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Physikalisches Kolloquium Universitt Marburg.

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11'. C: U T M A N N , Frankfurt-Hochst: Prakfische Erfahrutigen iir
der knifferfesten Ausriistung.
Eine kritische Wertung der wichtigsten Faktoren, welche bei einer erfolgreichen Ausriistung von Textilien gegen Knittern zu beriicksichtigen sind.
Aussprache:
E. Eldd, Badenweiler: Bei zunehmender Beladung der Cellulosehydrat-Fasern rnit Vorkondensaten nimmt die Quellung a b und die Packungsdichte zu. Man kann Kunstharze auch bei etwa p~ = 6 einwandfrei in der
Faser auskondensieren. E. Landolf Basel: Die Ciba hat einen neuen Katalysator entwickelt, bei dessen Vdrwendung der berijchtigte Fischgeruch
der ausgeriisteten Gewebe nicht auftritt und die Lichtechtheiten von
Direktfarbstoffen nicht beeintrachtigt werden.
Physikalisches Kolloquium Universitat Marburg
am 19. Juiii 1950
G O R D O N F. H U L L , New-Hampshire: Opfische Ezperinienfe ?tiif
Mikromellen.
Die Anforderungen des letzten Jahrzehnts haben die Entwicklung
von Elektronenrohren zur Erzeugung kiirzester elektro-magnetischer
Wellen so weit gefordert, daO heute serienmallig hergestellte Typen fur
den Bereich der Zentimeterwellen vorliegen. Diese Rahren - K l y s t r o n
genannt - arbeiten nach dem Laufzeitprinzip. Die von einer ergiebigen
Kathode ausgehenden Elektronen werden in einem elektrischen Feld
bis zu Energien von etwa 300 eV beschleunigt und durchsetzan dann
B A I E R , Konstanz: ifaer die Nafriurnchloritbleiche.
einen Teil eines elektrischen Hohlraumresonators (HR)'). Sie werden
Diskussionsreferat iiber Theorie u n d Praxis i n der Anwendung des
dort j e nach dem momentanen Schwingungszustand des H R beschleunigt
Natriumchlorits zum Bleichen yon Textilien unter Mitwirkung von Elrid,
oder verzogert, ffiegen also i m T a k t der Schwingung des H R s rnit unterHergel, Kehsen, Christ u n d Mu7is.
Z.
[ V B 2161 schiedlicher Geschwindigkeit weiter. Nach einer bestimmten Laufzeit
werden die schneller fliegenden Elektronen die langaameren eingeholt
Chemlsches lnstitut Universitat Kiel
haben und a m Ort der Uberholung zu einer Haufung der Elektronen i m
T a k t der Schwingung des H R fiihren. Durch Anbringen einer R e f l e k Ehrenpromotlon a m 17. Mai 1960
In musikalisch umrahmter feierlicher Sitzung iiberreichte der Dekan t o r e l e k t r o d e richtet man es nun EO ein, daB alle Elektronen vor ihrem
dcr Philosophisohen F a k u l t i t der Christian-Albrechts-UniversitBt in K i d , wechselseitigen uberholen in ihrer Bewegungsrichtung umkehren, so
Professor Dr. Gmelin, die Urkunden den von der Kieler Fakultat zu Ehren- daB die Stelle grO0ter Dichtemodelatjon des Elektronenstrahles wiedcr
dokt.oren ernannten Professoren der Universitat Cambridge, H . J . E m e h s in den H R fiillt. Ein derartig durch den H R hindurchtretender dichtcund A. R . Todd. Die in lateinischer Sprache abgefaBten Diplome heben modelierter Elektronenstrom kann a n diesen Energie abgeben, so dal;
sowohl die namhaften wissenschaftlichen Leistungen der verdienten Ge- insgesamt cine einmal bestehende Hohlraumschwingung den Elektronenlehrten in der anorganischen bzw. biochemischen Forschung hervor, als strom sowohl steuert ale auch gleichzeitig von ihm nach der Reflexoin
auch ihre tatkraftigen Bemiihungen i m Sinne volkerverbindcnder Arbeit, weiter aufrecht erhalten wird. Derartig gebaute Rohren - auch Reflexinsbesondere ihr personliches Eintreten fur die deutsche chemische Wis- k l y s t r o n genannt - ermbglichen die Erzeugung von elcktromagnctischei)
scnschaft nach dem Kriege. Mit Dankansprachsn verbanden die ongli- Schwingungen zwischen 8500 Mhe und 9700 Mhz (3,l-3,5 cm) m i l
einer Leistung von 30 m W bei einem Wirkungsgrad von etwa 40%. Dic
schen Gaste zwei Vortrige in deutacher Sprache.
so erzeugte Schwingungsenergie lallt sich iiber eine koaxiale Leitung
H . J . EMELEUS, Cambridge: D i e Bedeutung der Halogenfluoride f u r herausfiihren, deren Innenleiter in den H R nach Art einer Antennc
die praparative Chemiel).
hineinragt.
I m allgemeinen benutzt man jedoch zur Fortleitung d i e m hochI m Gegensatz zu CIF, iat BrF, ein guter Leiter der Elektrizitat. Dies
ist auf eine Dissoziation in BrF,f und BrF,- zuriickzufiihren. Dieso Ionen frequenten elektrhchen Schwingungen H o h l r a u m l e i t e r (HL), in dencn
finden sich auch in zahlreichen Verbindungen, die neu dargestellt werden sich die an einer Stelle erregte elektri sche Schwingung wellenformig auskonnten. So gibt ea SBureanaloge wie z. B. BrF,+ SbF,- und Basenana- breitet. Geeignet sind Rohre rechteckigen, aber auch solche kreisforniiloge wie K+BrF,-, NO+BrF,- und NO,+RrF,-.
Mit beiden Stoffklassen gen Querschnitts. Ihre Querdimensionen sind a n bestimmte Mindestkonnen in BrF, a h L6sungsmittel Neutralisationsreaktionen durchgefiihrt grijaen gebunden; sie miissen etwa den Betrag der halbcn Wellenlangc
werden, z. B.: BrF,. SbF,+KBrF, = KSbF, BrF,. Auf diese Weise wer- erreichen. Zu enge Rohre sind fur elektrische Schwingungen undurchliissig, es sei denn, daB man durch Ausfullen rnit eineni gceigneten Diden sonst schwer darstrllbare Stoffe erhalten z. B.: KVF,, KPF,, KAsF,.
- JF, reagiert ahnlich wie BrF,, CIF, dagegen gibt diesc Reaktion nicht. - elektrikum (Polystyrol) fur eine ,,elektrischc VergroOcrung" dcr Abmessungen sorgt. In einem H L lassen sich verschiedene Wcllentypcn
Unter gewissen Vorsichtsmaflnahmen kOnncn BrF, und JF, auch mit organischen Verbindungen zur Reaktion gebracht werden; man crhalt so anregen, unter denen sich eine stets linear polarisierte Welle bei rechtz. B. CF3J und C,F,J. Aus diesen laasen sich langkettige, fluor-haltige eckigcm Querschnitt u n d eine zirkular polarisierte bei kreisrundem Qucrschnitt auszeichnet. a b e r ein pyrami denformigee oder konisches RohrStoffe herstellen, au5erdem Verbindungen wie JHgCF,, HgjCF,),, P(CF,),
stuck (zur Anpassung des Wellenwideretandes dee HL an den dee leercn
und zahireiche andere.
Raumes) laBt sich die gebiindelte Ausstrahlung elektromagnetischer
A. R. TODD, Cambridge : Vitanrine, Coenzyme und Nucleofide.
Energie in den freien R a u m vornehmen (Biindeloffnung etwa En).
Zum N a c h w e i s v o n Z e n t i m e t e r w e l l e n benutzt man KrystallVortr. ging von den fur ihn bei der Bearbeitung von Vitaminen im
Vordergrund stehenden Fragen nach ihrem Wirkungsmechanismus, kata- detektoren auf Ge- oder Si-Basis, die eine der auffallenden elektromalytischer Funktion und Spezifitiit aus. DaB solche Stoffe als Komponen- gnetischen Energie proportionale Gleichspannung abgeben. In einern
ten hochst komplizierter Fermentsysteme erkannt worden sind, riickt die H L rechteckigen Querschnitts in Richtung des elektrischen Feldes der
Probleme dem Verstandnis nahpr und macht begreiflioh, daB die Losung in ihm allein anregbaren, linear polarisierten Welle cingebaut., ermognicht ausschlieOlich durch Priifung konstitutionell abgewandelter einfa- lichen sie iiber eine Intensitatsmessung hinaus die Festlegung des Pochcr Vitamine zu finden ist. Vielmehrist das Studium der Cofermente und 1arisationszustandes der auf cine solche Empfangeanordnung einfallcnihres Zusammenwirkens mit spezifischen Proteinen notwendig. So gese- den Zentimeterwellen. Mi t einer derartigen Sende- und Empfangsanordhen erscheint auch der biologische Antagonismus und seine chemothera- nung ist der Bereich der cm-Wellen i m Spektrum der elektromagnetischen
peutische Anwendung in neuem Licht. Die strokturellen Redingungel1 Wellen der systematischen experi mentellen Durchforschung zugiinglich
fur antagonistisch wirkende Verbindungen sind ebensowenig endgiiltig er- geworden. Analog zum Verhalten optischer Wellen lassen sich Reflexios
kannt, wie sich bisher etwas Sicheres dariiber aussagen laBt, ob der Anta- und Absorption, Brechung . u n d Doppelbrechung, Totalreflexion, Intergonismus v o r dem Aufbau von Cofermcnten schon zur Geltung kommt ferenz und Beugung beobachten'). Dabei konnen zumeist dieaelben
oder erst spiter. Aus allem Zolgt zwingend, dieso groOeren Molekelver- Vereuchsanordnungen wie in der Optik verwendet werden, d a die kurze
bande selbst und ihre Bindung an Proteine eingchend zu erforschen. Das Wellenlange von 3 om das Hantiercn mit gegeniiber der Wellenkngc
allgem. Strukturschema der untersuchten Cofermentc halt sich a n den groDen Gegenstanden bequem zulaOt. Zur A b s o r p t i o n s m e s s u n g wird
Plan : Base-Zucker-Phoaphorsaure, eine Kombination,' dercn chemischc z. B. die Probe i n Plattenform zwischen Sender und Empfanger gebracht.
Eigenart offenbar die Fahigkeit zurn Aufbau_spezifischer Fernientsystemc Unter den verschiedensten Materialien zeichnet sich Polystyrol durch
ein besonders kleines Absorptionsvermogen aus. In ihnlicher Wciw
in sich birgt.
Aus dem Bereich der Nucleotid-Untersuchungen griff Vortr. das durcli lassen sich R e f I e x i o n 8 m e 8 su n g e n durchf iihren. Die stehenden Wellen
die Abspaltung einer Molekel Phosphorsaure die Energiebilanz der MUS- vor einer spiegehden Metallwand treten dabei deutlich in Erscheinung.
Die Bestimmung der B r e c h z a h l von Materialien kann nach der gekelarbeit beherrschende A d e n o s i n - t r i p h o s p h a t heraus, namentlich
zur Darlegung der drei Teilproblemc: Struktursynthese des Nucleosids, wohnlichen Prismenmethode erfolgen. Y i t Vorteil findet aber fur diese
Gewinnung synthesegerecbter Phosphorsiure-Derivate, Verkoppelung bfesaungen ein der bekannten Michelson-Anordnung nachgebildeter Verder beiden genannten Bruchstiicke. Die im Fallr: des Adenosins schritt- suchsaufbau Verwendung. Das Analogon zur dichroitischen Substanz
weise vorgenommene Ankniipfung dreier Phosphat-Reste,) fiihrt zum i m lichtoptischen Fall wird durch eine mit Drahten parallel in geeigneteni
Schlullglied Adenosin-5'-tetrabenzyl-triphosphat, dessen Hydrolyse oder Abstand voneinander bespannte Sperrholzplatte gegeben, wLhrend eine
Hydrogenolyse die Nucleotidsynthese erfolgreich beendet. Die in den aus parallel i n geeignetem Abstand angeordneten Blechen beetehende
Zwischenstufen erforderliche Abspaltung nur e i n e s Benzyl-Restee aus Gitterwand aich wie eine doppelbrechende Subatanz mit den Heuptbrechinehrfach bensylierten ~ h o s p h o r e ~ u r e a s t e rgeechieht
n
vorteilhaft durch zahlen 0.6 und 1 verhilt. F u r eine derartige Anordnung ist der Ausdruck
Lithiumchlorid. Besonderes Interesse verdient die Beobachtung, daB eine ,,Wellenleiter-Dielektrikum" gepragt worden. In geeigneter SchiahtVerkniipfung des Adenosine mit dem m i t t l e r e n Phosphorsiure-Rest der dicke geben solche Gitterstiicke das Analogon zur A/, oder X I p Plattchen
Triphosphatkette nicht eine isomere, sondern eine mit dem natiirlichen der Optik. Auch durch regelmaBiges Einbetten von Metallkdrpern in ein
Adenosin-triphosphat identisohe Substanz entstehen 1LBt; demnach isolierendes TrHgermaterial l B O t sich kiinstlioh ein Dielektrikum mit
scheint eich eine cyclische Triphosphatetufe etwa wie folgt einzuschalten : vorauaberechenbaren Eigenschaften aufbauen.
Beugungsversuche eur Frauenhoferschen und Presnelschen Beugung
,O-PO(OH),
/o-pO\(oH) 0
zeigen in gegeniiber der Optik entsprechend vergroberten Dimensionen
R.O.PO
+ R.O.PO
0 + R.O.PO(OH)
die Gleiahheit der lichtoptiechen und der Zentimeterwellen. Der Nachweis
/
\f&PO(OI1)*
\f&P6( OH)
WOH)z
l ) Die elektrischen Schwingungen eines von Metallwanden umgebenen
Die Bedeutung dieses Befundes fur die biochemischen Vorgange im Muskel
Hohlraurnes entsprechen den akustischen Eigenschwingungen der bekannten Helrnhollzschen Resonatoren.
wird z.Zt. rnit Hilfe von Isotopen experimentell gepriift. K. [VB 2131
*) Ausfiihrliche Darstellung derartiger Experirnente bei: G. P. Hull, Amer.
J . Physlcs 17, 559 [1949].
1) vgi. dazu diese Ztschr. 62, 312 [19501. *) Vgl. d i m Ztschr. 60,283 (19481.
+
/o-pO!oH'
434
Angew. C h m . I 62. Jahrg. 1950 1 Nr. 18
der Abbildungswirkung einor ,,FresneZschen Zoncnplattc" liOt sich
i m Bereich der Zentimeterwellen rnit entsprechend groBeren, fur Demonstrationen geeigneten Dimensionen leicht erbringen. So weist z. B. eine
Metallringanordnung von etwa 50 om 0 eine Brennpunktsunscharfe von
etwa einer Wellenlange auf.
Ein interessantes Arbeitsgebiet verspricht die Untersuchung der a h
Faraday-Effekt in der Lichtoptik bekannten und nun auch im Bereich
der Zentimeterwellen entdeckten Erscheinung zu werden.
Die technische Entwicklung dieses Gebietes ist i m Rahmen des
RADAR-Programmes mit grbBtem Aufwand vorwartsgetrieben worden.
Als schbnste Frucht dieser Bemuhungen ist die nach dem RADARVcrfahren durchgefuhrte Vermessung der E n t f e r n u n g zwischcn Erde
und Mond zu erwahnen.
Die Ausfuhrungen waren von zahlreichen Experimcnten und Lichtbildcrn begleitet.
cn.
[VB 2171
Deutsche Pharmakologische Gesellschaft
-
17. Tagung Bad Nauhelm, 12. 14. April 1860
W .W I L B R A N D TIBern : Permeabilitatsproblenle.
Die Kapillarwlnde grenzen Blutplasma vom Interstitium ab, die
Zellmembranen dieses vom Zellinneren. Wasserdurchlassigkeit und Porositat liegen bei den Kapillarwinden urn GroDenordnungen hoher als
bei den Zellmembranen. Die Passage der Kapillarwand erfolgt zumeist
durch Filtration, die der Zellmembran durch Diffusion. Der Durchtrittsw e g ist bei der Kapillarwand in der Hauptsache interzellular. E s zeigt
sich, d a 8 die Zellmembranen meist aktiven Anteil a n den Zelleistungen
haben, daD sie a h ,,Zellorgane" anzusehen sind. - Die Penetration ist rnit
Knupfung und LOsung von Haupt- und Ncbenvalenzbindungen, in einigen
Fallen auch von Waseeretoff-Briieken, verbunden. Es bestehen f u r den
Durchtritt verschiedener Molekeln verschiedene Eintrittsstellen. Ca2+
11011 allgemein membrandichtend wirken. Vortr. beobachtete jedoch rnit
exakten quantitativen Methoden, d a 5 Wasser aus aquimolekularen hypotonischen Lasungen von CaCl,, KCl, NaCl und Nichtelektrolyten (tithylenglycol) genau gleich schnell Erythrocytenmembranen penetriert. -.
Schwermetalle (Hg, Au, Cu, Pb, Fe) entfalten an der Erythrocytenmembran mindestens drei Wirkungen in speziflschen Abstufungen :
kolloid-osmotische HHmolyse durch Aufheben der Selektivitat der Ionendurchlissigkeit, nichtosmotische Himolyse und Aufhebung der Durehlassigkeit fur Wasser. Die Zellmembran kann nicht f u r alle Ionen frei
durchlaseig sein. Erythrocyten gelten als durchlassig f u r A n i o n e n und
unrlurchliissig f u r K a t i o n e n , die Muskelzellenmembran (wahrscheinlich
iiuch die der Leber- und Nervenzellen) sol1 fur K + und C1- durchlissig,
dagegen f u r Na+ und POa3- undurchllsaig sein. Die Undurchlassigkeit
f u r Na+ scheint aber durch kontinuierliehen, aktiven, Transport von Na+
aus dem Zellinnern (,,Natriunlpumpe") nach auOen vorgetauscht zu sein;
so zeigte die N e r v e n p h y s i o l o g i e , daO die Membran im Moment der
Erregung hochgradig f u r Naf durchlassig wird, als Folge einer Membrandepolarisation. Der Eintritt von Na+ in die Zelle entladt die hlembran
weiter, uad so ist ein selhstauslosender Mechanismus fur d a s Aktionspotential gegeben. Zeitlich nach der Na+-Durchlassigkeit t r i t t eine erliohte Durchlassigkeit f u r K + von innen nach auDen auf. Es wird also
nicht einfpch Na+ gegen K + ausgetauscht, sondern es bestehen unabhangige, zeitlich nicht identische Permeationsanderungen der Zellmembran. Damit niihern wir uns dem Verstandnis einer der wichtigsten Lebenserscheinungen: der Erregungsleitung im Nerven; die wesentlichsten
Probleme sind die der Permeabilitat.
Die Z u c k e r r e s o r p t i o n im Darmepithel und der Nierc ist keine
cinfache Diffusion. Intrazellulare Phosphorylierung und Annahme eines
mit dem Zellstoffwechsel verknupften Transportmechanismus erklaren
dic beobachteten Resorptionsphanomene nicht hinreichend. Auch die
Erythrocytenmembran besitzt gegenuber Zuekern hohe Selektivitat. So
sind menschliche Erythrocyten f u r Aldosen, Hundeerythrocyten fur Ketosen leicht, Erythrocyten anderer Herkunft fur Zucker wenig durchlassig. Unter gleichen Versuehsbedingungen dringen d-Arabinose und
1-Xylose leicbt, dagegen I-Arabinose und d-Xylose iiberhaupt niclit ein.
Das die Zuckerresorption in Darm und Niere hemmende Phlorrhizin
hemmt sic aucli a m Erythrocyten, woraus hervorgelit, daD der Transportmechanismus in der Membran lokalisiert aein muD. D a Glucose-6pho8pha.t die Membran nicht penetriert, wird angenommen, daD die
Phosphorylierung der Glucose durch Adenosintriphosphorsaure und
Hexokinase a n der M e m b r a n a u D e n s e i t e zu Hexose-metaphosphat,
wahracheinlich 118th vorheriger Anlagerung der Glucose an Adenosintriphosphorslure, fuhrt. Der Metaphoaphors&ureester ist nicht ionisiert
und wahrscheinlich lipoidl6slich und wird nach Penetration auf der
M e m b r a n i n n e n s e i t e durch Phosphatase gespalten. Diese Ansicht
konnte mehrfach experimentell gestiitzt werden. Eindringen von Glucose durch die Erythrocytenmembran ist also ein komplexer fermentativer ProzeO. Die Elemente des Transportsystems im Erythrocyten
scheinen rnit denjenigen in den Darm- und Nierenzellen iibereinzustimmen.
0. E I C H L E R , Heidelberg: Die Priifung der I~apillardurch/issigkeit mit " N o (gemeinsam mit K . Schnieiser und J . A p p d ) .
Nach Flezner erfolgt der Austausch von N a + und anderen Substanzen
zwischen Blut und extravasaler Flussigkeit durch Diffusion. Dan Absinken d e r Konzentration von
ergab, daO pro Minute 60% dee i m
Blut vorhandenen N a ausgetauscht werden. AuDerhalb der Kapalaren
stellt sich das Diffusionsgleichgewicht nicht EO rasch ein, so daO in direkter
Umgebung der Kapillaren eine hohere Na-Konzentration bestehen bleibt.
Angew. C h . 62. Jaliry. 19501 Nr. 18
0. E I C H L E R , Heidelberg: D i e Aufnahnle uon PO, und P,O, dutch
die Iierzmuskefzefte, gepriift mit s z P (gemeinsam mit K. Schmeiser).
PO.3- und P,O,'- werden in erster Phase a n die Oberflachc dcr
Herzmuskelzelle gebunden. Die Aufnahme wird durch jede Art von
Herzschadigung trotz schlechterer Herzfunktion verstirkt. P,O,a- wird
zeitlich langsamer, mengenmAOig aber starker -aufgenommen a h PO,".
Cu Ibst als Komplexbildner das Pp07'- aus der Oberflache der Herzmuskelfaser heraus.
0. E I CH L E R , Heidelberg: Die Aufnahnle uon Farbstoffen durch das
Proschherz (gemeinsam rnit J . Schiilze und J . Appel).
Saure Farbstoffe (Kongorot, Brillantkongo 12 und Alkalicchtgrun)
dringen nicht in die Herzmuskelfaser ein, sondern lagern sich auUen an,
zunachst i n einfacher, d a n n in mehrfacher Schicht.
W . R U M M E L und F . B R U N S , Ditsseldorf: Zur Frage nach den
Zusammenhdngen zloischen Stoff2cecbeZ und Permeabilitif.
Die Urethan-HHmolyse wird durch Cystein bei p~ 7,4 gehemmt
unterhalb p H 6,5 gefbrdert. Der durch unterschwellige Dosen von Athylurethan bei pH 7,4 veranlaDte Kalium-Verlust aus Erythrocyten wird
ebenfalls durch Cystein um mehr als 50% vermindert, bei p~ 5,8 dagegen
erh6ht. - Cystein steigert den 0,-Verbrauch der Erythrocyten nach
die Milchsiurebildung wird gehemmt,
Glucose-Zusatz um mehrere 100 %I),
und die Synthese von organischen Phosphorsaureestern setzt ein. Nach
Hamolyse steigert Cystein nur die 0,-Aufnahme mit Hexose-6-Phosphat
a h Substrat, aber nicht mit Glucose. Wiihrend bei intakter Zellstruktur
Urethan mit Glucose den 0,-Verbrauch hemmt, steigert es ihn im letzten
Ansatz mit Hamolysat und Glucose-6-phosphat. Bei p~ 7,4 entspricht
die Atmungssteiggrung intakter Zellen durch Cystein der Hernniung des
Kalium-Austritts. Die Effekte werden auI die Differenz der Radoxpotcntiale von Membran und Milieu zuruckgefuhrt.
R. W E I G MA",
Gottingen: Uber die Wirkung einiger Phurniuka
auf die Sinnesrezeptoren der Haut.
Ortliche Applikation von Menthol bewirkt in hoheren Konzentrationen Erregbarkeitssteigerung der Rezeptoren aller Qualitaten der
H a u t , in kleineren Konzentrationen Lahmung. Veratrin und Aconitin
steigern zunachst und lahmen spater Schmerz- und Druckemp5ndung.
Antihistaminika (z. B. Antistin) steipern Kalt- und Warmemp5ndung.
lahmen Juckempfindung und lassen Druck- und Kitzelempfindung unb e h f l u 5 t . Novocain und Pantocain lahmen Kalt-, Warm-, Schmerzund Juckempfindung und lassen Kitzelempfindung unbeeinflu5t.
V A N R E M O R T E R E , Liittich: Kaliumsensibilisatore~i. (Referat,
verlesen von Wecse, Elberfeld).
Verschiedene Pharmaka unterschiedlicher chemischer Konstitulion
(Alkaloide der Veratrin-GrupRe, Histamin, Coffein, Spartein, Rhodanid)
sensibilisieren die quergestreifte MuskGlatur gegen Kalium, indem die
durch kleine K+-Mengen ausgelbste Kontraktion verstlrkt wird, bzw. auf
unterschwellige K+-Konzentration Sensibilisator eine Kontraktion cintritt. Der Mechanismus ist noch ungekllrt.
+
A , F L E C K E N S T E I N , Heidelberg (Korreferat).
K + wird bei jeder Muskel- und Nerventatigkeit in dic cxtrazellulirc
Fliissigkeit abgegeben. Die Abgabe beginnt mit der Erregung oder Verkiirzung und nimmt weiter zu. Sie ist urstchnch rnit dem Grundprozee
der Muskelverkurzung verkniipft. Mit dem K*-Austritt aus der Muskelzelle geht Na+-Eintritt einher. Die KontraktionsstOrke ist abhangig von
der Na-Konzentration im AuDenmedium. Vortr. stellt ale Theorie der
Grundvorgangs der Muskel- und Nerventatigkeit auf: GrundprozcD des
sich ausbreitenden elektropositiven Erregungswelle ist der Austausch
K+ gegen Na+ nach Depolarisation der Zellmembran durch die Kontrakturstoffe. Die Muskelfaser verkiirzt sich also ,wenn das Membranpotential
ahnimmt, verlingert sich bei Wiederaufladung. Die Erschlaffung ist ein
aktiver WiederaufladungsprozeO der Membran. - Lokalanaestethika verhindern die Erregungskontraktionen, indem sie die Depolarisation verhindern, also membran-isolierende Effekte entfalten. Muskel unter Wirkung yon Lokalanaestethika geben auch kein oder wenig K + ab. Lokalanaesthetika gleichen hierin der Wirkung von Cap+, das auch lokalanaesthetisch wirken kann.
W . W I L B R A N D T , Bern: Die Kinetik des Verdriingungsnucharrismus Histamin-Antihistami7a.
Die Verdrangung des Histamins vom Zellacceptor durch Antihistamin
andert sich linear rnit der Antihistamin-Dosis und gehorcht dem Massenwirkungsgese tz.
J A Q U E S und D O M E N J O Z , Basel: #ber die histaminantagonistische Wirkung uon Pyrazol- Verbindungen i m Vergleich zu derjenigen
sog. spezifischer Antihislaminc.
Verschiedene Pyrazol-Derivate besitzen unterschiedliche Antihistaminwirkung. Kombination von Pyrazolen rnit Antihietaminen wirkt
e t k k e r als die Summe der Komponenten. Pyrazole miisaen EubCUtan
verabreicht werden, als Aerosole sind sie wirkungslos.
I)
Vgl. diese
Ztschr.
6Z, 171 [19501.
33 3
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