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Neue Versuche ber die bitteren Mandeln und deren flchtiges Oel.

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494
Die erste Verdiin~iung (stets in 120 Gr. Wasser bcstehend) entliielt bei diesein Versuch
Gran Arsenik;
14
2 7
die 17. Tgv,nOc,,i7rv,und die 26. TOTT,OU~-,$VO.UDUGrail;
TvU:mD
bis TU TTOU,UDU,UTTTT,TTUU
27
Gran Arseuik jlufsern also
noch Eiuflub auf eine Wicke.
n u s aHen Untersiicliungen , die bisher iiber das fliichtige Oel der biltereii Maiidclii mC;estellt norden siiid,
gelit liervor, dnfs dieses xnerkwiirtiige I'rodtict sicli hauptsZchlich-dadurch von andereu fluchtigen Oclen unterscheidet, daTs es Sauerstoffp schnell absorbirt, und in Folge
dicser Oxydation sich in farhlose Krystalluadeln verwandelt, wclche sauer sirid iind es bleiben, inan mag sie
nun trocken erhitzeri, wodurch sie weiter keine Veriiiiderung erleideii, als dal's sie in weirsen seidenartigeo Iluschcln sublimiren, oder irian mag sie mit siedendein Wasser behandeh, von dern sie vollstvndig gelost und beiin
Erkaltcn wieder abgesetzt wcrden.
Man neik auberdem, dal's dieses lluchtige Oel nicht
blofs den Geruch der Blausjlure besitzt, sondern auch,
dafs es iiii friscllen Zustaride eine aiischiiliclie Menge von
derselben enthdt, und wahrscheinlich dieseln Gehalte seine
giltigen Eigenschaften verdaukt, obgleich es auch nach
U1aus:iure riecheo kann, ohne merkliche Spuren von dereelbell zu cnthalteo. Eiidlicli ist es auch bekannt, dafs dieses lliichtige Oel bei zweckmjlfsiger Behandlung wit kaustischen Alkalien ein besonderes krystallinisches Product
495
liefert, welches weder sailer noch alkaliseh ist, sicli in
AIkohol urid Wasser lost, und mehr in der WVarme a(s
in der Kdte.
Eine der Hauptfragen, welche noch zu losen blieb,
ist begreiflicherweise die: Welche Saure durch die Oxydation des Oels gebildet werde. W i r beschiifligten uns
demnach zunachst mit dieaer Bestimmung, halten aber
kaum die Identitat dieser Saure mit der BenzoEsaure ermittelt, als wir erfuhren, d a k dasselbe Kesultat schon
im Jahre 1823 von Hrn. S t a u g e , Apotheker in Basel,
in I3 u c h n e r’s Hepertorium bekannt gemacht worden
war
*I.
Hierauf blieb uns noch zu untersuchen ,. o b nicht
die Benzoeszure fertig gebildet im Bittermandeb1 vorhailden sey, und sie nur durch die Oxydation der mit ihr
verbuiideneii Stoffe frei gemacht werde. Wir wurden
indefs von diesem Gegenstande abgelenkt durch eine andere, nicht minder interessante Frage, die uns scliien voraugehen zti miissen, nGinlich durcli die: Ob sclbst das
fliichlige Oel in den bitteren Mandelu fertig gebildet vorlianden sey. Die .Beschaftigung iuit dieser Aufgabe schien
uus um so wichtiger, als zu vermutheil stand, dafs die
Losung derselben einiges Licht auf die Natur dieses vorgeblichen Oels werfen wurde. Bereits liatte der Eine
voii uns beobacbtet, dafs das fliichtige Oel, welches man
durch DestiIIation aus den bitteterl Mandelu erhalt, nicht
ganz fertig darin gebildet vorliiinden seyn kgnne, weil
das fette Oel, welches man durch’s huspressen dieses Sainens bekommt , keinen Geruch imd Gesclimack besitzt.
Alles lnfst glauben, dafs, wgren diese beidell Oele neben einander da, man sie gelneinschaftlicll beim Ausyressen erhalten wiirde, \veil, wenn sie einmal getrennt siiid,
sie beim Vermischen sich leichl rnit einander vereinigen.
,
*) Ein Jahr friiher ist achon dicselbe Thatsache von den €HI.
G r i s c l l o w und B a h l m a n n beobaclrtet worden (Berlin. J a b
P.
buch d. Pharmac. Jahrg. XXUl. S. 158.)
496
Dergleichen Beispiele kennt inan mehrere; so weifs mau
2. B., dafs die Samen der IJmbeIlifcren durch blokes
Auspressen ein Gemisch von fellem und Stherkchein Oele
geben. Ganz anders verhalt es sich aber init den bitteFen Mandeln, wenn sie von Feuclitigkeit befreit sind.
Das felte Oel, welches inan auf mechaniscliein Wege daraus absondert, ist eben so ganz geschinacli- und geruchlos, nie das der siil'sen Mandelu. Dieb ist eiue Thatsache, welclie Hr. P Ian c h e wohl erwiesen hat, und welche auch durcli die tiigliche Praxis der l'arfiiineure beslatigt wird, die das fette Oel der bitteren Maucleln fur das
der sulsen Maudclu verkaufen.
Iiidcls niiriint wirklich das fette Oel unter gcwissen
Umsliiiiden deli Ceruch uiid den Geschitiack der bitteren
Mandelii a 4 und zwar braucht man, daiiiit diel's geschelie,
nach €Irii. P 1a n c Ii e , die bittcren Muiidelu iiur zwisclien
heifsen Platten auszuprcssen; allein die IIH. kI e n r y uud
G ui b o u I' t haben seitdeiii gczeigt , dafs cliesc Veriinderung nur unter dein Zutritt von Fcucliligkcit stittlindet.
Diefs waren die Angaben, wclclie uus als Ausgangspunkt dienten. Uiiscre erste Sorge ging daliin, uns vou
ihrer Hichtigkeit zu iiberzcugen.
Wirklicli liaben wir
geseheu , d a k , wenn die bitteren Mandelu sclron etwas
alt uiid folglicli recht trocken sind, das fette Ocl, welches man dnraus durch blofses Auspressen bekoinmt, gleich
wie der Ruckstand, man mag ihn nuu in Kuclicn lassen
oder piilvern, keinen Geruch besitzt, und dal's inan durch
kein Mittel ein Aroma aus deln Oele entnickeln kann,
wlihrend inau nur den Riickstand zu befeuchten braucht,
urn sogleich deli Geruch nach Blaus3ure aufs Deutlichste
hervorzurufen. Das iitherische Oel odcr seine Eleinente
blciben deuinach uuzweifelhaft in der Mandelkleie, und
Biefsen beiin I'ressen uicht rnit deui fetteu Oel aus.
Indem wir nach dieseu Thatsachen zunachst vorausselzten, dal's das vorgeblichi ltherische Oel aus der Verbiudwng eines besondereu Stoffs rnit eineui gewissen Vcrhwlt-
497
hsltnifs Wasser entspringe, haben wir auf verschiedenen
W e g e n gcsucht, diesen Stoff ohne Dazwischenkunft von
Feuchtigkeit anszuziehen: und dazu nach einander Aether
uud hiichst reclificirten Alkohol angewnndt. Die auf
diesem Wege erhaltenen Resultate sind sonderbar genug,
urn Beachtung zii vcrdienen.
W i r k u n g d e s A e t h e r s a u f d i e Mancleln.
D e r Actlier, zu dem wir zuerst unsere Zuflucht nahmen, batte keinc andere Einwirkung, als tlafs er dic letzten, durch das Auspressen noch niclit abgcsondertea TIieiIe
des fetten Ocls entfcrntc *). Piachdein diese Operation
beendigt war, trockneten wir die Kleic an der Luft und
dampften den Auszug in verschlosseneii Gefsfsen in einein Marienbade ab. Sowohl die init Aether ausgezogene Kleie, als auch das dadurch erlialtenc Oel war geruchlqs; allcin bei Anriihrung init Wasser liauchte die
Kleie so gut Geruch aus wie zuvor. ES ist deiirnach erwiesen, daFs der Aether nicht aof die Stoffe wirkt, die
etwa den Geruch entwickeln. U s liielier ist Niclits auffalIend; was aber wirklicli uberrascht, ist: dak, wenn
man die mit Aether ausgczogene und darauE getrocknete
Kleie zum zweiten Male mit Actlier behandelt, der Auszllg bei Abdampfung in einem Marienbade ein Product
giebt, welches fliichtiges Bittermaudcliil enllihlt. Es bleibt
also kein Zwcifel, dafs nicht das Wasser zur Bildung
dieses Oels unurnganglicli sey.
W i r k u n g des hlkohola.
W e n n man den ersten Riickstand von der Waschung
niit Aether, statt ihn aiif angegebene W c i s e zu bebandeln, zu wiederbolten Malcn mit starkem Alkohol auskocht, so erhiilt man nach der vierten Auskocbnng Alles,
') Die Ausziellung geschah in einern trichterartigen Apparat, worin
die Mandelkleie so lange mit Aecher iibergoss.cn wurde, bis er
P.
unteo ohne Beimengung yon fettem Oel &Jlofs.
Annal.d.Plr~sik.B.96.St.3.J.1830.St.11.
Ii
498
was dieses Lijsernittel nus d e n Maiidcln
ziehen vermag, uiitl 1iia11 ben~erlik,d a b der erste Auszug nacli dern
ErkaIten kleine opake, selir knrze Krystalliiadeln absetzt,
die sich in stralilenformigen Uuscheln zusammenlegen.
Diese . Krystalle, welche sicli gewiiliiilicli on die W i n d e
des GefSCses absctzen, sondert tniin a h , uiid britigt sie
auf ein kleiues Filtruu~. Andererseits giebt uivaii die allioholischen Auszuge in cine Hetorte. rilitl zicht den Alkohol vorsichtig so weit nb, bis der Ruckstand dic Consistenz eines Syrups erlangt hat. Man liif'st ihn IIIIII erkalten Lint1 bringt iliu tlarauf in ein holies (Yas, woriii
mail ilin iiiit d e t i t 5 his 6 l'vachen seines Gewichts DII rectifieirteiii Aetlier iibrrgiefsst, urttl , rincli Verstiiyselui~g des
Glases, einige %eit stark scliiittelt. Nun IiiCst 111a11 das
Glas bis ziim nntlern IVIorgen ritliig slehen, w o man daiiii
drei wolil gcst:liiedcuc Scliiclitcn wvalirnitnnit. Die obcrste
und leichtfliissigste ist ciii weitig gclb; tlann fofgt cine
voii matt weil'ser E'arbe rtiid linlb fester C:oiisistetix, und
die dritte cudlich besibkt cine l~eriisteinfiirbciiritl schleimige Consistenz. Uie erste iind drittc Schicht sondert
man leiclit durcli ciiicn CIcber n b , riiid dic mittlerc, welche von ciner teigigen Consistenz ist, liikt 1nan auf feiner lAeinwand ans~riipfcln.
Nnchdcm die drci Scliichten mcchnniscli gcschiedeo
sind, schreitet innu zitr Keiriigiing der i n ilriieii enthnltenen I'roducte.
Die erste, welclie fast nichts \vie hetlier
ist, wird in einetn Miirie~~bnde
abdesIillirt, wobei innu
aIs l\iickstond eine Art eiitcs gelblicltcu , ilussipi Harzes
bekommt, dcsscti scharfer Geschmaclr au deli des s o p nannten griinen Pflanzenharzes erinnert. L)ie weilse untf
gewissermafsen Itreideartip Substanz ails der zweiten
Schicht wird in siedendem Allrohol geiiist. Uiese Liisclng
hbt, nach dem Filtrireri und Erkalten, e h e Meiige kleiner
weifser Krystallnadeln fallen, welche von gleicher Nar
tur sind mit den warzeufihmigen Krystallen, die sich BUS
d e n ersleu Auszuge der Mandelkleie ausscheiden. Die
ZII
4s9
schlrimigc Fliissigkeit, welche (lie dritte Scliic~it bildet,
niinint , nnc.litlcm sic durch gelintle Erwzrmling von deln
noch darin enthalterien heftier hcfreit worden ist, die
Corlsistenz tles Honigs an, bleibt diirclisichtig rind echmeckt
sub, aber zugleich cin wenig bitter. Wir Iiaben aus iIlr
keinen anderen Stoff absondcrn b8nncn.
Dic Behandlung mit hlltohol liefert tleinnnrh drei
wohl unterschiedene Stoffc, nlirnlirh: einc harzigc Snbsfam, eiiie eigenthumliche krystdliriisrhe Materie und
entllicli eine h t fliissigen Ziickers. Xin nicrkwiirdigsten
ist aber, clal's keins diescr tlrci Produrtc dcn (;crirch
der bittercu Mandcln besilzt, rind ddfs dennoch dic Mandelklcie, die hinter einandcr init Aether und Alkohol oder
aricli blofs init L\lkohol bcliantlelt orden ist, nicht inehr
mit W a s x r deu Geruch der 12lar1stitirc anniinint.
Vergebens Iiaben wir alle U I ~ Szwccktlicnlich scheinrndcn Mittel angeirandt, uni diesen Geruch zu cntwikkeln , sowolil aus den Bestanclllieilcu einzeln puouiineii,
IS auch mit einander oder niit dcr IliIantlelhlcie, nus dencn sie clargestellt warcn, rerinischt. Ohnc Zweifel giebt
cs eiaen sehr fliichtigen Stoff, welrher als geineinschaftlidies Eindeinittel dient, untl durch die Behandlung mit
Allrohol zerstbi t wird. W a s diefs zu herreisen scheint,
ist dic belranntlich schr cleutliclic Gegcnwart dcr Blausiiure in dein Destiiiate ans billeren M~intlelu,wglirend
sie hier dnrcli heiri M i t k l , selb5.t nicht durrli knustische
Mkalicn, welche sic in dem Ithcrischcn O d e SO schnell
nnchweisen, entdeckt \I crclcu kann. Wir iniissen indefs
beinerken, dal's die weil'se krystallinische Substanz, bei
Erwiirmung mit hetzhalilangc, cine sehr betrschtliche Menge
Amiiioniak entweichcn liiht. Da dime Substanz also Stickstoff enthiilt, so wiire es iiiiiglicli, dafs derselbe vermbge
einer uns unbekannten Entinischung oder Verbindung ein
Bestandtheil des atherischcn Oeles wiirde. Wir sind urn
so inelir geneigt dieses zu glaubea, als diefs Oel, selbst
irn Zustande seiner griifsten Keinheit, den Geschmack der
Ii 2
500
bittercn Mandcln besitzt, und die siiken Mandcln keiiicn
lhrilicbeil Stoff tielern. Diesc I;eobachhnge11 liaben uns
bestiinmt , das Zitherische O c l besonders zu untersuchen,
und wir v%erden weiterliin die Resultalc unserer Versuche augeben; bevor wir uns aber uiit dieseiii Gcgcustande
besch~fiigen,wollen n i r iiocli dns aiifiilircn, w a s auf die
Mandeln selbst Uezng hat.
W i r erinneru zunzchst, dafs der ~itlermaadelkuclien,
welcher mit Alkohol behandclt wordcn ist, bci der Destillation init Wasser kcin bcsondcres Ztherisclics O e l liefert, und d a h iiicfit nur das Product, welches man erbelt, niclit deli ~cringstenBittermandelgeruch besitzt, son&rn auch init liengciizieii niclit dic gcriiigste S p r von
UlausYrire eiitdeckeii liirst. Es ist tlohcr genik, clafs der
Alkobol e n l n cdcr p i i z odor ziiiii ‘I’IiciI dic Ikslantltheile
des iitbcrischeli Oels rortniuilnt odcr zerstiirt. Uni iins
indefs zu iibcrzcugco, oh dcr nlkoliolisclie liiickstaiid eincii Stoff eutiialtc, w clcficr zu jciicr sclincllcn Eriietrguiig
der Blaus8urc, die sicli unter gc~riihnlichcnUmst:iiiden
sogleich nacli Befeuchtung dcs Kuchens einslellt, bcitraKen hiinntc, liaben wir eiiie Portion tlieses l’riickslaiidcs init
kitlLe1il dcslillirteni Wasser behai1delt; nnch uichrstundiger
Maceration erhieltcn wir ciiie Flussigkeit, welclie, nach
dein Filtriren, klar und gelblich war, fade schmeckte,
beim Scliiitteh stark scliiiuinte uud bci Erwhnung coagrilirte.
Alle diese Eigenscliaften fiutIen sich aucli bei den
siifsen Mandeln , und Hr. f,o u l 1 ily liat dieselben schon
vor langer Zeit aogcgebcn, in eiiicln Aufsatze, im siebeuten Uande dcs Journal d~ Phannncie. Wir bemerken beilaulig nur, dafs jciics Coaguliren, welches man
vou Pflanzeneiweil‘s abgeleitet bat, einigc Charaktere besitzt, welche auf cincn andern Kiirper Linzudeuten schcinen, wie inail diefs besonders bcmerkt, wenn man Mandelkleie genommen hat, die durch Aether ihres fetten
Oels g5nzlicli beraubt und darauf mit hlkohol behandelt
501
mordeii ist. Erw!irmt inan in diesciri Fallc die d s r i g c
Fliissigkeit, so trubt sie sicli und nimiiit Consistenz an;
allein sic congulirt niclit , selbst ~ ~ e i i iirian
i
(lie Erwiirinung bis zuin anhaltendem Sieden steigcrt. LaCst man
sie erkallen, so iiiinint die Coiisistcnz zu, und inan erhalt einc ganz homogene, wie Kleister steifc Masse. Erliitzt innn sic abermals, so wird dic Massc ctwas fliissig,
~d beim Erkaltcn niinint sie wicder dic fruhere Consistenz an ; diese Erscbeinungen knnn inan durch l’einpcrattrrwechsel mehrmals liervorrufen. W i r liahen uns sagen Iasscn, dafs das gcwviihiilichc EiweiCs R’ichts dein iilinliches zcigc. Ucbrigeris verweilen wir biebci niclit Iiiigcr,
urn iiiis niclit so sclir voii rinscrm €IauptSegciistand zu
cntfernen. W i r liabcu nur iioch von der wvHTsrigen Tlussigkeit mi sngcn, dafs wenn bei Erwrirmung die Coagtzlation nicht aiigenblicklich geschieht, einige T a p der Rrihe
hiniviclicn, aus ihr eine Mciige eiiicr Pliissigkeit abzusondern, irclche bei Abdainpfiihg iiiir cine Art gewiihnlichen Giiinrni’s licfert. W i r linbcn dciniiacli in jencm
Ruckstand Xichts g e h d c n , was cinc besoiitlerz Aufmerksamkeit vcrdiente.
U n t e rsu cli u n 6 cl c s ii tlr e r i s c 11 c n n i t t e r m a n d e l 6 Is.
Mit den gewiilinliclieii hpparalcn liat die Uarstellung diescs Oels viele Scliwicrigkeiten, weil die triit W a s ser angeriihrte Maudelklcie cine solclie zlilic, diclrc Massc
bildet, dafs es fast unniiiglich ist, das Sieden cine Zcit
Iang zu unterhaltcri, ohne daCs niclit die Mnsse nufsleigt
oder sich an die Wiinde festsetzt und in Folgc davon
zcrsetzt wird. Untcr den vcrschiedeiien Mitteln, zu denen wir unsere Zufluclit nalirnen, gewlihrte iins die Anwendung des Dampfs den ineisten Vortheil. W e n n inan
das Destillat portioncnweise abninimt , so sielit man, dafs
man anfangs mehr Oel eiith;iIt und das dariiberstehende
W a s s e r klar ist, wogegcn bei mehr vorgeruckter Destillation das O e l in geriuger Menge eracheint, rind dennoch
das Wasser sebr milcbig ist; zuleizt erheh man kein Ocl
502
iiiclir rind dic Fliissigkcit wirtl nicdcr klar. Allc drei
1'rotlcc:c siud ohiic tl'ir1,iing A i i f blaues uiid rolbcs Lackiiiltspapicr.
Hr. V o g c l llat also Uiivcclit, weiiii er sagt, dafs
das dcstillirle Wnsser dcr bittcrcn lkliiiidelii snucr sey;
cs b t es iiiir in YoIse eilier T'criiiitlei~iiiig. IIer Gcrrich
der ersteii Productc ist s o lebliaft u l d durclidriiigend, d d s
CI' inehr an deit 1ief~ii;ei~
dcs Cyatis nls an deu iiiildereu
der Blarissure criiiucrt. Kocli mcrkn uidigcr abcr ist, dak
iiiclit uur die Cyauvcrbiiidun~, welclic uiaii iiiitlclst ,Kisciisalze aus jcuen drci Uestillateii erliiilt, in clciii MaaCsc
obiiiinint, als die 1)estillatiou vorschrci!ct, soiidcrii aiic11,
dafs diesc Vcrbiiiduug lnclir <:!ail als dic Blaus:iure cutlialtcii iiiiifs, weil clic Siederscliliige, wclclic iiian sclbst
uiit EisciiosyIsidzeii ci IijiIt, aiifaiigs riitlilicligclb siiid, u ~ i d
erst in F o l g dcr Ilcriihruiig iiiit clcr Liilt griiii iiiid daiiii
blau wcrtlcu. \Yolilvcrst;riitlcii spreclicn w ir iiiclit veil
dcr Farbe dcr &icdei~sc:liliigc iiii hIoincnt, wn sic durclr
eiii Alkali crzcugt wcrdcn, :.oiitlci.ii dariu , weiii! sic init
eiiicin Ucbcrschub voii Clilor~~vasscrstolfslirirc
iibcr,*OSSell
wordcii siud. Es ist aricli noch zii beuierhcu, dak,
weiiii i i i n i i dns iuilcliigc iiiid das hlarc Wasscr zu glciclicii 'l'heileu iiril ciiiaiider vcrwisclit, das (;all7,c diirclisicltig. wird. Es ist also iii clciii crstcii Ucstillatc eiu
Kiirper vorliindeii, wclclicr zrir Liisliclihcit dcs iitbcrisclicii Oels beitriigt , riild dn tliefs crstc Uestillut uichr
VOII der besagtell Cyaiiverbiiiduiig ciithjilt, so ist sic cs
Gc~ i ~ l i r ~ ~ l ~ i iwclche
l l i ~ l idicsc
,
Krscliciiiuiig bcwiiht.
wil's i s t , dais dns lilarc Wnsscr \\tit iiiclir Ocl ciithiilt
nls das darauf folSeiitle milcliisc, so vicl, dills iiiiiii, bci
dcsseii Iiuctilication , fast die doppeltc Mciigc dcs Oels
bebouiiiit *>.
*) Die Verfmser ractificii err clalier JJS iillreltige \T':isscr in cineni
KolLcn niit IIelrti; wegeil dcr grofscn I'liiclitislcit des Oels GnJet siclr drr i;:~rize GeIri,li dcsscl:~err sdaun in deri erstcu
dcs Ihstillats
CUWU
31.3
Hr. V o g e I einpliehlt die hnweiidung von Barytwasser aIs Mittcl, die Geiviauung des fliichtigen Bittermaudelijls zu erlcichicrii. Veriniitlilicli iel cr liicbei von der
Vorstellung gcleitet, als scy tlas destillirtc Wasser der
bittcren Mandeln saricr; alleiii es ist wichtig zu ljemerken, dafs innti hci huweiitlnng voii Alkalicn die vorhin
crw3hnte Cyanverbindung cntferiit, uod dafs alsdann das
:itlierische Ocl niclit iiielir alle seine rirspriinglichen Eigenscliaf~en besitzt, bcsoiiders Jiinsicl~tljchsciuer Wjrkung
nuf die thieri~cheOcconoiilie. Aiicli vcrinindert die Entfernuiig jciicr Cyniivcrbiiidung die Ausbcute ; i n Oel. Es
ist dalicr vorIlieillinftcr, das voii iiiis ansegcbene Verfahrcn zii bcrolgcxi. ludcfs kann es unter Sewissen Umstailden iiutzlicli s e y i , das O e l ubcr Alkalieu zu rectilicireu, bcsoiidcrs wciiii iiian cs wegen seines Aroma’s benutzeu will, weil dniin seine Anwendung wcniger gefdibrlicli wird. Diese Denierltiiiig ist u i i i so zeitgemiifsser , a h
gegcnwlirtig eine grofse Rlcngc Jcs Ocls zu dieselu Zweck
verbra uch t w i d .
Naclidein wir ein Vcrfalircn arifscf[i:iden Iiatten, das
Oel vollkomuieu reiu mi crliaitm, sctztcn wir die Untcrsucliui~gdcssclbcii tiiiter eineiii anderen Gcsichtspunkte
fort. W i r uberzcugten tins zuiiiichst, dals es im frischea
Zustaiide vollkoinincn iwutral ist. Eesonders waren wir
beinuht zii sehcn, o b IieiizoCsiiure fcrtig gcbildet oder
eincr ihrer Bestandtheilc in tlcinselben entlialtcn sey. W i r
glauben so glucklich gewesen zu seyn, einiges Licht auf
diesc interessante Frage geworleli zu haben, wie inan aus
den folgeuden Versucben ersclion wird.
A m geeignetsteu z w Erreichuiig uiiseres Zwecks schien
tins die Bestiiumung: O b der s ~ a r r eliiickstand, der durcb
die Oxydation des Oefs entstclit, Iiiehr oder weniger als
dieses wicge. Ueon (In, iiach tler Oxydation dcs Oels,
uiir I1enzoi;s:iure zuriickbleibt , so kijriiicii nur zwei F e l k
eintreten: Eutwcdcr wird das Ocl dabei gsnzlich in Benzodskirc vcrwvantlclt, odcr jciie Oxydation setzt die Ben-
504
zoCs8iire niir in Frciheit, indein sie den Kiirper, welclier
diesc Siiiire s ~ ~ t i g t eju, ciiic davorigcliende fliichtige Subs t a i n , uiiiiindert.
Uicser Versnch, wclchcr so ciiir;lcli ersclieint, biciet
indefs wegen der Fliiclitigkeit dcs Oels uiid der ciitsteheoden S:iiire grofsc Scliwierighcitci~dar. I h n n allemal,
wenn iuaii das Bitteiuiandeliil iii vcrsclilossencii ( M ',If sen
wit J2nft oder Saucrstoffgas in Beriilirung sctzt, siclit mail
die W i n d e sicli iiirvciidig init lilciiicii Krystnllcn von Bcnzo&iore bekleidcn, die theils eiiizelii niit ilircn Eiideii
aufsilzen , thcils eiiie Riiitlc bildeii, dic innn nicht ohne
betrHchtIiclieii Verlust nbliiscn h a m . Es ist deiiinnch iinxniiglich, cleii l\csullnten, welclie iitnn aid dicsc V'cisc
erhiilt, (;liiubcii bcizumcsseu. W i r Iiabcn iiidefs diesem
grofseii Uebcls!nntlc nieistciis dndrirch abseholfen, dais
wir das Ocl in ciii t'1:isclicheii iiiit y1;itlciii Coden uiid
schr Iaiigem ciigcn h l s c braclitcn, uiid cs iuit diescm,
naclidein es gciiau gcwo~ciiworden war, unter citic init
Quecksi!ber gespcrrtcu uiid wit Snocrstoffps gcfiillteii
Glocke bracbten. h i dicsciii Vcrfahren crliiclten wir
iiiir eine gcringc ( ~ c ~ ~ i c i i t s v e r ~ i i e l i rallciii
u i i ~ ; wir liaben
anch diescn Vcrsiich iiur eiii einziges Ma1 angcstcllt, und
wagen iiicht fur seiiic (;enauigkeit eiiizustcheu.
Wenig befricdigt durcli dieses Kcsultat, iiahmen wir
iinsere Zullueht ZU trocknein Chlor iii deiu Gedaukcn,
dafs, wenii die S:iurc fcrtig gcbildct vorlinodcn s e y , sic
wahrscheiulich durch eiiien Rohlcnnasserstofl' g c s ~ i g t
v e r d e , und d a t vvir d a m Clilorliolilenwassersto~f erhalIcn uiid die BenzoWure abgescliicdcn bekominen wurden. Wir selzten demnacb ciiicn Appnrat zusaininen, iiiii
einen Strom von trockenein CIilor iiber dic OberKiche
einer ~ C w i S S C i l Menge Oels hinwegzulciteii , das melirere
l a g e in einein trockneii Vacuo gcstandcii hntte. Wir
glaiibten anfangs, d a b die Vorgauge onseren Voraussetzungeii entsprlchen, wcil wir bald auf dem Boden des Oels
cine Menge prisinatischer Krystalle entstehen sahea, wel-
..
503
clie sich wAirend'der gnnzen Dauer der mehr als niithig
verliingertcii Operation crhieltcu. W i r hiclten diese Krystnlle fur Cenzoi%nrc, salien aber, nnclirlein der Versuch
beendigt uiid d e r Alq)nrat nus einnnder genommen war,
bald unsern Irrthuin cin. Die Fliissigkeit, welclie oben
schrvamm und citronfarbig war, stiefs an der Luft sehr
stechende, die A u p i stark angreifende Dsinpfe nus, dereii Geruch a n den der Verbiudungen von Clilor und
Cyann.asserstoffsSrire erinucrte. Bicse Fliissiglieit verband sicli leicht niit Wasser, und, als inan diefs Gemiscli
der L)estillation uutermrf, eiitwickelte sich v i d e Salzs~iurc
und bciin Erknlten sclilugen sich schiine Krystalllarnellcn
iiieder, in Iangen Fcdcrbiiscliclu geordnet , melclic alle
von dcr Oberflsche der Fliissigkeit aiisgingen rind sicli
gegen den Bodcn liin entfalkten. Diese Kryslallc, auf
ein Filtruin gebrncht, darauf in Wrrsser geliist und geliiirig gereinigt, schienen uns allc Keiinzeiclien der diirclr
Oxydation des Oels entsleheiiden Sliure zu besitzen.
Kine Uutersuchung der Krystallc, (lie sich w:iIircnd
der Hinuberleitung dcs Chlors gebildet I i n k n , uberzeugtc
tins andurerseits, dafs sie keine Aeliiilicbkeit mit der Benzoijssure besacsen. Deui~als diese Krystalle zwischcn mehrereii Lageii Josephpapiers ausgedriickt wordcn waren,
verbrciteteu sie eiiien eigenthiimlicheii und angeiiehmeii
Gerucli. In Wasser, selbst iu siedcndem, waren sie nicht
lnerkbar liislich; dagcgcn liisten sie sich in heifsein Alko1101 fast in allen Verhiiltnisse~i, und beiiii Erkalteii setzten sich daraus wiedcr yrisinatische, zieiiilich volumiuiise,
matt weifse Krystalle a b , die fast kciuen Gerucli iind
Geschinack besafsen, in gelinder Wzrine wie Oel fliissig
wurden, sich dabci niclit verHUchti$en, auf gluhende Kohlen geschuttet aher einen starken Hagedoriigeruch ausstieken. Diese Krystalle waren vollkoinmen ueutral und
hatten einige Aehnlichkeit iuit dcnen, welche sich bei Einwirkuog vou Aetzkali a u l das atherische Bittermandeliil
bilden. Wir bekennen indefs, dafs wir unsere Untersu-
506
chuiigcn in dicser Ecziehung niclit sehr weit gctriebcn
Iiabcn.
Dicser Vcrsucli sclieint uns wolil geeignet, zii heweisen, d a b die 13ciizoi;siiure nicht iin Bitterinniideliil prliexistirt, und sie also ein Product der Oxydation dcssclben
ist. Uiiscres Eraclitcns wiirde niaii dcinnach in deiii Bittermandeld gcwisscriiiafsen das Radical der BciizoCs9ure
hnben. Diese Ansicbt stiinmt ganz iibercin init dcr Mci~lutlp,(lie ciner von uns vor lzngerer Zcit uber die hctlicr
cler zwciten Gattuiig ausgesprocheii hat, nsinlicli , dafs in
cliescii Vcrbindungen die Ssuren nicht fcrtig gebiltlet vorIlai1dcu seyen. I)a es indefs iiiclit uiiscre Absiclit war,
dicse otler jcnc Mcinung zu vertheidigen oder zu bcstreiten, soiidern nur die Wahrbcit aufzulintlcn, so stclltcn
wir iiciie Vcrsiicbe n u , uin genauere Iieniitiiissc in diescr Uczicliuiig zu crlangcn. l u der I-loffiiuiig, dars die
kaustiscbeii Alkalicn einige entscheitlendc Resultate geben
kuauten, stelltcn wir deinnach dcn fol;geriden Vcrsuch au,
aul deli wir alle nur miigliclic Sorgfalt vervvandteu.
In eiii Fliischchen, dns ctwa GO Grm. Wasser fafste,
scbiittetcn wir 15 ( h i . kaustischcs Kali, fullten es darauf zu zmei Urittcl mit Wasser, brachteii, uaclidcin dic
Aufliisuiig zu Stande gckommen und erkaltet war, 5 ( h i :
reinen Oels inittclst cincr sebr klcincn Pipette hinein, und
fullten eiidlich die Flnschc ganz niit reiiiem Wasser. L)a
das O e l leichtcr als die Kalilaugc, und sclinerer als das
Wnsscr war, so bildcte cs eine Schiclit zwischen cliesen
beiden Fliissigkeitcn, und das Wasser rcichte in den H a h
dcr Flasclic , n cil wir so vie1 von ihin hincingescliuttet
hatten, dnfs die Luft glinzlich ausgctricben worden war.
Non wurde der Stapse1 eingesetzt, welclier die niilhige
Meogc Wasser vertricb, iiiid, uaclideiu derselbc w01ll
befcFtigt war, das Gauze eiuige Miiiuteii stark geschiittelt.
Uas Wasser uiid die Kalilauge vereinigten sicli; allein
uiich der geriiigsten Ruhe bcgab sicli das Ocl wieder auf
dic O l c r l l k h e . U i i i das l3ndriiigeii dcr Luft zu verhu-
5Oi
ten, liiell i i i m die Flasche, wenn iiinn fiic niclit schiitlclte,
uingekclirl iind niit ilireiii Ilals i n Wasscr gcsteckt. Nach
zwei - bis drcit3gi;er Einmirkuiig bcnierktc man kleine
KrystallHitiercben , (lie in cler uuteren Fliissigkeit heruinschwarnnicn: beiin Scliiittelii verciiiiglcn sicli diese Flitterchen wiedcr init ticin obciinufsch~iiniiieiiden Oel : allein
iiach eiiiigeii Stuudcii bildeten sicli iicue, uod naclr Vcrlauf von 14 Tageii liatten sicl) diese Flitterchen so vermclirt, dnfs das Oel seine giiizc LiquiditGt verlor. Diescii Versuch selzte innii riiieii gntizcn Monat long fort,
und an jcdein ‘I’ogc scliiitkltc III;LII die Flasche oftinnls,
womit innii nicht elicr c.iiiliiel1, nls bis das gesainintc O e I
etstarrt war; erst niebrcre ‘I’age Iicriiacli wiirde dic Flasclie gciiffnet.
B u n wvurJe di\s C a m e auf ein Piltruin gebracbt, uiid
die durchgeflosscnc liliissigheit init ClilornasscrstoffsHurc
gcsiiltigt. Zu unscrcin grofscn Erstaniicn ciitstaud dabei
iiicht dcr geritigste Niedcrsclilag, uiid I I I I S ~ I ’ C Vcrwunderung sticg iioch mehr, als wir salieii, daCs dic Krystnllflitterchen, welclie aiif dein Filtruin gcblicbcu warcii, in
dem zuui Wasclieii auf;;egosscncii Wasser zergingeu und
mit cleiiisclbcn cine iiiilcliige Flussigkcit bildeten. U e r
hstillntion untcrn-orfcn , gab die uilchige Fliissigkeit eiuige Tropfen ciucs fibst gcrucliloscn ~ithcrisclieiiOels.
Dieser letzte Vcrsuch sclieiiit uns dcn vorhcrgehenden zu bestitigen, dcnn wcnn dic DenzoCsiiure im O e l
priiexistirte, so s o h i i n n doch deiikcii, iniifste sic sich im
Kali gelundcn liaben, wie es der Fall ist, wean inan das O e l
unter dcin Ziitritt dcr Luft iiiit deinselbeu Agens behaodelt , zwar niclit iu so concciitrirtcr Liisuug, aber unterstiitzt durch Wiirmc. Man braucht das Bitterinandcl61
nur cinige Augciiblickc iiiit eiiier Kalilauge zn kocheo,
~ i i nsogleich beiui Siitrigeii ciueii reichliclien Niederschlag
vou Bcnzobiiure zu erhalteo.
Nachdciii wir iiber diescn l’uiikt eiue so grofse Ucbcrzcugung , nls es diesc Art voii Uiitcrsucliungcn Z U ~ S ~ S ~ ,
508
erhaltcii hatfen, wollteu wir auch sehen, ob nicht andere
Oxydationsmittcl, als die angewandten, cine glciclie Wirkung hervorbriugen wiirden. Zu dein Ende bchnndelten
wir einige Grammen Oel in der W-Srme lnit SalpetcrsSure
von gewiihnliclier Concentration. Die Einwirkiing war
sehr lebhaft, und es rand eine starkc Eotwicklung salyetrigsaurer Wiinpfe statt. W i r erhiellcn clabei einc der
vorigeii ~hiilichc S i u r e , welche, nach Iieiuigung , ineLr
als das halbc Gewicbt des angewnndtcti Ocls bclrug.
Alle diesc Thatsacheu slimmen wolil iibcreiii, und
scheinen tins jedeii Zweifel an der Bicht-PrBexisteiiz dcr
BenzoCsiiure zii Iieben.
Bis so weit waren uiiscre Versuchc gediehcn, als
wir Mrn. L i e b i g ’ s *) hrbcit iiber den I.Inni der Grasfresser
keniieii Icmten. W i r beiiiiihleii uiis zu erinittcln, o b
unsere SBure, da sic eben!’alls aus eiiier stickstoffhdtigen
Substanz entstaiid, aiich wolil Sticksioff enthicltc. Wir
fanden indel‘s keine Spur voii deinselhcn, und iibcrdiefs
miissen wir, ungcachtet allcr Aclitung vor den Meinungen des Hrn. L i e b i g , bekcniicii, d d s tins iiiclits die Elisteoz seiner Hippursaure, als Kiirper sut’ generis, zu beweisen scheiut. Wir habcn iiii Laufe unscrcr Praxis so
viele solcher von org~iiisclicnVerbiridungen dargebotcnen
Auomalien kennen gcleriit, daCs wir clurcliaus nicht zu
glauben geneigt sind, die aus dein H a r m dcr Grasfresser
erhaltene Benzoeszure habe sich d u d Wirkung der
Warinc gebildet. Wir bleiben vielinelir roii der Priicxistenz dieser Saure im Harne uberzeiigt, und glauben, daL
die iiiteressaiite Entdeckuug Ton F o u r c r o y und V a u q n e l i n ihren ganzcn W e r t h behalte.
Hr. L i e b i g , nachdem er gefiinden, dafs, beim Erhitzen cines Gemcngcs von Schwefelszure und Hippursiiure,
BeozoEsaure entstehe, schlickt auf die i\’icht-Yriiexistenz der
Benzoesaure in der HippiirsZure. W i r bekeiinen, daL dieser Beweis uns nicht streuge erscbieneii ist; denii, was
.) ?/Ian rehe diese Ann. Bd. 93. S. 389.
P.
’
509
wiirde mohl geschehcn, wenn der 13enzoCs5ure eine leichter als sie zersfbrbare organische Substaiiz beigemischt
wlirc, und man dieses Gemenge mit Schwefelsaure behandelte? Genau dasselbe, was wit der Hippursaure geschieht. Ueberdids ist zu vermuthen, dafs Hr. t i e b i g
selbst keiue grofse Ueberzeugung in dieser Bezielrung erlangt hat, weil er in dein folgenden Satze einrsumt, dafs
man die Hippiirslure als eine Verbindung von Benzoessure mit eincr unbekaniiten unorganischen Substanz betraclitcn kiiiine, und darin sind wir gnnz seiner Meinung.
Wuoderbar wiire es iudcfs in der That, dnfs die Hippurssure durcli drei so verschiedene Agentien, wie die
Wjirine, die Schwefelsiiure uiid die SalpetcrsZure, in CeuzoiXiure verwandclt wiirde, wenn diese nicht schon priiexisiirte. Ui,e yon Hrn. L i e b i g beigebrachten Belege
scheioen (ins deinnach nicht hinl~inglich, urn unsere ersten Meister eines Irrthums zu beschuldigen, und ohne
Zweifel nird er uns erla’uben, deren Reclite so Imge z u
veriheidigen, bis neuere Versuche sich bestimmter iiber
diese Frage aussprechen.
Arnygclatin; s e i n e E i g e n s c b s f t c n .
Nnchdem wir iins durch alle uns zu Gebote stehenden Mitiel ubeneugt hatten, dafs die Benzocslore nicht
fertig gebiIdet im Bittermandeliil vorhanden sey, brauchten wir dieselbe nicht inelir in den M a n d e h selbst nufzusucheu, sonderu our zii seherl’, o b wir nicht deli Stoff,
der etvva zur Bildung dieser S u r e beitriigt, in denselben
entdecken kiiniiteu. L)a uiiter allen Producten, die wir
aus den Mandeln gezogen hatten, keins so sehr unsere
Auftnerksamkeit gefesselt batte, als die vorhin erwzhnte
weilse und krystallinisclic Substanz, so murden wir natiirlich veranlafst, sie niiher zu untersuchen, und daraus
entsfanden einige Beobachtungen, welche uns Iriteresse
zii verdienen scheinen.
Wir haben bereits gesagt, dafs diese rnerkwiirdige
510
Substauz einen anfangs siifsen und hinterher bitteren Geschniack besitze, der vollkomineu an den Gcsclimack der
bittcreii Mandelii erinnerc. Dieser Geschuiack findet sicli
aricli i u dein destillirten Wasscr untl dein iitherischen Oele
der bitteren Maudeln. Es ar deinnacli zicinlich nahrscbeinlich, dafs unscre krystallinisclic Substanz ebenfalls
destillirbar sey ; alleiii dennoch ist eie vollkoinmcn geruchlos uiid gnnz oliiie Fluchtigkeit, sonolil fur sicli, als
geinischt init verschiedenen Agentien, die iin Staiide zii
seyii sclieinen ilir diese Eigeiischaft zii erthcilcn, wenn
sie derselbeii fliiig wYre.
Erhilzt inan sie in einem Riihrchen, so scliwellt sie
auf, u i d hauclit an fangs den Geruch von gebraniitein Zukker aus, worin m i 1 indefs, g q e n das Eiide, den des
Hngedorns untersclieidet. I h s c Substniiz scheiiit iiiis an
der Luft ganz unvcr~ntlerlicli zu scyii; sic widcrsteht dcr
Einwirkung des Cblors, weiiii beide trockeii sind, wenigstens zeigt sich keiiie :iufserliclie Vertiiidcrung. Liifst man
aber ein wenig Feuclitigkeit binzutreteii, so beiiicrkt inan
eine Art von r\uhchwellung, und wcnn inan dcii Ruckstand init eincr griikereii Mengc W'asser iibcrgiefst, so
idcibt er dariu unlBslich; das Ganzc vereiiiigt sicli zu eiiier weifsen, trocknen , gerucliloseri uiid wie 1Iarz zerreibliclien Masse. hlkohol lijst niclik voii dersclbcn.
Erwlrmt man diese Substanz mit eincr Lauge von
haustischern Kali , so entwickelt sich, wic bereits gesagtp
ein lcbhafter hiiiinoiiiakger~icli, und die Flussigkeit zeigt
keine Spur von l3lausHurc. Es fiillt beini Siittigen nichts
nietler, und, wie uiis schien, bildet sich bei dieser Keaction keine SYurc. Indefs nollcn wir nicht ganz tlafiir
eiiistehen ; dagcgeu ist es gewil's, dafs die Substanz StickS l O l f eothllt, denn, wic selir wail sie arich gereinigt babe,
iintner liefert sic uriler clcii obigen IJinstiindeii Aininoniak.
511
W i r k u n g Jcr Salpcters3nrc a u f Jas hrnygdalin.
Die Salpciers~riresclrieli iins das eiiizigc Ageus zur
Aufliiiduug einer Bezieliuiig zwischeii tleiii Amygdaliu
uiid deiii Bitleminndeliil.
Wirklich liefert jenes, wie
dieses, in Folge dieser Eeliandluiig cine Siiurc, (lie alle
Kcniizeichen der I~eiizoCs~iiirc
besilzt; allciii iiiilii leliommt
sic iii geringerer Merige und iiiit griil'sercr Schwierigkeit,
wcil die Salpetershre zuwcileu eine so starke Wirkuiig
ausiibt, daCs sic die Eenzoiis:iure, in deiii Miiafse als sie
sicli hildet, zersliirt. Gervil's ist aber, dah iiiiiii, bei gehiiriger Sorgkiilt , bestiiiidii; I~cnzoi;siitire erlililt, die sicli
voii der gewiihnliclien gnr nictit unlerscheidct.
Farst inan alie diesc hiignbeii ziisaiiiiiieii, so knnn
iiiaii niclit tiiiihiii , als sebr wahrschuinlicli ilnzuiiehiiicii,
daCs tlic besngle Substnnz wirklich zur 1:iltlriiig des iithcrisclieii Oels beitrage; denii iiiaii uiiil;; sic:Ii eriiiiierti:
1) Dal's man, nach F o r k h i e tlicser Substniiz, aiis
cleiii 1:iickstand keineii (ierucli otler Geschmck inehr
ciitwickeln kann.
2) L ) a t die Bcnzo6sii:irc wetlcr iii tlcii Mandclii, iiocli
in dereii lilherisclieiii Oele gcbiltlet \ orhanden ist.
3) DaCs das litherisclie Oel sowohl wie tinsere krystallinisclic Substain, bei Ifefiaiidlung init Salpcfcrsiiure,
T!enzoCsiiure liefert.
Es bleibt nun norli zii wisscll, atif welclic W c i s e
d;rs Aiiiygtlaliu zur Dildung dcs litlierisclieu Oels Lcitriigc,
$vie es Geruch und Fluclitigkcit erlialfc. Es giebt liicr
gewifs eitien verborgeiieii Kiiirper , wclchcr als gemeinscliaflliclies Bindemittel dicnt, und sicli iinseren Beobachtuiigco eiitzieht.
W i r liabeti geseheii, dafs der Zutritt
des Wassers tmurngtinglich ist; alleiu das ist iioch iiicht
Alles, viclmelir stcht zu veriiirithen , daCs dieselbc S i b stanz, \relcbc sich wit solclier Leichtigkcit und Sclinelligkeit in Blaus:iure verwandelt, aiich die ist, w e l c h d u d
ihre Vereiniguiig den Geruch und die Fluchtigkeit bcrvorruft. Alleiii, welche Substauz ist es, die sich so
512
deutlich durch ibre Wirkungen kund giebt? Diefs zu
entdecken, ist uns noch nicht lniiglich gemesen; allein Geschickteren oder Gluclilicheren als wir wird es ohne Zv;eifet gelingen. Bis dahin begnugen wir uns gehihig nachzuweisen, docs die Substanz, deren Eigenschaften wir SO
eben beschrieberi haben , gYnzlich verschieden vou allen
bisber bekanntcu ist.
Ihre Farbe, ihre Krystallgestalt und ihr siiCser Geschmacli veranlakten uns, sie anfangs fur Mannrrzucker
zu halten, und ivir wurden darin iiin so mehr bestlirkt,
als unter den Producten, die wir aus den bitteren Mandeln zogen, noch cine s u t e Substanz aufgetrctcn war,
die wir fur den unltrystalliuisclien Zuckcr des vorgeblichen ~1annazucI;ers hiellen. AlIeiu h i d e Stoffe vcrhielten sic11 bei l3eliandlung uiit Salpcterszurc so p n z verschiedeu, d a k es niclit iiielir iniiglich war, cine hbhzngigkcit zwiscben illlien a u h f i u d e n . D e r unkrystallinische (Manna-) Zucker liefert eine groCse Menge Oxalszure, wjihrend uusere Substanz uiir lJenzoihiiure giebt.
Sie vcrdieut also wohl eine Stclle uiitcr den cigentliumlichen Pflanzenstoffen einzunehmen. W i r wiinschten sie
init einein Naincu zu belcgen, welcher DII die sie enthalteude Rlandelart crinnerte. Da indefs die Bolaniker nicht
fur gut fanden, einen Unterschied zsvischcn den BZuinen
zu maclien, welchc die siiCsen und die bitteren Mandelu
liefern, so liaben wir uns auf Annahine des GattungsnaLuen beschrzakt, uud nenncn diese Substanz daher Arnyg-
dalin.
Z u sammense tzung
des
A my g d a l i o r .
D a es nicht genug war, Stickstoff im Amygdalin aufg e h d e n zu liabeu, sondern auch erfordcrt wurde, dns
V e r h h i t desselben zu den iibrigen Bestandtheilen zii bestimmen, so baten wir zwei unserer Koliegen und Freuude,
die HH. H e n r y deli S o h und P 1i s s o n, wclche sich seit
laager Zeit mit Vervollkommnung der Elernentar-Analyse
or-
513
organischer Substanzen bescbaffigen, dieseu Stoff zu anaIgsiren. Folgendes sind ihre Kesultate:
Kohlenstoff
Wasserstoff
Stickstoff
Sauerstoff
.. .
. 19 Atome
7,0557 . . . . 28 3,6288 . . . . I 30,7239 . . . . 7 58,5616
W i r waren urn so mehr verwundert, ein solch geringes VerbaltniCs von Stickstoff zu finden, als die Menge
des Ammoniaks, welcbes sich bei Einwirkung des knustischen Kali’s auf diese Substanz bildet, weit mehr davon anzukundigen schien. Allein die Aiialyse gab bei
lnehrmaliger Wiederholung imlner dieselben 3esultale, uud
die g r o t e Geschicklichkeit, die unsere Kollegen in dieser Gattung von Versuchen erlaiigt habeii, gestattet uns
nicht, den geringsten Zweifel an ihrer Genauigkeit zu erbeben. Dessen ungeachtet fragt es sich, ob die Analysirmethoden, trotz der Vervollkommnungen clcrselben,, so
sicher seyen, dafs innn sich auf sie verltlsscn kihne, und
o b der Stickstoff bekannt genug sey, um behaupten,zu
diirfeii, d a h er unter allen UmstZiiden die ihn unterscheidbarmachenden Eigenschaften belialte ; sehen wir ihn
doch bei der Gahraug verschwinden, ohne dafs wir eine
Spur von ihm auffinden kbnnen. Eine sonderbare Beobachtung, die hier iioch eine Stelle verdieut, ist die: dafs
wir bei der Bereituiig der Bcazoes~iuremancbrnal von
dem sich entwickelnden Geruch iiach BIausYure iiberrascht
wurden, besonders beirn Oeffiieii der Gefake, in denen
die Saure sublimirt wurde. Die Erscheinung zeigt sich
nicht allemal, aber ziemlicb hsufig. Wenn man nun erwagt, daL die UenzoCsiiure, unter andern Urnstanden,
aus stickstoffhaltigen Substanzen, wie z. B. aus der Hippurssure des Hrn. L i e b i g und dem atheriechen Oel der
bitteren Maodeln und dcs Kirschlorbeers*) entsfebt, miichte
*) Dar Kirsrhlorbeeriil scheint von glricher Natur mit drm BittcrKk
11nnal.d. PLysit. B.96. St.3. J. 1830.St. 11.
613
cs tln niclit wnlirsclieiiilich wcrdcn, d d s dii? I ~ c n z o b t i u r e
selbst Stickstoff eiilhaltc, uud d a k wir diesel) nur desIialb darin nitlit a c f h d c n , weil tins die Mittel fehlen,
sehr kleinc Mengcii dcsselhen zu eiitdeckco *). Ucbrigens sind wir wcit en~fernt,eiiieri griil'seren W e r t b altf
dicse Vcrinutliungeti 7-11 lcgcu, nls sic verdieneo, und n i r
gcbcii sic hier imr, uiii dic ,\uliiict.ksninbeit llcrer hiernrif zii Iclikcn, dic sicli i:iit dicscr Gattulig von Untersuchuiigeii bescliiiftigcn wollcn.
S c h l u f s .
Alles zusaiiiincngcfofst , glnuben ivir Folgendcs erwicsen zu hnbeii:
I ) Dos llilcltlise Ocl tlcr bitfct.cn Mantlelii p r k s i stirt nicbt iii dciist.lben, und dns kvasser ist wcsentlich
zii seiner Biltliitig.
2) Die DeiizoCsiiurc prieristirt ebenfalls iiicht in dem
fliichtigeii Oele, tind der Saucrsloff ist wesentlich zu ihrem
huflretcii.
3) Die bittercn Mandeln enthaltcii ciiien eigenthumlichen stickslaffliiltigcn Stolf, der alleini;; die Ursachc
ilircr Bitterkcit und ein Bestaudtheil dcs iiherischen Oels
zu seyn schcint.
mandelcil zu s e j n , und hat gleiche Eigcndiarten wie dies-.
( R e k a n n t l i d setrt auclr das Zimmtiil mit der Zcit Benzogshre
ab. P , )
*) Bei aller Achtung
\-or dein Verdienste ciieser Arbeit, glrubc
ich
doch, t r i f f t die V d n s s e r einigerrnalscn d a r Vorwurf, mehrers
wcsentliclre Punlitc ilirer Untersuchung niclit gelriirig aufgel1ellt
IiaLcn, dereo Erruiticlung wolil vun gviiljrrem W e r t l r gewesen seyn wiirde, ols manclre ihrrr mni Tlieil unfruclriboren und
nicbt zum Gegenotnnde g e h ~ r i g c nIlatrachtungen. So ist meiner
Meinung nach die Frnge, nb dos Itlierisclie Bittermandelijl wesentlich oder nur dirrclr eine Bcirneogung von Bl;us.iure Stickstoff entlralte, mil Unreelit gar niclit beriihrt, und cbeo so wenig findct man
irgendwo eioe bestimrntc Angahc, o b rielr durch die Oxydatfon
des blaus~urehaltigen Oels nur Benzoihzure bilde, und ob diere
7.u
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