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Nachricht ber eine Quarzpseudomorphose.

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VIII. Nkchricht iiber eirie Quul.zpscutlomorphose;
uon W: H a i r t i n g e r .
D e m k. k. montanistischen Museum wurden von dem
Hrn. Stadtphysikus Dr. A. M. G l i i c k s e l i g in Ellbogen
kiirzlich einige interessante Stiicke verehrt, die ihres eigenthumlichen Ansehens wegen die Aufmerksamkeit des
Mineralogen fesseln, wenn auch ihrc Erklarung innerhalb des Kreises derjenigen liegt, welche als Iangst bekannte bezeichnet werden konnen.
Die Stucke, 6 bis 8 Zoll lang und breit, waren von
dent k. k. Hrn. Gubernialrath und Kreishauptmann des
Ellboguer Kreises, Freiherrn von K a r g , in einem Steinbruche in der Nahe von Kupferberg in Bbhmeu bemerkt
iind aufgenommen worden. Auch mehrere andere Stucke
m6gen weggebracht worden seyn, aber in kleineres Format zerschlagen. Die ersten kleineren Stiicke, welche
ich von meinem Bruder E i i g e n in Ellbogen erhielt, hatten etwa das Ansehen eines Ganges von Chalcedon in
stsnglichem Quarz, aber mit der sonderbaren Eigenthiimlichkeit, dafs die Individuen auf die Chalcedonwande aufgesetzt erscheinen.
Au den grofsen Stucken zeigte sich nun sogleicli der
Schliissel zur ErklRrung der Erscheinung. Obwohl nun
keine Spur von kohlensaurem Kalk mehr iibrig ist, so
hatten doch skalenoedrische Krystalle von Kalkspath Veranlassung zu der gegenwartigen Austheilung von Q u a n individuen gegeben. Der Durchmesser der in ansehnlichen Drusen versaininelten Kalkspathkrystalle betragt bis
iiber zwei Zoll, wie diets aus den symmetrisch sechsseitigen Querschnitten geschlossen werden liann , welche
aber nun nicht mehr mit Kalkspath, sondern mit halbdurchsichtigeu, deutlich erkeunbaren Quarzindividuen er-
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ffillt siiid. Die stangliche Structur begiunt, n i c in andereii Pseudouiorphoseii, von der eheinaligen Oberflache
der Skalenofder.
Ueber der OberNlclic der skalenoedrischeii Krystalle folgt eiiie (lurch die ganzen Stucke sehr gleichfilrinige Lage Y O U Chalcedon, zwirchen 2 uiid J Liaien dick.
Farbe zwiscbeii milchweifs und siiialtehlau, bin uud wieder uiit zahlreichen kreisrnnden, bliitrothen Puiikten bestit.
Ueber dieser Lage folgt wieder balbdurchsichtiger
Q u a n i i i deutlicheii erkeunbaren Individuen. Diese siud
bis 1; Zoll hug, uiid zum Theil in deu wenig glaozenden Zusalnmeiisetzuiigsfllchen leicht trenubar, zum Theil
siud sie zerbroclieii, uiid zeigeu dairii 1il)bcre Grade \*on
Fettglanz. Die schimluerndc chene Rruchflache des Chalccdoiis bietet iieben den Farbeii auch im Glanze einen
sehr ariffalleuden Gegensatz.
Zuiiachst der ursprlinglicheii Oberflache der Kalkspathkrystalle beioerkt man eine deutliche rothe Farbung
von Eisenoxyd, hierauf iur Cbalcedon selbst eine etnas
durchsichtigere , dalier duukler erscbeiuende Linie, die
jetier Oberfllche cntspricht. Die liufsere Oberflache der
Chalcedoiilage ist abgeruudet, wie inan cs VOD deui Durchschiiitte eiirer nierf6rmigen Gestalt erwarten mufs. Die
Fig. 19 Tnf. I , welche ich dein k. k. Hrn. Hauptmiiuzaints- L’raktikaiiteu E. P i r s c h l verdaoke, stellt cines der
Stuckc in halber Gri)fse vor. An eirietn kleineren Stlicke
setzt der Qiian deotlich gaiigweise durch die zerbrocheiie Chalcedoiirinde. Hin und wieder geht der Q u a n
iii Krystallspitzen aus. Ueber denselben sind noch abgesoudert Krystallrindeii von Q u a n siclitbar, welche im
Iiiiierii Eindrlicke tler Kalkspathcolnbiuation 4 R’.
(I) R,
cler bekaiiiiteii sogerianaten Zweckciidrusen, zeigeii.
Versucheii wir iiuii aus tlieser Urkuiide eiu Flagi i i e i i t der Geschicbte des Gaiiges zu entwickeln, welclier sie geliefert hat, so zeigeu sich inelirere verschiedene Perioden.
An uuserefi Stiicken fehlt das Nebengesteiii. Der Kalkspath ist also bier das erste Glied.
E r war aber nach aiideren Analogies in einer langeo
Zeitperiode der Kuhe auf Drusenraumeii i n eioem Gange
gebildet, uiid an einem Ende der Krystalle aufgewachsea. Man hatte dainals scriihie Kalkspathdrusen auf
dem Gaoge angetroffen. Die Kalkspathbilduug hatte
aufgebort, als die Chalcedonhildutig begatio, indem durch
verlnderte Umstaode die Kieselsaure aus der Umgebuug
ausgeprefst sich in dem vom M’asser erftillten Gaoge ablageru konnte. Ohne Zweifel geschah sie gleichmafsig,
und zwar voii gelblicher Farbe durrh Eiseiioxydhydrat
sefarbt, also bei niedriger Temperntur ; denii die rothen
Eisenaxydpunkte, die rotheo husfiillungeii der Spriinge
i n den Chalcedonlagen konnten sich nicht mit denselbeti
zugleich aufbauen. Wahrend der Chalcedoobildung blieb
der Kalkspath unversehrt. Man wurde uin diese Periode der Gangbildung Kalkspath mit Chalcedon Uber
zogen angelroffeii habeu. 1)iefs ist ein Eildungsfortscbritt
in elektro-iiegativer Richtung, wie men iho so gewdhiilich auf ( h n g e n trifft, etwa in der Aufeinanderfolge von
Blende, Hleiglanz Spatheisenstein, Kalkspath, krystallisirtem Q u a n .
Aber die Bildung des Chalcedons war auch geschlossen bevor die des Q u n n e s begaon, der nun an seiuer
Obertlache uiid anslatt des wahrend seiner Bilduiig verschwiiideiiden Kalkspaths im Iniierii der Krystallrauine
dieses letzteren ahgelagert wurde. Wlihrend dieses Vorgauges zogen sich die rothen Punkte iin Chalcedon zusammen, dieser zersprang biri und wieder, und es schied
sich auf deli feineii Kluften Eisenoxyd aus. Man kanii
ohnc Zweifel diese Veranderung eiiier Erhdhung der Temperatur zuschreiben, die zugleich hiiireichend war, iim
die Krystallisation des Quarzes zu begunstigeii.
Docli
riiiniiit rnaii i n der Farbung der euarzkrystalle wiedcr
eineti anogeneit Fortschritt in der Farbe wahr, i d e m
die letzteii hbsiitzc roil Eisensiiure blafs violblau gefiirbt
siiid, und zuui Theil kleiueu rolhen Eisensteiokugelu iiii
Innerii und an der Oberflache zur Unterlage dienen.
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Nach dem krystallisirten Quane folgten nun wieder flache rhomboedrische, viel kleinere Kalkspathkrystalle in
kugelfijrmigeu Gruppen. Sie durfen wolil als das Product eiiies Fortsclirittes in elektro-positiver Richtung angeseheii werden. Aber eine neue anogene oder elektronegative Bildutig erscheint die Krystallrinde von Q u a n
an ilirer Oberflache, deren Bilduug zugleich die ZerstOrung des Kalkspaths rnit sich bringt.
Zwei Bilduugen von Kalkspath, zwei von krystallitiischem Q u a n , einc von Quarz in verschwindenden Individuen, eine vou Eisenoxyd aus Eisenoxydhydrat, zwei
Perioden der Zerstbruug von Kalkspath erscheinen deutlich in dem Handstiicke. Man knnu sie zur Uebersicht
in ein Schema orduen, in welchem die Aufeinanderfolge,
der elektro - chemische Gegensatz der unmittelbar aufeinander folgendeo Bildungen und die zu beobachtende Veranderung ausgedrtickt sind:
1) Katogen. + Kalkspath in Skalenoedern S,.
Chalcedon und Eisenoxydhydrat.
2 ) Anogen.
+
Quan,
Eisenoxyd aus dem vorherge3 ) Katogen.
henden Hydrat, Kalkspath aufgel8st.
Fortselzung der Quarzkrystallisatiou,
4 ) Anogeu.
in der beginnenden Amethystfarbung.
5 ) Katogeo. + Kalkspath, in flachen rhomboedrischen
c
z R.
Krystallen
6 ) Anogen.
Quarzrinde, Kalkspath aufgelilst.
W i e viel Wichtiges sollte nicht das Studium eines Ganges dieser Art gewahren, wenn man ihm die Aufmerksarnkeit schenken kbnnte, die er verdient, nicht nur in
einzeloeti Bruchstiicken, sondern viclmehr im Ganzen, in
seiner Lage im Nebengestein, in Bezug auf den chemischen Bestand dieses, in seiner Entreckung in's Feld und
in die Teufe, um die Richtung der Strijme festzuhalteo,
welche voniiglicli in den Fseudomorpbosen ihre uubezweifelbaren Spuren zurtickgelassen hnben.
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-
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+a'.
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