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Erwiderung auf den vorstehenden Aufsatz ber eine neue Zerlegung des Sonnenlichts.

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ctwas verirrtes (stray) Licht zwischen dem Loch iin Lnden wid dein Schlitz in der Metallplatte eindrang.
Das Resultat, welches ich danubieteu vermag, ist nothweudig nur ein negatives, und der Schlut, zu welchein es
fUhrt, wtirde durch Aufstellung einer widersprechenden Thatsaclie aufgehobeu. Allein eiue solche Thatsnche miifste aufser allem Zweifel festgestellt werden, und ich stehe niclit
an zu sagen, dafs kein Versuch vor den meiuen eiuen zweifelsfreien Schlut gestaltet. Als unerltifslich uothwendig fur
Genauigkeit bestehe ich auf zwei Puokte: Juxtaposition
des modificirten uud uninoditicirten Spectrums, und A u s
schliefsuiig jedes andereii Lichts.
Aucli i n d s sich dcr Experimentator in Acht nehinen vor
den Veranderungen, welche clas Licht durch bloEse VerstPrkuiigeii oder Schwacliiiugen sclieinbar iu seiner Qualit # t erleidet. Jedermann weifs z. B., daEs wenn die untergehende Sonue eiue schwach gelbe Farbe anzunehmen anftiiigt , ihr Licht, voii eiiier weifs bctltnchten Mauer aufgefangeu, als ein mattes Roth ( a full blush red) erscheint, o b
wohl nicht der geringste Grund zu glauben da ist, die
Qualittit sey wirklich vergndert.
Erwirlerung uuf den corslchendtn Aufsdz
Sher vine neue Zerlegung dcs Sonnenlichls ;
von Sir David B r e w s t e r .
VII.
( Phil. Hug. Ser. 111, Vul. XXX. p . 153.)
D i e Beiiierkungen des Hrn. A i r y tiber ineiue Analyse d t s
Sounenspectrums haben ohne Zweifel ,bei den wissenscliaftlichen Leseru eben so vie1 Verwunderung erregt, als bei
mir, uud dieb unabhSiigig von der Hicbtigkeit oder Unrichtigkeit der Resultete, auf welclie sie sich beziehen. Wcuii
ein Physiker die Untersucliungen eines audereu priilt u i i c l
seine Meiniiug iiber dieselbeu ausspricht , besouders tiber
398
solclie, welche coinpetente Richter fUr gultig (sound) erklPrt
haben, so ist e r verptlichtet, dieselben Versuche, welche
cr verwirft , mit :ihnlichen Apparaten und lhnlichen Materialien zu wiederholcn, die beobachteteo Unterschiede anzugcben , die Ursachen der Abweichungen auszuforschen,
seine eigenen Aiisichten durch neue uiid entscheidcude Versuche festzufitellen, und, zur Rechtfertigung seiner Anklagen gegcn einen Mitarbciter in der Wissenschaft, seine Uutersuchungeii zii verbffentlichen. Alles dieses hat Hr. Ai r p
nicht gethan , sondern einen Weg eingcschlagea, welclier
in dcr Wisscnschaft cbcn SO ungewOhnlich, als nnchtheilig
fiir tlcrcii Fortschritte ist.
Die Frage (die eiuzige, wie Hr. A i r y sagt), auf welche diese Reobachtaogen Bezug haben, ist diese: Zst es
ausgemacht, dafs die Farbe irgend eines Stucks born Syeclnim
aerandert werde durch Anwendung eines absorbirenden Medittms?tt Auf diese Frage habe ich uiid Andere die Antwort gcgeben , dufs absorbirende Media zoirklich die Farbe
uerschiedener Stucke des Spectrunrs uei*undeni. Ich gebe
dieso Aiitwort noch jetzt, wid ehe ich glaubc, dafs ich
wiihrend dcr lctztcii funfzig Jalire blind gcwcseii sey, will
ich (lie Vcriiiuthuiig wagcii, dafs dcr Ki)nigliclic Astronoin
die Farbcii iiiclit riiitcrschcideii konnc, cin iicliter Idiops scy,
eiu Name, den seiii Frcuiid, dcr Dr. W h e w c l l , fur
dic niigllicklichen Mitglicder der farbenbliudcii Gemciiide
vorgeschlagen hat.
Bcvor ich inich fiber die Aiialyse des Spectrums durcli
Absorption auslasse, inufs icli von dcr Anstcllungsweisc clcr
Versuche redeii: Hr. A i r y sagt : das Augc hube kein Cediichtnifs fur Farbent,, w i d cs scy dalicr noth~vendig,das
niodificirte Spectruiii sogleich mit dcin unnaodificirten zu vergleichen. Es inag wahr seyn, dnfs das Auge kein Gedscbtiiifs irgeiid ciner Art habe, wid dcslialb aiicli niclit fur Farbcii; alleiii ich weirs, dafs icli ciii Gedkhtnifs fur Fiirbcn
hiibe, die Farbcii durch eiiic fuiifzigjiihrige Uebung ( Schooling) ineiiiein Gedachtnissc so eingeprsgt sind, dnfs ich d i n e
uiiiiiittclbaren Vergleich sagcn kana, ob eiu gr.iiner Rauin
-
1)
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gelber geworden sey oder nicbt, ob icb eine Portiou von
cneifsem Licbt, welche durch gewisse Combinationcu absorbireadcr Media im Spectrum neben eiuer Portion vou rothem Licht, wie eine Mandel neben einer Kirsche liegt, vor.
mir sehe oder nicht.
Allein abgesehen von diesen Betrachtungeu, bitte ich
Hrn. A i r y sich zu erinnerii, d a b ich der Erste war, welcher die von iliin als die seinigc betrachtete Methode des
Nebeueiunnderlegens der modificirten und unmodificirten
Spectra, durch Bcnutzung eines und desselben Schlitzes fur
beidc, auwandte, dafs ich sie ihm vor funfsehn Jahren zeigte,
als er inir die Ehre erwies, inich i n Roxburgslrire zu besuchcu. In dein iin Jahr 1833 Vor der K. Gcscllschaft
gelesenen Aufsatz:
Ucber die Linieri im Spectrtim I )
tlrucke ich mich, wo ich von der Coincitlenz der Salpetergas - Linien mit den Fraunhofer'schen spreche, folgcnderinafsen nus:
18
-
,,Urn elnen niigenscheinlicheo Beweis POD dieser Thntsacbe %u liefern, bildeta ich dns Soooen- uod daa Gasspecinim #nit Lirht, dar
d u d rins rclbs Oefltrung dog, so dafs die Lioleo lo dem eioen
deoeo i m nodera gegenilberstnnden \vie die Tlieilstriclie eioes Kreises iiod seines h'ooios, uod dar Ziisnnirneofallen oder h'lchtrusninmenfallen ela Begenstand der blorseo AoschniIuDg wnrd. lcli legte
d m n die zwei Spectrn, weno ale belde RIM Sonoeollcbt gebildet
wnren, iiberelnnoder, iind zelgta raniit aiif elnmal die beideo Btreifen voo Llo1c.n mlt nlleo ihreo Coiocidenxen iind scbeinbnreo Ahweichuogen dnvon. Prof. Airy, dem ich dieseo Versucli xeigte, bcmerkte, dnfs e r die eloe nelhe voo Linieo durcb die nodere hin rehe,
wnn eioe genniie Beschreibiing eioes PhBnorneor Ist, das vlelleicht
eines der glilozeodsten i n der physischen Optik ist, soivobl fi"u diis
Aiige nls fiir dnr Urtliell:'
Am 13. April 1822 legte ich der K. Gesellschaft ZII
Edinburgh einen Anfsalz vor, in welchcni ich verschiedcne
Versuche beschrieb, sum Bmeise, dafs die Farbe vou TheiIcn des Spectrums durch absorbirende Mittel veriiiidert wird,
und an der breclibarsteu Seite dcr L'iiic D eine deutlichc
400
gelbe Zone arisgeschiedcir werden kaun 1). Um dieselbe Zeit
uUeber
richtete Sir J o h n H e r s c h e l einen Brief an
die Absorption des Lichts durch farbige Mittel etc. *>,enthaltend Versuche, aus welchen er einen dem meinigen gleichen
Schlub zog, wie aus dem Briefc und aus folgeiiden Stellen seines Treutise on Light hervorgeht. Als er das Spectrum
durch eia Stuck smalteblauen Glases vou 0,042 2011 Dicke
betracbtcte, machte er die folgende Beobachtung:
,,Diesea Ruth (dnr innerste von zwel rothen Zonen) war frei von
dem g m ' n g i t m Stich id8 0ran3c; relne brecbbarrte %one glop; selit
nnba bis aur rchwaraen Link D im Spectrum. Eine sckJIcaIe, JC/taff'c,
sclirvnrxe Linie trennte'dieses Ruth von dem Cell, rqelclrer &tJe sieitiliclc wohl legriinste Zone eon gro/Jer Lcbhaftigkcit und Heitiheit der
Farls wnr, breiter SJS dns ersto Both, und begrlliixt an der gr2ncn Seite durcli einen dimklcn, obwobl nlcht gan+ scbwnrxen Haum."
- Art.
496.
Nach dieser deutlichen uud gut beschriebenen Bcobnchtung, die aiicli ich wohl hundert Ma1 gemacht habe, argulnentirt Sir J o h n wic folgt:
,,Die beiden im Art. 497 angegobenen Hofh Itciben durclirus dieselbc
Fnrbe, uod Inaen Rich nicht unteraclteiden. Andererseits is&dcr
Uclcrgang wom reincir Rolh i n rciticr Cell i n den durt beschriehenen Falien gann plCtzlich, und der Cotitrart der Farbrn Aiiclrrt auffallend. . .
Wns let nun, knnn mnn frngen, ails dein Orange geIvordcn, uod w*ie gfmhkht es, dah seine Stelle eiuerseh diirclr
Both nnd andererreits durch Gel6 eingenommen ist? Sicher fiilireii
diese Erscheinungen mi dem GInuben, daD die Zerleguog des w-eihen Licbts durch das Prima nlclit die einzige xrillierige sey. . . .
Diese Idee ist vom Dr. B r e w s ter in einem in den Edittlurgh Trmrnctionr, Yol. ZX, .enthaltenen Aufsntz ausgerprochen, und dirselhc
Folgerung rcheint rich nun anderen in demrelben Bende dieser Scbriften verOffentlichten Vereiielien xu ergeben."
Art. 506.
.
-
Seit 1822 hatte ich iio Laufe von zehn Jabren Gelegenheit das Spectrum buchstsbtich durch bunderte vou starren, flussigen und gasigen KBrpern iu verschicdencn Combillationen zu beschauen, mid did6 flihrte lnicli zu der Verallgcmeincrung, die icb in dem am 21. Man 1831 in dcr
K.
1) EJinb. Phil. T r onsnet., F i I . I X . p. 433 444.
-
2) ILid. p . 445- 4 6 0
401
K. Gesellschaft zu Edinbiirg gelesenen Aufsatz: u Ueber eine
neue Analyse des Sonnenlichtsn beschrieben babe I). Ich
bemllhte mich durch specifische Versuche zu beweisen, dafs
das Sonnenspectrum ein Zusammengesetztes und durch absorbirende Mittel zerlegbar' sey, und es gelang mir eiiie
Portion weifsen Lichts daraus abzuscheiden, welcbe das
Prisma nicht zu zersetzen uermochte. D a diefs iiidefs nicht
die streitigen Punkte zwischen dem KOnigl. Astronoinen
uiid wir sind, so werde ich nicht weiter davon reden.
Fast drei Jahre nach der Lesung diesea Aufsatzes, am
6. Jan. 1834, machte der Prlisident und Rath der Kunigl.
Gesellschaft folgende Aiizeige:
,,Der Pribident xeigt an, dnfs der Rath beschlossen hnt, dem Sir
D a r l d Breivster Air aeioeo Aufsatz Bbrr die neim Anrlyse des
Yonnenlichb den zweijiihrigep Ke it h' schen Preir fiir die xweito
Periode zazuerkenneo('
Da ich damah auf deiii L a d e lebte, SO hattc ich keine
Kuude von der Absicht der K. Gesellschaft, inir diese Ehre
zu enveisen. Es wurden mir keine Zweifel an der Geuauigkeit meiner Versuche geiiufsert, und keine Erliiuterungen abgefordert; ich erfuhr die Preis-Ertheiluog, erst als ich
am 6. Jan. einer Sitzung der K, Gesellschaft in Edinburg
beiwohnte und jene Anzeige vorgelesen ward. Prof. F o r b e s, SecretBr der yhysikalischen Klasse, war damals der
Vertreter der Physik in dem Rath. Icb wufste, dafs er
viele Versuche tiber die Wirkung absorbirender Mittel auf
das Sonndnspectrum angestellt hat, und ohue Zweifel hat
er auch die vou Sir J o h n H e r s c h e l und mir beschriebeue fundamentale Thatsache beobachtet, welche, wenii sie
richtig ist, die Frage zwischen Hrn. A i r y uud mir beseitigt.
W i e man gesehen, hat Hr. A i r y i. J. 1833 Versuche
ilber das Spectrum angestellt. E r konnte bei Wirkung absorbirender Mittel auf das Spectrum keine Farbenversnderung wahrnehuien, und trug dicses Resultat miindlich und
aus dem Gedachtnifs in einer Sitzung der Philosophical Society zu Cambridge vor. E r hielt es nicht ftir wertb, seine
1) Kdinb. Transucf., VuI.XII, p . 123.
Poggcndorffr h n n d . Ed. LXXI.
26
402
Reeultate aufzubewahren, denn er copirte nicht einmal seine
Bleistiftnotizen ; er glaubte uicht , d a t sie einer Vert)ffentlichung verdienten, und dennoch nahm Dr. W h c w e 11, der
Historiker der Wissenschnft, sie aier Jahre spater auf, und
tiberging Sir J o h n H e r s c h c l ’ s Versuche, welche er nicht
gekannt haben mag, so wie die meinigeu, welche er kaunte.
Ohne Riicksicht auf die Eotscheiduog der K. Gesellschaft,
giebt er Hru. A i r y ’ s Versuche, doch ohne dessen Namen
als dem meinigen feindselig zii nennen, durch die Angabe,
dafs meine Thatsache rvon anderen Experimentatoren gelaugnet worden sep. tt
Die willkiihrliche Verwerfiing der Genauigkeit meiner
Versuche auf anonyme Authoritat ward in einer der Reccnsionen voo Dr. W h e w e l l ’ s W e r k e geriigt, weshalb er
sich denn natUrlich bei VerBffeutlichuag einer zweiten Aosgabe an seiiien aiionymen Experimentator weudet, der sich
als Hr. A i r y herausstellt. Ohne einen einzigen ueuen Versuch zu machen, ohne eiumal seine Bleistiftnotizen zu gebraucheii, welche er verloren zii habeu scheint, ermlchtigt
der Kbniglichc Astronoin deli Master of Trinity (Meister
(Director) des Trinitg- College in Cambridge) wiederum
seine Versuche anzufiihrcn, als meiuer Annlysc des Soniienlichts widersprechend. Dr. W h e w e l l hat dieses uatiirlich gethau, aber in einer Note, die in ihren Argumenten so zweideutig und in ihren Frageu mir so unverstgadlich ist, dafs ich nicht urnhiii Bann sie zu kritisiren. Er
fragt mich z. B., o b damit gemeiut sey, d. h. ob‘ich meine,
dais N e w t o n ’ s Versuche nichts beweisen? W o habe ich
je gesagt, d a b sie nichts bewiesen? N e w t o n ’ s prismatische Zerlegung des Sonnenspectrums ist nach meiuer Meiniing eine seiner gratten Entdeckungen.
Oder, setzt er
himu, mist N e w t 0 n’s Folgerung nur wahr zu halten fur Licht,
nelches uicht durch Absorption zerlegt worden ist? m Hierauf
erwiedere ich, dafs N e w t o 11’s SchlUsse in Bezug auf die
scheinbare Zerfsllung des Spectrums in sieben Farben und
dcren verschiedene Brechbarkeit uicht im Geringsten durch
meine Zerlegung des Sonuedichte angetastet werden. 8 ) Und
BB
403
W O , ~ftlhrt er fort, .finden wir ein solches Licht, seitdem
die Atmosphtlre absorbirtn. Ich antworte darauf, daL N e w t o n'8 prismatische Aaatyse nothwendig die Aualyse eines
Lichtes seyn mufs, welches alle beim Durchgang durcb die
Atmosphlren der Sonne und der Erde ausgesetzten Einwirkungen erlitten hat; dlein, wenn ich den Gegenstand der
Frage mifsverstand, so .mufa ich andererseits autworten, dafs
ein Licht , welches keine Absorption erlitt und in welchem
kein einziger bestimmter Shah1 fehlt, in den uns alleii bekannten weifseu ktinstlicheu Flammen gefiinden wird. Ich
habe in d i n e r Original- Abhandlung deutlich gesagt, was
Dr. W h e w e l l nicht gelesen zu haben scbeint, dafs N e w t o n ' s prismatische Analyse des Sonnenlichts, so weit sie
reicht, vollkommcn ist. Doch N e w t o n beging einen Irrthnm, wenn Irrthum der rechte Ausdruck ist, indem er augiebt , dafs dieselbe Brechbarkeit .immer derselben Farbe
angeh6re.
Nachdem er Hrn. Dr.W h e w e 11 ermtichtigt , seine Versuche fiber Absorption abermals anzufuhren, hat es der K6nigliche Astroiiom, um diefs 'zu rechtfertigen , fur nothwendig gebalten-, diese Versuche aus seinen Erinnerungen zu
ver6ffentlicbeu. Es ist das erste Ma1 in deu Aniialeu der
Wissenschaft , dafs Erinnerungen von Versuchen der W e l t
ilbergeben werden. Ein alteroder Physiker, dessen schwaches Gesicht und zitternde Haud nicht mebr zu den feinen
Operationen einer Experimental-Untersuchung geschick t siiid,
mag entschuldigt eeyn, wenn er zur Sttitze oder Widerlegung einer anregenden Speculation die Erinnerungen seines
Manuesalters zartickruft ; allein diese Entschuldigung pafst
nicht fiir die, welche, bei den Mitteln und der Mufse zur
Wiederkolung ibrer Versuche, Erinnerungen vorbringen, urn
die Uutermchungen Auderer, die in demselben Felde der
Wissenschaft mit Geduld und Erfolg gearbeitet haben, zu
verdlchtigen oder umzustofsen.
Im gegenwbrtigen Falle habeir diese Eriunerungen einen noclr besonderen Charakter : sie nerden von dem VerYon dm Resultaten
fasser unur als negatioe awgegeben.
26 *
11
404
dieser. Versuohe~, sagt der KOnigl. Astronom, ukann ich
toenig mehr als das einaige negative geben,
d a p in den
Qualitditen der Farben keine Verunderung heruorgebracht
murdtr. Diese Erinnerungen haben jedoch iioch eine auderc AbsonderIichkeit. Obwohl auf Farbeu sich beziebend,
sind sie die Eriiineruugcn einer Persou) welchcr bekennt,
dals sie kcin Gedachtnifs fiir Farben bcsitze, und so unvollkommen siiid sie, dnls er die Namen der von einem
Chemiker crhaltencn Substanzen, durch welche cr das
Spectrum beschautc, vergibt, und sich nur des Portweins
und des Portersn aus seinem eigenen Keller eriunert. Hr.
A i r y kaiin uns nicht einmal sagen, was cr wirklich sah,
als er die Soniieiistrahlen durch sinalteblaues Glas, Portvreiii uiid Porter absorbirte. Das dadurch eiitstandeue
Spectrum beschreibt er nicht, sondern sagt uns nur, dafa
die Beschaffenheit der Farbeu unverandert blieb. Sir J o h n
A e r s c h e 1 machte , wie wir gesehen habeii, dcn Versuch
sorgbltig init deinselben Glnse und beschrieb die Hesultate
clavon sehr genau; icli that desselbe, und wir beide fanden , dafs die Qualithiten der Farben entschieden geundert
wurden. Allein Hr. A i r y hat den Versiich vielleicht geschickter angestellt als wir; er sucht sich zu sicherii, indem
er das moclificirte Spectrum mit dem unmodificirten vergleicht
und alles fremde Licht ausschliefst, - Vorsichtsmafsregeln,
welche Andere sorgfaltiger und wirksainer trafeii als er es
that. Bei allen diesen Vorsichtsmafsregeln vcrnachliissigte
er jedoch die wichtigste. Er fing das Spectrum mit einem
Papierscliirm auf! imd als cr es so beschaute, ward seine
Retina voii all den verschiedenartigen Farben afficirt , die
in. seinem modificirten und unmodificirten Spectrum erschienen. Bei Sir John’s Versuchen drang vielleicht, und bei
meiiieii eigeneii gewils, kein anderer Lichtstrahl in das Zimmer, als welchcr durch die enge Spalte ging. Die Netahaut war itnser Schirm, und das absorbirende Mittel wurde
dicht vor das Aage und unmittelbar hinter das Prisina
gehalten,
die einaige Methode urn ein ganz reines Spectrum von eineni gegebenen Prisma zu bekonimen. Ich habc
-
8)
-
405
sin moditicirtes uud ein unlnodificirtes Spectrum vor
inir.) Ich kann jedes Stdck des einen vergleichen mit jedem Stiick des andern, oder kanu es fur sich) untersuchen.
Durch die Combination der von 'mir angewandten Absor.
bentia sind die Farben .sol vollstandig rerlndert, dafs u l i
Jedcn, welcher die Verhndemg nicht sahe, ftir blind halteu witrde. I n dern gestre'iften*Spectrum welches ich in
ineinem Aufsatz beschrieben habe, sind die Encheinungeii
noch schaner und lehrreicher.
Es siud aber nicht allein die 'abshrbikendkii Substanzen,
durch welche die QuaIitlten der Farben des Spectrums verBndcrt werden. In einer Rcihe noch niclit vedffentliehter
Versuche habe ich lhnliche Effecte mittelst Intorferenz von
Lichtbtindeln crhalten, die durch vollkommeu farhlose Mittel gingen und prismatisch analysirt wurden.
W a s ist nun das Resultat dieser ganzen Discussion? Sir
J o h u H e r s c h e 1 uud ich haben gewisse Versuche minuties beschrieben, in welchen wir zu unserel' eigenen und
vieler Anderer Genugthuuug bewiesen , dab absorbirende
Mittel die Farben von StUcken des Spectrums verandern.
Hr. A i r y erinnert sich durch, wie ich glaube, schlechtere,
wie er aber glaubt, bessere Methoden vor vienehn Jahreu
gefunden zu haben, dale diese Farben nicht verlndert werden! Der Master of Trinity deponirt diese letzteren Resultate
als unzweifelhafte wissenschaftliche Thatsachen, uiid beintiht
sich, dieselben auf die splteste Nachwelt zu bringeu.
iiuu
1
VIII.
Ueber eirr doppehhrechendes Ocufnr- Mikrometer; oon Hm. A r a g o .
( C.ompt. riwd., T.XXZY, p. 400.)
R
o ch o n , Mitglied der alteren Academie der Wissenschaften, dachte zuerst an den Gebrauch der Doppelbrechuug
zur Bestimmung sehr kleiner Winkel. Er brachte im In-
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