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Erwiderung an die Herren Steubing und Stark.

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608
11. Erwiderung
an die H m e n S t e u b i n g und S t a r k ;
vo*& H. K a y s e r .
Auf meine Kritik seiner Arbeit hat Hr. S t e u b i n g l ) eine
Antwort veroflentlicht (und Hr. S t a r k z ) sekundiert), in welcher
er einerseits zahlreiche Widerspriiche bei mir zu finden meint,
andererseits so viele falsche Rpektroskopische Behauptungen
aufstellt, da6 eine Erwiderung darauf mir notig erscheint. E:s
ist freilich unmiiglich, alle Irrtumer des Hrn. S t e u b i ng zu
besprechen, da dann die Antwort vie1 zu lang werden wtirde.
Zuerst handelt es sich um die negativen Sauerstoffbanden.
Hr. S t e u b i n g wirft mir vielfache Widerspriiche vor; ein
Schreibfehler ist tillerdings vorhanden : ich hatte funfmal zu
erwiihnen, Hr. S t e u b i n g behaupte, die negativen Banden des
Sauerstoffs seien nach ,,kurzen" Wellen abschattiert ; dabei
habe ich mich einmal verschrieben und ,,lange" gesetzt.
Die ubrigen Widerspriiche sieht nur Hr. S t e u b i n g , offenbar wegen seiner Unbekanntschaft mit Bandenspektren. Wenn
ich z. B. sage, dsB Teile dieser Banden als nach Rot verlaufend
aussehen, da6 man aber - da die Serien sich bei dcr ganz
ungenugenden Auflasung der Banden und den daher schlechten
Messungen von S t e u b i n g nicht verfolgen lassen - vorlaufig
n u r sagen kann, da6 die Banden nach heiden Seiten verlaufen,
so liegt darin kein Widerspruch. Diesen Schlu6 habe ich aus
allen alteren Aiigaben und aus Hrn. S t e u b i n g s eigenen Zahlen
und Intensitiitsangaben gezogen, so da6 Hr. S t e u b i n g zu Unrecht behauptet, ich hatte seine ,,tabellarischen Angaben mi6achtet'i. Nach diesen Zahlen wiichst z. B. die Intensitiit von
der angeblichen Kante bia znm Maximum der Bande von 59
1 ) W . S t e u b i n g , Ann. d. Phys. 34. p. 1003. 1911.
2) J. Stark, Ann. d. Phys. 34. p. 1011. 1911.
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Emriderung.
auf 19, von 54 auf 78, von 36 auf 85, von 51 auf 75, also durchschnittlich um 50 Proz.
Wenn ich die sogen. Nebenbanden als Fortsetzung der
Hauptbanden rechne, und Hr. S t e u b i n g darin wieder einen
Widerspruch sieht, d a zwischen beiden ein Intensitatsminimum
liege, so wei6 er offenbar nicht, daB es viele Bandenspektra gibt,
innerhalb welcher die Intensitiit mehrfach ab- und zunimmt.
Wenn Hr. S t e u b i n g verlangt, ich solle zum Beweise,
da8 die Banden nach beiden Seiten verlaufen, zeigen, daB sie
bei verlangerter Exposition nach Rot hin wachsen, so beruht
ein solches Verlangen wieder nur auf Unkenntnis der Beschaffenheit der Bandenspektra. Es gibt Bandenspektra, die
plotzlich abgeschnitten sind; ich habe das Hrn. S t e u b i n g
schon in meiner Kritik (p. 500) gesagt, wie es scheint vergeblich. Aber es kann nicht meine Aufgabe sein, ihm hier
eine ausfuhrliche Auseinandersetzung iiber die verschiedenen
miiglichen Typen der Bandenspektra zu geben.
Bestehen bleibt fiir jeden, der auch nur oberflachlich
diese Typen kennt, dab die Richtnng der Banden nicht durch
den Intensitatsabfall oder auch die Zuwachsrichtung definiert
werden kann. Wenn Hr. S t e u b i n g sagt, er glaube nicht,
da8 durch neue Definitionen die Wissenschaft Schaden erleidet,
so irrt er, zumal wenn die neue Definition in zahlreichen Fallen
direkt zu unsinnigen Folgerungen fiihrt.
Weiter wendet sich Hr. S t e u b i n g zu seinen knrzwelligen
Benden. Er hatte in der Arbeit angegeben, nur ,,einige
wenige" brauchbare Photographien erhaltea zu haben ; jetzt
sagt er, er habe seine Schliisse aus 40 Photographien gezogen.
Indessen tut die Zahl nichts zur Sache. Bestehen bleibt, daB
er unklare Resultate mit Sauerstoffemission erhalten hat, dagegen an derselben Stelle andere Banden, die er fur Fluoreszenzbanden des Sauerstoffs erklilrt ; diese beschreibt und miBt er
dann einfach statt der Emissionsbanden. Einen Beweis dafiir,
da8 es sich im einen Fall um eine Emission des Sauerstoffs,
im anderen um eine Fluoreszenz des Sauerstoffs handle, ist
er durchaus schuldig geblieben. Ich habe die Deutung seiner
Aufnahmen, die eher an ein Absorptionsspektrum denken lassen,
bezweifelt, und gesagt , dab nur die kontinuierliche Emission,
die S c h u m a n n gefunden, gesichert scheine.
Aunalen der Physik. IV. Folge. 35
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H.Kayser.
Es iet naiv von Hrn. S t e u b i n g , wenn er von mir verlangt, ich solle seine Versuche wiederholen und aufklaren; das
ware seine P5icht gewesen, bevor er pnblizierte.
Ich hatte die Identitat der beiden fraglichen Sparten bezweifelt, weil Hr. S t e u b i n g selbst angab, die Intensitateverteilung sei wesentlich verschieden. Jetzt antwortet er: ,,Eh
ist wohlbekannt, dat3 ein Spektrum, wenn es unter verschiedenen
Bedingungen erzeugt ist , sich in der Intensitatsverteilung in
den Linien iindert, und doch denselben Korper ale Triiger
hat." Dies zeigt wieder Unkenntnis der spektroskopischen
Tatsachen: die Linienspektra sind in der Tat iiuberst variabel,
bei den Bandenspektren ist das aber eben nicht der Fall. Mir
sind nnter allen Bandenspektren nur drei bekannt, bei welchen
sehr unbedeutende Anderungen auftreten; es existiert kein
Fall, wo ,,wesentliche" Verschiedenheit bemerkt wurde.
Es bleiben endlich die Wasserdampfbanden, die Hr. S t e u b i n g fur Sauerstoffbanden erklart. Als Stutze hatte er unter
anderem angefiihrt, nach D e s 1a n d r e s seien die Banden ebenso
gebaut, wie die Sauerstoff-Absorptionsbanden A , B usw. Ich hahe
darauf bemerkt, schon L i v e i n g und D e w a r hatten keine h n lichkeit gefunden und Meyerheim habe sie widerlegt. Nun will
Hr. S t e u b i n g abermals einen Widerspruch konetruieren, und
zwm gegen meine Angabe im Handbuch der Spektroekopie,
wo ich gesagt habe, L i v e i n g nnd D e w a r hatten eine gewisse
Ahnlichkeit gefunden. Er zitiert ferner L i v e i n g und Dewar,
aher unvollatlndig. Sie sagen: ,,we have not been able to
make ont such an exact correspondence between the lines of
the water spectrum and those of A, B . . .'' Nun folgt der
Satz, den Hr. S t e u b i n g bringt: ,,newertheless, the similarity
of the grouping is very remarkable ..LLDie Autoren schlieSen:
,,We have no doubt that the peculiar arrangement of the lines,
commencing at the more refrangible end with some closely
set lines and continued in a series of doublets, is in all these
cases the result of a general law." Damit haben L i v e i n g
und D e w a r die Liisung richtig angedeutet: es sind in beiden
Spektren Serien von Liniea vorhanden, wie in allen Bandenspektren. J e nach der Zahl der Serien und ihren Konstanten
kannen sich scheinbare Paare oder Triplets herausbilden.
Bei A , B usw. treten scheinbare Paare anf und bei den
.
Erwideruny.
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Wasserbanden ebenfalls, und insofern sind die Spektren ahnlich,
aber viele andere Spektren, z. B. das des Kohlenwasserstoffs,
mindestens ebensosehr. Berechnet man aber die Serien, stellt
ihr Qesetz auf, so findet man, da6 die Struktur in A, B . . eine
ganz andere ist, als in den Wasserbanden. Die Ahnlichkeit
beruht eben nur in dem general law fur Serienvon D e s l a n d r e s ,
und darin, daB in beiden Spektren (wie in vielen anderen) zwei
Serien dominieren, die scheinbare Paare bilden. Man kann
daher den Ausspruch von L i v e i n g und D e w a r ebensowohl so
wiederholen, da8 man sagt, es sei eine gewisse Ahnlichkeit
vorhanden, als auch so, daB man sagt, es sei keine iihnlichkeit vorhanden, wenn man namlich der Frage tiefer nachgeht
und sich nicht mit der auBerlichen Ahnlichkeit begniigt, auf
die es hier nicht ankam.
Wenn Hr. S t e u b i n g in einer Anmerkung sagt, die Arbeit
von Meyerheim habe nur denZweck gehabt, die D e s l a n d r e s schen Formeln zu prufen, so irrt er; der Zweck war, die
Struktur der Wasserbanden aufzuklaren und die Angabe von
D e s l a n d r e s iiber A , B . . zu prtifen. Dabei hat sich denn
herausgestellt, daB die Struktur beider Bandenreihen ganz verschieden ist. Wenn Hr. S t e u b i n g fortfahrt, die Arbeit von
Meyerheim ,,spiele absolut keine Rolle bei der Frage nach
der Herkunft der Banden" (womit Hr. S t e u b i n g wohl sein
Ubersehen dieser Arbeit entschuldigen will), so stimme ich ihm
ganz zu. War es aber nicht Hr. S t e u b i n g , der in seiner
Arbeit die angebliche Identitat als Stutze fur den Ursprung
betrachtete?
Wenn Hr. S t e u b i n g mir vorwirft, da8 ich dieBehauptung,
die Wasserdampfbanden geborten nicht zu Sauerstoff, ,,weder
durch eigene noch fremde Versuche" gestutzt habe, 80 irrt er
wieder: ich habe auf die Versuche von H u g g i n s und L i v e i n g
und Dew a r nachdrucklich genug hingewiesen, die vollig geniigen, und mit denen meine eigene spektroskopische Erfahrung
ganz iibereinstimmt. Man konnte freilich noch manches andere
anfiihren, z. B. die groBe Unwahrscheinlichkeit, daS Sauerstoff
in den Verbrennungsgasen der Flammen ein eigenes Spektrum
emittiere, den Nachweis der H,O-Banden in Absorption usw.
Hr. S t e u b i n g erweckt weiter (p. 1008) den Anschein, als
stehe D e s l a n d r e s im Gegensatz zu L i v e i n g und D e w a r
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.
.
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H. Kayser. Emiderung.
und zu mir in betreff des Ursprungs der Wasserbanden. Da
rate ich ihm, die Deslandressche Abhandlung besser zu
lesen: D e s l a n d r e s spricht stets vom spectre de la vapeur
d'eau und schliebt den Abschnitt iiber dies Spektrum mit den
Worten, die Versuche von H u g g i n s und von L i v e i n g und
Dewar hatten bewiesen, ,,que les 616ments de la vapeur d'eau
sont n6cessaires
sa formation". Auch er steht also durchaus auf dem Standpunkt, daB eine Verbindnng von H und 0
notig sei, nur halt er es mit Recht nicht fur bewiesen, dab
sie gerade Wasser sei.
Damit will ich schlieben, die Antwort ist schon ranger
geworden, als ich wiinschte; es ist eben nicht moglich, jernandem
kurz zu erwidern, dem uberall die experimentellen Tatsachen
nnbekannt sind.
An meiner Kritik habe ich nichts zu andern, did3 namlich die Versuche nicht schecht sind, die daraus gezogenen
Schliisse aber falsch.
Auf die rein personlichen Angriffe des E n . S t a r k einzugehen, sehe ich keine Veranlassung.
Bonn, Msi 1911.
(Eingegangen 17. Mai 1911.)
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