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Ueber Aciditt und Alkalitt.

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ANNALEN DER PHYSIK,
J A H R G A N G 18x4, Z W 6 L F T B S STUCk.
I.
U e b e r A c i d i r a c u n d AZkaZicu:c,
von
G A Y - L u s s A c , Mitgl. d. franz. I n k
Frei benrbeitet
Gil.bert
yon
*).
1.
A l l e Verbindungen, id welche die Ktirper treten,
laflen fich in zwei Gruppen ordnen; in den einea
herrfcht voIIkomruene Neucraliciit , is den audera
Aciditit oder Alkalrtar.
*) Diele belehrenden Bemerkungen, die fich. griifgtantheils a d die Refultrte der m u e l l e n Eocdekkunged .in der
chemikhen Phylik beaiehn, cnrlehne ich 'aus der groh e n Arbeir, welche Herr G a y I.uffsc im ourgrugeneu Augul't-dem franzoGrchen Idtitrite Gber die Jode
oder Jodine vorgelegt hat, und die icti [eider &ire
verdanke; lie Cnd ihr in Forrd c h a r Anmerkung
beigefiigt. W a s Lich. in ibnen auf feine deurn Auf;
fchliifle iiber die Jodiue.bedieht, wird dem L6fer ails d a m
Auffatre des Hrrii V a u q u s l i n ' in dem rongen Hefte
viillig Serltandlich reyn : auch habd ich einipe Eriiiurerungen beigefiigt. DieCe ErGrtermngen fchlielseii firh iibeidem
genau a n an die A i d l i ~ n odes Hm. Gay-LulFac uber die
-
AnneI. d. Phylik. B.4g. Sc. 4 . J. 1814. St.
12.
Die Solze find nicht die einrigcaVerbinduogea,
in welchrn Neutralitit Statt lindet , es giebt cleren
nocn v i d e ondrre. .In dcnjenigen Aetherarten,
welche dutch Vereinigung eitrer Saure mit dtm A L
kohol gebiltlet, find, und in den Srifcn mit alkalifcher oder mi; kiure-Bafis hod die Eigenrchahen
&r beideo Heliond~lreileder Verbincluiig viillig verfchwunden. In den Lturen oder alialifchen Verbinduugen 5uTsern fich dag6geo nocli die eigenthiimlichen Eigenfchaften dies cioeo cler Befiandtheile.
Unlcre Vorffcllungrtn von fieutralitit lind
hauptraclilicli von den Salten entlchot. lhncn tu
Folge k h n wir jeden KGrper, der die aciden Ei,nen[chaften ganz oder auch nyr zunr Theil oeutralilirt,
a n als ein Alkali. nehmen jedrn Kijrper, der die
alkalirchen Eigenl'chftcn fittigt , fur eine Siiure,
denken urn den neutrafen Zufiancl als entl'priogead
aus einern gewiflen feficn Mifcliuogr- Verhdtnilre
des Kijrpcrs, dcr die aciden, mit tlcm, der die
alkalil'clien Eigeofchaften hat, und nehrnen ao, daG
4
Verbindung prformi6er Korpcr *inas mit dam anclera
( A n n o l . El. 36. S.6) uncl GLKr rine Bcrirhung rwifchen
dcm Grade dtr OxyJatioa dcr M e t r l l e uod ibre S i t t i ~UOp-C.pJtitat I&die Saurm (drf. B. ;S. S. lsg), uod
bettihien oiele ioterelhore M a t c r k n aua dcr phyGkrlifcheo
Clicmis.
h fchien mir .US diefen GrGadto s m c k m.hiRrr X U feyn', .Go in diefen A o d c n jrncr grofHn ArLeit Gber die Jodine a h Einlritung r o r r n d c h i c k e n , .I@
fie ibr in eincr Art won Escltrlur raxuhiogca. Aur don
im .-roriRcn Sriicko
175 ropfGhrfco 6rGnd.n g!rube
ich in Jielcr U c b e r t r q u ~in
~ drr Decrifche J o d h s itnd
Chlorinr , f i r i t der woo Hro. G J ~
Lullic gebrrochren Namuti Jode u n d Chforr, fellen au diirlcn.
G i 1b .ti.
s.
-
c
343
1
-
bei jedem andern Mifchungs VerhlltniUe der zufaritnimgeftxzte Kiirper Tauer oder alkalikh, jedoch
die vorrtecheode Aciditit oder Alkalitat in ihnen
gerinser fey, als lie vor der Verbindung war, und
dafs diefer Ueberfchul's Gch genau menen lafie
durch die Menge des einen Befiandtheils, den man
hinzufiigen I I I U ~ S , urn den neutralen Zufiand zu erhalten, im Vergleich mit der ganzen in der neutralen Verbindung enthaltenen Meoge deflelben.
W i r wollen diel'e Betrachtungen auf die Suuren felbrt und auf die 4glkalini anwepden.
2.
Die Neutrolitat
oder die vo1lfikiig.e Satti-
gung der aciden Eigenkhaften durch die alkalifchen, findet ztvifchen zwei einfachen Kiirpern fo
gut als zwirchen zwei zulhmmengefetzten Statt;
die Aciditit und die Alkalitiit zeigen lich I;~lbTt in
ihrer ganzen St3rke nur in den erllereq. Das
WalTer u n d das weil'se Arfenikoxyd find zwei fol.
che neutrale, den Salzen in dierer Hinficht ahnliche Zufammenretzungen. Nun aber befitzt der
SauerJo/j' die aciden Eisenl'chaftcn ; folglich mrit
fen dem Wufle&f
und dem ArfeniA die alkalilchen Eigenfchaften zukonimen, und eine Verbindung von Arfenik mit niehr SsuerllokF, als i n clem
wei1bt.n Oxyde enthalten iii, muTs fauer I'eyn. Eben
fo ifi clas erJe Stickfiqrozy-d [oxydirtes Stickgas]
f i r eine neutrole Ztd'ammenfetzung zu nehmen;
finder fich all0 der Sticklioff mit einer 3 oder 5 M a f
Z a
griirseren Menge Sauerftoff verbunclen, als in diefem Kiirpcr, lo kannen die aciden Eigenfchaften
Jes Sauerlloffs nicht m c h r durch die alkalirchen
Kigenfchaften des Stickrtoffs neutralifirt werden,
und die Verbindungen haben die Cliaraktert der
Siuren.
Da die mehrllen Afctnlloxyrle s'lcalirch find,
,
ungeachtet des Sayerllfth, den fie enthalten To
miiflen die Metalle diefer Oxyde die ;tlkalifchen EL
genrchaften in einem noch vie1 liijheren Grade befitzen. Es L'cheint hiernach, der Sauerflof verIiere
oder behalte kine Charaktere in den Verbindungen
nach Maafsgabe des VerhaItnilIes, in welchem er in ihDen eingeht. Wirwollen unterrucheu, ,,oh dielever,,hlltnilreconfiant oder varinbel k y n miiEen, uni eine
,,Tolche Wirkung hervorzubringen.') Z u dem Ende
wollen wir aber die Kiirper mit eiuantler vergleichen , nicht nach ihren Gewichten , Ijndern nach
dem Yolumen, duo J e im elaJriJchen ZrtJtJtande
einnelrmen ; denn der Korper Gewichte lpielen
bei den Verbindungen eine weit unbedeutendere
Holle, als diere ihra Haume *).
3
W i e dieres Hr. Gay-Lurac in reher Abiiandlung Lber
die Verbindungen gasfiirniiger Korper cines mit dem mdern (Ann. E. 36. S. 6 f.) darzuthun gehcht hat. W e n n
daher in dem nichltFolgenden 0011 Maarsen oder Raumtheilen SauerRoff, WallierRoEt, Schwefel etc. und ron der
Condenfation der Elemente eiries Korpers geredet wird, To
mula man dnrunter immer diere Kiirper im claItifch -fluL
figen Zultande, AII Sauerltnffgaa, W-aIlerRoffgns , Schwc.
feldarupf U. C w. Ech denkeo.
Gi 1 l e r c .
r
345
1
Das' W'rer enthilt gegen I Maa h SauerrtoR
a Mads WaKerfioff; bei gleichem Volumen ili folglich der Sauerfioff vie1 fiarker Siure-niachend
(aciclrJiant) , als der WaITerfioff alkalifch- machend
(a LcallJiant)
D as erJe StickJoJoxyd rch lief.t
a u f ahnliche Art gegen je r Maafs Sanerlioff aMaars
Stickfiaff in fich; der Sauerftoff ift alro auch vie1
fiarker acidifirend , als bei Sleichem Volumen der
Sticktioff alkalifirend. Uebcrdein Ial'st fich hieraus
rchliefsen , Jars gleiclie Volurnina WalTerfioff und
Stickkoff i n gleichein Grade alkalifch machend
find, lagen Gch anders oxydirtes StickFas uncl
WalTer ganz genau mit einander vergleichen. Das
Ko?denJto$oz-yd I'cheint mir eine Verbindung *van
2 Mdafs Kohlenfioff in Dampfgelialt gegen je I Maafs
Sauerlioff zu reyn, und wEre es ausgemacht, dal's
es fur eben To neutral als das Wafler und das
oxydirte Stickgas zu nehmen fey, To wiirden wir
rchliefsen diirfen, ,,d& iiberhaupt die Szure- ma,,chenden Eigenl'chaften des SarrerJloJgas durch
,,cine doppeltc Proportion cles KGrpers, niit dern
,,er fich verbindet , neutraliht werden , und dafs
,,(was lehr merkwiirdig ware] der Scick$o$,
der
,,Wczfler/rofl und d e r KahLenJitoJ die Alkali-ma,,chenden Eigenfchahen in gleichem Grade he,,Gtzen."
Hochfi wahrkheinlich ifi der Sauerfioff in dern
kohlerfaiwen Gas mit einem dern reinigen gleichen
Volum Kahlenrtoff-Dampf, und in dcr fc?LweJigcu
Suure mit einem dem leinigen gleichen Volum
.
-
Schwetel- Dampf tarbunden, und in beiden Kb'rpern betragt die Condenfation die Hdfte des ganzen Volums. 8 Das Salpetergas enthalt zwar auch
gleiche Volurnina Sauerlioff und Stickitoff, belitzt
aber doch nicht die aciden Bigenkhaften. W5re daran
der Umfiand Schuld, dafs in diefem Gas die beiden
Bertancltheile gar keine Condenhung erleiden , fo
wiirden wir den Satz auffiellen kBnnen , .,dal's die
,,Vereinigung von einem g1-ichen Voiumen Sauer,,fid€ uad eines Korpers einer g ~ w i 5 e nKlaKe, im,,mer eioe Saure erzeuge , wenn die Condenfation
,,der Elemente die Haqte ihres ganzen Raums
,,betragt.'r
Die falpetrige Saure fchliefst in Gch auf je
i Maafs StickltoE xf Maafs Sauerftoff, und die Sat
petegaure auf I Maab Stickftoff a! Maais SauerftoD, und doch haben diefe beiden Sauren diefelbe
Giiure- machende Eigenfchaft ; denn bei gleicher
Menge SticliltoE Ettigen beide gleiche Mengen alkalil'cher Bafis *). DaKelbe ift der Fall mit der
f&wejligen S&re und der SchwefelJiiurc, ungeschtat die letzere 14 Ma1 fo vie1 Sauerrtoff a h die
eriie enthrilt; auch lie fattigen beide gleiche Mengen von Hafis. Die JobdineJanre ill wie die SalpetdAure zufammengefetzt aus I Maafs Jodinpdamg
auf a; Maafs Sauerl€off,und auch die CIdorinefuure
3 Dsh Hr. B e r t e l i u 8
diere RPfiinmungen (Annul. B. 46.
S. 131 f.) in Anfpruch genommen Lac. bemcrke ich hier,
urn vielieicht Hrn. G a y L u [ l a c zu einrt Vertheidigung
G i l b o r C.
derlelben zu v e r a o l a l k .
-
I
3
3-47
entfieht aus Verbindung von
I
Mask Chlorine mit
34 Maali Sauerfioff *).
HiichIt merkwiirdig iTt es, d a t diefe Siuren,
welche lbwohl durch die befondere Natur ihresRadicals, als durch die iMenge von Sauerffoff, welche
fie enthalten, :gar fehr verfchieden End , doch alle
einerlei Menge Alkali fattigen, bei einerlei Volumen
ihres Hadicals in Luftgeltalt; wie man dieler au,
der folgenden Tafel iiberfieht :
Es rattigen einander folgende Volumina irn
-
elaftirch fluffisen Zufiande
S i u r e n , befiehead auo
Chlorinefaure
JodineGure
E
Radikal
Sauerlioff
{s",Z~~~bff
und
"'I.]
a.5
1
-
Ammonirkgaa a vol,
-
v01.2
2,5
-3
Salpererriure SStickfioff
ZSauerfiofi
2,s
-
falpctrige Siurer Sticutoff
ZSauerfioff
1,5
-
a 9
s.-
Schwefel[iure XSchwefeldarnpF I V O ~ .
2 , ~ a u e r f i o ~ 1,5
fchweflige
chwefeldrmpF I Vol.
Siurs
Sauerfioff
I
-
-
2 -
-
a a a -
Chlorine - War--rCblorino
r~rRoffraure*.)aWslEerTtoff
i-vo1.2
x
S
-
.
-
a -
') Hr. G a y - L u C C a c hat in Ceiner Abhandlllng darzuthun
gelucht, dafs Davy's Euchlorine ein Chlorin - Oxyd und
die i n dem Togenanritcn iiberoxygenirt- CalzCaeren Krli enthaltene Saure CltforinJiurc durch SauerIioff ili, worin die
Chloriue mic 5 Ma1 lo vie1 SauerRoff alr i n der Euchlorino
G i I b e r c.
verbunden ilt.
G i l l e r C.
*'> Bekanntlich die gemeioe Salafaure.
Wahrfcheinlich diirfte LicL au& die Schwefel-WafJcrJtoffj-aure *) auf diefe Weife ocrhalten.
Weon wir To verfchiedene. Siuren bei Rleichem
Volurnen ihrer Radicale’ rlte diefelbe Meoge von
Balir’fittigea Iehn, To fcheint d i d - euf dco Schlufs
zu fuhren, ,,daG die Eigeofchaft einer Siure, zu
.,,Gttigeo, vorziiglich von ilirem Hadical abhmyt ;‘6
denn cs ilt hierbei oichts anderes conl&ant, alr
das Vethaltnil4 diefa badicals zu der akalifchen
Balis,
Wie kfme es euch foPQ, dab, ungeachtet der
Sauerfloff, die Cliloriae unJ die Jodiae unlaugbar
febr &rke Saure- machende Eigenlchafteo belitten,
doch die Chlori~diaureund die Jodioefaure oicht
mebr fittigen , als die Salpeterfiure, die falpetrige
Saure u. I, f.? Man ki;i)ute mir einweqden, die
Art, wie ich hier die Aciditit menu, fey nicht Renau, uad die Eigeofcliaft eiuer Ssure, eioe griifsere
oder geriagere Mcnge Ualis zu neutraliliren, fey
gant etwas rnderes, afs die Starke ihrer Aciditat.
Ich will diefes fur eiqen Augenhlick zugeben, uod
felblt aonchmrn, die acide K r a f t cines Kiirpers
tiihre her van Lhioer e?ecrri/chen Kraf..; da wir indeli aucb ig diefer Hypothelt: zugertehen miilTen,
dars die clectrirche h a f t rines Nvutralfaltes null,
odec fall null ley, fa aiufs in demfelben die electrircbe Kraft der Saure durch die entgegengefettte der
’1
Von
Hm. Trommrdorf
Hydrotlrtonfiurs p o r n n t , Tur
IS den Namsn SchwrfelGii beri.
8ebrauchr babe.
welche ich i u den A o d e n
WoJerfioJ
Bafis aufgehoben I c p . Und dann ware es picht
minder merkwiirdig, einerlei Menge von Balk, deren electrifche Rraft all'o confiant ill, die Kraft reltr
verfchiedner Sauren, die ohne Zweifel all% auch
verlchieden ifi, neutralihen zu lehn !
oberdem
hat [chon vor langerer Zeit Hr. B e r t h o l l e t es
aufser Zweifel get'etzt , da13 die Unaufliislichkeit
und die Elaliicitat fowohl der Sauren und der &af e n , als der Verbindungen, in welche lie eingehn,
die HaupturTacl+e ihrer gegenl'eitigen Zerretzuagrn
und des Wechrels der Verbindungen (deplacemenk)
f i nd, und dafs folglich die electrifchen Krafte, ungeachtet die Betrachtung derlelben fehr \vichtig iiik
hier doch nur eine untergeordnete Holle lpielen.
Ich wage es indet's zu behaupten, dafs die NeutraliGrung der Sauren und der Alkalien nach einFachen Verhiltniflen , und die NeutraliGrung ihrer
electrifches Krafte, wenn lie Neutralfalze bilden,
der Eigenfchaft untergeordnet find, welche allc
Kiirper haben , Gch nach heJiinirnten Fer?dtrrzJen
zu verbindcn, und dafs dann das, was wir Neutrnlitiit nennen, nicht fiir alle Verbindungen einen
uniformen Grad bedeutet. Eine Verbindung ifi
nanilich fiir uiis neutral, wenn lie weder acide ngch
alkalikhe Theilchen (roolacules) , die man ihr zuf i h r t , mehr in lich aufnitnmt. W e n n aber die
Krafc des aciden Kiirpers, der in diefe Verbindung
eingeht, nicht genau der des alkalikhen entrprache,
f o dak man, um den Ueberkhurs diefes oder jenes
zu fattigen iiber clas befiinimte Verhdtnil's, worin
I
350
3
s&ie und elkalikhe Kijrper Gch mit einandef
verbinden kiinnen , noch eine Quantitlt Saure
oder Alkali,hinzufugen mXste, fo wiirde die Verbindung des hinzugefiigteo Antheils niclit miiglich
Teyn, und folglich kiinote die Sattigung der Aciditat oder der Alkalitat nicht vollllandig feyn,
wenn gleich die Heagentien das Gegentlieil anzeigten. Solche Verbindungen miifsten eine gewill'e Kraft der Vtywandtlichaft behalten, welche
vielleicht die Urfache der Bildung von TripeZJalzen
if€, und diefe S h e miifsten der vollkommenea
Neutralitat niher fiehn, els die, mit welcher fie gebildet worden lind. I n der That h d e t Gch, dars
die Tripelfalze im Allgemeineu weniger eufliislich
find, als die Salze aus denen lie zufamrnengefetzt
wcrden, und es ill natiirlich zu denken, dafs unter
Gbrigens gbichen UmRinden ein Salz urn To weniger auflbslich feyn miilre, je mehr es Gch der
vollkommnen Neutralitat nahert.
3.
Wir haben vorhin gefeehn , dafs, im Allgemcinen genommen, der Sauerlioff einem Kiirper, mit
dem er fich verbindet, nach Vdchiedenheit des
Verh5ltniLTes, worin diefes gefchieht , einen neutralen, oder aciden oder alkalifchen Charaktet
eindriickt; dafs aber an diefern Charakter zugleich
such die Raumsverdichtung , welche beide im Verhinden erleiden, einm grofsen Aatheil hat, unabhingig von dem Mifchungs-Verhilltni~e. So wurde
551
3
€chon der acid4 Charakter befiimdt duich Verbfnb
dung von 2 Maafs Waflerfioff, Sticklloff oder Kahlenlloff rnit je I Maah-Sauerfioff, und durch eine
des ganzen Volumen;
Verdichtung beider um
war aber die Condenfation null, mie bei dem Salpetergas, fo wurde die Verbindung weder acid
noch alkalifch, obgleich fie gleiche Voluminn Stickfioff und Sauerfioff in fich fchlors. Es fcheint dara u s - zu €olgen , die Neutralitat zwifdien zwei KGrpern laKe Gch auf rnehiare Arten erhalten, indem
nian ihr MiCckungs Verhaltnifs u n d ihre RaumVerciichtuns variiren mache. Macht der Sauerfioff
mehr als die HalFt'tc des ganzen Volumen aus, fo
ft:oIItc! die Verbindung noch vie1 mehr acid r e p ;
aber die Aciditat ifi diefelbe in der Schwefelt'aurc
u n d i n der fchwefligen Saure, i n der Salpeterfiure
und der falpetrigen Saure, in d e r Phosphorhre
und der phosphorigen Shure, obgleich in jedem
Paar diefer Sauren die Menge des SauerlloEs in
der einen und der zweiten Saure fehr verfchieden
ifi. Ich haltc es fur lehr wahrfcheinlich, dafs der
SauerCtoff, welcher zur fchwefligen Sdure hinzukommen uiufs, urn fie i n Schwefelraure zu verwandeln, ihr Volum nicht veriindert , und dars immer
diefelbe Zahl zurarnniengeL'etzter Theilchen (Molecules) fich mit derlkllen Menge alkalifcher Theil&en (Molecules) verbinde.
Diere Anlicht wiirdo das Fortdauern der Neutralitat i n Salzen erklaren, wiihrend ihre Saure lich
niit einer neiien Menge Sauerlioff verbindet , und
+
-
wiirde die Beffirnmung des neutralen, aciden oder
alkalifchen Charakters iiberhaupt von der Zahl der
,
heterogenen Moleculen die Gch mit einander verbinden, und von ihrer Zul'ammenordnung al>hiingig aiachen. Sie wiirde ferner erklaren , warurn ein Oxyd um l'o mehr Sauren neutralifirt, je
mehr es Sauerfioff enthdt; denn dam wiirde es
hinreichend feyn anzunehmen, dal's die Zahl der
Molecules des Oxyds, wenn es eine neue Menge
Sauerfioff in Gch aufnimmt, in eben dem VerhlltniKe zunehme, als die Zahl der aciden Molecules, die es anfangs Wttigte, zugenomrnen hat *).
Man wiirde Ferner erklaren kiinnen, wie zwei
Kiirper, welcho L'o ausgezeichnete Siure Eigenfchaften baben, wie die Chlorine und der Sauerfioff, mit einander irn VerhlltniClk von I zu n,5
verbuntlen, eine Saure bilden , die dennoch nicht
fiarker rittigt, als die Chlorine-WaUerRoff-Saure,
welche aus gleichen Theilen Chlorine und WalTeritoff befieht, welchem letztern mehr allralifche als
acide Eigenrchaften zukommen. Warum ferner
die fetten Kiirper die Ssuren nach Art der Alkaliep, und die Alkalien nach Art der Sluren l'attigen. Endlich lierse Iich hieraus die Moglichkeit
einl'ehn , dalb neutrale Zufarnmenl'etzungen aus
Kiirpem entftehn kiinnen, welche alle den aciden
-
*) Es iR fehr merkwiirdig , dafs in den Sauren (lie [attigeode
Eigenlchaft blos vau ihrent Radicale abzuhangen fcheint,
incleb fie in den Qxyden irn Grgentheila vou dem SauerG. L.
fioffe rbhuogr, des lie in lich hblieten.
t
353
1
oder alle den alkalifchen Charakter haben, und
man kiinnte Bhne Schwierigkeit zugeben, dali rlas
Chlorin- nxyd oder die fiuchlorine *) neutral
feyn kiinne, wenn Lie gleich durch Vereinigung
zweier ausgezeichnet acidifirender Kiirper entllehe.
Neutralitiit findet, wie ich I'chon bcmerkt habe,
zwil'chen zwei einfachen Kiirpern von entgegengeI'etzten Eigenfcharten eben To gut Statt, a h zwifchen einer Saure und einern Alkali, ja man kGn;lte
faii [agen, noch befler. Denn bei den Metalloxyden ifi fo z. B. die Alkalitat, welche lie beEtzen,
ein Relidtat ztveier entgegengefetzter Eigenlctaften,
der Alkali- machenden Eigenfchnft des Metalls Und
der Saure- machenden Eigenfchaft des Sauerfioffs,
beide modilicirt durch die Verbindung und ihr
Mifchungs- Vcrhsltnil's Man hat leichte Mittel,
den neutralen, aciden oder alkalirchen Zurtand einiger Verbindungen zu erkenaen ; diere Mittel
lallkn lich aber nicht auf alle anwenden, Ich will
hier ein n e w s Mittel nachzuweifen verl'uchen.
Salperefaures Ammoniak, das durch Hitze
zerfetzt wird, giebt zwei Producte, WaCIer, welches neutral i l l , und das erfie Sticklioffoxyd, welches ehenfalls neutral feyn mul's; ich rage, leyn
mufs, erJens weil es keinen aciden oder alkalifchen Charakter hat, und zweitens weil es auf eine
ahnliche k t als das WaITer gebildet XI, das hegat,
pus 2 Maafs StickrtofT auf I Maars Sauerfioff.
1' S. Seite 547. A n m .
I: 354
1
-
C/12orime-'Kaliirm*), Jodine Kalium und
SchweJel- KaIium geben, wenn fie in Walrer aufgeliifi find, neutrale Verbindungen; ihre Aufliirung kiinntc aber nicht neutral r e p , waren fie diefees nicht felbR. Enthielten fie Ueberl'chuk an Kalium, To miirste fich dabei WafTerfioff entbinden;
und Chlorine, Jodipe oder Schwefel, die in iliuen
iiberrchiiffig vorhanden wiren, wiirden GcE Ieicht an
ihren Eigedchaften zu erkennen geben. Da nun
chlorin-waIIkritoffraures Kali, das neutral Tt, Iich
in neutrales Chlorine- Kalium venvandelt, weil fich
WafTer bildet, fo Geht man, dak, wahrend zwei
der vier Befiandtheile dieres ~ e u t r a l e nSalzes lich zu
d n e m neutralen Kiirper vereinigen, die Verbin;
dung, in welche die beideo andern Beltandtheile
mit einander treten ebenfalls neutral ill. Diere
Thatlache Slaube ich verallgemeinern und den Sat2
aufliellen zu diirfen, ,,dafs, fo oft eine neutrale
,,Verbindung in zwei Verbindungen fich trennt,
,,van denen die eine neutral ili, nothwendig auch
,,die andere neutral r e p mufs." Wenn z. 13. in
neutralem lchwefclfaurem Ammoniak aller SauerfiofF, ivelchen die Saure, und aller Wan'eriioff, we!-
,
-
*) Hr. G a y L u C ca c bat durcb entrcheidende Verfucho die
Meinqng D a v y's bsltitigt , dafs die Verbindungen, wel&e wir 1Gr falzfaure Salze hielten, Verbindungen von
Chlorine mit Metallen lind, clal's alfo z. B. faldaurer Kdi
Chlorine- Kaliurn in. Zwar giebt ea, nach ihkn, auch Verbindungen yon Chlorine-Wa~~rTtoff-Siure
mit Kali, diere
rerwarideln Cch abcr lchon beirn Troclinen odor KryfilG i i 11 c r t .
liliren in Chlorine Kalium.
-
c
355
3
chen das Ammoniak in Iich I'chlieliefi, niit einander Wafrer bilden , welches neutral ill, fo wurden
auch der Schnefel und' der Stickfioff, die in dem
Verhaltnils von 20 : x7,4 zuruckbleiben, rnit einander einen neutralen Schwefel- Stickfioff bilden,
und diere Verbindung wiirde [gabe es eine l-olchef
aus gleichen Raurnen Schwefel und Stickltoff
b efieha.
Wird neutrales chlorinfaurcs T ) oder jodinfaures Kali in der Hitze zerlegt , 10 erhalt man Chlorin-Kalium und Jodin-Kalium, heide vollkoaimen
neutral. Folglich nilcfs das Kalium, deIIen alkaliIche Kraft durch den Sauerfiol? vermindert war,
durch Abfcheidung deflelben gcnau Po vie1 ao alkaIircher Kraft zunehmen, a h Chlorine und Jodine
dadurch, dars 5 Ma1 mehr Saueraoff von ihnen abgerchieden wird, an acider Kraft gewinnea. Hier
haben wir alfo aufs neue einen Beweis, dafs die
Sauce -Eigenkhaften eines Kijrpers keineswegs mit
der Menge des Sauerfiofls in Verhaltnifs itehn, die
mit dendelben verbunden ;It.
Ein anderes Princip, welches ich glaube zuJaren zu diirfen, ifi folgendes : ,,Eine vollkommen
,,nrutrale Verbindung, welche Ech rnit einer I'au,,ren oder alkalilchen cheaiilch vereinigt , hebt die
,,faure oder alkalikhe KI aft diefer letztern nie auf."
Der Beweis licfst lich dadurch fiihren, d a h alle Vermil'chungen vollkonimeo neutraler Verbindungen
-
') Birher logemnnter uberprp!;enirt rddrurer Kdi.
0.
neuttal bleiben.
Diefem P r i n c i e t u Folge ifi Waf-
/ e r , den) eine S u r e oder ein Alkali in noch To ge-
ringer Mrnge beigemengt ' w i d , immer h e r oder
alkalikh. Als AuflGfiiDgsrnittel betrachtet hat folglich das Wefler die merkwiirdige Eigenlchaft , dafs
es die ColiaGon oder Elafiicitiit der Korper, mit
wrlcheu es Iich verbintlet , uberwaltSgt, o h m d a b
es ihre charakteriltilclien Eigenlchaften zerfion; ja
Iliufig I d e n Ech d i e k Eigenfchaften in der AuRiilung be&r wahrnelimen, als in den Kiirpern I'elbL
Weil in dern neutralen Zuliande die aciden
und alkalifchen Eigeofchaften gefattigt End muli
ein neutraler Korper ein kleineresBefireben zeigen,
fich m i t Sautc?n oder Alkalien ru verbinden, als
nicht -neutrale Korper. Es crklrrrt lick hieraus,
waruni unter ubrigcns gleichen L'mfiandcn die Verwandtfchaft eines Oltyd ' Z U den Sauren abnimmt,
wean es Gch mit mehr Sauerfioff verbindet; es niihert Ech dadurch der Neutralitit, und kaon frlba
iiber Lie hinausgehn und den Saure Charakter annehmen, wie das bei den Zinn- und SpielbglaozOxyden im Marimo der Fall ifi.
,
-
4
Ich kabe in diefen Au?einanderfetzungen angenommen, dafs dcr Sauerfiaff den andern Korpern
die Saure machenden &genTchaften mittheile, und
dazu bin i& urn lo mehr berechtigt , da ich bewiefen hsbe, dab die Chlorin- und die Jodin-haltenden Salze, von denen Hr. D a vy glaubt, d a t Lie
keioe Saure in Iich fchlieCsen, fondern dreifache
-
[:
357
]
Verbindungen eines Metalls mit SauerlioE und niit
Chlorine oder JodTnesferen, allerdings wahre Salze
find den iichwefell'auren und I'alpeterfaureq Salzen
ganz analog, und did. Gch die Chloriofaure itad
die Jodinraure einzeh darfiellen la&m *>. I&
fpreche indefv der Chlorine und der J ~ d i n etJie
Siure-machende Egenfchaft nicht ab; j3 ich gehe
felblt Co wveit, fie dem Schwefeel,, dsr. fie mir in ei.
nem hohen Grade zit belitzen fchejnt, dem Pbosphor , den] KohlenftoE und'uiehreren andern KGrpern zuzugefiehn. Fur rnich in [&on feit-langer
Zeit eine Siiure, dielks W o r t in dem weitefieg
Sinne genoriimen, nichts anderes als ein Kiiraer,
der die Alkalitat neutralifirt, gleich vie1 ob e p
SauerkiofT enthllt, oiler nichr, nnd eben fo cia
Alkali nichts anders als. ein KGrper , der die A&
ditat neutralifirt. Sp L.E), verhalt lich is,,den Seic
fen rlas Oehl als Saure, weil es die Alkalien [attigt,
und in einigen Aetherarten verhH1t lid, der A l k h
hol als Alkali, weil er Saureq Gkttigc. QieCen und
vielen a n d e r n , Ian@ beknnnten ThatLchen zu
Folge, kiinnen wir uns, (belbnders Ieitdem die Befiandtheile der Schwefel-WaUerfioff -Saure THYdrothionl'aure] uud des Amnioniaks , unc! B e r t h q 1I at's Bemerkungen iibcr die Blaufaure bekannt
End,) nicht mclir weigern anzuerkcnnen dalj ein
Kijrper acid oder alkalilch I'eyn kaan, ohne dafs
er SauerIloff enthalt, und dal's folglich Aciditat
'2 Vergl. S. 347. Anm. AuC
u.
3
cler vorigen Seite retxe hnn 2. 5
von unten Jodin-./icuren k a r t hnftcndcn Sd ze .
G.
Aanal. d.Phylik. 8.48,St.4. J . 1814. St. f a .
Aa
.[
358
j
und AlkalitZt durch 'andre K3rper a19 SaucrRoff
KGrpenr obitgetheilt werden kii&en.
Zu diefer rerallgtmeinerten Vorff ellung von
SJuren und Alkalien panen die Definitionen, welche man bisher von ihncn gab, fehr fchlecht; denn
Acidhit und fi'lkalit5t End Eigenfchaften, die h h
wechrelfeuig auf einrnder baiehn und Gch nur cine
durch cliC rndtc drlinircn Iaflen. Die Schwierigkeit, zwiFchen Suwrcn u d Alkalien Jie Grinrlinie
riebd, wird drdurch m c h gti;fser, dafr ein und
dedelbe Kiirper Ech bald wie eine Soure, bald wip
eid AIkrli-verhalten kann, und lilit Gch felbfi
JEtrch drs fchGnb von Hrn. B e r z e 1 i u s entdeckte
Gefett mcht remindern, defi im Kreife der Volta'fchen Saalb der Yauekff6ff und dic Siioten nach
dem pofitiven , dcr W'alrerff off, die Alkalien und
die brennbaren' Bafen eber noch dem oegotiven
Pole hiniibergebn. Dean es IaTst Ech nicht allen
Korpetn, w e l c h nach dem poIitiven Pole gehn, der
Name Siiure, ' ttnd hicht allen, welche nach dem
negrtiven gehn 4. der - Name AlAali gebcn ; und
wollte ban auch die'siurea durch die Nafur ihrec
electrifchtn Kraft dcliniren, To mufrte man diere
nothwendig docb auch ouf die ihr entgegengdettte
?haft beziehn. Man ift alro immer gezwungen, die
Aciditat durch die Eigenfchaft zu erkliren, die
AlkaIitit zu ram'gen , weil Aciditat und Alkalitit
rwei correlate, unzertrennliche Eidenkhaft'cn Lind.
Wie man indefs die Shuren auch defiaire, imtster blaibt er nothwcndig, /;e in mehrere Cur-
c
359
3
tungen einzzttheilen, weil fie nicht rille ihren aciden Chatakter von demfelben Kiirper haben.
I ) Die erfle Gattung der Sfuren tnachen die
eigentlichen SiL'uren a m , in Gelchen Gcli der
Sauerliaff fiir das Siure mlachonde Princip hehmen I&,
und die nur zwei Befiandttieiie hahen,
Jodinl'aure, Schwefelliure,
n5mlich : ChIorinl~i~re,
l'chweflige Sillre, Salpeterfaure, Clpetrige Saure,
Phosphorlaute , phosphorige Saure , Kohfen faure,
Arret~iklaiire, Boraljure , und w~hrfcheinlich eine
Menge von Metallotyden, welche die Siure-Eigenkhaften wirklich belitzen.
a) Die zweiteGattung beli.eht ausden dreidurch
VVafTerfioff und eineo zweiten Kiirper gebildeten Siiureh : Chlorine -WalTerfioff -Saure , Jodine-WalTeri
Itoff-Siure und Schwefel- WalTcrftoff -Siiure. Walirfcheinlich findin ihnen die Chlorine, dieJodine cnd
derSchwefe1 die acidihrenden Principe; da aber der
WaITerlioff in fienlleeingeht, hahichgeglaubt, es fey
fchicklichcr, den Gattungsnnmpn von ihm zu eatlehnen , und nenne fie tP?zJerflo$-Suuren (lv+dracides) *). Zu diefcr Gaxtuog fcheinen niir auch
die zahlreichen, aus Kohleiilioi€ und W'afferltoff befiehenden Verbindungen eu gehuren , welche die
') Acide hydrocldoriqrre, die fiewobiiliche Salsfiure ; acidc
hydriodiqrte; ncidc hydrofulplrririquc, Hrn. Tromms.
dorffs HydrothionCnore, welclie diPfeh Namen nun urn lo
weniget behalten kmn, cia der Name Schwcfcl- WaJcrJtoJ -5t'urr lie der deutlchen Sprache uad der Nornenclatur des Hm. G a y L u CCr c gleichrnahig rntrptechend
boreichnst.
G i 1 b a t 1.
.
Aa P
E
3
360
aciden Eigenfchaften beiitzen ; die Bertandtheile
einiger diekr .VerbiLduiigen, uud vielleicht alLar,,
fiehn in demfelben Volurnen -VerhilcnilIe zu einantler, alr die der drei vorl'tehenden Sriuren , und
ihre Molecules End o l p e Zweifel auf eine ihnliche
Weife zurammen gcordnet.
Unter den PJarrzerikorpern giebt es mehrere,
die ihren S u r e - Cliarakter vom Sauerfioffe hahen,
weil diel'er in ihnen vorlierrfcht; z. BL die Sarrer.
Xlerjiure. Dagegen rii1ir.l die Saure-Eigenfchaft der
&roi$iiure* der Sclr Lcirnfaare und der E f i d d u r e
wahrfclteinlich von dem Kohlenitoffe her, von dem
lie verhiiltnilsmafsig fehr vie1 enthalten. Vorzfigfich gilt diefus von der EfigQure, welche fich als
aus gleichen Gewichten Kohlenfioff und WalTer,
oder aua 3 Maal's Kohleolloff-Damp€ auf a Maafs
Waflerdampf zuhmmengefetzt betracbten lafst *).
Auch bin ich iiberzeugt, dafs die BenzoeJaure
aicht dem Sauerfioffe, londern vielmehr dem Koh+
lenfioffe und dem WalTerfioffe ihre Saure-Eigen*) Geradc dielilbs ZuCammmfetzun,o hat der ~01zJ.Eofl, der
dock ruf keine Art die Siure EigenCchafren belitzt. W i r
habeu hier alro zwsi gnnz nach gleic hen VerhiltnilIin a u j
KohlenRoff, SauerRoff und Wallkfioff aurarnmengefetste
Kiirper , deren Eigenkliaftm gar rehr verkhieden find.
Dides iR ein neucr Beweis, dars die Anordnung der No:
lecules in einem zufarnmengeletzten Kiirper den grolten
Einflufs auf den neutralen, aciden oder alkolifchen Charaiiter delrelben hat. Zucker, Gurnmi und Stirke find
el)enfallr aus einerlei Eeliandtheilen , nrch einerlei Ver.
hdlinirs zuhrnrnengefetsr, und haben doch Tehr verfchiedne
Eigenfcbafren, f$hrrn alfo a d JenleJben Schlufs.
G a y - t nffaa.
-
[
5Gr
1
LchaFten verdankt, und ich rehe die van Hrn. The..
nard und mir gesebne KlalIitication der Pllanzenkiirper *) als Ausnahmen zulalrend an.
D i e Blarfiiure niacht u n h e i t i g eine Gattung
Eir Gch aus, obgleich fie den WalTerlioff-Siluren
fehr nalie fieht. Doc11 es wiirrle'voreilig feyn, ihre
Kiafification befiimmcn zu wollen, d b nian ihre
Natur noch nicht genau kennt.
Unabhiingig von diefen verfchiedcnen S l u r e n
hehauptet die Chlorine aucli jetzt, da man fie fiir
chemifch einfach nimmt, lo g u t 31s elzemals, da man
fie far zufammengel'etzt atis Salzl'jure und SauetIioff hielt, ihre Satire-Eigeurchaft ; und eben diere
kBmnit der Jodine u n d mehrcren andern einfachen
KGrpern zu, welche die Eigenrcliaft befitzen, Ech
niit den Aikalien zu verbindea. DeKen ungenchtet
lcheint es mir khicklicher a11 k y n , fie aucli fernerhin zu den andern einfachen Kiirpern zu klaiIilicir e n , und den Narnen Stiure a u f die zurammengeh t z t en aciden Kiirper einzukhrankeh. Doc11 wird
es niithig, diefe einfachen Kijrper nach ihren generikh verrchiednen Eigenlchaften i n mehrere Gattungen ZLI unterlcheiden.
Belitzeo gleich Chlorine und Jodine die SaureEigenl'chaften, und k6nnen lie gleich SIur en bilden, indem fie Licli mit andern Kiirpern verbinden,
To iTt doch (lie Zahl dierer S i u r e n .noch a u klein
~ 1 1 i c 1ihre Wirklichkeit felbll noch zu wenig aurser
Streit gefetzt , als dal's es rathram wiire, jetzt L'chon
') Reclrerchct
t. 3.
p.
321.
und diefe -4nnal. R.3;. S.zj011,
eigne Gattungea zu macben.
IJnll das u m Co weniger, da es.Kiirper, wie z. B.
aus dielkn S h c n
,
den Kohlenllofl', giebt die durch den Sauerfioff
acidilirt werden, und doch l'elblt wieder andre K6rper acidilireu. Da iiberdern aus den vorigen Red
trachtungen harvorging , dars in einem tur SEure
gewortloen KGrper die Aciditiit der Blenge des .aciT
dilirenden Princips iiicht praportional ill, und
durch die Anorrlnung der MGlecules machiig modificirt wird, fo miillhs wir uns gedulden, bis die Erfa&rung mehr Licht hieriiber vei breitet haben wird,
urn iiber die wahreq Charaktere der Aciditat und
iiber die tJfn[ia~de,die ihn beliimmen , aiclit vord
d i g zu eptfcheiden. Zwar wiITen.wir, d a b die Saureu und die Sayre- piacheaden Kiirper eipe elcctrifclie Kraft balitzep, melche in Bcziehung auf die
dor Alkalien und der Alkali- machepden Kiirper
aegativ ill; dieles reicht abec aicbt hin, und w i r
find po6h weit davon entfernt, aus der electril'chen
&afE dcr Befisndtheile angebea zu biinnea, ob die
ZuLmmedetpupg seutral , acid oder alkalifch fryn
werde, SQ z. €3. Collte es fcheisen, das Silber,
welcbes nup eine fehr fchwacbe Vorwaadtfchaft zum
Sauerfioff hat, miilfe io leipep electril'chen Kraft
diefern nahe fieha i JeITen uageachtet ill das Silberoxyd, weIcbes ich ein weuig aufliislich gefunden
hahe, le4c alkalirch, ch es die Sluren vollkon~men
neutralilitt. Ehen [a bildet der Sticklloff, der
do& dem SauerRokT, der Chlorine und der Jotline
aahe zp liebn I'cheiQt, mit dern Waflerrtoff nur eine
fehr fchwache Verbindung, obgleicb diel'er eine
(
3
363
rehr fiarke pnlitive electrirche Kraft helitzt. W i r
finden uns all0 irnrner mehr zu der Annahme berechtigt , dals der neutrale , acide oder alkalifclie
Charakter einer Zuhmrnenlktzung nicht von den1
Charakter ihrer Befiandtlieile allein , fondern auch
von ihrern Mirchungs -Verhiltnilik und von ihrer
Iiaurnverdichtung, oder, mit andern Wo rte n , von
der Anordnung ihrer Theilctien (de I'arrangemenc
de leurs Molecules) abhangt.
Z uf a t J . IJt d n s Amrnonink sin O t y d ?
Hr. B e r z e I i u s hat aus lkinen Unterhchungen gel'c!iloflen, dars das Amnroniak SauerlioPF enthalte, weil es in Ikinen Verbinduagen niit den S5uren diefelben Geletze als die Metalloxytle brfolge.
Diefer Schlul's fiihrt aber Iceine Nothwendigkait mit
fich; denn, wie wir gel'ehn haben, ilt eiu Alkali im
Allgerneinen nichts anderes als ein Kiirper, wdcher
vermii, e der Natiir reiner Kraft u n d tlcrAnordnung
reiner heilchen (Molecules) fich mit den S"
nuren zu
vethinden u n d Lie Z L I neutralifiren verniag. lch habe
ferner nachgewiel'en, dal's der Stickfioff durch feine
Eigenfchaften Iich dew Sauerfioff, der Chlorine und
der Jodine nlihere, untl tlds er wie lie. eine gewifle
Klall'e von Kiirpern zu Sauren mocheo.kGnne. Nun
aber kann jeder Siure-niaclrende (acidiliicncle) liiirper, wie der Sauerftoff, durch Verbindun ip gehiirigeni Verhaltnifk nlit Alkali macheriden Kiirpern,
Salz- Balm bilden. . Polglich miinen wir clas Arnnio.n i a k als ein Alkali eigner Art betrachten, worin deF
Stickfioff' die Holle l'pielt, ~ ~ e l c lden1
i e Sauerltoff in
den andern Alkalien zukiiaimt.
Gerade To betrachte ich den -I(ohlsnfiaff in den
fetten Kvrparn , bel'onders in der nlargarine des
H r n . Chavreul : er vertri1.t in ihnen clieIb1l.w Stalle,
als der Sauerlioff in den S h r e n . Jn idern Alkohol
lchrint niir dagegm der KohlenltofF die Steue des
Sauerliciffs in den Oxyden zu vertreten.
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