close

Вход

Забыли?

вход по аккаунту

?

Nanopartikelcluster SERS im Rampenlicht.

код для вставкиСкачать
Highlights
DOI: 10.1002/ange.200906462
Raman-Streuung
Nanopartikelcluster: SERS im Rampenlicht**
Rongchao Jin*
Elektromagnetische Felder · Nanopartikel ·
Raman-Spektroskopie · Oberflchenplasmonenresonanz · SERS
Die SERS-Spektroskopie (SERS = oberflchenverstrkte
Raman-Streuung; surface-enhanced Raman scattering) kann
Molekle anhand ihres einzigartigen „Fingerabdrucks“ (einem Satz von Schwingungsmoden, der fr jedes Molekl
charakteristisch ist) identifizieren und ist die wohl am hufigsten eingesetzte spektroskopisch-analytische Technik. Wie
der Name andeutet, ist SERS eine spezielle Unterart der
Raman-Spektroskopie. Die konventionelle (oder spontane)
Raman-Streuung ist inhrent schwach, weil die inelastische
Photonenstreuung an Moleklen einen sehr niedrigen Querschnitt hat. So liegt der Raman-Streuquerschnitt von Moleklen in der Grßenordnung 1030 cm2 (im Resonanzfall allerdings um Grßenordnungen hher), was in keiner Weise
vergleichbar ist mit typischen Absorptions- oder Fluoreszenzquerschnitten (1014–1015 cm2). Wegen des extrem
niedrigen Raman-Streuquerschnitts galt die Raman-Spektroskopie lange als wenig praktikabel, allerdings fhrte die
Erfindung des Laser in den 60er Jahren zu einer Neubelebung
des Gebiets.
Die in der 70er Jahren gemachte Entdeckung, dass eine
Elektrodenoberflche aus Silber die Raman-Signale von
Adsorbaten um einen Faktor 105–106 verstrken kann, lste
ein enormes Interesse an diesem System aus, da es erstmals
erlaubte, elektrochemische Prozesse an einer Elektrodenoberflche auf molekularer Ebene zu verfolgen.[1] In der
Folge dieser bahnbrechenden Studie von Hendra und Mitarbeitern im Jahr 1974 waren es die Arbeitsgruppen von Van
Duyne und Creighton, die als erste erkannten, dass die
enorme Verstrkung des Raman-Signals nicht durch eine
vergrßerte Oberflche (nur ca. Faktor 10) zustandekommen
konnte, wie es Hendra und Mitarbeiter in ihrer ursprnglichen Studie an einer elektrochemisch aufgerauten Au-Elektrodenoberflche in Betracht gezogen hatten. Ein anderer
Mechanismus musste stattdessen die enorme Verstrkung
bewirken. In einer systematischen Studie fanden Van Duyne
und Mitarbeiter fr die beobachteten Raman-Signale eine
Abhngigkeit vierter Ordnung und postulierten, dass außer
der Resonanzverstrkung auch eine elektromagnetische
[*] Prof. Dr. R. Jin
Carnegie Mellon University, Department of Chemistry
Pittsburgh, PA 15213 (USA)
Fax: (+ 1) 412-268-1061
E-Mail: rongchao@andrew.cmu.edu
Homepage: http://www.chem.cmu.edu/groups/jin/
[**] SERS = Oberflchenverstrkte Raman-Streuung.
2888
Verstrkung auftritt.[1a] Schatz et al. entwickelten anschließend ein theoretisches Modell, das die enorme Intensittserhhung erklren konnte.[2a] Seit diesen anfnglichen Studien hat die oberflchenverstrkte Raman-Spektroskopie die
Moleklspektroskopie revolutioniert, und das Gebiet erlebte
in den 80er Jahren einen betrchtlichen Aufschwung. Der
SERS-Effekt war ursprnglich an elektrochemisch aufgerauten Metalloberflchen (in Form von Elektroden) entdeckt
worden, und sptere Arbeiten fanden dann, dass auch kolloidale Metall-Nanopartikel (insbesondere Silber und Gold)
als gute Raman-Verstrker fungieren. Allerdings waren die
Silber- und Gold-Nanopartikel, die man in den 80er Jahren
herstellen konnte, recht heterogen bezglich ihrer Grße und
Form, sodass eine tiefgehende Studie des Verstrkungsmechanismus nicht mglich war. Die Schwierigkeiten, die
man auf der experimentellen Seite hatte, waren indes kein
Hindernis fr die Einfhrung einer detaillierten SERSTheorie.[2] Zwei Mechanismen sind derzeit allgemein akzeptiert: elektromagnetische (EM) Verstrkung und „chemische“ Verstrkung.
Wir wollen den EM-Mechanismus hier kurz skizzieren.
Bei einem spontanen Raman-Prozess ist die Intensitt der
Raman-Streuung proportional zu dem im Molekl induzierten Dipolmoment (mind), der wiederum proportional zur Polarisierbarkeit des Molekls (a) und der elektrischen Feldstrke (E) ist [Gl. (1)]:
I Raman / jmind j2 ¼ ja Ej2
ð1Þ
Ein Laserstrahl ist stark gebndelt und eng fokussiert und
erzeugt damit ein elektrisches Feld mit sehr hoher Amplitude,
das die inhrente Schwche der Raman-Streuung kompensiert [Gl. (2); I ist die Intensitt des Laserstrahls]:
E0 ¼ 27:4 I Laser 1=2 ðE in V m1 Þ
ð2Þ
Mit der Einfhrung von Laserquellen in den 60er Jahren
wurde auch die Raman-Spektroskopie wieder interessant,
und die Technik wurde zunehmend praxistauglich.
Der EM-Verstrkungsmechanismus beruht auf dem intensiven EM-Feld an der Nanopartikeloberflche, das durch
die Wechselwirkung des Partikels mit Licht erzeugt wird. Der
Prozess lsst sich wie folgt veranschaulichen: Beim Auftreffen
des Laserstrahls auf dem Metall-Nanopartikel werden Oberflchenplasmonen (z. B. ein dipolares Plasmon) erzeugt;
wenn die Laserfrequenz (oder Wellenlnge) mit der Plas-
2010 Wiley-VCH Verlag GmbH & Co. KGaA, Weinheim
Angew. Chem. 2010, 122, 2888 – 2892
Angewandte
Chemie
monenschwingung des Nanopartikels resoniert, wird eine
große Menge Energie durch das Nanopartikel „aufgesaugt“
und somit quasi angereichert (Abbildung 1 A).
Abbildung 1. A) Elektromagnetische Energie wird durch ein Ag-Nanopartikel „angereichert“, wenn dessen Oberflchenplasmon resonant
angeregt wird. Der Extinktionsquerschnitt des Partikels ist viel grßer
als sein geometrischer Querschnitt. B) Nahfeld-Verteilung, berechnet
im Rahmen der Mie-Theorie (Wiedergabe mit Genehmigung von G. C.
Schatz).
Das Nanopartikel emittiert einen Teil der EM-Energie
durch Mie-Streuung und erzeugt dadurch ein intensives
Oberflchenfeld von sehr hoher Energiedichte auf oder nahe
der Partikeloberflche. Im Rahmen der Elektrostatik[2b] kann
die Intensitt des Streufeldes durch Gleichung (3) beschrieben werden.
Esurf 2 ¼ 4 E0 2 g2
ð3Þ
Der Faktor g hngt mit der komplexen dielektrischen Funktion des Metalls zusammen [Gl. (4); e = e1 + i e2 ; em ist die
dielektrische Konstante des Mediums (e = n2 ; z. B. n = 1.0 in
Vakuum oder Luft, n = 1.33 in Wasser)]:
g¼
e em
e þ 2em
ð4Þ
Wir nehmen hierbei an, dass die Polarisation des Lasers
parallel zur Richtung der Plasmaoszillation ist (maximale
Verstrkung). Das elektrische Feld der Nanopartikeloberflche [Gl. (3)] wechselwirkt mit Adsorbaten (Raman-Reportern) und induziert im Molekl einen Dipol, der mit der
Raman-verschobenen Frequenz strahlt. Zustzlich dazu tritt
eine verstrkte Emission vom induzierten Dipol auf; diese
Verstrkung ist in erster Nherung durch einen Ausdruck
hnlich Gleichung (3) bestimmt. Die SERS-Intensitt ist somit das Produkt aus dem Quadrat des einfallenden Feldes
und des ausgehenden Feldes. Wenn die Raman-Verschiebung
klein ist, befinden sich die Wellenlngen der einfallenden und
ausgehenden Felder sehr nahe beeinander, und eine Nherung fhrt dann zur bekannten Abhngigkeit vierter Ordnung
vom E-Feld [Gl. (5)]:
I SERS / 16 E0 4 g4
ð5Þ
Der Verstrkungsfaktor (EF; enhancement factor) ist also
durch g4 bestimmt. Wenn der Realteil der dielektrischen
Angew. Chem. 2010, 122, 2888 – 2892
Funktion des Metalls (e1, wellenlngenabhngig) nahe bei em
liegt, resultiert ein intensives Oberflchenfeld (d. h. ein großer EF) (Abbildung 1 B). Diese Verstrkung gilt fr jede
beliebige Art von Adsorbatmolekl, und typische EF-Werte
liegen in der Grßenordnung 105–106 (z. B. fr g = 10).[2d]
Im Unterschied zum EM-Mechanismus sollte die chemische Verstrkung nur mit bestimmten Adsorbaten auftreten,
nmlich solchen, die an der Oberflche chemisch adsorbiert
sind und einen Ladungstransfer zwischen Adsorbat und der
Metalloberflche bewirken knnen. Falls die chemische
Verstrkung existiert, treten EM- und chemischer Mechanismus gleichzeitig auf; eine separate Untersuchung der beiden Mechanismen ist dann schwierig.
Vor allem durch das Aufkommen der Nanotechnologie
hat es seit den 90er Jahren betrchtliche Fortschritte auf dem
Gebiet der SERS-Spektroskopie gegeben. Ein Hauptgrund
war, dass nun Methoden fr die Herstellung von qualitativ
hochwertigen Metallnanopartikeln mit ausgezeichneter
Kontrolle ber Grße und Form zur Verfgung standen, sodass im Prinzip der Weg fr detaillierte, „Nanopartikelbasierte“ SERS-Studien geebnet war. Allerdings erwiesen
sich diese (diskreten) Nanopartikel als nur wenig effizienter
als frhere, polydisperse Nanopartikel, und die beobachteten
Verstrkungsfaktoren waren nur etwa 10- bis 20-mal besser,
aber keineswegs um Grßenordnungen. Um strkere SERSSignale zu erhalten, etwa solche wie bei Fluoreszenzmessungen, muss oftmals der Trick angewandt werden, dem
System eine kleine Menge eines Salzes (z. B. NaCl) zuzufgen, das die Bildung von Nanopartikelaggregaten und -clustern auslst. Mit dieser Methode wurden in SERS-Einzelmoleklstudien Verstrkungsfaktoren von 1014–1015 erhalten
(es sollte erwhnt werden, dass der anomale EF von ca. 1015
durch eine Kombination von Oberflchenfeld- und Resonanzverstrkung zustande kommt).[3] Leider zerstrt der
Zusatz des Salzes die wohldefinierten Nanopartikel; es resultieren irregulre Partikelformen und weitgehend undefinierte Aggregate, deren Herstellung obendrein schlecht reproduzierbar ist. Diese Einschrnkungen verhinderten abermals eine tiefgehende Untersuchung der SERS-Mechanismen, ebenso wie auch die Identifizierung der genauen
Strukturen der SERS-aktiven Stellen („Hot-Spots“). Daher
bestand eine zentrale Aufgabe in der SERS-Forschung lange
Zeit in der Herstellung von reproduziebaren und robusten
SERS-Substraten.
In der Summe haben die Arbeiten aus den 90er Jahren
einigen Aufschluss darber gegeben, welche Arten von Nanostrukturen SERS-aktiv sein knnten. Nanopartikelcluster
(d. h. eine Gruppierung von wenigen Nanopartikeln) erwiesen sich als besonders aktiv und boten sich fr die Verstrkung von Raman-Signalen an.[4a] Rasterkraft- und Elektronenmikroskopie wurden eingesetzt, um solche Cluster zu
analysieren. Wie aber bereits erwhnt, bilden sich solche
Cluster mehr oder weniger per Zufall, sodass vertiefende,
systematische Studien nicht ausgefhrt werden konnten. Ihr
genauer Verstrkungsmechanismus blieb unbekannt, obwohl
die Herstellung zahlreicher Arten von SERS-aktiven Substraten durch Nanopartikelaggregation oder nanolithographische Techniken Gegenstand umfangreicher Forschungen
war.[4]
2010 Wiley-VCH Verlag GmbH & Co. KGaA, Weinheim
www.angewandte.de
2889
Highlights
Die kleinsten Aggregate sind Nanopartikel-Dimere (gepaarte Nanopartikel), dann folgen Trimere, Tetramere und
lineare Ketten.[5] Es ist gut bekannt, dass Nanopartikelcluster
oftmals spontan bei Verdampfung des Lsungsmittels entstehen, wenn ein Kolloid-Tropfen auf einem Substrat (z. B.
einem TEM-Gitter) getrocknet wird.[6] Allerdings ist der
Aggregationsprozess hierbei unkontrolliert, und die Ausbeute an Dimeren (oder Trimeren usw.) ist sehr niedrig.
Deshalb war die kontrollierbare Synthese von Nanopartikelclustern lange ein wichtiges Forschungsziel. In den letzten
Jahren waren einige wichtige Fortschritte bei der Aggregation
von Nanopartikeln zu diskreten Clustern zu verzeichnen, vor
allem durch die Verwendung von thiolierter DNA oder
thiolierten niedermolekularen Verbindungen. Das Hauptaugenmerk dieser Studien galt der Verbesserung der Ausbeute und Reinheit der Cluster. Ein eindrucksvoller Bericht
von Chen und Mitarbeitern dokumentiert die Bildung von
dimeren und trimeren Au-Nanopartikeln mit 95 % bzw. 81 %
Reinheit.[7a] Alivisatos et al. nutzten eine enzymatische Ligationsmethode zur Herstellung von Nanopartikel-Dimeren
und -Trimeren, bei der die Nanopartikel durch einstrngige
DNA-Molekle verknpft werden.[7b] Allerdings scheint der
Abstand zwischen den Partikeln zu groß, um damit eine
starke Raman-Verstrkung erreichen zu knnen. Mirkin und
Mitarbeiter erzeugten Metallnanodrhte mit integrierter
Nanolcke und fanden, dass die SERS-aktiven Hot-Spots in
der Lcke lokalisiert sind.[7c]
Hier stellen wir eine jngste Arbeit von Li et al. vor,[8] in
der ein eleganter Ansatz fr die kontrollierte Synthese von
Nanokugel-Dimeren mit hohen Ausbeuten sowie die außergewhnlichen SERS-Eigenschaften solcher Strukturen beschrieben werden. Diese Entwicklung ist in der Tat bemerkenswert und sollte den Weg fr vertiefende Untersuchungen
der Hot-Spot-Strukturen und Verstrkungsmechanismen ebnen.
In ihrer Studie gingen die Autoren von einzelnen AgNanowrfeln aus, die sie durch tzen mit Fe(NO3)3 in
Ethanol in Gegenwart von Poly(vinylpyrrolidon) (PVP) in
wohldefinierte Dimere von Ag-Nanokugel berfhrten
(Abbildung 2). Interessant dabei ist, dass die beiden Prozesse
Abbildung 2. Bildung von Ag-Nanokugel-Dimeren durch tzen und
einhergehende Dimerisierung von Ag-Nanowrfeln. B) TEM-Aufnahme
von Ag-Nanokugel-Dimeren, hergestellt aus 47 nm großen Ag-Nanowrfeln (Wiedergabe aus Lit. [8]).
2890
www.angewandte.de
der Formwandlung von Nanowrfeln zu Nanokugeln und der
Dimerisierung der gebildeten Nanokugeln einhergehend
miteinander stattfinden. Sowohl Ethanol als auch PVP erwiesen sich als wichtige Komponenten. Die Verwendung von
Ethanol anstelle von Wasser verhindert die Bildung von
Fe(OH)3, whrend PVP die Nanowrfel vor einer „bertzung“ durch Fe3+ schtzt. Die Kanten und Ecken der Nanowrfel sind reaktiver und werden weggetzt, wodurch nahezu
sphrische Partikel entstehen, die dann durch ihre verringerte
Stabilitt in der Gegenwart ionischer Spezies (Fe2+ und
nichtumgesetztes Fe3+) zur Dimerisierung neigen. Der Prozess funktioniert mit Ag-Nanowrfeln verschiedener Grße,
und es wurden drei Chargen von Dimeren (Ag-Nanokugeln
mit Durchmessern von 40, 63 und 80 nm) mit einer Dimerisierungsausbeute von ber 60 % erhalten. Anschließende
SERS-Studien zeigten fr die 80 nm großen Dimere einen
Verstrkungsfaktor von ungefhr 108.[8] Der EF wird durch
den Vergleich des auf die Konzentration normalisierten
SERS-Signals der Raman-Reporter mit ihrer (ebenfalls
konzentrationsnormalisierten) Raman-Intensitt in der Volumenphase bestimmt [Gl. (6)]:
EF ¼
ISERS =NSERS
Ibulk =Nbulk
ð6Þ
Bezglich des SERS-Mechanismus der NanopartikelDimere wurde gefunden, dass das elektromagnetische Feld in
der Lcke zwischen den Nanokugeln am grßten ist. Molekle, die sich in dieser Region aufhalten, registrieren ein sehr
krftiges elektrisches Feld und ergeben drastisch verstrkte
Raman-Signale, die typischerweise mehrere Grßenordnungen grßer sind als bei einzelnen, ungepaarten Nanopartikeln. Offensichtlich reichert eine solche Nanolcke die
elektromagnetische Energie sehr viel effizienter an als „monomere“ Nanopartikel. Der Verstrkungsfaktor hngt recht
empfindlich von der Grße der Lcke ab. Es kommt also
darauf an, mglichst eng gepaarte Nanopartikel-Dimere
herzustellen (z. B. mit einer Subnanometerlcke),[8] die sich
aber nicht gegenseitig berhren, sodass in der Lcke noch
Platz fr das Reportermolekl bleibt.
Ein anderer wichtiger Faktor ist die Wellenlnge des
Anregungslasers, die mglichst genau auf die Oberflchenplasmonenresonanz der Nanopartikelcluster abgestimmt sein
muss. Theoretische Studien von Schatz und Mitarbeitern[9]
ergaben, dass die Nanopartikel-Dimere eine starke Anisotropie ihrer Plasmonenresonanz aufweisen. Zum Beispiel
zeigt ein Dimer aus zwei 30 nm großen Ag-Nanokugeln eine
transversale Mode bei ungefhr 400 nm und eine longitudinale Mode bei 500 nm (Abbildung 3 A), und das longitudinale
Plasmon hngt sehr empfindlich von der Grße der Lcke ab
(Abbildung 3 A). hnliche Eigenschaften wurden auch bei
Trimeren beobachtet (Abbildung 3 B). Durch Abstimmen der
Anregungswellenlnge des Lasers auf die Plasmonenbande
des Clusters wird eine maximale plasmonische Verstrkung
erzielt. Die Eigenschaften der im Bereich um die Nanolcke
induzierten Polarisation sind recht interessant. Schatz et al.
fanden, dass sich die Polaritt der Polarisation entlang der
Lngsrichtung des Dimers zweimal umkehrt (Abbildung 3 C); das bedeutet, dass im Bereich der Lcke ein
2010 Wiley-VCH Verlag GmbH & Co. KGaA, Weinheim
Angew. Chem. 2010, 122, 2888 – 2892
Angewandte
Chemie
Oberflchenplasmon zu tragen. Jngste Fortschritte in der Nanochemie haben zu wohldefinierten Gold- und Silberclustern gefhrt, deren
elektronische Eigenschaften denen von Moleklen hneln.[12] Diese atomar przisen Goldund Silber-Nanopartikel knnten als gute Modellsysteme fr weitere Studien des chemischen
Verstrkungsmechanismus[13] sowie der Abhngigkeit der elektromagnetischen Verstrkung
von der Partikelgrße dienen.
Zusammenfassend ist zu erwarten, dass eingehendere SERS-Studien die zugrunde liegenden Mechanismen in weiten Teilen aufklren
werden. Und auch in Zukunft wird die Suche
nach SERS-aktiven Nanostrukturen mit enormen Verstrkungsfaktoren ein zentrales Forschungsziel auf diesem Gebiet sein, ebenso wie
die theoretische Modellierung von Hot-SpotStrukturen. Schließlich gilt es Aufschluss darber zu erhalten, welche Arten von Nanopartikelcluster die hchsten Verstrkungen bewirken
und wie solche Nanostrukturen hergestellt werden knnen: Dies werden die nchsten großen
Schritte sein.
Abbildung 3. A) Berechnete Extinktionsspektren von Ag-Nanokugel-Dimeren (Radius
30 nm) mit Abstnden zwischen den Kugeloberflchen von s = 30, 4 und 2 nm. Das
Spektrum des Monomers ist zum Vergleich gezeigt. B) Berechnetes Spektrum des AgNanopartikel-Trimers im Vergleich zum Monomer und Dimer. C) Polarisationsmuster
des Ag-Nanopartikel-Dimers mit s = 2 nm. Wiedergabe nach Lit. [9] mit Genehmigung.
Quadrupolmuster beobachtet wird.[9] hnlich der Anisotropie der Oberflchenplasmonen zeigen dimere Ag-Nanopartikel auch eine starke SERS-Anisotropie: Eine sehr viel
strkere Raman-Verstrkung wird erhalten, wenn die Polarisation des Lasers parallel zur Lngsrichtung des Dimers
liegt.[8] Erwhnenswert ist, dass eine hnliche Anisotropie
auch bei nichtlinearen optischen Prozessen (z. B. Obertonbildung) bei dimeren Ag-Nanopartikeln und Ag-Nanostben
beobachtet wurde.[6] Somit zeigen sowohl nichtlineare als
auch lineare optische Prozesse beide einen plasmonischen
Verstrkungsmechanismus. Weil der Verstrkungsfaktor
proportional zur vierten Potenz des elektrischen Feldes ist
(E 4), kann ein moderater Anstieg des Nahfeldes zu einer
drastischen SERS-Verstrkung fhren.
Trotz der großen Fortschritte, die in der SERS-Forschung
erzielt wurden, sind die genauen SERS-Mechanismen noch
immer Gegenstand der Debatte. In einer krzlichen Studie
wurde der Resonanz-Raman-Querschnitt von Rhodamin 6G
durch Femtosekunden-stimulierte Raman-Spektroskopie in
Gegenwart einer starken Fluoreszenz bestimmt,[10a] was darauf hindeutete, dass die EM-Verstrkung nur 107–108 an der
gesamten Verstrkung von 1014–1015 bei Einzelmolekl-SERS
ausmacht.[10] Von weiteren experimentellen und theoretischen Studien wird erwartet, dass sie mehr Einzelheiten bezglich des enormen EF von 1014–1015 ans Licht bringen.[11]
Eine interessante Frage wre auch, welche Art von Verstrkung auftritt, wenn das Nanopartikel zu klein ist, um das
Angew. Chem. 2010, 122, 2888 – 2892
[2]
[3]
[4]
[5]
Eingegangen am 16. November 2009
Online verffentlicht am 19. Mrz 2010
[1] a) D. L. Jeanmaire, R. P. Van Duyne, J. Electroanal. Chem. 1977, 84, 1; b) M. G. Albrecht, J. A.
Creighton, J. Am. Chem. Soc. 1977, 99, 5215; c) M.
Fleischmann, P. J. Hendra, A. J. McQuillan,
Chem. Phys. Lett. 1974, 26, 163.
a) F. W. King, R. P. Van Duyne, G. C. Schatz, J. Chem. Phys.
1978, 69, 4472; b) M. Moskovits, Rev. Mod. Phys. 1985, 57, 783;
c) H. Metiu, P. Das, Annu. Rev. Phys. Chem. 1984, 35, 507; d) M.
Kerker, Acc. Chem. Res. 1984, 17, 271; e) G. C. Schatz, R. P. Van
Duyne, in Handbook of Vibrational Spectroscopy (Hrsg.: J. M.
Chalmers, P. R. Griffiths), Wiley, New York, 2002, S. 759 – 774.
a) S. Nie, S. R. Emory, Science 1997, 275, 1102; b) K. Kneipp, Y.
Wang, H. Kneipp, L. T. Perelman, I. Itzkan, R. R. Dasari, M. S.
Feld, Phys. Rev. Lett. 1997, 78, 1667.
a) A. M. Michaels, M. Nirmal, L. E. Brus, J. Am. Chem. Soc.
1999, 121, 9932; b) Y. C. Cao, R. Jin, C. A. Mirkin, Science 2002,
297, 1536; c) L. He, M. J. Natan, C. D. Keating, Anal. Chem.
2000, 72, 5348; d) K. Faulds, W. E. Smith, D. Graham, R. J. Lacey, Analyst 2002, 127, 282; e) J. Alegret, T. Rindzevicius, T.
Pakizeh, Y. Alaverdyan, L. Gunnarsson, M. Kll, J. Phys. Chem. C
2008, 112, 14313; f) P. K. Jain, M. A. El-Sayed, J. Phys. Chem. C
2008, 112, 4954; g) P. N. Sisco, C. J. Murphy, J. Phys. Chem. A
2009, 113, 3973.
a) J. P. Novak, D. L. Feldheim, J. Am. Chem. Soc. 2000, 122,
3979; b) J. P. Novak, L. C. Brousseau III, F. W. Vance, R. C.
Johnson, B. I. Lemon, J. T. Hupp, D. L. Feldheim, J. Am. Chem.
Soc. 2000, 122, 12029; c) C. E. Talley, J. B. Jackson, C. Oubre,
N. K. Grady, C. W. Hollars, S. M. Lane, T. R. Huser, P. Nordlander, N. J. Halas, Nano Lett. 2005, 5, 1569; d) C.-P. Chak, S.
Xuan, P. M. Mendes, J. C. Yu, C. H. K. Cheng, K. C.-F. Leung,
ACS Nano 2009, 3, 2129; e) T. Dadosh, J. Sperling, G. W. Bryant,
R. Breslow, T. Shegai, M. Dyshel, G. Haran, I. Bar-Joseph, ACS
Nano 2009, 3, 1988; f) H. Wei, F. Hao, Y. Huang, W. Wang, P.
Nordlander, H. Xu, Nano Lett. 2008, 8, 2497; g) M. Ringler, T. A.
2010 Wiley-VCH Verlag GmbH & Co. KGaA, Weinheim
www.angewandte.de
2891
Highlights
Klar, A. Schwemer, A. S. Susha, J. Stehr, G. Raschke, S. Funk, M.
Borowski, A. Nichtl, K. Krzinger, R. T. Phillips, J. Feldmann,
Nano Lett. 2007, 7, 2753; h) M. H. Chowdhury, J. Pond, S. K.
Gray, J. R. Lakowicz, J. Phys. Chem. C 2008, 112, 11236; i) H.
Wang, B. M. Reinhard, J. Phys. Chem. C 2009, 113, 11215.
[6] R. Jin, J. E. Jureller, H. Y. Kim, N. F. Scherer, J. Am. Chem. Soc.
2005, 127, 12482.
[7] a) G. Chen, Y. Wang, L. H. Tan, M. Yang, L. S. Tan, Y. Chen, H.
Chen, J. Am. Chem. Soc. 2009, 131, 4218; b) S. A. Claridge, A. J.
Mastroianni, Y. B. Au, H. W. Liang, C. M. Micheel, J. M. J. Frchet, A. P. Alivisatos, J. Am. Chem. Soc. 2008, 130, 9598; c) L. D.
Qin, S. L. Zou, C. Xue, A. Atkinson, G. C. Schatz, C. A. Mirkin,
Proc. Natl. Acad. Sci. USA 2006, 103, 13300.
[8] W. Li, P. H. C. Camargo, L. Au, Q. Zhang, M. Rycenga, Y. Xia,
Angew. Chem. 2010, 122, 168 – 172; Angew. Chem. Int. Ed. 2010,
49, 164 – 168.
2892
www.angewandte.de
[9] T. Jensen, L. Kelly, G. C. Schatz, J. Cluster Sci. 1999, 10, 295.
[10] a) S. Shim, C. M. Stuart, R. A. Mathies, ChemPhysChem 2008, 9,
697; b) E. C. LeRu, E. Blackie, M. Meyer, P. G. Etchegoin, J.
Phys. Chem. C 2007, 111, 13794.
[11] a) J. A. Dieringer, K. L. Wustholz, D. J. Masiello, J. P. Camden,
S. L. Kleinman, G. C. Schatz, R. P. Van Duyne, J. Am. Chem.
Soc. 2009, 131, 849; b) J. Zuloaga, E. Prodan, P. Nordlander,
Nano Lett. 2009, 9, 887; c) A. Otto, J. Raman Spectrosc. 2002, 33,
593.
[12] a) M. Zhu, C. M. Aikens, F. J. Hollander, G. C. Schatz, R. Jin, J.
Am. Chem. Soc. 2008, 130, 5883; b) Z. Wu, J. Suhan, R. Jin, J.
Mater. Chem. 2009, 19, 622; c) H. Qian, Y. Zhu, R. Jin, ACS
Nano 2009, 3, 3795; d) H. Qian, R. Jin, Nano Lett. 2009, 9, 4083.
[13] S. M. Morton, L. Jensen, J. Am. Chem. Soc. 2009, 131, 4090.
2010 Wiley-VCH Verlag GmbH & Co. KGaA, Weinheim
Angew. Chem. 2010, 122, 2888 – 2892
Документ
Категория
Без категории
Просмотров
0
Размер файла
892 Кб
Теги
rampenlicht, sers, nanopartikelcluster
1/--страниц
Пожаловаться на содержимое документа