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Die Eisenquelle zu Pausa.

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154
11.
Naturgeschichte wid Pharmacogriosie.
Die Eiscnquelle zu Pausn.
Von O t t o F a c i l i d e s , Bpotheker in Zwickau.
Interimistisch mit der Administration der Apotheke zii
P a u s a betraut, hatte ich Gelegenheit, das am Orte befindliche Bad kennen zu lernen und diirfte, obgleich dieses einer
Sage zufolge im Mittelpunkte der Welt gelegen , weniger
bekannt sein; wesshalb ich mir erlaube, weit entfernt eiue
Xonographie liefern zu wollen, nur einige meiner Beobachtungen hier niederzulegen.
Des Pausaer Gesundbrunnens geschieht in einem Actenstiicke
vom Jahre 1739 zuerst Erwahnung und durch Fama, dieses bose
Weib, die sonst wie jetzt ihr Spiel getrieben, sind im
Volksmunde verschiedene traditionelle und hochst abweichendo
Sussagen uber die Entdeckung genaunter Quelle verbreitet.
Das lauschige Plltzchen unserer Nymphe erhielt von guten,
rechtglaubigen Vorfahren den Narnen ,,G o t t e s g e s c h e n k ,"
einer Benennung, der ich mich, abgesehen von Bergwerken, aus einer Urkunde meiner Vaterstadt Plauen in ahnlicher Weise erinnere, in welcher, des an der Quelle der Elster
gelegenen Gesundbrunnens (des jetzigen Bades Elster) gedenkend, von der h e i l i g e n E 1s t e r gesprochen wird.
Das eigentliche Bad Pausa ist circa 800 Meter vom
Stadtchen gleichen Namens entfernt , am unteren Ausgangspunkte cines seichten Defilhes, welches , nach dem unmittelbar hinter dem Brunnenhause gegen Siiden langsam anstei-
Die Eisonquelle
XU
fausa.
15.5
gcnden Bergkamme sich in leichten lntervallen gradatini hinaufziehend , cndlich darin verschwimmt , dabci nach oben jedocll
cigenthiimlicher Weise sich ausbreitend , gleichsarn als dreieckige mit der Spitze nach nnten liegende Fkche, einem Fallenfilter iihnlich, hin die Educte liefert. Das den Rergabhang
bildende Grundgebirge , aus Grauwackenschiefer bestehend,
ist cines Theils mit einer durch die Zersetzung bedingten Letten - nnd Lehmschicht , hanptsachlich hier jedoch mit cineni
miichtigen Lager von T o r f m o o r bcdeckt , welcher an verschiedenen Stcllen sunipfige, durch Quellen bedingte, auf wasserhaltenden Untergrnnd basirte Platze zeigt.
Dcm einfachen Gesetze der Schwere folgend, bahnt sic11
von dem Hohenkamme dieses Wasser unsichtbar in der ausserst
seicht abfallepden Thalsohle durch den Moorgrund, dabei eventuell grossere oder kleinere zu Tage tretende Wasseranhaufungen bildend, bis zum Bade herab, uns hicr als das
Gottesgeschenk entgegcntretend, seinen unterirdischen Weg.
Das aus den obcrsteii Quc!lcn des Bcrgcs auftretendc Wasser kann mit Recht den Nanien eines sogenannten wilden
Wassers erhal ten, da ein Theil desselben, aufgefangen und durcli
Kijhrenleitungen in die Stadt gefuhrt , hier als Trinkwasser
verwendet, keinen specifischen Geschmack und Geruch, ebenso
wenig als Bisenockerablagerung zeigt. Wohl aber findet man
in dem Naasse, als dasselbe tiefer nach dem Bade herabkommt, deutlichen Geschmack und Sedimente von Eisen, wozu
vom wesentlichen Einfluss sein mag, dass zwischen genannten
teichartigen Wasseranhaufiingen keine sichtbaren und zu Tagc
liegenden A4bzngskanale befindlich sind , das Wasser vielmehr
die Torf - und Moormassen mittelst Dnrchsickerns iiberwinden
muss, so dass die neben nnd ewischen den Teichen liegenden
saueren Wiesen, wenn such keine pontiaischen, doch von den
Radegasten gefiirchtete, mit schmutzig gelbem Rasser gefiillte Siimpfe bilden.
Rekanntlich liefern die im Torf- nnd Moorgrund fortdauernd in Zersetzung begriflencn Pfianzenstoffe vie1 liohIcnsiiure, die in Folge der ziihen Consistenz cles Kodens
zum grosstcn Thcilc zuriickgehaltcn mird ; das langsani sickerndc
~
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Die Eisenquelle zu Peusa.
Wasser , durch Druck und Temperatur bedingt , schwangert
sich damit, wiihrend die gleichzeitig vorhandenen mineralischen Bestandtheile des Xoorgrunds , als Schwefelkies , Kalk
uud Talk sich losen und daraus ein alkalisch salinisch hepatischer Sauerling , eine Heilquelle hervorgehen muss.
Um so mehr ist dieses anzunehmen, als von der ersten
Qnelle bis zu ihrer Fassung im Brunnenhause ein Raum von
circa 500 Meter zuriickgelegt werden muss.
Das hier in steinerner Fassung vcreinigte Wasser ist,
\vie schon mitgetheilt , ein Geschenk Gottes genannt worden,
wahrend der mehr siidlich und etwas hoher gelegene neuerc
Brunnen , die So p la i e n q u e 11e , analogen Ursachen , jedoch
theilweise unter Zutritt der aus der Luft condensirten Niederschlage, ihre Existenz verdankt, aus eisenhaltigem Thon quillt,
nur kurzere Zeit mit dern Moorgrunde in Beriihrung, und in
Folge dessen auch schwacher an den erstgenannter Quelle in
hohem Grade eigenen Beimischungen und Bestandtheilen
gefunden wird.
Wie bei allen erdig alkalischen Stahlquellen, ist die Farbe
des Wassers im statu nascendi vollkommen klar, nach Schwefelwasserstoff riechend, von dem specifischen Eisen -,jedoch gleichzeitig erfrischend prickelndem Geschmack. Im Glase starke Perlen aufwerfend, zeigt es, mit leichter Triibung beginnend, nach
einiger Zeit einen ocherfarbigen, schlammigen Niederschlag.
Oberflachlich bildet sich gleichzeitig ein schillerndes , gelbes
Hautchen, da unser wachsamstes Polizeiorgan, der Sauerstoff,
einen Theil der der Tiefe geraubten Schatze requirirt, wahrend die untreue Kohlensaure ihren TTerbundeten schwimmen
Iasst. Die Temperatur der Quelle ist rgcht erquickend Zuni
Trinken , zum Baden hingegen ohne Z n s a t ~warmen Wassers,
da die sonst iibliche Dampfheizung noch nicht angebracht,
ist, zu kiihl.
Zu beiden Zwecken von mir gebraucht , beobachtete ich
recht erfreuliche Resultate nnd konnte wohl von der anregenden Wirkung etwas beobachten , keineswegs aber von
einem , von begeisterten Consumenten den] xu reichlichen Geniisse genannten Wassers zugeschriebenen B r u n n e n r a u sche,
-
Noch einmal Pausn.
1b?
B a d e r a u s e h e und B a d e a u s s c h l a g e irgend etwas bemerken.
Wenn ich diesem kleinen Bade das Pradilrat eines a n g en e h m e n gebe, so gehe ich dab& von der Ansiclit aus, dass,
wer zwischen den Reizen des Ballsaales und der Tafel, des
Theaters und der Concerte erkrankt ist und zu seiner Heilung ein naturgemasses, dem Treiben grosserer Stadte geradezu entgegengesetztes Lehen bedarf, dem entspricht der
liindliche, stille, dem Gemuthe so wohlthuende Charakter dieses Ortes in der vollkommensten Weise.
Noch einnial Pausa.
Von Dr. H. L u d w i g , a. Prof. in Jena
E i n i g e Reactionen d e r P a u s a ’ e r E i s e n - und
S c h w e f e 1q u e 1l e beobachtete ich Sonntag den 4. Septbr.
1864 Nachmittags an Ort und Stelle.
A. Das ails der E i s e n q u e l l e beim Schutzenhause
frisch geschopfte Wasser erschien farblos und schmeckte etwas
schweflig, hinterher e i s e n h a f t.
Schwache violette Farbung des blauen Lackmuspapiers ;
Gallapfelaufguss deutliche violette Farbung;
Gelbes Schwefelammonium sogleich schwarzgriine Farbung;
Kaliunieisencyanid augenblicklich intensiv blaue Farbung;
Bleiessig weissen Niederschlag ;
Chlorbaryum keine Triibung.
B. Das aus der sog. S c h w e f e l q u e l l e geschopfte Wasser
war sehwach getriibt. Es gab init Bleiessig einen w e i s s e n
Niederschlag ; mit Chlorbaryum eine kaum merkliche Triibung; mit Schwefelammonium eine griine Farbung und Trubung. Der friihere Besitzer des Bades, jetzige Oekonom F r a n z
T i t t e l diente nns (meiuem danialigen Assistenten C. W e i n -
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