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Bericht ber die Neuerungen auf dem Gebiete der Veredelung der Gespinnstfasern. III. und IV. Quartal 1898

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664
Buntrock: Veredelung der Gasplnnstfaaern.
Bericht iiber die Neiiernngrn auf den1 Gebiete d e r Veredcliing cler Gespinnstfasern.
111. nnd IV. Qnartal 1898.
Yon
Dr. A. Buntrock.
1
,
'
I
[Forlselzung vuii S. GPO.
Wir wenden uns nunmehr zur Beschreibung der fiir die M e r c e r i s i r u n g d e r
B a u m w o l l e . Terwendeten n e u e r e n M a s c h i n e n uod beginnen m i t jenen, welche
zur Mercerisirung der Garne dienen.
einer endlosen Kette und des Triebrades &
H und die Welle A1 i n Umlauf versetzt. Letztere steht einerseits mittels der Welle !. g h mit der Daumenscheibe L
und andererseits mit Hiilfe der endlosen
das Kettenrad
I
1
'
[
__
Zeitschrift fiir
angewaiidte Chnnic.
Kette N und der Kettenriider 0 mit den
oberen Walzen C: in Verbindung. Die auf
(, und D gelegtep Striihne kiinnen also durch
Drehung der Walzen
umgezogen werden,
wabrend sie gleichzeitig infolge der Drehung
eine nm F kreisende
der Scheiben A und
Bewegunp; machen und hierbei die im unteren Theile der Maschine befindliche Natronh u g e passiren. Die Walzen D dienen dazu,
die Garnstriihne zu spannen. Z u diesem
Zwecke sitzen die Walzen D mittels besonderer Arme excentrisch auf den Drehachsen,
c
Umdrehung der Scheiben A und B um F
findet wiihrend einer vollstiindigen Umdrehung 6mal statt. Wiihrend der ganzen Zeit
liiuft die Kette N iiber die Riider 0 hinweg,
i n Umdiese und rnit ihnen die Walzen
c
drebung versetzend. Wiihrend alle anderen
Walzen urn ihre eigenen Achsen rotiren, rotirt
die in der in Fig.159 gezeichneten Stellung 1
befindliche Walze jedoch nicht, da - wie
aus der Fig. 159 und 160 ersichtlich bei dieser Stellung die Kette N das Rad 0
fiudet eine Uberspannung der Garne bis auf
5 bis 6 Proc. statt. Die Spannung bleibt
bis 6 besteben ; bier findet das Auswaschen
des Garnes durch aus den Spritzrohren Y”
ausfliessendes Wasser statt. Der Wasserzufluss zu den Spritzrobren z wird durch
c
das Garn, damit die Lauge ungehinderter die
einzelnen Fiiden durchdringen kann, nocb
nicht gespaant. Diese Spannung findet erst
bei Stellung a, und zwar infolge der automatischen Entfernung der Walze D von C
statt. Bei 4 wird durch eine Gummiwalze
die iiberschiiasige Lauge entfernt, die in den
Laugenkasten zurackfliesst.
Gleichzeitig
,
Flg. 161.
666
Buntrock: Veredclung dor Geepinnstfirsrn.
.
~
I
die Scheibe L derart geregelt, dass n u r dann
Wasser auf die Garne gespritzt wird, wenn
die Striihne genau die Stellung 6 einnehmen.
Bei 6 wird die Spannung wieder gemindert
und das Wasser abgepresst und abgefiihrt.
Unterhalb 5 und 6 befindet sich ein Wasserkasten w , der das Spritzwasser auffangt und
durch ein Rohr ablaufen liisst. Um zu verhiiten, dass das Spiilwasser die unten befindliche Natronlauge r verdiinnt, befindet
sich unter 6 ein Auffangblech x, welches bei
der Drehung der Walzen urn F sich selbstthiitig zuriicklegt und den Walzen freien
Weg liisst. Bei der zweiten Stellung 1 wird
das mercerisirte Garn abgenommen und neues
1
Garn aufgelegt.
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_-
-
- .~
[.
Zeitsclivift fUr
nngewniidte Chrmie.
-
~~
-
Drehung der auf der Schraubenspindel E
sitzenden Handriider C , wobei die Arme A
und B von einadder entfernt werden, auf
die urspriingliche Liinge gestreckt.
Der Apparat ist naturgemiiss nur fiir den
Kleinbetrieb eingerichtet.
Die gleiche Firma baut einen fiir mechanischen Antrieb eiogericbtet en G a r n m e r c e r i s i r a p p a r a t (Fig. 168 und 164), der eine
etwas grijssere Leistungsfiihigkeit besitzt.
Auf den festgelagerten Wellen A und A '
sitzen die Spulen B und B'. Die auf der
Schraubenspindel D sitzenden Wellen d'
kiinnen durch Drehen des Handrades von
den Wellen A mehr oder weniger entfernt
werdep. Das Garn wird iiber die Spulen
c
Fig. 162.
Die Maschine mercerisirt wiihrend eines
Tages etwa 200 bis 300 k Garn.
Der in Fig. 162 von H a u b o l d j r . gebaute Apparat ist fiir Handbetrieb eingerichtet nnd wird, rnit den zu mercerisirenden
Striihnen beschickt, in einen rnit Natronlauge gefiillten Behiilter derart eingestellt,
daas der Apparat ungefiihr zur Hiilfte seiner
Hijhe von der Lauge bedeckt ist. Durch
Drehung der Handriider D, welche rnit den
Arrnen A i n Verbindung stehen, werden die
auf A und B aufgelegten Striibne gleichmiissig mit der Lauge befeuchtet. Nach eingetretener Mercerisirnng wird der Apparat
aus der Lauge herausgenommen, und die entsprechend dem Abstande der Walzen A
und B eingelaufenen Striihne werden durch
und Z3' gelegt. Die Spulen B lassen sich
durch die Riemenscheibe E: in Umdrebndg
versetzen. Uber den Spulen B befinden sich
durch Handhebel F abstellbare Quetschwalzen G. Unter j e 2 Spulen B und B L
ist ein durch Hebelwerk hoch und tief stellbarer eiserner Laugenkasten H angeordnet.
Eine dritte G a r n m e r c e r i s i r r n a s c h i n e
(Fig. 166 und 166) der gleichen Firma besteht aus einer kriiftigen, auf zwei gusseisernen Fiissen A nnd B ruhenden Wange,
welche die angegossenen Lager fiir die beiden
vorderen Spulen CC besitzt. Die Spulen
sind von Eisen und mit Hartgummi bekleidet. Entgegengesetzt befindet sich euf der
Wange ein verstellbares Lager rnit den ebenfalls mit Hartgummi bekleideten Eisen-
J.brm(r 1899.
Hen 28.-!1.
Jul! 1899.1
<
---
--.
. . - - ........
.. ogcI..........
667
Buntrock: Vorodolung der Conpinnrtfamorn.
-
-
..
.....
43
spulen DD. Die Verstellung des Zwischenraumes zwiechen C und B geschieht durch
die Spindel a und das Griffrad b. Die vorderen festgetagerten Spulen erhalten Antrieb
durch Riideriibersetzung c c I und Riemen-
I
1
echeibe d. Uber jeder vorderen Spule C
befindet sich ein Spritzrohr e mit Ventil f
zum Anschluss an die Waeeerleitung. Diem
Spritzrohre dienen zum Waschen. Unter je
einer vorderen und hinteren Spule iet ein
66'
T
.
Eisenkasten g feat montirt. Jeder Kasten
ist durch Rohrleitung h und eingeschaltete
Hiihne mit eioer kleinen Pumpe p und einem
kleinen mitten unter der Maschine stehenden
LaugeabebPlter verbunden. Nnch Beendigung
____-- - - - -
- _-
Von Maschinen zum M e r c e r i s i r e n von
G e w e b e n hat aueser den gewiihnlichen,
mit besondere etarken Kluppen versehenen
Spannrabmen besondere die von R a u b o l d t jr.
Anwendung gefunden(Fig. 1 6 7 , 1 6 8 und 169).
Das von der gebremsten Walze A abrullende Gemebe a i r d fiber die Leithiilzer a,a'
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!
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der Mercerisirung wird die Lauge in den
BehiiIter abgelaseen und das Spritzrobr e in
Thiitigkeit geaetzt. Sobald das Garn gewaachen und sbgenommen und fiieches Gern
wisder aufgelegt worden ist, wird die Lauge
wiederum i n den Laugenkasten g geleitet.
and 6, letzteres mit Maassstnb versehen, und
den Ausbreiter v in den Trog B gefiihrt.
Dieser Trog bestebt aus Eisen und kann
hoch und niedrig geatellt werden; er enthiilt
die zur Mercerisation dienende Natronlauge,
der zweckmiissig gleichfalls etwas Alkohol
(etwa 5 Proc.) zugesetzt wird. Durch
eiufn an dem Troge angebrachten Hahn
ei
m
d
d
.h
670
Buot.ock: Versdeluag der Cesplnnrtfaaern.
kann die Lauge abgelassen werden. Die
Fiihrung des Gewebes i n der Natronlauge
besorgen die beiden eisernen kleineren
Walzen c und d. Diese letzteren sind mit
hervorstehenden Nadeln versehen, welche
verhindern sollen, dass das Gewebe wiihrend
der Mercerisation in dem Troge B einliiuft.
Die Walzen c und d sind nicht am Troge,
sondern am Hauptgestell befestigt, 80 dass,
weon der Trog zur leichteren Einfiihrung
des Gewebes heruntrrgelassen wird, die
Walzen c und (2 oben stehen bleiben. Nach
dem Passiren der Natronlauge wird das Gewebe zwischen den Quetschwalzen C,CJund D
griindlich ausgequetscht und durch Vermittelung der kleinen eisernen, ebenfalls rnit
Nadeln versehenen Leitwalzen e und f,
welche auch hier ein Einlaufen der Waare
verhiiten sollen, anf den unmittelbar daneben
befindlichen Spannrahmen E E, bez. die
Kluppenketten der letzteren iibergefiihrt. Die
3 Quetschwalzen C, C' und D sind ebenfalls
aus Eisen, C und D haben einen ffberzug
von Gummi. Der Durchmesser jeder einzelnen
Walze betriigt 234 mm. Mit Schrauben und
Doppelhebeldruck x y z werden die Quetschwalzen, von denen nur die untere C festgelagert ist, belastet. Die Kette des Spannrahmens beschreibt von dem Kettenrade F
anfangend, den Weg fiber die Kettenriider
G, H, I, K, L zuriick nach F. Das bei F
zwischen die Kluppen des Spannrahmens eingofiihrte Gewebe macht den gloichen Weg,
jedoch nur bis I, um sich hier von den
Kluppen zu liisen und nach Passirung der
Quetschwalzen 9 h auf die Walze M aufzuwickeln. Bevor indessen die Xluppenkette
mit dem Gewebe daa Kettenrad I paesirt,
wird sie auf einer liingeren Strecke durch
den Behiilter N N gezogen, der mit Wasser
oder mit verdfinnten Siiuren gefiillt ist,
welche die Natronlauge von dem Gewebe
entfernen; meist wird dieser Behiilter BUS
Cement aufgemauert. Erst nach dem Passiren
dieses Behiilters liist sich das Gewebe von
den Kluppen. Zur griindlicheren Entfernung
der Lauge von dem Gewebe wird das letztere
noch auf beiden Seiten durch die Spritzrohre
p, q, I', 8, t, u abgespritzt. Die grossen Handriider 0 nnd P dienen d a m , um die Breite
dee Gewebes auf die es ausgereckt werden
muss, zu reguliren. Zu diesem Zwecke iat
oberhalb F ein Site fiir den Arbeiter angebraoht (in der Figur nicht gezeichnet).
D i e F i i r b e r e i d e r Wolle.
Neue wichtigere Bleich- undBeizmethoden
der Wolle sind seit dem letzten Berichte
nicht bekannt geworden; wir beginnen daher
rnit der Aufziihlung der wsbrend des Berichts-
-
--.- .
_-
-
halbjahres im Handel erschienenen neuen
Farbstoffe.
Die Thiitigkeit der einzelnen, zumnl der
aeutechen Farbenfabriken i n der Herstellung
neuer Farbstoffe ist allezeit eine ausserordentlich rege. Das Bestreben jeder Firma
ist naturgemiiss dahin gerichtet, die Reihe
ibre; Farbstoffe zu ergiinzen und weniger
Gutee durch Besseree zu ersetzen.
Diesem unnusgesetzten eifrigen Bestreben
verdankt die deutsche Theerfarbenindustrie
ihre herrschende Stellung.
Sollte es m6glich sein, dass eine solche
Thiitigkeit der Industrie, um welche uns
die game Welt beneidet, zum Vorwurf gemacht werden kann? Und doch geschieht
dies, und zwar von einer Seite, von dor
man es am allerwenigsten erwarten sollte,
niimlich von den Consumenten der Farbstoffe
selbst. Es gibt einige (wenn auch wenige)
Fiirber, welche der Ansicht sind, dass eine
geniigend grosse Anzahl von Farbstoffen im
Handel sei, und dass jede weitere Vermehrung nur das Gediichtniss des Fiirbers unniithig belaste.
Diese Aneicht kann nur dann rnit Berechtigung ausgesprochen werden, wenn etwas
thatsiiohlich Minderwerthiges ausgeboten wird,
nicht dagegen dann, wenn es sich um neue
eigeuartige Producte mit ganz besonderen
Eigenschaften handelt, aber auch nicht dam,
wenn es sich um die Ergiinziing der Farbstoffe irgend einer Firma durch solche Producte handelt, welche schon von einer Concurrenzfirma
sei es i n der gleichen oder
auch etwas besserer Form - gefiihrt werden.
Man wird billigerweise von einer kleineren oder auch griisseren Firma nicht erwarten kiinnen, dass sie mit ihren Producten
zuriickhiilt, weil eine andere Farbenfabrik
schon einen iihnlichen Farbstoff im Handel
hat. Dass sie i n ihren Circularen nicht auf
die Existenz fremder, vielleicht besserer
Farbstoffe hinweist, wird man erkliirlich
finden.
Hier ist es Aufgabe dee intelligentes
Coloristen, die richtige duewahl zu treffen.
So wenig wie man dem Weber die Zusammenstellung neuer Muster, dem Werkzeugfabrikanten die Herstellung neuer Werkzeuge zum Vorwurf machen kann, ebenso
wenig ist der Vorwurf gegeniiber dem Farbstofffabrikanten gerechtfertigt, er biete dem
Consumenten zu viele Farbstoffe an, er mache
ihm die Auswshl schwer.
Es muss im Allgemeinen anerksnnt werden, daas die Angaben der Fabriken in
ihren Circularen 5ber die einzelnea Farbstoffe mit einigen Ausnahmen ein gutes Bild
von den Eigenschaften der neuen Producte
-
Jahrgang 1899.
Heft 28. 11. Juli 18991
Buntrock: Veredeluag drr Gespinnstfarern.
~,
__
bieten. Immerhin ist selbstverstiindlich fiir
jeden einzelnen Fall eine kritische Auswabl
stets geboten. Eine iibergrosse, zumal unbegriindete Empfindlichkeit einzelner Fabriken gegen eine kritische Besprechung
ihrer Producte sollte vermieden werden.
D i e s a u r e n Wollfarbstoffe.
A l i z a r i n s a p h i r o l B in Teig. ( F a r b e n f a b r i k e n v o r m . F r i e d r . B a y e r & Co.)
.Der grosse Erfolg, wclcher mit Alizarinsaphirol in Pulver in der Wollfirberei erzielt
mordcn ist, hat dic Aufmerksamkeit und das
Interesse der Druckereien auf sich gezogen und
auch hier zu Versuchen Veranlassung gegeben.
Hierbei hat sich jedoch herausgestellt, dass Alizarinsaphirol in Pulver, welches fiir Firbereien eine
geniigende LBslichkeit besass, fiir Druckzwecke in
Bezug auf LBslichkeit zu wiinschen iibrig liess.
Diese Liicke sol1 Alizarinsaphirol in Teig ausfiillcn.
Der Farbstoff eignet sich fiir den Wollgewebeund Vigoureuxdruck. Sauer aufgcdruckt erzielt
man mit ihm eio rbthlichercs, mit Fluorchrom
zusammen ein griinercs Blau. Auf Baumwolle
kann der Parbstoff auf Chrom geklotzten und gcitzten Stoff gefirbt werden, man kann ihn fiir
helle TBne mit essigsaurem Chrom als Dampffarbe
benutzcn. Auch mit essigsaurer Thonerde und
cssigsaurem Ralk zusammen erhilt man sehr IchBoe
methylcnblauartige Nuancen, die sehr lichtecht sind,
jedoch vorliufig nur in solchen Artikeln Verwendung finden kBnnen, von denen kcine besondere
Scifenechtheit verlangt wird."
A z o s ii u r e - C a r m i n B. (F a r b w e r k e
vorm. M e i s t e r . L u c i u s & Briining.)
, , A z o s i u r e - C a r m i n B ist ein einheitlicher
Azorarbstoff, der im sauren Bade (mit Glaubersalz
und Schwcfelsiure oder Weinsteinpriparat) gefirbt
mird. Die Nuance ist um ein geringes triiber als
die des Azosiurcfuchsins G. Das Egalisirungsverm6gen des Azosiure-Carmin B ist gut und entspricht den praktischen Anfordcrungen beim Firben
im aauren Bade; zum Nuanciren yon Chromentmicklungsfarben ist jedoch Azosiurc-Carmin B ungeeignet. Azosiurc-Carmin B l i s t baumwollene
Effectfiiden vollkommen rein; die Scidc in Seidewollstoffen wird nur wenig angefirbt, so dass man
sic in den iiblichen Reinigungsbidern rein wciss
crzielen kann. Die Alkalibestindigkeit dcs Azosiurc-Carmin B ist tadellos, selbst Xtzkalk zerstBrt
dic Farbe nicht; dementsprcchend ist die Widerstandsfihigkeit gegen Urin, alkalischcn Strassenstaub und Koth, Seewasser u. s. w. geradezu vollkommen zu nennen. In der Waschechtheit steht
Azosiure-Carmin B ungefihr auf derselhen Stufe
mie Victoriaviolett 4 B S und verdient deshalb
besonderc Beachtung in der Strickgarnfirbcrei.
Die Wassercchtheit ist bei nicht zu satten Pirbungen als gut zu bezeichnen nod befihigt den Parbstoff zur Verwcndung fir Garnc, welchc die Kaltwasserwalke durchzumachen haben. In der Lichtechtheit steht AzosiureCarmin B mindcstens auf
der gleichen Stufe wic Chromotrop 2R, das anerkannt lichtcchteste S h r e r o t h . In der Prcsse,
671
-
beim heissen Trocknen, Biigeln und bei der Trockendecatur verindcrn Firbungen yon AzosiureCarmin B
Xuance und Stirke nicht. AzosiureCarmin B ist
schmcfclecht. Es ist auf Grund seiner Eigenschaften als egalisirende RBthe fiir alle Zweige der
Stiickfirberei, wo irn ,,sauren Bade" gearbeitct
mird, zu empfehlen, fcrner i n dcr Garnhrberei
besonders fiir Teppich-, Phantasie, Strick- und
Posamenten-Garne."
Die Nuance des neuen Farbstoffes ist
nicht ganz so klar wie die des Azofuchsins
und Chromotrops.
A z o s i i u r e s c h w a r z 3 BL, BL und GL.
( F a r b w e r k e vorm. M e i s t e r L u c i u s
&, Briining.)
.Das Farbbad nird mit Glaubcrsalz und
Schwefelsiiure oder mit Glaubcrsalz und Weinstcinprgparat bcstellt; man geht nahe bei 1000 ein
und kocht 1 bis 2 Stundcn. Zusitzc -ion Farbstoff bei Kochhitze sind zulbsig. Um das Egalisiren zu begtinstigcn, spare man das Glaubersalx
beim Ansetzen frischer Bider nicht. Die Siiuremenge hake man mBglichst knapp, u m die Brillanz
der Farbe zu heben. Man firbt zweckmissig auf
Holzkufen ; blanke Kupfer- oder Zinnkessel mirkcn
sehr ungiinstig auf die Nuance. Die Durchfirbung ist bei allen Sorten Waare, aucli den
schwersten , tadellos. Baumwollene Noppen uncl
Effectriden werden nicht angefiirbt; fir Wollstoffc
mit eingewebten Seiderxffecten cignct sich nur
die Marke 3 BL. I n cicr Alkaliechtheit, Schwefelechtheit, Walk- und Wasserechtheit stehen die
ncuen L-Marken auf ciner Stufe mit den altcn
Azosiureschwarzmarken. Die Siureechthcit der
L-Marken ist etwas besser; die Lichtcchtheit ist
doppclt so stark und lrann sich mit der des auf
3 Bidern gefirbten Blauholzschwarz messen. Unter
sich verglichen stcht die Marke 3 BL den beiden
anderen Marken B L und G L ctwas nach. F i r
Kunstwollwaaren, wclche rnit Chrom abgekocht
wurden, eignen sich die Azos~urcschwarxL-Marken
nicht , ehenso sind sic im Chromentwicklungsbadc
nicht anwendbar. Die Farbstoffe widerstehen der
Trockendecatur; fiir Waaren, die Nassdecatur durchzumachen haben, sind sic ungeeignct. Die Biigelechtheit ist befriedigend. Besonders hervorzuheben
ist noch der Glanz, dcr elcgantc Griff und die
Lagerechtheit der mit Azosiureschwarz L gefirbten
schwarzen Waaren, Prclchc Eigenschaften als wescntliche Vorztige vor dcm Blauholzschwarz zu bezeichnen sind. Beim Aufdruck auf Wollc vcrhalten d i e Azosiureschwarz L-Marken sich wie dic
alten Azosiiureschwarz und sind hierfiir sehr wobl
geeignet, hingegon empfiehlt sich ihre Anwcndung
fir Atzartikel nicht besonders, wcil sie nicht so
gut wie die alten Marken itzbar sind. Den Eigenschaften nach empfehlen sich dic neuen Farbstoffc
in erster Linie f i r die Firberei leichter Damenconfectionsstoffe aller Art, auch solcher mit Effectfiden, f i r die Firberci von Zephyr- und Phantasiegarnen, Litzen, Schniiren und Posamenten, fiir den
Aufdruck auf Wollstickwaaren und Wollgarne
sowic in der Fiirberei Ton Hutstumpen und Filzen."
Die Farbstoffe egalisiren gut.
672
__
~-
Buntrock: Veradelung der Geapinnsthrern.
A z o e i i u r e s c h w a r z TL c o n ~ und
.
TL 2.
( F a r b w e r k e vorm. M e i s t e r , L u c i u a
& Briining.)
Azoeiiureechwarz TL, welches unter der Bezcicbnung TL conc. u n d TL 2 in zwei S t k k e n
in den Handel gebracbt wird, sol1 zur Ergiinzung der vorstehenden L-Marken dienen.
Wiihrend die 3BL-, BL- u n d auch d i e GLMarke ibrer Reinheit wegen fir die Heratellung der feinen blauen u n d biittel-Nuancen
von Schwarz beetimmt sind, eignet eich Azoslureschwarz TL bes?er zur Heretelluog von
Tiefschwarz (sog. Confectioneschwarz). Die
Fiirbe- und Echtheitseigenecbaften . dieser
Marke sind irn Wesentlichen d i e gleicben
wie d i e d e r obigeu Markeo.
P h e n o l b l a u e c h w a r z 8B. ( F a r b e n f a b r i k e n vorm. F r i e d r . B a y e r & Co.)
,,Phenolblauschwarz 3 B zieht i n schwefelsiiurehaltigem Bad'e (am bcsten beginnend mit 10 Proc.
Glaubcrsalz nnd 3 Proc. Essigiure und Nachsetzen
yon 1 bis 11/2 Proc. Schwefelsihrc) auf die Wolle
auf und gibt ein schwiirzliches Violett, dns sich
mit Siiureviolett, SHurcgriin und iihnlichen Farbstoffen leicht zu MarinctBncn nuanciren lisst. Derartige T6ne zeichnen sich durch grosse Billigkcit
bci rclativ guter Lichtcchthcit aus. Baumwollenc
Effcctfidcn werden nicbt angcfirbtY.
D e r Farbstoff eignet sich feroer fiir die
Gloriafiirberei, d a beide Fasern gleich stark
angefiirbt werden.
W o l l b l a u R. ( A c t i e n g e e e l l s c b a f t
f iir A n i 1i n f a b r i k a t i o n.)
,,Wollblau fsrbt im neutralen kochenden Badc
untcr Zusatz von Glaubcrsalz auf Wolle. Die
Bedeutung des Parbstoffes liegt i n seiner Anwendung
auf Hnlbmolle. Wollblau I h t die Bnumwolle nngcflirbt, liefert auf Wollc schr lebhafte rcinblaue
TBnc und eignet sich vorziiglich zu Combinationen
mit solchen blauen und sonstigen substantiven
Farbstoffen, welche die Baumwolle stiirker anfiirben
als die Wolle. Wollblau R bcsitzt die gleichen
Echtheitseigenscharten wic die iiltero Marke 2B,
ist jedoch rcther als dieses.'
Die neue Marke eignet aich gleichfalle
g u t fiir d i e Halbwollefirberei.
W o l l s c h w a r r N 4B. ( F a r b e n f a b r i k e n
vorm. F r i e d r . Bayer & Co.)
,,Wollschwarz N 4 B wird mit Glaubersalz uud
Essigsiiure aufgefiirbt nnd gibt direct ohne Nachbchandlung ein lebhaftes Blauschwarz von einer
dcm Holzechwarz iihnlichen Nuance. Seine Siiurcechtheit, Reib- nnd Waschechtheit ist voniiglich ;
die Lichtechtheit iibertrifft die des Blauholzschwarz
bedeutend. Der Farbstoff kommt sowohl fhr die
Stiick- als auch fiir die Garnfivrberei in Betracht.
Er fiirbt auf beiden Materialien sehr leicht egal.=
Zur Erzielung schiiner blauholziihnlicher
Tiine muse unter Zusatz von Eeeigsiure
g e f i r b t werden, da bei Verwendung von
Schwefeleiiure die Farbtiine leicht etwae
stumpfer auefallen.
[
Zeitschrift fflr
nneeivnwlte Cbemic.
D i e beizenfiirbenden Farbstoffe.
A l i z a r i n d u n k e l g r i i n W in Teig. (Bad i e c h e Anilin- n n d Sodafabrik.)
,Alizarindunkelgrhn W gibt auf chromgebeizter Wolle bliiulichgriinc Nuancen. Es l b s t
sich ferncr sehr gut in einem Bade unter Nachbebandlung mit Kaliumbichromat oder Pluorchrom
Bxiren: bei Nachbehandlung mit Kaliumbichromat
crhiilt man gelblichgrtne TBne, mit Pluorchrom
bliiulichgriine, den Firbungen auf Chrombcizc sehr
ivhnliche Nuancen. Die Firbungen rnit Alizarindunkclgriin halten cino mittlcrc und schwiclicre,
namentlich ncutralo Walkc gaoz gut aus; bci sclir
scharfer Walko jedoch blutcn sic etwas ins Wuissc,
weshalb tlcr Parbstoff in crstcr Linic fiir Stiickfilrbcrci, und zwar in einem Bade, zu crnpfclilcn
ist. Dio Siurc-, Carbonisir- und Dcoaturcchtbcit ist
gut. Dic Lichtecbtheit cntspriclit etwa dcr dcs
Alizarinschwarz. Der Farbstoff fiirbt gut (lurch
and egalisirt gut; dic Bitder zichcn fast vollst.?ndig
aus. Die Flirbungcn russcn nach leichtcm Spiilcn
nicht ab. Alizarindunkclgrlo W kann nuch unter
Zusatz von essigsaurcin Amnioniak gcfirbt mcrdcn.
Man bcnutzt am besten Holzkufcn oder Kupferkesscl ; verzinnte I<csscl sind nicht gccignet."
A l i z a r i n e c h t e c h w a r z T i n Teig.
( F a r b e n f a b r i k e n vorm. F r i e d r . B a y e r &
c 0.)
~Alizarincchtsch\varzT, ncbcn tllizarinblauschwan B und Alizarincpinschwan C dcr cinzigc
schwarze Farbstoff, wclchcr mirklich cin Derivat
des Alizarins ist, schlicsst sich i n scinen Eigenschnften
eng an die eben gcnanntcn, gut cingefiihrtcn
Schwarzmarken an uod ergiinzt dieselbcn, indcm
cs die Enielung einer tiefen, etwas rcithlicbcn
Schwarznuance erm6glicht. Dcr Farbstoff zeichnet
sich in erster Linie durch scin vorziiglichcs EgalisirungsvermBgen aus und mird also bei IIorstellung
walk- nnd lichtechter Modethe cine schr geeigoetc
Vcrwcndung findcn k6nnen. Wie alle Alizarinfarbstoffe gibt Alizarinechtschwarz T Fiirbingen
von vorziiglicher Licht-, Walk- und Schwefclechtheit, die unempfindlich gegen den Einfluss von
Alkalien und Siinren sind und daher dnrch Carbonisation nicht vcrindert werden. Der Farbstoff
Ibst sich gut fir alle Arten der Firbcrei verwenden und eignet sich in gleicher Weise fiir lose
Wolle, Strang- und Sthckftirberei, besonders auch
f i r Kammzup;. Im Baumwolldruck gibt Alizarinechtschwan T iihnlich wie Alizarinblauschwarz
gute Resultate mit essipaurcm Chrom nnd beim
Fitrbcn auf chromgeklotztem Stoff. In alkalischer
Lijsung mit essigsanrem Cbrom geklotzt, l h t es
sich leicht mit Chlorat- und Prussiatiitze weiss
und bunt iitzen. Vorziglich eignet sich der Farbstoff fiir Vigooreuxdruck mit oxalsaurem Chrom
oder Fluorchrom fixirt und gibt hier ein noch
tieferes Schwarz als Alizarinblauschwarz B.'
Der Farbetoff egalisirt gut und eteht in
dieeer Beziehung dem gleichfalle eehr lichtechten Alizarinblauechwarz B nahe. Die
Nuance dee neueu Produktee ist etwas
etnmpfer ale die dee Alizarinblauechwarz B;
ee dient daher haupts&chlich zur Heretelluog
gedeckterer Firbungen.
Jahrgang 1899.
Heft 28. 11. Juli 1899.1
673
Neue Bilcher.
-.
A n t h r a c e n b l a u M'G e x t r a . ( B a d i s c h e
Anilin- u n d Sodafabrik.)
,,Anthracenblau W G extra liegt in Nuance
zwischen Anthracenblau W G u n d WB, iibertrifft
diese jcdoch i n Bezug auf Iseinheit u n d Schonheit
tles Tones wesentlich. l m Ubrigen besitzt es dicselhen Eigeoschaften wie die anderen Anthracenblanrnarken, nameotlich kommt es denselbeo gleich
in vorziiglicher Licht-, Luft- und Walkechtheit
u n d wird auch ebenso gefirbt wie diese.G
Chromgelb G in Pulver. (Farbenf a b r i k e n vorm. F r i e d r . B a y e r & Go.)
Dieser Farbstoff schliesst sich in seinen
Fiirbe- und Echtheitseigenschaften eng an
d a s Bltere Chromgelb D der gleichen F i r m a
an u n d unterscheidet sich von diesem ausser
durch etwas gelbere Nuance hauptsiichlich
durch einen wesentlich niedrigeren Preis.
Es eignet sich daher ausser fiir die Wollfiirberei und den Vigoureuxdruck auch fiir
den Baumwolldruck. Man fixirt in letzterem
F a l l e mit essigsaurem Cbrom, diimpft, kreidet
und seift.
D o m i n g o c h r o m s c h w a r z D. (F a r b w e r k M i i h l h e i m vorm. A. L e o n h a r d t
& CO.)
.Man firbt eine Stundc kochend unter Zusatz von 10 Proc. Glaubersalz in einem 3 Proc.
Schwefelsiiure von titi" B6. enthaltenden Bade (dau
Had wird beinahe klar ausgezogen) u n d fixirt mit
2,s Proc. Iisliumbichromat 3/4 Stuoden kocheod.
Man erzielt dieselben Psrbungen auf mit 3 Proc.
Kaliumbichromat und 2 Proc. Oxalsiure vorgebeizter Wolle; man firbt dann unter Zusatz TOO
etma 2 Proc. Essigsiure lauwarm an u n d kochend
I
II
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gef8rbt. Die Bestandigkeit gegeo Schwefeln lisst
zu wiinschen iibrig, die Fiirbung wird wesentlich
heller. Das Verhalten beim Carbooisiren ist ziemlich gut, die Nuance wird etwas triiber. Die
Lichtechtlieit ist sehr gut und besser als die allcr
i m Handel befindlichen gelben Parbstoffe. InfolFc
seiner vortrefflichen Lichtechtheit ist Resoflavin i n
erster Linie zur Erzieluag von Modetonen und
grunen Xunncen zu empfehlen."
[Schliiss fu1gf.l
I
I
Nene Blcher.
B. F i s c h e r und C. H a r t w i c h : H a g e r ' s
IIandbuch
I
der
pharmaceutiechen
P r a x i s (Berlin, J u l i u s Springer). Pr. d.
Lieferung 2 M.
Soweit die bis j c t z t vorliegenden 4 Lieferungen
erltennen lassen, ist diese vdlstandig neue Bearbeitung durcliaus zweckentsprechend und empfelilenswerth.
I
I
!
I
E. F. D i i r r e : V o r l e s u n g e n i i b e r a l l g e m e i n e H i i t t e n k u n d e (Halle, W. Knapp).
Pr. 26 M.
Verf. 1)ietct hier cine fur Studirendc des Hfittenfaclis, Iliittciiingenieuro und Chemiker bestimmte
fibcrsichtliche Darstellung der vcrschiedenen Methoden tler gcwerblichen Metallgewinnung in der
Form von 6 Yorlesongen ; Litterat.tirangaben felilen
daher fast ganz. Das gut ausgestattete Bucli ist
jedem zu empfehlen, der sich eine i'bersicht iiber
die heutige allgemeine Hiittenkunde varschaffen will.
E. V a l e n t a : P h o t o g r a p h i s c h e C h e m i e und Chemikalienkunde m i t Beriicksichaus.
I tigung der Bediirfnisse der graphischen Druck2. Th.: O r g a n i s c h e C h e m i e .
Domingochromschwarz D G r b t , wenn m i t gewerbe.
Ealiumbichromat nachbehandelt, ein riith- (Ealle, W. Knapp). Pr. 8 M.
Auch dieser zweite Tlieil der bereits S. 236
liches Schwarz. Es eignet sich auch fiir I
I besprochenen photographischen Chemie ist zweckSeide u n d Gloria.
entsprechend.
R e s o f l a v i n in Teig.
(Badische
R. K 6 h l e r : D a s A l u m i n i u m . 2. Aufl.
Anilin- u n d Sodsfabrik.)
Pr.
,,Resoflavin Brbt auf chromgebeizter Wolle I (Altenburg, Schnuphase'sche Buchh.).
i n rbthlich gelben Tijnen. Die Walkechtheit ist
1,60 M.
sehr gut; mitverarbeitete weisse Wolle, BaumF i r Chemiker bietet tliese klcine Schrift nichts
molle uod Seide merden beim Walkan nicht m- I Neues.
I
Wirthschaftlich-gemerblicher Theil.
Ein
Von Dr. Albert Knoll.
Aufeatt unserer Vereinszeitschrift
Schwierigkeit, die einlaufenden Anmeldungen
dem jeweils bestgeeigneten Facbmann zu
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