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Gewerbliche Gifte.

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AIsewandte Chemie
45.Jahrg. 1932. Nr. 7
-
1
Kollar
- Dnnneel: Nomenklatur chemischer Verbindungen
Gewerbliche Oifte.
Gewerbemedizinalrat Dr. Hermann G e r b i s hat in seinem
Aufsatz9 die Behauptung aufgestellt, da13 die neuzeitlichen
brisanten Sprengstoffe im Bergbau viel mehr Kohlenoxyd er72ugen als frtiher. Diese Auffassung muf3 auf einem Miaverstiindnis beruhen. Nach der Bergpolizeiverordnung diirfen
bekanntlich nur 6OlChe Sprengstoffe vertrieben werden, die auf
Sauerstoffgleichheit aufgebaut 6ind. Samtliche Sprengstoffe
werden von der deutschen Sprengstoffindustrie so hergeetellt,
daR sie den Anforderungen d e r Bergpolizei-Verordnungen entsprechen (siehe neue Liste der Bergbausprengstoffe, Beilage der
Jeitschrift f u r das gesamte SchieR- und Sprengstoffwesen",
Augustheft 1929).
Dr. Schrimpf.
I n dem in Wien am 28. Mai 1931 auf der Hauptversanimlung des Vereim deutscher Chemiker von G e r b i s gehaltenen
Vortrag: ,,Uber gewerbliche Gifte", abgedruckt in dieser Zeitschrift 44, 640 [1931], findet sich auf d e r ersten Seite, Spalte 2,
letzter Absatz folgende Behauptung uber die heute gebrauchten
brisanten Sprengmittel:
,,Die neuzeitlichen brisanten Sprengstoffe erzeugen im Bergbau viel mehr Kohlenoxyd als friiher, kannen das Gift mit dem
Wetterstrom fortfiihren lassen."
Zungchst scheint zwischen den Worten ,,konnen" und ,,das
Gift" ein Wort, vermutlich das Wort ,,aber", infolge eines
Druckfehlers zu fehlen, welches dem Satz eine einschrhkende
Bedeutung hinsichtlich d e r Gefahr des angeblich entstehenden
Kohlenoxydes verleihen wllrde. Ee muf3 aber darauf hingewiesen werden, daf3 die aufgestellte Behauptung durchaus
unzutreffend ist, da erstens die neuzeitlichen Sprengstoffe schon
an sich in der Regel vie1 w e n i p r Kohlenoxyd entwickeln als
die in frtiheren Jahrzehnten im Bergbau gebrauchten schwarzpulverahnlichen Sprengmittel und da zweitens bereits seit ejner
langeren Reihe von Jahren alle unter Tage gebrauchten
brisanten Sprengmittel grundsatzlich so aufgebaut werden, daR
bei ihrer chemischen Umsetzung kein Kohlenoxyd entsteht. Im
iibrigen ist diese hygienische Forderung des Bergbaus bereits
seit dem Jahre 1923 gesetziich verankert, und zwar durch die
Polizeiverordnung vom 25. Januar 1923 iiber den Vertrieb von
Sprengstoffen an d e n Bergbau, die in § 8 folgendes bestinimt:
,,Brisante Gesteins-SprengstOffe miiasen, soweit sie in]
Grubenbetrieb unter Tage verwendet werden sollen, theoretisch
auf Sauerstoffgleichheit und SauerstofftiberschuB aufgebaut sein,
d. h. der vorhandene Sauerstoff muR auch unter BeriicksichtiSung des Sauerstoffbedarfes etwaiger sonstiger brennbarer Bestandteile, z. B. Aluminium, rechnungsgemaf3 mindestens dazu
nusreichen, samtlichen Wasserstoff zu Wasser und den Kohlenstoff zu Kohlensaure zu verbrennen."
Dasselbe gilt nach 5 18 auch fur die Wettersprengstoffe, die
iiii Kohlenbergbau gebraucht werden.
Dr. phil. Ph. Naoum.
Mein von S c h r i m p f f und N a o u m beanstandeter Passus
in dem Vortrag tiber gewerbliche Gifte ist entstanden, weil ich
selbst einen Todesfall durch Koblenoxyd kenne, der dadurch
zmtande kani, daD ein Bergmann den Sprenggasen entgegenging, um ein vergessenes Werkzeug zuriickzuholen, und weil
ferner sowohl in Veroffentlichungen des Iierrn Prof. Z a n g g e r,
Zurich, als auch in dem Buche F 1u r y - Z e r n i c k , ,.Schadliche
Gase", die von inir ubernommene Angabe enthalten ist.
Dr. Gerbis.
,,Nomenklatur chemischer Verbindungen."
Zu den Ausfuhrungen von Prof. Dr. H. D a n n e e 1 , Miinster').
Von Dr. phil. Hugo K o 11 a r ,
Apotheker und Chemiker, Ratibor (0.-S.).
D a n n e e 1 sagt den1 Apothekerlatein den Kampf an, ubersieht aber, da13 i(rzte und Apotheker lateinisch schreiben
m i i s s e n . W i s s e n s c h a f t u n d K u n s t 6ind bekanntlich
i n t e r n a t i o n a l , und wo h e n wir Apotheker hin, wenn
die hrzte nicht lateinisch schreiben aiirden! Ich bin zum Beispiel gegenwartig in d e r Grenzstadt der Dreireichsecke in
Ratibor (0.3.) als Apotheker tlitig. Wir bekommen hier Rezepte
. __._.
1)
Diese Ztschr. 44, 640 [1931].
*) Dic.w Ztschr. 44: 670 [1931].
149
von deutschen, polnischen, tschechischen, ]a sogar ungarischen
Arzten. Welcher Wirrwarr und welche V e r g i f t u n g e n
wiirden vorkommen, wenn jeder Arzt in seiner Landessprache
die Chemikalien zum Rezept, z. 'B. Calomel oder Sublimat in
einer Salbe oder einem Pulver, verschreiben wiirde.
AulJerdem miiRte man als Apotheker der reinsle S p r a c h w i s s e n 6 c h a f t 1e r sein und samtliche Dialekte kennen.
Vor eineni Jahr war ich in einer Berliner Apotheke tatig. Wir
bekarnen da Rezepte aus Frankreich, aus England, aus Afrika,
ja sogar au8 Australien! Wohin kiimen wir Apotheker da
ahne die lateinische Sprache? Den Unterschied zwischen
Kal. chloratum und Kalium chloricum usw. lernt d e r Apothekerpraktikant in den ersten vierzehn Tagen. - Fur U n t e r 6 u c h u n g s 1 a b o r a t o r i e n fiihren die C'hemikalien-Grobhandlungen, z B. Kahlbaum, ja sowieso Preisverzeichnisse in
d e u t s c h e r Sprache! (Warum aber gebraucht D a n n e e 1
den Ausdruck ,,Nomenklatur" und nicht das schone deutsche
Wort ,,Bezeichnung"?) Die Bildung eines humanistischen Gymnasiums ist noch die Allgenieinbildung, die man fur das Hochschulstudium benotigt - auch fur Naturwissenschaftler. Wir
Apotheker miissen lateinische Bezeichnungen haben, weil es
aus den genannten Griinden zur Technik unseres Berufes gehort.
Erwiderung.
K o 11 a r hat mich mibverstanden. Ich denke nicht daran,
den Kampf gegen eine internationale Nomenklatur fur den
Gebrauch d e r Apotheker, die sich natUrlich am besten an die
lateinische oder griechische Sprnche anlehnt, zu empfehlen,
sondern mein Aufruf ist nur gegen die heutige Apothekersprache gerichtet, die so ganzlich von der Nomenklatur der
Chemiker abweicht und teilweise durchaus mil3verstiindlich
ist. Kein Mensch wird etwas dagegen haben, wenn die Apotheker das Kaliurnchlorat Kalium chloratum nennen, meinetwegen auch Potassium chloratum, das allerdings von dem
schonen deutschen Wort ,,Pottaxhe" stammen wurde, sie sollten
es aber nicht Kalium chloricum nennen, dagegen das Kaliurnchlorid Chloratum. Gegen Acidum aceticum wird niemand
etwas einwenden, wohl aber gegen Hydrargerum pracipitatuni
rubrum, das kein Quecksilber ist, sondern Quecksilberoxyd,
gegen Ferrum sulfuricum siccum, das gar nicht trocken ist.
Hydrargerum pracipitatum album ist ganz irrefuhrend, noch
schlimmer Liquor ammonii hydrosulfurati. Die Alaune kann
inan doch unmoglich mit deni Pradikat Aluminatum abtun, denn
es sind keine Aluminale, sondern Sulfate. Mixtura sulfurica
acida, Mercurius solubilis Hahnemanni, Kther sulfuricus, Tartarus emeticua und viele andere erinnern lebhaft an die Gelieimsprache der Adepten. - Vorschlage? Nein, die gehoreii
erst in eine Zeitschrift, x e n n sie von einem internationalen
Komitee sanktioniert sind.
K o 11 R r hatte aber die Bezeichnungen ,,Calomel" und
,,Sublimat" nicht a16 ,,Landessprache" bezeichnen sollen, die
eine ist nainlich griechisch, die andere lateinisch. H. Danneel.
Erwiderung.
Das internalionale Koniitee basteht schon langst. Prof.
D a n n e e 1 h.at z. B. anscheinend noch nicht gewuat, da13
es sogenannte ,,Praescriptiones internationnles" in der Apothekerei gibt.
Nun zum einzelnen: Es gibt in der Pharmnzie z w e i Quecksilberoxyde. 1. Hydrargyrum oxydatum r u b r u m (durch Erhitzen von Hg[NO3l2 gewonnen) ; 2. Hydrarsyrum oxydatum
f 1 a v u m (durch Fa1,Ien von HgCI, mit NaOII gewonnen) (fur
A u g p d b e n ) . Dann heifit es nicht Ferr. sulf. s i c c u m .
sondern s i c c a t u m . Es hat die Forniel FeSO, .H,O, zuin
Untersc1iied.e von Ferr. sulf. FeSO, . 7H20.- Dann gibt es in
der Pharniazie nur 1. A 1 II 111 e n und 2. A I, u in i n i u In s 11 1 f u r i c u m : ein ,,Alurninatuni" (?) gibt es nicht. - Dann
,.C a I o ni e 1'' und ,,S u b 1 i ni a t" sind kcine pharmazeutischen
Ausdriicke, die ich gebrauchte, sondern sie sind veraltet. Es
heifit jetzt in der Apothekerei: 1. €1 y d r a r g. c h 1 o r a t u 111
(Hg,C12); 2. H y d r a r g . b i c h l o r a t n m (HgCI,).. M e r c u r i u s s o l u b i l i s H a h n e m a n n i ist ein homoopathischcr
Ausdruck; A t h e r s u l f . . T a r t a r . e x n e t i c . 1 1 6 ~ sind
.
vera 1. t e t e A u s d r u c k e.
H . Kollnr.
SchluSnort.
Wenn das internat ionnle Komitee mit seinen praescriptiones
iiiteriiationales (prescriptiones ist n o h l niir ein Pchreibfehler)
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