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Experimentaluntersuchungen ber den Ursprung der Berhrungselectricitt.

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7. Enperirnentaluntersuchungen
uber den Urspruny der BeriihrungseZectrQcQtcTt;
v o n C. C h r i s t C a m s en,.
(Zweite Mittheilung.)
§ 9.
Die eleotrische Polarisation.
(Fortsetzung.)
I n der ersten Mittheilung I) habe ich gezeigt, dass zur
Herstellung einer Potentialdifferenz zwischen Zink- , Cadmium-, Blei- und Zinnamalgam auf der einen, reines Quecksilber auf der anderen Seite, die Gegenwart von Sauerstoff
nothwendig ist. E s wird dabei eine Verbindung zwischen den
gcnannten Metallen nnd Sauerstoff gebildet ; wir konnen die
Sache vielleicht unter dieses Schema bringen :
-
i - +
Zn(Zn0)O.
Es wird dadurch eine electrische Doppelschicht gebildet,
indem die Verbindung ZnO als das ,,isolirende" Medium auftritt. Einfach anzunehmen, dass eine Oxydation des Zinks
eintritt, ist urn so weniger moglich, als Zinkoxyd sehr niedrig
in der Spannungsreihe steht (03). Die Polarisation, von der
hier die Rede ist, ist der an Platin untl mehreren edlenMetallen
wohlbekannten Polarisation analog, es ist j a gar nicht ausgeschlossen , dass an der Oberflache dieser Metalle chemische
Verbindungen entstehen konnen.
Die absolute Grijsse der Polarisation genau festzustellen,
ist mir nicht moglich gewesen; ich ziehe es daher Tor, einige
Gase mit Rucksicht auf ihre polarisirende Wirkung zu untersuchen; und theile im Folgenden die mit Chlorwasserstoff,
schwefliger Saure, Schwefelwasserstoff und Stickstoffoxydul erhaltenen Resultate mit.
1)
C. Christiansen, Wied. Ann. 66. p. 644. 1895.
683
Beruhrunyselectricz'tat.
5
10.
Chlorwasserstoff und Zink.
Der Chlorwasserstoff war sehr rein und trocken; doch
waren die Resultate ziemlich variabel.
Potentialdifferenz zwischen Quecksilber oder Zinkamalgam und
Kohle in ClH. 2 g Zn : 1000 g Hg.
I
Potentialdifferenz in Volt
Dauer des Strahles in Sec.
I
I
I
Rohrdiameter 0,147 mm
0,26
I
Rohrdiameter 0,216 mm
0,2g
0,008
Potentialdifferenz in Volt
Dauer des Strahles in Sec.
I
I
0,004
Potentialdifferenz in Volt
Daiier des Strahles in See.
Znhmalgam
Hg
1
0,91
0,004
i,oi
0,008
I
0,93
0,004
I i,oo I
0,008
Hg
0,40
0,004
0,39
0,008
Rohrdiameter 0,297 mm
0,55
0,005
0,92
0,004
1
0,92
0,010
1
0,29
0,014
I HgZn
I
0,92
0,004
I
1,132
0,008
1
(l::!3
Die mit reinem Quecksilber gefundenen Potentialdifferenzen
sind besonders variabel , wahrscheinlich wirkt C1H nicht nur
polarisirend auf das Zinkamalgam, sondern auch auf das Quecksilber und die Kohlenelectroden.
Die falgenden Versuche wurden angestellt, urn den Einfluss der Starke des Amalgams zu bestimmen.
Potentialdifferenz zwischen verscbiedenen Zinkamalgamen und Kohle
in C1H. Rohrdiameter 0,37 mm. Strahllange 20 mm.
g Zn in
1000 g Hg
4
1
'I,
'14
'is0
Hg
ZnAmalg.
Hg
0,31
I ,06
0,99
0,97
0,99
1,02
0,47
0,53
0,47
0,5 1
O,R7
0,58
0,50
0,48
0,65
1) C. C h r i s t i a n s c n , W e d . Ann. 66. p. 644. 1895.
C. Christia men.
684
ist. In einer anderen Versuchsreihe fand ich jedoch etwas
hohere Werthe , namlich rnit Zinkamalgam 1,30 Volt, mit
Quecksilber 0,45 Volt.
8
11.
Gleichseitige Einwirkung von Chlorwasserstoff und
Sauerstoff auf Zinkamalgam.
Bei den Versuchen rnit Zinkamalgam und Chlorwasserstoff
machte ich folgende merkwiirdige Wahrnehmung. Ich bestimmte die Potentialdifferenz zwischen Zinkamalgam bez.
Quecksilber und Kohle in Chlorwasserstoff, trieb dann den
Chlorwasserstoff mit Wasserstoff am und bestimmte wieder
die Potentialdifferenz, endlich' wurde der Wasserstoff mit atniospharischer Luft ausgetrieben. Ich fand dabei die Potentialdifferenz
Hg
in Wasseratoff
in atmospharischer Lrift
0,70
01G2
Zn.4malgam
0,so Volt
0167
Fur Wasserstoff ging es nach der Erwartung, anders mit
atmospharischer Luft. Hier war eine Potentialdifferenz von
etwa 1 Volt zu erwarten und der Versuch ergab 0,05 Volt.
Die Ursache konnte nur darin liegen, dass die Kohlenelectroden
noch etwas Chlorwasserstoff enthalten konnten. Sie rochen
auch sehr stark nach C1H. Man muss folglich annehmen,
dass eine kleine Menge dieses Gases die Wirkung des Sauerstoffs aufheben konnte. Urn zu sehen, ob diese Erklarung
die richtige sei, wurden die Kohlenelectroden wiederholt gegliiht und dann in verschiedener Weise behandelt. Die Resultate folgen unten.
Potentialdifferenz zwischen Zinkamalgam oder Quecksilber und Kohle
in atmosphilrischer Luft. Rohrdiameter 0,301 mm. p/,OOO Zn.
Hg ZnAmalg. Hg
Kohlenelectrode gegluht, nach drei Tagen
0,54
1,43
0159
0143
11
), rnit Wasser getrilnkt 0138 1,24
1,01
0183
11
1l
mit Salzsaure getrlnkt 01G7
11
,, mit Kalisijsung getrsnkt 0119 lang
Auch hier zeigt sich die Wirkung von Chlorwasserstoff
deutlich genug. Zu bemerken ist auch, dass der Strahl in
diesem Qase, auch wenn er aus Zinkamalgam gebildet war,
nie ,,lang" wurde, selbst auch nicht, wenn die atmospharische
Luft durch Sauerstoff ersetzt wurde.
Beruhrunyselectl.icitiit.
685
Diese Versuche lassen vermuthen, dass die Wirkung des
Sauerstoffs auf Zinkanialgam durch Chlorwasserstoff aufgehoben
wurde. Es ist wirklich recht auffallend, dass Sauerstoff und
Chlorwasserstoff , j eder fur sich , energisch erregend wirken,
dass aber, wenn beide in derselben Zeit zugegen sind, alle
Wirkung ausbleibt. Die Erklarung liegt wohl einfach darin,
dass die Einwirkung nach dem Schema
Zn 0 + 2C1H = ZnC1, + H,O
verlauft, ganz verschieden von dem in fj 9 angegebenen,.
Diese Wechselwirkung der genannten Gase zeigt sich auch
in folgender Weise. Es stromte Zinkamalgam (z/looo) in feinem
Strahl in der Atmosphare aus. Der Strahl war 5-10 cm lang,
der Durchmesser des Ausstromungsrohres 0,3 mm. Es wurde
ein mit Salzsaure befeuchtetes Glasrohr dicht an den Strahl gehalten, sogleich wurde er ganz kurz, etwa l cm. Zu derselben
Zeit horte man einen ganz verschiedenen Laut, als die
Tropfen im Quecksilber fielen. Salpetersaure und Essigsaure
wirkten wie Salzskure; mit Ammoniak und Schwefelsaure war
keine Wirkung wahrnehmbar.
+
8
12. Van der Oberfliichenspannung.
Ich will an dieser Stelle einige Beobachtungen uber die
Oberflachenspannung der Amalgame verschiedener Gase mittheilen. Ich machte dabei von der von Lord R a y l e i g h l) angegebenen Methode Gebrauch. Wie bei dem entsprechenden Versuche G. Meyer’s,) stromte das Amalgam durch ein kurzes
Stuck eines Thermometerrohres. Es bilden sich dann Wellen
auf dem Strahl; die Wellenlange ist der Quadratwurzel der
Oberflachenspannung umgekehrt proportional. Zinkamalgam
(’/,,
bis
gib t in Wasserstoff einen ziemlich kurzen
Strahl; die Wellenlange ist constant und die Wellen uberall
gleich stark entwickelt I n Sauerstoff geht es ganz anders;
der Strahl wird sehr lang, die Wellen sind aber nur dicht
an der Oeffnung wohl ausgebildet, sonst ist der Strahl ganz
glatt. Die Wellenlange war dabei nicht merklich verandert.
Es scheint also, dass der Sauerstoff eine sehr starke Zahig1) Lord R a y l e i g h , Proc. of the Royal SOC.47. p. 281. 1890.
2) G. M e y e r , Wied. Ann. 63. p. 545. 1894.
686
C. Chistansen.
keit hervorbringt , er lasst . aber die Oberflbhenspannung unverandert.
Diese Wirkung des Sauerstoffs ist iibrigens wohlbekannt.
Aehnliche Wahrnehmungen von P l a t e a u und M a r a n g o n i I)
liegen Tor. Der letztgenannte maass, was er als Oberflachenelasticitat bezeichnet , bei mehreren Flussigkeiten ; sie war
bei Zinkamalgam gleich 51,5 , bei reinem filtrirtem Quecksilber gleich 0,5.
I n letztgenanntem Falle nahm die Elasticitat mit der Zeit
zu und wurde nach 24 Stunden gleich 42,2 gefunden. Ich
betrachte es als durch meine Versuche bewiesen, dass diese
Elasticitat durch die Anwesenheit von Sauerstoff bedingt ist.
Auf verwandte Beobachtungen von P o g g e n d o r f f ”, deren
Ursachen noch iiicht vollig aufgeklart sind, sei hier hingewiesen,
sie verdienen wohl weiter studirt zu werden.
Wir haben gesehen, dass ein langer Zinkamalgamstrahl
sogleich kurz wird, sobald Dampfe von Salzsaure in seine Nahe
kommen. Ich dachte mir, dass dies darin seine Ursache hatte,
dass die genannte Zahigkeit aufgehoben wurde ; das Resultat
entsprach aber nicht meiner Erwartung. Die Wellen verschwanden ganz an der Seite des Strahles, der der Salzsaure
am nachsten war.
Q 13. Chlorwasserstoff und verechiedene Amalgame.
Fruhere Versuche habeii gezeigt , dass Kupferamalgam
entweder gar nicht, oder doch nur sehr schwach, von Sauerstof3 polarisirt wird ; wir werden jetzt sehen, dass Chlorwasserstoff entschieden polarisirend wirkt.
Potentialdiff erenz zwischen Kupferamalgam und Kohle.
Diameter 0,224, Strahllange 15-20 mm.
Hg CuAmalg.
Hg
Atmospharische Lnft
0,46
0,51
0,60
Sauerstoff
0,76
0,73
0,68
Wasserstoff
0.70
0,72
0,69
Chlorwasserstoff
0,43
0,61
0,38
Chlorwasserstoff
0,39
0,60
0,38
1) M a r a n g o n i , Wied. Beibl. 3. p. 842. 1879.
2) P o g g e n d o r f f , Pogg. Ann. 77. p. 1. 1849.
in
g Metal1
Blei
Zinn
Cadmium
Natrium
Kalium
8
looo Hg Quecksilber
4
4
4
0,14
0,31
Amalgam
Quecksilber
0170
0161
0,78
1,77
1,77
0.21
0,37
0,31
0,31
0,19
0,23
0,37
0,36
0,21
-
14. Potentialdifferenz zwischen Metallen und reinem
Queckeilber in Chlorwaeserstoff.
Ich gebrauchte dasselbe Verfahren wie in der entsprechenden Untersuchnrig in 5 3. Die zu untersuchenden Metalle
wurden als Plattenelectroden verwendet ; sie wurden rnit
Schmirgel gerieben, mit Ausnahme des Bleies, das rnit einem
Messer geschabt wurde. Der Rohrdurchmesser war 0,234 mm.
Zum Vergleich wurden auch Versuche mit atmospharischer
Luft und Wasserstoff gemacht.
Zink
Rupfer
Eisen
Blei
Aluminium
Atm.
Luft
ClH
ClH
0,70
0,09
0147
0,41
0,76
0163
0132
0,30
0,36
0,Rl
-
-
-
-
0,36
0,20
0,36
0,23
0,46
0,37
0,09
0,14
0,OO
0,13
0,37
0,51
0,41
0,52
0,45
0,36
CIH
Luft
stoff
Mit Natriumamalgam wurde der Strahl so lang, dass die
Potentialdifferenz sich nur mit Schwierigkeit bestimmen liess.
Die Wirkung des Chlorwasserstoffs ist ungefahr von derselben Grosse wie die des Sauerstoffs. Ob die maximale Polarisation erreicht wird oder nicht, ist zwar zweifelhaft, doch,
mit Riicksicht auf die mit Zinkamalgam gefundenen Resultate,
recht wahrscheinlich.
C. Ghristiansen.
688
§ 15. Bchwefelwasseretoff.
Wie die folgende Tabelle zeigt, wird Zinkamalgam nicht
merklich durch Schwefelwasserstoff polarisirt; Kupferamalgam
verhalt sich ebenso.
Potentialdifferenz zwischen Amalgamen und Kohle in SH,.
Rohrdiameter 0,271 mm. St,rahlltlnge 20 inm.
H g ZnAmalg. ('iiooo)
Atmosphtlrische Luft 0,71
Schwefelwssserstoff
U165
Schwefelwasserstoff
Hg
0171
0171
0,71
0,70
Hg
HgCu
Hg
0,7 1
0,75
0175
Hierdurch ist indess nicht ausgeschlossen, dass die Amalgame durch langere Einwirkung polarisirt werden konnen.
Ich bestimmte noch die Potentialdifferenz zwischen einigen
Metallen und Quecksilber in Schwefelwasserstoff; die Resultate
sind die folgenden. Rohrdurchmesser und Strahllange wie oben.
Atm. Luft
Aluminium
Zink
Blei
Zinn
Kupfer
Eisen
Silber
Platin ausgegliiht
0,71
0,71
0,46
0,36
0115
0,os
- 0,16
0)20
H.S
0,36
0,62
0,22
0,09
0,27
0,09
0,os
- 0,27
0)lS
0138
0,27
- 0,02
0,16
- OlO9
0,07
- 0127
0,25
0146
0,27
0,09
0,18
0,02
0,18
-
Man sieht, dass die meisten Metalle in der H,S, ,,tmosphare
niedriger in der Spannungsreihe zu stehen kommen, als in
der atmospharischen Luft. Dasselbe haben wir bei Chlorwasserstoff gesehen ; Kupfer und Eisen machen jedoch Ausnahmen; mit Eisen erhielt ich in einem Versuche ein Ansteigen
von 0,3 Volt. Zwischen den einzelnen Versuchen in H,S verstrichen 4-5 Minuten. Es ist noch zu bemerken, dass die
Luft des Arbeitszimmers ziemlich vie1 Schwefelwasserstoff enthielt ; deshalb geben die Versuche mit atmospharischer Luft
ungewohnlich kleine Werthe des Potentials.
689
Beriihrungselectricitat.
Q 16. Sohweflige Saure.
Schweflige Saure hat eine entschiedene polarisirende Wirkung auf Zinkamalgam; auf Cadmiumamalgam ist die Wirkung
schwacher, auf Kupferamalgam scheint sie keine Wirkung zu
haben.
Potentialdifferenz swischen Amalgamen und Kohle (ausgegltiht) in
schwefliger Saure. Rohrdiameter 0,271 mm.
.Hg
ZnAmalg. (4/1000)
Hg
A h . Luft
so,
0,50
0,26
so*
Hg
ZnAmalg. ('ll0d
0,33
0,94
0,35
Hg
so,
CdAmalg.
0,23
0,43
Hg
0,23
Hg
CuAmalg.
Hg
so2
0,35
0,26
0,28
0,17
0,26
0,23
1,39
0,88
0,53
0,32
Hg
Mit reinem Quecksilber und mit Kupferamalgam war die
Lange des Strahles 25-30 mm, mit Zink- und Cadmiumamalgam dagegen 50 -60 mm. Die eigenthiimliche Verrangerung des Strahles scheint ein sicherer Begleiter der
Polarisation zu sein.
§ 17. Stickstoffoxydul.
Dieses Gas wirkt jedenfalls nur sehr schwach polarisirend
anf Zinkamalgam. Ein solches mit 2/1000 Zink gab in atmospgrischer Luft den langen Strahl und die gewohnliche Potentialdifferenz gegen Kohle. Als nun die atmosparische Luft
mittels Stickstoffoxydul verdrangt wurde, wurde der Strahl
wieder kurz und die Potentialdifferenz hatte denselben Werth
wie in Wasserstoff. Mit einem starkeren Amalgame
zeigte sich dagegen eine kleine Wirkung, etwa 0,l Volt mehr
in Stickstoffoxydul, als in Wasserstoff.
(337/1000)
Ann. d. Phjs.
U.
Chem. N. F. 57.
44
C. Christiansm.
690
8
18. Resultate. Historisches.
In der folgenden Tabelle sind die Combinationen Amalgam- Gas, die e k e polarisirende Wirkung ergeben haben,
mit +, diejenigen , wo sich keine oder nur eine unsichere
zeigte, mit 0 hezeichnet.
Ka
Na
Zn
Cd
Pb
Sn
+
+
+
-I-
+
+
+
+
f
+
0
0
0
+
0
+
0
0
0
0
+
+
0
0
0
0
0
0
cu
0
0
0
0
+
0
a
Wir sind jedoch keineswegs berechtigt, anzunehmen, dass
die Combinationen, welche mit 0 bezeichnet sind, ganz unwirksam sind; es ist ja nicht zu vergessen, dass die Zeit? in
welcher die Gase mit den Amalgamstrahlen in Beriihrung
standen, nur 0,01-0,@2 sec betrug. Dass eine langer andauernde Beruhrung die Polarisation herrorrufen kanri, ist
in einigen Fallen wenigstens sehr mahrscheinlich.
Ueber den Ursprung der Beruhrungselectricitat ist so oft
und so vie1 geschrieben und gestritten worden, die Griinde
fur und wider sind, auch in den letzten Jahren, so vielfacb
discutirt worden, dass Ich es fur gaiiz unnothig halte, darauf
zuruckzukommen. Man schliesst jetzt gewohnlich BUS den
Versuchen von E d l u n d u. A. uber P e l t i e r ’ s Warmetonung, dass
Beriihrungselectricitat in V olta’schem Sinn nicht existirt. Sie
ist dann in der Beriihrung zwischen Metal1 und Fliissigkeit
(gasf6rmig oder tropfbarflussig) zu suchen oder in der durch
chemische Wirkung gebildete Uebergangsschieht. Die Bedeutung der letzteren geht deutlich hervor sowohl aus alteren
Arbeiten von K o h l r a u s c h und H n n k e l , als aus den neueren
von P e l l a t . l) Besonders bedeutend sind noch die Arbeiten
von J. Browna), der zeigte u. a., dass die Spannungsreihe in
1) P e l l a t , Journ. de Physique 10. p. 68. 1881.
2) J. Brown, Phil. Mag. (5) 6. p. 142. 1878; 2. p. 109. 1679;
Proc. of the Roy. SOC. 41. p. 294. 1887.
Beriihrunyselectricitat.
69 1
Atmospharen von Schwefel- oder Chlorwasserstoff von der in
atmospharischer Luft ganz verschieden ist. Zu derselben Zeit
wird dann auch in der Regel das Aussehen der Metalle merklich verandert.
Aus den vorgehenden Versuchen geht nun hervor, dass
die Potentialdifferenz zwischen Amalgamen und Quecksilber
verschwindet, wenn sie sich in indifferenten Gasen, wie z. B.
Wasserstoff oder Stickstoff, befinden. Sie tritt dagegen in
Gasen, wie Seuerstoff oder Chlorwasserstoff hervor, wenn diese
Gase auf die Amalgame chemisch einwirken kiinnen. Welches
diese chemische Wirkung sein muss, um Spannungsdifferenzen
hervorzurufen, ist noch nicht vsllig klargestellt - man erinnere sich des Ausbleibens der Polarisation in Mischungen
von Sauerstoff und Chlorwasserstoff - , doch scheint mir
unzweifelhaft , dass wir jetzt berechtigt sind , der Hoffnung
Raum zu geben, dass diese Lucke sich nach der hier entwickelten Methode noch ausfiillen lasst.
Die bei der vorliegenden Untersuchung angewandten Gase
wurden mit aller Sorgfalt von Hrn. cand. chem. S. P. L. S o r e n s e n , Assistenten am chemisehen Laboratorium der polytechnischen Lehranstalt , dargestellt. Wie dies geschah, wird im
Folgenden mitgetheilt werden.
Wasserstoff wurde aus Zink und verdiinnter Schwefelsaure
in einem constanten Entwickelungsapparate dargestellt ; er
wurde durch eine salzsaure Losung von Chromchlorur von Sauerstoff, durch Natronlosung von Chlorwasserstoff und Kohlensaure
befreit. Zuletzt wurde er durch concentrirte Schwefelsaure
und Phosphorstiureanhydrid getrocknet.
Kohbnsaure wurde aus Marmor und verdiinnter Salzsaure
in einem constanten Entwickelungsapparate dargestellt ; sie
wurde durch eine salzsaure Losung von Chromchloriir von Sauerstofi, durch SodalGsung yon Salzsaure befreit; endlich getrocknet
wie oben.
Sauerstoff wurde in gewohnlicher Weise aus Kaliumchlorat
und Braunstein dargestellt und im Gasometer gesammelt.
Von diesem wurde er zunachst durch eine schwefelsaure Jod44*
692
C. Christiansan.
kaliumlosung , darnach durch eine Natronlosung geleitet
(Ozon , Chlor , Kohlensaure), endlich getrocknet wie beim
Wasserstoff.
Stickstoff wurde in der Weise dargestellt, dass eine Natriumnitritlosung tropfenweise zu einer warmen Losung von
Salmiak und etwas mehr als der zhr Sattigung nothwendigen
Menge Kaliumbichromat gesetzt wurde. Der entwickelte Stickstoff wurde im Gasometer gesammelt und dann durch eine
saure Losung von Kaliumpermanganat , eine Losung van
Pyrogallol in Natron, eine salzsaure Losung v on Chromchloriir
und endlich durch Natronlosung (Stickstoffoxyd , Kohlenskure,
Sauerstoff und Salzsaure) geleitet. Getrocknet wurde er wie
Wasserstoff.
Stickstoffoxydul wurde durch Erhitzen von Ammoniumnitrat in einem kleinen Kolben entwickelt, gewaschen durch
eine alkalische Losung von Pyrogallol (Sauerstoff), durch eine
gesattigte Lijsung von Ferrosulfat (Stickstoffoxyd) , durch
eine salzsaure Lasung von Chromchloriir (letzte Spur von
Sauerstoff) und endlich durch Natronlosung (mitgerissener
Chlorwasserstoff). Getrocknet wie Wasserstoff.
Chlorwasserstoff wurde durch allmahlichen Zusatz von
concentrirter Schwefelsaure zu concentrirter Salzsaure in
einem grosseu Kolben. Wenn alle atmospharische Luft aus dem
Kolben entfernt war, wurde der Chlorwasserstoff durch folgende
Reinigungs- und Trockenmittel geleitet : concentrirte Salzsaure, salzsaure Chromchloriirlosung , concentrirte Schwefelsaure und Phosphorsaureanhydrid. Das Gas wurde vollstandig
von Wasser absorbirt.
Schweflige Saure wurde durch Zusatz von concentrirter
Schwefelsaure zu einer Mischung von festem Natriumbisulfit
und einer gesattigten Losung desselben Salzes entwickelt.
Gewaschen wurde mit einer gesattigten Natriumbisulfitlosung,
mit einer salzsauren Losung von Chromchloriir , und endlich
wieder zweimal mit Natriumbisulfitlosung. Getrocknet wie
gewohnlich.
Schwefelwasserstoff wurde durch Zusatz einer Mischung
von einem Theil concentrirter Schwefelsaure und zwei Theilen
Wasser zu einer mit Schwefelwasserstoff gesattigten starken
Natriumhydroxydlosung (1500 g Natriumhydroxyd in 2 Liter
Beriihr ungselectricitat.
693
Wasser) entwickelt. Gewaschen wurde mit einer Losung
von Natriumsulf hydrat , mit einer salzsauren Losung vom
Chromchloriir und endlich wieder zweimal mit Natriumsulfhydratlosung. Getrocknet wie gewohnlich.
Bei der Reinigung von Stickstoffoxydul wurde keine Riicksicht auf moglicherweise zuriickbleibenden Stickstoff genommen. Die drei letztgenannten Gase wurden nicht von Kohlens5iure befrei t.
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