassel hat er, dank seines
ausgezeichneten Gedachtnisses, mit Leichtigkeit durchlaufen, so da13 seine Mutter,
als ihr der Rektor des Gymnasiums bei der Entlassung
mitteilte, ihr Sohn habe die
goldene Medaille bekommen,
ausrief: ,,Aber das hat er ja
1866
gar nicht verdient!"
folgte er seinem Vater, der
zu dieser Zeit hessischer Gesandter war, nach Paris, wo
er sich iiber ein halbes Jahr
aufhielt und bei dieser Gelegenheit (die franzijsische
Sprache beherrscheii lernte.
Nach Beendigung des
osterreichisch - preidischen
Krieges begann er seine chemischen Studien in Leipzig
unter K o l b e , der denials
auf der Hohe seines Ruhmes
stand. K o 1 b e iibertrug
ihm nach AbschluI3 der
Studien die Leitung des
Anfangerpraktikums. 1870
machte E. v. M e y e r
als Leutnant den franzosischen Feldzug beirn 11. Feldartillerieregiment mit. Besonders ausgezeichnet hat
er sich bei der Belagerung von Metz, wo eine einschlagende Grannte 4 Pferde
der Bespannung eines der
Geschutze seines
Zuges
totete.
In wenigen Miiiuten hatte er das Geschiitz wieder frei gernach t,
so daB der AuFmarsch gl nicht unterbrochen wnrde.
Nach dem Feldzug ging er 111 das 11o I b e sclie Laboratorium zuriick, in deni er bis zum Jahre 1885 als Assistent
tatig war. 1874 habilitierte er sich als Privstdozent fur Chemie. 1878 wurde er zum auflerordentlichen Professor ernannt. Viele Jahre hat er bei zunehmender Kriinlilichkeit K o 1 b e s die Leitung des Saales fur Fortgeschrittene
gehabt. Eine ganze Reihe von ausgezeichneten Mannern
sind damals unter der Fiihrinig K o 1 b e s seine Schuler
gewesen. Aus dieser Zeit starnmt die Preundschaft, die ihn
fur sein ubriges Leben init B e c k m a n 11 . C u r t i u s ,
K u n z - K r a u s e und 0 s t verbancl. Untersuchungen
itber den Gasgehalt der Kohlen haben darnals seinen
Namen in cler wissenschaftlichen Welt bekannt gemacht.
1874 schrieb er sein erstes grogere3 Werk: Explosivkorper und die Feuerwerkerei.
1876 verheiratete er sich mit der itltesten Tochter
K o 1b e s , Johanna. Sie hat wahrend 40 Jahren, in einer
uberaus gliicklichen Ehe, sein Leben verschont und vie1 dazu
beigetragen, ihn zu der edlen Personlichkeit zu entwickeln,
die alle, welche ihn naher kannten, so iiberaus hoch schatzen
muBten. Nach dem Tode K o 1 b e s eroffnete er 1885 mit
W e d d i g e zusamnieii ein selbstandiges wissenschaftlj ches Laboratorium in Leipzig, welches sich bald mit Schidern fiiUte.
Er ubernahm die Redaktion des Journals fur praktische
Chemie und schrieb eine neue vie1 vermehrte Auflage des
I<o 1 b e schen Lehrbuchs der
organischen Chemie. Ein
umfangreiches, hochst zuverlassiges Werk, welches den
damaligen Stand cler Wissenschaft voni K o 1 b e schen
theoretischen
Standpunkt
Rechilung trug.
Seine Geschichte der Chemie hat vier Auflagen gehabt
und ist in das Englische, ItaIieNsche und Russische iibersetzt worden. 1893 wurde er
als ordentlicher Professor fiir
organische Chemie als Nachfolger R u d o l p h S c h m i t t s
nach Dresclen an die tech
nische Hochschule berufen.
Hier hat er eine sehr erfolgreiche Lehrtatigkeit entfaltet. Zahlreiche wissenschaftliche Dissertationen sind von
seinen Schiilern veroffentlicht worden. Viele wissenschaftliche Gutachten hat er
als Mitglied cler technischen
Deputation abgegeben. Bleibende groI3e Stiftungen werden der technischen Hochschule fur unabsehbare Zeit
zuin Nutzen gereichen.
An der von der technischen
Hochschule zu Dresden ausgegangenen Bewegung , die
zur Erlangung der Wurde des
Doktor - Ingenieurs fur die
technischen
Hochschulen
fiihrte, ist er sehr wesentlich
beteiligt gewesen.
Er war Mitglied der Akademien cler Wissenschaften in
Leipzig, Stockholm-und Turin, korrespondierendes Mitglied
der medizinischen Sozietat Erlangen. Das groRe Vertrauen,
welches er bei allen seinen Kollegen an der technischen Hochschule genoB, fand darin Ausdruck, daR sie ihn dreimal
Zuni Rektor erwahlten. I n Leipzig und Dresden schloB sich
an ihn ein groBer Freundeskreis. E r war selbst ein ausgegezeichiieter Geigenspieler. 17 Jahre war er Vorsitzender
des Dresdener Mozartvereins, den er mit auf seine gegenwartige Hohe gefiihrt hat.
UnvergeRlich werden aIIen, die in seinem gastfreieii Hause
aus und eingingen, die vieren schonen dort verbrachten Stunden sein. In Gliick und Ungluck war er einer sehr groflen Zahl
von Menschen ein stets hilfsbereiter, teilnehmender Freund.
Eine ausfuhrliche Wiirdigung seiner wissenschaftlichen
Arbeiten
in einer Ge&&tnisschrjft in dem Journal fiir
praktische Chemie erfolgen.
Dresden, den 18./4.1916.
WaZtAer Hempel.
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