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Physikalische Gesellschaft. Berlin 31

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Zeilschr. far nngew.
Chemie. 42. J . 19281
795
Rundwhau
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fuhren ist; das ist jedoch nicht richtig, 88 handelt sich hier um
eine Erscheinung, die duroh Uberalkalitllt des Bodens hervorgerufen wird. Eine Frage, die in den letzten Jahren vie1 zu
schaffen machte, war die Bekampfung der Nematoden. Nachdem durch neue Arbeiten bekannt ist, dafi die Zysten, die Oberwinterungsorgane der Nematoden, durch einen besonderen
Reizakt aktiviert werden miissen und der Prozei3 der Entleerung
der Zysten besehleunigt werden kann, wenn man einen Reiz
ausiibt, der durch die Ausscheidungsprodukte der jungen Pflanze
bewirkt wird, hat man ein Mittel zur Entnematodisierung. Es
gibt Pflanzen, die den chernischen Reiz ausiiben, aber nicht als
Futterpflanzen fiir die Nematoden dienen. Eine derartige
Pflanze ist z B. die Zichorie Auch die Zwiebel ist eine derartige Aktivierungspflanze, die den Nematoden nicht zur Nahrung dient. Vortr. ist der festen Ansicht, dai3 es der ohemkchen
Industrie gelingen wird, billige Stoffe herzustellen, die den
Zweck erfiillen. Vielleicht kommt Chlorkalk in Frage. Versuche sind im Gange, ob man damit den Aktivierungsreh ausuben und die Nematoden zum Verhungern bringen kann. Ein
weiteres Mittel zur Nematodenbekampfung ist gute Bodenbearbeitung. Eine Plage neuerer Zeit ist das Auftreten der
Hiibenfliege. Hier kann man nur dem Schaden beikommen
durch Bekiimpfung der Fliege, da die Eier und Larven schwer
zuganglich sind. Zuniichst wurden Versuche rnit Arsen vorgenommen, dann wurden mit Fluornatrium versetzte Zuckerlosungen verspritzt. Die Methoden sollen weiter ausgearbeitet
werden. Da die Tiere wandern, hirngt der Erfolg der Bekiimpfung der Riibenplage von einer Gemeinschaftsarbeit ab.
Die Fliegenepidemien konnen auch durch biologische Methoden
zurn Zusammenbreohen geftihrt werden, durch Kultur von
Schlupfwespen, aber dime Methoden sind natiirlich nicht so
sicher wie die auf chemischer Grundlage fuDenden Methoden.
Ein weiterer Schadlhg ist die Rilbenblattwanze, die ein Krauseln
d e r Blatter verursacht. Die Wanze selbst ruft die Krankheit
nicht hervor, sie ist nur der Ubertriiger eines Krankheitsstoffes,
den wir noch nicht kennen. Fressenden Sohiidlingen kann man
mit Arsenpulver beikommen. Schwere Schlden sind in den
letzten Jahren durch deli Gilrtelschorf aufgetreten; die Rube
verkiimmert und verfault. Man hat es hier mit einem Pilz zu
tun, der im Boden lebt. Durchgreifende Manahmen, urn diese
Epldemie zu verhindern, sind bisher noch nicht gefunden. Endlich verweist Vortr. noch auf eine Krankheit, bei der auf den
Blattern zahlreiohe graue Flecken auftreten. Die Erscheinung
ist fur uns insofern von Bedeutung, als das Ausland von
uns Samen verlangt, die Pflanzen liefern, welche immun gegen
derartige Schadigungen siod. I n der Frage der Zuchtung
immuner Pflanzen miissen wir noch weiter kommen. Prof. Dr. Ernst S c h u 1t z e , Leipzig: ,,Gegenzoatt und Zukunil des Reparationsproblems."
Physikalische Oesellschaft.
Berlin, 31. Mai 1929,
Vorsitzender: Prof. Dr. P r i n g s h e i n.
Dr. W. B o t h e und Dr. W. K o l h o r s t e r : ,,Die Natur
der Hohenslrahlung."
Nach den von W. B o t h e vorgetragenen Experimenten
kann man nicht den Schlu5 ziehen, dab Hohenstrahlen yStrahlen
sind. Alle Hohenstrahlungseffekte lassen sich vielmehr erkliiren
als Wirkung von C o r p u s c u 1a r - Strahlung. Dr. H. H u p f e 1 d , Berlin: ,,Nochleuchfdauer der Pluorescenzen von Dampfen."
Vortr. hat die Nachleuchtdauer mit Hilfe eines niodifizierten
Phosphoroskopes gemessen, und zwar fur .Jod mit 1.1O-a Sek.
rnit 10% Genauigkeit, fiir Natrium mit 7,5-10-0, far Kalium
rnit 8 . 1 0 7 Sek. Die gefundenen Zahlen stimmen tiberein mit
friiheren Messungen von L a d e n b u r g und entsprechen den
Forderungen der Quantenmechanik. -
Deutsche Oeselbchaff fiir technische Physik.
Berlin, 21. Juni 1929,
Vorsitzender: Professor Dr. G e h 1h o f i.
R. T o m a s c h e k , Marburg: ,,Die Grundvorgiinge der
Phosphorescenz."
L e n a r d und K 1 a t t haben im J a h r e 1904 gezeigt, daa
zum Zustandekommen der Phosphorescenz zwei Stoffe erforderlich sind. 1. das Grundmaterial, das ist der Stoff, der im-
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stande ist, unter geeigneten Bedingungen groDe Komplexe zu
bilden, die das Zentrum der Leuchterscheinung darstellen und
2. ein Schwermetall, der sogenannte Leuchtkomplex. Durch
diesen Leuchtkomplex wird wahrscheinlich in dem Grundmaterial eine Gitterstorung hervorgerufen und eine Auflockerung der Valenzen bedingt, die fir die Phosphorescenz
wesentlich ist. L e n a r d nimmt einen lichtelektrischen Effekt
irn Innern des Molekiils an, durch den Elektronen abgespalten
werden. Durch die Arbeiten von G u d d e n und P o h 1 id dargetan, da5 die Vorgange, die fiir die Phosphorescenz von Bedeutung sind, auch ohne Leuchten bei Stoffen au beobnchten
sind, deren Brechungsexponent grbPer als 2 ist, deren Valenzeh also gelockert sind. Das Leuchten der Phosphore ist
nur ein Spezialfall der von G u d d e n und P o h 1 beobachteteii
Erscheinung. Das Abspalten eines Elektrons ist unabhangig
vom Leuchten, d. h. der ganze Erregungsvorgang hat nichts
mit dem Emissionsvorgang zu tun. Die rllumliche Trennung vou
Emission und Abspaltung fiihrt zu d e r Vorstellung, daf3 z. B.
im Cdciumsulfid-Wismut-Phosphordie Aufspaltung im Koniplex Calciunisulfid, das Leuchten im Wismut vor sich geht,
und b 4 d e Erscheinungen nicht miteinander verkniipft sind.
Die Errt.v.ing des Wismuts durch das Calciumsulfid-Zentrum
erfolgt durch ZusammenstbDe nach Art der sensibi~isierteli
Fluurescenz. Das angeregte Zentrum stU5t mit dern Wismut
zusammen und gibt ein angeregtes Wismut und ein nicht
angeregtes Zentrum. Es ist interessant zu verfolgen, wie sich
das Spektrum ilndert, wenn man das Zentrum modifhiert,
z. B. in das Calciuinsulfid Strontiumsulfid einfiihrt. Die bei den
seltenen Erden aufLreter,den scharfen Spektren lassen die Vorgange gut verfolgen. Darc Spektrum des reinen Samariumsulfids wird verschoben, wenn mail dem Calciumsulfid-Zentruni
Strontiumsulfid msetzt, aufkrdem zeigen die Spektren ganz
charakteristische Veranderungen. Man kann so durch die
Beobachtung der Phosphorescenzerscheinungen einen Einblick
in die Vorgange der festen Korper gewinnen. Nach den neueii
Auffassungen beruht die Phosphorescenz darauf, da13 eine sensibilisierte Phosphorescenz auttritt zwischen einem Zentrum, das
Whig is$ Energie aufzuspeichern, und einem anderen Komplex,
an den die Energie weitergegeben werden kann. -
RUNDSCHAU
Aufruf fiir Bewerber um ein Stipendium aus der
,,Van't Hoff-Stiftung" rur Unterstutrang von Forsebera
an! dem Gebiete der reinen oder angewandten Chemie*).
Die fiir das Jahr 1930 verfiigbaren Gelder belaufen sich auf
ungefahr 1200 holl. Gulden. Bewerbungen sind, eingeschrieben
per Post, mit detaillierter Angabe des Zweckes, zu welcheni
die Gelder (deren Betrag ausdriicklich anzugeben ist) benutzt
werden sollen, und der Griinde, weshalb die betreffenden eine
I'nterstiitzung benntragen, zu richten an : ,,Het Bestuur der
Boninklijke Akadamie von Wetenschappen, bestemd voor de
CwnmiFs'e van het van't-1Ioff-Fonds", Trippenhis, Kloveniersburgwal, te Amsterdam. Die Bewerbungen miissen vor dem
1. November 1929 eingelaufen und in lateinischen Buchstaben
geschrieben sein.
Die Kommission der ,,van't-~off-Stinung".
A. F. H o 11e m a n , Vorsitzender.
J. P. W i b a u t , Schriftfilhrer.
Fortschritte der Untersuchungen aur Bekiimpfung
der Tuberkulose in Amerika. In den Vereinigten Staaten
beschiiftigen sich iiber hundert Foncher - Chemiker, BakterioIogen, Apotheker, Physiologen und A n t e - mit Untersuchungen
zur Bekiimpfung der Tuberkulose nach einem Plan des Research
Committee of the National Tuberculosis Association. Das erste
Ziel ist die Entdeckung der Ursache der Krankheit, und der
erste Schritt der Untersuchung war die Analyse der Zusammensetzung der Tuberkulose-Bazillen durch die Chemiker. Da diese
das zu analysierende Material in Mengen von Hunderten von
Pfund benbtigten, unternahmen es zwei Fabriken, die H. K.
Mulford Co. und Parke, Davis & Co, Tuberkelbazillen im
g r o b n zu ziichten. Dies lieB sich i n Olasflaschen mit Nahrlosungen aus reinen Chemikalien dumdfllhren, so dab alle in
den toten oder getrockneten Bakterien entdeckten neuen Suh*) Vgl. Ztschr. angew. Chem. 41, 777 [lW].
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