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Zum Morphinnachweis.

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A. Huaemann, Zum Morphinnachweis.
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Zum Morphinnachweis.
Von Dr. B u g. Hu a e m a n n , Professor in Chur.
In seiner kurzlich herausgegebenen ,,chemischen Toxikologie '' sagt Prof. F r i e d r. M o h r beim ,,Morphin,'' dass
die von mir angegebene Morphinprobe, welche darin bestehe,
,,dass man das Morphin mit concentr. Schwefeleaure ubergiesse und dann Salpetersaure hinzufiige, worwf eine rothe
Farbung entstehe ,'' n i c h ts b e w e i s e. In der That wurde
die Probe, wenn man sie in der von M o h r angefuhrten
Weise ausfuhren wollte, gar nichts beweisen; denn man
erhielte gar nicht einmal eine rothe Farbung, sondern eine
hochst uncharakteristische Missfarbe. Dagegen beweist diese
Angabe Mohr's, dass er das punctum saliens meiqer Probe
vollig iibersehen hat, sie also auch niemals a u s g e f ~ r thaben
kann, was allerdings fur die Zuverlassigkeit seiner kritischen
Urtheile etwas bedenklich ist.
Die eben so charakhristische als im hochsten Grade
empfindliche Probe besteht *) namlich darin, dam Morphin oder
ein Sale desselben, wenn es 12 -15 Stunden mit concentrirter Schwefelsaure in Beriihrung gewesen, oder eine halbe
Stunde lang damit auf 100 O , oder einige Augenblicke auf
etwa 150 0 erhitzt gewesen ist, in der, falls erhitzt wurde,
wieder e r k a 1t e t e n Losung sowohl mit einem Tropfchen
Salpetersaure, als auch mit kleinen Mengen von Salpeter,
oder von chlorsauram Kali, oder von Chlorwasser , oder von
gelostem unterchlorigsauren Natron , oder von Eisenchlorid
eine prachtige blau - bis rothviolette Fiirbung erzeugt, die bald
in ein dunkles Blutroth iibergeht und dann allmiihlig verblasst.
Es ist also nicht das Morphin selbst, sondern ein durch
Einwirkung der cone. Schwefels&ure daraus sich erzeugendes
U m w a n d l u n g s p r o d u c t desselben, welches rnit den genannten Reagentien die Farbenreaction hervorbringt. Die Empfindlichkeit der Probe ist so gross, dass Xo0 Millig. Mor*) Man vergl. Annal. d. Chem. u. Pharm. Bd. 128. 6. 305.
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A. Bneemann. Zum Morphinnachweis.
phin, in einigen Tropfeu Schwefelsaiire geliist und in der
angegebenen Weise weiter behandelt, noch deutliche RosafLbung erzeugt.
Allerdings ist die Probe von F r o h d e , welche auf der
violetten Farbung beruht, die Morphin und seine Salze beim
Zusammentreffen mit einer Losung von molybdansaurem Natron in concentr. Schwefelsaure hervorbringen, nach D r a g e n do r f f ’s Versuchen noch etwas empfindlicher , da sie die Erkennung von nur
Millig. Morphin gestatten soli. Von
grosserer Beweiskraft ist aber ganz gewiss die von mir empfohlene Reaction, da mir kein Stoff bekannt ist, der n u r unter
den angegebenen Bedingungen mit Salpetersaure und den
iibrigen namhaft gemachten Oxydationsmitteln die gleiche
Farbung erzeugt , wahrend mit dem Frohde’schen Reagens
auch Papaverin, Salicin, Populin, Phloridzin und andere Pflanzenstoffe ganz ahnliche Farbungen wie das Morphin veranlassen. Dam kommt, dass auch bei Gegenwart farbender organischer Materien, die ja in solchen Fallen, wo man das
Morphin aus organischen Massen zu isoliren hat, nur ausserst
schwierig ganz zu beseitigen sind, meine Probe ganz unzweideutige Resultate giebt, wenn man an Stelle der Salpetersaure die c h l o r h a l t i g e n O x y d a t i o n s m i t t e l als Reagentien benutzt.
Erw6gt man nun, dasR von allen iibrigen Morphinproben
lediglich die Eisenchloridprobe charakteristiscb genannt werden kann, diese aber eine so geringe Empfindlichkeit besitzt,
dass sie bei forensischen Untersuchungen den Chemiker in
den meisten Fallen im Stich lassen wird, so wird man einraumen miissen, dass M o h r der forensischen Chemie , indem
er eine zur Erkennung des toxikologisch so wichtigen Morphins hochst brauchbare Methode zu discreditiren sucht, einen
sehr zweifelhaften Dienst geleistet hat.
C h u r , November 1874.
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