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Die Farbe des Wassers.

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Die Farbe dee Waesers.
centration und starkem Ueberschuss der Chlorcalciumlosung
nahe bei Siedhitze am besten ausgezogen.
Nirnrnt man an, dass der in so grossen Mengen in Stassfurt gewonnene T a c h h y d r i t eben so gut wie Chlorcalcium
wirkt , 80 steht das Extractionsmittel billig zur Verfugung.
(Aus Zeitschr. f. d. Berg-, Hiitten- und Salinenwesen im
B e u s s . Staate 15,4, im Jonm. f. pr. Ch. 1869. I . Bd. S. 132
-134.).
B. E.
Die Farbe des Wassers.
Das Interesse des Laien wie des Gelehrten erregt die
Frage: ,,W e l c h e F a r b e h a t d a s W a s s e r ? " Man liest in
den Lehrbuchern der Geographie von einem weissen, schwarzen,
gelben Meere, von ein. gelben, blauen, schwarz. Flusse(Rio Negro).
Man wird entgegnen: das weiss doch Jeder, dass das Wasser
keine Farbe hat und dass diese Benennungen ebenso wenig
buchstablich zu nehmen sind, als Rio de la Plata (Silberfluss)
und Rio de Vinagro (Essigstrom). Doch sind beide Behauptungen: ,,Wasser hat keine Farbe" und ,,Wasser kann verschiedene Farben haben" ebenso richtig wie falsch. Ea
kommt nur darauf an, wie man das Wasser betrachtet.
Das reine destillirte Wasser ist in dunnen Schichten farb10s und durchsichtig; ebenso Regen- und g u t e s Brunnenwasser. Hat Brunnenwasser in Glasern eine deutliche Farbe,
so enthalt es sehr wahrscheinlich der Gesundheit schadliche
Stoff'e, desshalb ist die erste Anforderung an gutes Trinkwasser: es sei f a r b l o s . Das beweist aber noch nicht, dass
Wasser keine Farbe haben konne. Weisses Fensterglas ist
in dunnen Scheiben farblos , mehre derselben, auf einander
gelegt, erscheinen grunlich. Dasselbe gilt vom Wasser. Noch
A l e x a n d e r v o n H u m b o l d t , der vielleicht von allen
Naturforschern die mekten Gewasser gesehen und demnach
die meisten verschiedenen Farben des Wassers erblickt hatte,
ausserte sich, dass Alles, was sich auf die Farbe des Meeres
beziehe, im hochsten Grade unsicher sei. Der beriihmte Chemiker B u n s e n machte dieser Unsicherheit ein Ende. Er
zeigte durch exakten Versoch , dass sclbst chemisch reines
Wasser in einer Schicht von etwa 2 Meter, eine rein blaue
Farbe besass.
Da nun aber wenige natiirliche Wasser diese blaue
Farbe haben, so liegt die Vermuthung nahe, dass anders
gefarbte Gewasser einen Stoff in Auflosung enthalten miissen,
Die Parbe deb. Wassera.
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welcher die naturliche Farbe des Wassers modificirt, und da
besonders grosse Wasserfliichen griinlich (seegriin) erscheinen,
so muss dieser fragliche Stoff ein gelber sein, denn gelb und
blau bilden bekanntlich griin.
Die Untersuchungen von W i t t s t e i n u. A. haben diese
Vermuthung bestatigt. Alle Wasser , welche die natiirliche
blaue Farbe zeigen, entlialten wenig oder gar keine H u mu s
s a u r e , die aus Blattern, Wurzeln und andern organischen
Stoffen entsteht, dunkelbraun bis schwarz ist und mit an
Alkali reichem Wasser eine gelbe Losung giebt. Der Versuch bestatigte dies, indem die rein blaue Farbe des chemisch
reinen Wassers durch kleine Mengen von Gartenerdeauszug
gelbgrun, durch grossere Mengen dieses Auszugs hell-, dann
dunkelbraun wurde. Ausserdem wirken noch zwei Umstande
haufig hedeutend auf die Farbe des naturlichen Wassers ein.
Bei nicht gar zu tiefem, aber hellem Wasser wird die Farbe
des Bodens zur Geltung kommen, wahrend bei triibem Wasser die Farbe grosstentheils, wenn nicht ganz, von dem triibenden Stoff abhangen wird. So hat die im Allgemeinen
griine See uber Sandbanken eine hellgriine, zuweilen sogar
gelbliche Farbe, wahrend eine schwarze Farbe auf einen moorartigen Untergrund hinweist. Der gelbe Fluss und das gelbe
Meer in China verdanken ihre Namen einem gelben Schlamme,
welchen ersterer in das Meer tragt.
Die naturliche Farbe des reinen Wassers ist nur ausnahmsweise bei Fliissen wahrzunehmen. Im Oberlauf ist dies
noch moglich, aber je mehr die Fliisse sich dem Meere nlihern,
desto starker werden die fremden Stoffe die Farbe des Wassers andern und bald ganz bestimmen. Wo zwei Strome
zusammentreffen , ist fast immer eine scharfe Trennung der
Farben deutlieh. So ist das Wasser der Mosel rother ale
das des Rheins und nach der Vereinigung beider Fliisse bleibt
dieser Unterschied noch langere Zeit sichtbar. Bei Passan
vereinigen sich die dunkle, beinahe tintenschwarze Ile (gefarbt
durch moorigen Boden) und der schmutzig weiese Inn mit
der gelbgrunen Donau. Von den reizenden Hohen um Passau sieht man die drei verschieden gefarbten Gewasser noch
langere Zeit neben einander dahinfliessen.
Den obigen Sateen: ,,Wasser hat keine Farbe" iind
,,Wasser kann verschiedene Farben haben ,'' kann man noch
den am meisten wissenschaftlichen Sate beifugen : ,,Wasser
hat eine blaue Farbe." Die Benennung der Gewasser nach
Farben ist oft sehr unpassend gewahlt. Wenn man den
Golf von Kalifornien die Zinnobersee nennt, so ist dies rich-
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Kennzeiohen der Giite dee Rieselwaeaere.
tig, da das flache klare Wasser iiber dicht mit Korallenriffen
besetztem Boden steht. Das weisse, schwarze und rothe
Meer fuhren diese Namen mit Unrecht. Bei dem letzteren
findet man dann und wann eine rothe Farbe, die nach E h r e n b e r g ' s Untersuchung durch eine blutrothe schleimige Nasse
von Seegewachsen entsteht : auch in andern Meeren bringen
grosse Anhaufungen von Pflanzen und Thieren oft Farbenveranderungen hervor. (Aus ,,Mohl , Seltsame Geschichten."
Leipzig, Otto Spamer 1871.).
R.
Eennzeichbn der Giite des Rieselwassers.
Einen sicheren und fur die Praxis uberall brauchbaren
Maasstab fur Beurtheilung der Qualittit des Wassers bilden
die sowohl in dem Wasser selbst, als auch die am Rande desselben w a c h s e n d e n P f l a n z e n .
So sind die Gewasser, in denen R a n u n c u l u s - und
P o t a m o g e t o n - A r t e n und an deren Rande G l y c e r i a
s p e c t a b i l i s , P h a l a r i s a r u n d i n a c e a u. 6. w. sehr iippig
wachsen, und welche auf den uberflutheten Stellen einen sehr
kraftigen Graswuchs erzeugen, zum Berieseln ganz vortrefflich.
Quellige Grundwasser lassen indess zuweilen die Eigenschaften solcher Wasser nicht zur vollen Geltung kommen.
I m Wasser M y r op h y l l u m , V e r o n i c a A n a g a l l is
nnd V. B e c c a b u n g a , G l y c e r i a a q u a t i c a , am Rande
B u t o m u s u m b e l l a t u s , S a g i t t a r i a sind Zeichen eines
guten, - S i u m , R u m e x , C i c u t a , M e n t h a , S t a c h y s ,
A l i s m a , L y t h r u m , S c i r p u s , J u n c u s Zeichen eines ziemlich guten Wassers. Dagegen ist das Wasser der Bache
ganz arm, wenn darin wenig oder gar nichts, und am Rande
nur einzelne Buschel oder Halme magerer Riedgraser (Car e x a c u t a , C. s t r i c t a 11. dgl.) nnd M o o s e wachsen. Finden sich viele C o n f e r v e n im Wasser, RO ist es gewohnlich
g u t , wenn diese griin, aber nur mittelmassig, wenn deren
Farbung braun ist. Ebenso arm an Pflanzen- Nahrungsstoffen
ist oft das Wasser der Binnenseen , welche, von Sandhohen
iimschlossen, keinen lebendigen Zufluss haben , und an deren
Randern nur e t w a s R o h r und e i n i g e B i n s e n wachsen.
C h a r a ist ein Zeichen von k a l k r e i c h e m , die N y m p h a e a A r t e n von sehr langsam fliessendem oder gar stillstehendem
Wasser.
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