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Der kleine Brockhaus. Handbuch des Wissens in einem Bande. In zehn Lieferungen zu je 1.90 Mark. Leipzig 1925. Verlag von F. A. Brockhaus

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Biicherschau
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Die Wissenschaft von den Fermenten ist in den letzten Jahren in um
gewohnlicher Weise angeschwollen, so da8 sie nur noch fur einen kleinen
Kreis von Spezialisten einigermaBen ubersehbar ist. Andererseits ist ihre
Bedeutung gewachsen, je mehr man erkannte, in wie mannigfacher Weise
das Ferment Leben und Geschehen in der Natur beherrscht. Zugleich mit
den Arbeiten experimenteller Natur, welche die Auffindung und Systenatk
sierung neuer Fermente zur Aufgabe hatten, ihr Vorkommen und ihre Win
kmgen ermittelten und sie fur die mannigfachsten Zwecke nutzbar z u machen
suchten, hat auch die Spekulation iiber das Wesen der Fermente und das
Wie ihrer Wirkung eingesetzt. Die Klarung dieser Fragen ist noch nicht sc
weit gediehen, wie es im Interesse der Wissenschaft liegt.
Ubcrblickt man allein das Heer der hydrolisierenden Fermente, denen
iusbesondere das vorliegende Werk gewidmet ist, so stoBt man auf eine
groBe Zahl von Individuen; denn entsprechend dem heutigen Stande der
Fermentforschung mu8 man fast fur jeden ProzeB, der sich enzymatisch an
einem Substrat vollzieht, ein besonderes Ferment verantwortlich machen.
So kommt es, da8 man bei einem chemisch verhaltnisma8ig leicht zu iiberc
srhendcn ProzeB, wie die Hydrolyse der Disaccharide, welche im allgemeinen
spielend von Wasserstoffionen bewirkt wird, bereits eine groBere Anzahl
von Fcrmenten kennt, die, an Stelle des Wasserstoffions tretend, die gleiche
Kcaktion wie dieses vollziehen, zum Unterschied von jenem jedoch keine
allgemeine, sondern eine spezifische, auf ein einziges Substrat gerichtete
Wirkung aufweisen.
Wir haben hier die Invertase, das Rohrzucker spaltende Ferment, die
Maltase, Trehalase, Lactase, Melibiase, Turanase, Gentiobiase, Cellobiase.
Jhre Zahl wachst bei Hineinbeziehung anderer Stoffe in den Kreis der Unters
suchungen. Wir finden bei den Trisacchariden die Trisaccharasen, z. R.
Raffinase, weiterhin Tetras und Polysaceharasen, z. B. Diastase und Inulinase.
Glucoside werden von Glucosidasen, EiweiBstoffe von Proteasen gespalten,
von denen Pepsin, Lab und Trypsin allgemein bekannt sind. Man erinnere
sich ferner daran, da8 zur Bewaltigung bestimmter Aufgaben, z. B. beim
Abbau von Eiweiastoffen zu resorbicrbaren Bausteinen, nicht ein Ferment
allein gcniigt, sondern das Zusammenwisken einer Vieiheit erforderlieh ist,
da8 wir weiterhin Kofermente kennen, welche die Tatigkeit des einzelnen
Ferments begiinstigen, und Antifermente, welche sie hemmen. Das Material,
welches sich hier auftiirmt, schwillt zu volliger Undurchsichtigkeit an, wenn
man die mannigfaltigen Verhaltnkse, die beim Aufbau von Fett, EiweiB und
Kohlenhydrat in der Zelle herrschen, sowie die Lebensvorgange iiberhaupt in
den Bereich der Untersuchung zieht. Die Fermente sind mit den wichtigsten
Naturvorgangen eng verkniipft. Sic mu8 der Mediziner kennenlernen, wenn
er das Leben und seine Funktion studiert, der Chemiker, dem sie fur seine
Untersuchungen notwendig sind, der Techniker, dessen Betrieb auf der Tat&
keit der Fermente aufgehaut ist, auch der Pharmazeut, der Fermente auf ihrc
Wirksamkeit zu priifen hat.
In dem vorliegenden Bande ist ein enormes Wissensmaterial auf vers
haltnismaBig kleinem Raum vereinigt. Sein Studium ist durch die Menge
gebrachter Einzelbeobachtungen und Zitate etwas erschwert, doch wird man
durch die Lebhaftigkeit der Darstellung, die eine Ermiidung nicht aufkommen
lafit, entschadigt. Man t u t einen Blick in diese miihsamste aller Wissens
schaften, man fmdct Methodik und Mcthnden, Erkliirung und Belehrung.
Der kleine Brockhaus. Handbuch des Wissens in einem Bande. In zehn
Lieferungen zu je 1.90 Mark. Leipzig 1925. Verlag von F. A. Brockhaus.
Der ,,kleine Brockhaus" wird enthalten: iiber 40 000 Stichworter, etv-s-a
5400 Abbildungen und Karten im Text und auf 90 einfarbigen und buntcn
Tdel- iind Kartenseiten sowie 37 Ubersichten und Zeittafeln.
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Biicherschau
Die vorliegende erste Lieferung enthalt Karten von Afrika, Asien und
-%merika, vier bunte Tafeln: Mensch, und je zwei schwarze Tafeln iiber Saw
kuhst und Bergbau, sowie die Stichworte von A bis ,,Bolschewismus". Heft 2
enthalt Karten iiber Altertum und das Deubchc Reich, zwei bunte Tafeln
uber Nahrungsmittel, eine schwarze Tafel iiber Dampfkessel und Dampfs
maschinen und zwei schwarze Tafeln uber Leibesiibungen sowie die Stichworte
bis ,,L)ruck". Die einzelnen Artikel sind zeitgemaR, treffend zusammenfassend,
durch eine groRe Anzahl von Abbildungen unterstiitzt. In Anbetracht des
aufierordentlich reichen sachlichen und graphischen Inhalts ist der Preis des
Werkes als erstaunlich billig zu bezeichnen.
Die Eisengewinnung von den altesten Zeiten bis auf den heutigen Tag.
Von Prof. Dr. M. v o n S c h w a r z und Dr. F. D a n n e m a n n . Miinchen
und Berlin 1925, Verlag von R. Oldenbourg. 51 Seiten. Preis 1.60 Mark.
Seit kurzem erscheint im obigen Verlag eine Sammlung, bctitelt: ,@er
Werdegang der Entdeckungen und Erfindungen", von der die vorliegende
Arbeit d m vierte Heft bildet. Die Verfasser beginnen mit der Gewinnung des
disens bei den alten Agyptern, Jahrtausende vor unsrer Zeitrechnung, und
schlieBen mit der modernen Stahlerzeugung. Sie liefern uns eine ansprechende,
klare Entwickelungsgeschichte des Eisens, von dem Plinius sagt, daR es das
niitzlichste und zugleich das verderblicbte der Metalle sei.
Chemische Trinkwassers und Harnanalyse. Von Dr. C. R u p p , Ureslau.
Stuttgart 1925, Verlag der ,,Suddeutschen Apothekers
aitung". 37 Seiten. Preis geb. 2,50 Mark.
Das in Taschenformat gehaltene, mit Schreibpapier durchschossenc be5
wahrte Buchlein bildete in seiner ersten Auflage einen Sonderabdruck aus
Siiddeutsche ApothekersZeitung 1906, Nr. 89 und 90. Seitdem ist der Inhalt
mehrfach durchgesehen bzw. neubearbeitet worden. Besonderes Gewcht
1st auf praktische Auswahl der Methoden und dercn Ausfuhrbarkeit mit den
I-lilfsmitteln der Apotheken gelegt. Fur eine neuc Auflage sei der Wunsch
nach Aufnahme von Abbildungen der wichtigeren Harnsedimente suss
gesprochen.
4. und 5. Auflage.
Kleine homoopathische Arzneimittellehre oder kurzgefante Beschrcibuiig
der gebrauohlicheren homoopathiscben Arzneimittel zum Gebiauch fur Nicht.
arzte. Hilfsbuch zu den homoopathischen Hands und Lehrbiichern zur Be<
handlung der Krankheiten der Menschen und Tiere. Von A. v o n F e 11 e n :
b e r g 5 2 i e g 1 e r. 10. Auflnge. Leipzig 1925, Verlag von Willmar Schwabe.
357 Seiten. Preis geb. 5,50 Mark.
Seitdem die Homoopathie neuerdings durch Prof. B i e r wieder cine
miichtige Anregung gefunden hat, kann jedes neue, dem Gebiet gewidmcte
Buch auf ein erhohtes Interesse reehnen. So auch das vorliegende, das
307 Arzneistoffe beschreibt. Bei diesen finden sich die erforderlichen
Angaben iiber Abstammung, Praparate, Antidote, Wirkung und An+
wendung bei Menschen und Tieren. Allgemeine Ausfiihrungen finden
sich iiber Hauptmittel, Pflanzen. und Tiermittel, Wirkungsdauer, Potenz,
Wiederholung, GroRe der Mittelgaben, Berechnung der Mittel usw. Das
Buch ist zwm fur Nichtarztc bestimmt, es wird aber auch jedem homoos
pathischen Arzte gute Dienste leisten konnen, ebenso auch den Apotheken
/:ur Auskunft iiber so manche an diese geste!lten Fragen. Wiinschenswcrt
ware das Vorhandensein eines therapeutischen Registers.
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