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Fortschritte auf dem Gebiete der Faser- und Spinnstoffe im Jahre 1910.

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Zeitschrift fW angewandte Chemie
und
Zentralblatt fur technische Chemie.
Heft 10.
XXIV. Jahrgang.
Fortschritte
auf dem Ciebiete der Faser- und
Spinnstoffe irn Jahre 1910.
Von Dr. \V. MASSOT.
IEingeg. 3.ie 1911.1
mit Seidenglsnz.
I. K u n s t s e i d e n .
+sammenfassende I%erichtehbcr den gegenwartigen Stand der Kunstseidenindustrie wurden
in cler letzten Zeit von B e 1 t z e r I ) , von B i 1 i t t 2)
sowie von D r e a p e r 3 ) veroffentlicht.
Irn Hinblick auf die N i t r o k u n s t s e i d e n
bind die nachfolgendcn, in der Literatur zerstreut
aufzufindenden Mitteilungen von Interesse.
Uber das Dez&rieren von Ni trocellulosefaden
bci der Herstellung ron Kunstseide auDerte sich
A. D u 1 i t z 4). UngleichniaDigkeiten im Stickstoffgehalt dcr Kunstseide yon O , l % geben sich
beim Farben der Scide durch Auftreten von Streifen
zu erkennen und kijnnen die Ware minderwertig
mmhen. Praktisch l i m n eine Kunstseide mit
0,05% Stickstoffgehalt als geniigend w i t denitriert
angeselien wcrden, und es ist auch bisher ohne
vtillige Zerstarung der Fasrrform noch nicht gelungen, das lhtfernen dcr Nitrogruppen so weit
darchzufuhren, daB die Seide mit Diphenylan>in
und Schwefelsaure nicht mehr unter Rlaufarbung
reagierte. Fur ein gleichnia0igcs Ausdenitrieren
dcr Kunstseide sind die foigenden Punkte maDgebend. 1. Kin glcichmiil3iger Kitrocellulosefaden
von stcts gleichcni Stickstuffgehalt, lirrpcstellt bci
rlcicher Schr~uiipfiingsart.und gtcicher Schrunipfungsdauer. 2. Ein glcichn1aljiger \Vassergchalt der
in die Denitricrlaugcn eingelbangten Faden. 3. Eine
stets glciche Alenge Denitrierfliissigkeit m f 1 kg
Kitrocellulose. 4. Einc gleichmaljige Zusammensetzung der Denitrierbider. 5. Eine glciche Anfangsteniperatur dcrselben. 6. Eine gleichiliai0ige Erwarmung bzw. Abkiihlung der Laugen wahrend
des Prozesses und 7. e k e gkiche Zeitdauer der
Einwirkung der Denitrierflussigkeit auf die F a e n .
Als Denitrierungsmittel werden im Groljbetriebe
meist Calcium- und Natriumsulfhydratbader mit
verschiedenen Zusatzrn vcrwandt. Um ganz sicher
1. Fseerstolfe
l ) Fiirber-Ztg. ( l e h n e ) 21, 54 (nach Moniteur
Scient.).
2, G h i e civ. 55, 4 5 1 4 5 3 . 1909. Diese Z. 23,
143. Pariser Seiden- und Kunstseidenindustrie.
3) Chem.-Ztg. 34, 4. Diese Z. 23, 959. Kunstseidenjndustne. Val. auch A. K 1 e i n Cellulose.
H o k Papier, KunsLeide. Chem.-Ztg. 34, 521, 530:
Diem Z. 23, 1199 (1910).
4 ) (%em.-Zta. 34. 989. Uber die Nitration der
Baumwolle und-Beitrage zur Kenntnis der Cellulose siehe Dr. P i e s t. Diese Z. 23, 1009 (1910).
.
m. mi.
10. Marz 1911.
zu gehen, daLI die Kunstseide vollig denitriert ist,
laat man sie vielfach uber den vermuteten Endpunkt
der Reaktion hinaus noch einige Minuten in den
Biidern, doch verlauft ein solchea Verfahren steta
auf Kosten der Festigkeit dcs Produktes. Der Vf.
der zitierten Abhandlung, deren Ausfiihrungen wir
im voratehenden gefolgt sind, spricht die Ansicht
aus, dan die bei der Denitrierung austretenden
ON0,-Gmppen indirekt eine Oxydation der Cellulose hervorrufen konnten. Da eine durch Oxydntioo
mit Salpetersaure hergestellte Oxycellulose in siedendem Ammoniak vollig loslich ist, so wiirdc auch
hier das bei der Denitriemng nlit Sulfhydraten
stets mitentstehende Ammoniak eine teilweise LO.
sung der Oxycellulose hervormfen konnen und dadurch j e nach der Menge der in der Faser gebildeten Oxycellulose und der Zeitdauer des Verweilens der Seiden in den Biidern die Festigkeit der
Waren leiden und schwanken konnen.
Ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Denitrieren von Kunstseide m r d e der C o m p a g n i e
d e 1 a s o i e B e a u 1 i e u patentierts). Die Nitro.
celldosefaden werden in ungezwirntem Zustande.
nachdern sic von der in ihnen enthaltenen t u f t Befreit worden smd, der denitrierenden Flussigkeit
unterworfen. Zur Aufnahme der ungezwirnteh
Celluloscfiiden diencn Hohlsputen, die mit Durch
lochungcn fur den Durchtritt der denitrierend wirkenden Fliissigkeit vcrseben sind. (Naheres i l l
diesrr 2. 1. c.)
Nach einem Verfahren von L e d e r e r 6 ) werden Losungen von Nitro- und Acetyloellulose zu
Faden oder Films verarbeitet und dann dcnitriert.
Das neuc Matcrial sol1 in sich die Vortcile der beider:
Arten von Kunstscide vereinigen und billiger herzustellen scin als Acetatseide, auch laljt sich das l’ro.
dukt im Gegcnsatz zur Acetatseide farben. I n Be.
tracht kominen Losungen, welchc aus sechs Teilen
Trinitroccllulose, zwei Teilen Triacctatccllulose,
27 Tcilen -4ccton und I G Teilen Acetylcntetrnchlorid
bestehen. Man erhiilt auf diese Wcise einc viiIIig
honiogene blasse, obglcich Aceton fur sich Acetylcellulose nicht lost, ebensowenig w k clas Acetylen
tetrachlorid die Nitrocellulose.
Das Hexa-, Tri- und Mononitrat der Cellulose
besit.zen ein voneinander ganz verschiedenes A bsorptionsvermogen fur basische Farbstoffe. Das
Hexanitrat gibt eine blasse Farbung, das Mononitrat eine sehr dunkle Fiirbung, wahrend daa Trinitrat in dieser Beziehung in der Mitte steht. Auffallend ist die Beobachtung, dal3 eine denitrierte,
fur basische Farbstoffe empfingliche Kunstaeide
durch erneute Stiekstoffzufuhr mit Hilfe noch-
D. R. P. 217 128. Diese Z. 23, 384 (1910).
Englisches Patent 11 625. Verbesserungen
bei der Heratellung von Cellulosseverbindungen un6)
6)
bestimmter Formen.
j6
maliger Nitrierung keine h i e h u n g s h a f t fur basische Farbstoffe mehr ausiibt').
AIs Liisungsmit.te1 fiir Nitrocellulose cder Cclluloid werden Epi- oder Dichlorhydrin in Vorschlag
gebrachts ).
Schiiden auf Nitrokumtaeiden, Nachlassen des
Glanzes, der Parbung, sowie Morschwerdcn des F a
dens sind vcreinzelt beobachtet worden und konnten auf die Gegcnmart von freier Schwefolsiiure auf
der ungefarbten Seide zuriickgefiihrt werdenQ).
Verunreinigungen von Holzzellstoff niit Holzp m m i , Harzen usw. erschweren die Verarbcitung
auf Nitrocellulose, d. 11. auf Kunstfadcn und beeintrbhtigen auch die Ikschffenheit der fertigen Gebilde. Es wird vorgeuchlagen, den Holzzellstoff zur
k i t , i g u n g dicser Miingel mit verd. Lijsungen von
Alkalicarbonaten unter vorsichtigcm Zusatz von
SchwefelalkiLlien oder v on iitzenden Alkalien tinter
Ilruck xu kochen1O).
Zuni Wiedergewinnen ron Athcralkohol bei der
Herstellung von Sitroseide werden die Spindeln,
welche zum Aufwickeln der Faden dienen, durch
cine mit Wtlaser bespiilte Walze derart gedreht, daD
der Btheralkoholgchalt der Seide durch die name
Walze, welche die aufgewickelte Seidc fortwiihrend
beriihrt., ausgelaugt wird. Das Zufiihrcn des Waswrs sol1 derart geregelt scin, daB die ablaiifende
Fliissigkeit etwa 14% hheralkohol enthilt. Letzterm gewinnt man alsdann durch Abdestillieren").
Rcichliches Material lie@ auf dem Gebiete
der Gewinnung der K u p f e r o x y d a m N o n
k u n s t s e i d e n vor.
E. B c r 1 1 2 ) hat in Gerneinschaft init, A.-G.
I n n e s den ProzeU der Daritellung von Glanzstoffkunstseide und die Eigenschaften von Kupferoxydammoncellulosc untersucht.
Aus den vorliegcnden Bcobachtungen liiDt sich
folgern, daD in konz. Kupferoxydammonlosungen
neben Kupfertetraniinhydroxyd auch noch kolloidales Kupferhydroxyd enthalten ist. Die Viscositiit von Kupferoxydanimoniakcelluloselosungen
hiingt von3er Vorbehtlndlung der Cellulose, von der
gelosten Menge Cellulose und vom Alter der Liisung
ab. Alkalien fallen ein weniger stark abgebauteu
Produkt aIs Siuren. Seut.ralsalze fiillen fast reine,
-
7 ) J o s e p h S c h n e i d c r , Cber die Einwirkung einiger Sauren auf Raumwolle. J. of the
Soc. of Dyers 1910. 25-27.
Lpz. Fiirberztg. 59,
182. Dieae 2. 23, 1098. (1910).
8) Verfahren, den durch Gaufrage erzeugten
Seidenglanz auf Geweben durch Behandlung mit
Nitrocelluloselijsungen gcgen schiidigende Fcuchtigkeitseinfliisse zu schiitxen. 1). R.. 1'. 222 777.
Diese Z. 23, 1744 (1910).
9) ti. C u 1 p , Uber fehlerhafte Kunstaeide.
Firber-Ztg. (Lehnc) 21, 141. Diese Z. 23, 15R3
(1910).
10) Reinigung und Vorbereiturng von Handelsholzzellstoff fur die Herstellung von Kunstf;iden aus Nitrocellulose uaw. D. R. P. 219 085.
11) Die Wicdergewinnung des bei Herstellung
kiinstlicher Seide nach C h a r d o n n e t . verwendeten Atheralkohols. A. V a j d a f y. Vcgyeszeti
Lapok, Budapest, 1, 103.
12) Ober Glanzstoffkunstaeide. Vortrag, gehalten auf der Hauptver~~ammlung
dcs Vereim dcutscher
Chcmiker, Miinelion, 18.- 22.15. 1910. Diese Z. 23,
987. Chtni.-Ztp. 34. 532.
kupferarrne !33llulose. Sinerstoff w i d gierig absorbiert, ein Urnstand, der ein Zuriickgehen der
Viscositat bedingt und die Bildung st,ark abgebauter OxyceUuloae von geringer Featigkeit beini Verspinnen herbeifiihrt. Formaldehyd fiillt ein in Aiiimoniak Iosliches, griinblaues Pulver mit. 62% Celhilosegehalt. Alkohol fallt ein Gemisch von Cellulose und entwasscrtem, schwarzem Kupferosyd, das
nicht mehr in Anunoniak gelost werden kann.
Die zur Auflosung von Cellulose dienenden liolh~idalen Kupferoxydamnionlosungen kiinncn weaentlich nach zwei vcrschiedenen Arten gewonncm
werden. Nan behandelt z. 13. Kupfersulfatliisungcn
mit Natronlauge und Amrnoniak in be5tinimtw
Menge und Verdiinnung und dialysiert. .luflosuiigen diesel Art ent,halten fast stets Verbindungen,
jedenfalls Natriumverbindungen, nelche durcli
Filtrieren oder Dialyse nicht beseitigt werdcm
konnen, und deren Gegenwart die narhteiligc.
Wirkung zugeschrieben wird, daB der Paden leiclit
zerrei5t, und der Glanz verniindert wird. In1
zweiten Palle leitet man kolilensaurefreie Luft durcli
Kupferdrehspiine, welclio sich in Amnioniakwasser
befinden, bei gleichzeitiger Gegenwart von Natron lauge. Wahrend die nach den1 wsten Verfahreii g*wonnenen Fliissigkeiten nur etwe 30 g ct.llulose pro
Liter zu Iosen vermogen, wird die Izsungsfahigkeit
fiir den zweiten Fall mit 120 g Cellulose auf das
gleiche Pliissigkeitsvolurn angegeben. Eine fiir
die Herstellung spinnfihiger Cc.lluloselijsungen bcsonders gceigncte Flussigkcit erhiilt manla) durch
Xischcn von 400 ccin Knpferoxydantnioniaklijsung
der ersten Darstellungsrichtung tnit CNO ccni der
Fliissigkeit der zweiten Rlethode. Die Suflosung
der reinen CMlulove erfolgt in der Kalte.
Die Auflosung der Cellulose in Kupferoxytlamnion wird durch Teriiperaturerniedri~r2g bcgiinstigt. Die Sbkiihlung der Losung wird nacli
dem nachfolgenden Terfahren in folgcnder Wcisc?
erreichtl4). Die mehrnials gen-aschene, mit Wasser
getrankte Cellulose wird iiber deni Kupferoxydammoniak gelagert. Beim lhrchblasen von Luft.
durch die Losung wird dieser ein Teil des Aminoniaks in Gasform entzogen, welclies in die iibcr der
Losung bcfindliclie feuchte Cellulose eindringt und
das dicaer anhaftende Wasser dainit satligt, wiilirend die von Amnioniak befreite Luft &US den1 Bchiilter entweiclit. 1)urch die Entwicklung von Animoniak aua der Liisung entsteht in dieser eine Abkiihlung, wclche zum y t e n Verlauf der Reaktion
beitriigt, wenn die anfangs iiber dcr Fliissigkeit lagcrnde Cellulose in diese gebracht wird und niit
Kilfc von Ruhrnerken zur Lofiung kommt.
Sacli 0. AMii 1 1 e I' 1 6 ) geht man zur Herst4.llung einer C!llulosespinnl&ung in der Art, \-or, da.li
man Kupfersalze in trockencni Zustantfe n i t kan.--.
~
--
Amerikan. Patent 047 715. A. L e c c o e u I',
Rouen, iibe'rtr. auf SOC.Anon. le Crinoid, Rouen.
14) D. R. P. 216 669. Verfaliren und VorrichLung zur Herstellung von Kupfcroxydaninioncelluoselosungen. G. G u a d a g n i.
1 6 ) Engl. Pat. 18 342. Verbessertea Verfaliren
:ur Herstellung einer Cfillulosespinnlijsung. Siehe
tuch Verfahren zur Herstellung verspinnbarer
Kupferoxydammoncelluloselosungen. Rheinische
Cunsbeidefabrik A - G. Aachen. D. It. P..-Anm.
3,. 26 760. Ilieve Z. 23, 2447 (1910).
18)
st.ischen Alkali1,b;sungen behandelt. Dsnach gibt Diese erm6gliohen bequemea Arbeibn, sofortigee
man Animoniak hinzu und die trockene Cellulose Durchkoagulieren und die Heratellung diinnster
oder Celluloseersiltz, z. H. Raumwollsamenhiilsen.
Fiiden. Alles Ammoniak der Spinnfliissigkeit wird
Nach erfolgter Liisung kann die Fliissigkeit zu
durch die HisulfitP neutralisiert, 80 daB keine ReSpinnzwecken unter Benutzung von sowohl sauren Ibtigung der Arbeiter durch Arnmoniakdimpfe entals aucli alkalischen Fallungsmitteln Anwendung fin- stehen soll. Wiedcrgewinnung von Ammoniak und
tlen. Zur Vernleidung der Abscheidung VOR Kupfer- Auswaschen dea Kupfers lsssen sich ohne Schwiroiydanimcmverbindunplen in der Spinnfliissigkeit rigkeiten hewerkstelligen.
halxmsich ZusStze von Oxalsaure, Zucker, Essigsaure,
Xach eineni anderen Patentc derselben Gesell\Vcinsaure, Citronensiiure IISW. geeienet erwiesen.
schaft22) imsen sich zur FSllung der KupfercrllnS a r h R . I' a w 1 i k o w s k y 16) dient ills Lo- loselosunpen rortcilhaft Salze des Ammoniaks in
sungs~nittrlfiir Ccllulose Knpferox~cliloridini Ver- wlsseriger LGsung verwenden. Ihre Wirkung wird
(sin init Atnnlotiiakfliissigkeit. Die LBs,ng sol1 sich niclit nllein ills pliysikalisch aufgefant, sondern sie
in drr Kiilte schneller rollziehen als naoli anderen trctrn aucli chcnusch init den z.u koctgulicrenden
;\lcthod~n. Als Pal!fliissigkeitcn dienen vcrdiinnte
vicicosen Losungrn in Wechsclwirkung, indeni sic
Siiuren.
den E'$dcw bci d t r Koapulation sowohl das Kupfer
U t i i die Menge d e s in 1,osiing geliendcn Kupals iiurli tlas .\inninnink entzielicn unter Rildung vnn
fws Iiri dt-r 13rfiantllung init ;\mmonixk und Luft
~ril'fcrtc.lr;iIiiiiw;rIxc.n. tlic: sich durrh husa.aschen
x.11 vergroBern, Ijrinyt I ~ I ~ L '3°0
II
Zuckci odcr 3lrl.zsse tnit \Viisser, iiiitig(~nfa1lslinter Zusatz von etwas
i n taint, 3)":)igc ; \ ~ i ~ ~ ~ i c ~ r ~ i n l i lniiwht
O s u n ~ .dicsc
1Sssipilurc. vdlip t~ntferncnlas.;c*n. Zur Erliiiliung
t'liissipkrit wicdcr niit 15- his 20°',igrr Ainttioniak- v m <;iunz u r i t l Id-stigkeit dcsr Faden wird rinc Nachliisunp und tnit KupferupHnen und prefit B -8 Stunbrliandlung niit Lauge vorpenoinnwn.
tlen Iting Luft rin. Auf dicse &'rise rrhalt, man LoITniden Spinnfliissigkriten beini Austrcten i i u ~
sungen init .5','{, Kupfergelialt. die ctwa ;8:
Ccllu- den Capillnrrn die Xeigung zur Tropfenbildung 211
I c )
zu~liisen v c r i n b p n 17).
nshrncn, konitnrn 1)ruck nntl niederr Temperiltnr
[-in die H d t b d i r i t d c Spinnliisungcn
~
x u verzur ;\nwcndunK. Uni Iwitles cntbehrlicli zu tnachrn,
CI ijUern, wird rin Zusntz vnn Knhlehydraten enip\verden Zusiitzo vnn ricinusiilsaurctn h'atriutn, von
f~)hlrn'*). %. 13. wirtl i n riner Knetniaschine cine
Glycerin odrr vnn Gclatine znr Liisung rmpfohkn,
K u ~ i f ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ d a r t i t ~ ~ o ~niit
~ ~ e 7",>
l l i ~ Cell o s ~ ~ivelclic
l ~ ~ s ~dazu
r n g engetim sintl, t l i r %iihfliissipkrit drr
1.osung
'._
zit crIi~ilirn*~~).
lulose Iwrritet, \vol)ei ni:Lti, uni clic. 1,iislichkeit des
~ u ~ ~ f t ~ r ~ ~ s ~ d l i ~i -n c .Itnnimiak
Iriitex
zit rrhijhcii, etDie. durch Strwkung d1.r zuniiclist &us konz.
\tiis GIyvcrin nu-rtzt.
1)rr cdlaIt(.nrii L i v i n g fiigt
~ U ~ ~ f ~ ' . O S J . ~ ~ ~ l l ~ ~ l c ~in~ CIangsnni
t ~ ~ ~ l ~ ~
n i i i n r t \ \ i i :3.?'),',
v o n i (:c\viclitv t l ri ~ ' v I I I I I ~ ~ iwi i i Knruirkcndcn Fallhiidern crlialtvnen dickcn Piidvn, gcf * d f t * l s i r i ~ fxu.
)
ir-onnc'nrn frinen I ~ i d i ~ nklebrn
.
Ieivht anciimnder
%ui V c ~ r ~ ~ iiing
c ~ l i itirr Halt biirlivit viin :ininio- und liefern Iriciit (Bin Iixrtcs, rofih;inr~hnliclic~s
Proniiik;ilixc.litw ~ u ~ ~ f r r r i z ~ t l l i i ~ i m
\vir(l
p c t i entivedcr dukt. l f r s c r .\liingrl 1,213t sir11 lwseitigrn, wcnn inan
v&lirend v&I
n a d i & - I . Hrrstcllung tlivsvr I.(isungen
div in drin 1 ; i ~ i ~ q ~ ; t11nirkrntlrm
i
l ~ ~ i i l l n ~erzeugtrn
itt~~l
ei t i i s geri ngr Jleng(-ilgrntlcinc-rorpitiisclicw Substan7.,
IGitlrn nipc.11 vor t l r n i .\lis;iucrn init knnz. Alkdilaugc~
riiichlic~li;incIc.It. I)it. iius tlcr konz. Kupferoxlydz. 13. li ohlrhytlratc , I'fliinnrnguniini
zripvsct zt.
;iucfi (:iyccriri, .Ilariltit, rrwe
;i zt1 rmmcdlu I( ac4ii.wng x I i niirltst rrxcvgten di c k ~ n
;\Is s i i l ~ ~ ltlic
i c Haltl)arkvit t l w I
1;iidcn ivvrtlrn i n scli~v; icli ~~lknlisrhvn
Ilidrrii fcin
tlir .\l~~rlicidiing
von liul)fiw)sytl bcini Strlicn an
gvstrcrkt. dantich tliircli Siitronl;iuyr von :<!lo Il&.
(k-r I.uft f)t.rvitigrrid~:%irs;itm koitrrricw fk-rwr. X;tgvn)gott t i r i d ( l i u i i r cnt w~kr.
sofor.! )r.im A~ifn.irkrIn
t r i ~ t i i k ~ i l i ~ t ~ i t a l . t t . iin
l t .\lisc.hung init saiterstoflotl(.r niirli t.inipcr Zrit IIIS~.
i t n Strang iiiigesLiiwt2').
~eiclien nnorp;inin(.lic~nSnlzrn wits ~ ~ ~ ~ i t ~ i i ~ t i i i ~ l ht i~t c!i
i ~ r~i l l~( *~gccipiwtv
r ~
\'orrirlitunp'j) wird d i ~ s
~ l f a t .~rrinioniiirii~iei.cfliloiat.Kn!iiiiii~Jrriii;iiigi~n~it
,
in
~ ' ; ~ i i n nt1c.1.
~ * n i';itkn \ X I I I tiiaiti 15igcngcsichtc c f w d Uetraclit untl zuar i : l .\lcn,cen v ( i n 1 his2 1'ri)zrnt 2'').
1)c.nuntrrqtiitzt ( l n t ( ~ l(i i n I:liriJrn t1c.r 1:iiIlflussigkcit
Als I.'iillnnttrl liir ~ i i ~ ~ t r ~ r ~ ~ s ~ c i i i ~ i ~ ~ i i i ~i nt it lirar kl ~e i~, \~~l( l, pui -i i i ~ ~ i , ling
i ( , l i tt l r ~b'il&w, die, n i i c . i i : I \ ) k ~ w l i j s i t r i c y n \\vrdcn r i c l t c n drn lrckmntcii Hilfsviirts gcxog(w. (lit. I.'lii~sigkritsiiiilh.st' in Striitnutig
mittcln s;iiir(*~cli\vc~fligs;iitre
S;ilzc \ - ~ ) r ~ c . s ~ . l i l i i g c n " ) v. ( b r w t n w , (Siilicws sidit. tlic. I';itc,utsc.lirift.)
\\7;wliung r i n t l 'J'r~)ckniingdrr E'iidt.n lassrn
16) 1). K. 1'. ?'L'Cj.24.
.swIi . s c l i i i c ~ l lI ~
) c~~ c ~ r i t l i p l n wvnn
.
tliv t * l m gc~f~~rnitrn
.~
.- .~
1;) H. Il I: r n s 1 1 %i 11.
V. S. .-\. I'at. 965 273
u r d 9ti;i 5.5;.
22) Hcrsti~llung glilnzendcr
Crllulosegebilde
l a ) Herst ellung I d t bi~rer
Spinnliisu n p w . ( lanz311s l i i ~ p f ~ r o s l y d a i i i n l o n c e l l u l ~ c l o s u ~Hanauer
~~en.
fiitlvn A - C ; . lkditi. I ) . I<. 1'. 1?"8872.
~unstscidrnfatirik(+. i n . b. H. 11. H . P. 22'2 873.
'3) Ywfa1ir.m m r H t ~ ~ s t r l l i 1inltl);r~cr
in~
iiiiii~i~>niakalischrr Iiupfrrcisytlliisiin~en.1Sngl. L'at . 4872.
('Iicni. b'abrik I~rttenltausen,Marquart u. Schulz.
P o 1 I c t untl G . L, i t. x I e r.
2") 1)nrsteIlung \-on C u ~ ~ r ~ ~ ~ i ~ ~ i i o ~ i i ~ i ~ n l i s 9u3n
en.
) gHcrstcllung
V
I Kunstfiidcn
~
aus KupfcrV. 15. M c r t z , F a l l ~ ) \ r - f i c l d\'.
, St. Am. r a t .
os~di~t~i~ironocllul~~~elosung.
Hansurr Kunatseide954 984. Siclit. aurli: 1'. J' r i c d I' i c 11 , Chvinnung
falrik. D. I?. I-'.220 711.
1)estiincligc.r Liisungcn fur Herstellung vun Kunst2 A ) Herstellung von kiinstliclien Fiiden B U Y
wide und anderer I'roduktc. Franz. L'at. 404 372 I i u p f e r o . u y d a i i l t i i o n c c l [ u i o s r ~ ~ ~ u nGebr.
~ e t i . U b e I.
und V. l<. 31 c r t z , Darstellung von Kupferoxyd- 0. H. 1'. 225 161. Hrrstellung kiinstlicher P i d e n
i t mnioiivc,rbindiingcn.
Engl. Pat. 1 148/1909.
aus Celluloselbsungen.
P h i I i 1' y I? c c h t c I.
* I ) Herstellung glanzendcr E'Hden LLUS KupferD. It. P.-Anni. 55 195. I)ieue Z. 23, 2056
rixydanitiioni~kcelluloselosungcn. Hanauer Kunst2;)
Apparat zur Gewinnung von Kunstf&lrn.
widcnfcil)rik C:. 111. 1). H. I). 13. 1'. ?21041.
H . L i n k ni e y e r . 1). H. 1'. '22 131.
.
63-
~ ~ t ? ~ ~ ~
Gebilde, durch ein Bad von Magnesiumsulfat oder
von iihnlichen Salzen, die eine in Wasser unloslichc,
fur die Cellulosegebilde unschiidliche Base enthalten,
gezogcn werden. Abscheidungen von Magnesiumoder Aluminiumhydroxyd konnen durch Schwcfel&urn wieder in Lijsung gefiihrt werden. Die volligc
Entkupferung erfolgt bei fcinen Fiiden erst nach
der Vcrzwirnung und weitercn Vcrarbcitung26).
Auf die Herstellung von V i s c o s c s e i d c
beziiglich, niogen folgrndc Angaben hier ihren I’latz
finden.
Zuni Anrcichcrn und Rcifmachen nird dic Viscose nach dcm Filtricren in ein GefiD befijrdert,
welches man auspumpen und auch unter Druck
setzen kann. Ilasselbe ist mit einem Riihrwcrk v ’rsehcn. Doppelte Wandungcn gcstatten belichiges
Erhitzen des Inhaltcs. Tcmperatiir und Luftverdiinnung werdcn so gerrgclt, da13 die Vrrdampfung
dcs Wassera bei 32-35’ stattfindct. Durch den cntwcichenden Wasserdampf werden gleichzeitig lmft
und schwefelhaltige fliichtige Produkte weggcfiihrt,
wobei die Masse zur Konzentration und zur Reife
kommt. Nach ein bis zwei Stundcn ist die Viscose
60 weil eingedickt, daD sie zur weitcrcn Vrrsrbcitung herangczogen werdcn kannz’).
Kach L i 1 i e n f c 1 d 28) erhalt man durcli
Behandlung von Viscose und deren Derivaten niit
mangamauren Salzen, iibcrmangansauren Salzen
oder mit anderen Kijrpern, welche ganz diesclbcn
Oxydationseigenschaften besitzcn, l’roduktc von
ganz besonderem Vcrhalten. Diesclben zcigcn nanilich in trockenem Zustande Haltbarkeit und sind
lijslich in verd. Alkalien. Wcrden gewisse Bcdingungen bei ihrer Herstellung beobachtet, so konnen
dicaelben auch in Ammoniak und sogar inwarmcm
Wasser aufgelost werdcn.
S t h c n o s e s c i d c 2 ” ) wird von denFiirst G u i d o
D o n n c r s m a r c k schcn Kunstseidcn- und ?Icetatwerken in Sydowsaue als Spezialartikcl hcrgestellt30). Die nach dcm D. H. 1’. 197 965 behandelten Kunstfidcn oder die mit eineni Aldehyd und
einer Siiure zwccks Krhohung dcr Fcstigkeit gctriinkten und dann weiter behandelten I’rodukte
dieacr Art bcsitzen beim Firben ein geringcrcs
Farbstoffaufnahmcvernlijgen.
Dieses lLBt sich
durch Einwirkung von Alkalien und durch Oxydationsmittel unter gewissen Hedingungen wieder erhohen, ohnc daB die Festigkeit wcsentlich beeintriichtigt wiirdc. Man wcicht die in Pragc komnicnden Pasern warm oder kalt in Btznatron oder d t z kalilauge ein, ev. unter Mitwirkung eincs Hypochlo26) Herstellung kupferarmer, nach dem Waschen unmittclbar trockenbarer Cellulosegebilde in
Form von grobcren oder feineren Fiidcn oder Films.
Vereinigte Glanzstoffabriken-A.-G. Elberfeld. 1).
R. P. 218 490. Siehe auch E. C r u m i B r c , Entkupferung von mittcls ammoniakalischer Kupfcroxydeelluloselijsungen e m u g t e n kiinstlichcn Gebilden. D. R. 1’. 228 504.
27) Anreichcrn und Reifmachen von Viscoselijsungen. Sociktn Frangaise de la Viscose Paris.
D. R. P. 223 736.
2S) Leipz. Farberztg. 59, 67.
29) Siehe diese Z. 21, 1731 (1908). Be 1 t z e r .
Gegenwirtiger Stand der Kunstscideindustrie.
30) Leipz. Farbrrztg. 59, 402. 426.
rites. Am beatan sollen sich schwMhe hugen bei
vcrliingcrter Einwirkungsdauer eignen31).
Zur Entfernung des Wollmusselingrundes, a d
welchen zwecks Herstellung von Stickereien Viscoscseide aufgestickt wurde, mu13 die zur Verwenlichst geringer Konzentration rtngewandt werden,
uni den Glanz der Seide nicht zu beeintriichtigen.
>lit cinrr Btznatronlosung von 2%’ BB. Stiirke,
bei 80”, konnen gute Resultate erhalten wcrdensz).
Der gcringc Glanzverlust dcr Viscosescide kann
durch Schonen in einem sauren Avivagcbadc wieder
ausgeglichen wcrden. Daa Material wird in drei
aufeinandcrfolgenden kaustischen h’atronbiidern
behandclt. Durch griindliches Waschcn cntfernt
man das Blkali. Von groDer Wichtigkeit ist d w
Fernhalten von Kalksalzen aus den zu benutzenden
Liisungcn. uni die nildung von gelbgefarbten, unIoslichcn Verbindungcn aus lanuginsaurcm K a k ,
der den Glanz drr Seidc sehr beeintrachtipt, zu ver
meidcn.
Ausfiihrliche Mittdungen iiber die Eigenschaftender A c e t a t. s e i d e l i e g e n v o n H e r z o g
vor33). l h r c h ihre Xichtquellbarkeit in Wasser liiBt
sich die Acetatkunstacide von allen iibrigen Produktcn dieser Art unterscheiden. I m Mittel wurde
die Faserbreite von H e r z o g zu 42,3 p gefunden.
Auffallcnd grol3 war die GleichmaDigkeit der 13reitt:
der untersuchten Fasern, welche nur von den Einzelgebilden der Gclatincseide crreicht wird. Die Quersehnitte der Fasern enviescn sich oval bis kreisrund
mit relat.iv grobcn Einkcrbungen. Auch unrcgelmiidig rechteckige Querschnitte waren aufzufinden.
Die ncucre Acetatseidc weicht in ihrcm mikroskopischen nildc nicht unwescntlich von den iiltercn Fabrikaten ah, dic cine unverkcnnbare Bhnlichkeit
mit den Kollodiumsciden zeigten. Bci der ultramikroskopischen Priifung laat sich die Acetatscide
von den Kollodiumseiden nicht. unterscheidcn, in
allen Fallen erschcincn lichtschwache, durch mchr
oder wcniger haufige Verunreinigungen gestorte
Netzstrukturen. Die Miachen dcs Nctzwcrkes sind
liings gestreckt. Bcsonders beachtenswcrt ist die von
H e r z o g festgcstellte Tatsache, daD die Acetstseide in geniiBtem Zustande eine erhebliche Fcstigkcitsabnahme erfahrt. Wiihrcnd die RiDfestigkcit
in lufttrockcnem Zustande zu 226,25 g bestimmt
wurde, bctrug diesclbe in feuchtem Zustande nur
128,26 g. Friiheren Angaben nach solltc die Festigkeit der Acetatseiclc in feuchtem Zustande sich
nicht, wcsentlich von der in trockcnem Zustandc ermittelten unterschciden, und gerade in diesem Verhalten crblickte man eine sehr wcrtrollc Eigen3chaft dcr neuen Sride.
Hei d c r Einwirkung chcnii4irr Hvngenzim iRt
-
Erhohung der Farbstoffaufnahmcfiihigkeit
von Kunstfasern u. dgl. aus Cellulose. Furst G .
Donnenmarckschc Kunstseidcn- und Bcetatwerke
Sydowsaue. D. R. P. 219 848.
32) M. 6 a g e t , L’Ind. Textile 1909, 234.
33) Zur Kenntnis der neueren Acetatseide.
>hem.-Ztg. 34, 547. Diese Z. 23, 1390 (1910). Ubei
lie Herstellung von Celluloseacetat aus Cellulose,
iiche Ch. F. C r o s s u. J. F. B r i g g s . D. R. P.
!24 330. Diese Z. 23, 205G. Siche auch C. G .
3 c h w a 1 b c , Die Acetylierung der Hrtumwoll~cllulose. Diesc Z. 23, 433 (1910).
31)
bemerkenswert, daI3 Chlorzinkjod eine Gklbfarbung,
nicht Blauschwarzfarbung erzeugt. Eisesaig lost in
.der Kalte, Kupferoxydammoniak bewirkt keine
Idsung. Die Acetaheide besitzt eine nur schwache
apezifische Doppelbrechung. Sie steht in dieser
Hinsicht zwischen der noch schwacher brechenden
Gelatineseide und der starker brechenden Cellulosewide. Zwischen gekreuzten Nikols erscheinen Polarisationsfarben, welche sich von Dunkel-bis Hellq a u erster Ordnung bewegen. Die Acetatseide
unterschcidet sich also auch in diesem Punkte von
den anderen Kunstseiden. welche einrn lebhaften
Farbenwechsel zeigen. Die Ursache liegt in der sehr
geringen spezifischen Doppclbrechung der Acetat.wide. I)cr Lichtbrcchungskoeffizient ist HuBerst
niedrig. In Glycerin betrachtrt, hebt sich die Faser
unter den1 Mikroskop kauin voni Gesichtsfclde ab.
Im allgemeinen stininit die Faser in ihrc?r mittlercn
Lichtbrechung ulit Citronend iibercin, i n \wlchcni
qie demeufolge nalirzu unsichtbar wird.
Die Herstrllung t-on kiinstlichrn Fiideri UYW.
;(US Celluloseacetat crrticht man nach dcm .ingaben
iler Fiirst. G u i d 1 8 I) o n n c r s m ii I t ’ k schcn
Acetatwerke durcli IGnspritzen einer Liisnng vou
(lelluloseacetat in Amrisensiiure in rin aus Wxsser
cder wiisserigeii Fliiwigkeiten bestehendrs. v v . mit
Ziisatzen bestehcntles FHllungsbad:j4).
Zur Herstellung chcs i‘krzuges votl .\cetylttellulose nuf cellulosrhaltigen StoffcnJs) werden
Garne, Gewebe, Papier us\\-. kurze Zeit in Essigaaureanhydrid, welches O,.iy/o Schwefclsaure~enthiilt, eingetancht, wodurcll diesr Xaterialicn. jr nach
der Dauer der Einwirkung, tnit vinrr diinnvren oder
(tickeren Schicht von .4cetylcellulose iiherzogen und
d a m durch Waschcn mit Wasser .van drm SfureiibenchuB befreit werden. Seben \\’nsscmlichte ents t e h t eint. glanzende Obc~rfliichr.
Uni Faden, Gcbilde, ltberzugc, 1’lattc.n USW.
x w Cellulosefettsaurecsterli zu farben, inacht man
der zur Verwendung kontmenclen CellulosefettsLurecstcrlosung oder drni zur Herstellung celluloidartiger Korper niitigen E~r\~eicllungsii~ittcl
einen
Zusatz von Acetin oder v o n andcren \vasserliislichen Estern des Glycerins und 1aBt dic Liisung cnt,weder zu einer Folie verdunsten, oder man stellt
%den darauu her. Xach dcin Verdunsten d r s Lowngsrnittcls fiirbt man mit wissrrigcr Farbstofflijsung, nrlche n w h der JIenge dcs ;\cetinzusatzes
f i n e mehi oder wcniger satte Nuancr erzeugt36).
8chlir13lich miige noch einiger die Herstellung
von Kunstsridc in1 allgenieinen angehrnder >Litreilungc-n kurx 1SrwHhnung Kctan win. %UI’ (:?win~
..
u.
K. i’.-AI1lll. r). 19 1i:i. i)iest z. 23,
2237 (1910).
3 6 ) Herstellung eines [Jberzuger von ;\cetyl*ellulosr auf cellulosehaltigcn Stoffrn. 1,. I, c d c I‘ e r.
S. A. Pat. 954 310. Siehc such I). R. 1’.
227 238. [By]. Duse zuni i?herzielicn van Piden
roit Celluloseacetat. \.erfahren zur Herstellung von
(klluloseacetat. C h a r I r s F. C I‘ o s s u. .J o 11 11
V. B r i g g s. 1). 13. I). 224 :3:30. 1)icw %. 23, 2056.
Sicthe auch c‘. G . S. S c h w *I, 1 b , I)iv .\cetylierung der Uauniwollccllulosc. I)iese 2. 23,433 (1910).
36) Farbcn van Gebildcn, Fiiden, Uberzugen,
I’latten usw. aus CellulosefettsLurecstcrn: b Piirst.
(i. Donnersninrcksclic Kunstseiden- und Acetatrerke, Sydo\r.saiit*. 1). R . 1’. “2’8 Sf;;.
1 ) i i w %. ??,
2398 (1910).
34)
v.
ch
nung einer in Lijsungsmitteln relativ leicht liislichen
und leicht losliche Derivate liefernden Cellulose*7),
wird dieselbe oder Baumwolle in einem Olbade
langer als 4 Stunden lang auf 140’ erhitzt. Die so
vorbehandelte-Cellulose erfordert zu ihrer vollstiindigen Lijsung nur ungefahr die Hiilfte der sonst
notigen Ltisungsmittel. Ebenso sol1 fiir die daraus
hergestellten Derivate, Nitrocellulose, Cellulosexanthogenat, nur die Halfte der gebrauchlichen
Losungsrnittel erforderlich sein, urn Losungen von
entaprechender Konsistenz zu erhalten.
Zur Herstellung von Celluloselosungen, die zur
Erzeugung kiinstlicher Filden, kunstlicher RoBhaare oder von Films geeignet sind, bedient sich
H o f m a n n 38) konz. Phosphorsaure in bfischung
mit kone. Essigsaure unter Einhaltung einer Temperatur von 220”. Acetyliemng der Cellulose sol1
dabei nicht eingetreten sein. Aus dem entstehenden zlhen Sirup konnen durch Wasser, Laugen,
Salzlosungen, aucli durch Slkohol Fiiden usw. gewomen werden. die den Glanwtoffprodukten ahnlich sind39).
Zur Unterscheidung der Kunstseidearten wurde
von P. 31 a s c h n e r 40) kaltc konz. Schwefelsaure
in Vorschlag gebracht, welche nach den bis jetzt
gemachten Erfahrungen an den Handelspraparaten
Unterschiede) hcrvortreten lafit, sofern 2 man sie
unter gleichrn Bcdingungen auf die Seiden einwirken laat. Ktwa 0,s g dcr Untersucliungsseide
und der Vergleichsseiden (lufttrocken und maglichst gleiche Titer) bringt man in kleine trockene
ErlEnmeyerkiilbehen und iibergieBt sie nioglichst
gleichzeitig mit jc 10 ccm konz. Schwefelsaure. Die
Differenzierung van Farblos bzw. Gelblich iiber deutlich Gelblich bis Braunlichgelblich bis Rotlichbraun
ist nach 40-60 Minuten deutlich entwickelt. ZU
Anfang und zu Endr der Skala stehen die Nitround Viscoseseiden, in der Mitte die Kupferseiden.
?Tach BI. R i c h a r d 41) hat der Verbrauch an
Kunstseide im,vcrgangencn Jnhrc einen so bedeutenden Uinfang angenonimen, dall die bestehenden
Fabriken die Anspriiche nur init Miihe bewaltigen
konnten. 1)urch die fortgosetzt zunehmendc Vidseitigkeit der Verwendungsgebicte hat sich cine
gcnisse Stetigkrit in1 Vt.rhraucli I)emorkbar ge3 7 ) 0. G l u 111 & C h . I). K. l’. 217 316. lhese
%. 23, 526 (1910).
:is) 1).R. l’, P27 198. Verfaliren zur Herstellung
von farblosen Faden aus Haumwollsainenschalentellulose, siehe D. R. I’.-Anm. G. 25 847. Rheinische
Kunstseidefabrik A. - C,. K d n . Diese Z. 23, 768.
Haschine eum Abspiilen von kiinstlichcn Seidenfltlen.
r). R . I). 218 586. 1). H . 1). 23, 3 2 (1910).
~
39) Siche auch: L)usv zur Herstellung kiinstlicher
Scitlc. usw. A. 1%c r 11 s t e i n , I ) . R . 1.’. 216 391.
Dust: zur Herstellung kiinstlichcr Scidenfiiden y i t
i m Ende nach innrn kegelforinig erwoiterten Offiungcn z u m rlustritt der Scidenfiiden. W. R e e II t s
nid F r. I.: i 1 f c 1 d , I>. K. 1’. 221 572. Vorriclitung
!ur 1Srzeugung von Kunstfiiiden. K. I, i II k i n e y v r
I). R . 1’. 22.2 131. Mascliinc zutti Verspinnen vis\oscr 1~’liissigkeitenuntcar An\vrndung bewegter Fliisiigkciten eur Ftjrdcrung d v s I~’;rdcns. .I. 1’. fI (’ 1 1 1 3.r r g , n. K. Y. 22O(t:il.
4 0 ) Uber die I:ntc:isclieitillti,~ dw Kunstsridcrrten. IG,rber-Ztg. (1,vIinv) 21. h 2 . I)iesc %. 21.
‘ 3 8 (1911).
‘1) %. I . ~ ~ l i l J . . l l l ~!I.
l ,3 i I .
maoht. Indessen nimmt die Stjckerei und das Spitzengewerbc immer noch die grobten Mengen Kunatwide auf. Auch die Stoffweberei h a t sich der
Kunstaeide w i d e r mehr sugewandt. Besonders
soll in Belgicn ein nicht unbetriichtliclier Verbrauch
an Futterstoffen RUS Kunst.wide zu verzeichncn
sein. Mobelstoffe und Tapetenindustrie beanspruchen ziemlich ausgiebig daa .Kunstmaterial,
aber auch fur die Herstellung von Gliihkorpcrn4*)
hat sich die Aufnahme gestcigert.
Von Seugriindungen in der Kunstseidenindustrie sind das Sachsische Kunstsridenwcrk A.-G.,
sowie die Zneigstelle der Hheinischen Qumnii- und
(kllulosrfabrik in Mannlicim zu nennen. Perner
die (:lanzfiiden-A.-G. in Rcrlin init ihrer Fabrikationsstltte in l'etei-sdorf in Saclisen. Aus der
Hanaucr Kunstur:idenfnbrik (;. ni. 1). H. wurde die
Hanauer Kunstsridmfabrik A.-G. I n IApzig konstituiertc sicli die Dcutsche Viscosegesellschaft. m.
b. H. I n den Vcreinigten Staaten ron Xmerikn
regte (lie iin Jalirc 1909 in Kraft getretene erlicbliehe Erliohung dvr Zollsatze auf Kunstseide die
lirn Fabriken zu Kicdcrlassungen an. Die
cngliache E'irnin Ssniucl (Iourtrauld ei Co. kaufto
i n der -?fahe r o n l'hiladclphia Landcrcicn zur I%-richtung cines Tocliterunternelimens, das auf cine
Herstellung von lOu0 kg tiiglich berechnet ist..
Auch tlir Furst, 1)onnersniarcksclien Kunstmidenund A4cct;itu.erkc haben sich i n Anierilta anpesiedelt. .
In RuUIand wurdc rin Kunstseideunternelimen
in Iadz, deni die h i e nrtifieielle in Lodz naliestrht.,
nnd ein solches in Jloskau, gegriindet.
Die gesainte Weltcrzeupng an .Kunstseide wird
gcgenwartig auf etwa 5,5 Mill. Kilo geschiht. 1)aran
sind die Kollodiumseiden etwn init 2 Mill. Kilo, die
Kupferainiiionseiden init 1,9 Nill. Kilo beteiligt.
Die Viscosesridr liefert. etwiis tiher 1. Will. Kilo
Ausbeute.
1)ie deutaclic Hcrstcllung \-on Kunstseide beliiuft sicli ungcfihr auf 1,s Mill. Kilo ini Werte von
24 Mill. Mark. Ausgefiihrt wurdrn von Deutechland
537 OOO kg im Wcrtr yon 7 411 0 0 31, uiilirend die
Einfulir nacli J)c~~itschland
sich auf 1 444 UOO kg,
iin Werte von 21 065 000 .M belief. l)ic groBere
Ein- und kleinere .\usfuhr fur 1)eutschland findct.
ihrc Erklarung in dcni niederen Zollsatze 1)cwtscIilands iind tlcni Iiohen des Auslandcs.
2.
iirliclic Sride.
Dctr EinfliiU cler Heiz-, Beschwerungs- und
I'-irbeprozessca auf die Volumvcrmchrung der
Seidenfaser wiir (iegcnstand der Untersuchungcn
von H e e r ni a n n 43). Die Wirliung der Seidenbrschwerung auf die Pibroinfaser erst.reckt sich auf
das Gcwicht, die Liingc und das Volumen der
Faser. Zur Oricntieivng iihor die Volumandcrungen, welche dir Fiiser unter den1 EinfluB von
~~rscliwrriingsrnittcln
erleiden kann, hat schon E.
K i s t e n 1) a r t. 4 4 ) l'hotogrctphien von einigcn
F:iwn. wrlchc nach vewchiedencn Methoden mit
.. .. .
.a?) C. R. B ii h ni , Der Kunstseidegliihkorper. Prometheus 21.3&-40. Dime Z. 23,426 (1910).
43) Der EinfluU dcr Beiz-, Beschwerungs- und
E'iirbeprozesse auf die Volunivermehrung der Seidenfasrr. Farbcr-Ztg. ( 1 A n e ) 21, 386.
4 4 ) Fiirber-Zty. (Tehnr) 18, 294.
Beschwerungamitteln behandelt waren, veriiffentlicht. ZahlenmiiSige Nachweiae der Dickenzunahme
bei den verschiedenen Beiz- und Beschwerungsprozessen, sowie Fiirbevorgiingcn, die noch ausstanden, wurden von H e o r m a n n erbracht. Bezuglicli der festgestellten Zahlen muD auf die in
der Odginalabhandlung enthaltenc umfangreiche
Tabelle verwiesen werdenas). h'acli den Angaben
von H e e r ni a n n 46) besitzt das Blauholz auber
seincn Fiirbeeigenschaften auch die Fiihigkeit, daq
Gewicht. dor Seide bctrlichtlich zu vcrniehren. E a
zeigtc sicli. daB rcine rohe Seidc cine merkliche Auziehungskraft fur stark und scliwach oxydierte
Rlauholzcstrnkte besitzt, und daf3 die Scide einc
merkliclie Zunahmr d w Gewichts nufweist. Dainit
Hand in Hand geht cine merkliche Zunahmc des l-nifangs und cline weniger bcmerkliche Vswninderung
dcr Liingr. Die Zunalime des Gewichts der Seidr
liangt, von ilirer lkwhaffcnheit und vorausgelienden Ikliandlung, sowic von deni Grade der Oxydat,ion drs Hlauholzes ab, auch von dcr Zusamnirnset.zung des Hades. Seide, nelclie init Tannin bcliandelt morden ist, besitzt weniger .lnziehungskraft. fiir .HIauholz als unbehandcltr Scide. Die
gGBte Aufnahmefahigkcit zeigt sicli, wenn die
Scide niit Zinnphosphat. beschwcrt wirtl. I n dimein
Zustande ist es niiiglich, der Fascr mehr als das
eigene Gcnicht an I3lauholz tinzuvcrleiben.
Xach H. S a 1 v a t o r a 47) sol1 siqli cine hoherc.
I~cscli~vcrungder Scide niit weniger (kfahr fiir
die Haltbarkeit der Faser in folgcnder U'eisc durchfuhren lassen. Alan bodient sicli eincr Liisung, hergcstellt. durch Verniischen von Doppelrhlorzinnlosung on 30' B6. init Zinksulfatlijsung \-on 30
bis 50" BB. Nacli einstundiger Behandlung wird
die Scide zentrifugiert und kommt auf cine
schwache Weinsiurcliisung. Alsdann wird gespult
und boi 78" d e r Hinnirkung eines Natriumphospliathades von 5.- -8" Hk. ausgesctzt. Durch Wiederliolungcn in dersdben Hcihcnfolge erreicht man
den gcwiinsclitcn ( h a d von Erschmerung.
Uni cine Erliiihung cler Widentandsfahigkeit
der erschu-erten Seide grgcn Licht und Luft zu ermiigliclien, cmpfielilt H e r z o g einen Zusatz von
untersc1iwefligsaur.ein Natriuni entweder z u m Fiirbeoder zuni Xvivierbade. Iiatriumthiosulfat soll imst.ande sein, die zu deiu glciclien Zweckr verwcndeten Sulfocyanide zu ersetzen. Das Tbiosulfat soll
die Hildung von Zinnsrdfid begiinstigen.
Xach cinein Verfaliren von 1, a n d a 11 & C o.
und I g n a t z K r e i d 148) werdcn a n Stelle der
Zinnsalze Salze der scltenen Erdcn, insbc.*ontlrre
solclie des Zirkons rrmendet.
. .
Piirber-Ztg. (Lchne) 22, 29.
Vortrag iiber Blauholzchergc, landon,
Internationaler KongreU fiir angewandtc Chcmi e
1909. Sichc auch diese Z. 22, 2353. Leipz. Fiirberztg 59, 252. Uber moderne Arbeitawcisen bei der
Sejdenbcschwerung siehe 9.F e u b c 1. Dime Z.
23. 897 (1910).
4 7 ) 13eschwercn der Seide mit Zink und Zinn.
Leipz. Fiirbcrztg. 59, 54.
4s) Besch.weren von Seide. &err.
Pat.-Bnm.
4 7 3 7 4 8 0 9 . l b e r ein Verfahren zur Regenerierung
der zur Seidenbeschwcrung gebrauchten Natriumphosphatbiider siehe C. E. Sachse. n. R..'L 227 434.
r)iesc. z. t:i, 2303 (IMO).
46)
46)
h%gff;,,]Maseot: Fortschritte auf dem Qebiete der Faaer- und Spinnetof% i. J. 1810.
S a c h 0.
JI e i s t r 49) errcicht man die Kr(
3
hiihung dcr Haltbarkeit tler mit 3Ictctllsalzen rr-
schwerten Seide dadurcli, daW man den1 auf das
F'itrbebiitl folgenden Avivagcbad eincn %usa.tz \-on
I -5o;, Formaldeliydnatri~~ml~isulfit
oder ciner
;indercn r\ldrhydbisulfitverbindunp macht. Auch
i l l cinein andrren friihrrrn Stndiuni d c s I k i z - und
Viiriwprozessw kann tlirsw Zusatz erfolgcn. Die
Svide sol1 dadurch cinc griiBerc Halt barkeit beini
I,ilgcrn untl beiiu Gebr;tucli erlialtcn und ohnc I k c!intraclitipring tlcs Griffes uncl Glanzcs auch der
\Virkunp clrs Jichtcs bessw widerstehen kiinrien.
(: i a II o 1 i 5 0 ) stellte fest, tlaB mnn i n niit
Zinnoxytlsnlirn 1)enchivcSrtcn und diirch 1,icIitc:inu irkitrig vc~riindvi:tenS(*itlcnZinnosydulsalzr nicht
tindrt, d;iR (lie I'isicwlnp \-on ()ueckrilbersalzen
i i i solclien Seiden inittrls hytlrolytisclicr l'roduktc
dc.s 17iI)roins crfolgt, i i n d tl;tU bei der ;\Imnlinie drr
tialtbiirkcit. ~ v t ~ l c l i (tl~i t , h v l i \ v r r t v Scitli~ durch
I<oliclitung erfiilirt, (lie t l u r ~ l itlie I,uft vcranlaBte
\'G.riindorung cine t)edcutcnde Kollc spielt. Sachd ( . i i i sich ftsststt4lcn lieli. cliifi die F'isierung des
()uecksilbcrs :iiich nuf unbcschu.erten, durch geviiige Koclisalzmengcn vergnderten Seiden moglich
uxr, kani G i a n o I i xu clcr Ubcwcugung, daR
es nirht der Gegrn\v:rrt von %innoxgdulsalzen becliirft*. 1)irst. Scliluljfolgerung fantl ilirc- I3estiitiguny darin, tl;iIi dic \V;isrhfliissigkeit der miter
t1i.m Kinflu13 von Luft untl Lichteinwirkung veri i nderten Scidc m i n Untc~rschiedvon dcr \Vasclitliissigkeit tk-s niclit vrriindcrtm 17ibroins niit
()uecksilbenicetut vinen Sic~derscl~ltiglicfcrt, untl
dn.U nian [lie 1Ciliigkcil. S:~lzetlcs ()uecksilbers ZII
rduzieren l)zw. zu fisicrcn iiurh inif niclit erscliwt~rtrSeiden iibertriipcn kann, sobdd cheriiisclie
~~iqw
eine
r 0ryd:ltion imu. cinc H>,tlrol,vrc VOIln ngen habeti.
i r b e r div QuaIit$t tlvr Srlial)lxwitlc iiulicrte
5ic.h H. I? r I i r 51).
I<eini Einsamnirln tlvr Sridcnkolions, welche
von der Irmlichcn Iandbcvolkerung in China
grBBtenteils sehr unsorgFaltig gesichtet wcrden,
entstelit vie1 niit Stroh und Iiliittern geniischter
Abfall. ~velciiernicht direkt wrspinnbar ist, aber
tlurch Carbonisicrcn nlit 30higcr Schwefelsaure l e i
iO-80° R.. sehr gut braurhbxr genxdit, werden
limn").
i'ber &c F:ipenscldtrn der neuerdings zu
Spinnversuclirn vc.raentletcn afrikanischen Seide
tlrr (httiing A n ti 1) 11 c 1)rrichtetc H . Z e i s i n g63).
4 9 ) Verfahrcn, die niit Sletallsalzen beschwerte
Scidc Iialtbarer zu niachcn. I). H . P. 223 883.
Ihese Z.. 23, 2063 (1910).
5 0 ) Uber Veranderungen der mit Zinnsalzen
l~:liandeltenSeide unter den1 Einflull dcs Lichtes.
C'liem.-Ztg. 36, 105. 1)iese Z. 23, 720 (1910). Vergleichende Untersuchungen iiber die %usammensctzung uud den Aufbm verschicdener Seidenarten, siehe E. A b d e r Ii a 1 d e n , Z. f. physiol.
C'lieni. 62, 129. 131-142.
Diese Z. 23, 274.
51) Monataschr. f. Texti1.-Ind. 25, 34. Diese
2 . 23, 910 (1910).
62) A. A. U i e t e n I1 o I z , Elskissisches TextilMatt 1910, 110. Siehe auch: A. S e i g n o 1, Zerstoren der Haare fremder Stoffe in Floretseide und
Seidenabfallen. V. S. A.-Pat. 974 410.
53) Eine neue Gespinstfaser.
Jlonatsschrift f.
Textil-Ind. 25, 211. Diese Z. 21, 138 (1911).
439
Die grol3te Schwierigkeit bercitet dic AufschlieBung
der R'ester dieser Familienspinner, da die Fasern
durch die zur Entfernung des Leilnes notigen f i e niikalien leicht angepriffen a-erden. Die Verarbeitong drs freigelegten Fascrmatrriales ist c-ntsprcrhend der der Seidenschapp, jedoch zcigt, sich
eine iinangenchinc. Ersrlieinunp dahei. J)ie Raupen
sind tliclit init, fcinen Hiirehen hedcckt, die niit der
letzten Haut ini Xestc bleibcn, dann h i der Verarbcitung als Stnub ivegfliepen und auf der Haut
dcr Arbcitcr ein starkes Jucken Iicrvorrufen. Infolgc ilirci groUen Fcinilcit laRt sich Anaphtzschappe zii selir hohcn Ximiniern verarbeiten.
.Us Nachtfilc des neuen Soidenfasermaterials miissen die braunc Parbc und der geringc Glnnz gelten.
1':rstercL IbRt sich nur unvollstandip beseitigcn. Als
Vorzug hat tlie n e w Scide dagegen den geringen
I'reis fiir sicli, der e t w u uni 409;, geringer sein
diirfte als der dcr Mnulbwrscliappe. Einc ausge.
breitcte Verwrndnng drr Anapliescitle diirfte in1
Intcrcsse des \virtscli;rftIic.lieli Aufschnwnges unscbrtr iifrikanisclitn Koloiiien w h r m hegriiBcn sein.
:j. >I v r c c I' i s i c I' t c' I<i i u ni w o 1 1 e.
Unter den 1'wst.rebungen tles Fortschrittes
stelicm dicb Versitche zur Gewinnung von Erspariu
tin kirustischcm Satron, soweit dies (lie Behandlung
von Stuckware betrifft, in1 Vordcrgrunde, ebenso
die Terbesserungen, die sicli auf vervollkommnets
nicchnnischc~ Vorriclitungcn zuni Hervorbringen
d c r not\rtmtligen Streckung bczielien. Socli immer
diirftc div K.ali~iie~iausst~reckninscliinr
die meiste
Vcrwendunp fintlrn, vs koninirn nbcr allmahlicli
auch ;tiidere Vorrichtungen in Gebrauch. 13ei den
Naschintw zuni >lercerisirren von Striihnen sind
Ver1)esscrunprn i n bczug uuf das automatische Reguliercn tlcs Grades tlw Ausdchnung geniaclit
w(irden .
Die Angaben, daR cin Zusatz von Kochsalz zu
den Mercerisierlaugen den Grad des Mercerisierens
relati\- vcrbessere, sind von H ii b n e r widerlept
\vorden5*).
Konzentrationen der RIercerisierltLugen von 30
und 35" 136. erweisen sich a19 die bcsten. Erniedrigung der Tcmperatur zeipt nur bei Anwndung
von Langen unter 30" 136. giinsrigen Einflull.
Obcrhalb dieser Konzentration ist der EinfluB der
Temperatur ein niinimaler. I n den nicisten Fillen
diirften die heutigen Anschaffungs- und Betriebskosten der Kiihlvorrichtung den Kostenpreis der
ersparten Langenkonzentration iiberschreiten, so
daB sich sowohl voni praktischen wiv vom okononiischen Standpunkte aus die Vwv endung von Netronlauge von 30-38' 136. bei pcniilinlicher Temperatur eiupfrhlen wird65).
54) Leipz. F'arberztg. 59, 99. Ubcr den M a t t e r schen Laugenriickgcwinnungsapparat fiir Stiicknierccrisiermaschinen siehe Z. f. Park>.-Ind. 8, 330.
Diese Z. 23, 235 (1910).
56) A r m a n d
K i r c h b a c h c r , EinfluD
und Anwendung der Kalte in der Mercerisation.
Vortrag auf dem 2. internationalen KLltekongreD
in Wien, 6.-12./10.
1910. Diese 2. 23, 2269. Siehe
auch: RI. L e h m a n n , Neuere Mercerisierverfahren. Z. f. Farb;-Ind. 9, 157. Uese Z. 23, 1439
(1910). C'ber das Mercerisieren loser Baumwolle
untei. Druck siehe C. A Ii n e r t , D. R. P. 225 704.
Um fertige Gegenstiinde am Geweben, Gewirken, Geflechten, Spitzen usw. zu mercerisieren,
werden dieselben schichtenweise in eine porijse,
pulverformige Masse, Sand, Glaakiigelchen, Schrot,
Korkabfallc usw. eingebettet und in fester Packung
unter Druck tnit h u g e behandcltsg). tfber die
mercerisierende Einwirkung von konz. Schwcfelsaure
auf Baumwolle berichtate M i n a j c f f 67).
Dcr Glanz der Leinenfaser kann durch die
Mercerisation wohl erhiiht werden, aber lange nicht
in dem MaBe, wie bei dcm Baumwollgarn, denn die
kleinen F e r n des Leinengarnes haben das Bestreben, sich wiihrend der ganzen Behandlung in die
Aohe zu heben. Voni praktischen Standpunkte
aus betrachtet, sind die Kosten des Mercerisierens
von Leinengarn grii5cr als ea die erreichten Resultste wert sind, und infolgedessen wird das Mercerinieren des Leinengarnes nur sehr selten ausgefiihrt
und auch alsdann nur fur besondcre Zweckess).
Um Stoffe, Gewebe, Leder, Papier usw. mit
Seidenglanzpressung zu versehen, kann dcr Effekt
mit zwei oder mehr Walzen in eineni odc,c in in&reren Kalandcrn crreicht werden. Jede Wdze bcsitzt eine derjenigen Gravurcn, welche sich auf
dem Stoffe an den Ubergangsstellen vermisclien
aollen. Die auf mehrere Walzen verteilten Gram e n fallen sdann in ihren Abdriicken auf der
Stoffbahn mit den Randteilen der gravicrten
Fliichen iibereinander. Die so erhaltencn, verschiedenartigen Glanzarten gehen incinender iiber und
beeinflussen sich gegenseituig. Drch Kombination
der Seidenglanzarten in Streifcn, Karos, Arabesken
mw. konnen sehr vcrschiedenartige, ineinander
iibergehcnde Muster errcicht werdensg).
66) G . d e K e u k e l a e r e , D . R . P . 2 2 3 0 2 5 .
Yiehe auch: Mercerisieren von schlauchformiger,
einseitig geschlossener, gespannt gehaltener Ware
durch Eintauchen in die Mcrcerieierfliissigkeit.
W i i n s c h m a n n , D. R. P. 220484. Vorrichtuna zurn Mercerisieren schlauchformiger Wirkwaren unter gleichzeitiger Benutzung von mehreren
Spannformen. P. H a h n , D. R. P. 219 838. Form
zum Mercerisieren schlauchformiger Wirkwaren.
A, M a r t i n , D. R. P. 218 774. Wagen fur Striihngarnmercerisiermaachinen. W. 1’. Y a t e a , D. R.
P. 224 343. Uber Vorrichtung zurn Entlaugen von
Geweben, bei welcher dime mittels Spannketten
durch einander folgende, in der Breitenrichtung der
Gewebebahu wechselstiindig angeordnete und verstellbare Walzenpaare geleitet werden, siehe P.
K r a i s , D. R. P. 224 806. Siehe auch: Entlaugen
der zum Zwecke dea Mercerisierem mit Natronlauge
getriinkten Gewebe mittels Dampf. P. K r a i s , D.
R. P. 225 282, Zusatz zu 203 745. Vorrichtung zum
Zuriickgewinnen dcr beim Mercerisieren von Geweben verwendeten h u g e durch Absaugen. W a l t h e r M o l l e r , 1). R. P. 217022.
67) Z. f. Farb.-Ind. 9, 65.
Dime Z.23, 1440.
Uber die Gegenwart von Eisen in mercerisiertcr
Raumwolle, siehe L B o n L e f e v r e , Rev. gen.
mat. col. 1909, 281. Farber-Ztg. (IAine) 21, 265.
Dime Z. %3,719 (1910).
68) Leipz. Farbcrztg. j9, 26.
69) Stoff mit Seidenglanzpressung. J . Kck und
Sijhne. D. R. P. 197589. Siehe auch: Verfahren
zur Erz6ugung eines w w e r - und seifenbestiindigen
Seidenglanzes. D. R. P. 2’22 188. Zusatz zu 11. R. P.
220 349.
11. Vemhledene Fsserstofie.
1. B a u m w o l l e .
Dcr Baumwollenbau in unseren Kolonien hat
sich wahrend der lctzten Jahre dank der aulerordentlichen Bemiihungen dea kolonialwirtmhaftlichen Komitaes, der wesentlichen Propaganda auch
‘durch Kenner der kolonialen Verhiiltnisse, der Unterstutzung der deutachen Textilindustrie iiberhaupt
erfreulich entwickelt.
Uber die deutach-kolonialen Baumwollunternehmungen des letzten halben Jahres hat der Vorsitzende des kolonial-wirtschaftlichen Komitees,
K a r 1 S u p f , der Baumwollbaukommission einen
Bcricht erstattet, wclchem einige Angaben entnommen scicn. Die Haumwollproduktion unserer Kolonien hat 1909 eine nicht uncrhebliche Steigerung
erfahren. Nach amtlichen Angaben wurden aus
Togo im Jahre 1909 2043 Ballen A 500 Pfd. im
Werte von 417 500 M gegen 1667 Ballen im Vorjahre im Werte von 366 040 M ausgefiihrt. Mehr
tritt der Fortschritt in Deutach-Ostafrika zutage.
Do]t helief sich die Ausfuhr 1909 auf 2077 Ballen
gegeu 1081 Ballen im Jahrc 1908. h i d e r 1-n
die
Kachrichten der letzten Zeit am Togo erkennen, daB
in diescm Jahre hier ein Riickgang in der Produktionsmenge zu erwarten ist, bei dem cs sich nicht
nur um eine etwa durch ungiinstige Witterungsverhiiltnisse veruraachte Verminderung der Quantitiit, sondern auch urn einen Riickgang der Qualitat handelt, der voraussichtlich auf eine natiirliche
Sorhnrnischung und derrn Polgen zuriickzufiihren
sein diirfte.
B’rankreich produziertc: 111 seinen Kolonien Im
Jahre 1909 955 Ballen 8.500 Pfd., gegen 686 Ballen
im Jahre 1908. Die koloniale Baumwollproduktion
Englauds belief sich im Janre 1909 auf 21 429 Blln.
gegen 15 929 Ballen dcs Jahres 1908. Nach neueren
Berichten ist der Fortachritt besonders in den britischen ostafrikanischen Gebieten bemerkenswert.
Uber den Riickgang der Qualitiit und Quantitilt der iigyptischen Baumwolle au5erte sich A. H.
D i x o n 6 0 ) . Das mit Baumwolle kultivierte Land
hat sich von 177 735 Feddans im Jahre 189.5-1896
auf 1640 415 Feddans im Jahre 1908-1909 erweitert, jedoch ist die Ernte per Feddan heutzutage
eine viel geringere wie friiher. Aber auch die Qualitiit bcfindet sich im Riickgang. Als Vrsachcn gelten Verschlechterung des Samens, Versumpfung des
Bodens, allzu’ reichliche Zufuhr von Obcrfliichenwaser, Schiidlinge, Verschlechterung des Bodens
als Folge der Ubcrkultur und endlich Veriinderung
des Klimas. Man machte die Bcobmhtung, daI3 die
Einfiihrung eines neuen Samens eine vermehrte
Ernte pro Feddan bewirktc, und da5 die Lebensdauer eines neuen Samens etwa 20 Jahre betrigt.
Uber die im Laufe der letzten Jahre so vielfach genannte C a r a v o n i c a b a u m w o l l e
liegen nun Au5erungen vor, die sicli mit den Merkmalen der neuen Haumnolle beschaftigen61). Der
Zweck der Untersuchungen war die Auffindung
morphologischcr Eigenschaften mit spczifischcm
Charakter und die FesLqtellung von gemeinsamem
Text. Mercury. Juni 1910.
T. F. H a n a u s e k , tfber die Caravonicabaumwollarten. Monatachr. f. Textil-Ind. 25. Diese
Z. 23, 1584 (1910).
60)
61)
Typw an vorliegenden Proben. In dieser Beziehung
waren die erhaltenen Resultate nicht vollig befriedigend, wahrend die Zusammengehorigkeit der verschiedenen vorliegenden Frovenienzen ziemlich gut
'in den morphologischen Eigenschaften ausgepriigk
war. Zwischen der Wool und Silk Caravonica lieBen
sich mikroskopisch Unterschiede feststellen, welche
hauptsachlich auf der Verschiedenheit der Ausbildung der Cuticula beruhen. An den Spitzen der
Baumwollhaare zeigten sich einige Eigentumlichkeiten. Sie sind haufig breit, abgerundet, oft zeigt
sich schon eine Faltung oder spiralige Drehung einige
Mikron unterhalb des Endes. Besonden charakteristisch ist es, daI3 die Spitze schief abgeplattet erscheint und eine spitze und einesfumpfeEcke bildet.
Auch fiir die Basis der Haare konnte eine besondere
Eigentiimlichkeit festgestellt werden. Dieselbe endete in den meisfen Fallcn nicht in ciner RiOstelle,
sondern der ganze in der Epidermis, zwischen den
konzentrisch angeordneten Epidermiszellen der
Samenschale stcckende FuO ist erhalten, so daO
das Baumwollliaar der Carsvonica in den meisten
Fallen die ,game vollst andige, allseitig geschlossene
Zelle darbietet. Der Unistand, daD das Haar bei
der Ginnung nicht abreiBt, sondcrn mit dem FuOe
herausgezogen wird, kann sls Bewcis fur die Zugfestigkeit und Elastizitat angesehen werdcn. Auffallend ist das relativ haufige Vorkommen toter
Kaare. .Die Brcite der einzclnen Fssern mit durchschnittlich 23-28, im Maximum 32 p schliel3t sich
a n die der Sea Island an. Das hochste LangenmaO
der Haare wurde mit 4.5 cm gefunden. Die morphologiscben Eigenschaftcn der Caravonika sprechen
fur eine gute Baumwolle, ihre Brauchbarkeit laI3t
rich indcssen erst bei der praktischen Anwiitlung
endgiiltig beurteilencz).
Nach detn Uerichte des Handelsbevollmaclitigten fur Australien, C . H a m i 1 t o n W i c k e s 63),
gibt es drei Arten Caravonicabaumwollen, welche
sich voneinander durch die Form und Farbe ihrer
Smien unterscheidcn.
Das Kochen der Uauniwolle niit Soda oder
Natronlauge, aclclie durch geivisse Salzc verunreinigt ist., kann jc nach Umstandcn gr6Dere oder geringere Gewiehtsverluste bedingen e*). Es zeigte sich,
dab die Gewichtsabnahme durch entsprechenden Zus:it,z von Chlornatrium verringert werden kannes).
Bei der Behandlung von Baumwolle niit. einem
Gemisch aus 4 Vol. Essigsaure von 40% und 3 Vol.
Pchwefelsaure von 98% bei 10-15O schrumpft die
I~aumwoIIenicht zusaninicni Eine 15-20 Minuten
Imge Behandlung in diescm Sauregcmisch fiihrt
zu einem Garn t o n groOer Geschmcidigkeit mit
eineni weichen Griff und verinehrter Festigkeit,
ohne daO dabei Glahzerzeugung entwickelt wirdoa).
____
6 2 ) Zur Kenntnis der Doppelbrechung der
I3aumwolle, siehe H. H e r z o g , Z. f. Kolloide 5,
246. Diese 2. 23, 526 (1910).
83) Leipz. Farberzt,g. 59, 167.
a)T r o t m a n n , Leipz. Farherztg. 59, '2'21.
8 6 ) Siehe auch: Die Veranderung des Gewichtes
der Baumwollgarnc bcim Rleichen und Farben.
Leipz. Farberztg. 59, 62. Kach Text. Mercury. Zur
Bestimmung des Bleichgrades, siehe C. G.
S c h w a1 b e , diese Z. 23, 924 (1910).
66) J o s e p h S c h n e i d e r , Leipz. Farberztg.
69, 182. Uber die Einwirkung ciniger Sauren auf
Baumwolle. Nach J. of the Soe. of Dyen 1910.25-27:
Ch. I!JII.
Die Verhiitung der SchwLchung der rnit Schwefelfarbstoffen gefirbten Baumwolie war vieifach
Gegenstand von Versuchen. Von E. V 1 i e s s 6 7 )
wurde durch Versuche festgestellt, daD die Bildung
von Schwefelsaure, welche als Unache der Schwachung gelten kann, aus dem in dem Molekiil des
Farbstoffes gebundenen Schwefel herstrtmmen muJ3.
aber nicht von dem gleichzeitig anwesenden freien
Schwefel.
Urn die Schwiichung zu verhindero, wird in
Vorschlag gebracht, das Material rnit Gerbsaure zu
impriignieren, auszupressen und alsdann in die Usung irgendeinea Kalksalzes oder in Kaikwasser einzubringen. Der sich bildende gerbsaure Kalk neutralisiert die auftretende freie SchwefelsSures8). In
ahnlicher Weise finden, um auch niercerisierten
Waren gleichzeitig einen krachenden Griff zu erzeugen, iMilchGure oder Weinsaure und Natriumcarbonate, bzw. Btznatron Verwendung, so daO
die organischen Sauren in einem gewissen UberschuD blei bense),
Auf Grund vergleichender Untersuchungen der
Kupenfarbung von drei ihrer ehemischen Konstitution nach gleichartigen Fasern, Baumwolle, Glanzstoff, kunstliches RoOhaar, die aber physikaliscb
sehr verschicdene Eigenschaften besitzen, stellte
Mi n a j e f f 70) fest, daO sich die Baumwollfaser ihrea
physikalischen Baues, ihrer feinen Struktur, Dichtheit usw. aegen in Kiipenblau homogen farbt. Die
Faserdicke in Verbindung rnit ihrer Dichtheit und
dern inneren Bau hat eine unzweifelhafte Bedeu tung fur die Entwicklung der Kiipenfarbe in der
Fasersubstanz in homogener Form oder in Gestalt
con Kornchen. Dahcr weisen die Glanzstoffaseni
neben der homogenen Farhung ein Bild der Bestaubtheit auf, die Fasern des kiinstlichen Roohaares ein Bild deutlich ausgesprochener Farbstoffgekorntheit in dcr Paserwandung.
2. \Y 0 1 1 e.
1,. P i n a g e 1 7 1 ) wies auf die Xchwierigkeiteu
der sicheren Erkennung der Kunstwolle hin und
vertritt die .4nsicht, daD nur das Vorlegen der Spinnbiichcr und zeugeneidliche Vernehmung der in Bet r m h t kommenden Penonen allein iiber daa Vorkommen von Bunsbwolle in W o l h r e n GcwiDheit
verschaffen kann.
5 7 ) Einige Bemerkungen uber die Schwuiichung
der mit Hilfe von Schwefelschwarz gefarbten Baumwollwaren. J. Dyers & Col. April 1910. Leipz.
Farberztg. 59, 271. Diese 2. 23, 1296 (1910).
6 8 ) Ein verbessertea Verfahren zur Verhiitung
des Schwachena von Baumwolle, Leinwand oder ge
mischten Geweben, welche n i t Schwefelfarbstoffen
gefarbt sind. Engl. Pat. 3087, 1909.
69) Chemische Fabrik Griesheim, Engl. Pat.
11 729. Siehe auch iiber Verfahren zum Verhindern
des Schwachens der niit Schwefelfarbstoffen gefarbten Baumwolle. Leipz. Fiirberztg. 59, 247.
uber ein Verfahren zur Erzeugung eines RoDhasrersatzes aus Baumwollgarn durch Schlichten und
Liistrieren, siehe H. G. U f e r , D. R. P. 218 206.
7 0 ) Studien iiber die Eigentumlichkeiten der
Indigoblaufirbungen der naturlichcn und kiimtlichen Cellulosefasern. Z. f. Farb. Ind. 9, 297.
71) Kunstwolle oder Wolle. Monataschrift f .
Textilind. 25, 125. Diese Z. 23, 1389. Siehe auch
diese 2. 23, 236. Qualitatsbestimmung des Wollhaares.
.w,
442
lYCMsot: Fortsohritte ruf dem Oebiete dsr Faser- und Spiansto5d i. J. 1910. [ s n ~ ~ ~ ~ ~ f i m ~ d e ,
Die Bestimniung der Wolle neben Baumwolle
(lurch Feststellung des Stickstoffgehaltes nach
K j e 1 d a h I , welclie von R u s k o w s k y und
S c h m i d t 7 2 ) vorgeschlagen wird, ist nicht sicher
genug, weil diese Art der Xnalyse nur die Restiminung von hierfiir vie1 zu kleinen Mengen Material
zulaBt, welchc kaum wirkliche Durchschnittsiiiust~r
rcpriisentiercn kiinnen’3). An: besten eignet sich
inimer noch die bekannte Methode des Buflosem in
Natronlauge. Die vorausgehende Entschlichtung
wird zweckiiiallig niit Diastafor bcwirkt.
Studien iibrr die .L\bsorption von atniosph&rischer Feuchtigkcit clurcli Wolle wurdcn von
LV r i g h t nusgefiilirt7~~).I’roben von rohcn und
von gekininiten Wolleniwt en wurdcw 21-408 Stdn.
lnng der Einwirkung der atniospliarisclicri Luft auspesetzt. Von Zcit zu Zcit, in rcgelmiDigcn Zwischcnriumen, wurtlcn sorgfiiltigc: WLgungcn dcr I’rohen
vorgenoiiiiiirn und zu gleiclier Zeit der liygrometrisclic Zustand dcr atiiiospharisclicii Luft bestimnit. I& crgab sich, dall rohc Wolle 23.38 bis
99,271; Fcuchtigkrit aufnehnicn k m n , wahrcntl die
pekaninit<b Wollc unter ganz denselben Bedingungen nur 16,12--20,6V‘~ absorbiert und die reine
von Fremdkorpern frcie Wollc: 18,03--19,0.20/0
Feuchtigkeit anziclit. Diese Zahlen erholicn oder
vertnindern sicli niit dcni hygronietrischcn Zustandc
der atmospliiirisclicn Luft. Aullerdein h i n g t die
Bbsorption von Yeuchtigkrit durcli die Wolle von
verschiedenen Faktoren, von der Ol>erflaclie dcr
Wolle, aucli von den in dcrselbcn vorhilndenen
Vettstoffen iib, weil dio letzteren, wetin sic isoliert
werden, Yelbst die Eigcnschaft besitzen, Feuclitigkeit aufzunehnicn, und zwar bis zu l7,2y0. WollRchweiS kann cine nocli grollere Jlenge Feucht igkcit
iibsorbieren, niich dcn Angaben des Autors bis zu
W-66,4?;,
und seinc Anwesenlieit tragt dalier in
hohem Grade zur Absorption von Fcuclitigkeit
durch die Wolle bei. Er bildet jedcnfalls die Hauptursache der Iiohrn \~’iisserniifniiliniefaIiigkrit der
rohen Schweiliwollr75).
Un: Wolle dirckt mit Cliroiiivarl)iridungaii,
d i n e Nitvcrwendung von ll’cinstein, Jlilchsaure
usw. heizen zii kijnncn, wird diuselhc niit einer
O,O.iyoigcn kaustisc1ic.n :llkaliliisung ungcfalir 5 bis
10 Minuten lnng hehandelt, wobci dic. Wollc nicht
leidet, wohl a l ~ c rrin ‘I’eil tler (liirin c.nthaltcnen
Schaefelvcrbindiingc.ri entfrrnt wird7s.)
Zur Vrrgriilkriing tlcr \l‘idcrst;iiitlsf~iIiigkeit
tierischer F‘asorn y t y n die Wirkung von Witsscr,
Hitze u a v . brli;intlrlt t i i i i n dirwllwn init Pliinonrn.
..
.- .- .
Chcnl.-Ztg. 33, 949.
A. P i n i~ g e 1 , Die Untcrsucliung Iiillbwollcner Gewebc. E
sisches Textilhlatt 1910, 90.
74) Mitteil. an die Soc. o f Ctieni. h i .
Siehe
Ikipz. P6rberztg. 59, $27. Dicsc Z. 23, 717 (1910).
75) Uber Versuchc iiber den ISinfluU von Kalk,
.\ninioni;ik, schwefligcr Siiiirr usiv. auf die Y i r bungen von Wollstrilincn, sieht. V i~ I e t t c , Lber
tlie Aufnaliiiiefiliigkeit der Wollfaser. Textile Colorist, Dezeinber 1909, S. 379. Siehe aucli: J o s c 1) h
S c 11 n c i d c r , [‘l)er tlie Einwirkung von Alkalicn auf \Vollc. \.ortriig i n tler Soc. o f I)yers
Manchrstcr, L(.il)z. I%lwxtg. 59, 161. I h s e %. 23,
72)
73)
10!)8 (1910).
7 6 ) Vrrl)c:sscrtes \.carfahrcii
zur \‘orriclitung
dcr \Vollc otlcr nntlcrcr ticrischer Fitsern fiir das
I{cizcn usw. .J. S (’ 11 11 c i tl r r , Kngl. l’iit. 1.5 8’28.
Wollfilze, welche fur Papierfabrikation bestimmt
sind. werden beispielsweise 2 A 8 Stunden in kalk s Wasser eingetaucht, welchem vorher 1% Cliinon
auf das Gewicht der Wolle berechnet, zugesetzt
wurde. Der getrocknete Stoff besitzt eine erhohtc
Anziehungskraft fur Farbstoffe und grollere Widerstandsflhigkeit gegcn dic Einwirkung von Wasser.
von Chcniiknlien usw.77).
3. A 1 1 g e ni e i n c s.
Untcr den Yaserstoffen, wolchc in ncwester & i t
mehr und mchr in Aafnahine komnien, ist die K a p o k f a s e r von ICrioclendron anfractuosuni aur
dem tropisclien Afrika, aus BIesiko, Ost- und West
indicn zu ncnnen. I h s >liitorial findrt Iwknnntlirli
fur mrdizinisclic Zwccke. nanicntlich fiir dic He).stellung von Verbandstoffen, iibcr iiucli zuni Polstern wid z u m Yiillcn von Rcttungsgiirteln AIIwendung. Piir dic: Ietztgenanntcn Zwccke eignrt
sicli die Kitpokfiiscr naincntlich ihrer grollrn Leiclitigkeit lia1l)ei~. ]Sin KubikfuD zusnuiincngeprclltc.1.
Kttpokfasern aiegt nur I/qo des (kwiclits von einem
KubikfuB W;isscr. T)-utschland iinporticrt jihrlicli
ctwa 4000 t dieser Bmer, nieist fiir I’olsterunpsz\vccke78). Auf der jiingsten Berliner Kolonialaurstellung waren Waren und Gewebe aus Kapokfttscrn ausgestellt, welche unsercn deutsch-afrikanischen Kolonien entstamniten und dort eincn giinstigen Boden zu finden scheincw.
Siiclidem cs der Wiener l~irninli r c i U I untl
S e i b e r t mittels rincs ncuen I>eguniniicrurigsvcrfalirens gelungcm ist, aiis dem Baste unsercr N e 5 s e 1 p f 1 a n z e n Urtica. dioica und Urtica w e n s
die reine Faser ohnc l%ceintriichtigungihrcr Eigenscliaften rascli und vollkomnion 7.11 isolinren, diirftr:
die Verwcndung dicst.s schon in friilieren Zriten v(’i’suchsweise verarheiteten Jlaterials fiir die Zwccktder Textilindustrie nicht aussichtslos sein. Xan ~ r halt cine Ausbeutc von I:%:(, reincr gcl~leichtrrE ’ a s c ~ .
dcren Kostcn sicli auf 67 K. fiir 100 kg stellen. A l s
Vorziige dcr 1~’aserwcrden ein gcwisser scidenartipc.t.
Glanz, (kschmeidigkeit und Weichhcit 1iervorgc.Iioben. Nicht ohne IVichtigkeit sind dio Bebeiiproduktc: bei dcr Vcrarbeitung. Die Rlatter so11w
als Futter und Diingcmittel, die Holzstengel in t1t.r
I’aPierfabrikntion vrr\vcndbar scin, cine aus dem
[last crhilltliclir (;uiiiniisubstanx sol1 sich tlurcli
K1clwkr;Lft auszcichnen~9)
I’m iiiis T o r f ein fur terlinischc Z\veclie p eignctes I‘asrrniaterial zu grwinnen, werdcn dii.
Torffasern mit Asbrst verniisrht. D n s (kmisc.li
firidct zii Isolirrzwecken, zu Veri)~ickuiigse\veck~,ii.
aucli fZr 13odcnbclagr Verwendung80).
I)ic Vcrwertung dc.r Fasern des I)ci titis in t i t i gcheurrcn .\lrngc>n \viltl 8-ac1ik:ntlcn (; i 11 s t e r i
w i d auf folgendc \Vc.isc. aiigcstrc~1)t. I )ir l’flan~.i.
iye!f;l,]
MMeDt: Fortsohritts rpf &em Gebiets der Fsser- und Spinnrtoffa i. J. 1010.
443
verwandelt, aus welcher mit anderen Maschinen die
spinnbaren Fasern ausgeschieden werden, nachdem
die wergartige Masse zerschnitten ist.
Das Verfahren von R o s s i , das W a s s e r r 6 s t v e r f a h r e n f ii r P f 1 a n z e n f R. s e r n
niit Hilfe von Mikroben durchzufiihren, beruht auf
der Beobachtung , daS ein sauerstoffhaltiger Gasstroin die bisher fur die lindliche und gewerbliche
Praxis als ungenugend erkannte Rostung bei Gegenwart aerober hlikroben derart veratarken kann,
daB sic vorteilhaft verwendbar wirdss). Die gewaschenen Pflanzenteile kommen niit oder o h m
vorherige Sterilisierupg in GefiiOe niit Wasser, in
welchcni Cnlciumcarbonat, aufgeschwemmt ist.
Nach Zusatz von Bacillus Comesii Rossi wird der
A4pparatgeschlosarn und ein sauerstoffhaltiger Gasstroni durrh den Inhalt getrieben, wobei eine drr
Ihtwicklung t l r r Mikroben giinstigc Temperatur
t.inzuhnlten ist. I k Riistung crfordcrt k - 2 0 Tagr.
l h r c h I’rol)c.etttti:iliiiie strllt, miin tvst, waiin das
Ziel erreiclit ist.
Uin J u t c f a s c: r 11 ein wdliges .Ausselien zii
ertcilcn , werden dieselbcn niit einer Hypochloritlosung von etwa 5’ 136. 10 Ninuten bis 4 Stunden
lang behandclt, ( l a m ausgedriickt, etwa 5 Jlinuten
in kaustisclic h u g e von 36” RC. gelegt, wiederuni
ausgcdruckt und etwn 5 JIinuten in einem Seifenschauuibad beliiindelt. Dann wird in etwa 5O0
warnieni Wasser gewaschcn, ausgrrungen und getrocknet. Man crliiilt rinc gclbliclic .rute von wolligeni Griff86).
In den .4cetylcr4lulosen finden sich Mittel, zahe.
liautartigc i‘brrziigc. zu erzeugen, die auch di,:
Liicken zwischen den 3laschen der A s b e s t g e w c b e und Geflechtc? ausfiillen. Da Cellit unentflainmbar ist, so ist es rnoglicli, iLuf diese Weise
diclite und uncntflaniinbare Asbcstgewebe herzustcllen. Der i‘berzug wird mittels Tauchens, Durcbzichcns odcr Bchandelns auf einer Streichmaschint:
erzielt. 1hbc.i wcrden der Losung Zusatze gegeben.
8 ; ) R. L ii t t c r I i 1 1 , D. R. P. 224 593.
welchc entneder die Gcschmcidigkeit des aufge8 2 ) J. E. P f i c h I und K. S e i b e r t , I). R.
1’. 283 177. Siehe aurh: Herstellung hochalkalischer tngenen Ubewugcs erhiihcn oder ev. einen guten
Kochlaugen fur die AufschlirBung von FiLserstoffcn, JIalgrund abgeben, wenn, wie beispielvweise be1
nie Holz, Stroh, +:sparto u. dgl. 11. h i ii 1 1 r r , I). Tlieaterdckorationcn, spateres h r m a l c n stattK. 1’. 221 36G. Diese %. Z3, 1200. Kochen und Auf- fintlcn soils').
schlieBen von liartrn G r t c r n und von nnderen
Unrchtcs oder leonisches Gold, wie es zuni
F,aserpflanzen K. E; r o n , (iolzern. 1). R . 1’.
V e r g o I d c t i v o n F a s e r s t o f f e n Verwen217 371. 1)iesr %. 23, 3x4 (1910). ;\ufschlirWen dcr dung findvn kitnn, besteht aus cincr stark kupferin Stroh, U r t r r n , 13auini)ast oder dgl. rnthnltenen
I’flanzcnfaser fiir Spinnrrci- und Wcbercizwecke Iiiiltigcn Legierung, einer Art Messing oder Bronze,
cchtcs Gold bietet untrr dirsen Unistanden iiieist
untcr Henutzung von alkalischen Lnuyen und
galvanisch vergoldetes Silbcr dar. I)as Anlaufen
Fluorwawerstoff. Fr. K. c i c h in a n 11 , D. R.. P.
217 159. Kochen strohartigcr Pflanzen. G. H.
des unecliten Coldes wird als Criinanlaufen untl
hl a r s h a 11, V. St. Am. Pat. 968 864. l~ehandlung Schwarzanlaufen unterschicdcn. Ikim echtcn Gold
vonPflanzrnstoffcn zur Verarbritung auf brauchbare
kennt man nur Schwiirzanlaufrn i i n t v dcin EinPasern G e o r g I). B u r t o n , 1’. S. .%.-Pat.
Y7(i 037. Die Tcxtilfaserpflanzen tler Philippinen
und deren Verwendbarkcit a h Rohniaterial zur Her85) D. R. 1’. 226 968.
st ellung von %ellstoff. Snensk Pappers Tidning
Wolligmachen von Jute und verwandten
Faserstoffen durch aufeinanderfolgendes Behandeln
1910. Seite 3. 23.27. Geninnunlr der Bast,fasern aus
Nelunibiuni Lotos u. ahnliche; Pflanzen, F. und
mit kaustischen Laugen und Seifenlosungen. Gcbr.
IC. C, i 11 i , D. R. P. 218 832.
S c h m i d , D. R. 1’. 226 969. Siehe auch: F. J. H.
B e 1 t z e r , Vorbereiten und Rleichen von Flachs,
83) Herstellung von Gespinsten, Geweben usw.
IT r i e d r. €3 a 11 ni , I). R. 1’. 218 220.
Jute usw. Diese Z. 23, 718 (1910). Studien iiber
84) E. G a r c i a , I). R. 1’. 219 847. Vercdedas fabrikmlaige Bleichen von Jute und Lignolung von in bekannter IVeise isolierten Flachs- und
cellulosefasern. Diese Z. 23, 205G (1910).
Hanffasern, siehe D. R. 1’. 216 892. Ober die techa7) Verfahren zur Herstellung wasserdicht und
unentflammbar imprignierter Asbestfiden, Geriische Veranderung der Leinengarne durch den
I~lcichprozel),siehe H e i n r i c h S c h n e i d e r.,
flechteundGewebe. K a r l G o l d s t e i n , I ) . 11.
llonatsschr. f. Textilind. 24, 276. Dirse Z. 23. 334.
1’. 219 116.
wid in vorgetrocknetem, unzerkleinertem Zustande
ein oder mehrer Male mit Wasser unter Druck gekocht, worauf die Fasern durch Biirsten von dem
Holm und durch einen Faulprozel) von den Rindentrilen getrennt werden. Nach dem Bleicher? und
unvollkommenen Trocknen erreicht man dmch
Lagern in schwach feuchtem Zustande einen gewissen Grad von Geschmeidigkeitsl).
Zur Gewinnung von Gespinstfasern aus stark
verholzten Rohmaterialien, wie H o p f e n s t e n g c l n , S o n n e n h l u n i e n , auch N e s s e l 1) f 1 a n z e n wird das I’flanzenmaterial zunachst
niit Alkalien gekocht, hierauf der Bast von den holzigen Teilen getrennt und einmal oder wiederholt
unter dazwischen vorzunchmendem Auswaschen mit
.%lkalien unter Druck crhitzt. SchlieOlirh hrhandelt.
man noch mit Calciunibisulfit8a).
Aus den yon l k t t und Haut gereinigten JL u s k e 1 f a s e r n isoliert ninn die Einzelfasern auf
mcchanisclir odrr chemisclic~Weise und behandelt
mit Hartungsinittrln. l:ni bei der mechanischen
Hehandlung das Rrechcn der Fasern zu verhindern,
erhalt das JIatrrial rinen Zusatz von Glycerin. Die
Inolirrung und 1,oslijsiing der Fasern kann durch
die Kinwirkung von schn.efligcr Saurr oder von
1’c:psin erfolgrn. ]>as Hiirtcm und Konservicren des
Faserstoffcs nird durch cines der iiblichen Gerbvvrfahrcn odcr durch Deliandlung niit ciner Formalidosung in C I ~ r c r i nund Wasser rrrriclit. Aus
solchen Jluskclfascrn grwonncnc (kwebe crweisen
sivh sehr zahe, brsitzcn Gianz und groDr Isolierfahigkcit . Sic lassen sich iihnlich mic Kautscliuk
twi rincni Druck von 4 Atniospliarcn inncrhalb
zwrier Stundrn vulkanisicrcn iind r i p e n sirh dann
zii Hallonstoffen~3).
Zur (kwinnung spinnbarcr E’asern ~ n Fn I n c 11 s,
H a n f und von ahnlichrn Ilastfaserpflanzen ohne
vorlierigc Riiste*4) werdrn die Pflanzenstengel durch
cine Zcrfaserungsniascliine in rine wergartige JIassv
3V
-
444
Bzehulke: Die Bowertunp der Eree.
[angewandte
Zeitschrift filr
Chemie.
_-
ebenso in Bohmen: Graupen und Schleggenwald.
Weniger wichtige Fundorte dieses Erzes aind such
in Frankreich und Spanien. Die wichti,gsten Fiindorte fur Zinnstein liegen a d e r h a l b Europas, auf
den Tnsoln des indischen Archipels und in Australien;
auBerdeni yird Zinnstein in groBeren, glaskopfartigcn Mengen in Bolivia gewonnen. Dime eisenerziihnlichen Mnssen’sehen mitunkr recht unscheinbar eus, 80 did3 groBere Aufmerksamkeit zu ihrem
Bestiniinen gehort; als wjchtige Hilfsmittel dafiir
dienen dus hohc spez. Gew., 6,8-7, und die bedeutende Harte, G-7.
Ein anderes Zinnerz von untergeordneter Ikdeutung ist der Zinnkies. Cul?FcSnS4,mit 27,6y0 Sn,
29,6%&, 13% Fe. Man kennt ihn nur derb und
Die Bewertung der Erze. I V 1 ) ,
cingcsprengt in kornigen und dichten Aggregaten
Von A. RZEHIJLKA,
Borsigwerk Oberschl.
von stahlgrauer, ins WeiBgelbe iibergehender Farbe,
dcr Stricli ist schwarz. I n Cornwall und Zinnwald
(Eingeg. 27.11. 1911.)
ist er verhaltnismaBig haufig. Leicht, zu verwechIm Verfolg der bereits veroffentlichten Arbeiten scln niit dein Zinnkies ist der zinn- und kupferaoll des weiteren die Bewertung der Z i n n - und
haltige Schwefelkies, der in groBen Mcngen in BoW o 1 f r a m e r z R hspronhcn werden.
livia auftritt. Es sind Mineralgemcnge, in denen dor
Z i n n e r z e. A h solche komlnen in Bet.racht. Zinngehnlt groOen Schwankungen untcrworfen ist,
der Zinnstein, Zinnkies und zinnhaltiger Schwcfel- er bewegt sich zwisclien wenigcn bis 30 und auch
Lea. Als Hauptcrz, als sclbstandiges Erz zur Zinn- niehr Prozcnten.
eewinnung gilt von altersher und auch heute noch
Iin allgemeineri gilt iiber den Zinngehalt dcr
der Z i n n s t c i n oder Kassiterit (SnO?) nlit
Zinnlagerutitten, daB bei dem hohcn Preise des me78,6y0 Sn. Er koniint vor sowolil auf Gangen, tallischen Zinnes der Zinngehalt abbauwiirdiger
Stockwerken und Lagern, als auch auf sekundarer
Laperetiit.ten wenn sic Zinnstein fuhrcn, nur ein geLagcwtatte in Gerollablegerungen, den sog. Seifen. ringer ZII sein braucht; ferner. jc weniger schiidliche
in krpshllinischen, ineist a b w in derben Massen,
Restandteilc in1 Zinnstein, desto gcringer kann im
in letztcrer Form beaonders anf Gangen, die mit. allgemeincn der Zinngehalt scin. Diese GesichtsImpragnatiomzonen verbunden sind. Das auf dcr punktc sind jedocli nur fur den Rergmann ma&
Lagerstatte anstchende Erz nennt. n i m Bergzinnerz,
gebend.
daa in Ger6llablagerungen vorkonimende Zinnerz
Schadlichc Beiniengungen des Zinnerzes sind
Seifenzinn ( Waachzinn, Zinnsand, Barilla) enghsch
Kieselsiiure, Silicate, Alkalicn und alkalische Erden.
,,stream tin“. -- Die Lagemtiitten des Bergxinnerxes wcil diese Bestrtndteile des Erzes beini Verhiitten
befinden sich nur in iilteren Gebirgsgliedern, und
stets cine Verschlackung von Zinn hervorrufen und
diesen entsprechen aueh die akzrsscdschen Be- auf diesc Weisc das Ausbringen des Zinncs beeinstandteile des Zinnsteins; dio hier .mit diesein Erze trkhtigcn. Die Qewinnung dcs Zinnes aus dem
brechenden Metallverbindungen sind namcnt.lich Zinnstein und anderen Zinnverbindungen enthalSchwefelmetalle verschiedener Art. - Die Seifen- tenden JIaasen erfolyt durch Keduktion des Zinnzinnlagerstatten sind aus der Zerstorung der k r g - oxyds niittels Kohle und Kohlenoxyd in h o h e m
zinnhgerstltten hervorgegangen, sie finden sich Temperatur; bei diesern reduzierendcn Schmelzdaher, gcwohnlich alte FluBlaufc ausfiillend, stets prozesse wird durch Kieselsiiure, der gegenuber das
in der Niihe der ursprunglichen Lagerstitten. Die Zinnoxyd die Rolle einer I h e spiclt, Zinn verErze derselben sind reiner, weil durch die Atmo- schlackt. Den Alkalicn und alkalischcn Erden gegenspharilien ein groRer l’eil ihrer schdlichen Bei- iiber tritt Zinnoxyd als Saure auf und bildet mit
rnengungen zersctzt. und durch WRsser fortgcspiilt
diesen Stannate, die in die Schlacken iibergehen.
worden ist,. Es ist zu enipfehlen, sich iiber das VorDie Schlacken nun, die a18 Basis hauptsiichlich
komrnen des zu kaufendcn .Erzes zu vegewissern,
Eiscnoxydul enthalten, nehmen nicht nur Zinnoxyd
denn von dem Vorkommen kann man auf die Bc- ah Restandteil auf, sondern schlichn infolge ihres
gleitmineralien schliefien. -- Die wichtigAten euro- hohen spez. Gew. auch Zinnkorncr inechankch ein.
piiischen Fundorte fiir Zinnstein liogen in E.ngland,
Rus dieeen Sclilacken kann das %inn nur mit
und zwar in Cornwall und Devonshire, deren Lager- vieler Muhe und bedrutendem Kostenaufwande und
stiithn schon den alten Phonizicrn bekannt weren.
dann auch nur teilweise wiedergewonnen werrlen,
Die SeifenzinnlagrrsLiitten sind dort bereita er- und deshalb ist ca fur den Huttenmann rationell,
schnpft, und es sind hauphiichlich Bergzinnerze.
nur solclie Zinnerze zu verwendcn, deren Zusammendio dort noch in betriichtlichen Mengen gewonncn setxung es ermoglicht, den ReduktionsprozeD dcrert
werden. Als weitt.re k’undorte sind zu nennen .in zu leiten, dal) nicht ruehr Schlacke fallt, ah erforSachsen: Altenberg, Geyer nnd Zinnwald, wo sich derlicli ist, urn das reduzierte Zinn vor Oxydation
das Erz in Stockwerkrn findet bzw. hefunden hat,
durch die Luft zu schutzen.
1st Eisen in groDeren Mengen im Zinnerz vor88) P. H e e r m a n n , Uber das Anlaufen von
handen,
so bilden sich bei der Verhuttung ZinnGold- und Silberfiiden in Stickereien und Geweben
Fiirber-Ztg. (Lehne) 11, 327. Diese Z. 23, 1099 Eisenlegierungen, aus dcnen das Zinn erst durch besondere Schmelzarbeit mit den iiblichen VerluRton.
(1910).
hauptsiichlicti infolp tnangclhaften Ausbrineens,
1 ) Sielie d i e 9 Z. ‘t3, 181, 1970, 2’203 (1910).
flub von Schwefelwasserstoff, wiihrend den unechten Goldlegierungen die vielerlei Einwirkungsmoglichkeiten von sauren oder alkalisclien schwcfelhaltigen Stoffen schadlich werden konnen. Die
Priifungen von Waren, welche fur Vergoldungen
bestimmt sind, liabcn sich nach den Angaben von
H e e r m a n n auf Schwefelfarbstoffe, auf saure
Bestandteile, speziell auch auf freie Fettsauren zu
beziehen. Ein Jlaximalgehalt von 0,2% freier Fettsiiure ist zulasuig. I3ei echtern Golde komnien saure
Bestandtcile auf drr Ware weniger als Gefahr in
[A. 24.1
Betrach t88).
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