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Erwiderung auf die Kritik des Hrn. M. Abraham

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3 6. Emmiclerumg
auf d i e Ki*$t$kdes Hric. M . Abrnham;
uorc W. Wiem.
Hr. M. A b r a h a m hat in seiner ,,Theorie der Strahlung
und des Strahlungsdruckes" uberschriebenen Arbeit') eine Reihe
von Angriffen gegen meine Untersuchungen uber denselben
Gegenstand gerichtet, die nicht nur vollig unbegriindet sind,
sondern von einer recht einseitigen Auffassung der theoretischen
E'rage Zeugnis ablegen.
Die Elektrodynamik ist noch nicht bis zu einer solchen
Entwickelung gediehen , da6 in apodiktischer Weise von einer
allein Giiltigkeit beanspruchenden Theorie gesprochen werden
darf. Und doch spriclit Hr. A b r a h a m so, als ob er im Besitz
einer solchen ware.
Hr. A b r a h n m behauptet , ich ware bei der Berechnung
cler Strahlung in oinen Fehler verfallen, indem ich vergessen
hltte, an dem Werte der Strahlung die Korrektion nach dem
D o p p l e r scheri Prinzip anzubringen. Hier liegt nun die Sache
so einfach zutage, daB sie auch fur jeden, der nicht naher
auf die in Frage stohenden Probleme eingegangen ist, ohne
weiteres zu iibersehen ist.
In den Grundgleichuugen
dt
.
bezieht sich alles auf ein mit dem strahlenden Punkt verbundenes Koordinatensystem.
Die Differentialgleichungen haben dieselbe Form, wie die
fur ruhende Korper. Man kann daher den Poyntingschen
Vektor wie bei einem ruhenderi System bilden und uber eiiie
relativ zu dem bewegten Punkt rubende Flhche integrieren.
Das Oberfliichenintegral ist d a m gleich dem Wert von d&/dt,
wo 4 die von der Flache umschlossene elektromagnetische
Energie bezeichnet, d. h. es ist gleich der totalen Anderung
1)
M. Abraham, Ann. d. Phys. 14. p. 236. 1904.
41 *
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W. Wien.
der Energie. Von irgend melchen Korrektionen ist bei dieser
Methode keine Rede, weil sic samtlich in den analytischen
Ausdriicken enthtllteri sind.
Uer Irrtum, den mir Hr. A b r a h a m vorwirlt, liegt demnach auf seiner Seite.
Dann behauptet Hr. A b r a h a m , daB meine Formeln
den aus der Elektronentheorie abgeleiteten widersprechen.
Hierzu mochte ich zunachst bemerken, daB es fur mich keine
Elektroneiitheorie par excellence gibt, sondern nur eine Maxwellsche uiid mit dieser sind meine Formeln in Einklang.
AuHerdem habe ich das Feld nioht zu erraten gesucht, sondern
gefunden, und da die Maxwellsche Theorie nur eindeutige
Losungen hat, so ist es damit einwandfrei bestimmt.
Die von mir angegebenen Losungen mussen daher die
'Clieorie eines bewegten leuchtenden Punktes vollstandig enthalten. Es wiire zweckma6ig gewesen, wenn Hr. A b r a h a m
den nach seiner Meinung vorhandenen Mange1 an Ubereinstimmung mit der ,,Elektroncntheorie" uiiher bezcichnet hatte.
Deiin, wie ich jetzt gefuriclen habe, stimmt das von mir fur
oirieri transversal schwingenden Dipol gefundene Feld mit den
von H. A. L o r e n t z l) aus der Elektronentheorie abgeleiteten
Ausdriicken auch der Form nach soweit iiberein als die
L o r e n t z ~ c h eNgherung geht.
Das Beschreiten verschiedener Wege hat sich in dor
theoretischen Physik immer als nutzlich erwiesen und wenii
wirldich , was ich bezweifle? meine Ergebnisse mit der Klektrorientheorie nicht in Einklang stehen, so ware das nur ein
Beweis fur die Zweckmafiigkeit eines solchen Verfahrens, denn
dann gibt sich Gelegenheit , dem Grunde der Verschiedenheit
der Ergebnisse nachzuspuren , wodurch unsere Kenntnis der
Vorgange nur vertieft werden kann. Ich halte meine Behandlungsweise mit der Lorentz-Wiechertschen fur vollkommen
gleichberechtigt, zumal sie von speziellen Vorstellungen iiber den
Strahlungsvorgang vie1 unabhangiger ist, und der Meinung des
Hrn. A b r a h a m , daB sie dem ,,gegenwartigen Stande der Theorie
nicht entspricht", kann ich nur subjektive Bedeutung zuschreiben.
__
1) H. A. Lor c ntz , Kon. Akad. v. Wetomchappen tc Amsterdam
Mai 1902,
Erwidemng auf die Kritik des Hrn. M. Abraham.
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Was die ltealiiierbarkeit dcs Uberschreitens der Lichtgeachwindigkeit anlangt, so weise ich die Beanstandung des Hm. A b r a h a m um so
mehr euruck, als er von den Giiltigkcitsgrenzen der Wiechertschcn
LBsung ohm weiteres auf die dcr incinigcn geschlossen hat. Allerdings
musscn wir wcgen des endlichen Energievorrates endliche Diniensioncn
dcs Elektrons annehmcn. Bci Hrn. A b r a h a m scheint sich nun aber die
Bieiniiiig fc-stgcsctzt zu haben, da6 man f* die Gestalt der Elektroncn
durcharrs Kiigcln von unveriinderlicher Gestalt anzunehmen habc. Es ist
indesseii schon von Sear 1c ’) darauf hingewiesen, da6 eine bewegtc PunktI:idung nicht als Grenzfall cincr hewegten Kugcl von verschwindendem
Radius anzuselicn ist, sondcrn als Grerizfall ciiics voii ihm _so_ gciiaiinteii
Heavisideschen Ellipsoids, dessen Achsen im Vcrhiiltnis 1/1 -(wY/ei): 1:1
stehen. Wenn man daher die Dimensionen einer Punktladung berucksichtigen will, so m d man ein solches Ellipsoid zor Betrachtung hcranzichen. Deshalb habe ich auch bei dcr Rorcchnung dcr elcktromagnctischen
Masse’) ein Heavisidesches Ellipsoid zugrundc gelegt. Diose Annahmc
ubcr die Elektronon, die Rich zunilchst als die cinfacbste empfahl, hat
nun durch die nsuesten Untersuchungcn von H. A. L o r e i i t z 3 ) cine
wcseiitlichc Stutze erfahrcn. indem er dic negativen Ergebnissc der Vcrsurhc v o ~ iM i e h e l s o n und M o r l e y , R a y l e i g h und Brace uber den
R i i i f l d der Erdbewegung auf optische Erscheinungen ebenso wie die
Rcohachtungen von K a u f m a n n an Becquerelstrahlen durch die Aniiahme Heavisidescher Ellipsoide fiir die Gestalt dcr Elektronen crkllrcn konntc. nei einem solchen Heavisidcschen Ellipsoid ist nun
die Uberschreitung der Lichtgeschwindigkeit ausgcschlossen, wcil danii
die Gr8Be 1/1 - (ca/e2) imaginaj wird. Also fiihrt auch die Berucksichtigung der endlichen Dimensionen des Elektrons hier zu dem von mir
gezogenen SchluS.
Da6 ein Elektron von unverffnderlicher Kugelgcstalt und endlichem
[Cadius bei endlicher Raumdichte die Lichtgeschwindigkeit uherscbreiteu
kSnntc, will ich nicht bestreitcn, obwohl ein Beweis drfur noch nicht
erbracht ist, doch scheint es zwcifelhaft, ob eine solche MBglichkeit fiir
die Darstellung der Tatsachcn von Bedeutung ist.
I m ubrigen betrachte ich diese Angelegenheit so lange als
erledigt , bis durch wirkliches Eingehen auf die noch zweifelliaften Fragen neues wissenschaftliches Material geliefert ist.
Wiirzburg, 7. Juni 1904.
I) G. F. C. S c u r l c , Phil. Mag. (5) 44. p. 333. 1897.
2) W. W i e n , Lorentz-Festschrift p. 102. 1900.
3) H. A. L o r c n t z , Akad. v. Wctcnsch. te Amstcrdam 27. May 1904.
(Eingegangen 8. Juni 1904.)
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