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Das einheimische Opium von 1871.

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II. Botanik und Pharmacognosie.
Dss einheimische Opium von 1871.
In einem Aufsatze in Nr. 51 des Wochenblatta fur Landund ForstvFirthschaft constatirt J u 1i u s J o b s t , dass trotz
dea ungiinstigen Sommers die Gewinnung dieser Drogue in
Wurttemberg im Vergleich zum Vorjahre einen ziemlich
bedeutenden Umfang angenommen hat. Auf der Industrie Ausstellung in Ulm , SO wie bei dem landwirthschaftlichen
Feste in Cannstadt lagen mehre von verschiedenen Prodncenten erzengte Opium-Proben auf und sind ausserdem der
Firms von Jobst am verschiedenen Theilen des Landes
grosaere und kleinere Parthien sum Ankauf zugesandt worden.
Die Qualitiit des Opium war meist ausgezeichnet, von
dunkelbranner bis schwarzer Farbe und feinstem Geruch,
wenn gehorig getrocknet) muschelig und glanzend im Bruch
und von einem Morphingehalt von 13- 15 Proc., welcher
Reichthum an AlkaloId bekanntlich das einheimische Product
weit uber die besten Sorten des Orients stellt. Neben diesen Parthien erhielt Derselbe aber auch von zwei Beiten ein
sngeblich inliindisches Opium, welches offenbar ein whsriges
Extract der Mohnpflanze war und nur eine Spur Alkaloid
enthielt.
Auf einer Reise, welche Herr Jobst im vergangenen
Winter nach den Hauptstspelplatzen der kleinasiatischen
Opium - Production unternommen , konnte DerRelbe sich iiberzeugen, dass die Yohnpflanze jener Gegenden im Klima kaum
etwas vor der Wiirttembergischen voraus hat; so ist es e. B.
f& eine gunstige Opium - Ernte unerliissliche Bedingung, 'dass
die Mohnfelder wahrend einiger Monate lriit Schnee bedeckt'
liegen. In der Handhabung der Opium-Gewinnung sind die
Turken ebenso wenig iiberlegen, wofur die anatolischen Opiumr5toh.d. Plum. 1II.Belhe. I. B&.
1. Hh
6
a2
Dns einhoimiscbe Opium von
1871.
Ritzer , wic Jobst solche auf dem landwirthschaftlichen Feste
RU Cannstadt ausgestellt hatte, beredtes Zengniss ablegten.
Mit vieler Miihe gelang es demselben, sich eine gcwifisc
Menge keimfdhigen Yohnsamcns aus denjenigen Distrilrten
Kleinasiens zu verschaflen , welche dae geschalzte ,,B o g h a d i t s c h " - 0 p i um liefert und sind mit diesem Samen Inehro
Anbau- Versuche in Wurttemberg gemacht worden. Dic a d
den J o b s t ' when Versuchsfeldern erlangten Resultate sind
folgende.
Die orientalische Pflanse zeigte eine hellerc Farbe als d w
inlandische Mohn und kam mit dunkelvioletter Hhme zum
Bliihen; sie trieb auffallcnd wenig Blatter und erreichte nur
eine Hohe von awei Fuss. Die Kapseln waren klein, jedoch
wohlgefullt lmit einem tiusserst feinkornigen , bliiulichen Samen. Die niedrigere Natur der Pflanzen bewahrt dieselbe
einigermaassen vor Beschhdigiingen durch den Sturm und
reifte der orientalische Mohn einige Wochen fruher als der
einheimischc.
Auch an Opium ergab der orientalische Mohn eher weniger als die einheimische Pflanze , im Morphingchalt sind
jedoch beide Sorten anniihernd gleich, indem die Analysc den
Verf. folgenden M o r p h i n g e h a1 t ergab:
fur N.I. Opium aus orientalischcm Mohn gewonnen 12,6 Proc.
und
,, ,,11. einheimisches
12,8 n
von Kodei'n lieferte Nr. I.
0,12 9,
Nr. 11.
0,09
wiihrend das original - tiirkische Opium gewohnlich 0,25 Proc.
dieses Alkaloi'ds enthalt.
Nach eingegangenen Berichten macht die Opium - Cultur
in N o r d a m e r i k a bedeutende Fortschritte, was bei den dortigen hohen Arbeitslohnen, nur durch den beinahe 3 fl. pro
Zollpfund betragenden Schutzzoll, welchen das clortige einheimische Product fur sich hat, zu erklaren ist.
Vorliiufig wird daa Product dcr einheimischen Opium Gewinnung, welche eine Zukunft haben diirfte, nur fur die
Fabrikation des Morphins verwendbar sein , da die derzei t
geltenden Pharmacopoen nur tiirkisches Opium vorschreiben.
Bei S a a r a n und B oh r a u in Schlesien werden Mohnpflanzen
cultivirt, deren Opium einen Gehalt von 13-14 Proc. Morphin ergaben, also 3-4 Proc. mehr als das orientalische.
Die Erhhrung S o r a u e r ' s , d a s s d i e g e r i t e t c n
Mohnkapscln aine groasere Samen-Auebeute
),
Officinelle Pflaneen in Turkeetan.
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l i e f e r n , a l s d i e u n g e r i t z t e n (Archiv d. Pharm. 1871,
Juli) ,.hat J o b s t bislang nicht bestatigt gefimden. In Nr. 52 des oben citirten Wochenblatts wird ein Aufsatz an8 dem Gewerbeblatt ,,uber die Ausbentung unserer
Mohnf'elder von Apotheker J u 1. 8 c h r a d e r in Munderkingen , welcher, von den Veroffentlichungen der Firma Fr i e d r.
J o b s t angeregt , Mohn zur Opium - Gewinnnng gebaut
hatte, wiedergegeben, in welchem os u. A. heisst:
Das von mir angebaute Land hatte eine Grosse vou
32 Quadr. - Ruthen. Ich nahm mir, um den dnrchschnittlichen
Ertrag einer Kapsel annahernd bestimmen zu konnen, die
Muhe, sammtliche auf dem Stuckchen stebende Kapseln zu
xiihlen, es waren 3749, auf einer &.-Realso 117. Der Ertrag des Ganzen ergab 9 Unzen und 3 Drachmen wohl
getrocknetes, 11 Proc. Morphin enthaltendes Opium, der der
einzelnen Kapsel also l l h Ciran.
Ein Morgen, auf dem nach Obigem 44,987 Rapseln stehen,
gabe demnach 112 Unzen , beinahe 6 Pfund wohlgetrocknetes Opium, was Zi 18 tl. einen Geldwerth van 121 fl. 30 xr.
reprasentiren wiirde ; gewiss ein schoner Verdienst , wenn
man bedenkt, dass die Kosten fur Arbeitalohn, Diingnng etc.
dnrch die Gewinnung dcs Samens mehr ale vollstandig gedeckt werden.
Aus 160 Stuck moglichst gleich grossen n i c h t geritzten
Kapseln wurden 15 Unzen Samen erhalten und ein gleiches
Gewicht aus 160 Stuck geritzten Kapseln. Beide Portionen
wurden warm gepresat , und lieferten gleiche Oelmengen , j e
H bg.
nicht ganze 6 Unzen.
('
OPfidnelle Pflanzen in Tnrkestsn.
F e d t s c h e n k o hat am oberen Serafschan Arten der
F e r u l a gefunden; die Eingebornen heilen damit die Wunden der gedriickten Yferde. Er fand Z i t t w e r s a m e n ,
der wegen seines reichen Santoningehaltes besser ist als der
nordafrikanische. Bei 8 am a r k a n d fand er die B 1u m e n Esche, die in Italien wild wachst; sie wird in der Medicin
gebraucht und ihre M a n n a thener bezahlt.
K r a u s e , ein anderes Mitglied der Expedition des mssischen Naturforschervereins nach Tnrkestan, fand in den Bergen von C h o k a n d P i s t a c i a Vera wildwachsend; sie befert
6%
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