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Etwas ber das Verhalten des Lithion in der Silicatanalyse bei gleichzeitiger Gegenwart von Kali.

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102
D a s Lithion ist it1 der Natur weit mehr verbreitet, ais
mail friiher gewbhnlich annahm. AnCser in den cliarakteristisclien Lithion -Mineralien (Ainhlygonif, Tripliglin, Tctraphy]in, Spoduinen, Petalit, Kastor , Lithiontiirinalin, Lepidolith,
Lithionglimmer, Rodizit und cinigen Sbapolith) ist es auch
in einigen Feldspathen uiid iii eiiiein dcin Feldspathe verwandten Minerale dem Weifsigit I ) nachgewiesen. Dcr Lithiongehalt im Mineralwasser von Aaclien, Bilin , Carlsbad,
Dolau bei Halle, Durkheiin in Bayern, in den Elopataker
Mineralquellen uiiweit Kronstadt in Siebenbiirgen , in dem
Mincralwasser von Elster in Sachsen, E m , Franzensbad,
Geroldingeii in Oberfranken, Hall, Hofgeismar, Hohenstein,
Kissingen, Klausen in Steiermark , Kranlieniheil bei Tolz in
Oberbayern, Kronstailt ain Taunus , Lavey bei Bex, Luhatschowitz in Mahreii , Marieiibad, Moiichshofen, Niederbruna im Dep. du Bas-Rhin, Niederlangenau in der Grafscliaft Glatz, Orezza in Corsika, Peterstbal in Baden, Pyrmont, Sail- le-chdteuu-morand iin Dep. der Loire, Salzungen, (Schlangenbad in Nassau?), in der Slaniker St. Paulsquelle in der Moldau, und in den Mineralwassern von
Soultzmatt (Uep. dzi Huut- Rhin), Stintsch in Ungarn, vom
Stachelberg im Canton Glarus, von Sulsach iin ElsaCs,
Szliacs in Ungarn, Vichy, Wailbach in Nassau, WeiCsenberg iin Canton Bern uiid Wiesbadeii beweist hinreichend,
dafs das Lithion sehr verbreitet ist. Moglicherweise wird
1)
In von v. L e o n h a r d N. Jahrbucti 1855 S. 800 sq. wies ich nach,
j e t z t in den Nohlr2urnen des Amygdalophprs yon W e i f s i g
gefundenen Krys~alledes Weifssigit nicht als 5chte Krystalle, sondern PIS
Pseudornorphosen nach Lniituonit und watirsclieinlich auch nach anderen
der Zcolith-Familie angvhiirenden Mineralien zu betrachten sind.
d d s die bis
D, Verf.
103
man spater das Lithion noch in manchein Minerale anffinden, wo man es jetzt nicht vermuthet und in dein cs bisher der chemischen Analyse eiitgangen ist.
Vorliegende Abhandlung tragt leider nichts bei zur Beseitigung der grofsen Schwierigkeiten, welclie die quantitative
Bestiininung des Lithioii darbietet ; sie inacht vielmehr nur
auf eine iieue Schwierigkeit aufinerksam, die sich bei der
Analyse von Substanzen, in deiien Lithioii und Kali gleich:eitig vorhaiidcn sind, bemerkbar macht.
Bei meiner ersten, leider mit zufserst wenig Material
ausgefuhrten, Analyse des Weifsigits I ) erhielt ich bei der
Alkalienbestiinmung eiiieii eigenthuinlich gefarbten Niederschlag voii Kaliumplatiiichlorid. Damals konnte ich mir
diese eigenthumliche Farhung nicht erldiiren und scliob sie
auf eiiiem kleineii Iridiumgehalt der angewendeten Platinsolution.
Iin darauf folgenden Winter setzte ich meine Uiiteo
6UChuilpll des WTeifsigits fort wid aiialysirte die beiden von
mir beschriebenen Varietdten dieser Miiieralsubstanz ').
Es stand inir zu diesen Uiitersuchungeii etwas inehr Material zu Gebote, als zu der oben erwiihnteii Analyse verwendet werden koniite. Anf$nglicli wollte ich die Alkalien
auf belrannte Weise zu trenneii versuchen, d. h. das Kali
als Kaliumplatinchlorid bestiiniiien , in der Voraussetzung,
das Iialiuinplatinchlorid werde sich von dem Natrium- und
Lithiuinplatinchlorid durch Behrtndlung init Alliohol treniien
lassen. Der Niederschbg hatte iviedernin bei dieser Untersachung nicht die fur das Kaliuinplatinchlorid charakteristische citronengelbe Farbe, sondern war schon orangegelb.
Die Untersuchung dieses vermeintlichen Kaliumplatinchlorid-Niederschlages ergab, dafs derselbe lithiunihaltig sey.
Ich untersuchte nun das alkoholische Filtrat, welches
sich kaliuinhaltig erwies. Um den Kaliumgehalt nachzuwei1 ) Birifefirr de f u sociktr' gkologique de Fronce, 2. ser., 1.
L e o n h a r d N. Jalirb. d. M. 1S54, S. 405.
2 ) v. L e o n h n r d N. Jahrbucli IS55 S. 789 sq.
cidld ghologigue de I'ronrt. 1855, p . 222 sq.
XI, p. 493.
von
B u f f e t i n rle fa so-
104
ren, wurden die vorhandeuen Platinsalze zerstort und die
Chlorinetalle mit Wasser ausgezogen. Nachdem unter bekannten VorsichtS'mafsregel~~Platinsolution zugesetzt worden war, erhielt ich eiiien gelben krystallinische~iNiederschlag. Icli tiberzeugte mich inehrfach von der Richtigkeit
dieser Beobachtung.
Bei Anwendung eines angeblich chemisch reinen Chlorlithiums erhielt ich, nachdem die concentrirte wiisserige Losung mit Platinsolution im UeberschnL behandelt, im VVasserbade zur Trockne abgedampft und nach dem Erkalten
mit Alkohol iibergossen worden war, einen geringen krystallinischen Niederschlag ' ) desseii Entstehung ich einer
Verunreinigung des Chlorlithiums durch etwas Chlorkalium
zuschreiben mochte. Die von diesem Niederschlage abfiltrirte alkoholische Solution wurde zu einer concentrirten
Chlorkaliuinl~sunggesetzt. Es entstand sogleich ein schinuzzig orangegelber Niederschlag von inehliger Beschaffenheit,
welclier sich bei Zusatz von Platinchlorid noch vennehrte.
Die Analyse ergab dafs in diesein Niederschlage Chlorlithium und Chlorkalium yleichseitig vorhanden war; in dem
durch das iiberschussig zugefugte Platinchlorid gelbgefsrbten Filtrate wurde aber ein nicht ganz unbedeutender Kaliumgehalt nachgewiesen.
Um das Lithion in Mineralsubstanzen quantitativ zu bestimmen, sollteii dieselben auch verh%ltnifsinafsig nur wenig 9 ) Lithion eiithalten, verfahre ich auf folgende Weise:
1) ~iPlatiochloridsuf1i;sung bringt in den spirituiisen Aui'liisungen der Li=
thionsalze cine so lriichst unbedeutende Triibung hervor, dafs sie kaum
bemerkt werden kann. Jst die Auflosnng nur etwas verdiinnt, so ist gar
keine Triibung sichtbara. H. R o s e , Handb. d. Ch. 1852 Bd. I, S. 18.
2) Hierhrr geh6ren die meisten Silicate, deren Lithiongehalt i u der Regel
ziemlich geriog ist. Man vergleiche meine Arbeit iiber den Phonolith
( P o g g e n d o r f f ' s Annaleu 1856 Bd. XCIX, S. 417 sq), ferner Beitrlge
nur Kenntnifs einiger Phonolithe des Bohrriischen Mittelgebirges (Rerlin 1856 nnd rleotsche geologische Zeitschrift 1856 Heft 2), sowie meine
Untersuclrung des lithionhaltigen Feldspathes von 12 a d e b e r g ( P o g g.
Ann. 1855 Bd. XLV, S. 304 sq). Hierbei mnche ich zugleieh aufmerkram, dafs in vielen wissenachaftliehen Zeitschriften , in welche die Ana-
105
Die gelosten Chlonnetalle werdeii in ein kleines vor
der Lampe geblasenes Fllischchen init gut eingeriebenem
Glasstopsel gebracht, darin zur Trockne eingedampft und
darauf mit Aether- Alkohol ') behandelt. Man schuttelt afters gut urn und lafst diese Eehandlung so lange (mehrere
Tage) fortdauern, bis die in dern Flaschchen befiridlichen
Chlormetalle vollstandig zerfallen sind, da aufserdein gewohnlich geringe Meiigen ChIorlithiuin ungelost bleiben.
Man filtrjrt sehr sehnell, bedeckt dabei den Trichter init
einein Uhrglase und setzt das Auswaschen init Aether- Alkohol so lange fort, als noch beini Anbrennen einiger Tropfen desselben eine carminrothe Farbung sich zeigt. Zu
weit darf man jedoch das Ausmaschen niclit treiben, da
aufserdem leicht eine geringe Menge der beiden anderii Alkalien in Losnng gehen honnte und dadurch ein bei weitem
zu hoher Lithiongchalt gefunden werden wiirde,
Chlorkaliuin und Chlornatrium, welche ungelijst bleiben,
werden gewogen und ihre Trennung durch Platinchlorid
nacb bekannter Methode ausgefiihrt. Man hute sich die
lyre dieses Fzldspathes iiberging , die daaclbst gedruckten Zahlenwertha
drr Kiesrlsaure UIIJ der Tlionerde zu lerirhtigen sind.
In dern lithionhalligen Feldspahe von W a d c b e r g fand ich nlmlich:
K ieselsl w e
Tlionerde
Magnesia
Kali
Natron
Litliion
BorsSure
1
65.21 mit 3337 Sanerstoff
20,40 X 9,53
N
0,84 n 0,3t
P
12,35 x 2,lO
N
0,27
U,i1
n
0,07
0,39
M
))
0,52
Gluhverlust
.
J ou,33.
1 ) Die Anwendung von Aetheralhohol zur l'rennung der Chloriire von
Natrium und Lid~iiiruSCIJlUg Hr. R a n r m e l s b e r g zuerst vor in Pogg.
Ann. Bd. 66, S. 86, w o er eeigte, dafs das phosphorsaure Satron-Li-
thion (L, N a ) wegen des schwankendeo Verh2ltnisres heider Basen bich
zur Bestimrnung des Lithions oicht eigene. (Pogg. Annal. Bd. CII,
S. 441.) Hr. W. M a y e r (Ann. der Chemie und Pharmacie Bd. 98,
S. 193 s q ) bestimmt das Lithion als unl6slicheo phosphorsautes tihion
(iaF).
106
gesammten Chlorinetalle vor der erfolgten Abscheidnng des
t~lilorlitliiuins zu wiegen, diefs wiirde eine neue Fehlerquelle
fur die Alkalienbestiinmuiig seyn.
Es ist belianiit, dafs Lithion und koblensaures Lithion
die Platiiigefafse, woriii sie gegluht werden, sehr angreifen.
Um inich von der Art und Weise, wie diefs geschah, zu
iiberzeugen, schinolz ich in eiiiein iieuen Platintiegel liaufliclies liohlensaures Lithion. SeiteiiwBnde und Deckel des
Platintiegels iiberzogen sich init einein gruiilich grauen , ins
Gelbgriinc sich iieigeiiden Ueberzuge, der untere Theil des
Tiegels , wclcher in unmittelbarer BerGhrung init dein geschmolzenen kohlensauren Lithion sich befand, war aber
ganz unversehrt geblieben.
W i r d eiiie geringe RIeiige Chlorlithium in einein ganz
blaiilren (ncuen) Platintiegel gescliinolzen und der Rothgluhhitze ausgesetzt, so bildet sich ebeiifalls ein grunlich
grauer Ueberzug, welclier sich namentlich aiii Decliel und
an den Aufsenwiindea des Tiegels zeigt. Nach dem Schmelzen beincrlrt man eiiie Gedchtszunahme.
A ~ c hSilber wird iiach Hrn. K r a l o v a n s k y von schmelzciidein liolilensaiircn Lithion angegriffen und gelost.
Uin zu erfaliren, aaf welche Weise das Silber durch
Chlorlithium angegriffen werde, brachte icli eine conceiitrirte Clilorlithiuinliisuii~iii eiiien Silbertiegel mid dainpfte
sie bei inafsiger Hitze ein. Nachdem alle Feuchtiglieit cutfernt war, ~ v o gicli den Tiegel und setzte liierauf denselben
der Kothgltihhitze aus. Nach dew Erkalteii dcs Tiegels
wurde er auf die W a g e gebracht uiid cinc nicht ganz unbedeutende Getviclitsziinal~~newahrgenoiinnen. Beiin Oeffnen desselben war die urspriinglich weifs erscheiiiciide Rlasse
uiid die iiiiiereii Ticgelwiinde blaulich grau gefarbt. Es
hatte sich Chlorsilber gcbildet. Auf ganz $hnliche Weise
diirfte es sic11 mit dein Platin verhalien. Das sehr fluchtige
Chlorlithium giebt ohiie Zweifel eiiien Theil seines Clilors
an das Platin ab und iiiinint Sauerstoff ’) dafur auf. Es
I ) So
setzt,
k6nnte es rielleicht gclingcn, Lithion (L) daraustellen, vorausgedafs man in einer vollst5odig W’asser- und Kolilensaure freien At-
m o s p l r k operirte.
107
erklart sich so die jedesmalige Gewichtszunahme und die
Bildung der erwahnten schmutzig gelb - griineii Substanz,
hochstwahrscheinlich Platinchlorur. welches bekanntlich ein
in Wasser unlosliches griinlich -graues Pulver ist und sich,
gleich einein fetten Korper, liauin init Wasser benetzen liifst.
Auf dieselbe Weise erklart sich nun auch die Erscheinung, welche ich beiin Schinelzen und Gluhen des kauflicheii kohlensauren Lithions bcobachtete und die ich nur
einer Verunreinipng des nngcwendeten kohlensauren Salzes durch Chlorlithium, welches sicli darin nachweisen liefs,
zuschreiben iniichte. Noch inehr wurde ich aber in meiner
Ansicht dadiirch besterkt, als ich eiiien deotlichen Chlorgehalt in dein grau-griinen Ueberzuge des Tiegeldeckels nuffand. Ich schinolz denselben, iiachdein er zuvor Tage lang
n i t Wasser ausgehocht mar, init kohlensaurein Natron. Dadmch wurde der grau-grune Ucberzug zerlegt, indein das
Chlor desselben sich mit einein Theile des kolilensauren
Natrons zu Chlornatrium verband, das Platin aber als
schwarzes I'uIrer zuruckblieb, welclies sich in Iionigswnsser
zu einer gelben Solution aufloste. Dieses schwarze Pulver war vielleicht Platinouyd. Platiti oxydirt sich bekanntlich beini Gluheii init Kalihydrat , Lithionhydrat oder kohlensauren Lithion beim Zutritt der h f t zu Platinoxyd.
Um den geringen Chlorgehalt nachzuweisen, wurde zu
der voin schwarzen Pulver abfiltrirten alkalischen Fliissigkeit
Salpetersanre ' ) gesetzt. Salpetersaurcs Silberoxyd brachte
die fur Chlorsilber so charalrteristische Triibung hervor. Interessant wiire es , Gluhversuche anzustellen niit viillig reinem kohlensauren Lithion, was inir aber leider nicht ZLI
Gebote stand.
W a s fur eine Verbindung das Lithium, welches sein
Chlor an dns Platin resp. 'Silber abgegcbcn hat, selbst eingeht, lafst sich nicht mit Bestimintlieit angeben. Moglicherweise verbindet es sicli zunachst nar init Sauerstoff, verwandelt sicli aber wohl sehr bald in Lithionhydrat. Ich
1) Die angewendete Salpetersaure
hommen cblorfrei.
ood das kohlensaure Natron
war voll-
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beobachtete es als eine weifse Substanz, welche mit Wasser keine Auflosung, sonderii nur eine Einulsion bildete,
aber init Salzsaure betropft, sich loste, wobei keiii Aufbrausen bemerbt wurde. An Stellen, wo die geschmolzeiie Masse
sich zwischen Tiegel und Deckel durchgezogen und die
anfsere Tiegelwand graugriin iiberzogeii hatte, verursachte
Salzsiiure ein schiiell vorubergehendes Aufbrausen. Durch
den Zutritt der Luft hatte sich kohlensaures Lithion gebildet.
Das Lithionhydrat sclimilzt bekanntlich schoii bei schwacher Gliihhitze und lost sich in Wasser nur in geringer
Menge auf. Nach Hrn. C. G i n e l i n wird das durchsichtige
Lithionhydrat a n der Luft durch Aufiiahme von Kohlensaure
undurchsichtig ( G in e 1 i n , IIandbuch der Chemie, 5. Aufl.,
Bd. I t , S. 119).
TJin auf den oben erwiiiinten Niederschlag durch Platinsolution zuriickzukominen, so durfte derselbe in manchen
Fellen zur Erkennung der Lithionsalze in der qualitativen
Analyse sehr geeignet seyn, da man sich durch ihn auf nassein Wege gleichzeitig von der Gegenwart des Kali und
Lithioiis iiberzeugen knim. Seine Farbe iat sehr charakteristisch. Man erhielt ihn, wenii Platinchlorid zu eiiier Aufliisung von Chlorkalium und Chlorlithiuin gefugt, die Flussigkeit iin Wasserbade eingedainpft und nach dem Erkalten
das Game init Alkohol behandelt wurde. Den entstandenen Niederschlag konnte inaii auf den ersten Anblick fur
ein Doppelsalz von Kaliuin-Lithium -Platinchlorid ansehen.
Jedoch das Mikroskop zeigt, dais iiiaii es zu thun habe,
nicht niit einer cheniischeii Verbindung, sondern iiw init
einein Gemenge sweier Substanzen, von denen die eine unzweifelhaft citronengelbes Kaliuinplatinchlorid ist, unter dem
Mikroskope sich einfach lichtbrechend zeigt und von reinem
Kaliumplatincblorid ') sich nicht unterscheiden lafst. Die andere Substanz ist dunkel orangegelb, die Krystalle, welche
dein tesseralen Systeme angeharen , sind ebenfalls einfach
1 ) Es wurde der Vergleichung wegen gleichzeitig und mit denselben Reageotica auch das bekannte citronengelbe Kaliurnplatinchlorid dargestellt.
109
Iichtbrechend und grbfser als die den citronengclben Theil
des Niederschlages zusammensetzenden. Bei darchfallendem
Lichte erscheinen sie stets hell, wogegen die ICaliumplatinchloridkrystalle oft triibe aussehen. Das Quantitiitsverh2ltnifs beider Gemengtheile scheint von mancherlei Bedingungen abzuhangen, jedoch ist der Gehalt an Chlorlithium selbst
in solchen Niederschliigen, wo der dunkel orangegelbe Theil
dessclben in grofser Menge vorhanden ist, verhaltnifsinaCsisig
immer nur gering.
Um zu sehen, welche von beiden Verbindungen sich
zuerst bilde, wurde eine concentrirte Chlorkalium und Chlorlithirimlosung in eineni Uhrglase init I’latinclilorid versetzt,
im Wasserbade zur Trockne eingedampft und nach dein Erkalten mit Alkohol ubergossen. Es befand sich dcr citronengelbe Tlieil des Kiederschlages (K~~liuinplatinchlorid)auf
dem Boden des Uhrglases, die duiikel orangegelbe Ver bindung aber an der Oberflliche. Es scheint sich also in einer Chlorkaliuin und Chlorlitiiiinn enthaltenden Flussigkeit
beim Zusatze von Platinchlorid zuerst ICalinmplatinchlorid
abzusetzen und d a m erst das orangegelbe Salz zu bilden.
W u r d e der gesammte durch Platinsolution erzeugte Niederschlag in ein an seinein unteren Elide zu einetn engen
Cylinder ausgezogenes Probirrohrchen gebracht und mit AE
kohol geschuttelt, so senkte sich der orangegelbe Tlieil zuerst zu Boden, das citronengelbe Kaliuniplatinclilorid aber
bildete die oberste Lage.
Enthalt ChIorlithium iiur einen geringen Chlorkaliumgehalt, wie es gewohnlich im kauflichen Chlorlithium der Fall
ist, so entsteht ein gelber Niederschlag, welcher nur aufserst
schwach ins Orangegelbe fallt und von reinem Platinchlorid schwierig zu unterscheiden ist. Unter dem Mikroskope
kCst sich aber eine geringe Beimengung der orangegelben
Platinverbindong erkennen.
Die KaliiunplatinchloridkrystaIle selbst sind Hesaeder,
an denen iiicht selten eine Ecke abgestuinpft ist. Diese einzelne Octaederflache ist dann gewohnlich grofs ausgebildet.
K6nnte man mit gr6keren Quautitaten von Lithion ar-
110
beiten, als es mir moglich war, so wiirde sich durch eineu
mechanischen Aufbereituiigsprocefs die Trennung der beideii
den Niederschlag constituirenden Platinsalze bewirken lassen.
So lange eine Analyse des gesonderteii orangegelben
Lithiumsalzes noch nicht vorgenoiiimeii wordeii ist, lafst sich
freilich niclits iiber seine Zusainmensetzung feststellen j niclit
uiiwalirsclieinlich erscheint inir es aber, dafs die orangegelben Krystalle ein in iiberscliussiger alkoholischer Platinsolution zuin Theil aufliisliches Doppelsalz voii Kaliuin - uiid
Lilbiuinplatiiichlorid seyn miichten. Eine solche Annahme
liefse sicli in Verbindung bringen init dem auffallenden Umsiande, d d s in der vom Biederschlage abfiltrirteii alkobolischen Solution eiii iiicht unbedeutender Chlorlialiuingehalt
nachgewiesen werden kann , wenn man zur Trockiie eindainpft, die Platinsalze reducirt, die Chloralkalien init Wasser extraliirt und wicderum init Platinsolution behandelt.
Auch der oben crwahnte verhiiltnifsmafsig geringe Chlorlithiumgehalt in dein dunkel orangegeIben Platinsalze spricht
fur das gleichzeitige Vorhandenseyn von Lithiuin uiid Kaliuni.
Das fragliche ChIorkaIiuin-Lithiuin-Platinchloridist wahrscheinlich isomorph init dein Kaliuinplatinchlorid, welches
letztere aus seiner wasaerigen Auflosung bekanntlich in deutlichen Octaedern krystallisirt.
Ein durch Zusatz voii uberschiissiger Platinsolotion zu
gleichen Aequivalenten Chlorkalium und Chlorlithiuin gebildeter uiid init Alkohol ausgewaschener schiin orangegelber Niederschlag wurde mehrerc Wochen in eiiier Papicrkapsel aufbewahrt j er hatte seine urspriingliche Farbe in
cine ockergelbe verrvandelt. Das Mikroskop zeigte die dein
gelbeii Kaliumplatinchlorid-Niederschlagebeigeineiigten orangegelben Krystalle unver&iidert. Ein gleichzeitig init diesem
Niederschlage dargestellter und ebeiifalls in einer PapierkapseI aufbewahrter KaliumpIatinchlorid - Niederschlag war
unverandert geblieben.
Bei der Zersetzung I ) eines kaliuin- und lithiuinhaltigen
I ) Urn dieselbe zu
unterstiitzen, wiJrdpn einige Krystallr reinrr Oxalssure
in den Platintiegel gebrarht.
orangegelben Nederschlages durcli die Hitze, konnte ich die
Bildung von graugriincm Platinchlorid nicht bemerken. Das
reducirte Platin verwaiidelte sicii zum Theil in gliinzcnde
Bllittchen, welche sich unter dein Mikroskope sogar schon
durch eine stark vergrokiernde Lupe nls schone und scharfkantige Platinlirystalle crkeiineii lieken. Es wareii sehr
deutliche Octaederzwillinge, wie solche voin Spinell, Magiieteisenerz, Kupfer, Gold u. s. w. bekannt sind.
Bei der Zersetzung des alkoholischen Filtrats, welches
vie1 Chlorlithiiun enthielt, iiberzog sich der Tiegel ') mit eiuem
graugriincn Ueberzuge, gleichzeitig bildete sich aber Lithionhydrat und an den der atmospharischen Luft ausgesetzten
Stellen des Tiegels kohlensaures Lithion.
Von besonderer Schwierigkeit ist bei der Silicatanalyse
die Treniiang der Magnesia von den Alkalien. Am einfachsten und sicliersteii geschieht diers wohl durch Extractioii
der kohlensaoren Alkalien ') mittelst liochenden Wassers.
Rlnn mufs hier mit groker Vorsicht verfahren, besonders
auch sehr schnell filtriren, auch niclit zu wenig Wasser anmenden, da bekanntlicli das liohlensaure Lithion schwer
liislich, die liohlensaure Magnesia aber in nicht kochendein
Wasser etwas loslich ist. J e Iitliionhaltiger die zu analysi1) Es
war ein sehr grofser flaclicr Platintiegel cine sogenannte Platinkapsel sngewendet worden.
2 ) IIit man noch der Metliode des EIrn. 13. S n i n t e - C l a i r e - D e v i l l e
durcli Bcbandlting rnit salpetersanrem Ammoniak in Liisung gefulrrt:
Kalk, Magnesia, Kali, Natron, Litliion und elwas Manganoxydul, so Bllt
man runiclrst den Kalk niittelst oralsauren Amrnoniaks. Der oralsaure
Kalk wird nber d u d Gliilien uher der Deville'sclien Lampe in kaustisclien Kalk verwandelt und als solclicr gewogen. M a n darnpft das
Magnesia, Manganoxydul und die Alkalien entliaIrenJe Fillrat ein und
erwsrrnt vorsiclitig, nni das vorliaodene salpetersaure Ammoniak fortzurchaffen. Dann lugt man 20 den feuerbesthdigen salpetersiuren Alkalien etwas Wasser und einige Krystalle von reiner OxalsSure. - Die
SalpetersBure wird beim Abdampfen ausgetriehen ES verwandeln sich
die gebildeten oxalsauren Salze aber durch scliw~clresGliilien in kolilensaure. Man zielit daraus die kohlensauren Alkalien mittelst koclrenden
Wassers aus, i n welcbeni die koblensaure Magnesia fast unlodich, das
kotilensaure Manganoxgdul vollkonimen unliislich ist.
,
112
rende Substanz ist, urn so vorsichtiger m u t man verfahren,
da aufserdem die Genauigkeit der Lithion- und der Magnesiabestimmung leideli wiirde.
Gesetzt die die Alkalien enthaltende Flussigkeit sey
mapesiahaltig, und man habe Salzsaure zugesetzt, urn Alles
in Chlormetalle zu verwandeln, sodann das Ganze, obne es
oorher zu zciegen, in das kleine vor der Lampe geblasene
Flaschclien gebracht und clarin eingedainpft , auch so lange
vorsichtig erwarmt , his die Salzsaure vertrieben sey , so
wiirde sich in Aetheralkohol etwas Chlonnagnesium auflosen, wodurch sich nothwendig ein zu grofser Lithiongehalt
herausstellen wiirde.
Hatte man wie es gewiihnlich geschieht die Chlonnetalle
insgesainint gewogen , so wurde man, wenn der Lithiumgehalt der zu analysirenden Substanzen nicht zu gering ist,
noch auf die oben beschriebenen Schwierigkeiten stofsen.
Laste man d a m die geschinolzenen I ) Alkalien, so mufste
man nicht vernachlnssigen einige Tropfen Salzsaure zuzufugen, uni das gebildete Lithionhydrat (resp. kohlensaures
Lithion) wieder in Chlorlithiuin zu verwandeln. Hatte man
diefs vernachl;issigt, so wurde man iiii Glasflnschchen Chlorlithium und Lithionhy drat (resp. kohlensaures Lithion) Chlormagnesium, Chlorkalium und Chlornatriuin haben. Dann
wiirde man sich freilich sofort von der Gegenwart des Chlormagnesiums uberzeugen ksnnen, da dasselbe die Eigenschaft
besitzt, durch kohlensaure und durch kaustische Alkalien
einen weifsen undnrchsichtigen, schleimigeii oder auch flockigen, langsam niederfallenden Miederschlag zu geben.
Nacli beendigter Behandlung der Alkalien mit AetherAlkohol wird das Chlorkalium und Chlornatrium im Platintiegel mit Quecksilberoxyd gegluht, um die in ilinen etwa
noch enthaltene Menge Chlormagnesium in Magnesia zu verwandeln. Hierauf bestiinmt man dns Gewicht der von ihr
befreiten Chlormetalle und bewirkt ihre Treiiiiuiig durch
Platinchlorid nach bekannter Methode. Das im Aetheral1 ) Bei einer gmauen Aoalyse sind Poreellantiegel n i c h
anweiidhar,
dieselbeo vom Clilorlittriurn s c h r herleutend rngegt iffen \rerdcn.
ds
113
kohol geliiste Chlorlithiuni wird vorsichtig bei gelirzder Hitze
eingedampft und nachdem man den Tiegel in einein Schwefelsauretrockenapparate hat erkalten lassen, gewogen ; oder
man kann das Chlorlithium in schwefelsaures Lil hioii verwandeln uiid als solches wagen
V. For/gesc>tzte Beohcrchtungen ubpr die elektrische
Bntladung durch gas oerdcn n te Rau m e :
con Pliic k e r.
(Siehe Ann. Bd. CIII, S . 88
llnd
151).
Magnetisches Licli t.
47. I>as magnetische Verhalten desjenigen Lichtes, das
von der negativen Elektrode aus nach allen Seiten hin sich
verbreitet, ist ein so eigenthiimliches, dafs ich hier zuiiachst
noch einmal auf dasselbe zuriickkomme. Am besten k6nnen wir uns dieses Verhalten veranschaulichen , wenn wir
von der allbekannten Erscheinung ausgehen, dafs Eisenfeilspline, auf ein steifes Papier gestreut, welches die Pole eines
Magneten bedeckt, sich in Curven zusammenlegen, die mail
magnetische Curven , magnetische Kraftliiiien , genannt hat.
Solche Curven geben auch da noch eine Anschauung von
der Vertheilung der Kraft eines Magneten, wo die Krafte
der Analyse nicht mehr zur Bestimmimg derselbeu hinreichen. In jeder salchen Curve legen sich die einzelnen Eisentheilchen, die, unter der Einwirkung des Magneten, selbst
zu kleinen Magneten geworden sind, eine Kette bildend, mit
ihren befreundeten Polen an einander. Konnten wir die
Eisentheilchen der Kraft der Schwere entziehen und durch
den ganzen die Pole umgebenden Raum vertheilen, so wiirden solche Ketten, die Fonn magnetischer Curven annehmend, das ganze magnetische Feld durchziehen und ein sichtbares Bild von der Vertheilung der magnetischen Kraft geben.
Die Glieder jeder Kette wiirden sich in dein Zustande eines
PoggendorfPs Aonal. Bd. ClV.
8
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