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Geschftsbericht des Vorstandes des Vereins Deutscher Chemiker Fr Das Jahr 1931.

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414
Angewandte Chernic
Geschlftsbericht des Vorstandes dee V. d. ('h. fiir dns Jahr 1931
- . -
Herr D u d e ii erwidert hierauf, daf3 hierzu ja eine Satzungsanderung notig sei, und daf3 dies daher friihestens fiir die
nachste Hauptversammlung vorbereitet werden konne. Die
Bezirksvereine mochten diese Anregung in ihrem Kreise
erortern.
Zu Teil b des Antrages Hannover erklart Herr D u d e n
dalJ der Vorstand niit den von den antragtellenden Bezirksvereinen gemachten Ausfiihrungen durchaus einiggehe. Die
zweifellos vorhandenen Unstimmigkeiten sollen gelegentlich
nnderer Satzungsinderungen mitbereinigt werden.
.
-
~
[45. Jahrg. 1932.___
Nr. 25
8. Reehtsaus~unftsstelle.
Der gedruckt vorliegende Bericht wird zur Kenntnis
genommen.
9. Zeitschrift, Entwicklung des Inhaltes.
Es wird auf den Bericht irn Geschaftsbericht verwiewii.
Herr D u d e n spricht dem Schriftleiter, Herrn B i n z , den Dank
des Vereins fiir seine erfolgreiche Arbeit aus.
10. a) Bezirksvereine,
e) angegliederte Vereine.
b) Fachgruppen und Aiisschiishe?
7. Stellenverrnittlung, Karl Goldschmidt-Stelle.
Herr Z i s c h betont, dab d i e Karl Goldschmidt-Stelle dazu
berufen sei, die technisch-naturwissenschaftlichen Akademiker
zu betreuen und daher gegeniiber dern Ingenieurdiemt, dessen
Aufgabenkreis sich auch auf das grobe Heer der Techniker rnit
Fachschulbildung erstrecke, den unbedingten Vorxug verdiene.
Die Berichte iiber die Bezirksvereine und Ausschiisse des
Vereins liegen in Abziigen bzw. gedruckt vor.
Herr R a 5 s O W berichtet uber den Stand der Betdiguiig
der Fachgruppen an der Naturforscherversamrnl~ngin Wiesbaden-Mainz.
11. Verschiedenes. Luftschutz.
Hieriiber gibt Herr L e p s i u s ein kurzes Referat. Die
Frage des zivilen Luftschutzes sei jetzt so weit gediehen, dall
praktisch mit den Vorbereitungen begonnen werden koune.
Der Verein deutscher Chemiker sei urn seine Mitarbeit gebeten
woiden; es solle daher an allen Orten, an denen der Aufbau
des Luftschutzes zur Durchfiihrung komme, ein beratender
Chemiker zur Mitarbeit berufen werden. Es gehe nun der
Wunsch an die Vorslaiidsratsvertreter dahin, in ihren Bezirksvereinen dariiber zu berichten und Herren namhaft zu rnachen,
die fiir eine solche sachverstandige Beratung in Frage komrnen.
Ende gegen 3 Uhr.
gez. D u d e n.
gez. S c h a r f .
1 a. Jahresberiht des Vorstandes.
Wir iiiul3ten schon in1 vorjiihrigen Bericht a d der Hauptversammlung in Wien ernsten Befiirchtungen Ausdruck geben,
dab die Weltwirtschaftskrise auch umeren Verein immer mehr
in Mitleideiischaft ziehen wiirde. Dies war bei dem starken
Anteil, den chemische Arbeit in jeder Form am gesamten
deutschen Wirtschaftsleben hat, vorauszusehen und unausbleiblicli. Nieniand sah aber dariials voraus, welches Ausmab dieae
Krisenzeit noch anuehmen sollte und welche ungeheuren Verwiistungen im Wirtschaftsbild sie herbeifiihren wiirde.
Auch in der Entwicklung und im Stand unseres Vereins
spiegelt sich diese enorme Verscharfung d e r Lage wider, und
es bedarf dauernd und noch lange aller Anstrengungen, uni
allen Schwierigkeiten zu begegnen. Es erscheint aber notwendig, in dem ernsten Bild von heute doch auch auf andere
Ziige hinzuweisen: darauf, dall allen Hemmnissen xum Trotz
cheinische Forschung und cheniische Technik auch in diesem
schweren Jahr wertvolle Fortschritte gemacht haben, daB die
chemische Forschung unseres Vaterlandes auch im vergangenen
.Jnhr durch die doppelte Erteilung des Nobelpreises ausgezeichnet wurde, dal( einzelne Zweige unserer Wissenschaft sich
:inschicken, neue grobe Grenzgebiete zu erobern, und dab endlich auch in der Tatigkeit unseres Vereiris in all seinen Zweigen
und in unserer Zeitschrift ein so vielseitiges und interessantes
Hild von Wissenschaft und Technik sich widerspiegelt wie nur je!
Solche Tatsachen geben uns die Gewahr des Wiederaufstieges, sobald Vertrauen, wirtschaftliche und politische Vernunft zu einer Gesundung aller Verhaltnisse zuriickleiten.
Wie die Zahlen unserer M i t g l i e d e r s t a t i s t i k im
vorliegenden Geschaftsbericht zeigen, ist e6 gelungen, die Abnahme des Mitgliederbestandes in mabigen Grenzen zu halten.
Die Zahl der Mitglieder ging in Jahresfrist urn wenig mehr als
500 bzw. rund 6% zuriick und betrug am 1. Januar d. J. nooh
fast 8300. Wenn dementsprechend das Ergebnis auf dem
Beitragskonto im ganzen der Erwartung entsprach, so wirkte
sich in vie1 hohereni M d e die Wirtschaftakrise auf die Geschgfte unseres Verlages aus. Hier litt einerseits der buchhandlerische Absatz an Nichtmitglieder, vor allem aber das
Anzeigengeschlft, das ja bisher den Hauptteil der Kosten
ullserer Zeitschriftenunternehmungen getragen hat. Dieeen
Ausfallen stehen ErsparnismaBnahmen gegeniiber, von denen
wir die Wiederherstellung einea gesunden Gleichgewichts
erwarten.
Ober die f i n a n z i e l l e L a g e d e s V e r e i n s und die
daraus hergeleiteten Ma5nahmen des Vorstandes wird in
einem besonderen Punkt der Tagesordnung berichtet.
Zur zunehmenden V e r s c h l e c h t e r u n g d e r L a g e
u o s e r e 6 B e r u f s s t a n d e s sprechen unsere Statistiken der
Chemiker und Cherniestudierendeii sowie der Bericht d%
Zentralstellennachweiseseine eindringlich ernste Sprache. Wii
mussen die Zahl der slellungslosen Chemiker einschliel3lich d e r
jungen Berufsanwarter, d i e vergeblich Eingang in die Praxis
suchen, mit nahezu 3000 veranschlagen, das w l r e n 20 bis 25%
der Gesamtzahl aller vor drei Jahren noch im Berufsleben
stehenden deutschen C'hemiker. A n g e s i c h t s d i e s e r e r schreckend groljen Zahl bereits brachliegender Arbeitskrafte mub uns d i e Feststellung
u n s e r e r P t a t i s t i k d e r C h e m i e s t u d i e r e n d e 11
von eineni erneuten vermehrten Andrang Zuni
chemischen S t u d i u m m i t groi3ter S o r g e e r fiillen.
,Selbst die zahlenmaBig schwachsten Studiengange, die zur
Zeit zur Promotion und auf d e n Arbeitsmarkt gelangen, konnen
nur zu einem Bruchteil Stellen a h Chemiker finden. Wir
miisen daher die vor der Berufswahl stehenden jungen Leute
imnier wieder warnend auf die schweren Enttauschungen hinweisen, denen sie angesichts dieser Sachlage entgegengehen,
wenn sie ohne ausgesprochene Neigung und ohne besondere
Eignung sich dem teueren und zeitraubenden Studium der
C'hemie zuwenden. Es ist auch bei normaleren Wirtschaftszeiten nicht zu erwarten, dai3 dem Angebot an Chemikern, wie
es sich in den letzten Jahren entwickelt hpt, ein nur annahernd
gleich hoher Bedarf gegeniiberstehen wird.
Da8 bei der hier geschilderten Sachlage die in Zahlen
nachweisbare Wirksamkeit des Z e n t r a 1s t e 1 1 e n n a c h w e i s e s - K a r l G o l d s c h m i d t - S t e l l e erheblich beeintrachtigt wurde, l i e auf der Hand. Trotzdem herrscht bei
den Tragern der Stelle Obereinstimmung dariiber, da8 diese
wichtige s a i a l e Einrichtung unbedingt fortgesetzt werden mu5.
Betreffs ihrer umfangreichen Arbeit sei auf die Ausfuhrungen
im gedruckten Geschaftsbericht verwiesen. Die H a u p t v e r s a in ~i 1 u n g i n W i e n darf in jeder Beziehung als wohl-
4. Ort und Zeit der nachsteii Hauytversamiiilung.
Mit Zustimmung des gesamten Vorstandsrates wird als Ort
der nachsten Hauptverf+amrnlung Koln in Aussicht genommen
und als Zeit die Pfingstwoche.
5. Zusanimenrrheit rnit anderen Verbanden iind Organisationen,
Herr K 1 a g e s verweist auf den gedruckt vorliegenden
Bericht. Dieser wird zur Kenntnis genommen.
6. Statistik der Cherniker und Chemiestudierenden.
Der gedruckt vorliegende Bericht wird genehmigt.
Angewandle Chemie
KJahrg. 1932. Nr. 251
________
gelungeii bezeichnet werden. Die Vortriige in den allgemeinen
und den Fachgruppensitzungen standen auf hohem Niveau und
waren gut besucht, und d e r OrtsausschuB verdient fur die ausgezeichiiete Vorbereitung und reibungslose Abwicklung des
ganzen Verlaufs d e n aufrichtigen Dank des Vereim. Auch lenl
Verein ungarischer Chemiker sind wir fur die liebenswurdige
1915 5410
1916 5333
168
233
157
181
Einladung nach Budapest zu bestem Dank verpflichtet.
Die B e z i r k s v e r e i n e haben wahrend des Berichtsjahres ihre wichtige Arbeit trotz der Erschwernisse der Zeit
1917 5317
1918 5367
1919 5549
260
475
684
130
238
165
1920 6001
554
920
1921 5568 1150
1922 6444 1669
1923 7828 1017
215
240
567
intensiv fortgeselzt. Auszuge aus ihren Jahresberichten befinden sich in den Handen des Vorstandsrates. Die Berichte
lassen erkennen, \vie vielgestaltig die wissenschaftlich-technischen Anregungen sind, die in Vortragen und Besichtigungen
den Mitgliedern im Laule des Jahres geboten werden.
Die Arbeit der A u s s c h iis s e mui3te unter der Not der
Zeit eingeschrankt werden. Imiiierhin ist in den Ausschiissen,
die in Gemeinschaftsarbeit iiiit befreundeten Vereinen bestehen, im Beriohtfijahr noch vie1 Wichtiges gelektet worden.
Buch der GebuhrenausschuR hat eine Sitzung abgehalten. Im
ubrigen muB auch hier auf den Geschaflsbericht verwiesen werden.
Einen AusfluD der Gemeinsehaftsarbeit bildete der Aufruf
gegen die Oberfullung der Hochschulen, der vom ,,Verein zur
Wahrung", deni ,,Arbeitgeberverband'I, dem ,,Bund" und
unserem Verein unterzeichnet wurde. Auch eine Eingabe an
das Reichsjustizniinisteriuni wegen ausreiohender Vertretung
der Chemie in den Direktorenstellen beim Reichspatentamt
wurde von diesen vier Verbanden gemeingam unterzeichnet
und vertreten. Andere Eingaben sind im Bericht uber den
GebuhrenausschuB vermerkt; diese hatten die Beseitigung VOII
Harten zuin Gegenstand, die die dritte Notverordnung durch
AuBerkraftsetzuiig von 9 4 d e r Gebiihrenordnung von Zeugen
und Sachverstandigen im Gefolge hatte. Durch unsere Mitnrbeit bei der Frage der W i r t s c h a f t 6 p r ti f e r im Rahmen
tles Deutschen Verbandes technisch-wissenschaftlicher Vereine
liaben wir erreicht, daB auoh mehrere Chemiker zu Wirtschaftsprufern ernannt, einzelne auch in die Zulassungs- und Prufungsstellen berufen worden sind.
Ein schweres Jahr liegt hinter uns. Auch heute scheint der
liefste Punkt wirtschaftlicher Depression n w h nicht erreicht
zu sein, und dunkel liegt noch die Zukunft unseres Vaterlandes, unserer Wirtschaft und aller ihrer Trager und Faktoren
vor WE. Wenn wir alle aber d i e GewiBheit hegen, daB wir uns
wieder emporkampfen werden, so wissen wir uns mit Ihnen
nllen einig in den1 Wunsche, dai3 auch der V. d. Ch. die
schweren Zeiten - wie e r s c h m die schwierigen Jahre des
Kriegea und der Inflation uberwundeii hat - ubersteht durch
Sparanmlteit, durah zielbewuBte Fiihruiig uud nicht zuletzt
(lurch vertrauensvolle Zusammenarbeit gerade der Kreise, die
liier ini Vorstandsrat vertreten sind.
1 b*). Mitgliederbewegung.
Mitgliederbestand am 31. 12. 1930 . . . . . . . .
Neu eingetreten 1931 . . . . . . . . . .
-.
bestand
am 1. 1.
1888
1890
1895
1900
1905
1910
-
429
1120
2096
3118
4131
-.
Neu
Aus-
sf&
t$&
Gestorben
-
-
-
430
357
480
105
173
137
15
20
36
-
-
-
Reiner
5%
w",isBezirks237
139
9
310
164
317
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FachOrtk liedert.
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5
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19
20
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-
-
-
-
12
-
-
_
-
-
_
-
-
-
*) Die Ziffern vor den einzelnen tiberschriften entsprechen
den Punkten der Tagesordnung der Vorstandsratssitzung.
gliederMit-
Neu-
bestand
am 1. I.
Aus-
tzLn
:?&
Ge-
Reiner
slorben
1924 8225
637 1447
1925 7369
1926 7727
1927 7916
1928 8262
8668
823
798
838
830
599
427
547
423
365
397
1930 8798
1931 8760
1932 8241
514
322
488
762
wt&
"d",",'
Zahl
7ahl d. Zahl dsr
der
selbst. angeOrts- giiedert.
Bezirks- Fachvereine gruppen gruppen Vercine
Abnahme
77
23
16
23
Zunahme
80
50
23
61
176
23
61
458 26
88
68
Abnahme
433
23
Zunahme
59
876 23
45 1384 25
53
403 24
Abnahme
46
856 26
Zunahme
38
358 26
62
189 27
69
348 27
59
406 28
72
28
A t nahiiie
64
38 28
79
519 27
67
13
13
-
-
13
14
14
-
-
13
-
-
14
14
15
-
1
2
2
14
_-
3
14
15
16
16
2
2
2
3
4
4
4
16
17
2
3
3
-
2
A. M i t g l i e d e r s t a n d d e r B e z i r k s v e r e i n e a m 30.4.
Bezirksvereine 1932 1931 1930 1929 1928 1927 1925 1923 1921 1919 1905
...
Aachen
Berlln.
Braunschweig
3remen
52
46
326
690
53 52
56 67
57 66
50 54
333 326
572 566
60
125
77
55
228
534
979
296
213
67
22
i2
985
305
213
65
238
67
923
311
225
48
228
63
858
293
196
45
220
628
290
182
426
-
216
-
?%-
239
141
172
46
728
57
281
144
169
43
687
60
153
73
692
250
164
177
51
679
71
133
78
676
246
166
170
58
687
65
230
153
182
56
53
;54
487 526
3,, 38
48fi
34
151
61
212
41
...
-
sn
..
...
Dresden. . .
Frankfurt
.
Or. Berlin und
Mark . . .
Hamburg .
Hannover
Hessen
Leipzig
MaPdebure:
Mith-u. flederschlesien ,
Niederrhein
Nordbayern
Oberhessen
Oberrhein.
Oberschleslen
Osterreich.
Pommern . . .
Rheiniand
RheinlandWestfalen.
Saargebiet.
Sachsen und
Anhalt
SchleswigHolstein
Siidbayern
Thirdngen.
Wiirttemberg
.
. ..
...
..
.
.. ...
..
..
.
..
...
.
..
...
..
..
..
.
43
314
639
065
271
203
69
23 i
69
216
126
153
39
680
52
189
61
50C
66
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52
167
83
42
227
501
37
-.
24
124
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s 29
142
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28
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65
154
53
25
275
236
478
279
173
185
206
110
458
70
202
55
255
39
265
28
274
209
20
253
242
206
163
502
193
158
29
150
536
173
134
57
220
101
124
67
171
215
80
389
61
159
189
63
-
71
-
302
253
~~
-
- iii
83
594
63
114
71
535
144
202
69
266
19
100
46
449
45
520
56
580
51
579
35
247
531 527
29 32
505
36
408
31
298 '326
25
10
322
24
307
24
155
507
508 477
466
329 ::259
292
249
184
249
38
152
64
232
42 42
164 172
71 78
244 212
40
169
64
224
37
14
25
53
236
-
185
69
688
110
680
160
-
178
103
-
33
29
19
-
-
-
-
-
-
147
1 52
126
61
6482 6948 6855 6748 6374 5763 3700 4455 4202 4012 2398
8760
322
9082
Austritte . . . . . . (62
Gestorben . . . . . 79
841
Bestand am 31. 12. 1931 . . . . . . . . . . . 8241
Mitgliederbewegung voni 1. 1. bis 30. 4. 1932
Neu eingetreten . . . 87
Gestorben . . . . . 34
53
Bestand am 30. 4. 1932 . . . . . . . . . . . . 8294
Die Entwicklung des Vereins seit dein 1. 1. 1888 wird durch
die uachfolgende Obersicht wiedergegeben:
gliederMit-
415
Geschiiftsbericht des Vorstandes des V. d. ('h. fur dns Jahr 1931
-_
B. S e 1b s t a II d i g e 0 r t s g r u p p e n.
Chemnitz
GBttingen.
..
..
1932 1931 1930 1929 1928 192i
33
31
25
23
13
24
22
21
27
26
10
18
- - - -.
. . . . .
-
C. F a c h g r u p p e n .
Laut unserem Verzeichnis hatten die Fachgruppen folgende
Mitglieder
Mitgliederzahlen :
1932 1931 1930 1929 1928 1927 1926 1925
109 106 110 122 125 103 105
304 317 378 261 257 224 226 247
355 328 319 220 329 257 269 260
105 112
92
96 103 104
96
23
5n
49
51
49
44
48
43
46
. is 19 19 19 17 11 13 12
. 86 81 70 84 70 55 61 88
221 177 lli8 168 175 175 120 127
131 132 136 142 100
77
n 28
166 157 149 155 156 165 193 159
-5fl
34
5s
60
48
62
47
48
. . . . . . . 110
Analytische Chemie
Anorganische Chemie . . . . . .
Brennstoff- und MineralBlchemie
Fettchemie . . . . . . . . . . .
Girungschemie . . . . . . . . .
Geschichte der Chemie
Gewerblicher Rechtfschutz
Med.-pharmazeutlsch. Chemle
Kbrperfarben und Anstrichstoffe
Organlsche Chemie
Photochemle und Pho graphie
Unterrichtsfraeen und&irt schaftschemie
Chemie der Farben- und Textllindustrle . . . . . . . . . . .
Wasserchemie
Landwlrtschaftschemie
Fachgruppe f. gerichtllche, gozlale
und Lebensmlttelchemle.
Chemie in der Verwaltung . . . .
....
..
..
......
.
. .-. . . . . . . . . .
.........
.....
...
61
66
66
69
80
72
157
201
92
162
190
122
175
159
124
180
156
134
179
153
140
167
116
65
54
4u
48
41
45
41
-
-
-
-
79
77
131
-
416
Chrmie
IAngewandte
Jahrg.
Nr. 25
Geschaftsbericht des Vorstandes des V. d. C'h. fur das Jahr 1931
45.
1932.
Vermiigensiibersiht
des Vereins fur den 31. Dezember 1931.
-_.__
Besitz:
Kasse
181,54
Portokasse . . . . . . . . .
50,81
Postscheckguthaben . . . . . . 6 784,75
Usterr. Postsparkassenguthaben
. 616,83
Guthaben bei der Dresdner Bank.
Wertpapiere . . . . . . . . .
Schuldner.
. . . .
Verlag Chemie: Unsere Beteiligung
Einrichtung . . . . . . . . .
Bibliothek . . . . . . . . . .
Papierlager . . . . . . . . .
Zeitschriftenlisten . . . . . . .
Gebiihrenveneichnis. . . . . .
Betriebsverlust 1931 . . . . . .
M.
. . . . . . . . . . .
.
. . . .
Pf.
232
35
7 401
12 728
2 985
85 210
6 600
8 987
3 576
445
127
88
34 802
58
163185
-
-
-
Verbindlichkei ten:
Gllubiger
Verlag Chemie: lauf. Rechnung . .
Einnahmen aus Beitragen 1932 . .
Guthaben der C. Duisberg-Stiftung 12 587,85
der E. A. Merck-Stiftuag . 1579,42
Rticiiagen desvereins . . . . .
~
Pf.
90
97
48
14167
30040
I
27
26
163185
1
88
/
71
15
40
62
93
15
99
1
1
M.
71034
7881
40061
. . . . . . . . . .
88
Betriebsergebnis
des Vereins fur da8 Jahr:
Ausgaben:
Geschaftsstelle, Beirat,
Rechtsauskunftsstelle . . .
Redaktion . . . . . . . .
Honorare, Literatur . . . .
Mitgliederverzeichnis, Drucksachen, Hauptversammlung .
Bezirksvereine Vortrlge und
Ruckvergiitungen . . . .
Ausschusse, Mitgliedschaften
in anderen Vereinen . . .
Vorstandsunkosten, Ehrungen .
Vorstands- und Vorstandsratssitzung . . . . . . . .
ZentralstellennachweisKarl Goldschmidt-Stelle . .
Reisestipendien . . . . . .
Kursverlust . . . . . . .
Auslandspatentlisten . . . .
ZuschuD zu den Kosten d. techn.
Herstellung der Zeitschriften
Abschreibungen. . . . . .
Unvorhergesehenes . . . .
BerriebsuberschuD. . . . .
M.
M.
Pf
Pf.
54671 34 59 509
55601 26 54146 72
15655 1 6 31835 52
687 69
6034 74
6 000' -
22095 35 22199 93 22300 -
Einnahmen:
M.
Pf
M.
Pf
M.
Pf.
Mitgliedsbeitrage . . . !02744 04 195544 32 !00000 Zinsen . . . . . . .
4039 99
2500 2376 50
- - - 4000 Verschiedene Einnahmen
ZeitschriftenlistenuberschuD
7130 74
3050 97
- Zeitschriften des Vereins 39330 16
- - 34802 99
Betriebsverlust
. . .
. . . . .
10726 63 11 732 23 11500 1074 30 1551 57 1200 11 027 25 16 508
- 14000
-
18500 - 18500 - 18500 --_
5308 _ _
-_
79 56
-
-_
-_
3440 34
- _
_ _
5804 90
2643 17
_ -
- -
2000 3300 -
_ _
_ _
14 457 61
1532441 93 2357741 78 2305001 -
I 253 244 I 93
I
1
235 774 78 !30 500 -
--
VermBgensiibersiht der Hilfskasse
fur den 31. Dezember 1931.
~-
-
I
Besitz:
Guthaben bei der Dresdner Rank . .
Wertpapiere . . . . . . . . . .
Forderung an das Geschaftsjahr 1932.
Darlehnsempfanger. . . . . . . .
.
.
.
.
.
.
.
.
- -_
Ausgaben:
. . . . . . .
. . . . . .
. . . . . .
Allgemeine Ausgaben.
Unterstiitzungen . . . . .
Kursverlust an Wertpapieren
BetriebsiiberschuD . . . .
. . . . . .
M.
5 749
148 335
2540
1000
I
I
I 157624 1
I
I
Pf.
40
18
-
V e r b i n d l i c h k e i t e n:
Schulden beim Verein deutscher Chemiker
Hinterlegte Wertpapiere
Vermogen am 1. Januar 1931 , 151 157,09
BetriebsuberschuB . . . . . . 4 262,84
. . . .
58
M.
Pf.
2133
29 862
10 103
4 262
18
01
62
84
Einnahmen:
Spenden . . . .
Ruckgez Darlehen
Zinsen . . .
. . . . . . . . . .
. . . . . . . . . .
. . . . . . . . . .
M.
1204
1000
'
Pf.
65
-
155 419
1
93
157624
1
58
M.
Pf.
32452
1999
11909
95
70
I
Angewaiidk Chrniie
45. Jahrg. 1932. Nr. 251
417
Geschaftsbericht des Vorstandes dea V. d. Ch. fur das Jahr 1931
C. Duisberg-Stiftung.
Vermogensubersicht fur den 31. Dezember 1931.
Besitz:
Verbindlichkeiten:
.
Forderung an den Verein deutacher Chemiker
M.12587.85
Vermogen am 1. Januar 1931.
Zugang It. Betriebsergebnis .
. . . M.12413,lO
. . . ,, 174,75
M.12 587,85
M.12587,85
M.12 587,85
B e t r i e b s e r g e b n i s fur den 31. Dezember 1931.
Ausgaben:
Ausgaben fur Ehrungen
UberschuD . . . . .
-
Einnahmen:
. . . . . . . . . .
. . . . . . . . . .
M. 435,M. 174,75
Zinsen aus Guthaben beim Verein deutscher
ck?miker . . . . . . . . . . . . .
. .
M. 609,75
609,76
M.
609,75
E. A. Mer&=Stiftung
Vermogensiibersicht fiir den 31. Dezember 1931.
Bes itz:
Verbindlichkeiten :
Forderung a n den Verein deutscher Chemiker
. .
M. 1679,42
Vermogen am 1. Januar 1931
Zugang It. Betriebsergebnis.
. . . . M. 1490,02
. . . . ,, 89,40
M. 1579.42
M. 1579,42
M. 1579.42
B e t r i e b s e r g e b n i s fur den 31. Dezember 1931.
A usgaben
:
BetriebsiiberschuB
. . . . . . . . . . . . .
M.
89,40
Bericht der Rechnungspriifer.
Am heutigen Tage nahmen wir in der Geschlftsstelle des
Vereins deulscher Chemiker e. V., Berlin W 35, Potsdamer
StraBe 103 a, eine eingehende Prufung seiner Bucher vor. Dieser
Prufung wurde wie im Vorjahre der Revisionsbericht des Herrn
Prokuristen F e 1 d e r zugrunde gelegt, den dieser nach Durchsicht der Bucher und aller Belege erstattet hatte.
Wir pruften die Aufstellung uber das Vermogen und die
Ubersicht uber das Betriebsergebnis, insbesondere auch iiber
das Ergebnis der Zeitschriften des Vereins. Auch das Post-
Einnahmen:
Zinsen aus Guthaben beim Verein deutacher Chemiker M. 89,40
scheckkonto, das Bankguthaben und das Verxeichnis der laut
Bankausweis vorhandenen Wertpapiere wurden durchgesehen
und a b richtig befunden. Ebenso der Bestand der Kasse an
Bargeld. Mehrere Stichproben ergaben vollige Ubereinstimmung
der Eintragungen mit den betreffenden Belegen. Die Bucher
waren sauber und iibersichtlich gefuhrt, und wir fanden keinen
AnlaB zu Beanstandungen.
Berlin, den 16. April 1932.
gez.: Dr. Hans A 1 e x a n d e r.
gez.: Dr. Fritz W i 1c k e.
3. Berihtigter Hanshaltsplan fiir 1932 und vorliiufiger fiir 1933.
___.
Ausgaben:
1. Geschaftsstelle, Beirat, Rechtsauskunft
2. Redaktion Hannover . . . . . . .
3. Berliner Redaktion . . . . . . .
4. Honorare, Literatur . . . . . . .
5. Mitgliederveneichnis, Drucksachen
Hauptversammlung. . . . . . .
6. Bezirksvereine, Vortrage und Riickvergutungen . . . . . . . . .
7. Ausschiisse, Mitgliedschaft in anderen
Vereinen . . . . . . . . . .
8. Vorstands- und Vorstandsratsunkosten
9. Zentralstellennachweis - Karl
Goldschmidt-Stelle . . . . . . .
10. Abschreibungen . . . . . . . .
11. Zeitschriften des Vereins . . . . .
12. Unvorhergesehenes . . . . . . .
-
RM.
RM.
58 500
15 000
28000)
62 000
24 000
55000
35 000
4000
6000
17000
22000
7000
5000
12500
1000
0000
10000
I
15200
11500
18500
2000
Einnahmen:
Mitgliedsbeitriige, Zinsen, verschiedene
Einnahmen . . . . . . . . . .
Zeitschriften des Vereins. . . . . .
Betriebsverlust . . . . . . . . .
.
.
.
In Wien
Berichtigt
genehmigt
RM.
RM.
184 000
206 500
14 000
10 000
-
/
-
3300
I 184000
230 500
418
Geschaftsbericht des Vorstandes des V. d. Ch. fur das Jahr 1931
5. Zusammenarbeit
mit anderen Verbhden und Organisationen.
Verband Deutscher chemischer Vereine (Deutsche Cheniische Gesellschaft, Deutsche Bunsengesellschaft, Verein deu!scher Chemiker). D s r Verband trat endgultig der ,,Union de
Chimie" bei, nachdem eine von ihm geforderte Satzungsanderung
ini ,,Conseil des Unions scientifiques" erfolgt war. Die satzungsgemaB aus dem Vorstand ausscheidenden Herren H a b e r und
W i 1 1s t a t t e r wurden auf drei Jahre wiedergewahlt, als Vertreter des V. d. Ch. die Herren D u d e n und S t o c k.
Der fur den 3. bis 10. April 1932 in Madrid geplante
IX. Internationale KongreB fur reine und nngewandte Chemie
erfuhr durch die in Spanien eingetretene politische Umwalzung
eine Verzogerung; e r wurde auf unbestimmte Zeit vertagt.
In der Internationalen Atomgewichtskommission der Uniori
ist Deutschland durch die Herren Prof. Dr. P. H o n i g s c h m i d t , Munchen, und Prof. R. J. M e y e r , Berlin, vertreten. Es liegt ein Bericht der Kommission vor, nach welcheni
u. a. in der deutschen Ausgabe der Atomgewichtstabelle der
Name des Elementes 86 (bisher Emanation) in , . R a d o n " ,
Symbol Rn, Atomgew. 222, geandert worden ist.
Es wurde eine ,,Nomenklaturkommission" iiber organische. ailorganische und Biochemie, sowie eineKommission fur Vereinheitlichung der Berichterstattung der Referatenorgane gebildet.
Deutscher AussehuS fur den mathematischen und naturwissenschaftlichen Unterricht (Damnu). (Vorsitzender : Prof.
Dr. K o n e n , Bonn.) Der AusschuB beschaftigte sich im Berichtsjahre rnit den1 weiteren Ausbau der Ordnung fur die
wissenschaftliche Prufung fur das hohere Lehramt. Uber die
~nineralogische Ausbildung der Chemielehrer gelang es, eiii
Obereinkommen zu treffen, das auch den chemischen Interessen im vollen Umfange gerecht wird. Durch die in PreuBen
durchgefuhrten Sparmafinahmen wurde gegenuber den anderen
Fachern in erheblichem AusmaBe der chemische Unterricht an
den hoheren Schulen zuruckgedrangt, der der Stundenzahl nach
etwa auf die Halfte reduziert wurde. Der Vorsitzende des
Damnu beric.htete daruber d e r Gesellsohaft deutscher Naturforscher und Arzte, die den Ministerien der deutschen Staaten
folgende Entschliefiung ubermittelte:
,,Die aus der wirtschaftlichen Lage des Deutschen Reiches
entspringenden Notmafinahmen diirfen keine Dauerregelungen
schaffen, die, ohne von erheblicher finanzieller Bedeutung zu
sein, grundlegende Anderungen in der Struktur des deutschen
Unterrichtswesens vornehmen. Die Gelegenheit von Notverordnungen darf nicht dazu benutzt werden, um ohne Anhorungen der Sachverstandigen einseitige Eingriffe in die deutschen
Hochschulen und in das gesamte Schulwesen zu machen, die die
bewahrte Ordnung zu storen geeignet sind. Die deutschen
Naturforscher uiid Arzte fordern rnit Nachdruck, daB keine Neuordnungen im Unterrichtswesen der Hochschulen und Mittelschulen auf den Gebieten der Mathematik, der Naturwissenschaften und d e r Medizin getroffen werden, ohne dai3 ihnen
Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben worden ist."
Der V. d. Ch., dessen Interessen durch den ,,Damnu" verfreten werden, enthielt sich einer besonderen Stellungnahme.
Deutscher AusschuD fiir Technisches Schulwesen (Datsch)
E.V. (Vorsitzender: Dr.-Ing. e. h. Arnold L a n g e n , KolnDeutz.) I m Berichtsjahr wurde die Bearbeitung der allgenieinen Fragen von den Lehrinittelarbeiten abgetrennt und umfassender behandelt. Der Lehrmitteldienst wurde auf dern Gebiete des technischen Ausbildungswesens wiederholt zur Mitarbeit bei der Neuorganisation technischer Lehrwerkstatten und
Fachschulen des Auslandes herangezogen. Er konnte dank der
von Verbanden und Industriefirmen gewiihrten Unterstutzungen
auch in1 Berichtsjahre seine Arbeiten weiter ausbauen und
durch Herausgabe von Lehrblattern, Lehrgangen und Tafeln, zu
deren Begutachtung wir, soweit e s sich urn chemische Dinge
handelte, herangezogen wurden, neue Wirtschafts- und Schulltreise f u r die Datsch-Arbeiten interwieren. Es wurde in Aussicht genommen, die fruher vom V. d. Ch. herausgegebenen
technologischen Bilderbogen in einer noch zu vereinbarenden
Form mit dem Dntsch zu bearbeiten. Auf deru Gebiete der
technischen Erziehung und Ausbildung lag Besonderes nicht vorDer Datsch beteiligte sich an insgesamt 26 Ausstellungen,
die in den verschiedenen Stadten Deutschlands und des Auslandes stattfanden.
Chemie
[45.Angewandte
Jahrg. 1932. Nr. 25
Forschung 6ut not. Der EntschluB, weite Kreise unseres
Volkes mehr als bisber von der Notwendigkeit der Forschung
zu uberzeugen, war die Veranlassung, daij sich die Gesellschaft
Deutscher Naturforscher und Arzte, die Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft, der Verband der Deutschen Hochschulen, d e r Verband
deutscher Elektrotechniker, Verein deutscher Chemiker, Verein
deutscher Eisenhiittenleute unter Fiihrung des V. D. I. zu einer
,,Deutschen Forschungsgemeinschaft" zusammeuschlossen, UITI
unter der Rubrik ,,Forschung tut not" die Bedeutung d e r
wissenschaftlichen Forschung hervorzuheben und so die
drohende Abdrosselung d e r deutschen Wissenschaft durch vermeintliche Sparmafhahmen zu verhindern.
Die Propaganda fur diese Bestrebungen geschieht durch
Fuhlungnahme der oben bezeichneten Verbande uber die zu
ergreifenden Maanahmen, durch Herausgabe zwangloser Hefte,
,,Forschung tut not", durch Zusamrnenarbeit rnit der Presse
unter dem Kennwort ,,Deutsche Forschung" und durch Inanspruchnahme des Rundfunks und der Deutschen Welle. Fur
letztere hat Prof. A. B i n z das Thema: ,,Was die Wirtschaft der
chemischen Forschung verdankt" 1932 ubernommen.
Die bisher erschienenen vier Hefte ,,Forschung tut not"
zeigen den bedeutenden Einflufi, d e n die Chemie innerhalb der
gesamten Naturwissenschaften einnimmt, und betonen ungewollt
ihre Bedeutung fur die Gesamtwirtschaft unseres Volkes.
Deutscher Verband technisch - wissenschrftlicher Vereine.
(Vorsitzender: Geh.-Rat d e T h i e r r y . ) Die im Jahre 1930
beini Verband geschaffene ,,Vermitllungsstelle fiir technischwissenschafllichen Quellennachweis" hat ihre Tatigkeit aufgenommen. Es wurde in 487 Fallen Auskunft gegeben, das Ausland war an diesen Anfragen mit etwa 24% beteiligt. Auf
chemischem Gebiete wurden Auskunfte sowohl vom V. d. Ch.
als auch durch das ,,Chemische Zentralblatt" bereitwilligst erteilt. Der ,,Ausschui3 ftir Technisches Schrifttum" gab drei
Hefte heraus, ein ,,Kurztitelverzeichnis technisch-wissenschaftlicher Zeitschriften", ein ,,Merkblatt fur technisch-wissenschaftliche Veroffentlichungen" und ein ,,Merkblatt fur die Resprechung technisch-wissenschaftlicherBucher", die fur das
technisch-wissenschaftliche Schrifttum sowie dessen Bearbeitung
wertvoll sind.
Wirtschaftspriifer. Der Verband erhielt eine offizielle Verlretung der ,,Technik" sowohl im Institut fur Wirtschaflsprufer
(ehem. Institut ftir Revisions- und Treuhandwesen) wie in der
,,Hauptstelle fiir die offentlich bestellten Wirtschaftspriifer". Ek
ist seinen Bemiihwqen gelungen, durchzusetzen, dafi in allen
Zulassungs- und Prufungsstellen, die im Deutschen Reiche eingerichtet sind oder noch eingerichtet werden, unter den Vertretern des Berufes mindestens auch ein Vertreter der ,,Technik"
vorhanden sein muB. Nur dadurch war es uns nach langen Verhandlungen auch mit anderen Verbanden mbglich. den Chemikern die Betatigung als Wirtschaftspriifer zu sichern, das
Vorschlagsrecht fur die Benennung von Mitgliedern fur die
Prufungastellen zu erhalten und Einfluij auf die Ausgestaltung
der Priifungsordnung fur Wirtschaftspriifer zu gewinnen.
Deutscher NorrnenausschuS (D. N. A.) (Vorsitzender: Dr.
Dr.-1%. A. N 0 u h a u s.) I n vier Prasidialsitzungen wurden die
Regularien erledigt und die vorliegenden Norrnenentwurfe genehmid. Vertreter des V. d. Ch. im Prasidiuin Prof. Dr.
K 1a g e s .
Am 8. und 9. Mai 1931 veranstaltete d e r Deutsche Nornienausschufi gemeinsam rnit anderen a n d e r Rationalisierung beteiligten Verbanden eine ,,Betriebswissenschaftliche Tagung"
in Niirnberg. Den einleitenden Vortrag hielt Dr.-Ing. e. h.
W. H e 1 m i c h , Berlin, ,,Zlber die Bedeutung der technischwissenschafllichen Cemeinschoflsarbeit", in welcheni er ausfiihrte, ,,daB die Deutsche N o r m u g eine der bedeutendsten Erscheiiiungen der technisch-wissenschaftlichen Gemeinschaftsnrbeit sei. Es hieBe ihren geistigen Inhalt nicht aussohopfen,
wenn man sie lediglich unter dem Gesichtswinkel d e r Rationalisierung sahe und in ihr nur einen Ausdruck nuchterner Wirtschaftlichkeit erblicken wurde". Es schlofi sich eine Reihe von
Vortragen aus den verschiedenen Fachgebieten an. An der
Weiterentwicklung der Normen nahni der Normenausschui3 der
.,D e c h e m a" rnit seinen Fachnormenausschussen fur chemische
Laboratoriurnsapparate und fiir chemische GroBapparate wiederum wertvollen Anteil. In dieser Hinsicht wird auf den Jahresbericht der ,,D e c h e m a" verwiesen.
Angewandte Chemie
45. Jahrg. 1932. Nr. 251
(ieschaftsbericht des Vorstandes des V. d. Ch. fiir das Jahr 1931
ReiehsausschuS fiir Lielerbedingungen (R. A. L.) (VorsitzenDer V. d. Ch. hat
sich irn Berichtsjahr a n der Gemeinschaftsarbeit beim Reichsausschuf3 fur Lieferbedingungen (R. A. L.) beim Reichskuratorium fur Wirtschaftlichkeit (R. K. W.), Berlin NW 7, rege beteiligt. I m Rahmen der Arbeiten des R.A.L., dessen Aufgabo
PS ist, einheitliche Lieferbedingungen, Bezeichungsvorschriften
und Prufverfahren auf den verschiedensten Waren- und
Materialgebieten zur Forderung wirtschaftlichen Einkaufs und
Verbrauchs, der Vertiefung der Warenkunde aufzustellen,
konnte der Verein in Sitzungen fachlich beratend mitwirken
und Entwurfe fur R. A. L.-Vereinbarungen begutachten. Von
den irn Berichtsjahr neuerschienenen R. A. L.-Hedingungen
unterzeichneten wir im Einvernehnien init unseren sachkundigen Beratern die folgenden:
Lieferbedingungen und Prufverfahren fur pulverfilrmige
Casein-Kaltleime R. A. L. Nr. 093 C. Lieferbedingungen und
Prufverfahren fur TitanweiB R. A. L. Nr. 844 H. Prufverfahren
fur Seifen und seifenhaltige Waschmittel R. A. L. Nr. 871 A/2.
Ferner wurden uns nachstehende R. A. L.-Vereinbarungsn
zur gutachtlichen Stellungnahme zugeleitet :
Lieferbedingungen und Prufverfahren fur Milchsaure-Caseiii
ids Rohstoff (fur technische Zwecke) R.A.L. Nr. 093B. Lieferbedingungen fur Turkischrotole R. A. L. 839 A. LiefeTbedingungen fur Lackbenzin R.A.L. W E .
Die R. A. L.-Vereinbarungen 6ind durch den Beuth-Verlap.
Berlin SW 14, oder durch unsere Geschaftsstelle, Berlin W 35,
zu heziehen.
Korroeionstagung. Der Verein deutscher EisenhOttenleute,
der Verein Deutscher Ingenieure, der Verein deutscher
Chemiker und die Deutsche Gesellschaft fur Metallkunde haben
sich zu einer Gemeinschaftsarbeit auf dern Gebiete der Korrosion und des Korrosionsschutzes zusarnmengeschlossen.
Am 20. Oktober 1931 fand die I. Korrosionstagung in
Berlin statt, an der etwa 750 Personen teilnahmen. Die
Ihrchfuhrung d e r Taguog hatte der Verein deutscher
Eisenhiittenleute ubernommen. Prof. Dr.-Ing. e. h. P. G o e r r e n s eroffnete die Sitzung, in dem e r Zweck und Ziels
der geplanten Gemeinschaftsarbeit darlegte und auf die
groBr Bedeutung hinwies, die von allen Seiten den Korrosionsfrngen beigemessen wird. Es sei nicht notig, f u r
diese Zwecke einen besonderen AusschuB oder einen Verein zu grunden, sondern man solle die Bearbeitung vielriirhr an den Stellen belassen, die zur Losung der Aufgaben
itm besten geeignet seien. Hier gelte es, eine Querverbindung
Y U schaffen, urn die wertvollen Erfahrungen der verschiedenen
Stellen fur die Gesamtheit nutzbar zu machen. Den einleitenden Vortrag hielt Prof. Dr. H. M a r k , Ludwigshafen: ,,Die
Korrosion als physiknlisch-chemisches Problem", in dem die Zusammenhhge, welche zwischen Korrosion, Adsorption und Katalyse bestehen, geschildert und als wesentlich fur die Ergrundung
des Mechanismus von Korrosionsvorgangen bezeichnet wurden.
Insbesondere musse dem Feinbau der reagierenden Oberfliichen
die grofite Beachtung gescbenkt werden. Im Anschlufi daran
fanden weitere elf Vortrage statt, die durrhweg ein hohes
Niveau aufwiesen. Die Durchfuhrung der 11. Korrosionstagugg
1933 hat die Deutsche Gesellschaft fur Metallkunde ubernommen.
Deutscher Verband fir die Materialyriifungen der Teehnik
(D. V. M.). (Vorsitzender: Generaldirektor Dr.-Ing. e. h. K o t t g e 11.) Der Verein wurde im Berichtsjahr im technischen AusschuB 9 durch die Herren Prof. Dr. K l a g e s und Dr. Fritz
F r a n k vertreten.
Der AusschuB be?aBte si'ch mit der Ausarbeitung der endp l t i g e n Fassung der Prufverfahren von Schmiermitteln (Richtlinien fur den Einkauf und die Priifung von Schmiermitteln)
i l l Zusanirnenarbeit mit anderen Au?6chussen des D. V. M., den:
FachnormenausschuB fur Schmiermittelanforderungen in DUsseldorf, der wissenschaftlichen Zentralstelle fur 01- und Fettforschung (Wizoff), in Fiihlungnahme mit dem Deutschen
NormenausschuB. Ober die ,,Probenahme von Blartig-flUssigen,
salbenartig-breiartigen und fettartig-festen Stoffen, fiber die
Toleranz, das spezifische Gewicht, den FlieB- und Tropfpunkt,
Zlhigkeit, Wassergehalt, Aschegehalt, Verseifungszahl und insbesondere den Flamrnpunkt" konnten endgiiltige Vereinbarungen, Normen, geschaffen werden, die nach dem heutigen Stande
von Wissenschaft und Technik das Besterreichbare darstellen. An
der: Dr.-Ing. e. h. G. H a m m e r , Berlin.)
419
den Untersuchungen, die vorwiegend physikalisch-chemischer
und apparatekundlicher Art waren, hat sich eine Anzahl
von Mitgliedern unseres Vereins in hervorragender Weise beteiligt. Die Prufverfahren sollen dem Norniensammelaerk des
Deutschen Normenausschusses zugefuhrt werden.
,,FachaussehuB fur Anstrichtechnik" im Verein Deulseher
Ingenieure und Verein deutscher Chemiker. (Vorsitzender :
Ministerialrat E 1 1 e r b e c k.) I m Vorstand des Fachausschusses
und i n i FodererausschuI3 ist d e r V.d.Ch. durch die Herren
Komnterzienrat Dr. G a d e in a n n und Prof. Dr. K 1 a g e s vertreten. Der FachausschuB hat seine Aufgabe, wissenschaftliche
Forschungen auf seinem Gebiete anzuregen, zu fordern und
sie fur die Allgemeinheit nutzbar zu machen, auch im Berichtsjahre durch die Abhaltung von Sprechabenden und die Herausgabe von Schriftreihenl) gefordert. Es erschienen: Prof.
H. W a g n e r : ,,Mikrographie d e r Buntfarben, 111. Gelbe Eisenoxydfarben. Umbra." - W. T o e 1 d t e (Staatl. Materialpriifungsamt) : ,,Untersuchungen uber Nitrocelluloselacke mit Pigmenten."
- H. W o 1f , Berlin: ,,Vergleichende Untersuchungen von
Trockenstoffeii." - Die F o r s c h u n g s a r b e i t e n wurden
bearbeitet von: L. A n g e r e r : ,,Untersuchungen uber Perilla61." - E. H u r r : ,,Untersuchungen russischer Leinsaaten." M. N e i d h a r d : ,,Linoxynuntersuchung." - J. S c h e i b e r :
,.Uber Ricinusol. Peroxydreaktion trocknender Blfilme." -E. R o 13 m a n n : ,,Holzolforschung." - S e u f f e r t , Miinchen:
,,Verlangerung d e r Lebensdauer von Holzollacken."
Es wurde weiterhin ein ,,Unterausschup fur einheitliche
Festlegung von Benennungen und Begriffsbestimmungen in der
Anstrichtechnik" gebildet (Obmann Prof. K i n d s c h e r), urn
die Verstandigung innerhalb der beteiligten Kreise auf dieseni
wichtigen technisch-wissenschaftlichen Gebiete zu erleichtern.
Die Vorschlage liegen im Entwurf vor.
Die S p r e c h a b e n d e wurden gemeinsam mit unseren
ortlichen Bezirksvereinen abgehalten mit folgenden Vortragsthemen: H a n n o v e r , 30. 1.: ,,Neue Wege zur Vereinfachung und Verbilligung des Oberflaehensehutzes von Maschinen
und Armaluren. Unfallgefahren und Unfallverhiitung beim
Anstreichen und La.ckieren. - S a a r b r u c k e n , 20. 4. :
,,Stellung des Handwerks zut Spritzlechnik." Daran anschlienend
Film iiber neuzeitliche Anstrichtechnik. - W i e n , 28.5.: ,,Der
gegenwartige %and der Fa.rbspritztechnik in Usterreich." K 6 1n, 27. 6.: AnlaBlich d e r 70. Hauptversammlung des V. D. I.:
Fachtagung. Dr.-Ing. H. G o o s : ,,Fortsehritte in der Yerzcendung zoeiper Forben in der Schiffahrt." - S t i 11e r , Berlin:
,.Beseitigung der Fatbnebel." - B e c k e r : ,,Physikalisch-optischs
Grundlagen der Weippigmente." - W u p p e r t a 1 - E 1 b e r f e 1 d , 27. 7.: ,,Uber den heutigen Stand der Rostbekampfung
unler besonderer Beriicksichtigung der Vorbshandlung des
Eisenuntergrundes." - H a g e n , 21. 9.: ,,Rostbekampfung, insbesondere Entroslen und Streichen von Briicken. Uber Ingenieuraufgaben der Anstricktechnik." - K a s s e 1 , 27. 10.:
.,Witterungsangriffe auf H o b und Sperrholz." - R r e rn e r h a v e n , 12. 11.: ,,Umioalzungen i m Anslrich?r:esen. Fachfrngen
nus d e m Kiistengebiet." - E i 6 e n a c h , 14. 12.: ,,Zerstorung
von '4nstrichen durch Yikroorgnnismen."
Die Veranstaltungen, zu denen auch das Handwerk herangezogen wurde, zeigten, in welch erheblichem Umfange chemische Fragen heute im Vordergrunde des allgemeinen Interemel;
stehen und wie sich das Verstandnis fur die Bedeutung chemischer V o r g b g e auch in weiteren Kreisen durchgesetzt hat.
Die Sitzung des Vorstandes des Fbrdererausschusses und
Arbeitsausschusses fand im Oktober 1931 in Berlin statt. Es
wurde eine Fachtagung im Sommer 1932 in Aussicht genommen
urd die Veranstaltung der ,,Fachgruppe fur Chemie der Korperfarben und Anstrichstoffe" des V. d. Ch. ubertragen.
FachausschuS fur die Forschung in der Lebensmittelindustrie beim Verein Deutscher Ingenieure und Verein
deutscher Chemiker. (Vorsitzender: Prof. Dr. L u n d , Hannover, stellv. Vors. Prof. Dr. P 1 a n k, Karlsruhe.) Der FachausschuB erledigte seine Autgaben in zwei groBeren Sitzungen
am 5. Marz in Berlin und 19. Juni 1931in Wesermunde, auf denen
sechs Vortriige gehalten wurden, d i e sich auf die Arbeitsgebiete
Fleischwirtschaft, Fischwirtschaft, Milchwirtschaft und die damit
im Zusammenhang stehenden Fragen der industriellen Verarbei1) Zwanglose Mitteilungen des Fachausschusses, Heft 7 11.8.
1931m. VDI-Verlag, Berlin NW 7.
~
~
420
Angewandte Chemie
Geschaftsbericht des Vorstandes des V. d. Ch. fur das Jahr 1831
tung, Konservierung und Frischhdtung erstreckten. Bei diesen
Vorgangen spielt der Abbau und die Veranderung der Eiweil3substanz bei wechselnden Temperaturen eine ganz bedeutende
Rolle, ebenso die Veranderung d e r tierischen Fette bei Gegenwart
der EiweiDkorper. Um diese Verhaltnisse durch experimentelle
Untersuchungen zu klaren, wurden drei Arbeitsausschusse gebildet. ArbeitsausschuB fur Forschung in der Fleischwirtschaft.
Obniann Prof. Dr. P 1 a n k , Karlsruhe; ArbeitsausschuD fur
Forschung in der Milchwirtschaft, Obmann Prof. v o n 0 s t e r t a g ; ArbeitsausschuB fur Forschung in der F'ischwirtschaft,
Obmann Direktor Dr. L ii c k e , Wesermtinde. Die Forschungen
des letztgenannten Ausschusses werden im Institut fiir Seefischerei in Wesermunde in Zusammenarbeit mit den Instituten an der Kuste und Prof. A b d e r h a 1 d e n durchgefuhrt.
Von groBer Bedeutung fur die Hochseefischerei erwies sich
die Verwendung von entkeimenden Zusatzen zum Eis, um den
Fang in moglichst frischem Zustande zur Ktiste zu schaffeii,
weil durch nicht keimfreies EiB die Keime leicht auf das Fischfleisch ubertragen werden. Diese Frage, die auch fur die Technik der Eisbereitung wichtig ist, wurde gemeinsam rnit den Vertretern der Fischindustrie und der Kaltetechnik behandelt. Im
Zusamnienhang hiermit ist zu erwahnen, dat3 der V. d. Ch. zu
den Sitzungen des Reichsgesundheitsamtee und Reichsgesundheitsrates, soweit chemkche Dinge zur Debatte stehen, regelniai3ig hinzugezogen wird.
FachausschuS fur Holehagen (in Zusammenarbeit rnit dern
Verein Deutscher Ingenieure). I n d e r Sitzung vom 10. Juni 1931
wurde auf Antrag von Prof. K 1 a g e s beschlossen, den Arbeitsausschufl ,,O b e r f l a c h e n b e h a n d l u n g" dem FachausschuB fiir Anstrichtecbnik zu uberweisen und den Arbeitsausschul3 ,,H o 1 z s c h u t z" abzugrenzen. Der AussohuB , , H o b
schutz" wird seine Arbeiten auf den Schutz des geschlagenen
und bearbeiteten Holzes beschranken. Herr Reg.-Rat Dr.
Z a c h e r erklarte sich bereit, die Arbeiten der ,,Gesellschaft
fur Vorratsschulz" auch auf den Schutz des lagernden oder
bearbeiteten Holzes auszudehnen. Herr Dr. A 6 s e r wies auf
die gro13eBedeutung hin, die dem Holzschutz im Bauwesen zukommt, fur den noch wenig getan sei. Es musse nach geeigneten Methoden gesucht werden, um das gesamte Bauholz zu
schutzen, bevor es fur den Einbau Verwendung findet. An den
Arbeiten des Ausschusses beteiligten sich die Herren Prof.
M e y e r - W e g e l i n , Harm.-Munden, und Prof. Dr. L i e s e ,
Ebersnalde, rnit Untersuchungen tiber die ,,Buchenholzstockfaule und die Kiefernblaufaule".
Arbeitsausschufl ,,Chemischer Holzaufs c h 1 u 13".
Zusammen mit dem Verein deutscher Chemiker,
dem Verein der Zellstoff- und Papierchemiker und Ingenieure
sowie der Forstwirtschaft fanden Vorbesprechungen statt fiber
die Wunsche der Forstwirtschaft bzgl. d e r Verwertung der nicht
absetzbarcti Holzer, insbesondere des Buchenholzes. Es wird
Umfrage gehalten werden iiber die Anforderungen der Verbraucher an das Chemieholz, uber die weitere Verwendung
nicht ahsetzbaren H o l m und darauf abzielende neue Verfahren,
uber Ausnutzung der Abfallprodukte. Die Forstwirtschaft, die
z. B. das Holz nur rnit Verlust absetzen kann, ist an der Losung
der Frage stark interessiert: 27% d e r Gesamtflache des
Deutschen Reichee sind mit Wald bewachsen; der Grund und
Boden einschl. Holz betragt ein Achtel des deutschen Volksvermogens.
Ingenieurdienst technisch-wissenschrftlicher Vereine e. V.
Die Not der Zeit und die Notwendigkeit, die A b s o 1 v e n t e n
der Universitaten und Hochschulm, von denen zur Zeit etwa 40%
ohne Stellung bleiben, vor den schweren Schadigungen beruflicher
Untatigkeit zu bewahren, haben die gro13en technisch-wissenschaftlichen Vereine, die seinerzeit den Deutschen Verband
technisch-wissenschaftlicher Vereine grundeten, namlich den
V. D. I., die Deutsche Gesellschaft fur Bauwesen, Verband
deutscher Elektrotechniker, Verein deutscher Eisenhuttenleute,
Verein deutscher Chemiker, Verband deutscher Diplomingenieure,
veranlaflt, sich zu einem Hilfswerk unter d e r Bezeichnung
,,Ingenieurdienst" zusammenzuschlieBen1). Der Ingenieurdienst
bezweckt, jungen Fachgenossen naturwissenschaftlkh-technischer
Richtung bei dem 'Ubertritt in den Beruf n a c h d e m V e r l a s s e n d e r S c h u l e b e h i l f l i c h z u s e i n , und zwar
Absolventen d e r Technischen Hoohschulen und Bergakademien,
Universitaten und hoheren technischen Lehranstalten, sowie die
[45. Jahrg. 1932. Nr.25
gleichwertigen Miltelschulen. Der geschaftsfiihrende Vorstand
besteht aus den Herren: Reichsbahnprtisident Dr.-Ing. e. h.
G. H a m m e r , Generaldirektor Dr. R i e b e , Prasident der
Reichsanstalt fur Arbeitsvermittlung Dr. S y r u p. Im Vorstand
des Hilfswerkes ist der V. d. Ch. durch Prof. Dr. Dr.-IILg. e. h.
D u d e n vertreten.
Irn Herbst 1931 wurde der ,,Ingenieurdienst" als Trager
f u r Arbeiten im Rahmen des freiwilligen Arbeitsdienstes a n crkannt. Zu diesen gemeinnutzigen und zusatzlichen Arbeiten
irn Sinne des freiwilligen Arheitsdienstes gehoren auch
Forschungsaufgaben technisch-wissenschaftlicher Institute und
Verbande, Siedlungsaufgaben, Melioration, Wegebau usw. Antrage a n die Landesarbeitsamter konnen entweder zentral oder
durch die ortlichen Bezirksstellen erfolgen. Die Jungakademiker
werden hiervon allerdings erst dann einen Nutzen haben, wenn
die Altersgrenze fur die NutznieBer des freiwilligen Arbeitsdienstes auf wenigstem 25 Jahre heraufgesetzt worden ist, &Itere
Akademiker konnen zur Zeit nur, wenn sie Empfihger voii
Arbeitslosenunterstutzung sind, also bereits beruflich tatig
waren, im Rahmen des freiwilligen Arbeitsdienstes beschaftigt
werden. Der Ingenieurdienst hat ortliche Bezirksstellen eingerichtet, mit denen urasere Bezirksvereine zusammenarbeiten. Ek
zeigt sich iiberall der Wille, die Hilfsmdnahmen durchzufuhren
oder an i h m n mitzuwirken. Daraus ergibt sich auch eine gesteigerfe, durchaus erwiinschte ortliche Zusammenarbeit der
technisch-wissenschaftlichen Verbande.
Klages.
6a. Statistik der Chemiker.
Die Fragebogen wurden wiederum an den gleichen Firmenkreis der eigentlichen chemischen Industrie versandt wie im
Vorjahre. Die nachfolgenden Betrachtungen beziehen 6ich also
nur auf die in dieser Jndustrie tatigen Chemiker. Es fehleri
mithin die Chemiker, die z. B. in der keramischen, Glas- und
Zementindustrie, in der Zucker-, Zellstoff- und Papierindustrie
usw. beschaftigt sind. Beztiglich der wichtigen Frage nach der
Gesamtzahl aller im Berufsleben stehenden deutschen Chemiker
sei auf d i e Betrachtungen am SchluD dieses Berichtes verwiesen.
Die Zahl der ,,GroRfirmen", d. h. derjenigen Unternehmungen, die
mindestens 20 Chemiker beschaftigen, blieb rnit 18 unverandert,
dagegen verringerte sich die Zahl d e r Kalifirmen, indem 2 durch
Fusionierung ihre Selbstiindigkeit verloren und 1 keine Chemiker mehr beschaftigte, von 12 auf 9, wahrend die Zahl d e r
Jibrigen Firmen" um 1 durch Fusionierung, um 7 durch Stilllegungen, sowie um 30 Firmen, die iiberhaupt keine Chemiker
mehr beschaftigten, zuruckging, so daB zu dieser Kategorie von
Firmen nur noch 578 (statt 616) Unternehmen gehorten und die
Gesamtzahl d e r Firmen unserer Statistik, die tiberhaupt Chemiker beschaftigten, von 646 auf 605 zuruckging.
Tabelle 1 zeigt die Gesamtzahl d e r Chemiker und Chemotechniker sowie ihre Verteilung auf Groofirmen, Kalifirmen
und ubrige Firmen, und zwar fur den vierjahrigen Zeitraum
von 1929 bis 1932.
T a b e l l e 1.
Zahl der Chemiker am 1. Januar:
Angestellte in 605 Firmen . .
davon in 18 Grofifirmen . .
in 9 Kalifirmen . .
in 6 i 8 iibrigen Firmen
Selb6tindige') in 605 Flrmen .
davon in 18 GroEfirmen . .
in 9 Kalifirmen . .
in 678 Gbrigen Firmen
.
..
..
..
.
.
.
.
.
.
.
.
. .......
.........
.......
lnsgesamt . . . .
in 18 GroBfimen .
9 Kalifirmen
678Gbrigen Flrmen
Chemotechnlker
.
1932
1931
1990
1929
m./w.
m./w.
m.jw.
m.(w.
4181 62 4336 70 4369 70
31 2646 34 2752 36 2667 39
- 151
137
1 128
1
21 1384 18 1446 33 1558 30
9873
2486
128
1259
62
488
67
11
420
-
-
1.-
-
I 1358
2 ) 145
- (
292
Mi
73
15
463
-
Mw
86
11
469
1 8 8 8 -
- '
1
370
1 9 1 145
3 1 389
1 6 1 150
-1
151 309
160
357
168
112
17
560
-
360
2 1 121
2
401
184
I 882 I2861 688 1 WI 762 I 3181 783 1901
1) Vgl. Bericht der Karl Goldschmidt-Stelle, sub V.
Ztschr.
angew. Chem. 44, 448 [1931]. Unser Rundschr. vom 22. 11. 193.1.
Angewandte Chemic
421
Geschaftsbericht des Vorstandes des V. d. Ch. fur das Jahr lfJ31
45. Jahrg. 1932. Nr. 251
Die Ciesamtzahl der Chemiker (angestellten und leitenden)
hat i n diesen vier Jahren von 5112 auf 4823, also um 689
=13,5%, abgenommen. Am starksten ist an dieser Abnahme
die Kategorie der 1 e i t e n d e n Chemiker rnit 191 = 27,7% beteiligt, wahrend die Zahl d e r angestellten Chemiker um 498
==11,3% zuriickging.
Auch der Anteil unserer drei Firmengruppen an dieser
Abnahme ist 6ehr verschieden. Die Zahl der leitenden Chemiker
ist am starksten bei den GroBfirmen zuruckgegangen (von 112
auf 67, also um 40,2%), walwend die Zahl der Angestellten in
hohereni MaBe bei d e n ,,ubrigen Firmen", namlich um 308
= 19,4%, bei den GroBfirmen dagegen seit 1930, in welchem
Jahre sie erst ihre Hochstzahl von angestellten Chemikern
erreichten, nur um 271, d. h. knapp lo%, sank.
Der starke Ruckgang gerade d e r Gruppe d e r ,,Selbstandigen"
ist eine Folge der aus wirtschaftlichen Griinden dngetretenen
Verschmelzung zahlreicher Unternehmen, d i e fruher selbstlndig
waren, vor allem aber der Beschrankung, die sich die Firmeti
aus SparsamkeitsmaBnahmen in der Neubesetzung leitender
Stellen auferlegten.
Wenn man vielfach in d e r Bffentlichkeit noch der Meinung
begegnet, daB die chemieche Industrie verhiiltnismaBig noch am
wenigsten von der Wirtschaftskrise beruhrt sei, so beweisen
die Zahlen unserer Statistik leider, wie unrichtig diese Ansicht
ist. DaB u n e r e chemische Industrie zu solchen Abbaumai3nahmen gezwungen ist, beleuchtet die ganze Schwere ihrer Lage.
Und daB die Krise fur sie noch nicht ihren Hohepunkt
erreicht hat, erkennt man daran, daB der Ruckgang gerade
erst im letzten Jahre erhohte AusmaBe angenommen hat. Von
der Abnahme der Gesamtzahl um 689 entfallen 361 allein auf
das letzte Jahr, die Zahl der angestelltcn Chemiker ging allein
gegeniiber dem Vorjahr um 308 (Gesamtabnahme in vier
Jahren 498) zuruck. Zahlreiche Mitteilungen uber weitere
Kiindigungen und Entlassungen, die d e r Geschaftsstelle standig
noch zugehen, zeigen, daB diese Bewegung auch heute noch
keineswegs zum Stillstand gekommen ist.
Die Zahl der C h e m i k e r i n n e n , die in der chemischen
Industrie ja imnier auffallend gering war (1929 1,4% der Gesamtzahl der Chemiker), hat sich, nachdem sie von 1930 auf
1931 um 25,7% zuruckgegangen war, nicht weiter g e b d e r t ;
ihr Anteil a n der Gesamtzahl der Chemiker betragt jetzt nicht
einxnal 1,2%.
Die Zahl der C h e m o t e c h n i k e r beiderlei Geschlechts
hat sich um 12,2% verringert, also in noch etwas hoherem MaBe
als die Zahl der angestellten Chemiker; die naheliegende Befiirchtung, daB ein teilweiser Ersatz der Akademiker durch
nichtakademische Hilfskrafte erfolge, wird also von unserer
Statislik als gegenstandslos erwiesen. Im Gegenteil ergibt sich,
T a b e l l e 2.
Zugang und Abgang der angestellten Chemiker im Laufe
des Jahres
Zngang
davon
ohne AbschluDexamen
rnit pharmazeutisch. .
Staatsexamen. . .
mit Dr.-Examen. . .
mit DipLExamen .
Assistenten . . . . .
aus der Praxis
193 1
1930
1929
2
2
2
-
I
15
3
9
-
-
-
62
5
22
-I
131 I
1
1
. . . I 56 I
-
1928
1
6
-
4 1 0 152
3 219
5
- 2 0 - 3 8
1
1 113
1 191
2
-
21 255 1
1 333 1
5
I I - I 25 i - I 24 I - I 241I
Abgang
es starben . . . . . 25
es wurden pensioniert 132
es hatten Karenz
49
es gingen in andere .
Stellungen. . . . . 105
es wurden selbstiindin 20
2
-
.
74
27
-
2 162
1 10
-
40
18
2 213
3 18
i
221 23. -
5 274
6 13
1
3
1
*) Aus der Differenz errechnet.
dai3 die Anstellungsverhiiltnisse fur die Chemotechniker noch
etwas ungunstiger liegen ah fiir die Chemikep.
Die Tabellen 2 und 3 zeigen die Entwicklung, die Zu- und
Abgang der Chemiker bei den Firmen in den letzten vier Jahren
genommen haben.
Am meisten interessiert hier d e r Zugang ,,direkt von den
Hochschulen". Wir sehen, daB statt 266 im Jahre 1928 nur noch
28 junge Hochschulabsolventen im Jahre 1931 Anstellung in
d e r chemischen Industrie fanden, nachdem ihre Zahl bereits in
den beiden Vorjahren erheblich, namlich auf 202 und 70, gesunken war. 1931 betrug sie also rnit 28 nur wenig mehr als
ein Zehntel von 1928, bei den GroBfirmen mit 11 sogar nur
knapp ein Siebzehntel. Am auffallendsten ist der Ruckgang
bei den gewesenen Hochschulassistenten, von denen nur 9, d. h.
noch nicht ein Zwanzigstel der Zahl von 1928, in der chemischen
Industrie, 8 allein bei den GroBfirmen, Anstellung fanden. Auch
in diesen, wie in den folgenden ZaMen spricht sich die
schwierige Lage der chemischen Irudustrie aus.
In den steigenden A b g a n g s ziffern kommen die AbbaumaBnahmen zu deutlicheni Ausdruck. Zwar ist die Gesamtzahl
T a b e l l e 3.
Zunanp und Abgang der angestellten CB miker im Laufe des Jahres
- -
-~
1
1
-1-1-1-1
direkt von Hochschulen . . . . .
davon
ohne AbschluDexamen . . . . . . . . .
mit pharmazeut. Staatsexamen . . . . .
niit Dr.-Examen . . . . . . . . . . .
mit DipLExamen . . . . . . . . . . .
Assistenten . . . . . . . . . . . . . .
aus der Praxis
I
Kalifirmen
. _ _ _ _ubrige
~ _ Firmen
_ _ _ ~
1931
1930 1929 1928 1931 1930 1929 1928
m. I w. m. I w. m. w.Im.1 w.lni. I w.l m.1 w.1 m l w . m.1 w.
Zugang
1 -
1
1
1
9
-1
c
51
-1
-1-
- _ _
-
3 -
- _ _
- . 3 .-
. . . . . . . . . . . .
I
Abgang
I
. . . .
15' . . . . .14 2
. . . . 39 . . . . 34 2
. . . . 5-
. . . .
Abgang inegeeamt
27) 1
7. -
18 - 14 - 10 62 - 31 - 12 1221 - 7
55 - 65 1 122 2
3
6 5 1. - . 13. 1 . 1 . 8 -
.
-
- - - - -
I
1
I
I 561 1 I 731 2 I 67: 2
2 1 - - - 1 - 1 0 1 5 1 55431 521
228 9 -1 1516 31
1 1941-
. . . . . . . .
. .
Zugang insgesamt
es starben . . . . . . . . . .
es wurden pensioniert . . . . .
es hatten Karenz . . . . . . .
es gingen in andere Stellungen
es wurden selbstiindig. . . . .
es wurden stellenlos . . . . .
~~
I
422
Geschaftsbericht des Vorstandes des V. d. Ch. fiir das Jahr 1931
des Abgangs nur um 31 hoher als 1928, urn 63 hoher als 1929.
Wahrend aber von den Abgehenden 1928 noch 277 in andere
Stellung
und nur 22 Pemioniert und 10 StellunfPlos
aurden, fanden 1931 nur noch 107 andere Stellen, hingegen
stieg die Zahl der Pensionierten auf 134, der StellUngSlOSen
auf 66, beide also auf das Sechsfache. Auch die Zahl der mit
Karenzverpflichtung Abgebauten stieg von 23 auf 49. Da die
Mehrzahl der Pensionierten und Karenzverpflichteten auf die
Grofifirmen entfallt, ist bei ihnen d i e Zahl d e r unversorgteii
Stelluneslosen
eerineer.
.,
"
.
z
Bei der K a l i i n d u s t r i e , die irn Gegensatz zu den
anderen beiden Industriegruppen noch bis zum Vorjahre eine
Zunahme d e r Zahl ihrer Chemiker aufzuweisen hatte, ist jetzt
ebenfalls Abbau erfolgt, durch den die Zahl d e r Chemiker
wieder auf den Stand von 1929 gesenkt wurde. Hier allein
wurden 14, d. h. rund 10% aller daselbst tatigen Chemiker,
6 t ellungsl DS .
Wenn wir wie bisher annehmen, da5 in den von untjerer
Statistik erfaDten Firmen 90% aller in der chemischen Industrie
tatigen Chemiker enthalten sind, und wenn wir weiter voraussetzen, daB in d e m fehlenden Zehntel Zu- und Abgang sich in
gleicher Weise vollzogen haben wie bei d e n Jibrigen Firmen"
unserer Statistik (Abnahme der Gesanitzahl 1931 gegen 1928
fast 29%), so mussen wir schiitzen, daB die Gesamtzahl d e r in
der chemischen Industrie tatigen Chemiker seit vier Jahren
uni mehr als 800 abgenommen hat.
Wie die Dinge in den nichtchemischen Industriezweigen
liegen, die unserer Schatzung nach insgesamt fast ebensoviel
Cheiniker beschaftigen wie die eigentliche chernische Industrie,
entzieht sich unserer statistischen Feststellung. Es darf vielleicht angenommen werden, daD hier d e r Chemikerabbai! nicht
in so hohem Ausmalje erfolgt ist. Immerhin wird n i m aniiehmen niiissen, da13 die Gesamtzahl der industriell tatigen
Chemiker insgesamt urn 1200 gleich 12% abgenommen hat.
Gegeniiber der im Jahre 1928 geschiitzten Gesamtzahl aller
deutschen Chemiker wiirden sich mithin naohslehende Anderungen vollzogen haben.
Gesamtzahl der Chemiker
1928
1932
in der chemischen Industrie . . . . . . 5500
4 700
in anderen Industriezweigen . . . . . . 4500
4 100
industriell tatig iiberhaupt 10 000
8800
in offentlichen Laboratorien . . . . . .
500
400
im Lehrfach und anderen beamteten Stellen 1500
1400
im Ausland . . . . . . . . . . . .
500
600
Im Berufsleberi stehende deutsche Chemiker
insgesamt 12 500
11 200
Dime Ziffern beruhen, soweit es sich um die aui3erhalb
der eigentlichen cheniischen Industrie tltigen Chemiker handelt.
wie schon bemerkt, auf ziemlich rohen Schjitzungen, die sich
z. T. auf den Ergebnissen der amtlichen, fur uns nicht ohne
w e i t e r a verwertbaren Berufsziihlung von 1925 (vgl. Ztschr.
angew. Chem. 41, 1164 [1928]), z. T. auch auf den Mitgliederziffern von Chemikerverbiinden spezieller Fachrichtungen auf-
66. Statistik der Chemiestudierenden.
Die Fragebogen kamen mit erfreulicher Vollstlndigkeit
herein. Den Direktoren der Institute und den Bearbeitern der
eiuzehen Bogen sei an dieser Stelle fur die oft riicht kleine
hliihewaltung bestens gedankt.
T a b e l l e 1.
Qesamtmhl der Chemiestudierenden im Wintersemester 1931/32 (1930/31, 1929/30).
____
. ~-~ -
Inlander
I
m*
A. Studierende, die auf die
Verbands- od. Diplomvorpriihng hinarbeiten :
a) 1. u.2.Semester 1931/32
(1930,/31)
(1929/30)
b) spat. Semester 1931/32
(1930/31)
(1929,30)
R. Studierende mit
a) vollst. Verbandszeugnissen. . . 1931/32
(1930/31)
(1929/30)
b) 1)iplom-Vorpriifung
1931/32
(1930/31)
(1929/30)
C. Studierende niit DiploniPriifung. die promovieren
wollen. . . . 1931/32
(1930'/31)
(1929/30)
1). Studierend. m. absolviert.
AbschluBpriifg.( Dip1.-Ing.,
Dr.-Ing., Dr. Phil.) 1931/32
(1930/31)
(1929130)
E. Assistenten rn. AbschluDpriifung . . . 1931/32
(1930/31)
(1929130)
F. Fortgeschritt. Studier. od.
Horer. die auf keine Abschludpriifung hinarbeiten
1931132
(i93oi3i)
(1929/30)
Insgesamt 1931 /32
(193O/31)
(1929/30)
'
~
I
-__
Auslander
deutschI fremdsprachige
1 m.
I w. I m. I w.
526
(503)
(501)
1442
1351)
1209)
456
(521)
(585)
378
(436)
(469)
229
(225)
(229)
277
(294)
(228:
490
(468)
(485)
29
(20)
(30)
3827 355
3818) I (310)
- -
gesichts d e r wirtschaftlichen Lage der selbstandigen Handelschemiker ohne Frage. Auch die Zahl der beamteten Stellen
diirfle bei der Finanmot des Rdchs, der Lander und Gemeinden
eine Minderung erfahren haben. Fur d i e Zahl d e r im Ausland
annehmen, da5 ihre ZahI gegeniiber d e r ;or fiinf Jahren geschatzten um 100 zugenommen hat. Wenn der nachfolgende
Bericht der Karl Goldschmidt-Stelle eine erhebliche Riickwanderung deutscher Chemiker aus dem Auslande als Folge d e r Wirtschaftskrise feststellt, so macht diese Ruckwanderung doch noch
nicht vollig die Zunahme wett, die die Zahl der im Auslande
tatigen deutschen Chemiker in den dazwischenliegenden letzten
Jahren erfahren hatte.
Zur richtigen Beurteilung der Gesamtlage m e r e s Berufsstandes mu6 auch die nachstehende Statistik der ChemieSchaq.
studierenden herangezogen werden.
Angewandte
Jahrg. 1932.
Cbemie
Nr. 25
[45.
Studierende
1931/32
m.
W.
Wintersemester
1930/31 I 1929/30
m. ' w. i1 m.
W.
1753
,,
Lehramts der
i
Volksschuleii u.
33 1 Berufsschulen .
d e r Pharmazie
. . 839 305
der Medizin . . . . 2373
516
des Berg- und Hiitten5
wesens . . . 257 1
d e r Land- und Forstwirtschaft . .
10' ,, Physik . . . . 147
4
sonstiger Facher . .
76
10
II
Insgesamt
b350
1
1
1363
'
570
4
5 18
2154
1
2i8
503
304
3
I
1754
458
9
738
1879
218
405
348
-
~~~~
-
45
110
55
5143
-
1
1367
I 4979
1082
Aiigewnndte Chemie
423
Geschlflsbericht des Voretandes des V. d. C'h. fur das Jahr 1931
45. Jsbrg. 1932. Nr. 251
Doktor- uiid Diplomingenieurprufung, so finden wir eine Zunahme von 15% bei den marinlichen und von 57% bei den
weiblichen Studierenden. Zugenommen hat ferner die Zahl der
Assistenten (Liebig- und andere Stipendiaten) sowie derjenigen,
die mit absolvierter AbschluDpriifung weiterstudieren, weil sie
dadurch ihre Aussichten, in der Praxis unterzukornmen, zu verbessern hoffen. I n dieser Rubrik finden sich auch zahlreiche
Die Zahl der reichsdeutschen Chemiestudierenden hat
leider wiederum eine weitere Zunahme erfahren. Dies tritt
zunachst noch weniger in der Gesaintziffer in Erscheinung, die
fiir die mlnnlichen Studierenden innerhalb von zwei JahreE
nur uni 2,4% zugeiionimen hat. Beschranken wir uns aber bei
nnserer Betrachturig auf die Gruppen A a und b d e r jungeren
Studierenden, unter AuBerachtlassung der Kandidaten fur
T a b e l l e 2.
Von d er Gesilmtzahl der Chemiestudierenden entfielen auf :
__ _ ~ -~ .~
Technische
Hochschulen
Sonstige
Institute
~
Auslander
Inlander
Auslander
Inlander
deutsch- fremddeutsch- 1 fremdI
m. w. -. sprachige
-__ sprachige
-~
m. w. 1 m. I w.
'
I
~~
-I
Universitaten
Inlander
Ausllnder
deutsch- I fremd!
sprachige
m.
w.
In. I w. I m. W.
I
,
A. Studierende, die auf die
Verbands- oder Diplomvorpriifung hinarbeiten :
a) 1.u. 2. Semest. 1931/32 330 68
(1930131) (314) (45)
(1929/30) (344)i (43)
h) spat. Seiiiest. 1931/32 925 89
(1930,131) (906j (75)
(1929/30) (764) (62)
D. Studierende mit absolv.
AbschluRpriifung (Dip].Ing., Dr.-Ing., Dr. Phil.)
1931132
(1930/31)
(1929/30)
E. Assistent. m. AbschluBpriifung
. 1931/32 272 7
(1930/31) (251)
(6)
(1929/30) (281) (101,
Insgesamt einschl. B, C
und F 1931/32 2161 198
(1930/31) (2172) (175)
(1929/30) (2096) (169)
.
.
~
~~
~
1
i
I
48
(34)
(37)
7
33
-
1
2
(1) ((2) I (-
23
(15)
(35)
1
~
- 1
- I
-
(-)
(-)
6
99
(7) (126)
(16) (116)
T a b e l l e 4.
Es verlie6en die Hochschulen im Laufe de r Studienjahre 1931/32 (1930/31, 1929/30) :
iversitaten
Auslander
deutsch-1 fremdw.
SDrachige
-.
~-.~
1 :
m.
Technische
Hochschulen
-~
-~
__
__-_ Sonstige Institute
-
deutsch-1 fremd1
1 ni. 1 w. i
.
....
..
2 l 1F, - l
-!
deutsch-/ fremd-
_ _ _ _ ~
111.
A. Chemiker mit Diplomexanien . .
1931/32
(1930/31)
(1929/30)
13. Cheiniker m. Doktorexamen.
C. Assistenten init
I !
AbschluDexamen
1931132
(1930/31)
(1929/3O)
I
I). Fortgeschr.
oder Horer. die auf
keine
AbschluDi
priifung hinarbeiten
61 1931/32
(1930/31)
(1929/3O)
Insgesamt 1931/32
(1930/31)
(1929/30)
Dnvon erhielt.,soweit
bekannt.Stelle
' 1931132
(1930/31)
(1929/30)
~
3
Hochsc d e n insgesamt
Auslander
leutsch-j fremdspraehige
Chemie
[4.5.Angewendlc
Jahrg. 1932. Nr. 25
Geschlftsbericht des Vorstandes des V.d. Ch. fur das Jahr 1931
434
bereits in Stellung gewesene Chemiker verschiedenster Altersstufen, die mit Karenzverpflichtung abgebaut wurden. Eine
Abnahme zeigt die Zahl der Kandidaten fur die Doktorpriifung
an den Universitaten und die der Kandidaten fur die Diplomprufung an den Technischen Hochschulen, was aber rnit dem
Nachruclcen der Uberzahl von jungeren Semeatern schnell ins
Gegenteil umschlagen wird. Das gleiche gilt von der Zahl der
mit AbschluBprufung die Hochschulen verlasaenden jungen
Chemiker. Es mu5 a19 verhiiltnisma5ig glucklicher Umstand
bezeichnet werden, da5 die zahlenma5ig schwachsten Studiensemester gerade jetzt, zur Zeit d e r tiefsten Wirtschaftsdepression,
zum Abschlu5 ihres Studiurns gelangen. Viele von ihnen
bleiben nach dern Examen noch an den Hochschulen, einfach
weil sie keine Stelle finden. Die Rubrik D in Tabelle 1 und 2
weist diese Stellenanwarter aus. Von den 100 Diplomingenieurchemikern und den 597 jungen Doktoren, darunter 159 gewesenen Assistenten, die in den letzten zwei Jahren insgesamt
die Hochschulen verlieBen, haben nur 339 nach Ausweis der
Fragebogen Beschaftigung als Chemiker gefunden Dabei ist
ferner zu beriicksichtigen, da5 es sich hierbei in einer erheblichen Zahl von Fallen nicht um Dauerstellen, sondern um voriibergehende Beschaftigung oder Aushilfetatigkeit handeln wird,
so pa5 das Gesanitbild der iiicht zu einer regelrechten Berufstatigkeit gelangenden Jungchemiker in Wirklichkeit noch sehr
vie1 ungiinstiger aussehen diirfte. Sind doch, wie unsere Statistik
der Cheniiker ausaeist, in der eigentlichen chemischen Industrie
in den letzten zwei Jahren insgesamt nur 96 junge Chemiker
untergekommen. Von den Aussichten der weiblichen Chemiestudierenden ist vollends zu schweigen. Ihr wachsender Andrang zum Studium la5t ihre ohnehin im Vergleich zu den
mainnlichen Kollegen ungiinstigen Berufsaussichten im triibsten
Lichte erscheinen.
In den letzten 13 Jahren seit dem Studienjahr 1919/20 haben
gema5 unserer Statistik inegesamt 7300 Jungchemiker rnit abgeschlossenem Studium die Hochschulen verlassen. Rechnet
man fiir den Berufsstand der Chemiker den naturiichen
Abgang durch Tod oder Pensionierung bei einer f u r Akademiker durchschnittlich annehmbaren Berufsdauer
von
30 Jahren niit 400 jahrlich - diese Zahl iet bei eineni
Berufsstand wie dem unsrigen, der noch in den letzten Jahrzehnten sich erheblich wrmehrt hat, also einen verhaltnisma5ig niedrigen Altersdurchschnitt aufweist. entechiden zu
boch gegriffen, sie wird daher gleichzeitig den in den letzten
Jahmehnten fur unseren Stand giiltig gewesenen, zusiitzlichen
Bedarf einschliefkn -, so kommt man auf einen wirklichen Bedarf von 13x400 = 5200 jungen Berubanwartern. Es ergibt sich
hieraus ein Uberschui3 von 2100 jungen Chemikern, von denen
vielleicht ein Drittel sich angesichts d e r Aussichtslosigkeit jahrelanger Stellungssuche anderen Berufen zugewandt hat. SO kann
man mit ziemlicher Annaherung schatzen, da5 rund 1600 junge
Chemiker vorhanden sind, die auf Anstellung warten, wahrend
gleichzeitig laut unserer Statistik der Chemiker mindestens
1200 altere Cheniiker, die ihre Stellungen verloren haben, den
ohnehin so weitgehend eingeengten Stellenmarkt belasten, 50
da5 insgesamt also fast 3000 stellungslose Chemiker vorScharf.
handen sind.
7. Zentralstellennachweis
fur naturwissenschaftli&-technishe Akademiker
Karl GoldschrnidtPStelle.
(Auszug aus dern Jahresbericht fur 1931.)
Ein ausfuhrlicher Bericht ist auf Wunsch bei der Geschaftsstelle.
Berlin W 35, Potsdarner Str. 103 a, erhiiltlich.
Statistik der Stellenvermittlung.
An Stelluiigsuchenden waren vorgemerkt:
I
Bemerkungen
I. Am I. Jannar 1931 waren an Stellung-
........
suchenden eiagetragen
Davon weiblich . . . . . . . . . .
11. Z u g a n R im Jahre 1931 . . . . . . .
Davon weiblich
111. Mithin wurden irn Jahre 1931 insgesamt
betreut
Davon weiblich
1V. Nachwelslich S t e 11 u n g erhlelten
Davon welblich . . . . . . . . . .
..........
................
..........
..
Chemiker
1
Ingenieure
Physlker
I
Ins-
gesamt
I
980
28
479
26
1459
54
122
3
-
165
7
89
1
1055
254
R
62
33
19
174
780
-
275
-
3
1925
5
843
27
2768
3
I
Bemerkungen
~~
Inge- ' Phynleure
siktr
Chemiker
1
Insgesamt
~
......
...
...
V. G e s t r i c b e n wurden.).
Davon weiblich . . . . . . . .
VI. Mithin A b g a n g Im Jahre 1931
Davon weloiieh . . . . . . . . . .
VII. Mithin B e s t a n d am 31.12.1931
Davon weiblich . . . . . . . . . .
340
2178
10
1119
44
II
11
I
I
259
226
30
796
224
-
s
455
7
629
10
2139
52
Bemerkungen
Chemiker .
Physiker .
Ingenieure
........
........
........
1109 1 41
1
41
1
1
'
6
1
- I 73 1 3 229 I 51
1
280
Unter den hier eingetragenen Stellungsuchenden befanden
sich insgesamt 222 Auslander, davon 117 Osterreicher und
16 Staatenlose.
Bei der Beurteilung d e r Statistik ist zu beachten, da5 die
scheinbare Abnahme d e r Stellungdosen zu einem erheblichen
Teil auf Streichungen zuriickzufuhren ist, welche vorgenomnien
werden mu5ten, da wir in etwa 500 Fallen von Adressenanderungen keine Mitteilungen und auf Nachfragen Antworten
nicht mehr erhielten. E s ist aber anzunehmen, d a 5 d e r gro5te
Teil der hierzu Zahlenden noch stellungslos ist, soweit er nicht
in andere Berufe abgewandert ist. Ferner ist zu berucksichtigen, da5 ein wesentlicher Teil der Anfanger bei uns noch
nicht vorgemerkt ist. I h r Verbleiben nach Abschlu5 des
Studiurns ist oft geradezu ein Ratsel. Zum Teil tauchen sie
erst nach mehrjahrigen erfolglosen selbstlndigen Bemuhungen
um eine Beschaftigung hier als Ratsuchende auf. Selbstverstandlich erstreckt sich unser Interesse nicht auf eine Sammlung von Stellungslosen, denen wir nicht ausreichende Arbeitsmoglichkeiten anbieten konnen, aber die mangelnden statistischen Unterlagen machen vielfach alIgemeine Hilfsmahahmen
fast unmoglich. Besonders gilt dies fur die Jahrgiinge ab 1930,
die sich zum Teil noch an den Hochschulen aufhalten. A19
weitere Stellenbewerber, die nur vorlaufig latent blelhen,
sind anzusehen die Hochschulassistenten, deren Zahl sich laut
Statistik des Vereins deutscher Chemiker auf 503 (nur reichsdeutsche gerechnet) belauft. Es kommen hinzu die unter
Karenz Befindlichen, die z. T. a n Hochschulen weiter studieren,
in der obengenannten Stalistik (S. lo), Tab. 1 unter D ,,Studierende mit absolvierter Abschlu5priifung", mit 295 aufgefiihrt, endlich noch die gar nicht geringe Reserve von vorzeitig
pensionierten Kollegen.
Im vergangenen Jahre entstand eine Anzahl Griindungen
der verschiedensten Notgemeinschaften von Akademikern usw.
Leider ist trotz unseres Entgegenkommens die verstandigerweise zu erwartende enge Fuhlungnahme mit den Fachverbanden ausgeblieben, obwohl Leerlaufarbeiten gerade in
diesen Dingen bedauerlich sind.
hiimwaritltr Chrmie
45.
Nr. 251
__ JahrgLlS3P.
.
Geschaftsbericht des Vorstandes des V. d. Ch. fur das Jahr 1931
Die Zahl der stellungslosen Cheniiker betragt unter Beriicksichtigung des oben Gesagten zur Zeit mindestens 2000.
Sie ist standig ini Wachsen entsprechend den Ziffern der Hochschulstatistik und d er Zahl d er Assistenten, welche nach de r
Praxis drangen.
Fur die Physiker durfte in Wirklichkeit die in de r Tabelle
angegebene Zahl ebenfalls nicht ausreichen, da auch von ihnen
ein gro5er Teil noch an den Hochschulinstitulen sich befindet.
Die Aussirhlen werden ebenfalls als sehr triibe beurteilt.
Fur die Ingenieure sind brauchbare Gesarntzahlen, wie
fruher schon benierkt, nicht feststellbar, da sich die Meldungen
auf rnehrere Verbandsnachweise und die Arbeitsaniter verteilen. Vor allem leiden fast alle in der Literalur zii findenden Zahlen daran, d a5 zuverlassige Unterscheidungen zwischen
Akademikern und Fachschulabsolventen nicht oder nur selten
geniacht werden. Die zunehrnende Verschlechterung in der
Metall-, Elektro-, Hutten- und Bauindustrie ist bekannt.
Geologen, Markscheider, Geophysiker usw., welche noch in
den letzten Jahren im Auslande Beschaftigung fanden. sind
wegen d e r Weltkrise in gro5erer Zahl nach Deutschland
zuruckgekehrt.
Wegen Kundigung d er Valutavertrage kehrt ein grol3er
Teil z. Zt. zuruck. W i r r a t e n d r i n g e n d , v o r V e r handlungen unseren Rat einzuholen!
Nach RuBland ist eine erhebliche Anzahl deutscher Spezialisten ausgewandert. Genaue Gesanitzahlen liegen nicht vor,
es ist jedoch rnit einigen hundert zu rechnen.
Beim Vergleich unserer Statistik rnit d er des Vereins
deutscher Chemiker ist zu beriicksichtigen, daB unsere Zahlen
sich auf die gesamte Industrie beziehen, aahre nd die des
Vereins siah auf die eigentliche chernische Industrie beschranken.
Die ,,Volkswirtschaftliche Zentralstelle fiir Hochschulstudiuni und akademisches Berufswesen" in Kiel ist wiederum
im Begriff, neue Berufsstatistiken und Prognosen in Verbiridung mit d e r Hochschulstatistik zu veroffentlichen, wofiir wir
auch diesmal Unterlagen bereitstellten. Wie schon bemerkt,
kranken aber alle diese Angaben daran, daB sie aul3erordentlich rasch veralten, und da5 eine amtliche Berufsslatistik in
Deutschland seit 1925 nicht durchgefiihrt worden ist.
Unter Berucksichtigung des oben Bemerkten bitten wir
alle Stellungslosen, insbesondere auch die Anfanger, sich beim
Zentralstellennachweis anzumelden.
Belastung d e r Geschaftsstelle.
Die Belastung der Geschaftsstelle war im Gegensatz zu
der Abnahme der vermittelten Stellungen ' nicht geringer,
sondern entsprechend d er zunehmenden Not groBer als fruher.
Insbesondere sind die Anforderungen an schriftliche und
niundliche Auskunftserteilungen und ausfuhrliche Beratung in
allen Fragen, die zur Sicherung d er Existenz notwendig sind,
gestiegen.
Auskunfte uber Firmen, Studienverhaltnisse,
Adressenbeschaffung, Beratung bei Verhandlungen mit dem
Auslande, Nachweis von Zeitschriften fur Anzeigen, literarische
Arbeiten, Umstellung im Berufe, besonders auch Unterstutzung
bei Versuchen, durch Hinweis auf besondere Fahigkeiten verbesserte Bewerbungsrnoglichkeiten zu finden, Nachweis von
Literatur usw. entwickeln sich mehr und mehr zum hauptsachlichen Anteil unserer Tatigkeit. Diese Bemuhungen iiberschneiden und erganzen sich mit der eigentlichen urspriinglichen Aufgabe d er Karl Goldschmidt-Stelle bezuglich de r
Schaffung von Arbeitsnioglichkeiten fiir Cheniiker. Physiker
und Ingeniewe. Es war irn Berichtsjahre in einer groBen
Anznhl von Fallen moglich, regulare und zusatzliche Beschlltigungen zu schaffen. Ein Eingehen auf Einzelheiten
verbietet der Platzmangel.
Auch die -Berufsberatung von Abiturienten, jungeren Studenten usw. nahni zu. Von seiten amtlicher Berufsberatungsstellen und Behorden wurden wir des ofteren zur Auskunftserteilung herangezogen. Ferner gelang es, im Rahrnen der
wertschaffenden Erwerbslosenfursorge, sowie mit Hilfe von einmaligen Stipendien, eine Anzahl von Arbeitsplatzen zu schaffen.
Die Literaturstelle entwickelte sich in dern friiher des
ofteren geschilderten Umfange weiler.
Des ofteren wurden an Stelle von standig beschaftigten
Chernikern Handelslaboratorien empfohlen, wobei uns das Anfang 1931 erschienene Adressenverzeichnis des Verbandes eelbsfandiger offentlicher Cheniiker ausgezeichnete Diensle leistete.
425
Im Interesse de r Werbung fur verniehrte Beachtung des
Chemikers konnten wir dank des Entgegenkomrnens der Ausstellungsleitung und der liebenswurdigen Unterstutzung einer
Anzahl von Instituten, Firmen und Kollegen auf d e r B a u a u s s t e 11 u n g Berlin 1931 mittels einer gelungenen technologischen Ausstellung fur die Arbeit des Chemikers wwben.
Der Erfolg war befriedigend, wurde aber leider durch die
Julikrise stark beeintrachligt.
Es hat sich gezeigt. da5 die individuelle Berufsberatung in
allen Fragen, die mit der Sicherung und der Erhaltung der
Existenz unseres Standes irn Zusammenhang steht, notwendiger denn je ist. Sie niu5te gerade jetzt ins Leben g e rufen werden, a e n n sie noch nicht bestehen wurde. Die fachlich sachverstandige und unparteiisch geleitete Stellenvermittlung hat sich auch a19 Erganzung zur Tatigkeit der Arbeitsamter bewahrt, besonders aurh in solchen Fallen, in denen es
sich uni die Ablosung . von Auslandern durch gleichwertige
Deutsche handelt.
I'ersonalverhPltnisbe.
Bis zuin letzten Quartal 1931 bestand das Personal aus
4 Geschaftsfuhrern, 1 Akademikerin und 5 Hilfskraften. Am
Ende des Jahres verringerte es sich uni 1 Geschaftsfuhrer,
1 Assistentin und 1 Sekretarin, so d a 5 zur Zeit nur noch
1 Geschaftsfuhrer und 5 Hilfskrafte zur Verfugung stehen.
K u r a t o r i u m. Seine Zusammensetzung und der Vorstand waren der gleiche wie im vergangenen Jahre. Silzungen
fanden statt am 8. Mai und 14. September.
Ingenieurdienst.
Uber unsere prinzipielle Stellungnahme zurn Ingenieurdienst ist im vorjahrigen Bericht alles Erforderliche gesagt.
Veroffentlichungen des Ingenieurdienstes, zu dessen Gesellschaftern auch der Verein deutscher Chemiker gehort, haben
a n manchen Stellen den irrtiimlichen Eindriick erweckt, als
sei unsere Aufgabe durch den Ingenieurdienst eingeschrankt
worden. Das Gegenteil ist de r Fall, da sich unsere Fursorge
l e d i g l i c h a u f A k a d e m i k e r erstreckt und die Werbetatigkeit der Karl Goldschrnidt-Stelle. abgesehen von der zur
Zeit besonders akuten Forderung nach einer Beschaffung von
Beschaftigungen uberhaupt, nach wie vor die Durchdringung
de r gesaniten Industrie mit Chemikern Zuni Ziele hat. Die
Wege hierzu sind wesentlich verschieden von den von anderer
Seite bisher beschrittenen. Ani Ende des laufenden Jahres
wird uber die dann abgeschlossene funfjahrige Tiitigkeit d r r
Karl Goldschrnidt-Stelle Ausfuhrlieheres zu sagen sein.
Auslandsberatung und -verrnittlung.
Die Angebote von 51 Auslandsstellungen verteilen sich auf
fast alle Kulturstaaten. Fast die Halfle hiervon wurde in
de r Erledigung a e g e n de r Weltkrise zuruckgestellt. Das vorhandene Auskunflsmaterial wurde erganzt, und durrh Verbindungen mit allen in Frage konimenden Beharden sowie
Exportzeitschriften glauben wir in der Lage zu sein, allen
Anforderungen nach Auskiinften gerecht zu werden, und
kiinnen nus unserer Erfahrung heraus nur raten, vor allen
Verhandlungen mit auslandischen Firrnen unserc Ratschllge
ei nzuholen.
Entwieklirng des Stellenrnarktes im I. Quartal 1932.
Die Zahl der S t e l l u n g s u c h e n d e n nahm a b urn 60:
davon 37 Chemiker, 14 Ingenieure, 10 Physiker; hiervon erhielten S t e 11 u n g : 33 Chemiker, 9 Ingenieure, 7 Physiker.
Der Z u g a n g a n ' S t e l l u n g s u c h e n d e n betrug 194:
davon 104 Chemiker, 74 Ingenieure, 16 Physiker. S t e 1 1 e n a n g e b o t e lagen vor 82: 33 Anstellungen in Deutschland,
18 Anstellungen im Ausland, 7 vorubergehende BeschaftiLindner.
gungen, 24 Vertretungen.
8. Die Tiitigkeit der Rehtsauskunftsstelle des
Vereins deutsher Chemiker e.V. im Jahre 1931.
Im Jahre 1931 hat die Rechtsauskunftsstelle 40 schriftlichc
Gutachten erstattet.
Die erforderten Gutachten hatten uberwiegend Fragen des
Dienstvertragsrechts zum Gegenstand (31).
Recht und Wirtschaft sind untrennbar verbunden. Ein
Spiegelbild des wirtschaftlichen Niederganges zeigte sich in
der Haufung der Anfragen aus den1 Kiindigungsrecht. Und in1
426
Chemie
Jahrg. 1932.Nr. 25
I45.Angewandle
Gmchaftsbericht des Vorstandes des V. d. Ch. fur das Jahr 1931
~.
AnschluD a n die gegen Ende des Jahres erlassenen Notverordnungen traten dazu Fragen der Gehaltsherabsetzung.
1. Immer wieder kehrt die Frage nach gesetzlichem Kiindigungsschutz.
Ganz allgemein 1aBt sich sagen, daB, abgesehen von zwei
Einschrankungen, der Arbeitsvertrag von beiden Parteien, den1
Arbeitgeber und dem Arbeitnehmer, unter Innehaltung der in1
Gesetz vorgesehenen Kiindigungsfrist jederzeit gekundigt
werden kann.
Ausnahmen besteben einmal fur die alteren Angestellten,
d. h. f u r solche, die mindestens fiinf Jahre bei dem gleicheii
Arbeitgeber oder dessen Rechtsvorganger angestellt sind. Und
zwar wird hierbei n u r die Beschaftigungsdauer beriicksichtigt,
die nach dem !Xi. Lebemjahr des Angeskllten I'iegt. Bei mehr
als funfjahriger Dienstzeit betragt die Kiindigungsfrist drei
Monate, bei mehr als achtjahriger Beschaftigungsdauer vier
Monate, bei mehr als zehnjahriger fiinf Monate und nach einer
Beschlftigungsdauer von zwolf Jahren sechs Monate. Die KLlndigung ist in jedem Falle nur mit Wirkung fur den SchluB des
Kalendervierteljahres zulassig.
Eine weitere Beschrankung des Kundigungsrechts sieht der
8 84 des Betriebsrategesetzes vor. Danaeh konnen Arbeitnehmer ini Falle der Kiindigung seitens des Arbeitgebers
binnen funf Tagen nach der Kiindigung Einspruch erheben,
falls ein Arbeiter- oder Angestelltenrat in der Firrna besteht,
und zwar durch dessen Anrufung u. a., wenn die Kiindigung
sich a19 eine unbillige, nicht durch das Verhalten des Arbeitnehmers oder durch die Verhaltnisse des Betriebes bedingte
Harte darstellt. Diese Bestimmung wird aber in den meisten
Kiindigungsfallen der jetzigen Zeit keine Hilfe geben. Voraussetzung ist insbesondere eine ,,unbillige Harte". Jede Kundigung bedeutet, insbesondere bei wirtschaftlichem Niedergang,
normalerweise eine Harte. Das Gesetz versagt aber, sobald
die Verhaltnisse des Betriebes die Ma5nahme der Ktindigung
bedingen.
2. Es kommen Falle vor, wo Angestellte, inshesondere
altere Angestellte, gern auch unter dem Tarifgehalt ihre Tatigkeit fortsetzen oder eine Stelle annehmen mochten, und der
Arbeitgeber sich zu einem ermafligten Gehalt auch zur Beschaftigung entschlief3en wiirde, dies aber aus Angst vor d e r
Nachforderung des tariflich festgesetzten Mindestgehalts nicht
tut. Es liegt im Wesen des Tarifvertrages, daB seine Bestirnmungen zwingend sind, durch Parteivereinbarung nicht zuungunsten des Arbeitnehmers ausgeschlossen werden konnen,
und daB daher auch bei Vereinbarung eines niedrigeren Gehaltes dern Angestellten rechtlich der Anspruch auf das hohere
Tarifgehalt zusteht. Ein Verzicht auf noch nicht verdientes
Tarifgehalt ist unter allen Urnstanden nichtig. Aber sogar die
Zulassigkeit des Verzichts auf bereits verdientes Tarifgehalt ist
bestritten. Die Rechtsprecbung des Reichsarbeitsgerichts erkennt die Moglichkeit eines Verzichts auf in der Vergangenheit
verdientes Tarifgehalt zwar im Prinzip an, macht jedoch die
Einschrankung, daB ein Verzicbt unbeachtlich sei. wenn e r
unter wirtschaftlichem Drucke, insbesondere unter dem Drucke
der drohenden Entlassung erfolgt ist. Das bedeutet, daB, wer
einen Angestellten unter Tarifgehalt beschaftigt, bis zur Beendigung des Arbeitsverhaltnisses dauernd darauf gefaBt sein
1nu8, daB d e r betreffende Angestellte Nachforderungen
geltend macht.
Diese dem Wesen des Tarifvertrages eigene Regelung
bringt in der gegenwartigen Zeit Harten., Mancher Angestellte
wurde gern, um beschaftigt zu sein, fur ein Gehalt arbeiten,
welches unter dem Tarif liegt, anstatt, weil ihnen niemand
das Tarifgehalt zahlt, Arbeitslosenunterstutzung empfangen
zu miissen.
Der Reichstarifvertrag fur die akademisch gebildeten Angestellten d e r chemischen Industrie sieht in § 16 eine Ausnahrne vor. ,,Die Mindestgehalter diirfen unterschritten werden bei solchen Angestellten, die durch korperliche und geistige
Gebrechen in ihrer Arbeitsfahigkeit wesentlich behindert sind.
Zu derartigen Abmachungen ist die Zustimmung einer der am
Vertrage beteiligten Angestelitenorganisationen erforderlich."
Zwecks Milderung der Harten des Tarifvertrages fur altere
Chemiker ist seit etwa einem Jahre eine paritatische Kommission aus Mitgliedern des Arbeitgeberverbandes der chemischen Industrie und des Bundes angestellter Akademiker
technisch-naturwissenschaftlicherBerufe gebildet, die die Be-.
fugnis hat, Unterschreitungen des Tarifes zu genehmigen und
hierdurch die Moglichkeit spaterer Nachforderung der DiffeDanzigsr.
renz auszuschlieflen.
9. Statistik der Vereinszeitschrift.
Teil A. Zeitschrift fur angewandte Chemie.
I. G e s a m t ii b e r b 1 i c k.
I
I
Seiten
I
1.
lo Hundertteilen des
aesamtumfanges :
I 1931 I 1930 I 1929 I 1931 I 1930 I 1929
. . . . . . . . . . . . . . I 643.5 1 690.6 1 691.7 I 63.4 1 58.7 1 57.2
AufsEtze
davon Fortnchritts-Berichte
Zuschriften
Vereine und Versammlungen
Neue Riicher . . . . . . . . . . . .
Verein deutseher Chemiker
Hauptversammlungsbericht
104;2
Register . . . . . . . . . . . . . . 20,O
Verachiedenes (Rundschau, Personal.
Todesanzeigen usw.)
26,l
.....
.............
....
.....
.....
1 1 I 1 :l: 1 :::1 :::
99;9
26,O
98;s
26,O
Si4
10;2
<l
......
29,6 27.8
. . . . . . . . I1016,O /1178,011210.0 I100,O 1 100,O 1 100,O
Gesamtumfang
I
I
11. S t a t i s t i k d e r A u f s a t z e i n d e r . , A n"e e w a n d t e n " .
1930
i
1929
......
Eingesandte AufsEtze
zuriickgewiesen
(in O l 0 des Eingangs)
zum Abdruck angenommen
(in O l 0 des Eingangs)
aun dem VorJahre iibernommen und
abgedruckt
(in
der irn BerichtsJahre abgedruckten Adsfitze)
ins neue Jahr iibernommen
(in O l 0 der im Berichtsjahre adgedruckten AufsEtze)
im Berichta ahre abgedruckt.
(in O l 0 des iesamtbestandes)
Durchschnittlicher Umfang eines Ad:
satzes (Seiten)
........
. . . . . .
. . . .
.....
.
.....
. . . .. . ..
. . . . .
. . .
.
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Teil B. Die Chemiech. Fabrik.
I. G e 8 a m t U b e r b l i c k.
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AdsEtze
Umschau
Vereine und Versammiungen
Deche ma . . . . . . . . . .
Wirtachaftlicher Teil
Verschiedenes
Patentreferate
Register
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Anzahl
insgesamt
1931 1930 I 1929
1
Je Seite
1931
1
1930
1
1929
Angewandte Chemie
45. Jnhrg. 1932. Nr. 7.51
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427
Personal- und Hochschulnachrichten
Tiitigkeit des Gebiihrenausshusses im Jahre 1931.
Die Anerkennung der Satze dea ,,Allgemeinen deutschen
(jebiihrenverzeichnisses fur Chemiker" als Jibliehe Preise" im
Sinne von 0 4 der Gebuhrenordnung fur Zeugen und Sachverstandige durch Gerichte und Behorden hat im Berichtsjahre
weitere erfreuliche Fortschritte gemacht.
Nachdem bereits im Herbst 1930 die Oberlandesgerichte
Darmstadt und Celle die Urblichkeit bestatigt hatten, letzteres
hauptsiichlich auf Grund eines Gutachtens der Industrie- und
Handelskammer Hannover, sind in d e r ersten Jahreshllfte noch
die Oberlandesgerichte Braunschweig und Konigsberg, ferner
die Landgerichte Aachen, Koblenz, Leipzig und Plauen gefolgt.
Ober diese Entscheidungen wurde fast ausnahmsloe in der
,,Angewandten" berichtet.
Leider ist ja durch die 3.Notverordnung vom 6.Oktober 1931
0 4 GOZS. auRer Kraft gesetzt worden, so daS die Sachverstlndigenvergutung heute in der Regel nur nach 0 3 erfolgt (bis
zu 3,- M. je Stunde, bei besonders schwieriger Leistung bis
zu 6,- M.).
Derartige Stundensatze sind fiir den Chemiker, der durch
die laufenden Spesen seines Laboratoriuma und die speziellen
Unkosten der vorgenommenen Untersuchungen belastet iet,
naturlich vollig unzureichend. Eingaben, die wegen Beseitigung dieser unbilligen Harte von unserem Verein gemeinsam
mit dem Verband selbsthdiger offentlmicher Chemiker und anschlieijend vom GebiihrenausschuB gemacht worden sind, hatten
aber keinen unmittelbaren Erfolg, wenn auch angenommen
werden darf, daB Verstiindnis fur die besonderen wirtscbaftlichen Bedingungen d e r chemischen Arbeit erweckt und ein
Ausgleich durch zusiitzliche Berechnung d e r fur die Untersuchung verbrauchten Stoffe und Apparaturen gemaB 0 3 Abs. 3
ermoglicht wird.
Der GebuhrenausschuB trat am 21. November zu einer
Sitzung zusamnien, in der an Stelle des verstorbenen Herrii
0berreg.-Rats R a u Herr Dr. S i e b e r , Stuttgart, in den Gebuhrenausschufl und zurn Schrift leiter des Gebiihrenveneichnisses gewahlt wurde. Ferner wurde eine Erweiterung den
Ausschusses durch Zuwahl von Prof. K 1 a g e s sowie sein Ausbau in paritatischer Hinsicht durch Aufnahme des Herrn
Dr. N u g e 1 als Vertreter der Metallindustrie sowie des Herrn
Dr. Hugo B o t t g e r als Vertreter der Nahrungsmittelindustrie
beschlossen.
Die 4. Notverordnung brachte fur die Lage der selbstiindigen
Chemiker eine weitere Verschlechterung, indem sie zu einer
allgemeinen lO%igen Ermafligung der Gebiihren zwang, wozu
an sich die wirtschaftlichen Vorausaetzungen um so weniger
gegeben waren, ale d e r iiberall stark zusammengeschrumpfte
Atlftragsbestand prozentual eine erhebliche Steigerung des
Unkostenanteils zur Folge gehabt hatte.
Wiederholt wurde auch wieder der aus den Herren
A l e x a n d e r , W. F r e s e n i u s und H a u p t bestehende
UnterausschuB um seine Beurteilung der Angemessenheit von
PERSONAL- UND HOCHSCHULNACHRICHTON
Dr. H. M i c h a e 1 i s , Chemiker, Berlin, feierte am 11. Juni
seiiien 80. Geburtstag.
Dr. R. W i n Ig e n , Ordinariua fiir Chemie und physikalische
Chemie an der Universitat Kbln, Direktor des Instituts fur
physikalische Chemie und Kolloidchemie und Abteilungsvorsteher fiir analytieche Chemie am Chemischen Institut dortselbst, feierte am 13. Juni seinen 50. Geburtstag.
E r n a n n t w u r d e n : Dr. H. P a u l y , 0. 0. Prof. der
Chemie an der Universitat Wurzburg, zurn Dr. med. h. c. wegen
seiner Verdienste um die Chemie des EiweiBee und der Hormone.
- DipLIng. P. R o n t g e n , 0. Prof. fur Metallhiittenkunde und
Lotrohrprobierkunde an der Technischen Hochschule Aachen,
dortselbst zurn Rektor fur die Amtszeit vom 1. Juli 1932 bis
30. Juni 1934. - Dr. A. S c h 1 e g e 1, Lektor fur Photographie
an der Universitat Marburg, als Nachfolger von Prof. H. S p 6 r 1,
der in den Ruhestand tritt, zum Direktor der Bayerischen Staatslehranstalt fur Lichtbildwesen.
V e r 1 i e h e n : Dr. A. B e r t h 0 , Priv.-Doz. fiir Chemie an
der Universitat Munchen, die Amtsbezeichnung eines a. 0. Prof.1).
- Generaldirektor Dr.-Ing. e. h. F. L e n z e a ) , Vorstand der
Thyssenschen Gas- und Wasserwerke G. m. b. H., HambornNiederrhein,
auf der Jahresversammlung des Deutscben Yereins
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1 ) Vgl. Chem. F a b n k 2, 386 [1929].
2) Vgl. ebenda 4, 4
% [1931].
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Gebuhrenrechnungen angegangen, und zwar sowohl von Kollegen wie von Auftraggebern, Behorden und Gerichten. Diesc
Beurteilungen sind meist muhevoll und namentlich dann hochst
undankbare Aufgaben, wenn der UnterausschuS, der selbstverstandlich zu strengster Objektivitat verpflichtet ist, sich zuungunsten eines Kollegen enkcheiden mu& Zur Vermeidung
von Beanstandungen wird auf die Notwendigkeit hingewiesen,
Auff raggeber und Gerichte schon bei Ubernahme einer Arbeit
groSeren Umfanges auf die voraussichtlichen Kosten dann aufmerksam zu machen, wenn nach Lage des Falles diese Kenntnis
nicht vorauszusetzen ist oder bei Prozessen die Geringfiigigkeit
des Objektes solche Aufwendungen nicht lohnt.
Eine Neuauflage des GebuhrenverBeichniM ist, nachdem
die 5. Auflage vergriffen ist, zur Zeit in Vorbereitung. An zahlreichen Stellen w r d e n hierbei Erganzungen vorgenommen und
auch in der Gesamtanlage sind von dem neuen Schriftleiter
h d e r u n g e n geplant, die die Wbersichtlichkeit und praktische
Brauchbarkeit zu steigern geeiguet 6ind.
Scharf.
Arbeitsausshun ,,Deutsche Einheitsverfahren fiir
Wassernntersuchun @.E.W.) der Fadgruppe fiir
6asserhemie.
Tiitigkeit im Gesehhltsjahr 1931/32.
Die wirtschaflliche Lage brachte es mit sich, daf3 die Arbeiten des D. E. W.-Ausschusses sehr eingeschrankt werden
muaten. Bisher sind herausgegeben worden:
,,Einheitsverfahren fur Untersuchung von Trinkwasser", Blattfolge I ,
,,Einheitsverfahren fiir Untersuchung von Brauchwasser", Sonderblatt, Ksselspeisewasser.
Blattfolge I1 der Trinkwasseruntereuchung befindet sich
z. Zt. in Vorbereitung.
Von der Blattfolge I, ,,Trinkwasseruntersuchungsverfahren",
wurden erstmalig gedruckt 600 Stuck und hinzugedruckt 200,
insgesamt also 800 Stuck. Diese gesamte Auflage wurde von
der Fachgruppe fur Wasserchemie vom Verlag Chemie gegen
bar iibernommen, um unter Ausschaltung dea Buchhandels den
Interssenten die Veroffentlichung zum Selbstkastenpreise der
Fachgruppe zugknglich zu machen. An D. E. W.-AusschuDmitglieder und deren Mitarbeiter sowie an Besprechungsexemplaren
wurden insgesamt kostenlos verteilt 130 Stuck. Gegen bar
wurden bis heute abgesetzt 418 Stuck, 60 daf3 die erste Auflage
nur noch 252 Stuck betrlgt.
Von dem ,,Sonderblatt Keaselspeisewasseruntersuchung"
wurden 600 Stuck gedruckt und gegen bar vom Verlag Chemie
ubernommen. Hiervon wurden, wie oben, koetenlos abgegeben
64 Stuck und gegen bar verkauft 347 Stlick, 60 daR der Rest
der Auflage 189 Stuck betriigt.
Die Nachfrage nach beiden Veroffentlichungen dauert nach
wie vor an. Es ist aus obigen Zahlen ersichtlich, daR das Intere6se fur die Arbeiten des D. E. W.-Ausschusses in Fachkreisen
recht lebhaft ist.
Dr. Bach, Schriftfuhrer.
von Gas- und Wasserfachmannern in &sen die Bunsen-Pettenkofer-Ehrenlafel.
H a b i 1 i t i e r t : Apotheker Dr. J. A. M u l l e r an der
Universitat Halle a. d. S. fur pharmazeutische Chemie und
Nahrungsmittelchemie.
Prof. Dr. R. B e h r e n s , Priv.-Doz. an der Universitilt
Heidelberg, ist von der medizinischen Fakultiit der Universitat
Berlin als Priv.-Doz. fiir Pharmakologie Libernommen worden.
Dr. R. L a d e n b u r g , Wissenschaftliches Mitglied des
Kaiser Wilhelm-lnstituts fur physikalische Chemie und Elektrochemie in Berlin-Dahlem und nichtplanmaOiger a. 0. Prof. fur
Physik an der Universitat Berlin, hat den an ihn ergangenen
Ruf a h Research-Professor an die Universitat Princeton, U. S. A.,
angenommen und wird zum Wintersemester dorthin ubersiedelns).
G e s t o r b e n s i n d : M. K n u b l a u c h , Chemiker und
Leiter der Kaliwerke Aschersleben, im Alter von 40 Jahren am
2. Juni. - Dr. E. M e i m b e r g , Berlin-Charlottenburg, am
11. Juni im Alter von 61 Jahren. - G. M e i O n e r , Vorstand
der A. Th. MeiRner A.-G., Inhaber der Gelatinewerk MeiRner
& Co., Komm.-Ges., Stadtilm i. Thiir., im Alter von 64 Jahren
vor kurmm. - Geh. Medizinalrat Prof. Dr. med. vet. h. c.
A. S c h 1 o B m a n n 9, Ordinarius fiir Kinderheilkunde an der
Medizinischen Akademie in Dusseldorf, im Alter von 64 Jahren
am 5. Juni.
3) Vgl. Chem. Fabrik 4, 276 [1931].
4) Nachruf folgt demnachst
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