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Prof. Dr. Henkel. Allgemeine Waarenkunde. Eine systematische Darstellung der wichtigsten im Handel erscheinenden Natur- und Kunstproducte. 1. und 2. Lieferung. Erlangen 1870. 192 Seiten

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Literatur und Kritik.
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S c h l e i d e n ist aber bekanntlieh nicht nur der Entdecker der Bedeutnng des Zellenlebens fur die Pflanzenwclt, sondern der B e g r ii n d e r d e r
g e s a m m t c n M o r p h o l o g i e d e r P f l a n z e n . Ohne seine bahnbrechenden Untersuchungen waren diejenigen cines S c h a c h t , 11 of m e i s t e r;
S a e h s u. s. w. nicht vorhanden.
P a1 a e o n to1 o g i e nnd P f l a n z e n g e o g r a p h i e sind in kurzen,
wenn auch nicht vollsthdigen, doch fur den Anfanger nutzliehen Uebersichtcn mitgetheilt worden. Hie und da kommen Ausdriicke vor, welehe
den Anfanget verwirren,oder missleitcn kiinnen. So sagt z. B. der Verf.
auf Seite 426, die Luft sei in dcn hiiheren Gebirgsregionen weit trockner
als in der Ebene. Bekanntlich sind aber die Alpenpflanzen Feuehtigkeitspllanaen nnd der in dem hier gemeinten Sinne besser gana bei Seite gelassene ' Ausdruck ,,t r o c k e n c r " hattc wenigstens einer ausfiihrlichen
Erlauterung bedurft. Die Luft der Hochalpen hat einen niedrigeren Condensationspunkt als die der Tiefebene und .eben desshalb ist sie feuehter als
diese. Wcnn auch die Alpeuluft nur wenig Wasserdampf enthiilt, kann mhn
sie doeh darum nicht trocken nennen. Ueber das vom Verf. zu Grnnde
gelegte Pflanzensystem haben wir uns bereits Giiher ausgesprochen und
konnen nur wiederholen, dass cine zweckmassigere Wahl desselben den
Werth und die Brauehbarkeit des Buehes bedeutend erhiihen wiirde. Die
Eintheilung der Phanerogamen naeh den Petalcn ist schon desshalb ganz
fehlerhaft , weil sie ein ganz unwesentliches Pflauzenglied als das wichtigste voranstellt. Jedes System , welches nieht auf Embryologie gegriindet ist, wird nur von ephemerem Bestand sein.
H.
P r o f . Dr. H e n k e l . A l l g e m e i n e W a a r e n k n n d e . Eine
systematische Darstellung der wichtigsten im Handel erscheinenden Natur- und Kunstproducte. 1. und 2. Lieferung.
Erlangen 1870. 192 Seiten.
Der Pleiss des Herrn Verfassers zeigt sich auch in diesem Werk;
aber ebensosehr der Mange1 an einer Verbindung mit dem grossen Weltmarkt, wie sie ein solches Wcrk erfordert. Eine allgemeine Waarenkunde
kann heutigen Tages eigentlieh nur in einer grossen Handelsstadt geschrieben werden.
Das Werk beginnt mit einer etwas kurzen und oberflachliehen Besprechung der Waaren aus dem Thierreiche," namentlieh ist der Absehnitt
,,Fleischwaarex?' sehr kurz behandelt.
Bei dcm Abschnitt ,,Fische " finden sich besonders im allgemeinen
Theil zahlreiche Liicken. Der g e s m u t t e t e n F i s c h e , die auf dem
Edinburger Markt cine so grosse Rolle spielen, ist niebt gedacht worden,
auch sind die verschiedonen Artcn dcs Einsalzens nur fliichtig beriihrt.
Der Austernfang ist dem Verf. nicht geniigend bekannt. Die Helgolander
Austern, welehe fur einen Kenner fast ungeniessbar sind, werden zu den
N a t i v e s gerechnet. Die Natives geharen aber zu den kleinsten, die Helgolander dagegen zu den griisstcn Austern.
Butter, Kiise, Honig u. s. w. sind ebenfalls sehr kurz behandelt. Ausfuhrlicher ist die Seidenzueht und der Seidenhandel dargestellt, doch fehlt
es auch hier nieht an Irrthumern. So z. B. sol1 Japan von der Seidenraupenkrankheit verschont geblieben sein ; leider aber wissen die Ziiehter
nur zu gut, dass die Japanesischen Ejer sehr oft krank sind. Die Baupen sollen sich ,,etwa 3-4 Mal'' hiiuten. Bckanntlieh hauten aie sich im
gesunden Zustand ausiiahmslos 4Mal vor dem Einspinnen, also im Ganren
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Anzeige.
6Mal bis zum Auskriechen des Schmetterlings. Zur Todtung der Puppen
werden grade die unpraktischen, von den Ziichtern liingst durch bessere
ersetzten Mittel empfohlen. Wie in den friiheren Werken des Herrn Verf.,
so finden sich in diesem beziiglich der Seidenzucht sehr seltaame Angaben. So z. B. soll Norditalien im Jahr 1834 fir 108 Millionen Francs
Seide gezogen haben und doch nur 35,250,000 Cocons; es hatte also jedes
Cocon einen Werth von 3 Francs gehabt, was unmoglich ist. Wahrscheinlich sind hier 35,250,000 Kilogrm. gemeint.
Kier wie auch in anderen Abschnitten sind zahlreiche oft sehr storende Schreib- und Druckfehler vorhanden, so z. B. wird auf Seite 30
der Botaniker Royle ,,Rogle " geschrieben, statt Gu6rin MQneville schreibt
Verf. G. Meneville, statt Antherea ,,Betheres," der Ricinus wird cine
Staude genannt, wahrend er in Indien bekanntlich zu einem 40 Fuss hohcn
Baum herauwachst, statt Bombycidae heisst es: Bombicidae. Diese und
andere Fehler finden sich alle a d einer und derselben Seite, die mir keineswegs absichtlich hervorgesucht haben. Das game Buch ist in dieser
Beziehung allzu fliichtig abgefasst.
H.
Anz e i g e,
Mit dem ersten Jahrgange der Dritten Bolge des
Chemisehen Centralblattes,
welche mit 1870 begomen, ist e i n e d u r c h g r e i f e n d e A e n d e r u n g
nicht nur in Bezng auf die a u s s e r e F o r m des Blattes , sondern auch
namentlich auf I n h a l t u n d A r t d e r B e a r b e i t u n g i n a Leben getreten. Emes ungetheilten Beifalls hat dieselbe sich zu erfreuen gehabt. Ein
W o c h e n b e r i c h t in jeder Nummer ermoglicht die 8 of o r t i g e Berichterstattung iiber alle neuen Vorkommnisse auf dem Gesainmtgebiete der
Chemie. Untcr anderen Verbesserungen ist ferner auch der Umfang des
Wisseuschaftsgehiete erheblich erweitcrt worden, und dies nicht etwa auf
Kosten der Vollstandigkeit in den Referaten, sondern durch grossere Pragnanz des Ausdrucks, vergrossertes Format und bedeutende Raumersparniss
infolge der neuen typographiscben Einrichtung. Das Blatt ist jetzt in
Wirklichkeit e i n v o l l s t a n d i g e s R e p e r t o r i u m f u r a l l e Z w e i g e
d e r r e i n e n u n d a n g e w a n d t e n C h e m i e . Ausser einem ausfihrlichen
N a m e n - u n d S a c h r e g i s t e r ist auch ein s y s t e m a t i N c h e s InhaltsVerzeichniss beigegeben , welches das ganze Material nach wissenschaftlichen Principien ordnet und bequemen und raschen Ueberblick iiber sammtliche Erscheinungen auf dem Gebiete der chemischen Literatur e k e s Jahre8 bietet.
Broschirte Exemplare des Jahrgangs 1870, soweit der
Vmrath reioht stehen zur Einsicht zu Diensten.
,
L e i p z i g , im Miirz 1871.
Leopdd
Halle, Hualdrurkerei drs Woisruhausea.
Yoss.
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