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Die Grundlehren der Chemie. FUr den Studirenden kurz dargelegt von Dr. Alex. Naumann Professor der Chemie an der Universitt Giessen. Carl Winter's Universittsbuchhandlung in Heidelberg

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Biicherschau.
Von ,,E 1an e r ' s ch e m i s c h - t e c h n i s c h e n M i t t h eil u n g e n"
ist der die Jahre 1878-1879 umfassende Band erschienen,
der wiederum eine Zusammenstellung von Veroffentlichringen
auf dem Gebiete der angewandten Chemie enthalt.
Ausser der Analyse und der Darstellung chemischer Produkte ist
namentlich die weitere Technik durch zahlreiche Vorschriften und Beitrage
bedacht.
Den Schluss des Bandchens bilden Aufkliirungen iiber die Zusammensetzung einer Anzahl Gehcimmittel, sowie eine Uebersicht uber neuere,
obige Gebiete beriihrende Literatur.
Unter der Schutzmarke L). It. P. macht sieh gegenwartig manches
Zweifelhafte oder durch den Einzclnen friiher schon a18 werthlos erkannte breit.
Auch das vorliegende Bandchen ist nicht ganz dariiber hinweg gekommen;
ein Verfahren, von mindestens sehr zweifelhaftem Werthe , zur Trennung
gemengter Lumpen ist sogar zur Ehre gelangt, mit dem glcichen Wortlaut einmal pag. 10 unter ,.Abfallstoffe" und ein zweites Ma1 pag. 223
unter ,,Papier" zum Abdruck zu kommen.
I m Uebrigen aber ist die Auswahl der Artikel eine recht sorgfaltige
und kritische zu nennen und sind sinnentstelleude Druckfehler dieses
Ma1 vollstandig vermicden , denn die nicht grade seltenen Verwecbselungen
eines Buchstahen geben zu Missdeutungen kcine Veranlassung.
Dem Apothckcr wird das Buch namentlich seiner teehnischen Recepte
halber willkommen sein, da es ihm manches Praktische bietet, sei es
zur eigenen Anwendung, sei e s , wozu der Apotheker so haufig bcrufen
i s t , um Andern daruber Auskunft zu geben.
Jena.
Dr. Emit Pfeifer.
D i e G r u n d l e h r e n d e r C h e m i e . Fur den Studirenden
kurz dargelogt von Dr. A 1e x. N a u m a n n , Professor der
Chemie an der Universitat Giesscn. Carl Winter's Universitatsbuchhandlung in Heidelberg.
Im vorliegenden Werke, welches 2 6 6 Seiten gr. 8O umfasst, entwickelt
der durch einschlagige Arbeiten allgemein riihmlichat hekannte Verfasser
die Grundlagen der Erkenntnisse fur den wissenschaftlichen Autbau der
heutigcn Anschauungen der Chemie. Naumann thcilt sein Werk i n die
3 Hduptabschniltc : I. Stotf und Energie : 11. Chemischc Zuaammensetzung;
111. Cbemische Vorgange. Im ersten Abschnitt werden die Regriffe Element, Atom und Molekul festgestellt und zwar die beiden letzteren i n
folgendem Satz prazisirt: Man bezeichnet als M o 1 e k u 1 die kleinste
Menge eines Korpers, welche in f r e i e m Zustande fur sich bcsteht, sich
als G a n z e s b e w e g t und sonach auch bei chemischen Umsetzungen zur
Wirkung kommen kann, a18 A t o m die kleinste Menge eines Korpers,
welche in eiuem Molekul seiner Verbindungen vorkommt. Dann werden
die Bestandigkeit des Stoffs und dcr Energie , das Avogadro'sche Gesetz,
die Bestimmung der Atomgewichte , desgleichen die Bestimmung der
kleinstmoglichen Molekulargewichte aus der Dichte der Gase u. 8. w.,
u. 8. w. besprochen.
Der zweite und umfangreichste The3 befasst sich mit der Konstitution
der chemischen Verbindungcn. Da der Raum ein Eingeheu i n die hochst
interessanten Details dieses Abschnittes leider versagt, beschriinken wir
uns darauf, einiges BUS den Eapiteln uber Chemische Verwandtschaft und
Werthigkeit der Elemente hervorzuheben.
,
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Biicherschau.
Naumann unterscheidet Umfang nnd Starke der chemischen Verwandtschaft; der U m f a n g d c r c h e m i s c h e n V e r w a n d t s c h a f t eines elementaren Atoms wird bezeichnet durch die Angabe, wie vie1 Atome eines
bestimmten, der Vergleichung zu Grunde gclegten Elements dasselbe zu
binden vermag, die S t d r k e d c r c h e m i s c h e n V e r w a n d t s c h a I't beseichnet
dagegen die Grosse des Widerstandes welchen die Uestandthcile einer
Verbindung ihrcr Trennung entgegensetzen. S t a r k e u n d U n i f a n g d e r
chemischen Verwandtschaft sind unabhangig von einander.
Cu und H g haben z. B. gleichen Umfang der Verwandtschaft zu 0, vereinigen sich mit je einem Atom zu CuO resp. HgO, aber die Starke der
Verwandtschaft ist versehieden, denn HgO zerfallt schon bei nicht sehr
hoher Temperatur i n Hg und 0, wahrend CuO durch die Hitze nicht
zersetzt wird.
Beziiglich der Werthigkeit der Atomc ist der Verfasser ein Gegner
der Theorie vom Wechsel der Werthigkeit; die Werthigkeit oder Valenz
irgend eines Elemeuts ist ihm eine ,,unter allcn Umstanden bestaridige
Grosse , indem das Sattigunpsvermiigeu der elementaren Atome ebenso
eine unveriinderliche Eigenscbaft ausdruckt, wie das relative Gewicht derselben unverinderlich ist und wie bis jetzt nirgends die Nothigitng vorliegt, von der Auffassung abzugchen, dass die elementaren Atome die
e i n z i g u n w a n d e l b a r e n G r o s s e n der Chemie sind." Verschieden
von diesem B i n d u n g s - o d e r S a t t i g u n g s v e r m o g e n eines Elements
ist der j e w e i l i g e S u b s t i t u t i o n s w e r t h oder Wirkungswerth, welcher unter verscbiedenen Unistandcn versehieden sein kann.
Dort, wo Anhanger der wechselndcn Valenz Atomverbindungen annehmen, hat man sehr haufig mit Molekiilverbindungen zu thun. So schreiben die Anbanper der coiistanten Werthigkeit dem Jodatorn nur eine
Verwandtschaftseinheit zu , da es keinc gasl'ormige Verbindung des Jods
giebt, in welcher Jod mehr als ein Atom bindet oder vertritt, sie fassen
desshalb das nicht fliicbtige JCl3 als eine Nolekiilverbindung von JC1 und
C12 auf = JC1, Cl*, wahrend die Anhanger der wecbselnden Valenz das
Jodtrichlorid als Atomverbindung ausgeben, in welcher das sonst einwerthige Jod als dreiwerthiges Atom fungire. Leider giebt es noch kein
untriigliches Unterscheidungsmerkmal zwischen Atomverbindungen und
Molekiilverbindungen.
Im letrten Abscbnitt von den ,,chemischen Vorgangen " wird ausgefuhrt, dass die chemischen Zersetzungen und Umeetzungcn von den Bewegungsverhaltnissen der Verbinduuybestandtheile und iiberhaupt von den
Energieverhaltnisscn abhangen. Hier giebt der Verfasser auch eine thermochemische Begriindung der gruppenweisen Scheidung der Metalle durch
Schwel'elwasserstoff.
Indem w i r noch Druck und Papier lobend erwahnen, wollen wir
unsere Fachgenossen angelegentlich auf das interessante Werk hinweisen,
welches allerdings nicht nur gclesen, sondarn studirt werden muss, dann
aber auch die aufgewandte Miihe reichlichst lohnt.
Geseke irn November 1879.
Dr. Jehn.
,
B e r i c h t i g u n g.
S. 415 in dem Aufsatze von C. Schneider ist bei der Aufziihlung der
Versiiche einzuschalten: ,,2) Tincturen mit Spiritus bereitet'' , dann
wird 2 - 3, 3 zu 4, n. 8. w. S. 420 Z. 7 v. u. liea ,,kann" statt konnen.
llallo, Buckdruckorei des Waisenhausea
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