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Die Molkenanstalt zu Bad - Rehburg dargestellt von Dr. Adolf Eyl. Hannover in der Hahn'schen Hofbuchhandlung 1844

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IV. Literatrir und Hritik.
Die Molkenaristalt zu Bad - Rehhurg, dargestellt von Dr.
A d o l f Eyl. Hannover, in der Hahn’schen Hofbuchhandlung, 1844.
In der Absicht, den Kurort Rehburg in seiner jetzigen Gestaltung
und Bedeutung bekannter zu machen, hat Ilr. Dr. E y l in der vorstehenden Schrift insbesondere die Rehburger Rlollrennnstalt einer ntiheren Betrachtung unterworfen. Es ist diese Anstalt im Jahre 1841
durch Dr. K o h l r a u s c h und Amtsassessor S c h g f e r nach dem Vorbilde der Mollrenanstalt zu Kreuth gegrundet unter gunstigen Umstanden und Verhiltnissen, da sowohl die Lage des Orts und die ausgeeeichnete Salubritit der Luft, als auch die Rehburger Mineralwdsser
uud Bader nach dem Verfasser wichtige Unterstutzungsmittel fiir eine
Mollcenkur darbieten, und da auch die dem Kurorte eigenthumliche
Vegetation in gutem und frischem Futter den zu der Molkenanstalt
gehorigen Ziegen eine ausgezeichnete auf die heillcrkf&igeBeschaffenheit der Milch und also auch der Mollre vortheilhaft influirende Nahrung gewahrt. Die Ziegenmolke wird in Rehburg mittelst einer zweimaligen Scheidung zuerst durch Lab und dann durch Rlilchsaure bereitet; eine Analyse derselben ist nicht mitgetheilt, sondern nur gesagt,
dass sie halblclar, gelblichgriin, opalisirend, durchaus suss, angenehm
schmeckend, eigenthiimlich animalisch duftend, etwas consistenter, ala
gewohnliche Mollren sei und neutral reagire. Das halbklare Ansehen
der Rehburger Molken hat nach dem Verfasser in dem Gehalt derselben an hoher organisirten, besonders gelatinosen Theilen seinen Grund
und ist desshalb ein auch den Mollren in Kreuth zukommender Vorzug,
da die Trubung nicht, wie bei andern Molken, durch eine schon beginnende Gahrung herbeigefuhrt ist. Der Gebrauch der Rehburger
Mollren ist bis jetzt ausschliesslich ein innerlicher als Getrank gewesen, es ist mit kleinen Gaben angefangen nnd innerhalb 8 Tagen bis
48 Unzen taglich in viertelstiindigen Intervaleur vollen Dosis (36
len) gestiegen; die mittlere Dauer der Kur ist auf 5 Wochen festgesetzt. Als Adjuvantien oder Corrigentien dienen das Rehburger erdigsalinische Eisenwasser, das Wizlarer Schwefelwasser (zum Baden),
das Soolwasser von der Laudwehr , bittere aufliisende Krtiutersifte,
die Extracte der bittern tonisirenden Mittel, die bohmischen Bitterwasser und die allralischen Stiuerlinge. Inzwischen befolgt der Verfasser (S.69) stets den Grundsatz, wo moglich jeder Indication durch
die Molken allein zu entsprechen und halt es fur besonders wichtig
und empfehlenswerth, den Mollcen ein moglichst reines Feld zur Wirlcsamkeit zu iiberlassen. Als Krankheitsformen, in welchen sich die
Heilmittel Rehburgs vornehmlich wirlcsam erweisen und erwiesen haben, sind nachstehende genannt : I ) Ungleiche Blutvertheilung im Korper, Congestionen, Hyperamien. 2) Disposition zu Blutungen, iiberstandene Blutfliisse und deren Folgekrankheiten. 3) Entziindliche ZUstande nebst deren verschiedenen Folgelcranlcheiten. 4 ) Slcrophellcrankheit und Tuberkeldyslrrasie. 5) Schwindsuchten. 6) Chronische
Catarrhe und Colliquationen. 7) Atrophien. 8) Hamorrhoiden. 9)
Gichtformen. 10) Geschwiire und Knochenfrass. 11) Chronische HautIcranliheiten. 12) Nervenlcrankheiten.
Nachdem wir so das Wichtigste aus dem Inhalt der vorliegenden
Schrift mitgetheilt habeti, konnen wir es uns nirht versagen, zu be-
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Literatti?.
kennen, dass wir durch die Ausfiihrung sehr befriedigt sind und dass
uns die Anordnung im hohen Grade angesprochen hat. Es scheint
[ins, als wenu Vieles fur herzte sehr Beachtenswerthe mitgetheilt ware,
fur Pharmaceuten wird der Artilrel iiher die Bercitungsweise und Beschaffenheit der Rehburger Mollren sohon in sofern nicht ohne Interesse
sein, als die hier gegebenen Winlte in Bezug auf die in tnnnchen Apothelcen oft vorkommende Bereitung der Mollcen zur Benutzung und
Anwendung des litgetheilten in der pharmaceutischen Praxis vielfache
Veranlassung geben. Angernessen wurden wir es gefunden haben,
wenn chemische Analysen der an vcrschiedenen Orten bereiteten 1101ken gegehen wiren itnd wenn namentlich eine Analyse der Rehburger Mollceu angcstellt wire. Vielleicht fiihlt sich unser verehrter Freund
und Giinner I)u Mi?n i l , der in der Nihe von Rehburg seine11Wohnsit! hat, veranlasst, eine solche Analyse zu unternehmen und so dent
IIm. Dr. E y l einen Dienst zu erweisen, indem eben dadurch die von
diesem hervorgehobcne eigenthiimliche Wirkungsart der Rehburger
Mollren auch in der Qualitit und Quantitiit der Bestandtheile derselben
cine lrraftige Bestatigung niehr erhalten wurde.
Wie begeistert iibrigens Hr. Dr. E y 1 fur den yon ihni behandelten Gegenstand ist und wie anziehend er darzustellen versteht, davon
wollen wir rum Schluss doch noch einen Beweis aus dem Buche selhst
(p. 77) geben. ,,Die Mollcen wirlten ini Allgemeinen laugsam und
niilde, aber daftir auch desto sicherer, ohne Ungestiim, unter allmiliger Kraftausserung und gleichsam mit Behutsamlreit in der Werlcstiitte
des vegetativen Lebens thitig, grundlich aufriiumend, bessernd, umstimmend und Icriiftigend. Einem mit solchen Eigenschaften begabten
Meister in seiner Kunst darf desshalb auch das bauNigste Haus, urn
mich bildlich auszudruclren, noch anvertrant werden und er wird durch
seine Leitung nnd eigene Thiitigkeit, niit Bediichtigkeit und von Vorsicht geleiteter Energie iiberall zu bessern, zugleich aber auch zu untcrstiitzen suchen, damit das gebrechliche Gehande unter den vielseitigen Eingriffen stets vor dem drohenden Einsturze geschutzt, neue,
gesunde Grundpfeiler erhalte, welche ihni eine fernere Existenz zu
sichern im Stande sind."
Dies, Worte lassen zugleich den Geist erlcennen, welcher die
ganze Schrift durchweht und die Ueberzeugung des Verfassers Yon
der grossen Heillcraft der Mollten. Aus dieser Ueberzeugung ist alles
von dem Verfasser Mitgetheilte hervorgegangen, das erlcennt man auf
jeder Seite seines Buchs und folgt ihm darum gern durch die von ihni
zweckmassig geordneten Abtheilungen und Unterabtheilungen. Wer
dies Buch gelesen hat, wird, wenn er sich einer Molkenlcur unterziehen will, Rehburg nianchem andern Kurorte vorziehen und gern
dort weilen, wo, wie es in der Vorrede zu der angezeigten Schrift
heisst, die Reize und Vorziige, womit die Natur diesen ihren Gunstling ausgestattet hat, sich in solcher Anmuth und anspruchsloser Natiirlichkeit entfalten, dass ein Jeder, der sich ihrer jemals naherte, sie
unaufgefordert mehr preisen wird, als es dem etwa dazu Berufenen
niiiglich ware.
Dr. G c i s e l e r .
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