close

Вход

Забыли?

вход по аккаунту

?

Bericht ber die Neuerungen auf dem Gebiete der Veredelung der Gespinnstfasern. (I. und II. Quartal 1899)

код для вставкиСкачать
560
___
Klein: OllvenBl in Fischconserven.
Biichsen den Lijthern zur Revision zuriickgegeben. Falls der Defect nicht aufgefunden
werden kann, werden die Biichsen der Kesselfeuerung iiberantwortet und dem Liither wird
ein entsprechender Lohnabzng gemacht.
Bei Betrachtung der Analysenresultate fallt
in die Augen, dass die griisste VerLnderung
des Oliveniils der Conserven verglichen mit
dem frischen 0 1 bereits zur Zeit der ersten
Untersuchung eingetreten ist. Die Zeitdauer
d r r Aufbewahrung der Conserven kann hier
wohl kaum eine Rolle spielen, d a die Biichsen
etwa 2 Monate nach Fertigstellung geiiffnet
und der Analyse unterworfen wurden. Die
Ursache dieser Veranderung i s t also in den
Processen der Zubereitung zu suchen. Das
mehrmalige Dampfen und das Kochen in 0 1
haben die Zellverbande gelockert und die
osmotischen VorgHnge erleichtert. Aus dem
specifischen Gewicht, dem Brechungsindex
und der Jodzahl kann man berechnen, dass
durch die Operationen der Fabrikation etwa
30 Proc. des Fischiils in das Oliveniil iibergegangen sind. Dass eine Mischung des
Fischfettes und Oliveniils eingetreten ist,
beweist auch der Geruch und die riithliche
Farbung des Fettgemisches. Dieser Process
der Diffusion nimmt seinen Fortgang im
ersten Jahre und ist auch im zweiten noch
nicht zum Stillstand gekommen.
Eine Zersetzung des Oles h a t nicht oder
nur in geringem Maasse stattgefunden, wie
aus den SLure- und Acetylzahlen hervorgeht.
Dies Resultat war auch a priori zu erwarten
bei dem vollstandigen Ausschluss der Einwirkung ausserer Agentien und die Abtijtung
der Mikroorganismen. Diese Umstande erklaren denn auch, dass die Conserven noch
nach 2 Jahren von gutem Aussehen und
reinem Geschmack waren, allerdings mit Hervortreten des Fischiils.
Auffallend ist die, wenn auch geringe
Verminderung der fluchtigen Sauren.
Aus dern Gesagten geht hervor, dass in
den Fischconserven ein Austausch des in den
Fischen Torhandenen Fettes uod des zugesetzten Oles stattfindet und zwar so, dass
bereits bei Beendigung der Zubereitung der
griisste Theil des Diffusionsprocesses beendet
ist, daes er sich aber auch noch spater fortsetzt, wenn auch in verlangsamtem Tempo.
Dieser Umstand i s t bei der Untersuchung
von Olen, die von Fischconserven stammen,
i n Betracht zu ziehen und man kann, wenn
die Analyse die Gegenwart von Fischiil ergibt, nicht ohne Weiteres auf eine Ver.
fklschung rnit solchem schliessen. Vielleichl
kijnnen die Analpsenergebnisse, mit Vorsichl
angewendet, zur Bestimmung des Alters dei
Conserven benutzt werden. Ubrigens ist ea
[anpewnndte
Zeitsclirift flir
Chemie.
en Conservenfabrikanten wohl bekannt, dass
in Austausch der Fette stattfindet und sie
.ermeiden es daber, sehr fette Fische zur
hfertigung der Conserven zu verwenden,
Lrn den Geschmack der Waare nicht durch
las Fischiil zu beeintrachtigen.
Rericht uber die Neuerungen auf den1
:ebiete der Veredelung der Gespinnstfasern.
(I. und 11. Quartal 1899).
Von Dr. A. Buntroek in Elberfeld.
[Fortsetzung uon S. 536 J
Naphtacylschwarz I V und VI.
(Dahl
li co.)
,,Der Farbstoff zieht in schwach saurem Bade
;ehr leicht und gleichmassig auf die Wollfaset aof
znd fiirbt gut durch. Das mit Naphtacylschwarz
iergestellte Schwarz zeichnet sich durch seine tiefe
ind blauschwarze Nuance aus. Seine Licht- und
Luftechtheit, Wasch- und Reibechtheit, somie seine
jaureechtheit (Carbonisirechtheit) sind sehr gut.
Die Decaturechtheit ist a19 gut zu bezeichnen. Man
iirbt unter Zusatz von Glaubersalz und Natriumbisulfat bez. Essigsaure."
Beim Farben der Halbwolle wird die
Baumwolle stark riithlich angefarbt.
Naphtalinblau B. ( F a r b w e r k e vorm.
Meister Lucius & Bruning.)
,,Man farbt unter Zusatz voii Glaubersalz und
Schwefelsiure. Der Farbstoff egnlisirt gut. Blwnlre
Kupfer- und Zinngefasse sind zu vermeiden. Naphtalinblau B widersteht den Einwirkungeii r o n Ammonialr, Strassenkoth und Strassenstaub in befriedigender Weise. Es ist sehr gut wasch- und reibecht. I n der Lichtechtheit ubertrifft Naphtalinblau
Combinationen von Victoriaviolett 4 BS mit Tndigoersatz. Naphtalinblau B ist sehr gut schwefelecht."
Seide zeigt nur geringe Affinitat zu dem
Farbstoffe. Die Farbungen auf Wolle siod
rnit Zinnsalz griin atzbar, mit Zinkstaub
hingegen weiss.
Naphtalingriin V und Naphtalingriin conc.
( F a r b w e r k e vorm. M e i s t e r L u c i u s &
B r iin i n g.)
:,Man fiirbt im sauren Bade unter Zusstz VOII
Glaubersalz oder Weinsteinpraparat. Naphtalingriin
kann anch auf Chrornbeize ond im Chronientwicklungsbade aufgefarbt werden; es egalisirt bei Kochtemperatur sehr gut. Der Farbstoff ist gut alkalibestandig, wenn er auch nicht densclben Grad ron
Alkalibestandigkeit wie Patentblau erreicht. In der
Waschechtheit iibertrifft er Sauregrun und verhalt
sich Sinlich mie Patentblan V. I n der Lichtechtheit
steht Naphtalingrun dem Patentblau V etwas nach,
iibertrifft aber das Sauregrun. Naphtslingrun ist
sehr gut schwefelecht. I n der Saureechtheit steht
es zwischen Sauregrun und Patentblau."
Naphtalingriin V und Naphtalingriin
conc. sind die gleichen Farbstoffe in verschiedener Stiirke, niimlich 140 : 100.
Jahrgang 1900.
5. Juni 1900.]
Heft 23.
Buntrock: Veredelung dar Gespianrtfasern.
Nerol B und 2 B. ( A c t i e n g e s e l l s c h a f !
f u r An i l i n f a b r i k a ti o n.)
,,Nerol B und 2 B sind schwarze Siurefarb
stoffe, welche direct auf Wolle unter Zusatz vor
Glaubersalz und Essigsaure ohne besondere Nach.
behandlung, Firbungen r o n ausserordentlichei
Waschechtheit ergeben. Durch Alkalien wird die
Nuance etwas blauer. Die Skure-, Carbonisir-, Reibund Liclitechtheit der Farbungen sind gut; die
Schwefelechtheit ist zivar gleichfalls gut, die Nuance
wird indessen beim Schwefeln etwas riither. Die
Waschechtheit ist vorzuglicb. Die Walkechtheit
ist fur leichtere bis mittlere Walke gut, die Decaturechtheit genugend."
Die Lichtechtheit der beiden sehr gut
waschechten Farbstoffe diirfte. specie11 fiir
Strickgarne geniigen.
Neupatentblau G A. (F a r b e n f a b r i k e n
v o r m . F r i e d r . B a y e r & Go.)
,,Neupatentblau G A unterscheidet sich von den
Alteren Marken B und 4 B ') dadurch, dass die schwefelsauren Bader fast vollkommen erschopft werden.
Dazu ltommt als weiterer Unterschied die etwas
grunere und lebhaftere Nuance, verbunden rnit
griisserer Farbkraft. Alle anderen Eigenschaften,
wie Egalisirungsvermogen, Alkali-, Licht-, Ileib- und
Walkechtheit, entsprechen genau denen von Neupatentblau B und 4 B . "
Der Farbstoff eignet sich auch fiir den
Wollgewebedruck (sauer) und Vigoureuxdruck
(sauer und Fluorchrom). Die FLrbungen sind
rnit Zinnsalz nicht iitzbar; der Farbstoff kann
daber mit Zinnsalz zum Buntltzen verwendet
werden. Mit Zinkstaub sind die Fkbungen
weiss iitzbar.
Phenylaminschwarz T und 4B. ( F a r b e n f a b r i k e n vorm. F r i e d r . B a y e r & Go.)
,,W%hrend man, mit der Marke 4 B Tone von
schoner blaulicher Ubersicht erhiilt, giebt Plieuylaminschwarz T tiefschvarze Nuancen, beide von
guter Reibechtheit. Die Farbstoffe firben im essigsauren Bade gleichmiissig durch, siud gut decaturecht und genugen in Lichtbestiindigkeit den Anforderungen der Praxis. I n der Garnfiirberei kann
Phenylaminschwarz 4B wegen seiner guten Waschechtheit fur Strickgarne Verwendung finden. F u r
den Vigoureuxdruck sind Phenylaminschwarz T und
4B ebenfdlls geeignet."
Beim Fiirben von Gloria werden im
schwach sauren Bade beide Fasern gleichmiissig gedeckt. Beide Farbstoffe eignen sich
auch fiir die Hutfarberei.
D i e b e i z e n f I r b e n d e n F a r b s t off e.
Alizarincyanin W R N in Teig. ( F a r b e n f a b r i k e n v o r m . F r i e d r . B a y e r & Go.)
,,Alizarincyanin W R N besitzt auf chromgec)
beizter Wolle gefiirbt die gleichen Eigenschaften
wie Alizarincyanin WRR und W R B . Die Nuance
liegt zwischen beiden Marken nnd ist nur e t m s
mehr deckend. Der Farbstoff eignet sich mit essigsaurem Chrom auch sehr gut fiir Vigoureuxdruck."
_~____
1)
Diese Zeitschrift 1898, 993.
56
- .I_
Der Farbatoff empfiehlt sich in Folge
seiner gut deckenden Niiance fiir die Herstellung billiger und dunkler marineblauer
T6ne.
A n t h r a c e n c b r o m s c h w a r z F, 5 B un&
FR. (L. C a s s e l l a & Go.)
,,Anthracenchromschn-arz P ist fur die IVollfgrberei als Hauptmarke zu betrachten.
Die
Marke 5 B kommt in erster Linie fur die Hntindustrie in Betracht. Anthracenchromschwarz F R
untcrdieidet sich von Anthracenchromschlvarz P
lediglich durch eine gedecktere Niiance. Die Farbstoffe werden im saurem Bade gefarbt und mit
Kaliumbichromat entwickelt, oder direct a u f chromgebeizter Wolle fixirt. Die Marke 5B ist wesentlicll
blaner und in Folge dessen weniger stark deckend.
Die Farbstoffe zahlen zu den lichtechtestcn Producten. In Wasch-, Walk- und Alkaliechtheit geniigen sie weitgehenden Anforderungen. Die Saoreechtheit ist sehr gut. Die Producte sind carbonisirecht. Die Wasserechtheit ist eine sehr gute. In
Decaturechtheit sind die Farbstoffe hervorragend
gut. Die Schwefeleehtheit ist gut. Anthracenchromschwarz egalisirt gut nnd fkrbt leicht durch. Farbungen sind gut reibecht, ferner vollstanclig bugelund schmeissecht."
Die Anthracenchromschwarz-Marken werden besonders auch f i r die Hutfiirberei empfohlen.
Chromotrop F 4B. ( F a r b w e r k e vorm.
M e i s t e r L u c i u s & Briining.)
,,Chromotrop F 4 B liefert bei der Nachbehandlung mit Chrom hetrkhtlich blauere Farbungen
als Chromotrop FB. Der Farbstoff liefert sowohl
nach dem gewbhnlichen Verfahren als auch nach
dem verbesserten Milchsaureverfahren nocb walkechtere Farben als Chromotrop F B . Man farbt
untcr Zusatz von Glaubersalz und Schwefelsaure.
Der Farbstoff fgrbt gut durch u n d egalisirt rollkommen. Die Widerstandsfahigkeit gegen Alkalien
ist hervorragend gut. Auch in der Lichtechtheit ist
Chromotrop F 4 B den blanen Alizarinen ebenburtig.
Chromotrop F 4 B ist sehr saureecht und widerjteht vollkommen der Einwirkung des Schwefelns.
Der Farbstoff halt jede Trockendecatur ohne merkiche Nuancenvednderung ails und widersteht auch
ler Nassdecatur (potting):.
Die Walkechtheit des mit Cbrom fixirten
Farbstoffes ist iibrigens sehr beachtenswerth.
Das oben beregte verbesserte Milchsturenachhromirungsverfahren besteht darin, dass die
Farbungen mit Kaliumbichromat unter Zumtz von Milchsiiure entwickelt werden, wolurch in vielen Fallen walkechtere Fiirbun;en erhalten werden, als bei der Nachbelandlung mit Kaliumbichromat allein.
Chromschwarz B und T. ( F a r b w e r k e
rorm. M e i s t e r L u c i u s & Briining.)
,,Chromschwarz wird einbadig mit Essigsaure
ind Glaubersalz aufgefirbt und mit Chromkali und
Cupfervitriol entwickelt; Durchfarhung und Egalitgt
,ind befriedigend. Chromschwarz B liefert ein Blauchivarz VOQ grosser Schijnheit. Chromschwarz T
47 *
562
Buntrock: Veredeluog der Gespinnstfasern.
ergiebt ein sattes Tiefschwarz. Die mit Chromschwarz gefarbten Schwara behalten ihre reine
Nuance auch bei kunstlichem Licht. Beide Marken
sind vollkommen walkecht. Chromschwarz ist decaturecht; es midersteht nicht nur der Trockendecatur bei hoher Spannung, sondern aucli der
Nassdecatur. Gegen alle Einwirkungen von Alkalien sowie gegen starke Wasche ist Chromschwarz
widerstandsfahig. Chromschwarz ist unempfindlich
gegen die Einwirkung yon Sauren. Die Lichteehtheit ubertrifft die des Blauholz weit. Chromschwarz
ist schwefelecht."
Die Walkechtheit des Farbstoffes ist beachtenswerth, auch die Lichtechtheit diirfte
in vielen Fiillen geniigen.
Cijrulein B W R . ( F a r b w e r k e v o r m .
M e i s t e r L u c i u s & Briining.)
,,Gorulein 33 W R verhalt sich ahnlich in den
Farbe- und Echtheitseigenschaften wie Ciirulein B,
stellt sich jedoch durch die griissere Ausgiebigkeit
wesentlich vortheilhafter. Die Nuance des Corule'ins
B W R ist etwas stnmpfer als die des Corule'in B."
Auf mit Chrom gebeizter Seide werden
gut wasser- und seifenechte Farbungen erhalten.
Diamantschwarz 2 B. ( F a r b e n f a b r i k e n
v o r m . F r i e d r . B a y e r & Go.)
,,Diamantschwarz 2 B zeigt eine lebhaft blaue
Ubersicht und giebt dem Blauholzschwarz an Blume
und Feuer nichts nach. E s eignet sich fur sich
allein oder in Combination mit dem tieferen Diamantschwarz F zur Erzeugnng lebhafter Schwarztone
nach cler Einbadfarbemethode (Nachbehandeln rnit
Chromkali). Diamantschwarz 2 B zeigt alle die Vorziige der alteren Marken, nur in der Echtheit gegen
schmerste Walke und Decatur rnit nassem Dampf
steht es etwas zuriick, weshalb es fur lose Wolle
und Iiammzug weniger geeignet ist.('
Diamantschwarz 2 B eignet sich, gemischt
mit Diamantschwarz F, vorziiglich zur Herstellung der neuerdings beliebten blaustichigen Schwarznuancen.
Palatinchromschwarz A. (B a d i s c h e
Anilin- u n d Sodafabrik.)
,,Palatinchromschwarz A gehiirt zu den bestegalisirenden schmarzen F,arbstoffen. Die Parbungen
verlieren beim Nachchromiren den rijtlilichen Ton
und geht in ein volles Tiefschmarz mit blauem Sehein
iiber. Die Decatur- und Carbonisirechtheit von
Palatinchromschwarz A kann unter den iiblictien
Arbeitsbedingungen als sehr gut bezeichnet werden,
ebcnso die Wasser-, Siure- und Alkaliechtheit. Die
Lichtechtheit der nachchromirten Fkrbangen ist
sehr gut. Die Walkechtheit ist zwar keine schlechte,
erreicht aber doch nicht den hohen Grad, der fur
schwere Tuchwalke erforderlich ist. Die Wascheclitheit ist eine recht gute und ermiigliclrt die
Verwendung des Farbstoffes zum Farben von Strickgamen u. dgl."
Der Farbstoff diirfte hauptsachlich fiir
Stiickaaare in Betracht kommen.
Siiurealizarinbraun B. (F a r b we r k e v o r m.
M e i s t e r L u c i u s & Briining.)
[angewaudte
Zeitschrift Kir
C
e
,,Saurealizarinbraun B wird in saureni Bade
;efarbt und mit Kaliumbichromat entwickelt. Das
Egalisirungsvermogen ist sehr gut. Der Farbstoff
arbt gut durch. Die Alkalibestandigkeit ist eine
iervorragend gute, Wasche und Walke veraudern
lie Nuance auch bei starkster Einwirkung nicht,
?benso findet kein Ausbluten auf mitverarbeitetes
Weiss oder he& Nebenfarben statt. Der Trockenind Nassdecatur sowie dem Pottingsprocess wider;teht Saurealisarinbraun \-orziiglich , es findet kein
4usbluten auf mieiss oder helle Nebenfarben statt,
lie Nuance wird etwas gelber. Saurealizarinbraan
B ist schwefelecht. Die Sanreeclltheit und die Lichtxhtheit sind sehr gut."
Beim Farben der Halbwolle wird die
Baumwolle schwach angefiirbt. Siiurealizarinbraun B eignet sich fur den Wollgewebeund Vigoureuxdruck. Die Fiirbungen auf
Wolle lassen sich nicht iitzen.
Die F a r b e r e i d e r Baumwolle.
Das Beizen der Baumwolle. Zum Beizen
der Baumwolle mit Chrom hat die B a d i s c h e
A n i l i n - & S o d a f a b r i k in ihrem franz6sischen Patente 283477 eine neue Methode
empfohlen. Es h a t sich niimlich gezeigt,
dass das sogenannte Chrombisulfit, welches
aus frisch gefalltem Chromoxyd durch L6sen mit etwas schwefelsiiurehaltiger, wiissriger
schwefliger Siiure entsteht, sehr gut zum
Beizen von Baumwolle gceignet i s t , wenn
man die damit impragnirten Fasern direct
einer nachtriiglichen Behandlung rnit alkalisch
wirkenden Salzen wie beispielsweise Soda
unterwirft. Das Chrombisulfit ist zwar zum
Beizen von Baumwolle schon friiher empfohlen
und angewendet worden, allein stets wurde
so verfahren, dass das von der Faser aufgesaugte Sulfit durch T r o c k n e n oder Dampfen
zunachst in freie schweflige Saure bez.
Schwefelsaure und basische Chromoxydsalze
zerlegt und dann erst durch Seifen oder
Waschen mit Sodalijsung die vollstandige
Bildung und Fixirung des Chromoxyds bewerkstelligt wurde.
Das neue Verfahren unterscheidet sich also
im Wesentlichen dadurch von dem alteren
Chrombisulfitbeizverfahren, dass die Operation
deci Trocknens bez. des Dampfens im Fortfall kommt. Es eignet sich besonders fur
Garne und lose Baumwolle.
Ein anderes Verfahren zum Beizen der
Baumwolle, namentlich fiir die Tiirkischrothfiirberei, unter Anwendung von Thonerde-oder
Chromsalzen ist von H. v o n N i e d e r h a u s e r n
(Franz.Pat. 288 942) angegeben worden. Dasselbe beruht im Wesentlichen auf der Verwendung von gasfijrmiger Kohlensaure zur
Fallung der Thonerde und des Chromoxyds
auf der Faser aus ihren alkalischen Lijsungen.
Als alkalische Lijsungen werden vorzugsweise
Jahrgang 1900.
Heft 23. 5. Juni 19OO.l
Buntrock: Veredelung der Gzspinnstfasern.
Natriumaluminatliisungen verwendet.
An
Stelle der Kohlensaure kann auch schweflige
SPure oder Schwefelwasserstoff, wenn auch
weniger zweckmiissig , verwendet werden.
Auch dieses Verfahren liefert gute Resultate.
F t b e n rnit Schwefelfarbstoffen.
Die
Schwefelfarbstoffe haben die Eigenschaft, sich
wiibrend des Parbeprocesses au denjeuigen
Stellen, wo die impragnirte Waare rnit der
Luft i n Beriihrung kommt, zu oxydiren, wobei sich mehr oder weniger erhebliche Mengen
gefarbter Oxydationsproducte schichtenweise
auf der Waare ablagern, festsetzen und dadurch eine fleckige und streifige Farbung
verursachen. H o 1k e n & Co haben daher einen
Apparat construirt, der die Entstehung von
Flecken beim Farben von Schwefelfarbstoffen
auf das geringste Maass reduciren 5011. Bei
demselben wird das Gewebe beim Farbeprocess in Srangform in bekannter Weise mittels eines Fiihrungshaspels a (Fig. 1) durch die
im Farbebottich b befindliche Farbflotte gefibrt.
Fig. 1.
Nach vollendetem Farbeprocesse werden alsdann Anfang und Ende der Waare getrennt
und das Ende vom Haspel in die heisse
Farbflotte gefiihrt, so dass die Waare vollkommen von dieser bedeckt ist. Alsdann
wird der Anfang der Waare um die im
Bottich b gelagerte Fiihrungswalze c gelegt
und zwischen zwei horizontale Quetschwalzen
d und e iiber eine zweite Leitwalze f nach
einer Aufzugsvorrichtung g gefiihrt. i, k und
h dieneu zum Anpressen der Walze e an die
Walze d. Das Wesentliche dieser Yorrichtuog besteht darin, dass die Walzen e und
d i n solcher H6he gelagert sind, dass sie
etwas in die Flotte hineintauchen. Die Anmelder haben nllmlich die Beobachtung gemacht, dass die an der Luft enstandenen
Oxydationsproducte von der heissen Farbflotte
reducirt uiid fortgennmmen werden. Das
System I, nz und o (Schwimmer) dient d a m ,
den Flottenspiegel stets auf constantem Niveau
zu halten.
H 6 1k en & C 0. fiihren ferner aus, dass die
__
563
--___ -
in den bekannten Farbevorschriften vorgeschriebene Fixirung der Parbe durch Behandlungen rnit doppeltchromsaurem Kali und
Schwefelsaure oder doppeltchromsaurem Kali,
Kupfervitriol und Essigsaure ein nur uovollstandig entwickeltes Schwarz liefert.
.
Die S o c i k t k A n o n y m e d e S t . D e n i s und
H. R . V i d a l schreiben fiir 50 kg Waare eine
Behandlung in einem 1000 1 enthaltenden,
40-50'
warmen Bade, welches rnit 5 k g
Haliumbichromat und 5 kg Schwefelsaure
beschickt ist, TOT. Der grosscn Schwefelsauremenge wegen (10 Proc. vom Gewicht der
Waare) sol1 die Behandlung nur
Stunde
dauern. Dann wird gespiilt und event. geseift,
oder rnit '/a Proc. Soda und L/a Proc. Sulforicinat; zum Zwecke des Geschmeidigmachens
der Waare nachbehandelt. C a s s e l l a & Go.
schreiben nur 2 Proc. Kaliumbichromat,
2 Proc. Kupfervitriol und 2 Proc. Essigsaure
vom Gewicht der Waare vor, erhijhen aber
die Temperatur dieses schwachen Fixirungsalso fast bis zur Siedebades auf 90-95',
hitze. Die Behandlung beschranken sie auf
Stunde. Ein langeres Yerweilen der
Waare im Fixirungsbade wiirde in beiden
Fallen ein Miirbewerden derselben herbeifiihren.
Die Behandlungsdauer von
Stunde geniigt nun nach H 6 l k e n & Go. keineswegs
zu einer vollstiindigen Oxydation der Farbe.
Sie erscheint j e nach dem Stadium der
Oxydation als griin, grau oder blaustichiges Schwarz. Der Farbenton i s t variabel, j e nachdem Luft und Licht auf die
Far be nachtriiglich einwirken konnen. Auch
durch einfaches Lagern verlindert sich der
Farbenton infolge von Nachoxydation. Dagegen erscheint vollstiindig entwickeltes
Schwarz, welches mit schwarzen Schwefelfarbstoffen gefiirbt ist, als ein ausgesprochenes
Tiefdunkelbraun, wie oxydirtes Anilinschwarz
und entwickelt sich erst im Seifenbade durch
Einwirkung der Fettsaure zu einem gleichmassigen , gegen Licht , Luft , Alkalien und
Sauren fast unempfindlichen Tiefblauschwarz.
Um zu dieser vollstandigen Oxydation der
Farbe zu gelangen, geben H i j l k e n & Co. der
im Oxydationsbade bebandelten und danach
gut ausgewaschenen Waare eine Nachbehandlung durch Aushlngen wahrend 6 - - 1 2 S t u n den in heisser, feuchter Luft. E r s t daon
wird geseift und rnit Essigsaure avivirt. Man
erhiilt thatskchlich so sehr gute Resultate.
Noch ein weiteres interessantes Farbeverfahren f i r Schwefelfarbstoffe i s t von H 6 1 k e n
& G o . beschrieben worden (D. R. P. 107222).
Die nur mit Kaliumbichromat und Saure
nachbehandelten Schwarzfarbungen aus Schwefelfarbstoffen sind zum Theil insofern nicht
564
__
Buntrock: Veredelung der Gespinnstfasera.
waschecht, als sie im heissen Seifenbade
mitbehandelte weisse Waare blau anfarben.
Sehr stark zeigt sich dieses Abfarben, wenn
die in Seifenl6sungen behandelte Waare noch
gespanntem Dampfe ausgesetzt wird. Die
mit Kupfervitriol , Kaliumbichromat und
Essigsaure oder mit Kupfervitriol und Essigsaure behandelten Schwarzfarbungen bluten
zwar nicht oder nur wenig auf mitbehandelte
weisse Waare ab, siad aber mit einem Fehler
behaftet, welcher sich sehr stijrend bemerkbar macht, sobald so behandeltes Schwarz
mit roher oder weisser Wolle zu gemischter
Waare verwebt wird. Beim Dampfen derartiger Gemische verbindet sich das der entwickelten Baumwolle noch anhaftende Kupfersalz rnit dem in jeder Wolle bis zu 3,6 Proc.
vorhandenen Schwefel zu Schwefelkupfer,
welches sich als gelbbraune, unzerstijrbare
Farbe in der Wolle festsetzt und ihr
Ausfarben in hellen lebhaften Farben unmiiglich macht. Diesen dbelstand der Bildung eines gefarbten Metallsulfids nun vermeiden H i j l k e n & Go. in der Weise, dass
sie Metallsalze zum Entwicklungsbade der
Schwefelfarbstofffarbungen zusetzen , welche
eine ungefarbte Schwefelverbindung liefern.
Und zwar lassen sich mit Zinksalzen die
gunstigsten Resultate erzielen.
Der Ersatz des Kupfervitriols durch Zinkvitriol ist jedenfalls f i r den beschriebenen
speciellen Zweck eine interessante Neuerung.
Auch die S o c i h t k A n o n y m e d e s Mat i k r e s Colorantes e t P r o d u i t s Chimiq u e s d e St. Denis, jene Firma, welche den
ersten wichtigen Schwefelfarbstoff in den Handel bracbte (Vidalschwarz), ist bestrebt gewesen, die Farberei rnit Schwefelfarbstoffen zu
verbessern und zu vervollkommnen. In ihrem
franz. Pat. 287461 beansprucht sie die Nachbehandlung der mit Schwefelfarbstoffen gefarbten Baumwolle mit Kupferchlorid und
Kaliumbichromat ohne jeden Zusatz von Sauren. E s werden 3 Proc. Kupferchlorid oder
2-3
Proc. Kupferchlorid zusammen mit
1-2 Proc. Kaliumbichromat empfohlen. Die
Temperatur des Bades betrlgt ca. 90' und
die Waare wird in diesem Bade l/a-l Stunde umgezogen. Die Verwendung von Kupferchlorid bedingt die Entstehung griinstichiger,
die Verwendung von Kupferchlorid und
Kaliumbichromat aber die Entstehung blaustichiger Nuancen. Infolge der Abwesenheit
jeglicher Sluremengen in dem Farbebade
leidet die gefarbte Faser beim Dampfen in
keiner Weise.
Ein weiteres Verfahren der gleichen Firma
(Pranz. Pat. 288 513) behandelt die Erzeugung von Farbungen rnit Schwefelfarbstoffen
auf Tanninbeizen. Die Farbungen fallen nach
[angewnndte
Zeitschrift far
Cliemic.
dieser Methode dunkler aus. Die Baumwolle kann sowohl mit Tannin allein als
auch mit Tannin und Metallverbindungen
zusammen, endlich aber auch mit Metalloxyden allein gebeizt werden. Zu ganz
besonders
dunklen
Farbungen
gelangt
man, wenn die tannirte Baumwolle zuvor
noch durch eine Lijsung von holzessigsaurem Eisen gezogen w i r d , oder wenn
auf der Faser zuvor Manganbister niedergeschlagen wird. Die Nachbehandlung der Farbungen geschieht gleichfalls rnit Kupferchlorid
und Kaliumbichromat. Bei Verwendung von
Mangansalzen als Beize fallen die Farbungen
rothstichig, rnit Chromsalzen gelbstichig, rnit
Eisensalzen braunstichig und mit Kupfersalzen
griinstichig aus. Die echtesten Farbungen erhalt man durch Nachbehandlung mit Kupferchlorid oder Kupferchlorid und Kaliumbichromat. Die Echtheit ist weniger gross bei Verwendung von Bichromat allein, immerhin wird
dadurcb die verhaltnissmfssig einfache F t b e methode der Schwefelfarbstoffe nicht unwesentlich vertheuert.
Eine sehr interessante Umwandlung von
Schwefelfarbstoffen in anders gefhrbte Producte auf der Faser, specie11 des Immedialschwarz, wurde von L. C a s s e l l a & Go.
beschrieben (Franz. Pat. 278 744). Behandelt man nach dem Vorgange dieser Firma
Baumwollwaaren, welche mit dem Farbstoffe
aus Oxydinitrodiphenylamin (Schwefelfarbstoff
=Immedialschwarz) gefarbt worden ist, rnit
Wasserstoffsuperoxyd, so schlagt die schwarze
Farbe in Dunkelblau urn. Vgl. weiter unten:
Immedialblau.
I n ahnlicher Weise wie das Wasserstoffsuperoxyd wirkt auch der Sauerstoff der Luft
bei Gegenwart von uberbitztem Wasserdampf
oder von Dampf unter Druck auf mit Immedialschwarz oder mehreren anderen Schwefelfarbstoffen gefarbte Baumwolle ein, indem hier
gleichfalls ein Farbenumschlag nach Blau eintritt. Wesentlich fiir das Gelingen der Umfarbung des Immedialschwarz auf Baumwolle
durch Dampfen ist, dass die Faser mit einem
deutlichen Uberschusse an Alkali versehen
ist. Dieses letztere Verfahren ist in erster
Linie fiir Gewebe geeignet, wahrend das
Entwickeln rnit Wasserstoffsuperoxyd mehr
fur Garne zu empfehlen i s t , sofern nicht
auch bier das billigere und einfachere Verfahren des Dampfens, obwohl es nicht ganz
so lebhafte Tijne liefert wie die Wasserstoffsuperoxyd-Entwicklungsmethode, vorgezogen
wird.
Neue Entwickler. Die A c t i e n g e s e l l s c h a f t fir Anilinfabrikation bringt einenneuen
Entwickler unter dem Namen Nerogen D in den
Handel, den sie ganz besonders f i r die Ent-
Jahrgang 1900.
Heft 23.
5. Juni 1900]
Bunlrock: Veredelung der Gespinnstfasern.
wicklung von Sambesischwarz D an Stelle von
m-Toluylendiamin empfiehlt. Wahrend die
rnit Toluylendiamin entwickelten Farbungen
des Sambesischwarz D meist einen Stich
nach Braun zeigen, werden rnit Nerogen D
tiefschwarze Nuancen mit ausgesprochenem
Blaustich erhalten. D a s Auflosen von Nerogen geschieht unter Zusatz von Salzsaure.
Fiir die iibrigen Entwicklungsfarben bietet
Nerogen gegeniiber dem Toluylendiamin keine
Vortheile.
E i n weiterer neuerer Entwickler wird von
dcrGesellschaft fur ChemischeIndustrie
geliefert. Es ist dies der Fixateur N B , der
indessen nicht analog dem obigen Nerogen
zum Entwickeln diazotirter Farbungen dient,
vielmehr selhst diazotirt u r d als Diazoverbindung auf substantive FHrbungen, welche
filhig sind rnit Diazoverbindungen zu kuppeln,
zur Einwirkung gebracht wird. Da die Diazoverbindung des Fixateur N B (Nitrobenzidin) zwei Diazogruppen enthalt, so wird
bei der Fixirung substantiver Farbstoffe auf
der Faser nur cine Diazogruppe gebunden,
die noch iibrig bleibende Diazogruppe kann
dann noch i n einem besonderen Bade rnit
/I-Naphtol abgesittigt werden.
Indessen
wird dadurch das Entwicklungsverfahren
nicht unwesentlich complicirt.
Zur Fixirung substantiver Farbungen,
welche mit solchen Farbstoffen erhalten worden sind, die m-Diamine oder Resorcin enthalten, bedient sich die Firma J. R. G e i g y
&Co.(Franz. Pat. 290713) des Formaldehyds.
Es wird angenommen, dass der Aldehyd
mijglicherweise eine Condensation der Farbstoffe auf der Faser zu complexeren unliislichen oder schwerlaslichen Producten herbeifiihrt. Die Seifenechtheit der Farbungen
sol1 infolgedessen bei Verwendung genannter
Farbstoffe erheblich erhijht werden.
Die
Nachbehandlung mit Formaldehyd geschieht
in einem B a d e , welches auf 200 1 Wasser
0,5 k g Aldehyd von 40 Proc. enthalt.
Die Miiglichkeit d e r etwas besseren Fixirung substantiver Farbungen m i t Formaldehyd
trifft indessen nur fiir eine beschrankte Anzahl von Farbstoffen zu. Auch die mDiamine bez. Resorcin enthaltenden Farbstoffe liefern bei Weitem nicht alle brauchbare Resultate. Specie11 die Farbungen rnit
Isodiphenylschwarz ( G e i g p & G o . , diese
Zeitschrift 1898, 998) werden bei der
Nachbehandlung mit Formaldehyd sehr gut
waschecht , allein sie nehmen gleichzeitig
einen wenig.. schijnen grauen Ton a n , der
nur durch Uberfarben mit basischen Farbstoffen, wie Methylenblau, wieder behoben
werden kann.
[Se7Iluss folgt.]
565
Der
niederrheinisclie Braunkohlen-Bergban.
Von Ingenieur Carl Schott.
Die sog. Kolner Bucht, die breite Ausmiindung des Rheines in friiheren Perioden, wird eingerahmt und untersetzt von devouischen Schichten,
welche an den ostlichen Raudern als Lennkschiefer,
an den sudwestlichen als Eifelkalk auftreten. Uber
diesen befinden sich tertiare Schichteu, und zwar
des mittleren Tertiars, des Olygocans. Diese
sedimentaren Bildungen haben sich in verhiiltnissmassig schon ruhigeren Epochen der Erdentwickl u n g abgelagert, und zeigen daher vielfach nicht
die unregelmassigen Lagerungen alterer Formatiouen. Das Olygocan tritt an verschiedenen
Ste!len nach bisherigen Bohrungen bis z u 300 m
machtig auf und besteht, Tom Liegenden Bus, aus
weissem Sand, plastischem Thon, dem liegenden
kleineren Braunkohleu-Flotx, dnriiber wieder Thon
und dern Hauptbraunkohlen-Flotz; letzteres ist
iibcrlagert -ion diluvialem sandigem Kies, vereinzelt auch Thon und daruber dem alluvialen HumusBoden. Das liegende Braunkohlen - Flotz setzt
wahrscheinlich durch die ganze Kolner Bucht durch,
es ist an den ostlichen ausgehenden Rfmdern von
Putzchen bis Berg.-Gladbach bekannt nnd am letzteren Orte friiher in einigen machtigeren Nestern
abgebaut worden. Des Weiteren ist es festgestellt
i n der Rheinniederung durch Bohrungen bei Kalk
und hier in Briihl; die am westlichen Rande bei
Langerwehe und Diiren auftretenden BraunkohlenVorkommen gehoren wahrscheinlich demselben
Horizonte an. Nicht so ausgedehnt ist die Ablagernng des hangenden machtigen BraunkohlenFlotzes ; dieselben beschranken sich vielmehr auf
den Hohenzng des Vorgebirges, die Ville, welche
sich bis zu 80 m iiber die Rheinniederung erhebt.
Die gleichaltrigen tertiaren Schicbten der Nachbarschaft im Rhein- und Erftthale sind anscheinend
durch Erosionen der jiingeren Epochen weggewaschen worden. Anf dem bezeichneten Gebiete beginnt das abbauwiirdige Vorkommen des
Hauptflotzes in der Linie Weilerswist - Schwadorf
im Stiden und erstreckt sich in nord-nordwestlicher Richtung 25 km weit bis in die Hohe
Bergheim- Stommeln. Die Durchschnittsbreitc ist
etwa 5 k m , sie wird gelegentlich eingeschrankt
durch seitliche Einschniirungen in kleinen Querthalern. Stellenweise tritt auch statt der Brauukohle gleichaltriger Sand auf; so sitzt der grosse
Tunnel bei Horrem im Sand, wahrend er eigentlich vollkommen durch Braunkohlen hatte durchsetzen miissen. Weun das der Fall gewesen ware,
so hatte dadurch die Entwicklung des Bergbaus
im Bezirke wahrscheinlich weit friiher angefangen,
denn man ware dann doch zu deutlich auf die
machtigen werthvollen Lager hingewiesen worden
und zwar zu einer Zeit, wo die Zufuhr von Steinkohle noch thener war. Unbegreiflich ist es
immerhin, dass nicht schon vie1 friihcr, in den
20er und 30er Jahren des Jahrhunderts - am
Anfang desselben war die Kohle an den ausgehenden Randern schon bekannt - Braunkohle dort
gefordert worden ist. Bei den einfachen Verhaltnissen ware dies fast ohne maschinelle Einrichtung
moglich gowesen und der damals aufstrebenden
Документ
Категория
Без категории
Просмотров
5
Размер файла
678 Кб
Теги
ber, die, der, berichte, auf, dem, veredelung, und, quarta, neuerungen, gebiete, 1899, gespinnstfasern
1/--страниц
Пожаловаться на содержимое документа