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Ueber Adsorption und Condensation von Kohlensure an blanken Glasflchen.

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Gemisthe
Die erste enthielt:
die zweite:
die dritte:
lion
51 Proc. CO,
40
77
77
38
97
77
CO, uiid SO,.
923
49 Proc. SO,,
GO
i7
,,
62
77
77 .
Ich war anfangs uber diese Zahlen sehr uherrascht; aber
das starke Ansteigen der Isothermen der Gemische fur kleiner
werdende Volumina eincrseits, ferner der Umstsnd, dass die
Kohlensaure sich bei 50° C. weit oberhalb der kritischen
Temperatur befindet , lassen sie weniger befremdlich erscheinen.
Es ist also wold als bewiesen anzunehmen, dass auch
bei 500 C. der Dampf der Flussiglteit P i c t e t mehr CO, enthalt als die Flussigkeit selbst; woraus ohne weiteres nach
dem Gesetz von K o n o w a l o w ' ) folgt, dass sie einen st8rkeren Druck als reine SO, bsben muss.
M u n c h e n , irn J an u a r 1889.
XI. Ueher A d s o r p t i o n und Cwndesiscction
KO])
Zensiiure a i h b2unk:e.n Glnsflfichen;
vom H. K r a z c s e .
UOPL
Auszug aus der gleichbetitelten Inauguraldissertdtion des Verfassers.
(Hierzn lnf. S Fig. 20-22.)
Den Ausgangspunkt nachstehender Arbeit bildet eine
Bemerkung YOU W a r b u r g und I h m o r i 2 ) in dem Aufsatz:
,,Ueber das Gewicht und die Ursache der Wasserhaut bei
Glas und anderon Korpernii. Dieselbe lautet: ,,E8 ware
hiernach interessant, z u wissen, ob alkalifreies G1m messbare
Quantitaten Kohlensaure adsorbirt." I n der Sbhandlung
wird nachgewiesen, dass es moglich ist, durch Kochen Qlas
an seiner Oberflache armer an Alkali zu machen, und dass
das Alkali es ist, welches die Bildung von Wasserbeschlag
hervorbringt, resp. befordert. Es gnlt die Frslge zu beantworten, ob Kind wie weit der Verlauf der von B u n s e n s ) be1) K o n o w a l o w , Wied. Ann. 14. p. 48. 188t u. P l a n c k , Zeitschr.
f. phys. Chem. 2. p. 408. 1888.
2) W a r b u r g u. I h m o r i , Wied. Ann. 27. p. 481. 1886.
3 ) B u n s e n , W'ied. Ann. 20. p. 545. 1883.
924
H. Krause.
obachteten Gasadsorption an blanken Qlasflachen in Abhangigkeit von der an der 0berfltlche derselben wirksamen
Schicht freien Alkalis zu bringen sei. Ich beabsichtigte demnach, die Versuche B u n s e n ’ s mit frischen und dann mit
gekochten Faden zu wiederholen.
Die Analyse des Glases, welche unter giitiger Leitung
des Hrn. Prof. D o e b n e r von Hrn. H o f m a n n ausgefiuhrt
wurde, ergab: Kieselsaure 70,lO; Eisenoxydul 5,75; Kalk
2,56; Kali 20,86 Proc. Das specifische Gewicht, als Mittel
aus 5 zwischen 13,O und 13,6 O C . angestellten Versuchen,
war s = 2,4168 f 0,0,7.
Ich untersuchte ebenfalls wie B u n s e n 2000 einzelne
Faden rnit dem Mikroskop und fand, dass auf 1 g 1447,7
Faden von 1 rn Lknge gingen, welchen eine Mantelflache
von 0,084 730 qm, ein Querschnitt von 0,0,83 q m , sowie ein
Volumen von 0,41377 ccm zukommt. Die Controle durch
Znhlung und Wagung eines Gebindes ergab als Gewicht der
1447,7 Faden 1,0039 g, eine jedenfalls zufriedenstellende
Uebereinstimmung. Die rnit siedendem Wasser behandelten
Faden erlitten an ihrer Oberflache einen Substanzverlust von
0,468 Proc., welcher nach der vom Hrn. Dr. B a u m e r t
freundlichst ubernommenen Untersuchung Kalk, Kieselsaure,
Blei, eine Spur von Kohlensaure und Alkalien enthielt. Mit
Beriicksichtigung dieses Verlustes berechnete ich die Manteloberflache fur 1 g gekochter Faden auf 0,084926 qrn; der
Querschnitt war nicht merklich veriindert.
Um bei Vergleichung der Versuche den Einfluss von
Druck und Temperatur eliminiren zu konnen, wurden beide
zu gleicher Zeit in zwei von B u n s e n ‘ ) Leschriebenen Apparaten angestellt. BetreEs Fiillung der 13cobachtungsin~trumente mit Gas, Evacuirung mittelst Quecksilberluftpumpe,
Trocknung u. s. w. verweise ich auf die Originalschrift2);
nur sei hervorgehoben, dass der obere Theil des Apparates
jedesmal unter Trocknung mit Phosphorsaureanhydrid bis
zum harten Anschlag ausgepunipt wurde, sich also darin befindliches Gas nicht mehr nachweisen liess; ferner, dnss die
1) B u n s e n , W i d Ann. 20. p. 550. 1883.
2) K r a u s e , Inauguraldiss. Halle 1898.
Adsorption roqi CO, an G'las.
925
in den ersten Minuten und Stunden stattfindende Condensation einer besonderen Beachtung unterzogen wurde. Die
Gesammtoberfliiche der frischen Faden (incl. der inreren
Rbhrenwnndung) betrug fur alle drei Versuche 4,3448 qm,
fur die gekochten 4,3206 qm. Bei dem ersten Versuch war
das Volumen des eingelassenen Gases bei den frischen und
gekochten Faden 87,013, resp. 85,956 ccm; bei dem zweitcn
Versuch 59,390, resp. 58,600 ccm; bei dem dritten Versuch
57,604, resp. 58,797 ccm.
Auf Taf. X Fig. 20 sind die Resultate der Condensation fur
alle drei V ersuche graphisch dargestellt. Bei dem Auspumpen
was nur bei Versuch I nbgedunstete Feuchtigkeit an der
Phosphorsaure zu bemerken. Bei dem zweiten und dritten
Versuch zeigte sich wahrend des Evacuirens immer wieder
neues Gas, welches sich jedenfalls a n den frischen Faden,
welche stets wahrend der Zurustungen zu einem neuen Versuche i m oberen Theile des Apparates luftdicht abgeschlossen
waren, condensirt hatte und nun bei dem verminderten
Druck los16ste. Diese Erscheinung war nicht oder nur in
geringem Maasse a n den gekochten Faden zu bemerken.
Aus dem I. Versuch konnte folgender Schluss gezogen
werden:
a) Es findet an beiden Arten von Piiden eine Condensation statt, bei den frischen schneller als bei den gekochten;
es waren in 26Tagen 0,944, resp. 0,512 ccm Gas condensirt.
b) Die Condensation ist besonders lebhaft in den ersten
Minuten und am ersten Tage. I n 70 Minuten waren 0,449,
resp. 0,158 ccm, in 24 Stunden 0,633, resp. 0,276 ccm Kohlensjiure condensirt.
c) Nach etwa 15 Tagen scheint das Maximum der Verdichtung bei den frischen Faden erreicht zu sein; bei den
gekochten geht dieselbe, wenn auch Lusserst langsam , noch
vorwarts.
Aus dem 11. Versuch ergab sich entsprechend:
ad a) und b): Es findet ebenfalls bei den frischen Paden eine Condensation statt, jedoch etwas langsamer;
ausserst gering ist dieselbe a n den gekochten. Es wurde
Gas verdichtet :
H. Krause.
926
in
,,
,,
1 Stunde 0,386, resp. 0,023 ccm,
24 Stunden 0,600 ,, 0,065 1l
12 Tagen 0,777 !, 0,083 7 l
.
Durch Versuch 111. wurde das eben angefuhrte Resultat
vollstandig bestatigt. Der Grund der Condensat.ion ist in
allen FBllen in dem Vorhandensein von Wasser an der Gasoberflache zu suchen, welches sich bei den frischen Faden
selbst durch wiederholtes scharfes Auspumpen unter Anwendung von Phosphorsaureanhydrid bei gewtihnlicher Lufttemperatur nicht entfernen liess.
Ich ging nun dazu iiber, die Versuche in aihnlicher Weise
anzustellen, wie B u n s e n in seiner spateren Arbeit l), indem
ich durch Erhitzen uber 500° den Faden jede Spur von
Feuchtigkeit nahm. B u n s e n hat in der betreffenden Abhandlung nachgewiesen, dass ,,an der vollig von Feuchtigkeit
befreiten Glasflache gar keine nachweisbare langsame Condensation stattf'and:'. Er beschreibt den Versuch wie folgt:
,,Urn die Faden vollkommen auszutrocknen, werden sie, nachdem ihre Peuchtigkeit schon zuvor griisstentheils entfernt
war, in dem aufrecht in der Wanne stehenden Barometer
selbst mittelst cles nufgesttilpten Thermostaten mehrere Stun.
den lang auf 505O C. erhitzt erlialten, wiihrend ein dicht nnter
den erhitzten Fadeen ciustretendcr Strow con viillig trockirer Koli:
lensaure dzirch dus vom Quecksilber der V'unne nbgesperrte Barometerwlir gebitet wzirde."
Es konnte hierbei wahrend der
Abkuhlung schon eine Adsorption des Gases an der Gasobertiache stdttgefunden haben, und es schien deshalb zweclimassig, den Versuch so einzurichten, dass das Gas erst nucli
der Trocknz~7ig ztnd Abkiili1un.q mit den Paden in Beriihrung
gebracht wurde. Die Trocknung wurde mit dem von B u n s e n %) beschriebenen Thermostaten vorgenommen. Bei der
Bestimmung der einzelnen Temperaturen durch das Luftthermometer bleibt zu bemerken , dass dasselbe nicht mit
Wasser , sondern mit Quecksilber abgeschlossen und nach
Abkiihlung i n einer gewiilinlichen Quecksilberwanne neben
einem sorgfaltig ausgekochten Barometerrohr vertical aufgeI ) B u n s e n , Wied. Ann. 24. p. 321. 1883.
2) B u n s e n , Wied. Ann. 24. p. 323. 1885.
Adsorptioii von CO, an Glas.
92i
stelit wurde. Die Messungen erfolgten mittelst eines Genfer
Kathetometers. Die sechs Flammen des Thermostaten erzielten unter einem Wasserdruck von 10 mm eine Hitze von
531O C.
Eine genau gewogene Menge Faden wird in den Kopf
einer sorgfaltig calibrirten Barometerrohre b (Fig. 21) eingefuhrt, dann dieselbe mit dem Kautschukstopfen a, welcher
eine doppelte Bohrung hat, fest verschlossen. I n der einen
befindet sich ein rechtwinklig gebogenes Rohrchcn C, welches
an dem einen Ende bei d zugeschmolzen, am anderen offen
ist; in der anderen Bohrung steckt das U-formig gebogene,
mit einem Hahn f versehene Rohr G, welches durch Trockenvorrichtungen zur Quecksilberluftpumpe fuhrt. Der untere
Theil von 6, samrnt Kautschukstopfen u. s. w. ist tief in das
Quecksilber der Wanne eingetaucht und dadurch luftdicht
abgeschlossen. Wiihrend der Dauer der Erhitzung bei 531 O
wird das Rohr luftleer gepumpt, dann nach Abkuhlung das
Capillarrohr C abgebrochen, sodass sich jetzt das Rohr zur
Barometerhijhe mit Quecksilber fiillt. Nach Entfernung des
Stopfens wird das Instrument in der Wanne vor dem Kathetometer neben dem Barometerrohr aufgestellt. Die Messung und Einfullung der sorgfaltig getrockneten Kohlensaure
geschieht mit einem Fiillrohr , dessen sich auch B u n s e n l)
bediente.
A. F r i s c h e F a d e n .
E r s t e r V e r s u c h : Ini Rohr waren 15,040 g Faden,
welche eine Oberflache von 1,2744 qm darboten ; hierzu
kommt der 0,0118 qm betragende obere Theil der innoren
Rohrenwandung. Wahrend des Erhitzens und Evacuirens
zeigte sich an der Phosphorsiiure der Trockenrohre Feuchtigkeit, und Loslasung von Gas war bemerkbar. E s bildete
sich jetzt merkwurdiger Weise in der Rohre ein Beschlag
von rothbrauner Farbe, und zwar an der Stelle, welche
zunachst aus dem Eisenrohr hervorsah. Urn denselben zu
entfernen, wurde diese Stelle, wie iiberhslupt die ganze Rahre,
mit einem Bunsenbrenner stark erhitzt, bis das Destillations1) B n n s e n , Wierl. Aim. ‘24. p. 332. 1885.
928
H. Krause.
product verschwunden zu sein schien. Wie beim Abheben
des Thermostaten sich spater herausstellte, befand sich noch
rothbrauner Beschlag am oberen Ende der Rohrenwandung.
Wasser konnte derselbe unmaglich sein. Als nach zwei
Stunden ein ziemlich harter Anschlag erzielt wurde, konnte
Hahn f geschlossen, die Flammen geliischt und die Spitze d
abgebrochen werden. I m Rohr zuruckgebliebene Luft war
nicht nachweishar. Bezeichne nun V das aus dem Fullrohr
nach dcm Barometermessrohr b eingeleitete Gesammtvolumen
Gas,
das an b alsdann abgelesene Volumen, demnach
17- v das eventuell an der Glasoberflache adsorbirte Gas.
Zunachst ist V = 2,500 ccm; V - v = 0,045 & 0,002 ccm.
(Mittel aus funfzehn an zwei Tagen gemachten Beobachtnngen
hei einer Temperatur von 21,OO bis 21,93O C. und 62,42 bis
G3,35 mm Druck.) Dies Resultat kann jedoch keinen Anspruch auf Genauigkeit machen, da der Meniscus mit einem
Filz von Glasfaden bedeckt und eine scharfe Einstellung
unmoglich war. Es wurde von neuem Gas eingeleitet.
Gesammtvolumen V = 4,913 ccm ; V - v = 0,046 & 0,001 ccm.
(Mittel aus zwei an demselben Tage gemachten Ablesungen
bei 21,74O und 107,31 mm Druck.) Die Einstellung war
jetzt genauer.
Zweiter V ersuch mit denselben frischen Faden:
Nachdem zehn Minuten ausgepumpt und erhitzt war, loste
sich Gas von der Glasoberflache. Das Evacuiren wurde
fortgesetzt wie fruher. Ein Uestillationsproduct war nicht
bemerkbar; jedoch war nach Abschluss 0,004 ccm Luft in 6
zuruckgeblieben. Eingelassenes Gas (incl. Luft) V= 1,985 ccm ;
V - v = 0,014 0,002 ccm. (Mittel aus zehn an zwei Tagen
angestellten Beobachtungen bei 20,69 bis 22,81 O C. und
52,59 bis 53,22 mm Druck.) Danach neues Gas zugeleitet.
Gesnmmtvolumen P = 4,255 ccm ; V -- u = 0,027 & 0,001 ccm.
(Mittel aus dreizehn an vier Tagen angestellten Beobachtungen
bei 20,05 bis 21,56O C. und 95,82 bis 96,51 mm Druck.)
Ich ubergehe vorlanfig die Erkliirung des grfundenen
Resultates, bemerke jedoch in Uebereinstimmung mit B u n s e n ,
dass von einer nachweisbaren langsamen Conder sation nicht
die Rede sein kann.
Adsorption 'uou CO, an Glas.
929
Nun fuhrte ich Wasser in einem Kiigelchen in den
Raum ein, in welchem sich Fiiden und CO, befanden. Dabei
ist zu berucksichtigen, dass dasselbe einen Theil des Gasee
absorbiren wird. Dieser wurde nach der in den gasometrischen Methoden von B u n s e n l) angegebenen Formel berechnet und angenommen, dass noch das ganze Volumen
des Wassers, welches sich im oberen Raume in feinen
Tropfen niedergeschlagen hatte, als solches vorhanderi sei.
Die A r t der Versuchsanordnung maclite es im Gegensatz
zu B u n s e n moglich, die Tension des Wasserdampfes bei t o
in Miliimetern yesondert zu bestimmen und beim Druck in AbrecIii~unyzu bringen. Die jetzt gefundenen Resultate sind in
Tab. I zusammengefasst; die am 22. bis 24. Juli angefulirten
Zahlen sind Mittel aus j e zwei Beobuchtungen.
T n b e l l o I.
Den 21. Juli 1887. 1lL46'. Zugabe
-
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0,1745g Wasaer.
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12.
3 45
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13.
14.
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15. 22. Juli
16. 23. 91
17. 24. 11
18. 25. 7,
85,9 1
85.79
85,48
83,40
85,14
82,44
82,27
81.74
81,52
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80,99
80,82
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80,ll
73,59
67,72
64,73
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20,19
20,"l
20,36
20,29
20,31
21,lt)
20,95
20,89
20,82
20,79
20,79
20,77
20,57
20,4 1
19,19
19.81
21,14
3 442
a:
3;
a:
CCIll
ccm
ccm
0,400 0,018 0,382
0,406 0,018 0,388
0,427 0,018 0,4 10
0,43 4
0,449
0,557
0,601
0,627
0,643
0,646
0,671
0,631
0,702
0,726
1,123
1,360
1,556
l,ti6j
0,018
0,018
0,017
0,017
0,017
0,017
0,017
0,017
0,017
0,017
0,017
0,015
O;I14
0,013
0,013
R. Bunseu, Gasom. Meth. p. 219.
Auu. d. Phye. u. Cbemi. A.' F. XSI\I.
a
d t
13.
59
0,4 16
0,43 1
0,570
0,584
0,610
0,626
0,629
0,654
0,664
0,686
0,709
1,108
1,366
1,5 43
1,652
930
H. Kruuse.
Es sind folglich mit Abrechnung des friiher erentuell
adsorbirten Gasvolumens von 0,027 ccrn nach Einfiihrung
von Wasser a n der 1,28620 qm betragenden Glasoberflache
a m ersten Tage 1,034, am zweiten 0,258, am dritten 0,175
und am vierten 0,108; in vier Tagen also von 4,228 ccm CO,
1,625 ccm condensirt worden. Die Verdichtung ist am ersten
T a g e bei weitem a m grossten und besonders sofort nach
Einfuhrung des Wassers. Der Verlauf ist auf der bezuglichen Curve Fig. 22 graphisch dargestellt. Das Glasrohr
Iiatte w%hrend des Erhitzens und Auspumpens keine die
Grenzrn der Beobachtungsfehler uberschreitende Volumenvergnderung erlitten.
B. Gekochte Fiiden.
E r s t e r V e r s u c h : In ein neues, sorgfkltig caiibrirtes
Rohr wurden 15,265 g gekochte Paden eingeschoben. Dieselben reprasentiren (incl. der inneren Wandung yon 0,01291 qm)
eine Glssoberflache von 1,30915 qm. Nachdem zehn Minuten
lang nusgepumpt und erhitzt war, trat die friiher beobachtete
Erscheinung ein, dass sich Gas losloste; elrenso war Peuchtigkeit im Trockenrohr bemerkbar. Ein Destillationsproduct
kani hier nicht zum Vorschein; im Messrohr war keine
Luft zuruckgeblieben. Eingelassenes Kohlensaurevolumen
V = 2,822 ccm; V - v = OjI14 & 0,001 ccm. (Mittel aus acht
an zwei Tagen angestellten Beobachtuugen bei 23,41 bis
24,64O C. und 65,03 bis 65,18 mm Druck)
Zweiter Versuch mit denvelben gekochten
F a d e n : V = 2,283 ccm (incl. der im Rohr zuruckgebliebenen
Luft von 0,008 ccm); V- v = 0,029 $: 0,001 ccm (Mittel
alas sechs an zwei Tagen angestellten Beobachtungen bei
26,21 bis 26,97O C. und 55,72 bis 56,13 mni Druck). Ilann
wurclc Gas nzchgefiillt.
G esammtvolumen Y = 4,152;
V - D = 0,050 & 0,002 ccm (Mittel aus stxhs a n zwei Tagen
angestellten Beobachtungen bei 25,lQbis 27,69O C. und 88,iO
his 89,21 mm Druck). J e t z t wurde in gleicher Weise \vie
fruher Wssser zugegeben. Die Resultate stehen in Tab. IT.
Die vom 2 . August bis 6. September angefiihrten Zahlen
sind Slittcl :ius me111eren Beo1)achtungen.
Adsorption von CO, an Glas.
934
T a b e l l e 11.
-
*
8
8
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--- --
Den 1. August 1887. llh20’. Zugabe von 0,0790 g Waescr.
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7.
8.
1. Aug. 2”35
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67,26
6488
26,13
26,19
26,32
26,34
22,63
21,65
20,25
20,29
22,56
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21,17
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37,100
37,817
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3,127
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3,074
3,058
3,008
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v
ccm
~
0,397
0,404
0,412
0,414
0,563
0,632
0,717
0,744
0,804
1,025
1,031
1,078
1,09
1,144
+
2a :0
s g0
ccm
=
-
0,556
0,625
0,710
0,731
0,797
1,018
1,024
1,072
1,088
1,138
Das Wasser, welclies riocli itiii 1. September in der
Kugel bemerkbar war, scliien am 6. Septem her verschwunden
zu sein. Das Vorhandensein von Wasserdampf liess sich
jedoch durch einen am 9. September angestellten hbkiihlungsversuch mit Aether (- 13O C.) nachrveisen.
Es ist mit Abreclinung des friiher eventuell adsorbirten
Gasvolumens - 0,053 ccm zu Folge der letzten Ablesuug
nach Einfuhrung von Wasser an dcr 1,30915 qm grossen
Oberflache am ersten Tage 0,500, am zweiten 0,074, am
dritten und vierten Tuge zusammen 0,083, i n vier Tagen
also 0,657 von 4,152 ccm Gas verdichtet worden. Der Verlauf der Condensation ist Fig. 22 graphisch daygestellt.
Passen wir nun - auf die Frage einer anfanglichen
Condensation, welche B u n s c n entgangen sein konnte, sol1
sofort eingegangen werden - die durch die letzte A r t der
Versuche gewonnenen Resultate zusammen, so ist zunachst
clas von B u n s e n gefuudene Resultat bestatigt:
Wenn von der Oberflaiche der Paden jede Spur von
Feuchtigkeit entfernt ist, was durch Erhitzung bis 531O und
Auspumpung mittelst der Quecksilberluftpumpe unter An-
-
59 *
932
H. Kratise.
wendung von Phosphorsaureanhydrid gescheben kann , so
findet bei den frischen, wie bei den gekochten Ffiden keine
merkbare Condensation statt..
Ferner sind wir zu folgendem Schluss berechtigt:
Nach Zugabe von Wasser tritt sofort die Verdichtung
ein, und zwa.r ist dieselbe anfanglich, d. h. in den emten
Minuten, eine lebhafte. Hierbei zejgte sich abet wieder der
Unterschied zwischen den frischen und gekochten Faden,
indem hei den ersteren die Condensation viel schneller vor
sich geht, als bei den letzteren. Bei den frischen Faden
wird in einem Tage genau so viel Gas condensirt, wie bei
den gekochten erst nach einem Monat.
Es handelte sich nun darum, zu untersuchen, ob der
anfingliche Verlust wirklich einer Adsorption ziizuschreiben
ist. D~isZweckmassigste war jedenfalls, den gleichen Versuch mit dem leeren Rohr anzustellen.
C . Leeres Rohr.
E r s t e r V e r s u c h : Dcrselbe wurde ganz ebenso wie
friiher mit den Faden angestellt, sodass ich wohl die Einzelheiten iibergehen kann; nur sei hervorgehoben, dass hierbei
niemals die Erscheinung von sich abiosendem Gase beobachtet wurde. V = 3,134 ccm; V - v = 0,027 f 0,002 ccm
(Mittel aus sechs an drei Tngen angestellten Beobachtungen
bei 16,45 bis 17,OOO C. und 57,53 bis 60,70 mm Druck).
Dam Gas nechgefullb. Y=5,565 ccm; VLli=0,052f0,003 ccm
(Mittel aus vier an zwei Tagen angestellten Beobachtungen
bei 14,18 bis 15,48O C. und 96,04 bis 96,71 mm Druck).
Z w e i t e r V e r s u c h : Derselbe gab ebenfalls eineDifferenz
u = 0,029 & 0,001 ccni (Mittel aus vier an zwei Tagen
angestellten Beobachtungen bei 12,48 bis 13,06O C. und 64,12
bis 66,30 mm Druck).
Vergleichen wir nun die Resultate bei Anwesenheit mit
frischen und gekochten GlasfiLden, sowie bei dem leeren
Rohr, so ergibt sich daraus, dass das scheinbar verschwundene Gasvolumen nicht an der OberflZlche der Faden
adsorbirt sein kann. Auch aus einer Abweichung der
Kohlensaure vom Boy1 e’schcn Gesetz
hierzu wurden beIT-
-
Adsorption von CO, an Glas.
933
sondere Untersuchungen angestellt - konnte eine Erklarung
dafiir nicht hergeleitet werden. Es ist somit der Schluss
berechtigt, dass von einer mit den verfiigbaren Hiilfsmitteln
festzustellenden anfiinglichen Adsorption nicht die Rede ist.
Ich will dazu noch bemerken, dass beim Einfullen einige
(Xasblasen an der Wandung der Rohre hangen blieben, die
nicht nach dem oberen Theile der Rohre hinaufgebracht
werden konnten; ferner, dass nur der die Faden enthaltende
obere Theil der Rohre auf 531O erhitzt werden konnte.
Es ware immerhin moglich, dass, wenn auch der iibrige
Theil der Rijhre mit einem Bunsenbrenner erwiirmt worden,
doch an der inneren Rijhrenwandung eine minimale Wasserschicht haften geblieben ware, welche ihrerseits eine freilich
wohl als gering anzunehmende Condensation des Gases beim
Ueberfiillen hatte bewirken konnen. Oder sollte vielleicht
Kohlensaure beim Durchgang durch das Quecksilber absorbirt werden?
Ich schliesse hiermit diesen Theil der Arbeit und gehe
zu folgender Erorterung uber. B u s den zuerst angestellten
Versuchen ergab sich, dass es leichter gelang, die mit siedendem Wasser behandelten Faden als die frisch gesponnenen zu trocknen. In Bezug auf diese Thatsache schien es
nicht uninteressant zu sein, den schon von B u n s e n angestellten Versuch iiber das bei verschiedenen Temperaturen
auf den Faden noch festgehaltene Wasser in gleicher Weise,
einmal rnit den frischen, dann mit den gekochten Faden, zu
wiederholen. Ich verweise hierbei auf die betreffende Abhandlung B u n s e n ’ s l ) , der ich mich fast genau angeschlossen
habe, sowie auf meine Originalmittheilung. 2) I n dem Appar a t mit den frischen Faden waren 1’1,908g , in deinjenigen
rnit den gekochten 14,065 g eiogeschlossen. Die ersteren
reprbentiren eine Oberfliiche von 1,5174 qm. die letzteren
eine solche von 1,1945 qm.
Die Trockenresultate sind in Tab. 111 zusammengestellt.
1) Bunsen, Wied. Ann. 24. p. 326. 1885.
2) H. Kraus e , InaugurMiss. Halle 1888. p. 74.
934
Stunden der
Trocknung
8
u
&
Gewichtszunahrne bei d.
einzrlu. Stund.
p
Gewichtszunahmeb.einer
const. Temp.
2
Gesammtgewichtszonahme
9
&
$
31
1
I
Stunden der
Trocknung
1%
Gcwichtszunahme bei d.
einzeln.Stund.
Gewichtszunahnie b.einer
const. Temp.
~
F.
4
,"
'
Gesammtgewichtszunahme
c*
0
a
2
B
'p
I
Stunden der
Trocknung
Y-
--
Gewichtazunahrne bei d.
eio zrln. Stun d.
GewicfitsxuB nabmeh einer
const. Temp.
Gesainmtgewichtszunahmc
Tt
2
aq
7
x
Arlsorptioa
'0012
CO, an Glas.
93 5
Das mithin auf den Faden zuriickgehaltene, bei den betreEenden constanten Temperaturen nicht verdampfbare
Wasser ist aus Tab. I V zu ersehen.
T a b e l l e IV.
17,908 g
7,5
247
361
427
5,63
0.94
247
361
427
auf 17,908 gumgerech.
247
3tit
427
4.54
7,17
4,65
1.20
Es wird demnach nach der allmahlich erliohten Trocknung bei t o auf den Faden noch eine Wasserschicht sich
befinden, deren Hishe bei O o C. h, = g / a 2 sein wird, wenn g
das noch nicht verdunstete Wasser und 12 die Oberflache
vorstellt. Die vergleichende Zusammenstellung hieriiber steht
in Tah. V.
Temp.
t o c.
7
247
361
427
502
531
Frischc Faden Gekochte Faden
I,, = m m
It,
= mm
0,041934
0,041566
0,0,991
0,05171
0,0,671
0,0,299
0,0,,51
0,0,305
0,0879
0,OS
o,o,
Aus den Resultaten ergibt sich, dass die schon friiher
gemachte Beohachtung, die Trocknung der Faden betreffend,
vollauf bestatigt wird: Die frischen Faden haben das Vermogen, die auf' ihrer Oherflaehe befindliche hohere Wassersehicht hartnackiger festzuhalten als die gekochten.
Die bei den einzelnen Versuchen der Arbeit gewonnenen
Hauptresultitte lassen sich in gedrangter Form, ohne jede
Zalilenangabe, schliesslich dahin aussprechen :
I. Bei Abwesenheit von Wasser findet an blanken Glasflachm , mogen dieselben alkalihaltig oder durch Behand-
H.Kruuw.
936
lung mit siedendem Wasser an ihrer Oberfliiche selbst alkaliarm gemacht worden sein, iiberhaupt keine Condensation
oder merkliche Adsorption des zugeleiteten und dadurch mit
den betreffenden Flachen in Beruhrung gebrachten Gases
statt, und zwar weder im ersten Augenblick, was iiber
B u n s e n ' s Resultat hinausgeht, noch im Laufe der Beobachtungszeit.
11. Wird den von Feuchtigkeit vollstandig befreitcn
Eiiden Wasser zugefiihrt, so stellt sich sofort eine Verdichtung des Gases an der Glasoberfiache ein, und zwar ist dieselbe an der slkalireicheren OberflPche bei weitem stirker,
als an der alkaliiirmeren. I n beiden Piillen ist die Condensation in den ersten Minuten eine lebhafte. (Da auch die
gekochten Faden Adsorption, resp. Condensation zeigten, ist
hiermit die von W a r b u r g und I h m o r i aufgeworfene Frage
beantwortet.)
III. Die auf der alkalireichen Oberfiache von Glasfaden
zuruckgehaltene, bei den betreffenden, successive erhohten
Temperaturen nicht verdampfbare Wassermenge ist grosser
als bei denjenigen Glasfaden, welchen durch Behandlung mit
siedendem Wasser an der Oberflache Alkalien entzogen
worden sind. Ferner gelingt es in kurzerer Zeit, namentlich
bei niederen Temperaturen, die Feuchtigkeit durch Trockenstrom von den gekochten Faden zu entfernen.
Vorstehende Arbeit wurde auf Vorschlag des Hrn. Prof.
Dr. D o r n unternommen, welchem ich fur die Eiilfe, die er
mir dabei mit Rath und That giitigst zu Theil werden liess,
auch an dieser Stelle den ergebensten Dank ausspreche.
&lit weiteren, sich daran anschliessenden Untersuchungen
iiber andere Substanzen bin ich beschaftigt.
H a l l e a. S., Physik. Laborlttoriurn.
B e r i c h t i g u u g e u.
(M.Planck.) p. 632 Z. 13 v. u. lies p.
IJ
n
18
12
635
635
639
641
JJ
,J
J,
19
3 V. 0. n
17 V. 0. 11
4 V. U. 17
3 Y. U. I I
77
IJ
JJ
18
630 statt 566.
630 17
566.
631
635
636
99
19
n
567.
571.
572.
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