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Ueber die essbaren Erden in Persien.

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Die essbaren E d e n in Persien.
Ueber die essbaren Erden in Persien.
Die Gewohnheit, mineralische Stoffe zu geniessen,
durfte kaum in einem andern Lande so verbreitet sein,
wie in Persien. Auf den Baearen der meisten Stlidte
werden erdartige Stoffe feilgeboten, die der Befriedigung
einer, wie es scheint, tief eingewurzelten Gewohnheit
dienen sollen ; sie bilden einen nicht unbedeutenden Handelsartikel. Es ist dieser Erdgenuss vorzugsweise auf
das Volk beschrlnkt und namentlich sollen die Frauen
demselben huldigen. Wenn neuere europaiscbe Reisende,
welche Persien besuchten, jener seltsamen Gewohnheit
rnit keiner Silbe erwahnten, so darf das nicht iiberraschen,
da den Fremden nur wenig Gelegenheit geboten wird,
sich mit den Sitten und Gebrauchen desVolks eingehender bekannt zu machen.
Es sind besonders essbare Erden von zwei Oertlichkeiten, die sich eines Rufes im Lande erfreuen und welche
man fast allenthalben wieder trifft. Die eine ist unter
dem Namen Ghel Mahallat, d. h. Thon von Mahallat bekannt, welcher vom Gebirge gleichen Namens etwa 60
Werste westlich von Kum gebracht wird. Es ist ein
rein weisser, feiner, etwas fettig anzufuhlender und der
Zunge anklebender Thon. Die chemische Untersuchung
dieses Thones ergab :
Kieselsaure. ....... 43,O
Thonerde.. . . . . . . . . 37,s
Kali .............. 0,5
Wasser.. . . . . . . . . . . 19,O.
Die eweite Erdart heisst Ghel i Gioeh, Thon von
Giveh, einer Oertlichkeit, die unfern Kirman liegen soll.
Es sind unregelmiissig gestaltete, rein weisse, feste Knollen, von Wallnuss- bis Faust-Grijsse; sie fuhlen sich feinerdig, nicht fettig an, haften nur schwach an der Zungo
und haben einen etwas salzigen Geschmack.
Die essbaren Ei.deti in Persien.
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Die Untersuchung zweier Knollen ergab :
I.
I1
Kohlensauren Kalk. . . . . . . . . . 14,660
Kohlensaure Magnesia.. ..... 78,162
Magnesiahydrat . . . . . . . . . . . . . 1,385
Chlornatrium und schwefelsaures Natron .............. 2,192
Wasser.. . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3,601
23,500
68,758
2,985
100,000
100,000.
1,916
2,812
Nach dieser Zusamniensetzung ist das Mineral keine
Thonart, sondern reihet sich am ehesten dem Hydromagnocalcit an.
Beide untersuchte Substanzen enthalten weder etwas,
was zu den eigentlichen Nahrungsstoffen des menschlichen Korpers zu rechnen ist, noch solche Dinge, welche
irgend einen Einfluss auf das Nervensystem ausiiben ;
denn der feine Mahalla-Thon wird sich vollig indifferent
verhalten, die Erde von Giveh kann nur insofern von
Wirkung sein, als allenfalls durch die Erdcarbonate die
freie Saure des Magensaftes neutralisirt wird. Sucht
man nun nach der Erklarung der seit Jahrhunderten
eingewurzelten Gewohnheit des Erde-Essens, so Iasst sich
etwa Folgendes annehmen:
Die in den meisten persischen Ebenen den grossten
Theil des Jahres hindurch herrschende trockne Hitze,
das unthatige Leben der Orientalen haben zuniichst ein
ausserst vermindertes Nahrungsbedurfniss zur Folge. Der
Korper bedarf wenig zum Wiederersatz der verbrauchten Stoffe. Der eigentliche Genuss des Essens, wclcher
in dem Masse holier empfunden wird, als der Mensch
unter dem Einflusse anstrengender Thatigkeit und niederer Temperatur sich befindet, fhllt somit weg. Wollte
er sich solchen verschaffen durch Einfiihrung wirklicher
Nahrungsmittel, die sehr leicht uber das erforderlicho
gewijhnliche Mass geht, so wurden die Folgen davon in
Form von heftigen Indigestionen, die in jenem Klimn
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Die essbaren Evden in Persien.
besonders heftiger Natur sind, nicht ausbleiben. Der
Genuss susser und wasseriger Friichte, der hier am Platze
ware, behagt nicht Allen, nuch sind solche nicht uberall
zu haben. Jene dem Organismus vollig indifferenten,
dabei wohlfeilen Thone und Erden geniigen zu dieseni
Zwecke. Sie versohaffen zunachst die Thatigkeit des
Beissens und Schlingens, fullen den Magen und bringen das Gefiihl einer vermeintlichen Sattigung hervor
und verlassen den Organismus wieder, ohne - wenigstens bei nicht uberniassigem Genuss - auf die Blutmischung einen stiirenden Einfluss ausgeubt zu hnben.
Sie wirken nur mechanisch, nicht chemisch. flierzu
kommt noch von Seiten der Phantasie das reinliche Aussehen der blendend weissen Rnollen, das sanfte, zwischen
den Zahnen abstumpfende Gefiihl des sandfreien, durch
Reiben und Driiclten leicht mehlfein zu erhaltenden Pulvers derselben. Endlich tragen noch Aberglauben, Unwissenheit und Faulheit das Ilirige bei zur Erhaltung
der sonderbaren Gewohnheit. (Lundw. Zeitung des Proo.Vereins Hunnouer.)
-'hi-
*
Ergebnisse chemischer Analysen der Seidenranpen;
Yon
L e o p o 1 d Le n z in Uiigarisch-Altenbn~.g.
Die zur Annlyse verwendeten Seidenraupen entstammen theils der an der hiesigen Anstalt befindlichen Zucht,
theils waren sie anderorts herbeigeschagt und wurden bezeichnet als gesunde, fleckenkranke und gelbsiichtige
Raupen - im lebenden Zustande nebst ihren entsprechenden Excrementen an das agricultur-cheniische Laboratorium abgeliefert. Die Seidenraupen standen in gleichem Alter und karnen 4 Tnge nach der letzten Hautung
zur chemischen Untersuchung. Die Excremente stammen
ebenfalls von Raupen gleichen Alters und wurden nicht
im frischen, sondern im bereits lufttrocknen Zustande in
Arbeit genommen. Die verwendeten Blatter, ebenfalls
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