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aber Kriegsersatzstoffe und Ihre Beurteilung.

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Aufmtzteil19'211
34. Jahrgang
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__-
Galewsky : h e r Kriegsersatzstoffe und ihre Beurteilung
G a y l e y (J. Am. Leath. Chem. Ass. 1916, S. 36) sowie T h u a u
und K o r s a k (1.e Cuir 1911, S. 71) hahttn Verfahien und Vorrichtungen zur Bestinimiing der Wasserdurchlassigkt.it des Led8,rs angegeben. Bei dem Apparat von G a y l e y wild ein am Ende des Rohres
dicht angeklebtes Stuck des zu prufenden Leders dern Druck einer
Wassersiiule ausgesetzt und eine elektrische Alaimvorrichtung betatigt,
sobald die Feuchtigkeit das Leder durchdringt, wlhrend bei dem Verfahren von T h u a u - K o r s a k , das :in die Offnung eines Trichtrrs dicht
angeklebte Leder in Wasser getaucht und dabei im lnnern des Tril hters
ein Vakuum erzeugt wird und die bis Zuni Duichdringen von 10 ccm
Wasser verflossene Zeit festgestrllt wird.
M. J a l a d e (Le Ciiir 1920, S. 69) meint, dai3 die Verfahren von
G n y l e y und T h u a u - K o r s a k unzweckmX13ig sind und gibt ein eigenes
Vertahren zur Bestimmung der Wasserdurchllssigkeit des Leders an,
wobei die Wassermenge gemessen wird , die hei eirier Lederllache
von 10 qcm ntitig ist, daniit das Wasser bis zur Fleischseite durchdrirgt, wenn das Leder dabei dem Druck einer Wassersaule von 20
oder 50 ccm Hiihe ausgesetzt wird.
L. H a l d e r s t o n (J. Am. Leilth. Chem Ass. 1916, S. 429 und 498)
gibt einen Apparat zur Restimmung der Abnutzung von Leder an, der
im wesentlichen aus zwei Radern besteht, deren eines an seinem
Umfanye die Lederproben Iragt, und die tlerart gegeneinander bewegt
werden, dall die Lederprobe einem bestiinmten Diuck und einer bestimmten Rribung ausgesetzt wird. Die Abnutzung wird durch den
Gewichtsvei lust der Ledei.proben gemessen. Bei Versuchen rnit dem
Apparat wurden wesentliche Unterschiede in der AbnutzungsfUhigkeit
von Leder aus wrschiedenen Tttilen der Haut nicht gefunden, wohl
aber bei der Narbenseite der Lederprobc eine geringere Abnutzung
festgeslellt als hoi der Fleischseite. Von ftinf Proben lohgarem uno
einer Prube chromgarem Leder zeigten alle fast gleiche Abnutzung.
Spater slellte H a l d e r s t o n (J. Am. Leaih. Chem. Ass. 1917, S. 523)
eine verbesserte Vorrichtung zum Messen der Abnutzungswiderstandsfiihigkeit von Leder her, die die Gehbewegung des Fui3es nachahmt
und deren Einrichtong und Wirkungswoise irn wesentlichen darin
besteht, dai3 die an der AuBenf!Sche eines gui3eisernen Fulles auf einer
Kautschukplatte befestigte Lederprobe auf einer ebenfalls in Bewegung
befindlichen Platte derart hin und her -1iewegt wird, daij alle Teile
des Lederstuekes nacheinander mit letztwer in Beruhrung kommen.
R. W. H a r t uad R. C. B o w k e r (Hide and Leather 58, Nr. 25, S. 38)
beschreiben ebenfalls t h e Vorrichtung zur Bestimmung der Abniitzung
des Leders, wobei die am Umfange eiiies um die wagerechte Achse
sich drehenden Kedes befindlichen Ledei proben auf einer urn eine
senkrechte Achse sich diehenden Scheille aus Carborundum unter
bestimmtem Druck und bei bestimmter Umdrehungsgeschwindigkeit
der Scheibe schleifen. Die mit dieser Vorrichtung bei Leder aus verschiedenen Teilen der Haut erhaltenen Ergehnisse zeigen, dai3 Leder
vom Riickenteil der Haut bedeutend weniger abgenutzt wird als Leder
aus den anderen Teilen der Haut, was mit den praktischen Erfahrungen
in Einklang steht.
Abfalle und Abwiisser von der Gerberei.
J. Paei3ler (Lederzeitung 1917, S. 383) bespricht die verschiedenen
AbFallstoffe der Lederindustrie und deren Verwendung. Von den an
der Fleichseite der Haut befindlichen Fleisch- und Fetleilen, die durch
Abstoijen entfernl werden, kiinnen erstero als Viehfutter, letztere zur
Fettgewinnung dienen. Das beim Ent haaren ahfallende Haar dient
nach dem Waschen und Trocknen zu Filz und Geweben. Das sonst
an die Leimfabriken abgegebene Leirnledev bildet wegen seines hohen
Niihrwertes ein vortrefflicbes Viehfutier. Gebrauchte pflanzliche
Gerbeniittel ktinnen aui3er fiir Brennzwecke auch zur Verbesserung
des Ackerbodens dienen. Blanchier- und Falzspane, Lederabschnitte
und diinne Spaltstucke finden \'erst hiedeiie Verwendung, namentlich
in der Kunstlederherstellung. Aus Abfallen von gefettetem Leder
wird das Fett gewonnm und kann wieder zuin Fetten von Leder verwendet werden. Die fiir andere Zvecke nicht verwendbaren Lederabfalle weraen mit Schwefelsiure aufgeschlossen und zu Stickstoffdunger verarbeitet. Das Abstoi3fett kann nach dem Pchmelzen und
Filtrieren wieder znm Fetten des Leders dienen. Das Chromat aus
gebrauchten Zweibadchromhruhen wird a m besten mit Thiosulfat zu
Chromoxyd reduziert und dieses ebenso \hie aus gebrauchten Einhadchrombriihen durch Zusatd von Soda au:gefilllt und der gewaschene
Chromhydroxydschlamm in den Lederfatwiken zur Herstellung von
Einbndchrombruhen verwendet oder an chttmische Fabriken abgegehen
ChromfalzspBne, die fruher auf Ledermehl fur Dungezwecke verarbeitet wurden, werden in neuerer Zeit durch Behandlung mit Sauren
und Alkalien fur die Leinibereitung nutLbar gemacht. Das in der
Glwcegerberei abfdlende Stollmehl hat sich als gutes Mastmittel bewiihrt und kann ferner zum Schlirhten und Kleihtern dienen. Der
in den Abwabserklaraiilapen der Gerberei sich ahsetzende St hlamm
eignet sich, soweit t r lieine Arsenverbindnngen und nur wenig Chroniverbindungen enthalt, nach Kttmpostierung fur Dungezwecke.
Niich S. K o h n s t e i n (Allgerrieine Gerherzeilung 1917, Nr. 36) ist
es zwrrkmaBip, die Rotlhaut gleich nach dem Wassern zu scheeren,
dn dadurvh nicht nur das Aschern erleic*htert, sondern auch die ahfiillenden mit Felt durt+setzien Fleisc,hlcile unriiittelbar ausgekocht
werden kijnnen, wodurch neben einrm Viehfutter iiUS neutralem Fett
bestehende Feltstol'fe gewonrten werden, die zum Fetten d r s Leders
hesser geeignrt sind, als die.. fieien Fettsiiiiren, die sich aus den Kalkseifen des Leimleders vom Ascher ergeberi.
557
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Nach K. J a h r (Zeitschrift fiir Abfallverwertung 1916, S. 43) werden
Lederabfalle zur Herstellung von Brernsschuhen, Polierscheiben, Karrenund Wagenradern verwendet, indem die entsprechend ausgestanzten
Lederabfllle durch starken PreWdruck aufeinanderge-chichtet und
durch Spannringe, Keilslucke und dergleichen auf dem Srems- oder
Radkranz befestigt werden.
Ein Verfahren der Isolier- und Lederfui3bodengesellschaft (D. R. P.
Nr. 297 197) betrifft die Herstellung von Isolierniasse aus Lederabfallen
fur Fufibodenbelag.
Bei einern Verfahren von E. E l s a s (D.R.P. Nr. 296467) handelt
es sich urn die Gewinnung von FaserstofC aus Leder.
Aufsatze von R. L a u f f m a n n (Kunststoffe 1916, Nr. 4 und 22)
und U. H a a s e (Kunststoffe 1916, Nr. 15) behandeln die Verfahren
zur Herstellung von Kunslleder und von Lederersatz, wobei auch
vielfach Lederabfalle Verwendung finden. R. Lauf f m a n n beschreibt
auch einen Untersuchungsgang fur Kunstleder und Bhnliche Erzeugni$se (Kunststoffe 1916, Nr. 5-7) und gibt ferner ein Verfahren zur
Bestimmung von Pflanzenfasern und Zellatoff im Kunstleder an (1,edertechnische Rundschau 1916, S. 77).
Navh einem Verfahren von 0. Riihm (D.R.P. Nr. 303184) soll
Leimleder zur Vorbereitung fur die Leimbereitung mit EiweiB spaltenden Enzymen z. B. solchen der Bauch.peicheldruse, gegebenenfalls
unter Zusatz von Sauren, Ammoniumsiilzen oder anderen Kalk und
Alkalien neutralisiereriden Stoffen behandelt werden.
Um Lederabfalle fur die Leimbereitung verwertbar zu machen,
mtissen diese erst nach M6glichkeit vom Gerbstoff befreit werden,
da sie sich sonst nicht zu Leim verkocben Iwssen. Nach D. K.1'.
Nr. 257286 soll die Entgerbung durch Behandlung der Lederabfalle
mit Liisungen saurer S a k e erfolgen. Es zeigt sicb jedoch, dali die aus
so gewonnenem Leimleder hergestellte Leimbruhe vielfnch von dunkler
Farhe ist. Dieser ifbdstand 1513t sich nach einern Verfahren von
W. P r a g e r (D. K. P. Nr. 287'288) dadurch vermeiden, dal$ die Ahfalle
durch Llisungen saurer Salze bei Gegenwart reduzierend wirkender
Siiuren oder Siilze (z. B. Natriunihydrosulfit) entgerbt werden. Ein
Verfahren von A. W o l f f (D.R.P. Nr. 310309) fur die Verarbeitung
von Chromlederabfallen besteht darin, dat3 man die Abfiille in der
eben ausreichenden Menge 5O ,iger Schwefelsaure lSst, dus ahgeschiedene Fett gewinnt, das Chrom durch Zusatz von Kalkmilch in
der Siedehitze als Chromoxydhydrat ausfallt und IetLteres auf Chromalaun verarbeitet, wahrend die zuriickgebliebene Leimltisung in bekannter Weise von Gips und Kalk befreit und im luftverdunnten
Raume eingedampft wird, wobei ein Lederleim von hellgrauer Farbe
erhalten wird.
E. G i u s i a n a (Le Cuir 5, 799) sowie ein Ungenannter behandeln
die Verarbeitung von Ruckstanden der Chrumgerbung zur Wiedergewinnung des Chroms f u r die Gerberei und fur andere Zwecke.
H. P. E d d y und A. L. F a b s (J. Am. Leath. Chem. Ass. 1916,
S. 441), sowie P. R u d n i c k und G. L. N o b b e (J. Am. Leath. Chem.
Ass. 1916, S. 450) berichten uber Versuchsergebnisse zur Reinigung
von Gerbereiaba assern nach dem Schlammaktivierungsverfahren, wobei
sich ergab, daij dabei ein gut geklartes und gereinigtes Abwasser und
ein besonders stickstoffreicher Schlamm erbalten wird.
Nach D. J a c k s o n und M. B u s w e l l (J. Am. Leath. Chem. Ass.
1917, S. 56) konnen Milzbrandsporen im Gerbereiwasser durch einen
Zusatz von 50 Teilen flussigem Chlor zu lOOOU00 Teilen Abwasser
abgetlitet werden, falls die a h Trager der Milzbrandkeime hauptsiichlich
in Betracht kommenden suspendierten Stoffe wie Haare, Fleisch- und
Hautteilchen vorher durch ein R e i n s c h - W o r l - S i e b entfernt werden.
Von anderer Seite (J. Am. Leath. Chem. Ass. 1917, S. 389) wurde
jedoch gefunden, da13 dieses Verfahren bei Anwendung der angegebenen Chlormenge unwirksam ist.
F. K o p e c k y (Der Gerher 1918, S. 133) macht Mitteilung uber die
verschiedenen Arten der Gerbereiabwasser, sowie iiber deren Verarbeitung und Reinigung und empfiehlt als ein Reinigungsverfahren
das eine verhaltnismaijig leichte Schlammbehandlung ermoglit.hende
K r e r n e r - Absetzverfahren.
[A. 215.1
Uber Kriegsersatzstoffe und ihre Beurteilung.
Von Dr. PAUL GALEWSKY, Dresdeu.
(Eingeg. 95.110.1921.)
ube r das gleiche Thema berichtete ich bereits einmal in dieser
Zpitsrhrift (33, I, 305 [19.0]) und sehe mich heule genBtigt infolge
vrrschiederler Zuwhriften noch weit+,rdarauf zuruckzukoliimen.
Die Staatsbahnb erwallungen in Deutsvhland hatten in der h&.hsten
got, als die Beziige der Polsterungen in der ersten und zweiten Wagenilwsse zum gr6hten Teile von gewissenlosen Dirben herwusgeschnittrn
uorden waren, zuerst gef-irbte oder iingefiirbte Papierstoffe oder
Mischpewehe als Ersatz verwendet. Spfiter wurden diese wrnig schiin
inspreehenden Beziige durch solche von Ersatzledertiwh abgeliist. Die
Herhtellung dieses 8ullerlich. hexonders wenn er neu ist, svhSn iiussehenden Stoffes war un.e flhr die gleiche, wie die in dem ohenrennnnten Artikel geschilderte von Ersatzhutleder. Die naturgemiifie
'olge war, dai3 bei hesonders empfindli. hen Reisenden vor allerir in
ler heil'en SornmersTeit die gleirhen Hauterkiankungen ausgeltist
verden konnten, wie beim Ersatzhutleder, zumiil wenn die innige
3eriihrung mit den Sitzbezugeu z. B. beim Schlalen in der Nacht eine
-echt lange war.
558
' Entfernen
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der
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Druckerschwarze von Zeitungspapier
-
A l s inan diwes Ersatzledertuch einfiihrte, kannte mbn, trotz sorgfaltigster Vorproben, die Eigeriscliaften der bei gewissen Urnstanden
nicht stiihil genug sieh zcigenden Weiclimachniittel noeh nicht und
wui3te nicht, d;iW sie bei ianger und inniger Beriihrung mit dem
mensc-hlic,hen Kiirper und besonders unter Einwirkung von Warme
und SchwelB Phenol usw. abspalten rind glaubte in dem gut zu
reinigenden Heziigen einen groBen Erfolg zu verzeichnen zu hahen.
h'aturlich mu6 dariii iind wird schnrall Abhilfe bei Beschatfung
neuer Hezugsstott'e peschaffen werden, bei unserer Armut und der
notorischen Unrentabilitiit unserar Bahnen und den geradezu erschrec.kenden Uiikosten t'iir neue Hezuge der Polster kdnnen und
durferi wir aber nicbf verlangen, dai3 sofort die beanstandeten Bezuge
durch andere crsetzr werden. Uei eiiiiger Vorbicht ist auch ein
Schaden n k h t z i i beffirchten.
Eine weiterr Mitteilung kam R U S der Maler- und Anstreicherindustrie, dort sollten niit Tetralin anqeriebrne Farben besonders
reizend auf die Haut tler Arbeiter wirken und leicht zu Ausschlagen
und Hauterkranliungen Aril:iB yehen. I)urch Nachfrage bei groljen
M'erken, die diesen Ersatzstoff i n allerbedwtendsteni MaBe verarbeiten,
konnte fe-tgestellt werden, daB sich Tctralin zum mindesten nicht
ungiinstiger wie Terpentin, Benzol und Benzin yerhalte, vielleicht
soga I' noch etwas giinstiger. Hautreizunc-en treten nun leider einmal
hei faht jedern ctiemizt!heri Ktirper auf, es giht sozusagen keinen einzigen, geren den es nicht hesonders enipfirrdliche Personen giihe, die
besonders hei langei.er Beriihriing niit demselben Hautreizungen oder
Hauterkr,~nkunyenbtlciimeii. A u s diesem Grunde ist es falsch. Tetralin
ohne Savhptiifuiig als den alleinschuldigen zu erhlaren. Gewil3 hat
es, wie viele andere, seine, jedem Eingeweihten bekannten kleinen
MRngel, iiber es i d ein bo gleic.hmiii3igcr und verhiiltnismaClig billiger
und gutbe\\ iiht.trr Ersatzstoff, der fur die meisten Verwendungszwecke
vbliig airsreicht, >o duU m a n scine Diskreditierung unbedingt cerhindern niufi.
Kitiirlivh ist ein solortiger Ersatz der Ersatzwachstuchbezuge
durch die a l t m Wollplusl.he oder des Ttttralins durvh Terpentin unmoglich, wir wurden son-t sehr schnell volkswirtsch;iltlicli Schiffbruch leitleil. E-. is1 dien nur ein kleines Beispiel aus der grolren
Keihe, derin der Ersatz ini Jnlande erzeugter Ersatzstoffe durch aus
dem Ausl;inde bwopener, im Itilande nicht erhlltlicher Materialien
wiirde unsere beillah aur Ni~111 stehande l'aluta noch mehr schadigen
o n d -zernichten. Daher heiUt es \. orsieht walten lassen und genau
narhpriifeii im ein/.eliien Falle. oh wir uns in unserer groWen Not
und Hrdriingnis nicht doch mit den beaiistnndeten Sioffen hehelfen
kiinnen. \Vir durfen nie vergessen, dnfS wir leider ein vollig vernriritvs Volk sind, und UIIS nicht mehr den IAuxus urid die Ver>chwendung der Vorkiiepzeiten leisten ktinnen. Der verlorene Ki ieg hringt
u n . miiric.he Unarirrt.lin~lic~hke~len,
u d diesib klainen Lbelstande miissen
trotz ilirer llnaiiriehmlichkeiten mil i n den Ka I f genommen weTden.
Von den \.er;tritu,orllicllen S1ellt.n wi d, sobald die Uraachen d r s Ubels
eik;intlt, alles Lifoidrrliche geschehen; diirauf hingewiesen zu haben,
izt Z\vt:ck dieser %eile:i.
[A. 235.1
- __
~
Entfernen dcr Druckerschwarze von Zeirungspa pier.
(I<iriyq. ?C.!l!l.
1921 )
Die Aiifsaize von Hiias (Cheni. Ztg., S. 913) und L o f f l (Chem.
Zip., S. 986) rufeii mil. die Erinnerung wach an einen gleichgelichteten Aufsiitz iius der Feder des beruhmten verstorbenen Hochschullehrers O t t o N. W i t t i n der Kundschnu dr!s h o me the us 1903, Nr. 738,
S. 168. I la das darin hehandelte Problem lreutzutage wohl noch wichtiger ist :ils xur Zeit der Kiederschrift jenes Aufsatzes, und die Ausfiihrringen von H ; i a s iind L b f f l d e r Hoffiiung Kaum geben, daf3 die
Anrepungen \V i t t i jetzt a i i f friichthnrereii Hoden fallen als damals,
verlohnt es sich wohl, sie such :in dieser Stelle wiederzugeben. Gern
uiirdei, wir den Iiiibscheri A u f s i l z , desseri Lesen an sich schon ein
Genufi ist, vollstiindig zuni Abdruck bringen, wenn nicht drohend
d;iriilier stlinde ,,Niichdriic,k verboten", eine M arnungstafel, die wohl die
Frirchtlo~igkeit schon in;incher giiten .\nregung mitverschuldet hat.
Wii, m u - s e n iins d,iher, uni Weiterungen zii ersparen, rnit einem Auszug bepn iigen.
W,'itt stt.llt seinem Aufsatz ilia Frnge voran: ,,Warurn druckt man
vergiinyliche Neuiglceiten auf vergiingliches Papier rnit unverganglicher
I)rucker,sch\\.8rze?"
Eine der u icli tigstcn Fragen fur jede Tagrszeitung ist diejenige
narh einer billigen Hewhaffung des erfordcrlichen Papiers. Um nun
das Papier so billiq wie niiiplich zii niaehen, wird dasselbe bis zur
iiul5ersten zuliissigcn Grenze niit Holzschliit' versetzt, eineni Material,
welvlies bekanntlich nic.ht nui' ;'n sich eiri sehr wenig festes Papier
eueuyf, soridern auBertleni so einptindlich gegen L u f t und Livht ibt,
dnt3 &is n i i t Holzsd~liffvetsetzte I'apier schon nach gmz kurzer Zeit
gelh w i l d utid fast iillert Ziisaiiinienhiiny verliert. So geringwertig ist
d;i< Papicr iinserer 'I'agebmturigeii gcworden. dafi man llle re Nunimern
der.eli,eii st:lhst
Ein\vic:kelpiipier, wofiir dieselben sonht doch stets
gebritri4it n-urJen, nur tioch urigei'n erweiidat. Iui somit das Papier
alter Zeil iiripen t'ur fast ,jede sivh diit bietende Vet wendung verschmiiht
wiid. dei. Itrhnlt ; i h w mit giinz geringetl Ausn:ihmen in wenigen Tiigen
alle Hedtwtting vet liert, so ist d:is I m d e r Tausende von Zentnern
Papier, uelche unsere Tagespi ease allj8hrlich verbraucht, fast ganz und
[angewandte
Zeitsohrift fflr
Chemie
gar das, beim Feueranmachen in Ofen verbrannt zu werden oder im
Kehrichthaufen zu verfaulen. Das ist um so mehr zu beklagen, wenn
man bedenkt, wie viele Quadratmeiten von Wiildern abgeholzt werden
mussen, um die Unmengen von Holzschliff zu erzeugen, welche zur
Herstellung des von der Tagespresse verscblungenen Papieres erforderlich sind.
Der Nachwuchs unserer Walder reicht heute schon nicht mehr
aus, um unsern Papierverbrduch zu bestreiten. Die grogen Kulturlander, Deutschland, Enpland, Frankreich, kdnnen ihren Pnpierbedarf
Iangst nicht mehr aus eigenem Wachstum decken und wiirden in arger
Verlegenheit sein, wenn es nicht noch mancbe waldreiche, diinn bevdlkerte Lander gabe, die ihnen zu Hilfe kommen Ironnen. Aber aucli
das wird nicht SO bleiben, denn die Waldbestande dieser Llnder
nehmen ab, wahrend ihre eigene Bevdlkerung wachst und ihrerseits
eine immer grolSer werdende Schreib- und Leselust entwickelt. Ferner
1aBt sich Holz zu einem viel edleren und dauerhafteren Papiermaterial
verarbeiten, als der Holzschliff es ist, namlich zu der vdllig bestandigen Cellulose, welche man selbst den edelsten Schreib- und Druckpapieren einverleiben kann, ohne fur den Beuiand derselben besorgt
sein zu miissen. In der Herstellung solchen Zellstoffes nach dem
Sulfit- oder irgendeinem anderen Verfahren ktinnten all die Leute
Beschiiftigung finden, welche heute Holz schleifen.
Wahrend Holzschliffpapier endgiiltig dem Untergang geweiht ist,
l l B t sich gebrauchtes Zellstoffpapier aufs neue einstampfen und xu
Papier verarbeiten. Es findet daher zum grol3en Teil wieder seinen
Weg in die Papierfahriken, welcbe es in passender Mischung mit
frischem Papiermaterial zu allerlei billigen Erzeugnissen verwenden.
Daher besitzt a urh sogenannte Makulatur, d. h. gebrauchtes Scbreibund besseres Druckpapier, einen gewissen Marktwert. Nur fur alte
Zeitungen gibt kein Mensch einen Pfifferling.
Mit der Herstellung eines wieder aufarbeitungsfahigen Papiers an
sich ware aber noch nicht viel gewonnen; denn es kommt noch hinzu,
daB wir dieses Papier mit einer ganz unverganglichen und unzerstdrbaren Schwlrze bedrueken. Das ist aiich der Grund, weshalb Druckmakulatur, auch wenn sie holzschlifffrei ist, so peringen Wert hat.
Sie kann fast nur fur Pappen Verwendurlg finden, bei welchen es auf
die Fai.be nicht ankommt und denen man zur,.Not auch einen aus
besserem Material als das Innere bestehenden Uberzug geben kann.
Es gibt kaum einen Farbstoff, den der papierfabrik.Int nicht durch
Anwendung einer energischen Stotfbleiche zerstdren kann. Nur der
Druckerschwarze steht er machtlos gegeniiber. Mit Tinten weiB er
sirh abzufinden, daher steht auch Schreibmakulatur weit htiher im
Preise ills bedruckte.
Die Df uckerscbwarze ist eine jener wenigen Erfindungen, welche
RO, wie sie in ihrem ersten Antang waren, aurb geblieben sind.
All
die Jahr hunderfe, wahrend welcber die Menscbheit durch die Srgnungen der Buchdruckerkunst begliickt worden i d , haben a n dem
urspriinglichen Rezept der Druckerschwarze nichts geandert. Aus RuW
und Leitldlfirnis rieb sich G u t e n b e r g seine Srhwarze zusamnien,
R I I S Leintilfirnis und RUB wird sie heute tonnenweise in den groWen
Fabtilten erzeugt, welche den Bedarf der Druvkert ien decken. Und
wetin es Dlnge gibt, die bemspruchen konnen, als unzerstdrbar zu
gelten, so gehdren Rul.3 und Leindlfirnis zit denselben. Jedenfalls
widerstehen sie jedem chemischen Reagens, dern auch die Papierfaser
zii widerstehen vermag; deshalh ist es vdllig unnidglich, sie von der
Papierfaser wieder herunterzubekommen, wenn sie sich einrnal auf
deiselben eingeni-tet haben.
Wenn wir also wirklich holzschlifffreies Papier fur unsere Zeitnngen verwenden wollten, um den Papierstoff zu seinem ursprunglichen Zweck wieder umarheiten zu k h n e n , so miifiten wir auch eine
3chwarze benutzen, welche weder RUB noch Leino1 enthalten diirfte.
M2hrend des Krieges sind, wie man vielen Zeitungen anriechen k m n ,
auch noch Braun- und SteinkohleoteerprRparate an die Stelle des
Leindls getreten, die sich aber chemisch kaum giinstiger verhalten
diirften als dieses.
Solche Schwiirzen lassen sich a us kiinstlichen organischen Farbstoffen und glycerinhaltigen wasserigen Klebemitteln sehr wohl kon.truieren, zumal (fa sie gar nicht wirklich schwarz zu sein brauchen,
sondern ebenso put dunkelblau oder dnnkelviolett sein k h n t e n . Solche
Fiirben gibt es liingst fur den Bedarf der Schreibmaschineri, Gummiund Metallstempel. Sie mufiten natiirlich fur die Buchdruckerpresse
in ihren Eipenschaften etwas verandert werden; aber das ist keine
miiberwindlicbe Aufgabe. Auch wurden die Drucker wohl ein wenig
3rummen, wenn man von ihnen verlangen wallte, daW sie mit solchen
neuen Farben arbeiten; aber sie wurden sich hnld beruhigen. Die
Deuilachkeit des Druckes wurde nicht leiden, sondern gewinnen; denn
wit ldslichen Parbqtoffen kdnnte mnn auch billige Schwarzen gut
jecltend machen, wahrend man heute bloB eine Tageszeitung niit der
Lupe zri betrachten braucht, um zu erkennen, wie zerrissen und schlecht
leckend die aus grobem RuW und geringem Firnis hergestellte billige
3ruckerschwiirze ist.
Eine in solcher Wei+e hergestellte Zeitung wurde auch, nachdem
;ie den Wert d r r Aktualiiat ihres Inhalts verloren hat, immer noch
?inen gewissen Papiernert besitzen. Man wiirde sie einstanipfen und
iach dthm Wegbleichen des Farbstoffes wieder gules Druckp,ipier aus
br herstellen kdnnen. Da natiirlich ein gewisser Teil des an die
ibonnenten pelieferten Papieres nicht wieder in die Papiermuhle
xriickkehren wiirde, so bliebe Raum genug fur die Zugabe frischen
%piermatel ids, wodurch eine langsame Erneuerung der Gesamtmasse
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