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Erwiderung auf die Bemerkung des Hrn. Paul Heymans zur Arbeit des Hrn. A. Ramspeck

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4. NrwQderungauf dQeBeme~kuwtnydes Hrit. P a u l
Heymaw8 #ur Arb& des H m . A. R a n t s p e c k ;
von W a l t e r E b w & g .
Im 77. Bande dieser Annalen, S. 587 hat Hr. P a u l Heymans eine Bemerkung zur Arbeit des Hrn. A. Ramspeck:
.,Anomalien dor accidentellen Doppelbrechung beim Zelluloid"
verbffentlicht. Da Hr. R a m s p e c k z. 2. in Mexiko weilt, sei
es mir als dem Leiter des Institutes, aus dem die R a m s p e c k sche Arbeit hervorgegangen ist, gestattet, darauf zu antworten.
Hr. H e y m a n s legt Verwahrung dagegen ein, daB wir Zelluloid
als eioe ungeeignete Substanz bezeichnet haben, uru au Platten
aus diesem Material aus der Verteilung der Doppelbrechung
Schliisse auf die Verteilung der inneren Spannungen zu ziehen.
Ich bemerke zuoachst, da6 wir mit dieser Ansicht nicht allein
stehen. Schon F. P o c k e l s hat 1911 in einem Referat in den
Beiblattern iiber eine Arbeit von Cokerl) darauf hingewiesen,
da6 die starke Deformierbarkeit des Zelluloids unter Umstanden die Ahnlichkeit der Spannungsverteilung beeintrachtigen durfte. Seitdem ist das anomale Verhalten des Zelluloids und verwandter Stoffe besonders von Hrn. H. Anibronn
und seinen Schiilern studiert worden und in einer der letzten
Arbeiten aus dem Institute fur Mikroskopie an der Universitat
Jena, in der Dissertation des Hrn. M. W a c h t l e r : ,,Uber die
Reziehungen zwischen Doppelbrechung und Dauerdeformation
i n einigen Gelen'. 3, ist der gleiche SchluB, wie ihn Hr.
Ram s p e c k ausgesprochen hat, nur mit einer vie1 ausfiihrliclieren Begrundung gezogen worden, desgleichen in einer
anderen Verijffentlichung desselben Verfassers. 3,
Hr. Hey m a n s behauptet demgegeniiber, daB wir mit den
Methoden der Photoelastizitat nicht geniigend vertraut wiiren,
1) Beibliittcr 36. S. 136. 1911.
2) M. WBchtl er, Kolloidchemieche Beihefte 20. S. 157-208. 1924.
3) M. WBchtler, Ztechr. f. t e c h . Physik Ei. S. 418-423. 1924.
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W. Xonig.
und begrundet das in Amerika von ihm und anderen geiibte
Verfahren mit der Behauptung, da6 die Lage der isoklinen
Bander, die man im geradlinig polarisierten Lichte beobachtet,
und die der isochromatischen Bander, die im zirkular polarisierten Lichte sichtbar sind, von der GroSe der Doppelbrechung und daher, wenn diese mit der Zeit veranderlich ist,
von der Zeit unabbangig sind. Voraussetzung ist aber dabei,
daS die Beansprucbung in der ganzen Ausdehnung des untersuchten Stuckes unter der Elastizitatsgrenze liegt, und daB
das Material dem Hookeschen Gesetze folgt. DaB die letztere
Bedingung wenigstens fur kurze Beanspruchungen beim ZeUuloid erfiillt ist, zeigt die Arbeit des Hrn. Ramspeck. Aber
bei langerer Beanspruchung ist das Verhalten des Zelluloids
aucb innerbalb der Elastizitiitsgrenze mit der Zeit veranderlich.
Immerhin
wenn das einfache exponentielle Zeitgeaetz, wie
es Herr Ramspeck fur diesen Fall gefunden hat, fur alle
Elemente des beanspruchten Stuckes gleichzeitig gilt, so wiirde
i n der Tat die Lage der Bknder durch diese Eigentumlichkeit
des Zelluloids nicht beeinflu& werden. Aber bei der niedrigen
Lage der Elastizitatsgrenze des Zelluloids ist es schwer, die
erste Bedingung einzuhalten, besonders d a m , wenn die die
inneren Spannungen erzeugenden augeren Druckkriifte etwa
nur an einzelnen Punkten angreifen und dort besonders hohe
Drucke erzeugen. Untersuchungen an runden Glasscheiben,
wie sie Frau Dr. R i e t h vor kurzem in diesen Annalen veroffeatlicht hat'), ebenso Untersuchungen, die Hr. Bell an
Glasringen, Hr. Miura an T-fijrmigen Glasmodelleu angestellt
hat - diese beiden Arbeiten sind noch nicht veroffentlicht wiirden sich an Modellen 81.18 Zelluloid mit gleicher Prazision
nicht durchfuhren lassen?) Welchen Fehlern man beim Zelluloid bei Uberschreiten der Elastizitatsgrenze ausgesetzt sein
kann, hat Hr. W a c h t l e r an dem Beispiel der Biegung eines
Zelluloidstreifens auseinandergssetzt, und ich kann mich damit
bsgnugen, auf die Darlegungen des Hrn. W a c h t l e r hinzuweisen. Wenn aber Hr. Hey mans bei seiner photoelastischen
-
1) Vgl. Ann. d. Phys. 79. S. 144-176. 1926.
2) Vgl die Arbeit von W. Birnbaum, Ztschr. f. tecbn. Physik 6.
8. 143-149. 1924 und die Bemerkungen dazu von M. W l c b t l e r ,
ebenda S. 422.
Erzoiderung auf die Bemerkung des Hrn. Paul Heymans usw. 759
Methode den EinfluS der Zeit auf die GrtiSe der Doppelbrechung dadurch beseitigen zu kSnnen glaubt, daS er die
zu messende Doppelbrechung in einem Zelluloidstiick durch
die meBbar veranderliche Doppelbrechung in einem zweiten
Zelluloidstikk kompensiert - so wenigstens verstehe ich die
etwas unklaren Auseinandersetzungen des .Am. Hey mans dann bedaure ich, nach allen Erfahrungen iiber die Anomalien
des Zelluloids, auch diesem Verfahren Zuverlilssigkeit nicht
zuerkennen zu kiinnen. Ich weise nur darauf hin, daB auch
F i l o n und J e s s o p in ihrer bekannten Arbeit') festgestellt
haben, da6 sich die Zahlenwerte, die die Doppelbrechung mit
Belastung , Deformation und Zeit verkniipfen, von Stuck zu
Stuck hdern. Ich verstehe sehr wohl, daB das Zelluloid
wegen seiner leichten Bearbeitbarkeit und seiner hohen spezifischen Doppelbrechung als ein besonders willkommenes Material zur optischen Untersuchung der Spannungsverteilung erscheint. Aber die Anomalien im Verhalten des Zelluloids
sind so grob, da8 ich die Bedenken, die Hr. Ramspeck
und rtndere gegen die Verwendung des Zelluloids zu dem geclachten Zwecke geauSert haben, nicht nur nicht zuriicknehmen
kann, sondern auch meinerseits kraftig unterstreichen mu&
Wir sind in Deutschland in der Lage, durch unsere vorziigliche optische Industrie in Wetzlar, Jena und Berlin oder
durch eine Firma wie Dr. Steeg & Reuter in Homburg jedes
Modell von beliebiger Form in spannungsfreiem Glase hergestellt zu erhalten und konnen die Probleme der Spannungsverteilung an diesen Modellen mit vie1 gro6erer Prazision
untersuchen, als es mit Zelluloidmodellen mijglich ist.
Was endlich die Belehrung anbetrifft, die Hr. Heymans
Hrn. Ramspeck in bezug auf seine Literaturkenntnis zu erteilen fur notig befunden hat, so muS ich sie als ebenso iiberflussig wie unpassend auf das Entschiedenste zuruckweisen.
Ich gebe gern zu, daS wir die Arbeiten des Hro. Heymans
nicht gekannt haben; sie sind in technhchen Journalen des
Auslandes erschienen, die uns unzuganglich sind, und sind
auch der Redaktion der Physikalischen Berichte von ihrem
1)
L.N.G.Filon and H. T.Jesaop, Proe. Roy. SOC. London (A)
101. S. 165-169.
1922; Phil. Trans. (2) 223. S. 89-125.
1922.
780 W.Konig. Ercoiderung azrf d. Bemerkg. d. Hrn. P.Hymans mu).
Verfmser offenbar nicht in Sonderdrucken zugilnglich gemacht
worden. Andere Autoren, die Hr. H e y m a n s anftihrt, zu
.zitieren, hatte Hr. Ramsp e ck in seiner Arbeit gar keine Veranlaeanng. Tch habe meinerseite die Erfahrung gemacht, da6
in jener auslandischen Literator von unseren deutschen Arbeiten,
von den ausgedehnten Untersuchungen A m b r o n n s und von
meinen eigenen Arbeiten, die ich zur Belehrung des Hrn. Heym a n s einmal in der E’uBnote l) zusammenstelle, im allgemeinen
gar keine Notiz genommen wird, auch da nicht, wo die behandelten Qegenstaade in enger Beziehung zueinander stehen.
Ich kann Hrn. H e y m a n s nur antworten: Man sol1 nicht Ansprtkhe erheben, die man eelber nicht erftillt.
Gie Ben, Physikalischee Institut der Universitat.
1) Ann. d. Phys. 4. 5. L--40. 19OL; 11.8.842-866. 1903; 52. S.553
bie 607. 1917. Boltzmann-Festschrift, Y. 832- 838. 1904. Elster GeitelFestschrift, S.868-380. 1915. Deutsche Optiache Wochenschrift, S. 1
bie 6. 1918.
(Eingegangen 1. April 1928.)
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Metzger L Wittlg in Leipzlg
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