close

Вход

Забыли?

вход по аккаунту

?

Ueber Acechlorplatin nebst Bemerkungen ber einige andere Produkte der Einwirkung zwischen Platinchlorid und Aceton.

код для вставкиСкачать
155
V.
Ueber Acechlorplatin, nebst Bemerkungen
uber einige andere Produkte der Einwirkung
zwischcn Platinchlorid und Aceton;
con W. C. Z e i s e .
(Mitgctleilt rom Hm. Verf-ser aus den S d d k der K. d h . Akad. der
Wissenscliaftcn. Vorliufige Notizcn von dieser Arbeit wurden bcreits
in dies. Ann. Bd. XXXXV, S. 332 und Bd. XXXXVLI, S. 478 mitgetheilt.)
B e i dcr Wirkung zwischen Platinchlorid und Alkohol
cntstelit, wie ich schon vor einigen Jahren gezeigt habe,
eine Verbinduog von 2 Atomen Platinchloriir und 1 Atome
Aetherin (oder, wenn man will, von 1 At. Platinchloriir
und 1 Doppelatome Aelayl),
wie es schcint, wesentlicli dadurch, dafs 4 Atoine Chlor, 2 Atome Sauersloff
an 1 Atom Actherin tibcrfuhren, wtihrcnd cin anderes
Atom Aetherin, odcr 2 1)oppclatorne Aelayl, von den dadurch crzeugten 2 At. Platiiicirloriir aufgenomtnen werden. ') I)ah auch andere organische Kbrper als Alkohol
in Wechselwirkung mit dein Platinchlorid treten kannten,
war wahrscheinlich. Die, welclie zuerst und vornehmlich
des Vcrsiiches werth zu seyn scliienen, waren Holzgeist
uud Essiggcist, oder, wie letzterer jetzt gcwiiholich heifst,
Accton. Ich machte daher den Anfang mit diesem.
Dicser Stoff, dessen Elementar Zusammeosetzung
OH' 0 ist, entsteht bekannllich, wenn ein essigsaures
Salz, nalncntlich das Baryt- oder Kalksalz, der trocknen
Destillation unterworfen wird. Die Eigenschaften und
Verlialtungsweisen des Acetons haben in gewisser Hinsicht eine Aehnlichkeit mit denen des Alkobols iind das
nicht blofs in dcn sogenannten physisclien, sondern auch
in den eigentlich cbemischen. Bas Aceton giebt nhlich,
P.
1) Ann. Bd. XXXX, S . 234.
-
-
136
nach K a n e ), bei der Einwirkung von Schwefelslure
in verschiedeuem Mengenverhaltnifs, Stoffc, deren Zusammensetzungen von dcr des Acetons dadurch abweichen,
dafs sie die Westa~dtheilevon 1 Atom oder von 2 Atomcn Wasser weniger als das Aceton entlialten, eben so
wic die Produkte, welche der Alkohol gicbt, unter glcichen Umslanden von dieselu obweichen; so dafs der Stoff,
welcher gegen das Aceton dasselbe zu seyn scheint, was
das Aetlierin oder Aetherol gegen Alkohol ist, aus 6 C
+8 I1 besteht (K a n e’s MedyZen, von B e r z e 1 i u s
Oenol genannt) und der, welcher scheint dcm Aether
zu entsprechen ( den K a n e Mesilyloxyd und I3 c r z el i u s Oenoloxyd nennt), aus C 6 W 00. Auch kann das
Accton, nach K a n e, rnit Schwcfelsaure eine Verbindung
eneugen, die zum Theil der sogenannten Weinschwefelssure entspricht, und durch Salpetersaure cine andere, die
dem Aldehyd zu entspreclien scheint.
Allein unter einigen Umstanden zeigt das Aceton
ein Vcrhalten, das sehr abweicht r o n dem des hlkohols,
ii:iinlich bei Bebandlung mit Kaliutn, iudem dabei, nach
La w i g ’s Versuchen *), wohl Kali gebildet wird, aber
nicht, wie beim Alkohol, unter Gasentwicklung; auch
bringt es keinen, dem Aetber enlspreclienden Stoff hervor, wohl aber zwei andere, von deueu der eine aus
C + H a besteht. Eben so scheint das Aceton, nach mcinen Versucheo, bei der Einwirkung von Kali und Schwefelkohlenstoff keine der Xanlhogensaure enfsprechende
Verbindung zu liefern.
Es fragt sich nun, ob das Aceton sich gegen Platinchlorid iibereinstimmend mit, oder abweichend vom
Alkohol verhalte; wir werden seben, dafs in einer Weise
beides der Fall ist. Ehe ich indefs zuc Beschreibung
der bierher geb6rigen Versuche iibergehe, will ich ein
Verfabren aogeben, wie wan sicb am besten Aceton ver1) Poggendorflk Annalen Bd. XXXXIV, S. 473.
2) Poggendorff?, Aanalen Bd. XXXXTI, S.399.
157
schafft , das bekanntlich kein gew6bnlicher Handelsartikel ist.
Bemerkung fiber d i e D s r s t e l l u n g von Aceton.
Kommt es darauf an dasselbe in bedeutender Menge
zu erhalten, so ist dessen Bereitung aus essigsaurem Baryt oder essigsaurem Kalk, die wenigstens bei uns, gar
keine gewOhnlicbe Handelsartikel sind, zu beschwerlich
und zu kostbar. Noch weniger vortheilhaft ist die Bereitung nach F r e m y mittelst Zucker und Kalk '). Bleizucker schlechthin anzuwenden, ist eben so wenig, passend, weil diek Salz zugleich eine sehr grobe Menge
unzersetzter Essigsaure liefert. Ein Gemenge uon Bleizucker und Kalk dogegen ist besonders gut geschickt,
uod da ich mir auf diese Weise eine grofse Menge Aceton mit Leichtigkeit verschafft habe, trage ich kein Bedenken sie als vorziiglich zu empfeblen.
Das Verbiiltni€s, welcbes icb am besten befunden,
ist I Theil gew6hnlicben gebrannten (nicht geloschten)
Kalk auf 2 Thl. krystallisirten Bleizucker. Beide Theile
miissen wolil gepulvert und sorgfiiltig vermengt werden.
K u n nach der Vermengung lascbt sich gemtbhnlicb der Kalk
durch das Krystallwasser unter Wiirlne-Entwicklung und
zieinlich starker Bewegung in der Masse; allein, da bei
dem Dampf nicht der mindeste Geruch nach Aceton verspiirt wird, ohne Verlust an diesem. Das Gemenge kann,
wahrend diese beftige Selbst-ErwSrmung eintritt, recbt
gut in ein Destillationsgefals gebracht werden, uud es
ist sogar gut diek zu thun, da dessen lockerer, aufgeschwollner Zusland, nach der L6schong, die Einfiillung
langmieriger und weuiger leicht macht. Durch Anwendung von zuvor gelfiscbtem Kalk diese Wirkuug zu vermeiden, habc ich iiicht vortheilliaft gefunden, weil man
d a m , uin nicht das Produkt so masserhaltig zu bekommen, dafs es die folgenden Arbeitcn erschwercn wiirde,
1) Annul. de d i m . et dc phys. T.LIX,p . 5.
158
den Bleizucker zuvor entwassern mtifste, was bei griifseren Mengen vollkommen so beschwerlich ist, als das
Piilvern des Kalks. Die bekannten eisernen Flasclien,
worin Quecksilber versandt wird, sind sehr geschickt zu
dieser Destillation; man kanu darin die Arbeit mit 4
Pfund Bleizucker vornehmeu. Die Flasche legt man fast
horizontal in den Ofen, doch init der Miindung etwas
aufwlrts; in diese schraubt man ein kurzes, etwas herabgebogenes Eisenrohr, verkittet desscn Fuge mit einein
mit Wasser zu einein Teig ongeriihrten Gemenge von
2 Thl. Kalk, 1 Thl. Sand und etwas Kochsalz, setzt
daran ein langes, weites, ,mit einem Ende gegen das Eisenrohr aufwkirts gebogenes Glasrohr, umgeben von einer
blechernen Kiihlrbhre, in der man einen eben aufsteigenden Stroin kalten Wassers unterhllt, und ISTst das Glasrohr in eine ganz init Eis umgebene Vorlage gehen. Uie
Hitze wird langsam verstlrkt, erst am Ende bis nahe Z u n i
Gliihen. Das robe Destillat ist ein Gemenge von Aceton, Wasser und (doch in ziemlich geringer Menge)
zwei blartigen , weniger als hceton fliichtigen, Kiirpern,
von denen der eine vermuthlich K a n e’s Dumasin ist.
Daraus wird das reine Aceton ausgeschieden, ioclein
inan es hit etwas Chlorcalcium zusaminenschuttelt , und
darauf das Ganze auf einem Wasserbade dcslillirt , bis
selbst beim Kochen des Wassers nichts sonderlich inehr
ubergebt. Auf derzurhckgebliebenen Liisung von Chlorcalcium schwimmt dann ein Theil jenes Gemenges wie ein
blartiger Kiirpcr. Aber auch das Deslillat entlidt einen Tlleil davon, und uberdieb noch etwas Wasser. Zur
vollen Reinigung lrifst man es noch einige l’age init einer gro[sen Menge grob gestofsenen Chlorcalcium unter
bisweiligem Umschiitteln stehen, giefst es ab und unterTrirft es darauf fur sich abermals einer L)cstillation auf
dem WasSerbad, solchergestalt , dals man die ersten drci
Viertel ffir sich aiiffsngt, die gewiibnlicli vollkoiiimeii reipes Aceton sind, und darauf ungefahr die Hdftc des Re-
159
stes, die meistens so vie1 von dem alartigen K6rper eothalt, dafs sie mit Wasser eine schwache Trtibung giebt,
und daher, ndthigenfalls, abermals rectificirt werden mufs I).
Aus dem Riickstand scheidet sich auf Zusatz von Wasser eine ziemlich bedeutende Menge des tilartigen Ktirpers.
Von 8 Pfund Bleizucker erhzlt man auf diese
Weise 20 bis 22 Loth vollkommen reinen Acetons.
-
-
Yon d e r W i r k u n g z w i s c h e n P l a t i n c h l o r i d u n d A c e t o n i m
Allgemeinen.
Kcines und wohlgetrocknetes Platinchlorid 16st sich
in wasserfreiem Aceton schnell uod reichlich unter merkbarer Wlrineentwicklung. Die Auflbsung, die zuerst eine
r6thlichbraune Farbe bat, wird ziemlich bald schwanbraun
uud so stark gefarbt, dafs sie selbst bei etwa 12 Thl.
Acetou gegen 1 Thl. Chlorid undurchsichtig erscheint.
Unter der Voraussetzung, die sich indefs spsterhin
als unrichtig erwiefs, dah zur Einleitung einer gehbrig
lebliafteu Wirkung zwischen Aceton uud Platinchlorid,
dieselbcn Umstlude, wic zur Wirkung zwischen Alko1101 uiid Platinchlorid, erforderlich seyn wiirden, unterwarf ich eiue Auflbsung von 1 Thl. Chlorid in ungefahr
10 Tbl. Aceton einer Destillation bis zur Syrupsdicke:
Das Destillat, welches reich an Salzslure war, gofs ich
zuriick, setzte iiberdiefs etwas Aceton hinzu, und wie1 ) Fiir diese und ahnlick Destillationen zur Scheidung
von ungleich
fliichtigen Pliissigkeiten bedieoe ich mich mit Vortheil eines langhalsigen Kolbens, rcrbunden durch
einen Korkring mit einem weitcn Glasrohre von
nebenstehender Gestalt. Die AbkGhlung in dem
rrweiterten Theil bewkkt besondcrs ein ZuriicktlieLen dcs weniger Fliichtigen. Fir gewisse
Fille kann es niitzlich seyn, diesen Tlrcil rnit
einer Blechhiille zu umgeben, die ein AbkGh,
lungsmittel von passender Temperatur entbiilt
160
derholte die Destillation bis zu demselben Punkt. Gasentwicklung fand nicbt statt.
Dem ron mir bei der Behandlung des Platinchlorids
mit Alkohol angewandten Verfahren weiter folgend, Eetzte
ich nun Wasser zu dem Rbckstand, in der Erwartung,
dadurch auch bier wenigstens den grbfsten Theil aufgelast zu erhalten. Allein das Verbalten war bier anders:
es blieb niimlich der grbfste Theil der Masse ungelbst als
ein schwanbrauner theerartiger Kbrper, wlhrend sich etwas wit rbthlich brauner Farbe auflbste. Als diese Aufh u n g im klar filtrirten Zustand 10 bis 12 Minuten ge
etanden hatte, triibte sie sich stark und setzte bald darauf einen gelben, deudich krygstallinischen, aber doch fast
pulverfbrmigen Kbrper ab. Einige vorliufige Versuche
mit diesem Karper zeigten mir bald, dafs er eine besondere organische Platin- Verbindung war, bestebend , wie
wir weiterhin seben werden, im reinen Zustand, aus 1 At.
Platin, 2 At. Chlor, 6 At. Kohle, 10 At. Wasserstoff,
1 At. 'Sauerstoff.
Die schmanbraune theerartige Masse war, nach Auswaschung mit frischem Wasser, so laoge diefs noch Farbe
annabm, pech- oder banartig, bei einer Tempercrtur, etwas tiber der gewbhnli'chen, weich und so zBh, dafs sie
sich zu langen diinnen Faden ausziehen liefs; dagegen
bei einer Temperatur, etwas unter der gewbhnlichen,
sprbde und von fettglanzendem Brucb. Dieser Kbrper
erwiefs sich auch bald als eine kohlenstoffreicbe Platinverbindung; allein durch successives Ausziehen init stsrkerem und schwBcberem Alkohol, mit hetber und Aceton,
zeigtc sich zugleich, d a b er ein Gemenge VOU mehren
Stoffen war.
Das bei Behandlung des Chlorids mit Aceton erhaltene Destillat, welches, wie angefubrt, reich an Salzsaurc
war, 'hatte eineu Geruch, der die Gcgenwart von ~iiclit
blofs unverandertem Aceton, sondern auch von niindestens Einem andern Stoff verrieth.
Den
161
Den gelben kristallisirten Kiirper nenne icb hier
Acechlorplufin, wclcher Xnnie, nacli jetziger Sitte in der
Chcinie, aus den Anfaugsbuchstabcn der Nainen seiuer
Bcstandtheile gebildet ist I ) ; dcu brauncn liarznrtigcn
Stoff dagegen will ich, Kiirze halber, Plathharz nennen, wo es niithig ist, mit dcm Zusalz, roh.
Bei mehrmaliger W’iederliolung dicser Behaudlungsweise, unter Anwendung ncuer Portionen der Aufliisung
in etwas verhderteiii Verlidtnifs, erhielt ich stets dieselben Erscheinungen; a k i n die Rlenge des gelben kristalliscben Karpers, der bald vorzugsweise inein Interesse
erregte, wcchselte und war stets zieinlich gering (selten
iiber 5 Procent cles angewandten Clilorids); auch erhielt
ich ihu hsufig mit einer grakereu und geriugereu Einmengung von Braun in die Farbe, so wie bisweilen weniger deutlich kristallisirt.
Im wohl getrockneten Zustand war er, bis auf einige schwarzbraune StSubclien, liislich in Acelon , etwas
reiclilicher in liiiherer als in niederer Temperatur. Die
Lilsung ertrug ohne Veranderung Eiiidompfen durch De.
stillation, und bcim Erkalten der bis zu einem gewissen
Yuukt eingedampften Lasung schied sich das Acechlorplatin init rein gelber Farbe als sternfilrmig gruppirte
klciue Nadeln aus. Erst nach vie1 weiterer Eindainpfung
scliied t‘s sicti init brauiilicher Farbe aus, wghrend einc
braune. Mutterlauge zuriickblicb , naliin aber , beiin Auswaschen init kleioen Portionen Acetou, leicht eine rein
gelbe Farbe an.
Die wasserige Fliissigkcit, erhalten bei der erwlhntcu Behaudlung der zur Syrupsdicke eindestillirten Pla1 ) Rircksichtlich seincr Zusanimensetzuug kihnte man ihn M&tylox~dPlatinchloriir oder Metaceton - YlatiuclilorGr nenncn.
hllein tlieils
weil noclr keiner dieser Namen fur das organisclie Glied allgemcin
angenommen ist, theils weil man sich moglichenveise in Zukunft die
Zusarnrnensetzungsweise anders ,orstellen kannte, g&e ich hier wie
iiberall in iihnlichen F6llen einem in diescr Hinsicht nichts bedeutenden Namen den Vorzug.
Poggend. Ann. ErgBnrungsbd. I.
11
162
tinaufltisung (der rohen Muiierlauge, wie ich sic der
Kurze lralber iieiiuen will) mit Wassrr, p b , uach aberinaliger AbGItration von d e m Acechlorplalin, welclres sicli
iin Laufe cines etwa 30stiindigcn Steheiis (fast gleichgullig o b in einein offeneii oder versclilosscneo Gcfiilbc)
ausgcschieden Iiatte, etwas mehr Acechlorplatin; mid au$i
diese Ausschcidrrng setzte sicli inelirc Tagc lang fort.
Allcin diese splteren I’ortioneu wrirden stels voii inehr
und i n c h dunkelbrauner Fatbe erhalten; und bei einer
Reiuigung inittelst Losung in Aceton u. s. w. n m d c davon gewbhnlich nur eiue getinge Menge in reinem Zustand erhalten.
Nachdem die rohe Mutferlauge, beim Stchcnlassen
unter gewolinlichen UinslSndeii iiichls sonderlich mehr
nrit braungelber Farbe gab, wurde sic irn Yacuo iiber
Schwefelszurc und Kalihpdrnt eingedampft, ond dadurch
endlich eine an Salzslurc selir reiclie syrupsdicke braune
Masse erhalten, welche, mit Wasser angetiihrt, abermals
eine Portion Platinharz gab, nebst einer braungelben Losung, die gleich der urspruoglichen, beiin Stehen Acechlorplatin absetzte, aber gew6linlich init branngelber
Farbe. Oft gluckt es iiicht recht, diese Portion schlechthin durch die aiigefiihrte Behandlung niit Aceton zu rcinigen; denu oft ist nur ein geringer l‘heil darin aufliislich; dann aber kann die Keinigung auf die W e i s e geschehen, dafs man sie erst in jenem salzstiurehaltigen Destillat von d e r Destillalion dcr Platinlosung sufldst, darauf Wasser zusetzt, das auch lrier, aber iiur in geringer
Menge, ausgeschiedene Platinliarz durch Filtration absondert und die Liisung hinstellt; man erhalt dann nicht selten das Acechlorplatin init so geringer Einmengung vom
Brauncn, dafs inan die Uriikristallisirungillisir~~ng
fast unterlasscn
Dime Behandlung (hufliisung im Destillnt ti. s. w.)
lianu.
kann auch niclit selteri iiiit Vortheil angewandt wverdcn,
wenn, was zuweileii geschieht, ein ‘l’heil Aceclilorplatin,
mehr oder weuiger verirnreinigt mit Platinharz, sich auf
-
163
dem Filter ausgeschieden 1131. I)as Eigcnthiimliche der
Wirkung des I)eslillats sclireibe icli der darin vorhan-
denen freien Salzsaure zu, die beitragt, dafs gawisse
Theile des Platinbnrzes besser aufgel6st und zuriickgchalten werden als voin reinen Aceton; nber dabei wird
aucli ctwas melir Acechlorplatin zuriickgehalten, als bei
Anwendung des Acetons fur sich.
B e s t e B e r e i t u n g s a r t d e s Aceclilorplatins.
W i e leicht zu erachten, ist die Bereitung jenes gelben kristallinischen Kiirpcrs, wenn man davon eine zu
eiiier grhidlichen Untersucliong hinreichende Menge verlangt, ziemlich miilisam, und wenn ich nicht eine anderc
Darstelluiigsmeise gefunden liztte, die ilin reichliclier und
leichter gab, wiirde ich mich geuiilliigt gesehen haben,
die Versuche daiiiit sehr einznscliriinken. Dazu kommt,
d a b jene Darstcllung mit Hiilfe von Wasser es zweifelhaft machen kann, ob das Acechlorplatiu ein urspriinglichcs Produkt der VS'irkung zwischen Platinchlorid und
Acctou seg, oder eigcntlicli erst durcb Einwirkung des
Wassrrs auf eins oder das aiidere der nrspriiuglichen
brodukte entstehe. Ich glanbte indefs jene Bereilungsart, -als Beitrag zur Aufhellung dcr hieher gehiirigen Erscheinungen, so ausfuhrlich wie cs geschehen, erziihlen
zu mussen.
Allcin Platinclilorid uod Accton geben Acechlorplatin ohne Zutritt von Wnsser, und man kann es ohne
Hiilfe von WHrine erhalten, weiin nian beachtct, das
Clilorid znerst init nur SO vie1 Aceton anzureiben, dafs
daraus cine breiartige Masse entsteht, und darauf i n einer wohl verst8pselten Flasche (mit weiter Oeffnung und
eingeriebenem Stiipsel) 30 bis 40 Stunden stehen zu
lassen. Beiin Anreiben stellt sich in der Masse bald
eine zienilich starke Selbsterwarmung ein, und es entwickelt sich ein Stoff, der die Aiigen stark reizt, doch
ohne schldliche Folgen; auch merkt man bald am Ge11
*
ruch die Bildung von Salzsatire in grofser Menge. nic
schrrarzbraune, nnfangs glcichfGrmigc, abcr dickflussige
M x s e niinint iin Laufe von etwa 21 Stuiidrn cine griilzartige P,cschaffenheit a n , wiilircnd sich, bcsontlcrs am
Boden d e r Flascbc, cine braune kristalliuische Masse
absetzt.
W e n n dicse, nach ,4bgiefsnn;; des noch Fliissigen,
auf eiriein Filtcr init Accton in kleiiicn l’ortimcii ausgewaschen wird, so geht die F a r b e , beiin Fortwaschcn
des brarinen Stoffs, alliiialig in Gelb iiher. Ilie ilbgegossene Mutterlauge gicbt oft, nach 21 stiiiidigein Stelien
in ciner zngepfropften Flascbe, noch cine Portion kristallinischen, braungef~rbten Acerhlorplatin, die, bciin
Aiiswascheii init Aceton ziemlich leic:lit init gclbcr Farbe
erbaltcn wird. I n dieser zwcitrn Rhtterlauge ist noch
cine Portion, die iiiclit zuin Auskristallisireii gchracht
werdcn kann.
Diese e r l i ~ l t iiian am bcsteii auf die
Weise, dafs inan die Losung durch Dcstillation eindainpft,
bis sie die Steife cines dickcn Syrups hat, darauf hurtig in eine Abdampfscliale giefst, rnit etwas Aceton ausspiilt, und nun das Ganze (wenn man will, erst auf dcm
W’asscrbade etmas erwarmt ) neben Scliwelels~iurc und
Kalihydrat tinter die Glocke einer L u f t p ~ ~ ~bringt,
~pe
wo mau es nun in einer allindig inclir und niehr verdiinnten Luft stelicn k f s t (denn diircli ein zu schnelles
Auspumpen wiirde hatiirlicli leirht ciue heftige Rewesung in der Masse eiiitreten) bis Alles cine feste, firnifsartige, spriide Masse geworden ist. Bringt inan nun
diese, gepulvert init Aceton zii einem miifsig dicken Brei
angeriihrt, auf ein Filtruin, so bleibt, nach gch6riger Auswascliung init Aceton, Acechlorplatin init rein gelber Farbe
Die bci diesen L4uswnschungen erhaltene
zuriick.
sr.hrvarzbraunc Flussigkrit giebt cbenfalls, iiach Eindampfcn durch nestillation fast bis zur T r o c h e , eiue Rlasse,
nus clcr man, durch passeiidc huswaschuug init Aceton,
eiire Portion ziemlicb reinen Acecblorplatin erhalten kann.
-
165
Da aber tlurcli die Wechselwirkung zwischcn Platinchloritl und Acefon, aufser dcm Accchlorplatin und
dein in Acctoii noch luslicheren schwarzbraunen KOrper,
aacli, obschon in gcringcr Mcnge, eiri in s;inrefreiem Acet o n unliisliclicr Stoff cntsteht, so uiiifs inan das durch huswascbcu gcreinigtc Accchlorpln[in init Accton warm digcrircn (Din besten in cineiii langlialsigcn Kolben auf dem
Wasscrbndc uud iintcr iifterer Bewcgung) und darauf
dic gcsztligte Aatliisuiig IiciCs filtrircn, in cine Flasche
init wcitcr Mii~iduog, vcrschen iriit einein Glasstopscl;
bcim Er k a1t en s c h i c Cs t d as Ace cli 1o rplnt in v o 11k omni e n
rein an. Durch lhnliche Aofliisung eincr ncucn Portion
Salz in dcr abgcgosscnen Miitterlaugc iind Fiirdcrung
diescr Liisiing bis zuiu ersten Anscliuk, kann man noch
eine Portioii in d1.n kristnllisirtcn Zustand bririgeo und
so 6fler. RIau er1i:ilt iodcCs stcts nur kleine Kristalle;
wid d n der Untcrschicd dcr Lirslic!ikeit dcs AcEchlorplatius iu koclicudcin und kaltcm Accton nicht grofs ist, SO
ist es doch gen Ghnlich vorthPilliafter, die Aullosung geradczu fast bis zur Trockue cinzudcstillircn , das Braua6ef;irbte fortzurvasclicn, und das brslillat zur huflilsullg
yon mehr anzuwendcn, danii diese Arifliisung wieder einDurch diese lctzte Bereizudcstillirrn und so fort.
tuugsweise kann inan ungefAhr 20 Procent des angewandten Chlorids a n hcccblorplatin crhalten.
-
E i g ens c Ir a f Ie n d es A c e clil o r p 1J t ins.
Das AcecIilorpIaliii ist iiii woIiIgctrocknc~e~i
Zustand
ohne Gernch, und vou metallischein, hcrbem Gescbmack.
In cinc Lic1itfl;iinme gebracht, verbrcnnt L'S init etwas
griinliclier Flaminc untl hin[erl:ibt ine~alliscliesPlalio. Es
Iskt sich im OclbatIe bis 195O erwliruicn, obne tlurcli (hrucli orler Farbe Zeichen von Zcrsetzuiig zu gcben; bei
cincr Tcinperattir des Bades von etwa 200° (gcnan, wie
es scliciiil, 203") bcginnt es sich zu scIirv:rzen uud einen
sluerlicli eretickeuclen Geruch zu geben. Bei 225O cles
166
Bades ward cs, in cineln Versuche, unter Entwicklung von
Gas und Dampf von einem saureu, aber zugleich eigenthuinlichen Gcruch, in eineii scbwarzen Karper verwandelt;
iiacli uud nacli bis etwas uber 300O erliitzt, schien es keincn Geruch mehr zu geben, nur bei darauf folgender
Erhilznag iu offenein Feucr bis zum Gluhen kam iiur
norh cine Zcitlang ein saurer Geruch zuin Vorschein.
D e r Ruckstand ist gleichmSfsig scliwarz iind zeipt sclbst
unter drni T'ergrijfserungsglas kciue Einmengung von metalliscliem Platin. Bringt man die stark erliitzte Masse
sclinell a n ireie Luft, so gerSt11 sie in Brand, und verglimmt zunderartig zu metallisclirin Platin. Ucbrigens
i n u t angefuhrt werdcn, dafs bei Zerstiirung dieses Stoffs
keiu Scliitielzen geschieht uiid sic11 auch liein Srausen
oder Aufbldicn der Masse .zeigt.
Das hcecblorplatin wird iiur in sehr gcringer Menge
voiii Wilsscr @!last.
Die aafangs gelbe Losulig wird beim
Stchen nacli einigen Stundcn braiin; aucb nimmt das Acechlorplatin, melches uiiaufgeliirst uiit Wasser stehen bleibt,
eine brhnlicbe Farbe an. ErvrSrint inan es mil Wasser,
so wird cs schucll erst braun urid darauE schwaiz, dabpi
Produktc gebeiid , von delien weilcrhin melir. Acthcr
liist iiur wcnig Acechlorplatin; Alkohol, besonders bei
Erwarinung, liist ctwas mehr und giebt cs beim Erkalten unvrriiiidcrt kristallisirt. W e i t reicliliclier iind iiiit
gelber Farbe wird cs voin Aceton geliist; doch last 1
Tlil. Acrton, bei gcwiihnlichcr Temperator, liaiini iibcr
&, uiid nur ctwas i n c h bci hiihcrer. 13evor Wasscr liiiizukoinint , reagirt die Liisiing iiiclit saner. Salzsliiirc,
selbst cocceiitrirte, wirkt iiur in erhiihter Temperator
daraof: dic saure Auflijsung ertriigt Siedliitze ohne incrkbare VerHiiclerung. Kalilauge 16st dns Acechlorplatiii vollstzudig, aber mit brauner Farbe, also ini vcrandrr1en
Zustaiid. Bei Erwariiiung damit, oder mit Baryt odcr
Kalk, aiif trocknem oder nasscm Wege, so wie mit Ammoniak, a h Gas oder wlssrige Auflbsung, mit .4lkoboI,
rnit Aceton zeigcn sich Ersclieinungen, die spatcrhin angefuhrt werden sollcn. Lafst man eine Lbsung voii Acecblorplatin i n Aceton in einein zugepfropften Glase niit
Kupferdrehspiineii stehcn, so iibcrzielien sicli dime innerbalb 6 bis 8 Stundcn wit ciiier dicken Lage cines schwarzbrauncn Kiirpers; bei Zusatz voii iiocli so wrnig Salzsaure gcschiclit diefs in wcnig Angcnblickcn und init Gasentwichlung. Arich mit Quecksilber geschirht die Reduction, iind daoiit erhiilt inan anfangs cin weifses Amalgam, aber iiach etwas Ikigerein Stehenlasscn scheidet sich
ein scliwarzes Pulver ab, und das Quecksilber zcigt sich
nun zuin TIieiI wicder in seiueiii f!ussigen Zustand. Phosphor, in einc geszttigtc Liisung des Acechlorplatins und
Aceton gcbracht, llirift soglcich schwarzbraan a n und die
gclbe Fliissigkeit wird sclincll inelir und inehr dunkelbraun. Iin Laufe von etrva eiiicr lialben Stunde wird
sic schwarzbraun und setzt darauf in grofser Menge einen riithlicli brauoen schlainmartigen Kijrper ab , wabrend die Fliissigkeit sich fast enthrht. Ich gedenke dicfs
Verhalten naber zu untersucllen.
Setzt man zu einer Liisung des Acechlorplatins in
Aceton eiii Gciiienge voii Aceton und salpetersaurem
Silberoxyd in Wasser (welche Fliissigkeit nur schwach
fahl ist) oder fiigt man die Acecblorplatin-Liisung zu dieser Fliissigkeit, so erhalt inau in deniselhen Augcnblick
eine sehr rcichliche Ausschciduiig mit rein gelbcr Farbe;
allein im L a d e einiger Minuten erhilt das Ganze cine
schwarzbrauiie Farbe, selbst bei langeln Stehen bleibt
es triibe.
Starke Salpetersgure zur Acechlorplatin-LOsung gesetzt , bewirkt kcine VcrSnderung. .4uch erhslt
wan im Weecnllichen jenes Phiinomen, wenn man zu der
stark milcliigen Fliissigkeit , die durch Verinischung einer
~ S s s r i g e nLiisung von schwcfclsaurei,n Silberoxyd init Aceton eutstebt, eine acetonischc Auflijsung von Acechlorplatin liinzusetzt.
Eiue wassrige Lijsung von Cblorkaliuln uiid Chlor-
-
168
natrium nimmt Aceclilorplntin mit gelber Farbe auf, selbst
bci gewiilinlicher Tempcratur in weit griiberer Menge
als Wasscr allein; bei erhihter Teinperatur likt cs sich
noch reichlicher darin, iind diese Liisiing ertr%gt Iaugwieriges Siedm ohne das inindeste Zeicben von Zersetzung zu zeigen; ein Verhalten, das die Entstehung
einer Doppelverbindung anzudeuten scheint. Die Vcrbindung ist jedoch bier wcit Greniger bestiintlig als zwischen jenen Chloride11 und dcm brennbaren Chlorplatin
(beim Alkohol) , und unterschcidet sich miiglicherweise
auch in anderer Hinsicht davon; ich habe niir iiber diesen Punkt noch keine befriedigende -4ufkllrung verschaffen kirnnen.
Z e r 1egu n g d e s A c e c 111 or pl a tins.
Das molil an dcr Liift getrocknete Acechlorplatin
verliert bei l~ngeremVerweilen weder in einer Temperatur von etwa 180° noch im Vacuo tiber Schwefelsaure
etwas am Gcwicht, und ist folglich als wasserfrei, wenigstcns als frei von Kristallwasser anzuschen.
I)a ich alleii Gruiid hatte zu der Annahme, dafs das
Acechlorplatio , aufser Platio, weriigstens Chlor, Kohlcnstoff untl Wasserstoff euthalte, uiid es tiberdiefs uur nocli
Saiierstoff enthalten konnte, so stellte ich die hnalyse
desselhen folgendcrmafscn an.
A. 1,3807 Grm. Acechlorplatin, ziivor getrocknct
im Vacoo iiber Schwefclsaure, wurdc mit einer grokcn
Menge wasserfrcien kolilcusauren Natrous genieugt, und
dns Gemenge, in eiuen Platintiegel gebracht, mit einer Lage kohleusauren Nafrons bedeclit, gehiirig erhilzt.
Die Masse wurde darauf ausgelaugt und mit Salpetersaure uberszttigt. Das Ansgescbiedene, auf ein Filter
gebracht und geliiirig ausgewaschcn, so wic dann gehdrig lauge an der Luft durcbgegliiht, wog 0,735 Grm.
Die Auflosung gab beim Fiillen lnit salpetersaurem Sil-
169
beroxyd u. s. w. 1,069 Gem. geschmolzenen Chlorsilbem
Dick giebt fur 100 Thl. Aceclilorplalin
Platin 53,2338
Chlor 19,1010.
B. 1,0645 Grm. aiif gleiche Weise bebandelten
Acecldorplatins wurde durch zweckm5fsige Erhitzung im
Platintiegel vollstsndig vcrbrannt. Dcr Rlickstand war
reines Platin und wog 0,5703 Grin. D i e t giebt aiif 100
Acechlorplatin
Platin 53,594.
C. 1,689 Grm. Acechlorplatin (hier, wie iiberall,
nach Stehen im Vacuo iiber SchwefelsSiure) gaben, eben
so behandelt, 0,911 Grm. Platin, also auf 100:
Platin 53,937.
Die Bestimmnng des Kohlen- und Wasserstoffs ben-erkstelligte ich durch Verbrennung theils mitlelst Kupferoryd, theils mittelst cliroulsauren Bleioxyds unter Zusatz von Kupferoxyd. Bekanutlich bat man in neuerer
Zeit das chroinsaure Bleioxyd als vorziiglich zu Analysen schr kohlcnstoffhaltiger Verbindungen empfohlen, da
die Verbreiiiiung des Kohlenstoffs damit leichter als init
Knpferoxyd geschieht, zuin Theil als Folge des Umstands,
dafs man durrh gehihig starkes Ei hitzen gegen den Schlub
eine Entwicklung von Sauerstoffgas in der Masse bewirlien kaun. Fiir genaue Analysen chlorhalllger organisclier Stoffe hat man jenes Salz sogar fur unentbehrlich
gehalten, weil die Anmendung von Kupferoxyd dadurch
einen Fehler mit sich fiihre, dafs das erzeugte Wasser
durcli Chlorkupfer vcrunreinigt werde, folglich die Mcnge
des Wasserstoffs zu grds ausfallc.
Obschon ich mich bei mehren Gelegenheiten iiberzeugt babe, dafs man die Analyse eines chlorhaltigen
Koblenstoffs durch Kupferoxyd allein mit ricler Genauigkeit ausfiibrcn kann, sobald man nur eine gehUrig lange
170
Vorderlage von Oxyd anwendet und die tiufsersten Tbeile
derselben, auf eben zwei Zoll, nicht zum vollen Gluheu
erhitzt, so lialte (loch auch icb das chromsaure Bleioxyd
fiir sehr iiutzlich bei dergleichen Analysen, und machte
deshalb, wie crwahnt , bei dieser Gelegenbeit Gebrauch
davon.
Die Kohlenslure wurde librigens in Kalilauge aufgefangen und der letzte Rest auf gew6hnliche Weise
durch einen Luftstrom ausgetrieben ; das Verbrenniingsrobr war zu einer herabgehenden Spitze ausgezogen und
Korkpfropfen wurden nicht angcwaudt. Zur Fortschaffuog jeder Spur von anbangendem Vl‘asser wurde die
eingebrachte Ladung auf wohlbekannte Weise durch Erbitzung im Wasserbade unter Auspuinpen getrocknet.
D. 1334 Grm. Acecblorplatin gaben 0,947 Grin. Kohlenslure und 0,3425 Grm. Wasser. Das macht auf 100:
Kohlenstoff
Wasserstoff
19,6300
2,8553.
E. 1,248 Grm. Acecblorplatin gaben 0,8625 Grm.
Kohlenslure und 0,3305 Grm. Wasser, auf 100 Thl. also:
Kohlenstoff 19,2210
Wasserstoff 2,9408.
Als Mittelzahl sind folglich durch diese Versuche fur
100 Thl. Acechlorplatin erhalten:
also
Nun ist
Plntin
Cblor
Kohlenstoff
Wasserstoff
Sauerstoff
53,3883
19,1010
19,4260
2,8980
4,9567.
53’58s3
1238,260
= 0,04345
19’1010
221,325
= 0,086299
oder 1
*
2
171
199426
76,437
= 0,25415
oder 6
2’s98
G,2398
= 0,46441
10
419867 = 0,049867
1.
100,000
Das wili sagen, die elementare Zusammensetzung des Acechlorplalins ist ;
in 100:
J)
1 At.
2
6
10 8)
1
))
1,
Platin
Chlor
Kohlcnstoff
Wasserstoff
Sauerstoff
= 1233,260
= 442,650
=
438,622
62,398
= 100,000
2296,930
=
. .
. .
. .
. .
. .
53,6920
19,2710
19,6660
2,7166
4,3537
100,0000
was, wie man sieht, selir wohl mit den obigen Erfahrungs- Ergebuissen iibereinstimmt.
Angcnomrnen, zu Einein Atom Aceton geharen 6 c
1 2 82 0,so differirt davon der Hydroxycarbon-Stoff,
der sich mit 1 At. Platinchlorfir verbunden hat, durch
eine Mengc von Wasscr- und Sauersloff, die 1 At. Wasser gcben. Nach K a n e * ) enlsteht eine solche Verbindung unter andcrn bei der Einwirkung von Schwefelsaurc auf Aceton, und kaiin dabei in isolirtein Zustand
crhalten werden. Was, die Zusauiiucnsetzung betrifft, so
verliiilt sie sich zum Aceton, \vie Aetlier zinn Alkohol.
Dcnkt man sich nun Aceton als ein Hydrat von diesein
Acelonaether, oder , wie K a n e ihn nennt, Mesityloxyd,
folglich als C6H10O+H* 0,so kann die Wirkung m i &en Platinchlorid und Aceton ziim l‘hcil so betrachtct
nerden, dafs 2 Atoine Chlor, welche 1 At. Clrlorid vcrlorrn hat, sich mit 2 At. Wasserstoff von 1 At. Aceton
verbinden, so dafs dieser eine eigene Zusaminenselzong
bildet, bestehcnd aus G C+lOZf+2 0,wzhrend dcr
so gebildete Cblorwasserstoff ein anderes Atom Aceton
1) Am angefiihrten Ort.
172
durch Katalysc in W a s s e r iind Mesifyloxyd zerlcgt, welches letztcre clam init detn Platincliloriir die neue Zusai:iinensctzung Pi CP+ 01P00 giebt.
Glcicliwie die hiebci erzrugtc Platinvcrbindun;; in
ihrer Zusaiiimensctzung abwciclit von der, welche durch
Wechsclmirkung zwisclicn Alkohol und Platinchlorid entstclit, utiter andern dadurch, dafs das Cliloriir darin ciiicn saueretoffhaltigen organischen Stoff aufniinmt, nogegcn der im brennbaren Chlorplatin sich nur init Kohlenwassersloff verbindet, so sclieiiit auch nictit Acctonaldchyd gleiclizeitig mit Acechlorplatin entstehcn zu kiiniirn, wiilirend die Erzeugung des brcnnbaren Chlorplatiu durch Alkoliol stets die Uildung von Alkoholaldehyd
niit sich fubrt, denn jenes Aldeligd ist nacli K a n e :
c= +
If8
02.
hllein das Daseyn einer Zusammcnsetzung CG~l"O
0'
ist nocli onbeniesen, und wie alle Verliiiltnisse beiin Alkohol eben so grit durcli die Annahme, dafs e r ein Bihydrat vom Kohlenwasserstoff C4H8scy, als durcli die,
dafs cr ein Hgdrat voni Oxyd ~ 4 1 . * o +
sep,
0 erkliirt
werdcn k h n e n , so kann inan auch das Aceton als ein
Bihydrat von Kolilenw asserstoff C6@ oder bcescr von
C3H4 betrachten, und him scheint sogar die letztere Hypolhrse den Vorzug zii verdiciicn. Xach K a n e giebt
es niimlich einen solcken Kohlenwasserstoff (das Rlesitylen), der ebenfalls hei Behandluog vom hccton init
einer gewissen Mcrige Schwef&iure erhalten w i d . Und
wird dann das Aceton zu C3H4+ffz0 angenotnmrn, so
kann das Acerlilorplatin bctrachtct wcrdeii als: (PI CP
4OH' ) +(CJH4
+N' 0) , h e r v o rgcb r a ch t d R d t i rcb, d a Cs
2 hlome Chlor, durch Bildung von Salzsaure init 2 At.
Wasserstoff von 1 At. Aceton, an dieses 1 At. Sauerstolf tiberriihrt , und clamit Acclonaldcliyd erzeugt habco,
mahrend dic Salzs3ure durcli Katalyse 1 At. Aceton. in
Wasser und Mesityleo zerlcgt bat, welche letzterc init
1 At. des Platinchloriirs und 1 At. unvcriinderlcn Ace-
173
tons das Aceclilorplatin giebt; so dafs folglich die WirLong dargestellt werden kann durcli die Gleichnng:
Pi C14+3 ( CJ H4 +fP 0)= CL'IP+ 0H' 0
+[(PtCI?+OH')+(CJI14+H20)]+IIZ0..
'
I).
Hiebei verdicnt I I O C ~ , r~cksichtlich der Zusammensetzriiig dcs breuiibaren Clilorplatin bciin Alkohol, in Betraclit gezogen zu werden, dafs, wcnn inan in letzterein
Aetherin annimmt, dann 2 At. Platincliloriir mit 1 At.
desselben vereinigt sind, so dafs diese Verbindung in
eine Keihe kommt mit der sogenannten Weinschwefelsiiure iind damit verwandten Verbindungen; wogegen 1At.
Acechlorplatin , wenn inan darin Mesitylen annimmt, auf
1 At. dcsselbcn (welches eineiii At. Aetlierin entspricht)
nur 1 At. Platinchloriir enthiilt, aber statt dessen das andere Atom 1 At. Wasserstoff. Vielleiclit steht in jedem
Fall der Uuterschied rucksiclitlich der Anzahl dieses ZUsaiiinreiise~zuogsgliedcs in Verbindung init der ungleichen
Lciclitigkeit, init der sie Verbindungen init Chloriiren geben ; ja ich habe sogar durch mehre liieriiber angestellte
Versriclie (von denen bei einer andern Gelegenheit )
Criiiid zu zweifeln, d a b das Acechlorplatin damit wahre,
denen beiin brennbaren Chlorplatin entsprechende Doppclvcrbindungcn geben k6nnc.
W a s iibrigens die Wechselwirkung zwischen Platinchlorid iind Aceton betrifft, so entsteht dabei cine zablreiche Meiige Sfoffe; aber einige dieser entstelien unzweifelhaft diirch eine eigene Wirkung der gebildeten Salzsaurc aiif eine Portion Aceton und iiberdiefs vielleicht
auf einige der Produkte. Ngheren Aufschlufs bieriiber
crwarte ich durch Versiiche mit dem Destillat und dein
Platinharz, von denen hier scbon einiges am Sclilusse
gesngt werden soll. h b e r z u w r mufs nlher betracbtet
1) Statt nacli der erstcren Tlreoric durcli die Gleiclrung: Pf CP+
'c6 H I
=oa+cen'=02 = P I C I ~ + C ~ H ' ~ O ~ +CHP=+ C ~ H0~0
H 20, wobei inan'die Bildung cines Stoffcs annelrmen mu&, des-
+
scn Daseyn niclit crwie-scn ist.
1'74
werden, was das Acechlorplatin bei trockner Destillation
und bei Uestillation mit Wasscr giebt.
PI a t inca r b ure t.
Bei ungefahr 200° wird, wie scbon angefuhrt, das
Acecblorplatin zersetzt. Bei 215O begann, in einem Versuch mittelst eines pneuinatischen Destillirapparats, eine
schwache Gasentwickluhg ; bei 240° war die Gasentwicklung ziemlich lebhaft und dabei ging eine braungelgrbte
Flussigkeit tiber. Diese blieh bei ciner zieuilich langsam
bis 275O steigenden Hitze sanft: ein paar Ma1 zeigte sich
im Apparat eine, als ztlierartige Slreifen herabflie~sende
farblose Fhsigkeit. Bei 300" mar die Eneugung von
Gas und der braunen Flussigkeit schr reiclilicb. Endlich ward bei diesem Wlrmegrnd im Oelbade, wovon
liier iiberall die Warmegrade gelten, sowolil die Gasent~viclilongals die Bildung der Flussigkeit liilchst unbedeutend. Bun wurde der Apparat im Sandbade einer
bis zum Glulien steigenden Hitze nusgesetzt. Die Gasentwicklung ward dabei wieder Icbhaft, und es erscbien
im L a d e diescr letzten I3ebandlung vollkoininen so vie1
Gas, als bei der Iiehandlung iin Bade; dic Erzeugung
der Flussigkeit war dagegen in diescr Periode weit geringer. Als endlich auch die Gasentwicklung bci lebhafter Gllihhitze aulhiirte, ward dime abgebrochen. Dcr
Rackstand kam iiicht eher an die Luft als bis er vollstzndig erkaltet mar.
Das braune Destillat, welches so reich an SalzsYure
w.x, dnfs es sogar stark an der Luft raucbre, gab beiin
Schlitteln mit Wasser einen bligen Karper, der auf dem
wsssrigen schwamm. Er besafs einen hnrzigen, aber zugleich titherischen Gcrucb. Das Voluin dieser ausgeschiedenen Flossigkcit war bedeutcud geringer als das dcr,
aus wclcher sie entstand.
Das Gas war ein Gemenge von vieler Salzsaure nnd
einem brennbaren Gase, wahrscheinlich leichteln Kohlen-
175
masserstoff; Uberdiers fand sich eine Spur von Kohlens5ure.
D e r Riickstand war schman, zusammengesintert,
und ohne die geringste Spur von eingeinengtem, metallischem Platin. Es zeigte sich bald, dafs er nur Kohlenstoff und Platin enthielt; und die Langsamkeit, mit der
cr an der Luft verbrannte, deutete schon daraof, dafs
er kein blofses Geinenge dieser Stoffe war. Es ist kin
malires Carburet von Platin, cine Veibindung, die man
so vie1 icli weirs, aiif andere W e i s e vergebens hervorzubringen gesucht hat.
Das Gewicbt des der Destillation unterworfenen Acechlorplatins betrug 1,689 Grm. I)as Gewicht des daraus
erhaltcncn kohlenstoffhaltigen Riickstands war 1,0205 Grm.
und das Gewicht des daraus durch Verbrennuog erhaltenen Platins: 0,907 Grm. Es ist also 1,0205 - 0,907
= 0,1135 Grin. das Gewicht des von diesein Kohlenstoffplatin Verbrannten; diefs gicbt in 100 TBI.:
Platin
68,878
Kohlenstoff 11,122.
Nnn ist
~88’bi8
1233,260
- 0,072068;
11,122
76,437
=
0,14550
und
0,14550
--- 2,001.
0,072068
Folglich ist das auf diese W e i s e aus dein Acechlorplntin erhaltene Kohlenstoffplatin = Pt 0 oder eine
Verbindung von 1 At. Platin uod 2 At. Kohlenstoff.
In einer kleinen Retorte wurden 3,161 Grin. im
Vaciio getrockneten hcechlorplatins abgewogen. U e Retorte, verbunden mit einer Vorlage, versehen niit Ableitangsrtihre, wurde tiber offnem Feller selir laugsain erliitzt, aber zugleich so lange, bis bei anhaltendem heftigen Gluhen kein Gas mehr erschien. Die Miindung und
der Hals der Retorte, nebst der RGhre, wurden sorgfal-
176
tig abgewiscbt, erst mit Papier, das mit Aceton befeuchtet war, zuletzt mit trocknein Papier. Darauf ward wieder erhitzt und init Papier abgetrocknet, Nun wiirde gewvlgt, dann wieder erhitzt, und durcli die Riilirc ausgesogen , alles mit grbfster Genauigkeit. Der erhaltene
RIickstand (Kohlenstoffplatin) wog 1,919 Grm. Biers
giebt auf 100 Thl. Acechlorplatin:
Kohlenstoffplatin 60,705.
Jcner erste Versuch gab auf 100 Thl. Acechlorplatin:
Kohlcnstoffplatin 60,017
die Mittelzahl hievon ist: (30,362.
Nach der Hypothese, d a b dieses Kohlenstoffplatin
ist PI 0,
sollten 100 Tbl. hceclilorplatin geben; 60,347
Koldenplatio. Da nun 100 TliI. Aceclilorplatin , folglich
60,362 Kohlenplatin, enthalten: 53,692 Thl. Platin, so
bekommt man auf 100 Thl. Kohleiiplatiii:
88,959
Platin
Kohlenstolf 11,041.
Die Berecbnung giebt:
Platin
88,971
Kohlenstoff 11,029.
Urn Gewifshcit dariibcr zu crhnlteii, ob jcnw Riickstand frei von Chlor wiire, versuchte ich cine klciiie Portion desselben , sorgfiiltig gemengt init fein geriebenem
reinen Kalk, stark und lange zu gliilieri, zog darauf die
Masse uiit Salpetersaiire nus, und selzte salpetersaures
Silberoxyd hinzu. Es zeigte sich nur nach kingerein Stehen eiu e hl)chst un bed cw t en de Trii b ii n g.
Noch der Vorstellung, dafs die Zusammensetziingsweise des hcecIilorplatiiis is(: [(Pt Clz+ OH4)+(OH4
+H* O)], wird die Tlieorie der Erscbeinungen bei der
trocknen Destillation die: dafs die 2 At. Chlor sich mit
2 At. Wasserstoff des erstcn Hauptgliedes verbinden,
wlhrend 2 Alolne Kohlenstoff desselben Gliedes vom
Pla-
177
Platin aufgenommen werden, und das dritte Atom Kohlenstoff mit den iibrigen 2 At. Wasserstoff Oel-Kohlenwassersloff bildet , welches , durch Wechselwirkung iirit
dein einen Atom Wasscr in dem andern Hauptgliedc,
Kohlenwasserstoff und Kolilenskm erzeugt; die mtstandene SalzsHure gelit tlieils im freieu Zustandc fort, theila
mirkt sie auf das riickstiindige Mesitylen.
Khigswasser wirkt bei Digestion auf jenes Platincarburet. 1,2425 Grui. Platincarburet wurden, bis alle
Wirkung aufgehiht hatle, wit mehren Portionen Kilnigswasser digerirt, und darauf sehr sorgfdtig durch Koclien
init Wasser und zweckmtifsiges Abgieken ausgewaschen.
Obgleich die Flfissigkeit alle Farbe und saure Reaction verloren hatte, so kamcn doch beide beiin Eindainpfen wiedcr
zum Vorschein; dalier dcnn die Auskochung init neuen Portioneii Wasser wiederliolt wurde. Nun zeigte sich beim
Eindampfen kein Zciclren von etwas Aufgeldstem. Die ganz
eingetrocknetc, passeud erwiirmtc Masse wurde niiu zuin
Abkiilrlen nebcn Schwefelsiiure in ein Vacuum gestellt.
Sic wog 0,1535 Grin, und war kohlschwarz. Nun wurde
sie im Tiegel verbrannt. Der riicksrandige und grauschwarze Kdrper, dessen Gewicht sich auf 0,008 Grm.
belief, verhielt sich wie Platin.
1,2425 Gnu. Platincarburct hatten also gegeben 0,1527
Grm. Kohlenstoff, was auf liundert 12,29 Kohlenstoff ausmacht. Walirscheinlich war etwas Chlorplatin zuriickgcbliebeu.
Auch bcim Gliihen mit Kalkhydrat in ciner Retorte
giebt das Acechlorplatin einen Nickstand von Kohlenplatin. Das Destillat dabei scheiat Aceton zu enthalten,
aber iiberdiefs einen audern Stoff. Wenn die Masse
bei steigender Hitze aufgebiirt Bat eine tropfbare Flussigkeit zu liefern, giebt sie , bei fortgesetzter Erhitzung
nocli lange ein brennbares Gas: ein Verhalten, das ebenfalls mit jener angenomlneneu Zusammemetzung iibereinstiinmt.
Pnggend Ann. ErgSnzungsbd. I.
12
178
Ace p la ti nosy dal.
Bei Zersetzung des Acechlorplatins mittelst Kocben
blofs mit Wasser wird ein koblscbwarzer pulverfhmiger KBrper erhalten, der wenigstens analog ist mit dcm,
welcber bei Behandlung des Platinchloriirs wit Alkoliol
entsteht, und unter mehren Umsthden von den] brcnnbaren Chlorplatin beim Alkohol erlialteii wird. Dieser
(welchen ich in meiner Abhandlung: ,,de chlorido platim e et alcohole vini sese invicem permutantibus etc.
Hauniae 1830" I ) s e d i m e n t u m p l a t i n i c u m n i g r u m nannte) ist vielleich't in] wesentlichen eine Verbindung von Platinoxydul und Aetherin; aber da er stets
mit mcbr oder wenigcr mctallisclien Platins gewengt erhalten wird, ist es nicht inirglich darhber durcb eine Analyse zu entscheiden. Der aus dem Acecblorplatin auf die
angedeutete Weise erbaltene ist dagcgen gewahnlich ohne
Spur von eingemengtem Platin. Wenigstens will ich ilin
bis weiteres Aceplathoxydul ncnnen.
Gleich wie jenes Sediment verbrenut er bei einigcr
Erhitzung mit heftigem Knistern und einem gar nicht unbedeutenden Klatsch. Die Entziindung erfolgt sogar,
wenn man, nachdem er im Vacuo fiber Schwefelsaure
getrocknet worden, schnell Luft in die Glocke lafst, und
folglich durch die rasche Luftcinsaugung eine VS'Zrmeentwicklung veranlafst. In Luft auf passende Weise rnit
Alkohol in Beriihrung gebracht (z. B. in einem Hnufchen
auf Papier gelegt, befeucbtct mit Alkohol) brennt cr auf
gleiche Weise ab und ietzt gewbhnlich den Alkoliol in
Brand; reines Aceton oder Aetlier giebt diese Wirkung
nicht. Mit Aceton gab er, zwar nicht sogleicb, aber
nach 24stiindigem Stehea, eine etwas braun gefiirbte Flussigkeit, obscbon' sich nur wenig aufgelast baben konntc.
Concentrirte Salzstiure gab beim Stebed damit und bci
Digestion eine rbtblicbbraunc Fliissigkeit , aber das Pulver war nicbt ganz unl6slich darin. Salpetersiiure wirkte
1) S. Ann. Bd. XXI, S.497.
179
nicht lebhaft darauf. Selbst nach langer Digestion mit
Kiinigswasser blieb ein Theil mit gelber Farbe ungelbst,
wjlhrend ein Theil sich mit derselben Farbe lbste.
Die Erscheinungeii und die usheren Umsttinde bei
seiner Entstehung ersieht inan ails folgendem Versuch,
wobei ich zugleich das Verhdtnit zwiscben der Menge
des Products und dem angcwandten Acechlorplatin zu
bestimmen suchte.
3,6415 Grin. Acechlorplatin wurden mit Waseer angeriebeu, und zugleich mit mehr desselben (im Ganzen
etwa 40 Thl. Wasser gegen ein Tbl. Salz) in einen langbalsigeu Kolbcn gehracht; etwas lbste sich mit gelber
Farbe, aber schon nacli einer halben Stunde begann die
Llisung einen Stich ins Braiine anzunehmen. Am Tage
darauf war sic stark braun, und selbst von dem Ungelijsten hatte Etwas eine braunliche Farbe angenommen.
Nun wurdc der Kolbcn durch ein Destillationsrohr mit
einer Vorlage, die ein Ahleitungsruhr hatte, verbunden
uiid durch Anwendung einer starken Chlorcalciumlijsung
erliitzt. Bei beginncndern Koclicn der Flussigkeit batte
fast AIles eine schwarze Farbe angenomrnen, und bei
Forlsetzung desselben nahm auch das Ungelbste cine
schwarzbraune Farbe an. Es zeigte sich kein sonderliches Sch%uinen und eine Gasentwicklung konnte nicht
rcclit deutlicli bcobaclitet werden. Einige Zeit behielt
die uber dem Ersten stehende 1,bsung eine braune, aber
iiicbt starke Farbe; als aber das Kochen, nach paarmaligem Zusatz neuer Portionen Wasser hinreichend fortgesetzt, und einmal fast bis zum Eintrocknen getrieben
ward, war die obenstehende Fliissigkeit ganz farblos und
klar; das, was sich von dem starren Kbrper etwa an
das Glas gcheftet hatte, wurde abgelast uod gehbrig in
der Flussigkeit rertheilt und w i d e r einige Zeit damit gekQFl;t. Die zule.tzt uber dem kohlschwarzen Pulver stehen& Fltissigkeit gab beim Eiodampfen einen sebr g e h -
12 *
180
gen Riickstand. Dieser ward dem tibrigen Starren him
zugefiigt.
Das saure farblose Destillat hatte einen acetonartigen, aber zugleich, wie es schien, einen cigenthiimlichcn
Geruch. Die zucrst erhaltene Portion wurdc beiin Hinstellen etwas milchiq. Aber da das Ganze, das natiirlich
sehr masserhaltig war, zu wenig fiir eine befriedigcnde
Untersuchung betrug, hlieb es unbenutzt.
Das schwanc pulverf6rniige Product murde auf einem gewogenen Filter mit siedcndheifsem Wasser ausgescfst , bis das Durchlaufendc keine Spur von saurer
Reaction mehr zeigte. Es wurde nuii im Vacuo iiber
Schwefels~uregelrocknet uud daraiif die Luft vorsichtig
hineingclassen.
Das so erhaltene Aceplatinoxydul wog 2,23 Grm.,
was auf 100 Thl. Acechlorplatin macht:
Aceplatinoxydul 58,05.
Bei einem neuern Versucb, iihulich diesem, nur dafs
das Pulver in dem zuvor gewogenen Kolben ausgewaschen, und , nach gehuriger Reinigung des Auswendigen,
in diesem getrocknet und gewogen wurde, gaben 0,9905
Grm. Acechlorylatin : 0,581 Grm, Aceplatiuoxydul, was
auf 100 Thl. des ersteren giebt:
Aceplatinoxydul 58,658.
Die Mittelzahl ist also: 58,354.
Und da in 100 Thl. Acechlorplatin an Platin 53,692
sind, so erhglt man fiir 100 Thl. Aceplatinoxydul
Platin 92,Ol.
Uebrigens hoffe ich baldm6glichst diese interessante
Zusammensetzung einer vollstindigen Analyse, und das
Ganze einer ausfiihrlichen Untersuchung zu unterwerfen.
Ich hoffe um so mthr hiezu im Stande zu seyn, als
C8 sebr wahrscheinlich derselbe Stoff ist, den man, und
in reichlicher Menge erhdlt, weun mau den obenange-
1131
fiihrteu wlssrigeii Auszug von Platinharz, nachdem er
Acechlorplatin gegeben , einer Erhitzung aussetzt.
W e n n namlich die dunkelbraune FlIissigkeit in eiuem Dcstillirapparat erhitzt wird , so tritt bald ein lebhaftes Brausen uiid Schaumen in der Masse eio, wiihrend
eine salzs5urehaltige FlUssigkeit tibergeht, die, aufser unveriinderteui Aceton, wenigstens einen besonderen Stoff
enthiilt ; eigentliche Gasentwicklung babe ich dabei nicht
beobnchtcn kbnneo. Nach k u n e r Zeit hatte sich ein
schwarzcr pulvcrfihmiger Kbrper in grofser Menge abgeschiedeo, und nachdem beinahe die Halfte der Fltissigkeit iibergetrieben worden, war der Rest gewbhnlich farb10s. Der abgeschiedene , wohl ausgewaschene und getrockuete Kbrper verbielt sich bei Erhitzung und gegen
Alkoliol u. s. w. ganz wie jener, der bei Behandlung
des reincn Acechlorplatins mit Wasser erhalten wird.
Nur ist zu bemerken, dafs man ihn auf diese Weise leicht
mit etwas metallischen Platins verunreinigt erhalt; diefs
ist besonders gegen Eode dcr Arbeit der Fall, man hat
ihn deshalb abzusondern, so wie er sich, wIhrend die
Fllissigkeit fast farblos geworden ist, ausgeschieden hat.
( S c h l u r s i m nLchsten H e f t . )
VI. HcsiiZtute der chernischcn Zerlegung des Wussers rler wic2itigstt.n Sulzscen und Salzbiiche
in dcr Kirgiseizsttppe und der Krym;
von F. GGbel.
(Entnourmen aus dcm vom Hro. Verfasser iibvsaodten Werke: ,,Heise
in die Steppen deJ siidlichcn Rutlands, untemommen von Dr. Fr.
G G b e l U. s. w. (Dorpat 1838) 2 Quartbhdc mit einem Atlas"
einem Werke, in welchem man iiber die Naturverhiltnisse der betreffenden Gegenden viele wichtige und lehrreiche Adschliirse findet.)
-
P.
Документ
Категория
Без категории
Просмотров
4
Размер файла
1 039 Кб
Теги
ber, ueber, der, acechlorplatin, platinchlorid, acetone, einwirkung, produkte, und, zwischen, nebst, bemerkungen, andere, einigen
1/--страниц
Пожаловаться на содержимое документа