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Ersatzstoffe fr Tee Schokolade und Tabak im 18.

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Brieger: Ersatzstoffe fiir Tee UIW.
Amtaten
81. J.hgsng
iaal
Deutschland iiberging. Wie sich schlieBlich seine Lage gestaltete,
ala Anfang 1917 die Vereinigten S h t e n Deutschland den Krieg
erkliirten, dariiber wissen wir zurzeit nichte. M e Anzeichen aber
sprechen dafiir, daD er auch dann noch im W c h e n Sinne wie
vorher tatig war. Denn anders kann ich es nicht erkliiren, daB
die beiden verbreitetsten chemisch-technischen Zeitschriften Erglands, daa Journal of the Society of Chemical Industry und das
Chemical Trade Journal ihren Lesern von S c h w e i t z e r s Ableben
nicht einmal Kenntnh gaben.
Der Neuyorker ,,Oil, Point and Drug Reporter" vom 31./12. 1917
dagegen bringt einen warm gehaltenen Nachruf, der dem Verstorbenen vollkommen gerecht wird. Wir entnehmen ihm auch,
wie hohe Achtung er in dieser Zeit noch bei seinen Fachgenossen
besaB; denn auf die Nachricht von seinem Ableben beschlossen
ihrer 32, zu einem ,,Hugo Schweitzer Memorial Committee" zusammenzutreten mit der Absicht, am 15./1. 1918 eine wiirdigc
Trauerfeier zu veranstalten. Wie diese Feier verlaufen ist, dariiber
habe ich nichta erfahren konnen, aber die Namen jener 32 biirgen
dafur, daB sie seinen hohen Verdiensten Gerechtigkeit widerfahren
lieB. Und waa uns dabei Genugtuung gibt, ist der Umstand, daD
diese 32 nicht ausschlie0lich Deutschamerikaner sind, sondern daB
sich unter ihnen eine ganze Anmhl von Vollblutamerikanern befindet,
an ihrer Spitze der alte C h a n d l e r , der Nestor der amerikanischen
Chemiker.
Die einzige englische Zeitschrift, die S c h w e i t z e r s Tod bringt,
der ,,Chemist and Druggist", t u t dies mit den bezeichnenden Worten:
Er stand friiber in hoher Achtung wegen seiner geschiiftlichen und
organisatorischen Fiihigkeiten; in letzter Zeit aber wirkte er an der
Propaganda zugunsten seines Geburtslandes mit.
Wahrlich, ein besseres Lob, als dieser hamische SchluBsatz
ausspricht, konnte Schwei t z e r in Deutschland nicht gesungen
werden. Moge cs unserem Vaterlande nie an Sohnen fehlen, dic
Raachig. [A. 44.1
ihm gleichen.
Ersatzstoffe f i r Tee, Schokolade und Tabak im
18. Jahrhundert.
Von Dr.
- Gerlach: Ammoniakphoaphat.
-
Ein beaserer Ersatz fiir Schokolade sollten WallnuBkerne sein,
ie fein zerschnitten, in einem Tontiegel Ieicht geriistet und dann
rob gepulvert wurden. Daa Pulver hiingte man in einem LeinwandBckchen in Milch, kochte stark und fiigte Gewiine und Eier hinzu.
Geriistete und gemahlene Weinkerne mit Zucker, Zimt und Vanille
ollten ebenfalls eine ,,delikate Schokolade" liefem. Ein anderes
Ersatzmittel waren echte Kastanien, mit Milch, Zucker und etwas
iimt gekocht. Auch kannte B o h m e r schon die geriisteten Kerne
ler ErdnuB und des westindischen Anakardienbaumes als Schokobdesurrogat.
Mehr lokale Verwendung fanden die meisten Ersatzstoffe des
C a b a k s. In der Hauptsache waren es Bauern, welche getrocknete
3latter verbreiteter aromatischer Pflanzen rauchten, die ihnen
;erade unter die FYeife kamen. So fand F a b r i c i u s bei norwegiehen Bauern Angelica archangelica und Myrica gale statt Tabak
ieraucht, und S a u s s u r e a h die Landleute von Chamonix Arnica
nontana schmauchen. Die Bliitter von Doronicum plantagineum
rmrden nach W i 1 1 e m e t in Smoland, die einer Gnaphaliumart
n Japan (nach T h u n b e r g) geraucht. In Nordamerika dienten
:u demselben Zweck die Blatter der Rhus glabra, und in Italien endich WallnuBblatter ( B 6 h m e r).
Die Vermengung echten Tabaks rnit den Bliittern von Arbutum
iva ursi, die in England ,,zur Verbesserung des Geschmacks" vor;enommen worden sein SOU, hat wohl ebenfalls kaum vie1 Nachihmung gefundena), verbreiteter war die ,,Streckung" mit Korn>lumen und Aurikeln4).
Auch die angebliche Rauchbarkeit des vielgeriihmten Kartoffelvautes ist eine Entdeckung des 18. Jahrhunderta. Einigcn Stockiolmer h z t e n kommt das Verdienst zu, diese echt europliische
Cmporte eingefiihrt zu haben. Es wurde ihr nachgesagt, daB sie
besser schmecke als echter Tabak. Alle diese Ersatzstoffe sind, wenn auch nicht allen Anspriichen
Zeniigend, so doch ziemlich harmlos, unschiidlicher jedenfalls, als
lie Bliitter von Hyoscyamus und Datura, die U d o D a m m e r
kiirzlich in einer verbreiteten Tageszeitung unbegreiflicherweise als
Tabakersatz zu venuchen empfahl. Doch sollen diese alten Rezepte
nicht etwa zur Nachahmung anregen; wir haben an den neuen schon
mehr als genug.
[A. 17.1
WALTER
BRIEGER.
(Eiageg. 18.p. 1918.)
Fiir die narkotischen GenuBmittel werden jetzt uthlreiche Ersatzstoffe vorgescl~lagen, die meistens zwar nicht dieselben physiologischen Eigenschaften, aber doch wenigstens ein iihnliches Auswhen besitzen, wie die Produkte, die sie ersetzen sollen. Da ist es denn
vielleicht nicht ohne Interesse, an die ,,Quidproquos" der alten Zeit
zu erinnern, die schon damals ein recht buntes Bild bieten. Aus
Rucksicht auf den Papiermangel beschriinke ich mich im folgenden
auf daa 18. Jahrhundert und laase den Kaffee unberiicksichtigt,
der einen zu g r o h n h u m beanspruchen wurde.
Die Ansichten der Mediziner iiber die Wirkung des T e e s gingen
um die Mitte des 18. Jahrhunderta vielfach auseinander. Bald wurde
er als giftig verurteilt, bald fiir sehr gesund erkliirt. I m allgemeinen
einigts man sich d a b , daD er ,,dm Haupt erleichtere, den Magen
stiirke und die Nieren von Sand und Gries befreie". ,,Weil wir bey
uns eben so gute Kriiuter haben, welche denselben Effect thun,
so nehmen einige Betonien, andere Ehrenpreiss, andere den RQR.
marin, noch andere die Salbey, welche sonderlich von den Indianern
(Indern) gegen den Thee also ausgetauschet w i d , dam sie der Ost.
indischen Compagnie ftir 1 Pfund Salbey 2 und wohl mehr Thee
geben, welches die Ursache seyn mag, dass der Thee bey uns wohl.
feiler ala in Indien selbst istl)."
Noch vielfliltiger waren die Ersatzmittel fiir die S c h o k o 1a d e!
wie sie z. B. B o h m e r *) zusammengest& hat. So schlug M i s s a
ein franzii9icher Arzt, statt des Gattertrankes geriisteten Linden.
samen vor. D a aber ,,der Geschmack und Oeruch von dem dei
Schokolade gar sehr venchieden" war, meint B 6 h m e r skeptisch
,,EB wird also diem neue Schokolade nicht leicht Liebhaber finden
uberdies diirfte sie auch nicht wohlfeil seyn, da die Einaarnmlung
d i e m Samens m u m und bey uns gemeiniglich nur ein Saamt
in jeder Frucht befindlich ist." M i s s a hatte iibrigens auch 01 aus
den Lindensamen gepreBt, des er fur W c h der Kakaobutter hielt
-
I
w0yt E,
Gazophylacium medico-chymicum. 16. Aufl
Leipzig 1767, S. 911.
*) G. R. B o h m e r , Techn. Gesch. der Pflanzan, IL Bd..
8. 530. Leipzig 1794.
*)
91
-_
_-
.
Ammoniakphosphat
Von Professor Dr. GERLACH,Bromberg.
(Eingeg. 26.12. 1918.)
In dieser Zeitschrift') habe ich durch eine Reihe von Versuchen
gezeigt, mit welcher Schnelligkeit gaaformiges Ammoniakvon frischem
und getrocknetem Superphosphat absorbiert wird. Ein Molekiil des
darin enthaltenen Monocalciumphosphats nimmt vier Molekiile
Ammoniak auf. 4Durch weitere Umsetzungen entstehen bei Gegenwart von Wasser und gleichzeitiger Einwirkung des im Superphosphat enthaltenen Gipses ah Endprodukte in Wasser uiilosliches Kalkphosphat und Ammoniumsulfat. Da die Superphosphate stets freic
Siiuren enthalten, um ein Zuriickgehen zu verhindern, so ist ihrr
absorbierende Kraft fiir Ammoniak noch g r o h r als diejenige des
reinen Monocalciumphosphats. Daa auf diese Weise entstandenc
Produkt wurde im Gegensatz zum Ammoniaksuperphosphat kurz
als Ammoniakphosphat bezeichnet. Ich werde spiiter nachweisen,
daB dieses noch Calciumammoniumphosphat oder ein ahnliches
1e i c h t l o s 1 i c h e 8 Phosphat enthiilt, welches sich bei seiner
Anwendung als Diingemittel erst im Boden unter Bildung von
schwer loslichen Kalkphosphaten und Ammoniumsulfat umsetzt.
Hierauf beruht die giinstige Wirkung der Phosphorsiiure in deni
Ammoniakphosphat, welche in den Jahren 1913-1915 bei Vegetationsversuchen beobachtet wurde. Es ist hieriiber bereits ausfiihrlich in dem obenerwiihnten Aufsatz berichtet worden. Setzt
man die Wirkung der w a s s e r 1o s 1 i c h e n Phosphorsiiure in
den Superphosphaten gleich 100, so ergab sich fur die Gesamtphosphorsiiure im Amrnoniakphosphat
1913/16
111
96
1916
1914/15
92
91
108
Yittel
110
101
S c h r e b e r , Neue Camerahchriften, 9,211 und B o h m e r ,
1. o., 5. 639.
') Teachenbuch zum Nutzsn und Vergniigen fur Tabaksranchcr,
5.86. Regemburg 1800.
l) Angew. Cham. ZS, I, 13-14,
16-20 [1916].
IF
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