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Experimentelle und theoretische Untersuchung ber die Gleichgewichtsfiguren einer flssigen Masse ohne Schwere.

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VI. ExperirnenteZle u n d theorelische Untersuchung
iiher d i e GZeichgecv~~:chts~guren
finer Jliissigen Masse
ohne Schwerr; oon J . Placenu.
F u u f t e Reilie’).
Keues Verbllren zur Darstttllting cler Gleicligewiclitsfiguren - Driick einer
fliissigen Iiugelsclrale auf die Jarin enthnlrene Loft.
t\iifsucliiing eiocr
selir klcioen Griinze, unterlialb welcher sic11 in einer besonderen FIGSsigkeit der Werth des Radius der merklicllen l’lilitigkcit moleculwer
hllraction bcfindcr.
-
1 1 1 der zweiten uud vierten l\eihc dieecr Arbeit habe ich
rnein Verfaliren dcr Eiiitauchiiiig einer Oelinassc iu eiii
Gemisch von Wasscr und Alkohol nnge~vandt auf einen
Theil der Gleichgewichtsfiguren , wclche einer fliissigen
RIassc ohne Schwcre, im Zustantle der Rulie, zugehihn.
Diescs iin Princip so einfnclie Verfahreii bietet in der Praxis
gemisse Schwierigkeiteii dar, und es erfordert einige Uebung,
um zu vollkoininen regelm8fsigen Resultaten zu gelangcn.
In der gegcnwartigen Keihe gebe ich eiii ganz anderes, vie1
einfachercs und bequeineres Verfahren an, &IS ganz frei
von den Uebelstanden des crstcren ist. Ich werde hierauf
einen Theil der vielen Folgerungcn, welchc mir die Anweudung des ueuen Verfahrens gefiefert hat und die Priiicipien, auf deiien es beruht, auseinandersetzeu.
Zuv6rderst mufs ich beinerken, dafs das in ein alkoholisches Gemenge untergetauchte Oel sich leicht in diinne
Hlutchen (Zames) verwandeln Iafsst. Ich zeige z. B. dafs
man rnit Vorsichtsmaafsregeln, die ich beschreibe, leicht in
dem besagteu Gemenge eine hohle Oelblase von mehr als
12 Ceutimetern Durchmesser erhalten kann, wenn mau sie
1 ) f7lim. de Pacad. de B r u x d l r s . T. X X X I I I , im Auszuge: A n n .
de chirnie et de p h y s i p e Sir. IZI, T.LXII, p . 210, der hier auf
W u n s c h des Hro. VerE rnitgetheilt wird. Die vierte Reihe uod der
Nachweis zu den Criilreren Reihen befindet sich in diasen Annaleo
Bd. CVII, S. 394.
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uiit demselben alkoliolischcn Gemisch auf blast, wie inan in
der Luft cine Seifenblase crhalt, wenn inan sic init Luft
auf blast.
Ich erinnere bei Gelegenheit dicser Oelhautcheu, dafs
hei dcin in meiner ersten Rcihc beschriebencn Versuche,
wo sich ein Oelring bildet, dieser Riug anfangs durch ein
dunnes Blattchen init dem centralen Apparat vcrcinigt bluibt,
und ich gehe davoii a m , uin noch einuial zu zeigcn, dafs
jede aus diesein Versuch zii Gunstcn eincr kosinogonischeii
Hypothese gezogene Folgerimg nnstatthaft ist.
Nachdem ich soinit die Leiclitigkcit dcr Darstellung
fliissigcr, der Schwerkrnft etitzogencr IIIutchcn festgestellt
habe, beweisc icli, dafs die Gleichgcwicbtsfignrcn, welche
den fliissigcn HYutchen ohne Sclirvcre angehi)ren, i+km+i&
dieselhen sind wie die der vollen iind gleichfalls der Schwerkraft entzogcnen fliissigen Masscn. Man kauri iibrigens, ohrie
Hiilfc der inathematisclien Analyse, sich hinlanglich Rechenschaft von dieser Identitat gebcii. Erinnern wir tins zu dem
Ende eines Princips, bei den1 ich in den friihcrcn Reihen
rnehrnials verweilt habe: Wenn eine Flachc der allgeineinen
Gleichgewichtsbedingung entspricht , si) ist es gleichgiiltig,
o b sich die Fliissigkeit diesseits odcr jenseits dieser Flache
befindct; mit anderen Worten jedcr convexen Gleichgewichisfigar entspricht eine identische, concave. Nun aber
kihnen die beiden Seileu cines fliissigen Hautchens wcgen
der Diinnhcit dieses, als identische Flachen bctrachtet werden, die eine convex, die andere concav in Bezug auf die
Fliissigkeii, w e l c h das Hautchen bildet; es folgt also ails dein
besagten Princip, dafs wenn eine dieser Seiteu eiue Gleichgewichtsflache darstellt, es aucli die andere thut, und dafs
soinit Gleichgewiclit fiir das gauze Hautchen vorhanden ist.
Gesetzt nuu, mail k h n c in der Luft fliissige Hautchen
ohne Schwere bilden; diese Schalen werden notlirvendig
dieselben Gestalten annehinen mie die in einem alkoholischen Gemisch gehildeten Oelh~utchen; 111111 sind die fliissigen Hautchen, die inan in der Luft bildet, die Hautchen
von Seifenwasser z. E., SO dunn, dafs nian die Wirkung
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der Scliwerkraft im Allgelueinen als unluerlrlich betrachten
kann gegeii die Molecu1arkr;ifte; wir inassen also in der
Luft init Riutchen von Seifeiiwasser oder einer lhnlichen
FlussigLeit dieselben Gleichgewichtsfigurcn erlialten wie mit
den 0elh:iutchen in einein alkoholischcn Geinisch , folglich,
nach dem oben Gesagtetj, die Figaren, welclier einer vollen
uitd unschweren fliissigen Masse zukommen ; und darin besteht das Verfahren, welchcs ich atideutete.
Wir gelangen also zu der souderbaren Folgeriing, dafs
man iin grofsen Maafsstabe mit einer der Schwere unterworfenen uiid ruhenden Flussigkeit alle die Gleichgewichtsfigoren darstellen kann, welched einer fliissigen Masse ohue
Schwere und gleichfalls in Ruhe zukominen.
Die Seifeiibfasen bieten ein erstes Beispiel von der
Anweiidung des erwlhnten Verfahrens dar; isolirt in der
Luft sind sic sphiirisch, wie es cine volle Fliissigkeitsmasse
ohne Schwere und frei ron jeder hdharenz seyii wurde.
Allcin die Hk~tchcii,welche inan mit einer blofsen Scifcnliisuiig crhdt, liabcn nnr cine schr kurzc Dauer! wenigstens wean sic iiicht von eiiicin Gefiifs uinsclilosscn sind.
Eine Scifenblasc voii 1 Ueciineter Durchmeser, i n der freien
Luft cines Ziiniiiers gebildet, halt sich selten zmei Miniiten
lang; cs war daher wichtig, eiue bessere Fliissigkeit aufzusiichen untl icli bin so glucklich gewesen eiue zii eiitdeckeii,
die in freier Luft, unter Beibehaltung ihrer fliissigen Gestalt, flautchen von merkwiirdiger Dauerhaftigkeit liefert.
Diese Fliissigkeit bildet sich durch Vermischen von Glycerin
und Seifenwaser in gehorigem VerhbltniL. Ein sehr reines
und sehr concentrirtes Glycerin verschafft man sich leicht
und ohne sonderliche Kosten, wenn man es sich von London kommen lsfst, wo inan es z. B. bei Hrn. B o 1t o n , 146,
Holborn Bars fiudet. In einer Note a111 Schlnsse dieser
Abhandlung zeige ich, wie inan mit dern gcwiihnlichen Glycerin des Handels anch zieinlich gute Kesultate erbaltei~
k6nne.
Um das Geiaenge zu bereiten, nub man irn Sonimer
operireii, wenn die lufsere Temperatur wenigstens 190 C.
600
ist. Man last 1 Gewichtstheil Marseiller Seile, die vorher
in diinne Stucken zerschnitten ist, bei gelinder W:.&me in
40 Theilen destillirten Wassers auf, und filtrirt die Lasung,
wenn sie erkaltet ist. Hierrtiif mischt man sorgfiiltig in
einer Flasche durch starkes und arihaltendes Schiitteln 2
Volumen Glycerin mit 3 Volumen der obigcn Liisung, und
M s t es stehen. Das im Moment der Bildong klare Gemenge
trfjbt sich nach einigen Stunden; es ent~teht ein leichter
weifser Niederschlag , welcher init ungemeiner Langsainkeit
steigt, und nach niehren Tagen eine im obereii Theil der
Fliissigkeit scharf abgesclinittene Schicht bildet. Man nilnmt
die fliissige Portion mittelst eines I'ebcrs ab und die Bereitung ist beendet.
Die so erlialtenc Fliissigkeit, melclie ich Glycerinfliissigkeit nenne, giebt Hautchen von sehr groker Dauerhaftigkeit;
wenn man z.B. von diescr Fliissigkeit mittelst eiiier gewiihnlichen irdenen Pfeife eine Blase von 1 Deciia. l)urchmesscr
a u f b l ~ ,und iu der freicn Luft des Ziminers nuf einen
zuvor mit derselben Fliissigkeit benetzten eisernen Drahtring von 4 Centim. Durcbmesser absetzt, so h3lt sicli diese
Blase, wenn sic rollkommen in Ruhc ist, drei volle Stundeu lang.
Die Glycerinfliissigkeit hiilt sich wohl ein Jahr, dann
zersetzt sie sich rascb. Ich babe keine Gasentwicklung
dabei bemerkt ; da indefs die Fliissigkeit organischer Natur
ist, so ware es nicbt unwahrscheinlich, dafs zuweilen der
Fall eintrate; uni ein mi)gliches Zerspringen der Flasche zu
verhiiten, ihut man daher wohl, dieselbe nur durch einen
locker aufgesetzten Korkstapsel zu verschliefsen.
Ebenso wie die Hlutchen von Seifenwasser sich in einem verschlossenen Gefafs viel Ianger halten als in freier
Luft, habcn auch die Hautchen von Glycerinflussigkeit, die
scbon an freier Luft dauerhafter sind, einen viel Iangeren Bestand, wenn sie von einem Gefdfs uinschlossen sind, besonders wenn man gewisse Vorsichtsmaafsregelu trifft. Ein
Beispiel davon wird man weiterhin seheu.
Somit im Besitz einer Fliissigkeit, die leicht grofse und
601
recht dauerhafte Hdutchen lieferte, gebrauchte ich sie, uiii
allc Umdrehnngs - Gleicl~~ewichtsfig~lren
in Hautcheuform
darzustellen. Uin bei dieser ,4usciuanderse~zung nicht zu
lang zu werden, begiiiige ich mich dainit die Darstellmg des
Cylinders zu beschrcibeit.
Dazu bedarf inan eincs Systems von zmei eisernen
I>rahtriagen von 7 Centim. Durchinesser, ahnlich denen,
welclic ich in den friiheren Reilieii bcnutztc, nbmlicb einem
uiitereu Ring mit drei kleinen FUlsen und eiriem oberen
Hing, der durch eine Gabel a11 zwei diametralen gegenuberstehenden Punktcn gehalten wird. Der Sricl dieser
Gabel wird an eiiiein Stativ befestigt, das sich sanft aufund abschicben Izfsst. Naclidctn uian den ersten Ring niit
seiiien Fufscn auf einen Tiscii gcstellt, den zweiten in angemesseuer HiiIie iiber ihni angcbracht und beide m i t der
Glycerinfliissigheit wohI benefst hat, blarst inan eine Blase
von etwa 10 Ccutini. Diirclin~esser auf, setzt sic auf den
iiiitercn Ring und niu:mt die Pfeife fort. Hierauf senkt
man den oberen Ring bis cr die Blase bcruhrt, dic soglcich
daran haftet; cndlich hebt innu Iangsain dicscn King, und
die Blase, die dadurch lothrecht ausgezogcn mird, verliert
iininer niehr ihre seitlichc Rleridia~ikrui~i~iii~~ig
und verwandclt
sich, bei cinem geaissen Abstaiid der Ringc, in einen vollkoinmeil regclmlifsigea Cylinder, jcdoch wit convexen Grundfl~chen,wie die vollcii Oelcylinder.
Man kanu der Blase einen etwas griikeren Durchinesser
geben, aber weun er zu grofs ist, gelnngt inan uicht mehr
zur Cylinderform, eiitweder weil der beabsichtigte Cylinder
seine Stabilitatsgranze iiberschreitet I ) , oder weil e r , zwar
uoch diesseiis dieser Grlnze, sich derselbeii zu n"h
a ern auf6ngt; im letzteren Falle riamlich merdcii die gestaltenden
Krlifte 211 schwach, das geringe Gewicht des Hantchens iibt
einen merkliclien Einflufs aus, und die Figur zeigt sich in
ihrer unteren Halfte mehr oder weuiger aufgescbwollen
und in der oberen Halfte zusairimengeschnurt. Der langste
Cylinder, den man mit den angegebeneu Ringen in regel1) Siehe den Aurzug der zweiten Reihe, diese Annalen Bd. 55, S. 515.
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inafsigen Weise darstcllen konnte, halte eiu? Hiihe von
etwa 17 Centiin.
Gesagt sey hier, dafs zum vollst~ndigen Gcli~igendcr
Versuche die Ringe eine kleiiie Vorbereitung erfordcrn;
sie mussen nimlich vorher schwacli oxydirt worden seyn,
dadurch, dnfs man sie ein Paar Minuten in eine init den1
Vierfaclien ilires Volums verdunnte Salpeterszure taucht,
uiid darauf in reinein Wasser abspiilt.
Man wird in nieiner Abbandlung finden, wic inan die
iibrigen Figuren dcs U i n d r c l i u ~ i ~ s g l c i c icli
h ~tse ~,~niinlich
diejenigen, welclie ich Catenozde, Undulofde und Nodofde
iicnnc I ) , ebenfalls ini Laininarzustandc darstellt.
Dicse Versuche siiid sehr iiicdlich; es gewiihrt cin besonclerrs Vcrgnugen dime zarten , fast auf mathematischc
F13clicn reducirtcn Gestal~enanzi~schaiicn, die gescbmiickt
siiid iiiit drn gl~nzcndstenFarbcn und ungcaclitet ibrcr ungeincinen Zcrbrecliliclikcit Innge Zeit bestchen. Ebcn d i e s ~
Versuclic lasscn sich rascii unrl auf die begucmste Wcisc
anstellen.
Ich schreite hieraaf zu einer anderen Anwendung ineines
neuen Verfahrcns. Man schaffc sich eine Sainnilung von
Drahtgcrippen a n , von denen jedcs die gcsainintcn Kanten
eines Polyeders dnrstcllt, z. B. eines TYurfels, eines regelinHfsigen Octaedcrs, cines geraden Prismas wit dreiseitiger,
fiinfseitigcr usm. Gnsis. Jcdes dicser Gerippe wird, \vie der
obere Ring beim vorhergehenden Versuch, von einer an
zwei sriner Kaiitcn befestigten Gabel getragen; endlicli miissen allu dorch verdiinnte Salpetersaurc oxydirt worden seyn.
Urn eine Idee voii den zmcclrmabigsten Diniensioiieii dieser
Apparate zu gcben, will ich sagen, dafs die Kaiiten meines
kubischeii Gerippes 7 Centim. lang sind, iind dafs die Eisendrahtc, welche es bilden, eine Dicke von etwas weniger
als 1 Millim. haben. Aehnliche Gerippc habe ich schon
bei den Versuchen iiieiner zweiten Rcihe ziir Darstelluog
fliissiger Polygder angewandt.
W e n n man eins dieser Geripye, mit husnahine des
1 ) Sielre den A u s q der vierten Reihe, dicsa Anoalen Bd. CVIJ, S. 394.
GO3
oberen Theils der Gabel, vollst3ntlig in die Glgccrinfliissigkeit eintaucht uiid darauf hcranezieht, so hegreift inan, dars
die Adlisrenz dicser Ffiissigkeit zu den soliden Kautcn die
Bildung cines S y s t e m V O I I H h t c h e n vcranlosscn wird, wel,,he das Innere tles Gerippzs cinnimmt; und wirklich ist
diefs dcr Fall, Allein, merkqniirdig genug , hangt die Anordnung dieser Hautchen nicht von den Launen des Zufalls ab; vielinehr ist sie fur jedes Gcrippe volllroniinen regelmlkig und vollkoinnien bestimmt. Mit dem hubischen
Gerippe z. B. erhalt inan unrer~inderlich ein System von
zwiilf Hliutchen, die respcctivc y o n den z w d f Drahtkanlen
ausgehen rind alle in eiii dreizehntcs kleineres Hlutchen von
vicrseitiger Gestalt auslniifcn, welclies die Rlittc des Systems
eiuihiin t.
Die solchergestnlt in den po~yedrischcn Gcrippcn sich
bildeiiclen Laminarsystemc habcn die Bcmuuderung Aller
erregt, clcncn icli sie gezeigt. Sic sind voii einer volll\omiiincii 1tcgclin:ifsigkeit; die flussigen ICantrii, wclclic die Hiiutchcn tinter einandcr velbinclcn , Iiaben cine aafserordentliche Zartlicit und diese Hdutchrn cntfaltcii iinch ciuiger
Zeit die reichsteii Fnrben ; cndlicli erfolgt die Anordnung
dieser selben H:iutchen nacli einfadicn untl gleiclifiirrnigen
Gesetzeu, die ich in der folgenden Rcihe vom theoretischen
Geeichtspunht aus untersuclien werdc, uiid deren hauptskhlichsteii folgende zwei sind:
1) l u einer selben fiussigen Kante endigen nie mehr
als drei Hautchen uiid diese bilden unter sich gleiche
Winkel.
2) Wcnn im Innern des Systems inelire flussige Kaiiten
in cinein sclben Punkte endigen, so sind es iminer vier, die
unter sich a n diesein Punlite gleiche Winkel bildcn.
Diese Laininarsysteme hatte ich schon durch ein ganz
anderes Rlittcl iin Innern des alkoholischen Gemisches gebildet, wie I I I ~ I I aus meiner zweiten Reihe ersehen kann:
alleiii sie siud daiin viel meniger vollkolnlnen und viel weniger leicbt Z U verwirklicheo.
Ich gehe nun zu einem audern Gegenstand iiber. Es
604
ist wohl bekannt, dais eiiie Seifenblasc eiueii Druck auf
die eingeschlossene Luft ausiibt. In eiiier 1844 der American Phil. Society gemachten muudlichen Mittheilung hat
Hr. H e n r y Versuche beschrieben, woriii er dieseri Druck
durch die Hiilie einer Wasserslulc, welche ihin das Gleichgewicht h d t , geiiiessen hat; ich glaube aber nicht, dafs seine
Zalileii vcriiffenllicht wordeu sind. Ich betrachte die Saclie
aus theoretischeln Gesichtspuiikt in allgeineiner Weise iind
gelange zu folgendem Resultat: Bezeichnet e die Dichtigkeit der die Blase bildeliden Fliissigkeit, h die Steigliiiiic
derselbeii Fliissigkeit in ciiiem €Iaarriilircficn voii 1 Millin.
innern Durchniesscr, d den Durchmesser der Blase und
eiidlich p deli voii dieser Elase ausgeubtcn llruck odcr
gcnaucr die Hiihe der ihni das Glcichgewicht hnltendeji
Wasscrsiiufc, so wird dieser Druck gegebeu durch die
Forincl:
p=,.
2 lk y
Uas Product 10 ist, mie sicli leicht beweist, lxoportional der Colilsion der Fliissigkeit; der von eiiier Blase
auf die iiinere Luft ausgeiibte Druck ist also der Cohesion
der Fliissigkeit direct, und dein Durchmesser der Blase umgekelirt proportional.
Icli priilte ineine Formel in Bezug auf die Glycerinflussigkeit durch deii Versuch. Meiii Apparat, der nur wenig abgeandert der des Hrn. H e n r y ist, erlaubt eine Blase
aufzutreibeii a n der Muiidung eiiies kleinen umgekehrten
Tricliters , der init einem Wasser - Manometer cominunicirt.
Ich mars die Niveaudifferenz in beiden Schenkelti desselben lnittelst eiiies Kathetometers rind diefs letztere Instrument diente nucli zur Mcssung der Durchinesser der
Blasen. Man legte es zu dein Elide, horizoiitnl, auf zweckmlfsige Trlger.
Die Forinel giebt
pd=2hg,
was zeigt, d n k das Product des Drucks in deii Durchlnesser
constaut segn lnufs fur eine selbe Fllissigkeit und eine.selbe
605
Temperatur, weil unter diesen Uinstiinden h und p uicht
variiren. Diese Coustanz 111111 suchte ich zrin~ichstzu prufen. Die Messungen wurden ail 10 Blasen gemacht, deren
kleinste 7"",55, ond deren grsl'ste 48"",10 im Diirchinesser
hielt, die sich also iin Durclimesser beinahe wie 1 : 6 verhielten. Die Temperatur blicb zwisclien 1S0,5 und 20"
Das Mittel der fur das Product p d erlialtenen zehn
Werlhe war 22,75. Abgereclinet die arif die beiden griifsstcn Durchmesser beziiglichen, waren die Abweichungen vom
allgerneincn Mittel wenig bedeutend, und wenn uiaii sie nach
steigender Griifsc dcr Durchmesser ordnete, erkannte inan,
d a k diese kleiiien Untcrschiede unrcgelinKFsig vertheilt waren. Die beiden Wcrthe, welche Ausiiahine machten, waren
20,57 und 26,45 und nian sieht, dnfs dcr ersle uuter und
der zweite iiber dein Mittel liegt. Da die iibrigcn ncht eine
inerkwurdige Uebereinstimmiing zeigteu , so glaubte ich die
erw;ihnten zwei, als mit zufalligen Fehlcrn behaftet , verwerfen, und das Mittel aus den acht iibereinstilnmenden
Wertlieii als Werth des Products p d fur die Glycerinflussigkcit anuehmen zu kiinnen.
Es eriibrigte nocb, den so aus dem Versuch abgeleiteten Werth des Products p d mit dem von unserer Forinel
gelieferten zu vergleichen. ZLI dem Eude mufste man, fur
die Temperatur bei den obigen Fersiichen, die Dichtigkeit
p uud die Steigliiihe h der Glycerinfliissigkeit bestimmen.
Diefs geschah init den bekannten Vorsichtsmaafsregeln und
so fand ich g = 1,1065 und h = 10"",018. Man hat folglich 2 hg = 22,17, wenig verschieden von der Zahl 22,56,
welche mir der Versuch gegeben hatte; die Uebereinstimmung wird uoch genugender erscheinen, wenn mau erwagt,
dafs diese beiden Zahlen aus respective ganz verschiedenen
Elementen hcrgeleitet sind. Die Formel
c.
kann also als scharf bestatigt durch den Versuch angesehen
werden.
Die Geoauigkeit dieser Formel setzt indefs voraus, dafs
606
das Hfutchen, welchcs die Blase bildet, in allen seineii
Punkten keine geringere Uicken habe als das Doppelte des
Radius der merklichen Thiitigkeit der Molecular -Attraction.
In der That ist der auf die innere Luft ausgeubte Druck
die Souirne der Wirkungen, dic ciiizeln vou den beidcn
Fllchen des Hautchens ausgetibt werden; anderseits weifs
man, daG bei einer vollen Flussigkcitsmasse der Capiilardruck der Fliissigkeit auf sich selbst ausgcht yon allen
Punliten einer obcrlliicblichrn Schicht, die zur Dicke den
erm~lintenTbBti~keitsradiiisbesitzt. W e n n also das Hautcben a n alleii I'niikten geringere Dicken als das Doppelte
ebeii dieses Radius bcsitzt, so haben die oberfl~chlichen
Schichtcn seiner beidcn Seiten nicht ihre vollstlindige Dicke,
und cla dcninncli die Anzahl dcr in jeder dieser Scliichteii
cnthnltenen II'Ioleciilc verriiigert ist, so miissen dieselbeu
Schicliten nothwendig wcniger starke Wirkungen nusiibcn.
Die Suinme dieser Wirkungen, d. h. der Druck auf die
innere Luft, niufs also kleiner sepn als es die Forrnel angiebt.
Daraus leiteie ich eine geeignete Methode ab, uiii zu
eiiiern ;;en3ierten Werth dcs besngtcn Aclivitftsradius zu
'gclangcn oder ~rcnigstensZII einer iiufserst kleincn Griinze,
unterliolb welclier dieser Kadius sich befiudet. Wenn man,
iiachdein eine klciue Blase an dcr Miindung des Tricliters
meiiies Apparntes aufgcblasen worden, es so macht, dafs
sie eingeschlossen ist in einen kleinen Glasbecher, so zeigt
sjch ilnmer ein inerkwiirdiges Phanomen. Beobachtet man
sie niimlicli nacli einiger Zeit, indem man das Auge in der
Hohe ihres Centrurns halt, so sieht man einen grofsen, nahezu kreisrundeu Raum von einer gleichfiirlnigen Farbe, umgeben von schmalen concentrisclieii Ringen, die anders gefgrbt sind; daraus darl inan schliefsen, d a b VOII diesem
Puiikte an das Hautchen eine beinahe gIeichf6rmige Dicke
in der ganzen Ausdehniing der Blase habe, abgerechnet, wohl
verstanden, den ganz unteren Theil, wo inimer eine kleine
Anhaufung der Flfissigkeit stattfindet ; die Farben der Ringe,
welche deli centralen Theil umgeben, entspringen offen-
bar aus der Scbiefe des Sebens. Diese Tbatsache eiuer
gleichfiirmigen Dicke hat schon N e w t o II auf halbkugelfiirniigen Blasen von Seifenwasser bemerkt, aber blob als zufallig. Von deiii Moment an, wo die Blase dieses Ansehen
zeigt, litilt sic sich, bis sic platzt; nur variiren die respectiveil Farben des centralen Raums und der Riiige nllm~hlich, indem sie in dcr Farbcnreihe der N c wton’schen
Ringe nufsteigcn, woraus folgt, dnfs das Hautchen fortwlibrend duiiner wird, aber uberall gleichinaCsig, a~sger~oiii~iien
iininer die kleine Portion gnnz onten.
W e n n nun, nachdeni das Ekiutchen eine gIeichfijrinige
Diinnheit ani;cno~n~ncnhat, der auf die iunere Lrift ausgciibte Druck eiue Verringcriing erlitte, so wiirde diese
voin Manoinetcr aiigcgcben werden, uiid iiian wurde sie i n
continuirlicher Weise bis zur aufscrsten Verdiiunung des
Hautchens fortschreiten sehen. In dieseni Fallc wurde die
Dicke, welche das HYutclien bei anfa~igcnderVcrinindcrung
des Drucks besake, sich bestimmen lasscn ails der Farbe,
welche i n diesem Moment der centrnle Rauin zcigte, und
die Hdfte dieser Dicke w%re der Radius der iuerklicheu
Activitat der Molecular -Attraction. Wcnn dngcgcn dcr
Druck constant bliebc bis zuin Zerplatzen cler Elase, so
wiirde inan a m der Farbe dcs centralen Rnums anf die endIiche Dicke schIie€sen konnen, ond die Hdfte dieser Dicke
wurde wenigstens eine sehr enge Granze darstellen, unterhalb welcher der besagte Radius sich befiinde.
Ich habe diese Methode anzuwenden versucht. Mittelst
einer Reihe von Vorsichtsregeln, die ich in meiner Abhandlung aagebe, gelang es, eine an der Mundung des kleinen
Trichters aufgeblasene und (lurch den Glasbecher gescbiitzte
Blase von 2 Centiin. Durchmesser fast drei Tage lang zu
bewahren, und als sic platzte, war sie beim Uebergang des
Gelb zum VF’eiCs erster Ordnung angelangt. Die Wasserspiegel des Manometers battcii wahrend dieser Zeit kleine
Schwankungen erlitten, bald in dem einen, bald in dern andern Sinn, doch zuletzt im Sinne einer Zunabme des Drucks.
Aus Grundeu, die icIi in meiner AbhandIuug entwickle,
GO8
k6nnen diese Schwankuiigen nicht Teinperaturreranderiingeii
zugeschrieben werden, wenigstens nicht ganz; und ich glaube
annehinen zu kiinnen , dafs die fortwlhrende Verringerung
der Dicke der Hlutchen keine Abnahme des Drucks herbeigefuhrt hattc. Die endliche Dickc war also verinutlilich
noch grfifser als das Doppelte des Radius der MolecularAttraction.
Mittelst der von N e w t o n gegcbenen Zahlen und des
Brechungsindexes der Glycerinfliissigkeit , der iiach einer
Restimmung 1,377 betrrig, fand ich durch Rechnung dic
Millimeter.
Die
endliche Dicke dcs Hiiutchens = g&
IIzlfte dieser Griifse, oder T T + T P Millimeter stcllt also, nach
meinem Versuch, diesc Grluze dar; urn 'mich jedoch lieber
dariiber zu stellen, uehine ich TT&,U an.
So gelange ich also zu dcin sehr wahrscheinlichcn Schlufs,
dafs bei der Glycerinfliissigkeit der Radius der merklichen
Activitlt der Molecular -Attraction geringer als T7:arr Millimeter ist. Ich gedenke diese Untersuchung fortzusetzen,
urn wo miiglich bis zum Scbwarz zu gelangen und soinit
die Frage iiber die Veranderungen des Manometers aufznhellen.
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