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Erwiderung auf Hrn. Ostwald's Kritik УUeber die vernderliche Leitfhigkeit des destillirten WassersФ

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XVII. Erwiderzcng auf H m . Ostwald's E r i t i k :
,,Ueber die veranderliche Leitflihigkeit des dest%llirten WassersCC;von, E m a m u e l P f e i f f e r .
Unter obigem Titel') veroffentlicht Er. O s t w a l d eine
Reihe von Bemerkungen, in denen er seine ,,ErklarungiLder
Depressionserscheinungen in der Leitungsfahigkeit reinen
Wassers - welche von mir in einer friiheren Arbeit2) genauer untersucht wurden - vertheidigt und meine Einwande
dagegens) zu entkraften sucht. Hierauf erlaube ich mir, Folgendes zu entgegnen.
Ein Passus auf p. 545 meiner eben citirten Arbeit lautet:
,,Zur Speisung desselben (namlich des Destillimpparats) wurde
bereits destillirtes Wasser, das ich aus einem chemischen
Laboratorium bezog, verwendet." Mit dieser Bemerkung wird
der grosste Theil der jungsten Kritik des Hrn. O s t w a l d gegenstandslos, wie sich bei Betrachtuiig der einzelnen Punkte der-
selben ergiht.
1) D a das Destillat, wenn die Depressionen durch freiwillige Abgabe von Kohlensaure e r k k r t werden sollen, ca.
30 mg pro Liter Wasser abzugeben hat, so ist hierfur bei
Anwendung gemohnlicher Gebrauchswasser, welche 100 bis
1000 mg halbgebundene und freie Kohlensaure im Liter enthalten, wenigstens die Moglichkeit vorhanden. Gleichwohl
mochte ich nebenbei betonen, dass ich der Behauptung des Hrn.
0s t w a l d , der game Kohlensauregehalt des Speisewassers
musse sich bei continuirlichem Betrieb im Destillat vorfinden,
nicht beipflichten kann, vielmehr annehme, dass ein Theil, vom
Wasser unabsorbirt, aus dem Apparat getrieben wird. I m vorliegenden Falle jedoch war der Betrieb nicht continuirlich und
das ,,Rohmaterial" bereits destillirtes Wasser , im Durch1) Ostwald, Wied. Ann. 40. p. 735. 1890.
2) Pfeiffer, Wied. Ann. 37. p. 539. 1889.
3) Pfeiffer, Wied. Ann. 39. p. 475. 1890.
LeitfZihigk eit des destillir ten Wassers.
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schnitt von der Leitungsfahigkeit A = 3 ( x 10-lo fur H g = l),
d. h. ein bereits sehr reines Wasser. Sollte man selbst bei
diesem Gebrauchswasser noch die nothige Kohlensauremenge
als gegeben annehmen, so erwahne ich, dass dessen - nnch
Hrn. O s t w a l d - so bedeutender Kohlensauregehalt, der j a
im Wesentlichen aus freier Kohlensaure bestehen miisste,
bei mir schon vor der neuen Destillation zum Entweichen
Gelegenheit hatte, indem das Wasser in nicht hermetisch
verschlossenen Flaschen mindestens wochen-, ja meist monatelang vor dem Gebrauch in meinem Laboratorium aufgestellt
war. Ferner wurde die Destillntion stets, wenn auch nicht
mit Rucksicht auf die Kohlenslure, so eingerichtet, dass das
erste und letzte Viertel der Fiillung nicht benutzt, sondern
nur die dazwischen liegende Halfte zur Verwendung aufgefangen wurde. Die Reste von Kolilensaure im Gebrauchswasser waren also im wesentlichen sicher schon vor dem
BegiEn des Auffangens ausgetrieben. Dass unter solchen
Umstanden die im Destillat event. vorhandenen Spuren von
Kohlenshre zur Erklarung tier Depression nicht geniigen,
ist klar, und muss ich deshall) noch immer behaupten, dass
,,wenigstens bei meihen Versucheti" die 0 s t w a1 d 'sche Erklarung
nicht richtig sein kann. Auch das reinste destillirte Wasser
liefert , nach Ablauf der Depression wieder destillirt, stets
wieder Wasser mit ausgepragter Depression, wovon sich
Jeder , der einen Destil1irapp:irat besitzt, sofort iiberzeugen kann.
2) Als einen Einwand gegen Hrn. O s t w a l d ' s Erklirung
fuhrte ich die Thatsache an, dass sich in einem rnit Fliesspapier zugebundenen Gefiiss die Depression voll ausbildet,
wahrend dieselbe durch hermetischen Verschluss mit eingeriebenem Glasst8psel vollig hintangehalten wird , auch d a m ,
wenn geniigend grosse Luftraume zur Aufnahme der Kohlensaure im Gefass vorhanden sind. Ich nahm in beiden Fallen
zwei 6-Litertiaschen, die ich zur Halfte fullte. Um von der
nach Hrn. O s t w a l d ungefiihr zu erwartenden Depression in
der geschlossenen Flasche eine Vorstellung zu erhalten , berechnete ich sie mit Zugrundelegung des Henry'schen Gesetzes auf die Halfte der anderen. Wenn Hrn. Ostwald's
Widerlegung darauf bernht, dass er ,.die unbedingte Geltung
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E. Pfeger.
des Absorptionsgesetzes im voriiegenden Falle" bezweifelt,
wiewohl hier doch in Anbetracht der zur Erklarung erforderlichen betrachtlichen Kohlensauremengen (17 ccm auf
1 1 Wasser) von den ,,letzten Antheilen eines absorbirten
Gases" nicht wohl die Rede sein kann, so ist damit die
eigentliche Streitfrage gemieden. Denn auf die genaue Grosse
der zu erwartenden Depression ltommt es nicht an; in beiden
Fallen ist nach Hrn. 0 s t w a1d eine Depression zu erwarten,
in Wirklichkeit tritt sie nur bei dem offenen ('refass auf, im
geschlossenen steigt sogar die Leitungsfahigkeit etwas, dem
bekannten Einfluss der sufgelosten G efasssulJstanz entsprechend. Mein Eimcand ist also nicht zuiderlegt. Ich fiige noch
bei, dass die Depression auch in verschlossenem Gefass sich
sofort andeutet, wenn man den Glasstopsel nur auf ganz
kurze Zeit liiftet, etwa um eine kleine Probe aus dem Gefass
zu entnehmen.
3) Dit meinen nachsten Einwand Hr. O s t w a l d selbst
als im Widerspruch mit seiner ,,Erklarung'< bezeichnet, so
kann icb sofort iibergehen auf:
4) Die weitere Behauptung des E r n . O s t w a l d , dass die
Depressionen durch Zugabe einer Basis ' zuin Rohmaterial
hintangehalten werden kiinnen. Dass 4 g Aetzbaryt zum
Binden der in 6 1 reinen destillirten Wassers vorhandenen
Kohlensaure nicht blos geniigen, sondern sogar bedeutend
zu vie1 sind, ist klar, ich nahm nur aus dem Grunde so
grosse Mengen, urn eventuellen Einwanden zu begegnen. Die
gegebenen Zahlen beweisen sch'lagend , dass geniigender Zusatz von Aetzbaryt die Depression nicht zum Verschwinden
bringt. Hr. O s t w a l d stosst sich weiter an dem Satze, dass
ich mich durch Anwendung von Curcumapapier von der Anwesenheit freier Basis vor und nach der Destillation uberzeugte. In lneinem Falle ist dieser Schluss gewiss berechtigt,
allein selbst bei gewohnlichen Verbrauchswassern ware obiger
Schluss richtig gewesen, denn es trat vor und nach der
Destillation kraftige Farbenreaction ein , wahrend geloste
Carbonate der alkalischen Erden nur schwach auf Curcumapapier wirken. Die von mir verwandte Sorte zeigt diese
schwache Reaction kaum merklich an, ich hatte dazu eines
empfindlicheren Praparates bedurft.
Leitjahiqkeit dcs destillirtei~ Wassers.
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5. Hr. O s t w a l d hat aus den letzten Satzen meiner
ersten Entgegnung entnommen, dass ich uber mangelhaftes
Functioniren meines Destillirapparates kluge. I m Gegeutlieil bin ich mit seinen Leistungen sehr zufrieden; das
Wasser , welches er lediglich bei aufinerksamer Bedienung,
ohne besondere Vorsichtsmaassregeln. lieferte, ergab Werthe
bis herab zu A = 0,66 bei loo. Zum Vergleich erwahne
ich, dass die tiefste von I< o h l r a u s c h vor seiner letzten Arbeit l) erreichte Zshl i. = 0,72 bei 22O betrug, wahrend ihn die letzte , allerdings init besonderer Sorgfalt
und ganz speciellen Anordnungen durcbgefuhrte Arbeit
bis herab zu 1. = 0,25 bei 12O fuhrte. Mein Apparat ist
so gebaut, dass er mindestens ebenso gut, wie jeder andere
Destillirilpparat gewiihnlicher Construction ,,das Mitreissen
von Flussigkeitstropfchen" hintan halt. Letzteres scheint
Hr. O s t w a l d aus meiner Angabe gefolgert zu haben, dass
bei der zweiten Destillation 2), bei welcher 4 g Aetzbaryt
zugesetzt wurden, das Destilliit den Werth 3. = 9 besass.
Wenn ich dies als sehr unrein bezeichnete, so ist dies naturlich nur relativ z u dem sonst vorziiglichen Wasser des
Dzstillirapparates gemeint; cs ist i m n i ~ rnoch so rein, dass
es zu den v-eitaus meisten Zwecken vollig geniigend mare.
Zum Vergleich fiige icli an, dass fur die Miinchener Wasserleitung sich der Werth 3, = 360 ergibt, sodass obiges ,,sehr
unreine" Wasser dem letzteren gcgeniiber ungerahr 40 Ma1
reiner ist. Ich halte es auch beirn besten Destillirapparat
nicht fur auffallend, wenn die Ileinheit des Destillates mit
der Reinheit des Gebrauchswassers wachst; ohne gleich zu
mitgerissenen Pliissigkeitstropfclien seine Zuflucht zu nehmen,
ist es denkbar, dass im aufsteigenden Dampfstrome neben
den kleinsten Theilchen des Wassers auch solche der Verunreinigungen initgcfuhrt werden und liangt d a m die schwankende Reinheit des Destillates mit der Thstsache der Destillation und nicht mit Constructionsfehlern des Apparates zusammen. Die Vcrunreinigung des Gebrauchswassers war
aber bei der zweiten Destillation s c h n sehr bedeutend. Der
1 I F. K o l i l r a u s c h . Wied. Ann. 21. 11. 4 % 1885.
2 ) I'feiffer, 1. c . p. 479.
Ann d P h y
II
Cliem N F XLi
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31
898
E. l'feger.
- F. Wo&
nur relativ gemeinten Unreinheit des Destillates entsprechend,
ist dann auch das ,,Reinigen" meines Destillirapparats auf zufassen.
Durch die 0 s t wald'sche Erklarung sind also meine
Einwande nicht widerlegt.
M u n c h e n , im October 1890.
Das kunstliche Ultramarin wurde nach den bisherigen
Angaben der Fachliteratur 1822 von Q e n e l i n erfunden und
1828 von G u i m e t zuerst in grosseren Mengen gewonnen.
Die Acten der Konigl. sachs. Porzellanmanufactur zu Meissen
lassen aber zweifellos ersehen, wie ih Nr. 107 der ,,Witisenschaftlichen Beilage der Leipziger Zeitung (' von mir ausgefiihrt ist, dass dem Arcanisten genannter Fabrik, P r i e d r i c h A u g u s t KO t t i g , das Verdienst gebuhrt, kiinstliches
Ultramarin im Jahre 1828 selbstandig erfunden und unabhangig von G u i m e t in demselben J a h r e ein Verfahren ausfindig gemrtcht zu haben, nach welchem sich die Herstellung
der Farbe im grossen betreiben liess. Anfang 1829 wurde
die Ultramarinfabrik der Porzellanmanufactur eroffnet, welche
daher als die alteste in Deutschland zu gelten hat. K o t t i g
erfand die Farbe bei Versuchen uber Erlangung einer bleifreien Glasur fur irdene Geschirre, welche er im Auftrage
des Ministeriums anzustellen hatte. K o t t i 8' s Verdienste
mussten den Fachschriftstellern unbeksnnt bleiben, weil das
Herstellungsverfahren der Farbe als Eigenthum und Geheimniss der Fabrik galt und die Farbe ausserdem laut
Konigl. Verordnung ,,kiinstliches Lasursteinblau'L heissen
musste, um einer Verwechselung mit dem aus Robalterzen
bereiteten ,,sachsischen Ultramarin" vorzubeugen.
M e i s s e n , im October 1890.
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