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Untersuchung des Allanit Orthit Cerin und Gadolinit.

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465
B. Conisches Rohr von 18”’,5 L h g e und 11’) 36’ 68‘
Divergenz.
Durchmesser dcr Einmiindung 2,63 Linico.
1)urchmesser der Ausmiindung 6,39 Linien.
Flacheniiihalt dieser 0,0015463 Quadratfuk
BaroinetelhBhe 26” 9”’,5. Tclnperatur 4 O , 5 R.
AusflufsroXcient,
narli BdF.
WauerdruckliBlre in
Kalenberger FiiL.
~~
6,29.?53
5,30033
4,37501
3,50838
2,7 1724
1,99321
1,35862
0,8’2747
0.6 1793
0,14251
Corrigirter AurflufscoiGcirnt.
~
0,6346
0,6655
0,6822
0,6923
0,7324
0,7452
0,7683
0,7817
0,7979
-
0,737
0,735
(47-11
0,741
0,770
0,772
O,i85
0,793
0,803
11. Unlersuchung des Allanit, Orthit, Cerin und
Gadofinil; con T h e o d o r S c h e e r e r
(S c hlufs.)
Ch e m i s c h - a n a l y t i s c h e U n t e r s u c h u n g .
E h e ich die ResuItate rneiner Analyseu von den verschiedenen, bier abgehandelten Mineralien angebe, will
ich jedesmal zuvor die Zerlegungsmethode, die ich dabei
anwendete, so wie einige Erfabrungen, die ich bei dieser Gelegenheit macbte, der Hauptsache nach mittheilen.
Diese Zerlegungsarten sind hauptsiichlich zneiedei, welche sich uach der Natur der untersuchten Mineralien
richten. Letztere zerfallen namlich: 1) in solche, die
durch SZuren aufschliefsbar sind, und 2 ) in anderc, welchc durch Schinelzen mit kohlensaurem Natron aufgePoggadoiiTr Aonrl. Bd. LI.
30
46G
schlossen werden mufsten. Zu dcn erstcren geh8ren :
d c r Orthit VOI! Fillc-Fjeld, der Allaiiit voii Jotun -Fjeld
und der Gadolinit von Hitterfin; zii den andern dagegcn
der Allanit von Snaruoi urid der Ccrin on Riddarhyttan.
A f a n i t won Jolrm - FjeLd. Ich wahle dieses Mineral darum zuerst, weil seinc Analyst? am eiiifachsten ist.
Die in deinselben 211 trciinendeil Restandtheilc, welclie
vorhcr durch eiiic qiialitative Untersuchung bestiinint wiirden, sind: Kicselerde, Thonerde, Eisenoxydul, Kalkerde,
Talkerde , Ceroxydul , Lanthanoxyd und Mnnganoxgdul.
Eine abgcwogenc Quantitiit des fein gepulverten, im Wasserbade getrockneten Miiierals wurde mit Salzsaure iibergossen, welche, bei Auwendung gelinder Warme, dcssen
Arifscliliefsiiiig leiclit bewirkte. Nachdem die saure Flussigkeit in Zeit von 24 Stunden laiigsam eingedainpft und
bierdurch das Eiscnoxydul zugleicli hiiher oiydirt warden war, wiirde die abgeschicdene Kieselerdc, nach Verdiinnung dcr Auflfisiing diirch Wasser abfiltrirt, und die
durchgelaufene Flussigkeit init eineni Ueberschufs von
Aininoniak behandclt. D e r so entstandene Niederschlag
enthielt also nun hauptsachlich Thonerde, Eiscnoxyd,
Ceroxydul und Lanthanoxyd. IXe hiervon getrcnate
Flussigkeit wurdc init oxalsaurem Aminoniak verselzt,
modurch Kalkerde niedergeschlagcn und iincli zwfilfstiindigem Stehen an einem inafsig erwjlrmten Ortc abfiltrirt
wurdc. Das hicrbci erbaltene Filtmt, melches Manganoxydul und Talkerde cothiclt , ward mit Schwefelaminonium rersetzt, dcr geringe , hierbci cntstandene Niederschlag von Schrvefclmangan abfiltrirt, und die schwefelammoniuiiihaltige FlOssigkeit durcb SalzsZurc sauer ~ e macbt und erwiirmt, bis sich aller Gcruch nach Scbwcfelwasserstoff verloreu hattc. Darauf wurde sie, nach
Filtratioii der geringen Mcnge abgcschiedenen Schwefels,
abermals mit Ammoniak ubersiittigt, und, zur FYllung
von Talkerde, mit phosphorsaurem Natron vcrsetzt.
Jener Niederschlag nun, welcher aus Thonerdc, Ei-
4Gi
senoxydul, Ceroxydul, Lantlianoxyd, nebst Spuren von
Manganoxydul und TaIkel.de bestand, wurde von Neuem
wiedcr in Salzs9ure geliist , die dabci zuriickbleibetide
kleine Quaiititlit Kicselrrde abfiltrirt, und init einer coricentrirten Knlilirsuiig ziir Auszicliung dcr Tlionerdc gekocht. D e r hierbei blcibcnde Ruckstand ward aberiuals
in Salzs~iircgeliist, untl, nacli Verdiinnung i n i t Wasser,
auf die bekanrite W c i s e init ncutralctn schwcfelsnuren
Kali behandclt , utn dns Cer als schwefelsanres CerosFclul- Kali abzusclieidrn. Bnch 2 I S1untlcn war diek geschehen. I)as i n dcr Fliissigkeit zuriickgebliebene Eisenoxyd wiirde nun diirrh Aininoniak gefallt, iiiit kocheii.
dein Wasser ausgcsiifst (was, wcnn Eiscnoxyd ails eiiier
Fliissigkeit, die virl schn-efelsaurcs Kali cnthalt, durcli
hmmoniak gcf:illt w i r d , ziriiilirh sclrner ist), und iiach
deni Gliilien und WZgen noclinials in Salzsliure gcldst,
uin geringe Mengen yon Mnugau und Talkertle abzusch ciden.
Das erhaltcne Doppelsalz von schwcfelsaurern Ceroxydul- Kali wiirde in viclein Wasser durch Erw"armcn
geli)st (was sclineller gcschielit, wenu man chvas Salzsaure hinzufiigt ), darauf mit kaustisclictn Kali gehllt und
filtrirt. M a n erhait hierbei zwar ein basisches Siilz, wenn
der Niederschlag nicht mit kaustischein Kali gckocht wird;
allein d i e h ist von keinein Sachtlieil, da derselbe, ohue
r o r h e r ausgewaschen zu seyn, von Neuem wieder in
Salzsaure gelirst mcrden mufs. Ich habc n;imlich geftind e n , dafs das bei der Trennoiig von Eisen und C e r erhaltene schwefelsaure Ceroxydul- Kali stets noch eisenhaltig ist, und d d s man daher das daraus erlialtene Ceroltydul noch einmal aufliiseu und durch schwefelsaures
Kali fillen mufs, wobei dieser Antheil Ton Eisen geliist
bleibt. N u r von dicsein Umsta~rdekoinmt es, dafs das
schwefelsaure Ceroxydul-Knli inehr oder weniger gclblicb zu seyn pflegt. Das, welches mail bci der zweiten
Trcnuuug crhlilt , ist stets rein weirs. Ein ferneres Zei30 *
468
cben voin Eisengehnlte dieses Doppelsalzes ist es, dafs
es sich nicht klar in warinem Wasser aufli)st, sondern
gclbliclte Flocken zoriicklllst, die walirscheinlich achtfachbasiscli scliwefelsaures Eisenoxyd siod. Dafs diese Quantitat Eiseuoxyd nicht vernachliissigt werdon darf, geht
daraus hervor, dafs icli bei verschiedeneii Analysen gegen 5 bis 7 Proc. Eisenoxyd (von der Menge des erhaltenen Ceroxyduls gerechuct) crhalten habe, mas z. B.
bei dieser Aualyse cinen Untersclried von rnehr als 1
Proc. Ceroxydul zu vie1 und 1 Proc. Eisenoxydul zu
wenig getuacht hltte. Ich habe sowohl init concentrirten
als nit verdunnteren Aufliisuugeo Versuche angcstellt;
allein immer ist das erhaltene Ceroxydul eiseohaltig.
Dorch die Eutdeckung M o s a n d e r ’ s , dafs das Cer
im Cerite init eincm andern Metalle, dem Lanthan, vorkoinint, war es zu vermutheii, dafs diefs auch im Allauit der Fall sey. Ich untersuchte daber das erhaltene
Ceroxyd aut die Weise, wie sie M o s a n d e r zur Trentiling von Ccr uud Lanthau vorschreibt.
Beide Oxyde
wurden init SalpetersIure iibergossen, die Liisuog wurde
darauf cingetlampft uod dcr Riickstaud bei Luftzutritt
stark gegliilrt. Darauf ubcrgds icli ihn mit eiuer, dem
Gcwichte nach etwa 5Ofach verdunuten Salpefersaure,
und lick ihii, unter ilfterein Umriihren, einige Tage dainit in Beriihruug. Nacli dieser Zeit wurde das oiigeliist geblicbeue Ceroxyd filtrirt, und atis der durchgetaufcnen Flussigkeit das Lanthanoxyd clurch kaustisches Kali
geRllt. I)a M o s a n d e r bis jelzt nocli keine ferueren
charaktcristisclieu Eigenschaflen diescs Mctalloxydes anpgeben hat, so konnte ich keiue wciteren I’riifungen
mit deuisclben vornehmen. Es sieht blasser atis als Ceronyil, und hat ein gauz ahnlicbes Verhalten vor dem
Liithrohre.
Ich erhielt auf die beschriebene Weise bei zwei
Aualysen, von denen ich die ersterc io Norwegen, die
469
zweite in dem Laboratorium des Hrn. Prof. €1. Hose
anstellte, folgende Resultate :
Kieselerde
Thonerde
Eisenoxydul
CerosyduI
Lanthanoxyd
Manganoxydul
Kalkerde
Tal kerde
Wasser
1
I.
11.
34,69
33,15
15,39
14,42
16,23
1.7,55
13,3I
5$%)
0,98
19,63
1,55
11,90
1,09
0,.52
12,02
0,78
0,50
99,40
100,35.
--
Bei der Analyse I ist L a n h n o x y l und Cerospdul
zusammen angegeben, da ich, zur Zcit ala ich sie unternahm, noch keine genauere Kennrnifs Y O U diesem neuen
Metalloxyde hatte. Noch mufs ich bemerken, d a t ich
bei der zweiten Analyse, in Bc(rncht, dal's die Mengen
der Talkerde und des Manganoxyduls so gering waren,
die kleinen davon im Eisenoxyd eiithalttnen Quautitslen
nicht abgeschiedeu hnbe.
W i e schon oben bemerkt, ist der A h n i t von JotunFjeld ineist innig mit Mngneteiseiisteio durchsprengt, dai's
man bei oberfltichliclier Beobachtung glauben sollte er
sey magnetiscb. Man kann jedoch tlurcli lange fortgesetztes Ausziehen init dem Magnete das Piilver Iriervon
reinigen. Die Analgse I ist mit solchern durch den Magnet gereinigtem Pulver, die Annlyse I1 dagegcn wit einein griifseren, viillig magneteisenfreiein Stiiche tliescs Rlinerals a n p t e l l t morden.
Orfhif U O R File geld. I n diesern Rliiierale sintl
dicselben Bestandtheile elithalten wie in dem vorigcn,
jedoch mit dein Hinzutreten von Yttererde. ]lie hnolyse wurde also gaoz auf dieselbe W e i s e unteriioinnicw.
n u r mit dem Unterschiede, dafs die mit schwefc~saurclll
-
Kali gesatligte Flussigkcit, welclie von dem scliwefelsaurcii Ceroxydiil- Kiili abtiltrirt wurde, niclit b l o k Eiseno.uyd; soiidern aiicli uocti Yttererdc aufgeliist entliiclt.
Icli brauche also iiur Iiinzuzufiigen, \vie ich die Trennung {Iieser beitlen Stoffe bcwirkt habe. Die gewiilinliclie Metliode ztir Treiiuuiig voci Yttercrde und Eisen beslcht bekauntlicli dariii, d d s inaii Weinsteinssure zur
Aufliisung beitler setzt, u r i i l alsdaon das Eisen durch
S c h ~ ~ e f c l n i ~ i i i i o i i i u lfiillt.
rl
Dicsc Trconucgsart hat jcdocb
besonders wegeii der bcscliwerliclicii Verbrcnnuug d e r
Weiristciiis5ure und aucli iii andcrer Hiiisicbt ilirc grofscn Uebclstiiiitle, u i > d icli versuclite dalicr, o b sich die
Trcnnung nirht sricli atif aiidcre Art hewerkstelligrn lasse.
l)a die OxaIs3iire schon nls gutes Rcageiiz auf Ytlerertle
beliaiint ist, so w a r 1s' ;rin iin~iirliclistrn,iiiit dieser 211erst Versuche auzustellyn.
Oxalsaure Yttercrde ist ein
in W a s s e r uuliisliclics L)ulver, welclies a b e r niclit uubetlcutcnd von freiur Snlzs:iiirtb );cliist w i d : die Yltcrcrde
koiiiitc also iiiclit d u r c h Oxal5:iurc aus der sauren Flussigkrit geCillt wcrden. Ich verfuhr deshalb so, dafs icli
di e A IJ I1 us u n g, w c 1cli e Salzsli lire i iii Ue b ers ch u fs en t h i e 1t,
durch uorsiclitig Iiiiizugefuglcs Aiiiinoniak dem Sattigungspunktc nnhe braclito, o h u c d;ds jcdoch hierdureh scliou
(-in thcilweiser h'ictlc.rdilag eiilstaud, uud setzte hierauf
ci i i L' A ti F1iisuug von 11eu t ralein ess i ;sa iireii Ainin o ti iak Ii i uzu.
Ilierdurch rnufstc! nortiwendig alte frcie Salzsnure vom Amiiioniak gebriiiden werden, und die freie Snure war jctzt
iiur Essigsaiirc. Zugleich elitstand hierbei eine Quautitiit essigsaures Eisenoiyd , wodurcli die F a r h e der Flussigkeit sich w i n Duiilielgelbcu iu's Blutrolhe umanderte.
Uarauf ward ciue AuIliisung Y O U neutralein o x a h u r e n
Aminoniak hinzugcfugt. Zuerst bildete sich bierdurch
liein Niedcrsclilag; alleio die Flussigkcit entfiirbte sich,
was offenbar daher riihrtc, dafs sich jetzt durch Wahlverwandtschaft osalsaiires Eisencixyd uud essigsaures Amrnoniak gebildet hatte. Als aber mehr oxalsaures Ammo-
4i1
niak hinzugeffigt wurde, entstand sogleicli ein weifser,
flockig k5si;ger Niederschlag, der sich leicht senkte. Es
gelit also hieraus hervor, dafs salzsaurc uiid essigsaure
Yttererde gemeinschafttich mit oxalsaurem Eisenoxyd in
einer Aufldsung vorhanden seyn k h n e n , ohne dafs cin
Niederschlag entsteht, was in dcr That sehr merkwurdig ist, und den cliemischcn GrundsLtzeu zu vvidcrsprechen scheint, dn doch Oxalsaurc mit cler Yttererde eine
unl6slichc Vcrbindung giebt. D e r cntstandenc Nicderschlag wurde, iiachdein er Iangere Zcit an einein erwzrmten O r t e geslanden hatte, filtrirt uud mit warineni Wasser ausgewaschen. Das durch Ammoiiiak gefrllte Eisen
wurdc hierauf wieder in Salzsaure geldst und aberimls
auf die vorige W e i s e behandelt, ohne dais jedoch eine
S p u r VOII Ytterde inehr erhalten wurdc. Die auf dicse
Art abgeschiedene Yttererde war fast rein weirs, wic m a n
sie auf anderein W e g e selten zu erhalten pflegt. Das
Resultat d e r Analyse war folgeiides :
111.
Kieselerde
Thon er d e
Eisen oxy dul
Ceroxydul
Lanthanoxjd
Manganoxydul
Kalkerde
Talk erde
Yttererde
Wasser
34,93
14,26
14,90
1
21,43
0,85
I0,42
O,S6
1,91
0,52
Diese Analyse wurde von mir in Norwegen unternommen, als ich noch unbekannt mit den Eigenschaften
des Lanthans war. Leider hatte ich nicht Material genug, urn dieselbe in Berlin zu miederholen.
Gadolinit uon Hitteron. Die Bestandtheile dieses
47'2
Minerals sind: KieseIerde, Berillerde, Yttererde, C'menoxydul, Ceroxydul , Lanthanoxpd , Kalkerde. Dieselben
uuterscheiden sich also dadurch son dencn des vorigen
Minerals, dafs Thonerde und Mangaiioxydul wegfallen,
und dafs dafur Beryllerde binzutril t. Das analytische
Verfahrcn blieb also im Wesentlichc*n ganz dasselbe, wie
das Tom Orthit von Fille-Fjeld, naincntlich da die Beryllerde, gleich der Thonerde, durch Kocheu mit knustiscliem Kali getrennt werden konnte. Ich erhiclt auf
diese Weise nahe ail 2 Proc. Beryllerde. Schoo glaubte
ich, dafs dicse Gadolinitart, gleich der von Klrarfvet, nur
wenig Beryllerde enthielte, als ich mich einer Mittlieilung
erinncrte, wclche mir der Hr. Graf v o n S c h a f f g o t s c h
schon vor einigen Monaten gemaclit hattc, nlinlich dnk
er gefunden habe, ))Die Beryllerde werde aus ihrer Auflbsung in kaustisclicm Kali durch Koclicu thcilweise wiedcr aus derselben niedergeschlagen, und zwar in desto
grbrserer Menge, je verdunnter die Auflbsung sty. II Ich
unterwarf deshalb dns beim Kocbcn mit kaustischem Kali
zririickgebliebene Eisenoxyd noch einer weitereu Prufiing.
Dassclbe wurde in Salzsaure gelbst und mit einem grofscn UcberschuEs von kohlensaurem Amtnoniak versetzt.
T M s Reagenz eignet sich jedoch nicht zu einer genaiten
Trcnnung der Beryllerde vom Eisenoxyd, indem vom
letztcren sicb ebeufalls etwas auflilste. Jedoch konnte
ich durcli die sicli bedeutend verinindernde Menge des
Xiedcrschlags schon erkennen, dak meioe Vermuthung
richfig war. Die so erhattene eiseohaitige Beryllerde
wurde nun abermals in Salzslure gelast, und mit eincr
concentrirten Auflbsung von kaiistischein Kali behandelt.
Hierdurch scliied sich jene geringe Menge Eisenoxyd ab,
uud aus der alkalischen Auflilsung wurdcn noch fiber 5
Procent Beryllerdc erhalten. Ich war also nahe daran
gewesen die Hauptmenge dieser Erde zu iiberseheu. Dafs
hier keine Yttererde fur Beryllerde gehalten ist, geht
daraus hervor, dafs sie sich sowohl in kohlensaurem Am4
473
rnoniak ale in kaustischem Kali vollkommen Ibste, welches letztere nur eine unbedeutende Menge Kohlenstiure
entliiclt. Auch durch das Verbalten vor dem Lifthrolire
gegen Kobaltsolution , 80 wie durch die eigcnthumlich
lockere Beschaffenheit des gegliihten Hydrats gab sich
die Beryllerde als solche zu erkennen. Die Beobachtring des Hru. Grafen v o n S c h a f f g o t s c h hat sich also
hicrdurch auf das Vollkommenste besttitigt.
Bci der Abscheidung der Yttererde durch die Torhin angegebene Methode habe ich noch auf rinige Umsttiiide aufmerksam zu machen, die mir bei der Aiialyse
dcs Orthits von Fille-Fjeld, w o die Menge der Yttererde nur gering war, fruher entgangen warcn. W e n n
die Menge der Yttererde im Verliiiltnifs zu C e r und Lanthan sehr grofs ist, wie z. J3. bcim Cadolinit vou Hitterbn, so darf die Auflfisung, in welcher inan die Trcnnuiig derselben durch schwefelsaures Kali vornimmt, iiicht
zu coiiceutrirt seyn, weil sonst eine bedeutende Menge
von Yttererde ebeiifalls als Doppelsalz niedergeschlagen
wird. Diels ist nun zwar in einer concentrirten AufIOsuug von schwefelsurircin Kali 18slich: allcin beim Aus.
waschen kann selir lcicht ein Theil bei dcn Doppelsalzen des Lantlians und dcs Cers zurkkbleiben, besonders wenn man versaumt die AusstSfsOussigkeit tnit kaustischein Kali zu prilfcn. Scheidct man aus diesen Doppelsalzen nacbher beide Oxyde a b und trennt sie auf
die von M o s a n d e r angegebene Methode, so wird man
eincn zu grofsen Lanthangehalt bekommen; dcnn aucli
Yttercrde last sich; gleich dcm Lantbanoryd, in verdunntur Salpeters&ure.
Als die, durch Fallung mit oxalsaurem Ammoniak
erhaltenc, verineintlich reine Yttererde wieder mit Salzsiiure iibergossen wurde, lbste sie sich mit starkem Brausen auf.
Ich fallte diese Auflbsung durch Atnmoniak,
filtrirte, trocknete, gliihte elid wog die so erhaltene Yttererde. Sie hatte sehr bedcutend am Gewicht abgenom-
474
men. I)ic von ihr abfiltrirte FlUssigkeit ward daher eingedainpft, die aininouiakalischen Salze wurden durch Erhitzen vertrieben und der hierdurch erhaltene Ruckstand
wurde gegliiht iind gewogen. E r wiels sich als reines
Chlorkaliiiin aus , dessen Menge, als koblmsaures Kali
in Rechilung gebracht, geiiau dem Verluste der Yttererde gleicli kam. Die zuerst erhaltene, vermeintliclie
Yttererde war also ein Geinenge von Yttererde und kohlensaurem Kali gewesen, dadurch erzeugt, dal;; drtrch oxalsaures Aniinoniak aus der Flussigkeit, welche vicl schwefelsaures Kali aufgeliist entbielt, eiri Doppelsalz von oxalsiturer Yttererde- Kali geldlt wurde, welches sich durch
Gliihen iii jeiies Gclnerige von Yttererde uiid kohlensaurem Knli umwandelte. Bei der Treitnung der Yttererde
voin Eisen hat man also auf diesen Umstand Wcksicht
zu nehinen. Man ktioiitc dicls allerdings vermeiden, weun
inan Yttererde und Eisenoxyd ziierst durch Aiumoniak
flllte. wiedcr a u h t e uiid nun durch oxalsaures Ammoniak trennte; allein die so erhaltene oxalsaure Yttererde
ist nocli srhwieriger zu frltriren als jenes Doppelsalz.
Auch das lctztere inufs llingere Zeit hiudurcb an einem
erwlrinteii Orte stehen. In einer Fliissigkeit, die kein
schwefelsaures Kali aufgelost enth&lt, k6nnte man die
Trennung vielleicht am besten durch oxalsaures Kali bewirken.
Die Zusainmensetzung des Gadolinits VOII Hittertin
wurde folgendermalsen gefunden :
IV.
Ki eselerde
Beryllerde
Yttererde
Ccroxy dul
Lanthanoxyd
Eisenoxgdul
Kalkerde
23,78
9,57
45,67
1,Sl
475
12,79
0,34
100,71.
I1iiisich:licli des Gehalts an Cer uiid Laiitlian babe icli
iioch E'ol$,i:udes zu bemerkeu. Das bei eiuem zweiten,
qualitativeii Versucbe erhaltcne Geinenge von Ceroxydul
uiid Lautlianoxpd zeigte sicli, nacli M o 8 8 n d er's Anp h e , iiiit verduuuter Salpersaure behandelt, vollig 16slicli clarin. Es bleibt also zweifelbrtft, ob jeue 1,81 l'roc.
Cerorydol wirklich vorhandc?~wareo, oder ob das Mi1icIa1 iiur Laiithan cnthiilt. Meine Zeit erlaubt rnir jetzt
nicht die Analyse zu wiederholrii. Aurli liaiiu clas LariIlmnoxyrl, aus vorhin angegebeueu Griindeu, lcicht etwas
1 I tererrlehnltig gewpsen seyn.
,411unit uon Snnrurn. Obgleich diescs l'vliiieral dic>clbeii l~cstaiid~lieile
eiithiilt wic dcr Allanit von JotunFjeld. so ist es dennoch iiur Iiilcfist unroIlkoniinen aufschliefsbnr durcli Siureii. Icli iiiiifste inich dalicr zu sciiier Zerlegung des .St.hniclzcris init kolilensnurcin lUatron
bedienen. Die i n eiiicin Plalinliegcl gescbiiiolzene Masse
wurtle init Wasser iitwrgosseii uiid IB'ngere Zeit hiiidurch
ail cinein ertvkwilrii O r t e dainit stchcn gelassen, bis sich
dic gnnzc Masse erweicht untl zuin Tlieil geliht liatte.
I);irauf wurdi: S;llzslilire hiiiziigefiigt und die Flussigkeit
bis zur Trocknifs eiiigcdainpft. I)ie eingetrocknete Masse
wiirtle darauf wiedcr iiiit Salzsaure befeuclitet, etwa eine
Stiiiide dninit iii Beriihrung gelassen, dann mit W a s s e r
iibergossen, und, nach gcschelieocr Lilsuiii; die Kieselertle abfiltrirt. Hierauf war der Gang der Aualyse ganz
\vie beiin Allanit von Jotun-Fjeld. Nur noch eiues Umstandes will ich hirrbri gedenkeu. Die von dieseru Minerale erhaltcne Kieselcrde ist namlich nach dcm Gliilien slets rsthlich gcfhbt. Ich gleubte anfaogs, dafs diefs
V O I I Eisenoxyd herriihre, uberzeiigte mich abcr bald, dafs
diefs nicht der Fall sey. Die rsthliche Kieselerde wurde
uaiolich durch Befeuchten mit Schwefelainmonium nicht
schwarz, uod verlor auch ihre Farbe oicht durch lange
fortgesetztes Kocheu mit SalzsBure. Ich schmolz sie daher oocbmals mit dem Mebrfachen von kobleosaurem Na-
476
tron zusammen, und lvste das entstandene kieselsaure
Natron in Wasser auf, wodurch cine geringe Menge eines rothen Pulvers zurilckblieb. Auch diels widcrstand
der Einwirkung von Salzsaure und Salpeterslure, verhielt
sich aber vor dem Lbthrohr wie Cer. Durch Kochen
mit Scbwefelslure ward es dagegen weifs, unti es zeigte
sich, d a t das Zurilckgebliebene Kieselerdc war, und jenes
rotbe Pulver bcstand daher aus Kieselerde und Ceroxyd.
Es scheint also, d a b Kieselerde und Ceroxyd (oder vielleicht aucb Lanthanoxyd) sich unter gewissen Verhdtnissen sehr innig verbinden kbnnen.
Aus zwei analytischen Untersuchungen ergaben sich
die folgenden Resultate :
V.
Kieselerde
Thonerde
Eisenoxydul
Ceroxydul
Lanthanoxyd
Kalkerde
Talkerde
1
35,75
15,49
15,19
VI.
34,OO
16,40
1 5 5I
19,96
13,73
730
11,25
0,77
11,73
0,56
99,dl
99,70.
- -
Die grbfsere Menge Kieselerde bei der Analgse V
dUrfte vielleicht darin ibren Grund babeo, d a k eine kleine
Menge Albit mit in die Analyae gekommen ist, indem
derselbe sebr innig verwachsen mit dem Allanite vorkommt. Die Analyse V wurde in Norwegen, die andere in Berlin unternomrnen.
Vergleicht man die Zusammensetzung des Allanits
von Snaruln mit der des Allanits von Jotun-Fjeld, SO
findet man durchaus keinen wesentlichen Uuterscbied
zwischen beiden, dennoch aber ist das erstere Mineral
in Siuren lbslich, und das andere nicbt durch dieselbeo
aufschlielbar. Beide Mineralien sind daher als isomer
zu betrachten.
477
Cerin uon Riddarhyttan. Die Art der Zerlegung
dieses Minerals war genau dieselbe wie die des vorigen,
da es die gleichen Bestandtheile enthielt, und nicht durch
Siiuren aufgeschlossen werden konnte. Auch hier wurde
wieder jene riithlich gefiirbte Kieselerde erhalten, obgleich die zur Trockne eingedampfte Masse des a u f p
schlosseneu PvIincrals mebrere Stunden hindurch mit Saure
digerirt wurde, um alle beim Eintrocknen vielleicht gebildcteii basiskhen Salze wieder zu 18sen. Die Zusammensetzung dcs Cerius faud ich:
VII.
Kieselerde
Thonerde
Eisenoxyd
Ceroxydul
Lauthanoxyd
Kalkerde
‘fa1kerde
Wasser
32,06
G,49
25,26
23,80
2,45
8,OS
1,16
0,60
99,YO.
Ich habe hicrbei siimmtliches Eisen als Eisenoxyd
in Rechnung gebracht; weiter unten werde ich mich jedoch naher iibcr die Oxydationsstufe desselben in diesem Minerale aussprechen. Eine auffallende Erscheinung
beim Ceriu ist die geriuge Quantitlt Lanthan im Verhaltnifs zu der des Cers. Ich behandelte jedoch das
Gemenge beider ganz auf die ntimliche Weise wie zuvor, so dafs hierdurch kein Irrthum enfstehen konnte.
C h em i s c h e F o r m eln.
Mau erhllt erst den richtigen Ueberblick fiber die
cheinische Constitution eines Miucrals , wenn inan seine
isomorphen Bestandtheile zusammen gruppirt, und sie unter eiue geineiusame Forinel bringt. Ich werde deshalb
478
die schon angefuhrten nnalytiscl~enResultate meiner und
enderer Analysen noch eioinal in dcr Weise wieder gebea, dnfs dabei nuf Isornorphie und Atomenverh~ltnisse
Riicksiclrt gcnommcn ist. Natlirliclr kiinnen hicrbei nur
die genaueren Annlyeen in Belracht koinmen, die nach
oeuen siclieren Methoden ausgefiihrt worden.
I.
A l l e n i t .
a) Aufl6sliche isomere Varietit.
1) S t r o m e y e r ; von Gronland:
Atomcnwertbe.
Kiesclerde
33,02
Thoocrde ,
15,22
Eisenoxgdul
15,IO
3,44
21,60
3;20
Cerosydul
Mangsnoxydul
0,10
0,09
Kalk
1I,08
3,11
2 ) S cli e e r e r ; von Jolun- Fjeld :
5,72
2:37
i
9,84
I.
Kieselerde
Thoncrde
Eiseooxydd
Ceroxydd rind
Lanthanoxyd
Maoganoxydul
Kalkerde
Talkerde
Kieselerde
Thoncrde
Eisenoxydul
Ceroxydul
Lanthanoxyd
Manganoxydul
Kslkerde
Talkerde
1
34,69
6,0Q
15,W
2,42
14,42
19,65
1,55
11,90
1,09
11.
33,15
16,23
15,55
13"34
5,80
3,34
0,35
1
3,54
2,83
0,98 0,22
12,Q2 3,3R
0,78
0,30
1
6,09
2,53
1Q,27
47!)
b ) Unauflijslichc ironiere VariclSt.
1) S c h e c r e r ; vou Snaruiri:
I.
At omenwenhe.
Kieselcrde
Thanerde
Eisenor ydul
Cerospdul uud
Lalit lionoxyrl
Kalkerde
Talkerde
Kicselerde
Ttionerde
Eisenorydul
Ceroxgdul
Lauthanoxgd
Kal kerde
Talkerde
1
35,75
15,'Ig
15,19
3,46
19,96
2996
1425
3,16
0,30
0,77
6,20
24I
11.
34,oo
Ic1,JO
15,51
I;:
11,jb
0,56
5.90
2,.53
1
3,93
3J*
3,30
Q,20
1
10,lj
Sclion beiin ersten Rlick auf dicse Afomenver1i:iItnisse iiberzcrrgt inaii sicli, dafs dicse Mineralien dreier
rerscliiedcncr Fundorte ganz nach deinselbcn Principe
zusaminengeselzt sind. Kieselerde, Thoncrde, und die
1 und 1 atoinigeu Bascn steltcn in allen in dent Atomenverhaltnisse von 5 : 2 : 9 , welches keinc Forinel naturlicher ausdriickt als :
4-80
wo sich also die Basen beider Glieder nuf glcicher Siit-
tigungsstufe, uamlich als Drittel-Silicate, befinden.
11. O r t h i t
1 ) B e r z e I i u s ; von Finbo:
Atomeowertlie :
Kieselerde
36,25
6,27
Thonerde
14,oo
2,18
Eisenoxydul
11,42
2,60
Ceroxydul
17,39 2,58
Yttererde
3,80 0,76
7,61
1,36
0,30
Manganorydul
Kalkerde
4,89
1,37
2) B e r z e l i u s ; vom Gottliebsgange:
I
I
1.
Kieselerde
Thonerde
Eisenoxydul
Ceroxydul
Yttererde
Manganoxydul
Kalkerde
32,OO
14,80
1544
19,44
3,44
3,40
7,84
cMg3
5,54
2,30
2,83
2,88
0,68
0,76
2,20
9)35
I...
11.
Si
MOs
welchu spiter no& oft vorkommen wird, sc ...eman cigmtlich schrt bcn :
si +CaJSi
indern Etcnoxyd, Cerorydol und Kalkcrde stets, der Haupttache nach,
in densclben Verhiltniucn vorkommen uod nur kleine Mengen dersel-
I& ersetzt sin&
Schreibrrt vorgezogen.
ben durdc M g ,
Der Kiine
wegeo habe ich erstere
481
11.
htomenwerthe.
KieseIerde
5,58
.32,18
2,31
Thonerde
14,SL
Eisenoxydul
12,38 2,82
2031
Cerorydul
Ytfcrerde
2,87
&
a n'I
ga n osydul
3,36 0,75
Kalkerde
7,96 2,23
3) S c b e e r e r ; Ton Fille-Fjeld:
Kieselerde
3493
6,OO
Thonerde
11.26
2,22
Eisenosydul
1490 3,40
Cerosy dul
Yttererde
Manganoxydul
O,S5
0,19
Kalkerde
Talkerde
V o n den vier angefuhrten Aualysen stimmen die drei
Ietztereu sehr gut ruit eiuonder fiberein, und gcbeu das
Atomenverh~ltnifs von Kieselerde zu Thonerde und den
Iatoinigen Uasen wie 5 : 2 : 9; also gcrade dasselbe
wie beim Allanit; und folglich wiirde die Formel fur
de: Ortbit:
Fe3 \
I
Lce3
a
2';ilSi+3Y3
Si.
Der Orthit ist also nicbt wesentlich vom Allanit verschieden, sondern nur in sofern, als in ihm die Yttererde nls isomorplier Bestandtheil auftritt. W i e wenig
tlieCs aber fur die Natur des MiueraIs eutscheidend sey,
P o g g e n d d P j hnnal.
EJ. 1.T.
31
482
gebt daraus hervor, dafs offenbar ein Uebergang aus dciii
Orthit in den Allanit statlfiudet. Der Ortliit V O I I Fiiibo
enthdt etwn vier , dcr Orthit vom Gottliebsgangc etwa
drci und dcr voin Fille-Fjeltl iiur gegeh 2 Proc. Yttcrerde; und es kiinnte leicht der Fall s e y n , tlafs inaii eiDen Orthit f i n d e , welcher nur Spuren von Yltererde
enthieltc, und also ganz a u f der Grriizc zwisclicii Orlliit
und Allanit stehen wiirde.
W a s den Orthit von Finbo betrilft, so slimint seine
Zusaininensetzung nur wenig mit dcr der iibriscn: alleiii
sie ist ihnen doch ahnlich genug, uin die Verwandtscliaft
dieses Miiierals init den anderii Ortliilen deutlich zu erkennen. E h c wir uns beiniilieii fur dicse Varietiit eine
besondere Forinel ausfindig zu machcn, kihinte es wohl
naturlicher seyn den Grund jciier Abweicliung in eioer
iniiglichen Einmengnng cines frernden Minerals oder viel.
leicht aucli in eiiier Verwilteruug zu suchen. F u r lelzteres wurde der liohe Kieselerdegehalt und die grofse
Menge des Wassers sprecheu.
111. C e r i
D.
1) H i s i n g e r ; von Riddarliyttan:
Arornenwerthe :
Kieselerdc
30,15
Thonerde
11,31
Eisenoxydul
16,65 4,25
Ceroxydul
26,22
3,89
9,12
2,56
Katkerde
2 ) S c h e e r e r ; von ebeii dalier:
Kieselerde
32,06
Thonerde
6,49
Eisenoxydul
22,73 5,16
Ceroxgdul
Lanthanoxyd
2,45
Kalkerde
8,OS
2,27
Tatkerde
1 , l G 0,45
1
5,22
1,76
10,69
536
1,(11
45.3
Jch habe hierbei das Eisen als Oxydul in Rechnung
gebracbt, weil H i s i n g e r verinuthet, dafs es als solches
im Miiteral eotlialten scy. Ich werde jedoch zeigen, dafs
iiinn diefs niclit wolrl annehtnen kiinne, sondcrn dafs uns
clie Uinstznde auf einc anderc Ansicht fiihrcn. Sowohl
El is i n g er’s als ineine Analyse weichen quantitativ von
d e r tles Allanits ab, obgleich dieselbcn Bestandtbeile darin
auftreten.
Wenn wir abcr auch annehmen, dafs darin
cin anderes Mineral s c y , dcin folglich eine aiidere Forinel zukoinine, so gebcn clie berechncten Atoinenverlililtnisse durchaus kein geniigendcs Resultat. Diirch die Vergleichung beidcr Analyscn finclct man, aufser kleincren
Abwcicliungcn, haupts2chlich dnrin eineo erhebliclien Untcrschied, dafs H i s i n g e r 5 Proc. Thonerde melir angiebt als ich gefundcn habc. Ich liabe mich hicrbei durcli
inehrfache Versuche iiberzeugt , dafs bci meiner Analyse
keiiie Thonerde bei den iibriqen Bcstandtheilen, namcntlich nicht beiin Eisen, zuruckgeblieben ist. W e n n wir
aber die Richligkeit beider Aualysen anerkcnnen, und
niclit annchincn wollen, dafs dcr Ceriu ein Geinenge
r 0 1 i Mineralien sey, wofiir seine krystalliniscbe Beschaffenlicit durchaiis iiicht spricht, so bleibt nichts iibrig nls
dic Vcrinuthung , d a k die Thonerde in diesem Rlinerale
dcirch eincn init ilir isoinorphen KBrper theilweis crsetzt
werde. Dicfs ltann nun keiiicr init griilscrer Walirsclicinlichkcit scyn als Eisenoxyd. Auch die br~iunliclicFarbe
dcs I’ulvers qwiclit fur diese Oxydationsstufc dcs Eisens.
Es frngt sich jefzt abcr, o b wir die ganzc Quoniiiut
dcs Eisens als O s y d anncliinen sollen oder i i u r ehzen
Theif davon. Durch eincn directeu Versuch iibcrzeugtc
ich mich, dals aiich Eiscnoxydul iin Minerale vorhandcn
scy. W i r d dassclbc niimlich fein gepulvert uud mit
SchwefclsBure gekoclit , so erlialt nian es theilweis aufgesclilossen. Die hierdurch erbnltcne Aufliisuiig giebt
alsdann init Kalium -Eisen- Cyanit1 eincn rcicliliclien S i e dersclilng voii Eerliuerblau. Siclit es nuii fest, dafs der
3L
*
454
Cerin sowohl Eisenoxyd als Eisenoxydul enthtilt, so bandelt es sich jetzt blofs urn dercn relative Menge. Leider kanu diese durch einen Versuch nicht ausgemittelt
merden , da das Mineral zur rollst#ndigen Zerlegung ioit
kohlensaurem Natron geschmolzeu werdcn muk.
Da
aber, nach den schon angefuhrten Untersuchungen des
Hrn. Prof. G. R o s e die Krystallform des Cerins dieselbe ist wie die des Allanits, so ist es sehr natiirlich
beide Mineralien nach derselbeu Forincl zusainmengesetzt zu vermuthen, und folglicli so vie1 Eisen als Eisenoxyd zu berechnen, als crfordert wird, uin die 2 At.
Thonerde des Allanits zu erglnzen. Der Erfolg dieses
Verfalirens wird uns am besten iiber dessen Richtigkeit
belehren. Folgendes sind die Kesultate, welche sich ergeben, wenn man beide Analysen nach dieser Ansicht
berechnet :
1) H i s i n g e r , von Riddarhgttan:
Atomenwerthe :
1
Kieselerde
30,17
Thonerde
1131 1,76
Eisenoxyd
3,23 >0,33
Eisenoxydul
15,52
Kalkerde
26,22 3,88
Ceroxydul
(Wasser u. zufjll1ig.Kupferoxyd 1,27)
2) S c h e e r e r ; von Snarum;
Kieselerde
32,06
Thonerde
l1,S6 1,21
Eisenoxy d
Eisenoxydul
12,03 2,74
Kalkerde
8,OS 2,27
Ceroxy dul
239so
3,s9
Lanthanoxyd
2,45
Talkerde
1,16 0,45
( Wasser
G O )
1
1
5,23
2,09
5,55
g135
485
Mau kaun wohl sagen, dafs der Ausfall meine'Hypothese gerechtfertigt habe. Beide Analysen geberi sehr
nahe das Atoinenverh%ltnifs von 5 : 2 : 9, uud folglich
kann man, init Zuziehung der audern angefiihrten Grunde,
wohl wit grofser Mahrscbeinlichkeit behaupten, d u j
cerin, Allanit rrnd Orthit nur durch Isomorphic uon
einander oerschieden seyen. Die ForineI fur den Cerin
wiirde demuach :
Ce3 \
Fe
Die Analyse des Cerins aus Mgsore vou W o l l a vie1 Verlust, als dafs man einen zuverlassigeu Sclilufs auf die Zusammeusetzuug dieses Minerals
macheri kijunte. Deunoch will icb die stiichiolnetrische
Berechnung zur Vergleichuui; hicr anfiihren :
s t o n h a t zu
Atomenwerthe.
Kiesclerde
Thonerde
Eiseuoxyd
Eisenoxydul
Ceroxydul
34,OO
9900
8,36
21927
19,80
0,95
4184
2,93
I
1
5,88
2,35
7,77
Es ergiebt sich liieraiis also wenigslens eiue Aunaherung zum obigen Verhdtnisse , die viellcicht griifser
seyn wiirde, wenn der stattgefundene Verlust nicht uber
7 Proc. betriige.
IV.
O r t h i t von Y t t e r b y .
Ich fiihre diese Varietst des Orthits deshalb besonders iluf, meil die Analysen von B e r l i n inir zii beweisen
scheinen, dals sie eine eigene Species in dieser Klasse
von Mineralien bilde. Die verschiedeneu Quantitiiten
486
von Thonerde, welche B e r l i n bei zwei Analysen fand,
scheiaen es auch hier wahrscheinlich zu machcn, dafs Eiseooxyd der ergxnzende Beslandiheil sey. Ich merdc
deshalb die Atorneitverh%ltnisse, nach diesem Principe
berechnct , nnfiihren :
I.
htomenwertlre.
Kicselerdc
Thonerde
Eisenoxyd
Yttererde
Ceroxydul
Kalkerde
Talkcrdc
Kali u. Natron
36,21
SllS
9,06
29,81
4,98
5,48
0,61
0,GL
11.
33,60
127
1,03
5,94
0,id
134
0,21
0,lO
1
11
6,28
2,30
836
5,82
Kicsclerde
Thotierde
12158
1896
2,33
Eis e nosy d
3,62 0.37
Eiscuoxydul
10,23 2,33
Yt tererde
20,53
J,l5
Ceroxydul
4 3 6 0,67
Kalkerde
9,59 2,70
Talkerde
1,6Q 0,62
Kali u. b a t r o n
0,62 0,lO
Die Analyse I giebt kein gutes Resultat, w;ihrcnd
dagegen die Analyse I1 mit dcr griil'st miiglichell Sclidrfe
das AtoincnverhHltnifss 5 : 2 : 9 reprssentirt. W c n n icli
daher die Formel:
1)
+3
...
'z 81
...
Fe
Ce5
1 si+s 5:
Ca3
Mg.
t
.
.
Si
487
fiir den Ortliit von Ytterby aufstclle, will ich die Richtigkcit dersclbcn geradc nicbt mit derselbeu Bestiiorntlicit behaupfcn, wic beiui Cerio, soodcrti u u r dcrcn wahrscheinlichkcit Iiervorheben. Da dick Miiicral durch Siiurcii zcrlegbar ist, so wird man aiialytisch die relativeu
Rlengeii voii Eisenoxyd und Eisenonydul ausmittcln uud
dndurcb die Wahrheit ineioer Verlnutbung priifcn k6uiien.
V. G a d o l i u i t .
Bctrachtcti wir slilnlntliche vorhcr angcfiibrtc Analysen von (hdoliuiteo, so sclieincii daraus zwei wesentliche Uuterschiedc diescr Mineralicn herrorzugelien. Es
sind diefs nGmlicli die beryllerdefrcien und die beryllerdehollGen Gadoliuite. L)a die Bcsrjllerde als eiuc 2- und
3atomigc Base bctrachtct wird, so inufs sie in den beryllerdchaltigen Gadoliniten ein bcsondcres Glied biltlen,
welches von dein der 1- und 1 atoiiiigcu Baseri verschiedcu ist. Allein diese Erdc trift i i i so abweicheodcri Mengeii auf, dafs dicse Anuahlne iioch nicht Iiinreicht. Es
iniifste alsdanu noch in den Gadoliuilcii ein Ucstaiidtheil
vorkoiiimen, welchcr die fchlcndcu Mcngeo der Bcryllcrde crsctite, wozu sicli, :iliiilich wic beiin Ceriu, lieiu
inehr wahrscheiulicher Bestaiidtlieil Fiiidc als Eiseiioxyd.
Jedoch die so abneiclicnd gcfundcncn Mengen von Bcryllerde liannteu auch nocli in eiiieiii aiideren Umstande
ihren Griiud habeo. Das yon H r i i . Grafeo S c l i a f f go t s c h cntdecktc Vcrlialtcii ciiivr Auflijsung von Bervllerde io kaustischer Kalilaugc bcim Koclien, kann bei
diesen Analjsen sehr IcicLt bewirlt Iiabcii, dafs dcr Beryllerdegehalt zii gcring rind tlcr Gelialt an Eisenoxydul
dcslialb zu grok gcfuiidcii wurdr. Uci dcr Anwcndung
d cs b o riis t c i nsou re n A inlno n i n hs nl5 Fii 1I t i ogsmi I I e I des
Eiscns hat inaii aber cin riocli uiigennuercs Resiiltat. erhalten ; deiio wenn iiian dic eiseuoxydhaltige Auflilsung
SO weit durch Ammooiak ssttigt, als es zur genaueii Falh g des Eisenoxyds LU gescheheu pflegt, so schlsgt bern-
488
steinsaures Ainmoniak zugleich auch die Beryllerde nicder. Da ich aber voraussetze, dafs inan sich des bernsteinsauren Ammouiaks, wo es uberhaupt angewendet
wurde, niclit eher werde bedient haben, als bis man
sic11 durch kaustisches Kali von der Abwesenheit der
Beryllerde iiberzeugt hatte, und da beim Kochen der
Kalilauge zwar ein Theif, aber nicht alie Beryllerde niedergcschlagen wird , so ki)nueu einzelne der Analysen
wohl zu mcnig Bcryllerde angebcn; allein die Anwesenheit derselbcn kanu uicbt gsnzlich iiberschen worden
seyu. Trolz dem friiher nicht bekannten Verhalten der
Eeryllerde gegen KaliauflUsuug, ist es daher dennoch
sehr wahrscheinlich , dafs es herylhrdefreie und beryflerdehallige Gadolinitc giebt. Z u den ersteren wiirden
gebiircn; 1)der Gadoliuit von Finbo, 2) der von Brodbo,
3) der von Ytterby; zur zweitcn Klasse dagegen die Gadolinite: l ) vou Kfirarfvet, 2) yon Fahlaii, 3) von Hitterlfn und 4 ) dcr yon T h o i n s o n und S t e e l e analysirtc Gadolioit von unbekauntcin Fuudorte. Allein nur
in dem Gadolinit von HitterUn, da iuir jenes Verhalteu
dcr ncryllcrde bekanut war, wissen wir. deren Quantitiit init Zuverlassigkeit.
Betrachten wir also jetzt zuerst die bcryllerdefreien
Gadolinite, und sehen wir, welchen Atomenserhaltoissen
ibre Bestandtbeile entsprechen.
I ) B e r z e l i u s ; von Finbo:
Atomenwerthe.
Kieselerde
25,80
Yttererde
45,OO
Ceroxydul
16,69
Eisenoxydul
10,26
2 ) D e r s e l b e ; von Brodbo:
Kieselerde
24,16
Y ttererde
45,93
Ceroxydul
16,90
Eiscnoxydul
11,311
:i;
2,34
I
4,17
13,76
4,19
9,13
2,50
2,58
I
1421
489
3) B e r l i n ; von Ytterby:
I.
A tornenwerllre.
Kieselerde
Yttererde
Ceroxydiil
Eisenosydul
Kalkerde
Talkerde
25,62
50,OO
7,YO
14,4.1
Kicsel crd e
Yttererde
Ceroxydul
Eisenoxydul
Kalkerde
23,26
4,d.l
1,30
034
XI.
4,3s
45 , s
6,08
20,28
O,50
Ich glaube, d a h es nicht zu vie1 gcwagt seg, wenii
man anuimmt, dafs das AtoinenveIhBltuifs der Kicselerde
zu den Bnseu in dicsen Mineralien wie 1 : 3 ist. Die
Aualyse des Gadoliuits von Finbo stimmt hierinit sehr
gut iiberein, und wenn es die antleru weniger thun, nlmlich mcist einen Ucberschufs an Basen geben, so kana
diefs mbgliclierwcise darin seinen Grund haben, dafs die
analysirtcn Gadolinitstiicke mit Magneteiseu fein durchsprengt waren, wic ich vorhin eines glcichen Falles beim
hllanit vou Jotun-Fjeld gedaclit habe. Noch malirscheiulicher wird diefs dadurch, dafs ich in einein Stucke Gadolinit von Ytterby wirklich feiii eingesprcngtcs Magnetcisen gefuiiden habe, welches sich , beim Pulvern cles
Minerals durch den Magnet auszieheii liefs. Durch das
blofse Ansehen wurde diese freindartige Beimengung durchaus nicht verrathen. Das Stuck, obwolil auf eiuigen Stellen etwas verwittert und mit einetu Anflug von kohlensaurer Yttererde iiberzogen, war an andern vollkommcn
glanzend und homogen. Es ist also sehr leicht diese
Einmischung zu iibersehen, und alsdann mufs natiirlich
490
ditr Rlcngc dcr Basru iiii Vcrliiiltuil's ziir Kieselertle zu
g d s n[1sfallen.
W a s iitiii die beryllerclchalligen Gndolinite anbetrilft, so liifst sich ubcr deren s[iichionietrisclie Constitution iiiclit cher ctwns init ( h d s h e i t sagcn, als bis
dcren BrrTlierdt.gelinlt init grfifscrcr Genauigkcit erforscht
ist.
L)cn G a d o h i t , vou Hitteriin untersuchte icli aiicli
zn;3lrich n n f den rclativcn Gelialt von Eisenoxjd uirtl
Eis m o x yd r i i . Einc foio gepulvcrt c @ [ i n n ti 13t dcsscl b cii
wurde xiiiiiilicli iii ciiier Giittingcr Flasclie init Salzsnure
iibcrpsseii, und zuglcich ctwns kolileiisaurcs Ainruoniak
i n Sliicken Iiinzripsctzt, uin die Flasche niit einer Atiriorl>hRrc w t i Kolrlensiiure 211 fiillen. Dnrnrrf wurde: das
Gauze ztir viilligcn ZcwcIzung crwiirmt, uiid d a n n festc
liolilciisnurc linryterdc bineingcworfcn, uin iiacli der Rlcthodc voii F ti cli s das Eiscnoxyd zri fiillen, wiihrcnd das
Eisenoxydul atifgeliist blieb. Nacli eiiicin schncllen Aufkoclicii wiirde schiiell filtrirt. D n s Eisenoxyd wurtle nachhcr von dcr iiberschussig Iiiiizogesetzteu kolilensaureu Barytertle getrelint uiid das Eiseiioxydul nus der durchfilirirlcii Flussigkeit abgrscliiecleu, nnchdciii es vorher in
0 s j . d ningewandelt worden war. Es wurtlcn auf diese
W c i s c 1,23 I'roc. Eiscnoxyd erlinlten, iind dic Zusatnmeosctzuug des Gndolinits von Uitteriiii wiire demnacli:
Kics e I erd c
23,78
Ikryllerde
9,37
Eisenoxyd
1,23
Eis cn ox? dii 1
11,69
Yt tererd e
43,67
Cerorpdul und Lan[lianoxyd G,%
Kalkerde
0,3.4.
Rechnet inan n u n das Eiscnoxyd als iaoiuorphcn Bestaucltheil ZUI' Beryllercle, uiid versuclit ein eiiifaclies Atomenvcrhaltnifs zwisehen Kicselerdc, den 2 - und 3 atoinigen, und dcn 1 - wid I atomigcu Basen zu finden, 8 0
gliickt dieG durcliaus niclit , sondern man bekommt sehr
491
uiirvalirscheinliche Formeln. Es fragt sicb daher, o b jeiic
klcine Quantitst Eisenoxyd uicht vun einer tlieilrveisen
Verwitterong des Minerals herriihre, oder o b sich uicbt
eiuc Qiiautitat Eisenoxydul wiibrcnd jener Trennungsmcthode hBhcr oxydirt habc? Aber auch selbst wens inau
die Beryllerde als einzigen 2 - und 3alomigen Eestandtlieil anoiinint, ergiebt sich iioch keinc Formel. Rechuct man dagegen die Beryllerdc zu dcn 1- uiid 1 atoinigcu Jkisen, so erhslt inan dasselbe g;mz eiiifache Atoitirnverhiiltnifs wie beiin berjllcrdcfreien Gadolinit, namlicli 1 : 3. Es wiirde diefs also scbr dafur sprechen,
dnfs inon die Beryllerde als 1 - uiid 1 atoinige Base b e trachtcii iniisse, wie schoii v. K o b e 1 1 es seit liingerer
Zeit tltiit.
F u r diese Ausicht spricl:t aiich die Thatsache, dnfs sic niclit durch Kochcii mit kolileiisaureiii BarFt atis ihrer Aufli)sung gefAllt wird, was doch init Fiseiiosyd und Thonerde d e r Fall ist. In dcm gefiillteii
Eiseii mar zwar ctwas Beryllerdc cnthaltcri ; allcin beimcitcin die ErGlstc Meiige blieb aufgeliist. lcli Iialte jedocli diese Gruiide fur iiicht entscheideod geoug, urn mit
Bestiinmthcit jeiic hiisicht zu begriindcii.
So vie1 scheiiit inir ausgeinacht, dafs der beryllerdefreie Gadoliiiit uacli der Forinel :
El3 j
Fe3
zusamme~iges~tztist. Dafs iii i l m die felilendc Cerjllerde nicht durch Eisenoryd crsctzt ist, liabe icli durch
eineu directen Vcrglcirh bewiescn, indein ich Gadolinit
von Fiobo OUT die beschriebene Weise mit kohlensaur e r Baryterde behandelte, wodurcli iiur eiue gain unbet r k M i c h e Spur Eiscnoiyd abgeschieden wurde.
Auch
Cerosyd ( c e ) erithielt dieser Gadolinit niclit, was darnus hervorgiiig, dafs cine fciii gepulvcrtc Quaiititat desselbell [nit concenfrirter Sa1zs:iore fibergosen uird ein Gold-
492
bliitt liinzugesetzt , nach 2 Istiindigcm Stehen keine goldIialLige Aufliisung gab, die diirch Zinncbloriir ihre Farbe
im gcringsteu vcrsnderte. W e n n man also die Beryllerde als 2- tind Satomigc Base belrachtet, so folgt daraus, dafs dcr berzllerdefreie und der bcryllcrdehaltige
Gadoliuit zwei Mincralieu voii ganz verschiedenen Formeln seycn. Ich gestche jedoch, dafs ich dicfs nicht glaube.
Viillige AulklSrung iiber diesen zweifelhaften Yunkt kanu
inau niir diirch sorgsnine Wicderholung der Analysen der
verscliiedericu Gadolinite erlialtcu, wobei vorziiglich Folgcndes zu beobachtcn rv2r.e:
1) Dafs inan sicli versichertc, keinen iuagueteisenhaltigen Gadoliuit zii analysiren.
2 ) Ihfs inan zur Trennung der Beryllerdc nur kalte
Knlilauge anwendetc.
3) h f s man bei dcr Treuuung der Yttererde votn
Ccr und Lalithati sicli oorsiihe, dafs bei dcr letztcrcn keine Yitcrcrdc! zuriklibliebe. Wie man die&
so vie1 als miiglich verliiiten kiinnc, ist obeu erwshnt worden.
4 ) Eudlicli, dafs inan berhksichtigte, dals eiue Quantit:it Eiscn a d 1 als Eisenoxyd im Minerale enthiiltcn scyn knnu.
Aufserdcm sollten auch noch zuvor genau die Atoineiigewichtc des Cers uiid Lanlliaus ausgeinitlelt seyn,
da cs schcint als flindcn sich beitle Metalle iiiclit in deln
gcwiiliiiliohcu Verhlltnissc von 2 : 1 iu deli Gadolinitcn. r\ber nur etwa fur diescs Verhdtiiifs pafst das bisher angcnommene Atoniengewicht dcs Ccrs. Sehr gem
bstte icli alle diese zweifelhaften Punkte iioch durch Vers u c h aufgcklm, wenn es mir uicht durch Rlangel an
Zeit und Material unmiJglicb getnacht worden wlre. Auch
in den iiiichsleii zwei Jahren sehe ich keioe Gelegenlicit
hierzu ab, und es sollte tnich dalier selir freuen, wenu
irgend ein Freund analytischer ~Iineraluntersuchungeo
sich dieh scbwierige, abcr gewifs sehr interessantc und
493
in seinen Folgcn fruclitbnre T h e m
ner Arbeit wzblen wollte.
ziim
Gegenslande ci-
U e b e r e i ii i g c 111 c r k w ii r d i g c E rscli ci n ti u g e n
b c i i n Gliilien d i e s c r M i n c r n l i c n .
Es ist cine bekannte Tliatsachc, d d s cin Stuck Gadoliriit, bis Zuni dunkelii Kothgliiheu erhilzt, plirtzlich
cine Lichteiitr~,icklung,iihnlidi einer Vergliminung, zcigt.
Auch dcr Gadolinit vou Hitterirn zeigt dicse merkwurdige Erscheinung. Weudet inan hierzu grofse Stiicke
an, wclche inan i n citien tlieilweis bedeckten Platintiegel legt, urn das Mincral (zum bcsseren Walirnehnien
dcr Erscheinung) im J)unkrln zu linlten, so sielit inau,
beiin Eintreten des crfordcrlichen Hitzgrades, pkitzlich
you d e n am stiirksten crwiirmtcn Punkte dcs Minerals
aus, glcichsaln eiucn Feuerstroin sicb durch dnsselbc bcwegen. Man hat vermulhet, d a t d i d s vou einer vcrsnderten Anordnuog der Atorne herriihre, ohne jedoch nsh e r auf den eigentlicben Hergang hierbei einzugehcn.
N a r h rneinen Vcrsucben hieruber wird cine solchc Atoinenversetzung schr rvahrsclieinlich gemacht , uud zwar
lieiue blofse Aenderuog der relaliven Lage derselben,
sondern eine wirkliche Aneinauderriickung. D e r Gadoh i t von IlitterUn ver%nclert nPinlicb nach jenem Ergliihen sein specifisches Gerviclit zicinlich bedculend. Vor
dean Gliiben fand ich dasselbe gleich 4,35 und nacli demselben 463. Es hat sich also uiii 0,25vergriilert, worm s folgt, dafs der Gadolinit nach cingetretener Lichterscheinuog nur 0,9395 seines vorigen Rarimes cinniinint.
Ich rrendete zu den Versuclieii hieriiber jedesinal @anfitatcn von etwa 3,3 Grin. an, so dafs diesc Zalilen Iiinrcichende Zuverlhigkeit Iiaben. Auch bcobachtele icli
die Vorsiclit, den gegliiiilen Gadoliuit , wclcher vollcr
gain feiner Spriinge war, vorlier zu pulvern, uin keiu
zu gcringcs spec. Gewicht zu erbalttu. Jcdoch ward
494
hicrdurch iiur eine geringe VerSndernng des Resultats
bewirlit. Das spec. Gewicht der gegliihteii Stiicke war
4,61 uiid das des Pulvers derselben J,63.
Diescs interessante Verbalten des (;adoliiiits lritetc
iiiicli darauf, diesclbe Eigcnscbaft ,auch bei anderen Mineralicn 211 suclicn. Zricrst priifte ich dic voii iiiir i n
dicscr Abhaadluni; beschrichcnen, uiid fiiiid, dnlk tler Or[hit von Fille - Fjeld und der Allanit voii Jotuii - Fjeld
gauz dieselbe Erscheiuung zeigcn. In dcr folgcnden klcineu Zasammeiistcllung liet inaii eine Uebersicht der G c .
wichtsverhiiltnisse uiid der GriiCse dcr Coutractiou dieser drei Bliiieralicn :
Volumvermindoriiiig.
Gadoliiiit, voii I-Jittwijii
Orhit, voii Fille-Fjeld
Allanit, von Jotuu-Fjeld
I 1
4,55
J,63
$63
334
3,94
3,76
0,9393
0,926-1
0,94 17
Man ersieht hieraus, dals die Volulnverininderuilq eine
fast gznzlich constante ist, namlich sich etma dern Bruchtheil 0,9d nshernd. Dals ubrigens diefs Phanomen nicht
in dcin Eutweichen fliichtiger Bestandtheile dieser Mineralieii begrtindet ist, ergiebt sich daraus, dals der Gadolinit so gut wie gar nichts an seinern absolutcn Gewichtc
verliert. 3,390 Grm. Gadolinit wogen nach dein Gliihen 3,334 Grin. Die beiden andern Mineralien enthalten zwar mebr Wasser, jedoch, wic man aus den vorn
angeliihrten Analysen ersieht , ebenfalls nur uubetrachtliche Quantitaten. Jedenfalls lcge ich jedoch auf meiue
Versuche mit dein Gadolinit das grbkte Gewicht, weil
er eincrseits beirn Gliihen seiu absolutes Gewicht fast
gar nicht andert, U'nd andererseits, weil mir grblscre uud
,
496
reinere Stiicke dnvon ZII Gebote s l n i i d t ~ ~als
~ , voil irge~id
ciuem der iihrigcn i\lincralien.
W a s den Allanit von Snariim uiid den Ccrln von
T\iddnrhyt[au bctrifft, so zcigen cIicsell>eu nw:h dem Gliihen n u r uubcdcuteudc Vwlindcruiigen dcs spec. (;ewichts:
alleiii sie besitzen auch nicht jcne ausgezcichileie Eigc~tschafi des plvlzlichm Ergliihens. bas spw. Gcwic!it
clcs erstcrcp Rlioerals ist =3,79 und das des lclztrren
=3,77-3,50, also fast ganz dasselbc als dns des erstercu. Dicsein spec. (;ewicIit ( w i c inan aus der obigen kleioeii Tabellc siclit) n ~ h e r i i sicli aber (lie spec.
Gewichte des geghihten Allanits r o n Jotuii - Fjeld uud
des gegliihten Ortliits von €ill(:- Fjeld bedcutead. In
der That sind diese Mincrnlien durcli das (;luheii niich
in aiiderer Hinsicht in dic erstcrcn ubcrgegaugen; dcnm
nach dem Eitiireten der Feuererscheinung sind bcide
so wenig aufschliefsbar durch Sauren wie der ungegliihte
Allanit von Snarurn und der ungcgliihte Ceriii VOR Riddarhytian. Also : das Vcrmogcn eines Minerals von Siiureu aufgelcst zu rverden, hanGi nichr blofs VOR der Beschaf/enhei& seiner Bestandtheile ab, sondern auch von
der engeren oder weitereti Gruppirurig der Alome.
Die aiindier~idc Constnnz in dcr Voluinverauderung der pyrognamischen Kiirper (wie man diejenipen
uennen k s n n t e , welcbe beim Erliitzeo, ohtie wirkliches
Verbrentien 8 ) feuererzeugcnd sind) fiilirle mich darauf,
den Grund dieser Erscheiiiuiig nlihcr zu durchdeiiken.
Uie dyuainische Ansiclit von der Iieschaffeiiheit der Materie giebt hierzu durchaus kcinen Anhaltspunlit, und inn11
ist gezwungen sich zur alomistischen zu weiiden. Ueoken wir uns zuerst, was Jns Natiirlicbste seyn wird, alle
Atonic als Kugeln yon gleicher Grblse, so kBnneu dicselben in eher F/dche haopts%cblichauf zweierlei W e i s e
geordnct seyn, ntirnlich :
1 ) dafs jc eine Ktrgel von vier andern (Fig. I ) iind
496
Fig. I.
2) dafs jede dcrsclben von s e c h anderu bcriihrt wird
(Fig. 11).
Pig. 11.
Einen Kiirper kilnncn wir nun als ails vieleu solchen iiber einaiidcr geschichtcten Atornenlngen zusainrnengesctzt betrachten. lleriicksichtigen wir jetzt nur die
Atomengruppirung von Fig. 11. Das Uebereinaiidersc11icI1ten solcher Atomenlagen kann auf drcicrlei W e i s e geschelicn :
Dafs Krigel auf KugeI zu ruhen konimt; dafs also
eine Scnkrcchte aus dern Mittelpunkte einer oberen Kugel durch die Mittelpunktc aller tinter ihr
liegenden geht. In diesem Falle wiirde jede Kugel
ringsurn von acht andern beriihrt wcrden.
Dafs jede Kugel einer oberen Reihe auf zwei der
untereii Reihe ruhte, wodurch also jede von zelin
Kugeln tangeiitirt wiirde.
Dafs jede Kugel einer oberen Reihe. auf drei unter ihr liegeuden ruhte. Alsdann wiirde jede Kugel von zwiilf sie beriihrenden umgeben seyn.
Letztere Art der Anordnung ist die engste, welclie
zwischen kuge1fi)rmi~en Atomen gleicher GrOfse stattfinden kann. Nelirnen wir nun an, die Atorne des Gadoh i t s k h e n durcli jene Feuererscheinung in diese letztere Lage c , und sie hltten Torher die n%chst engste
Gruppirung b gehabt, so lafst sich durch eine leichte
Rechnuug finden, um wie vie1 sich hierdurch das Volumen des Miuerals verandert hat. Durch eine lciclite
Betrachtung. ist ulinlich eiuzusehen, dafs das Volumen
ron
497
v r n b sich zu dew Voliiinen von c rerhalten lnilsse wic
dlL Hirhe eines gleichscitigen Dreiecks zur Hahe eines
regularen Tetraeders, desscn Kanten gleich den Seiten
des erstereri sind, Benoen wir die Huhe des gleichseitigeii Dreiecks H , die des rcguliiren Tetraeders h , ferner die Scite des erstereii (= dcr Kaiite cles letzteren)
und ciidlicli die \‘oIuiiiveriiiinderung VOII c in Bezug
aiif b= V,so findet man:
n,
I.
11.
111.
H=:RVF
=nV$
V=- h H-”
h
-
V2 =c),9332.
Diels ist in d,er That cine uierkwurdige Uebereinstimitiung mit dem durcb Versuche aufgcfundenen coefficientcn. Alleiii der Z&ll ist der grofstc Spblter der
~ a t u r ~ ~ i s s e n s c l r n f t e i Dersclbe
i.
kiiiitite auch hier sein
Spiel gctriebeo Iiabeu.
Es wZre deiiiiiach schr wunscliciiswerth aucli bci audern Allailit- uud Gadolinitarten
~lioliclieBeobaclitungeu nuziistclleii. Durcli die stets bereite Gute des H n i . Prof. C;. R o s e erhielt ich ein Stiick
Gadolinit von Ytterby voii einer fur d i e k Mineral bedeutenden GtibCse, welches icli zu Versucheii hieriiber
heslimmte.
Leider gab inir dasselbc kcin genugendes
Resultat, weder ein verneinendes nocli ein bcjahendes.
Obgleich ~iiiiiilich dieser Gadolinit die Fcuererscheinung
schr deullich zeigle, wurde sein spec. Gewicht hierdurch
n u r selir, uuerheblich v e r h d c r t . Diefs wiirde nun meine
Theorie sogleich iiber den Haufen wcrfen, wenn nicbt
folgende Umst;inde hierbei in Betracht klmen: 1) befaod sich der angewendcte Gadolinit von Ytterby offenbar in einein Zustande theilweiser Zersetzung. Er sah
iiach dew Gliihen nicht mehr hoinogen am, sondern w a r
von brsunlichen Streifen durcbzogen. D i e ungegliihten
Stiickc waren theilweis mit eiuem Anflug von kohlenssurer Yltererde bedeckt; 2). war derselbe, obgleich oein
Poggcodorlrr Aonal. Bd. Ll.
33
.
499
Aeufserea niclits davon rcrrieth , innig mit Rlagneteisenstein durchsprengt, uiid hatte dcshalb kein griinlichgraiics
Pulver wie der Gadolinit von Nittcriln, sondcrn ein duokel grauschwarzes ; 3) endlich decrepitirten die Stiickc
bei eintretender Fcucrerschciou~i~;
auf das Heftigste, iind
rerwandelten sicli thcilsTcis in eineii feiokfirnigen Sand.
Dieses Pbsnomeii, wclclies cler Gndolinit von Hitteriin
nicht im Geringsten zeigt, bewcist am besten, dnls der
Gadolinit von Ytterhg sicli in einem gain vcrlinderten
Zustande befand.
Die Selteulieit diescr Klnssc von Mineralien hat es
inir unmtjglich gemacht mcinc Versuchc nocli weiter atiszudehnen, zriinnl da es hierbci erfordcrlich ist, grbfscre,
von jeder Eininengung freie, und viillig frisclie Stiicke
anzuwenden. IcIi m l s nlso jcnc T l i a t s d e n cinstweilen vereiuzelt stchrn Insseii. Die tlnruber niifgestellle
Thcorie diirfte rvolil erst d a m W e r t h erhalten, wenn
mehrfache Versache sie bestatigtcxi. Ich habe sic deshalb auch nrir in ihren Grundziigen ausgesprochen, uiid
werde sie erst dnnii niisfiilirlicher c~itwickelii. wcnn riiio
grirfscrcl Anzalil con Thatsachen fiir sie spricht. S t i r SO
vie1 will icli noch andeutcn, dnfs sicli R1 i t s c h e r 1 i c 11’s
schilne Entdeckring von der ungleirhrn AuPdcliniing g p miss e r k rysIa 1I is i r t er M i n era 1i en d iir ch E rw 5 r mu n g d ti r cl i
eine ahnliche atomistische Theorie erklaren Ililst.
Ich will jctzt iiocli einige andere Erschcinringen liier
anreihen, die mit dem Gliilien dieser Mineralien verbunden siud. D e r Gadolinit vcrliert dadrircli seine schwarzc?
Farbc und einen grofsen Thcil seiner Undiirclisichtigkcit.
Er wird bouteillengriin, uiid inan kann jetzt cltircli dic
Oberflaclie des Minerals ein Stuck hineinsehcn. Auch
die F a r b e seines Pulvers hat Fich geandert. Sie ist brdeutend blasser, fast weirs ge\*orden, und hat den Slicli
in’s Grune verloren. Endlich schein! er ouch an Harte
zugenommen zii haben : jedoch ist diels scliwicrig mit Sicherheit zu bestimnien, da die StiicLe des gPgliih[eii Gado!inits, der vielen feinen Spriinge wegen, iinfscrst leiclrt
499
zerbrechen. W eit weniger auffallend sind diese Fnrbenverzriderungen bei dem Allanit yon Jotun Fjeld. Nnturlich konimt es bei der Farbe des Pulvers sehr auf den
Grad der Feinheit an; allein beim Gndoliuit von Hitteriin ist diese Farbensnderung so deutlicb, dafs sie keinem Zweifel uuterlicgt.
Dak die andern zwci yprognomischen Mineralien
diefs iiicht so deutlicli zeigen, riihrt vielleicht daher, dafs
sie mehr firbende Bestandlheile als der Gadolinit cntlialten, nzinlich etma 33 Proc. Eisen, Ccr und Lanrhan,
w;ihrcnd dcr Gadolinit nur gegen 15 Proc. davon cntbiilt. E s ist iiberhaupt hiichst merkwiirdig, und kann nur
von der Anordnung der kleinsten Thcile herriiliren, dnfs
der Gadolinit, bei ,so wenig fiirbenden Bestandthcilcli.
cine so dunkle schwarze Farbe besitzt.
Es lag selir nahe, auch einige Versuche iiber die
specifische Gcmicbtsverhderung solcher Kbrper anzastellen, die jene Feuererscbeinung niclit zeigen. Bei den
bis jetzt von mir untersuchten Kiirpern, deren Zalil allerdiogs noch klein ist, war das spec. (hwicht nach dem
Gliilien dem vor demselben vbllig gleich. Each meiner
Theorie l i e b sich dieh aucli erwarten; denn die Erfahrung lehrt uns, dafs jede Znsammendriickung niit ciner
Entwicklung von Licht und Wiirnie verbunden scy. Es
werden also wahrschcinlich nur alle pyrognomischcn Kiirper durcli Gliihcn eine ,Qenderung des spec. Gewichts
erleiden. Die Znhl derselben ist nur gering, jedoch
kiinnte sie, Venn man aufmerksamer auf diese Erscheinung segn wird, wohl noch vermclirt werden. Aufser
den angefiibrten drei Mineralien zeigen noch folgende
Kbrper beim Erhitzen das Phanmnen der LichtentwickInng: Titanssure, Tantalsaure , Eisenoxyd, antimonsaures
Kupferoxyd, das Chromoxydul, der Uranotantal, Tschewkinit, Pyrochlor und der Euxenit. Bei dem letzteren
Mineral, welches ich in P o g g e n d o r f f ' s Annalen, Bd. L
Heft 1 , beschrieben habe, wurde die Feoererscheinung
32 *
-
500
am Pulver bemeAt, jedorh liatfe ich zu wenig davnn,
urn sie an Stlicken zu bcobacliten. ])a sicli TitansPurc
pyrognoinisch zeigt, war es 211 vcrmuthcii, dnfs diefs auch
wit Rutil der Fall seyn wurde. Icli konnte jedoch an
diesern Minerale wcder Lichtcntwickliing. nocli Verinehrung des spec. Gcwichls wahrnchincn. Eben so zeigte
weder nrookit noch Sphen das PlCinomen des Ergliihens.
F l u t s p a t h , welcher bis zuiii ~“crschwindcn des l~hospliorescirens erbitzt worden war, hatte dasselbe spec. Gewiclit wie der ungcgluhte. D3s Phosphorcsciren sclieiiit
also eiiie Lichtcntwicklung gaiiz aiiderer Art zii seyn, a h
das E r g h b e n der pyrognomischen Kiirpcr.
Einige allgemeine neinerkuiigen iiber Gadolin i t , A l l a n i t , O r t l i i t iind C e r i n .
Fassen wir die r a n inir in diesrm Aufsatze mitget h d t c n anslgtischcu Rcsullate zusnininen, so geht darails Iiervor, dafs die vier geiianu(eii nliiieralien einnntfcr
schr nalie stcheii, u i i t l dnfs ciuice derselbcu vielleiclit
kariin voii einniidcr gthtrciliit zu weiden vcrtliciieu. Bezeicliiien wir mit
eiu Glied isoinorpher Bestandtlieilc,
Rln iind ricilcicht selbst
welches Y , d e , i,, Fe, d a , ,&I
geriiige Meiigeii voii K und N enllialleii kana, so ist
die Forinel des beryIIerdefreien Gadoliuits :
R 3
g,
Es spricht riel dafur, dafs der bcryllerdehaltige Gadolinit dieselbe Forinel hiibe, oder , iiiil andern W o r t c n ,
dafs die Beryllerde eine 1- uiid 1 atotnige Case scy; nllein clurch die bestellenden ‘I’hatsachcn lialtc irh dicls
bis jetzt noch nicbt genugsam errviesen. Uczeichnet ferner ’% cin Glied, iu welchein vorzugsweise ‘lil aiiftrilt,
mehr oder weniger durch ‘Fe crsetzt, so ist die allgemeine
Forinel fiir Orthit, Allanit und Ccria :
2R Sit3K3 $1.
501
Durch folgeude Umstlnde entspriugen dic verschiecletien hiebei betheiligten Mineralien bus dieser Formel:
A. fi enlhiill Yliererde.
a) 'k bcstebt iiur aus Thonerde. 1 ) Orthit
b ) 'E bcsteht BUS Tbonerde und
2) Ortbit vou YtEisenoay d
terby ( ? )
23. fi etifhal! keiiie Yflererde.
a) k' bestebt nur aus Thonerdr.
a) Uas Mineral ist l6sIich in
S"w r e n
3) Erste isomerische Form des
Allanit6 ( Allanit von Crdnland u. JotunFjeld).
8) b a s Mineral ist unl6slicb
in Siiuren
4) Zweite iaomerische Form des
Allanits (Allanit v. Snaruin).
a) ij'enthilt sowohl Thonerde als
Eisenoxyd
5 ) Cerin.
Hschst wahrscheinlich hat jedoch die Nalur dieae
Mineralien uicht gcsondert, \vie es -i5 dieser Aufstcllung
geschah, sondern es linden bestiinuit Uebergtinge aus dem
einen ids andcre statt, wie diefs aucb die vcrschiedenen
RIengen Yttererde im Orlhit verrnuthen lassen. Vielleicht
sind die beiden isomerischon Formen die einiigen wesentlichen Utiierschiede, welche bci diesen fihheralkorperri
heroortuheben sind. hlsdnna wiirden Orthit, Orthit vou
Ytfcrby, Allanit von Grunlaod uod J o t u n - Fjeld zur erstcn iu SZureu liislicben, und Allanit von Snaruln nebst
Cerin zur zmeiten, in Sauren uulihlichen isomereu Modification zu rechnen seyn. Dic Mineralien der ersten
503
Modification dtirfteii alsdann vielleicht alle ) durcli GlUhen, unter Feuererscheiuung, in dic zweite iibergehen.
Zuin Scliluss~ will ich noch ein Verzeichnifs solcher Fundorte dieser Mineralien anfiihren , welche innn
bisher noch nicht in den Haudbiichern fiodet. Alle mit
einem Stern bgeichneten Fundorte sind vou Mineralien
aus der sehr ausgezeichneten Sammlung des Hrn. Dr.
T a m n a u in Berlin hergenoinulen, dessen Gute ich das
Verzeichnifs derselben verdanke.
I. G a d o l i n i t .
Bei diesem Minerale sind nur folgende zwei Fundorte, als noch nicht allgenrein 'bekanut , hinzuzufiigen:
* 1) Lallarhed, bei Falilun.
2 ) Hitterdn, bei Flekkefjord im siidlichen Norwegen.
11. O r t l i i t u n d A l l o n i t .
*
*
*
*
*
*
*
In Norwe,oen:
1) Rainfossen, bei Snarnm; iu weifsem Feldspatli.
2) Lofthuus, bei Snarum; init Albit, Hornblende,
Apatit und Quarz.
3) Brewig; iin Zirkonsyenit.
4 ) Laurvig; im weirsen Feldspathe des Zirkonsyenits.
5 ) Arendal; mit rothcol Albit.
6 ) Fredriksviirn; mit rothem Elgolith aus dem Zirkonsy enit.
7) Fille- Fjeld; unter unbekannten Verhattnissen.
8 ) Jotun-Fjeld; mit Albit.
In Schweden:
9 ) Lallarfved, bei Fahlun; mit weifsem Albit.
10) Kongsholmea, bei Stockholm, in weifsein Granit
init Zirkon. Auch im Grauit cles Tbiergartens
bei Stockholm.
1) Vom Ortbit YOU Fille-Fjcld und h l l m i t
dieL bereib bewieten.
ron
Jotua-Field Iiabe icli
503
*
*
*
*
*
11) h e r , in Sirdcrmanlaud; init Ainphodelilh ( 7 ) und
l’yrosclerit.
12) Tunaberg; iriit Ainphodelitb iti eineln Genienge
voii Sahlit, Kalk u. s. w.
13) Kirr-Grufva, in Sirdermauland; mit Magneteisensteiu.
1 4 ) Gulsjir, in Wcrmeland; iin Kalkstein.
15) Malsjii, in Wcrmeland; im Kalkslein.
In Fiiiniand :
*
*
*
*
16) Laurila Sncki; init grauein Skapolitb.
17) Hiraiiidale; init graueln Skapolith.
IS) Kiinito; iiiit Idokras im Kalk.
19) Sillbohle- Eisengrube; in rothem Feldspath.
2 0 ) Helsinge; in rothein Albit.
h Nord - Arnerika :
* 21 ) North-Killinge, in Connccticut;
in graueln Granit.
Stoniogtou, iu Connecticut; in demselben Gestein.
* 23) Royalstone, in Massachusets; im Albit- Granit.
* 24) Haddam, ia Connecticut; in dein bekannten Granitgange.
* 2 5 ) Uolton, in Massachusets; iin Pctalit.
Die Miueralieii der iueisten dieser Fundorte siad
allerdings iioch iiicht hinreichend chemisch untersucht,
uin sic init Sicherheit den hier in Hedc stehenden anzureilien; allcin wenn diefs Verzeichnifs auch nur d a m
dieut, die Aufmerksamkeit der inineralogischen Chemiker
aiif diese Klasse von Mineralien zu leiten, so bat es seinen Zweck erfullt.
Aus der Betrachtunt; der verscliicdenen angefiihrten
Arten des Vorkommeus und der Fuudorte ergieht sicb,
d d s diese Mineralien nur in der niirdlichen Erdhzlfte
gefunden worden sind. O b diefs Zufall sey, oder ob
sudlichere Gegenden noch nicht hinreichend durchforscht
wurden, will ich einstweilen nicht entscbeiden. SO vie1
scheint mir jedoch ausgemacht , dafs diese Mineralktirper
nur Erzcugnisse der frlibcren, vielleicht sogar nur der
* 22)
504
frlihsten Bildungspcriode unserer E r d e sind. Sie geliiiren gleichsain zu den Erstgebornen unter den Mineralien, wie diefs iiberhaupt mit allen Miiieralkirrperri d e r
Fall ist, welche C e r , Lanthan, Yttcrerde, Bcrpllcrdc,
Thorerde uiid nocli einigc andere seltene Stoffe zii Ecstaudtheilen haben. Intlein abcr clas Urgebirge wolil in
keinen Lziidern grofsartiger liervortritt als in Morwegcn,
Scbwcdcn und Nord - Amcrika, so kann hierin gnnz einfach d e r Grund ihres dorligen hauptszchlicheu Vorkommens liegcii.
Auch die pyrognomischca Eigenschaften
einiger dieser Mineralien giebt AnlaL zu Bctraclituiigeii.
D a sich dicselbeu uamlich in solclien Gcbirgsartcn finden, von deuen wir annehmen, sic seyeii einst unter
hohem Druck gescliinolzen gewesen, so crsclieint es schr
paradox, dafs sie unler solchcii VerliSltnisseii niclit schon
in jenen ergliihtcn, iii Siiuren anliislichcn Ziistand verselzt wurden, in wclcliein ilire kleinstcn Tbeilc in griifstmiiglichste S a h c an einaiidcr geriickt sind. Sowolil die
angeiioinmene Gliililiitze als cler liolie Drack iiiiifstca hierauf uiifchlbar Iiingcwirkt Iinben.
Dnfs diefs niclit gcscliali h f s t sicli niir dndiircli crklsren, dafs die Erdrindc
einer hiichst langsarn lortschrcitendeo Erkaltunt; uutcrworfcn w a r , durcli welche die Atome dieser Mineralien
bewogen wurtlen jcnc l o w r e hnordnung zu wliiilen, welche ilircin eitien krystallinischcn Zustnndc entspricht. Eine
so I cli c, sich n ii r s cIiI E i c 11 c ii d n:i h c r iid e E rs t nrru 11 g h on 11t e
es nucli nur seyii, welche das prize krptalliiiisclie Urgebirge init seiner zalilloscii Meiige run Kr~stiilliiidividuen hervorbrachte. E s ist eiiie bekaniite Tbatsachc,
dafs alle lirystalliuischen Gebirgsartcn bci eiuer Iiinreichenden Gluhliitzs sich scliiiielzen Iasscn, nber dnnn nls
Glaser uiid Sclilackcn erstarren, iiiclit abcr wieder eiucii
k rys t al li ii isclitrn Zust a 11 d an ii ell in P n, d er d ern v o rige n iihnlich ist. W i r c n wir also im Staudc geschmolzencn Granit und ergliihtcu Gadolinit einer solclieii sehr allm:ligen Abkiihlung zu unterwerfen, SO ist es sehr wahrschein-
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licl), dafs wir den erstereii wieder krystaltinisch und den
zweiten wieder i n i t seiner pyroguomischeu Eigenschaft
erhalten wurden.
E s fragt sich jetzt noch, weun wir
jene langsaine Erstarrung der Erdrinde anerkenneo, iind
daraus die Entstehuug dcr pyrognoinischen hlineralien
hcrlciten, wie die Bildung dcr zweiten isomcren, nicht
pyrognoinischen RJodification des Allanits zu erklbren s e y ?
Saliirlich nur dntlurch, dafs diese Miiieriilien entwcder
keine so laiigsaine Ahkiihlung gchnbt haben, oder, was
vielleicht wahrschciulicher ist, nachbcr einer schnell voriibcrgeheuden Hitze ausgesetzt gewesen sind. F u r geogiiostische VcrhIiltiiisse kanri diese Retraclitung, bei richtiger Wiirdiguiig, ron holiem Iiiteresse seyn.
Zuletzt kiinnen wir iioch die Frage aufwerfen: warum
ist es nur die Eigenschaft eincr so tleinen Anzahl von
Kiirpern, pyrognoinisch zu s e y n ? Man s o l l ~ cuioiiien
jedes krystailisirtc Mineral miisse durch Flitze, beim Uebergang i n den glasarti);cn Zustand, jcne Feuererschcinung
zeigeii, indein sich seine Atome naber a n einander legen.
Es kann nun Iiauptsrichlid zwcierlei Umslrinde geben,
marum dicfs I’h~iiioincn niclit bemerkt wirtl: 1) kiiuueii
die htoine eitics Jliuerals schon so geordnct seyn, dafs
sie keiner griifscreu AnnSherung fiilig sind, und 2) kann
der Zuslaud, wo die Atome sich anders orducn (wo vielleirht die I(rystnl1isationskraft durch eiiie andere anzie.
hende Kraft besiegt wird) erst bei einein so hohen Hitzgrade cinlrcten, dafs wir die Feuererscheinung nicht rnehr
wahrziiiicbinen vermiigen. Lctztcres kann sehr Icicht bei
allen sclrwer scliiiielzbaren Mineralien stattlinden. UaCs
aher ersteres zuweilcii der Fall ist, kapn inaii darous
schliefsen, dafs eiriigc Mineralien, \Fie z. B. Vesuviaii
uiid Cranat, nnch den Versucheii voii M a g n u s , iin geschinolzeiien Zustandc ein kleinercs spec. Gewicht liaben
als zuvor. Uiese RJineralien kiinnen ~iichtnur keine Feuereutwicklurig beiin Erhitzen zeigen, sonderu sie werden beim
eintretenden Srhmelzpiinkte sognr noch Wiirme binden.
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allanits, gadolinium, ceri, des, orthis, untersuchungen, und
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