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Die Preussische Arzneitaxe deren Wesen Entwickelung und Folgen nach amtlichen Quellen von O. A. Ziurek Apotheker. Berlin Hirschwald'sche Buchhandlung. 1853

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Literatur.
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eine hurze Biographie nach Verdienst geschildert hat, ferner F a r a d r y ,
Pitscherlich, Dumas, Liebig, Wdhler, deren Verdienste mehr oder
weniger umfassend geschildert werden. A i l Schlusse des Werkes
werden nur namentlich eine Reihe yon Chemilcern aufgefiihrt, unter
welchen wir antreffen : Buchner, Bunsen, Dobereiner, Dellfa, Duflos,
Fresenius, Leopold Gmelin, Kastner, Knapp, Knop, Kopp, Muhlmann,
Ldwig, Marchand, Dlerck, Illohr, Monheim, Mulder, Osann, Otto, Payen,
Peligot, Pelouze, Pettenkofer, Rammelsberg, Redtenharher, Rose,
Scherer, Schlossberger, Schonbein, Schrdtter, Siiichhardt, Ulex, Varrentrapp, Walz, Wackenroder, Wiltstein, Wurz und viele andere, darunter die meisten aua der Schule d e r Phortnacie hervorgegangen sind
und zum Theil ihr noch angehoren.
Wir konnen diesen Abriss der Gerchichle der Chernie unsern
Lesern bestens empfehlen als einen namentlich in Beziehung auf die
friiheren Perioden d e r Cheniie ebenso interessant als griindlich verfassten. Die neueste Perinde ist, obschon sie fast die HaIPte des WerIres umfasst, doch etwas lrurz weggehonimen, w i e schon daraus hervorgeht, dass die Arbeiten von Bunsen, Dobereher, Erdmann, Fresenius,
L. Gmelin, Kastner, Ldwig, hlarcband, Rose iind Andern gar nicht
angefuhrt worden sind, deren weitere Ausftihrung wir uni der gr,dsseren Vollstiindigkeit und der ansprechenden Darstellungsweise des
Verfassers sehr gewiinscht hitten.
Die Ausstattung a n Druck und Papier ist vollkommen wiirdig.
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Dr. L. F. B l e y .
Die Preussische Arzneitaxe, deren Wesen, Entwickelung
und Folgen, nach amtlichen Quellen vou 0. A. Z i u re k,
Apotheker. Berlin, Hirschwald’sche Buchhandlung.
1853.
Der Verfasser singt wehmuthsvoll der Pharmacie ein Trauerlied.
Die Pharmacie, das ist in lcurzem Bilde zusanimengefasst d e r Glaubo
des Verf., sei von ihrer einstmaligen Grossn endlich dahin gckomnien,
iin Alter geheugt da zu stehen; die eigenen Kinder, Chentie und Naturwissenschaften, welche die Pharniacie ehemals gepflegt, drohten die
Miitter zu verschlingen. Wetirend die I’harniacie friiher i n ihrer Bliithe
als \\‘issensehaft und ICunst geprangt, wanlce sie jetzt a m verdorrten
Stabe einher. Funaig Jahrc were gar kein Fortschrilt an ihr tnelir
wahrzunehinen, selbst das Gesetz hatte die iirniste veriiachllssigt, und
die Pharmaceuten, fruher Heroen d e r Krinst und Wissenscliaft, seien
fast nichts als Salbcn- und Saftkdche geworden.
Doch noch ist ein ErlBser vorhanden; darurn zoget nicht, meine
Horren Collegen. Waren wir auch Alle eingeschlafen und an einen
tiefen Abgrund geratlien - noch wacht ein Genius fiber uns und
dieser i s t der Verf. des nWesens etc. der Preuss. Arznritnxe.6
Herr Z i u r e k will dic Pharmacie retlen. Im Jahre 1819 Ins
man von ihin eine Schrift: BDer Stint und die Apotheken.ii Dazumal
flatterten auf seiner Fahne die inhaltsschweren Worte : Hebt die Privilegien a d !
Das Panier ist leider nicht sirgreich vorgedrungen,
darum wird 1853 ein nnderes aufgestecht, es tieisst: SchaRt die h o h e
Arzneitaxe w e g ; seit 1815 hat alle Welt darunter leiden miissen, nur
Ihr Herren hesitzenden Collegen haht allein den Vortheil davon gehabt.
Auf solche tlnschuldignngen hijnnte man fiiglich schweigen,
denn sie sind oft gsnug und schlagend widerlegt worden (siehe die
Artikel iiber wohlfeile Arzneien von Dr. G e i s e l e r in dem August-,
September- und December Hefte 181Y des Archivs der Pharniacie).
Einzelnes ans der Schrift des Verf. der rPreuss. Arzneitaxe etc.a verdient aber wohl eine nahere Beleuchtung.
Der Verf. behauptet, die Kaufpreise der Apothelten hatten sic+
allmiilig niehr und mehr durch die hohe Arzneitaxe gesteigeri, so dass
die olfentliche l e i n u n g immer misstrauischer gegen ein Institut ge
wordcn, welches ohnehin von dein Puhlicum nur als eine Last angesehen wiirde. Der Ertrng der Apothelcen, welcher trotz der Erhdhung
der Kaufpreise fSr den Besitzer noch gewinnreich gewesen , miisse
daher ein ganz unnatiirlicher w i n . Sind nun aber in der That die
jetzigen Preise der Apothelten dcr hohen Taxe zuzusclireiben? Ueberall,
wohin wir uns umschauen, nehmen wir hei andern Besitzthiimern dieselhen Steigerungen der Preise wahr. Der Ved. nimnit zwar eine
ungeheure Majoritst naturgemisser Preishestimniungen bei Verltlufen
von Grundstiicken, grossen und ltleinen Giitern und solchen Instituten,
deren Erlrag keinem Wechsel unterworfen, i m Gegensak zu denen
der Apotheken an, und dennoch kann man taglich die Beohachtung
niachen, dass auch diese Besitzthiimer innerhalb 30 Jahren den doppelten und dreifachen Werth erlangt hahen. Das liegt einrig und
allein in dein gegenwirtigen Genuss eines langen Friedens, welcher
den Werth des Besiizthums erhoht und die griissere Entwerthung des
Geldes verursacht hat. Die Praxis wiirde tins nuch den Beweis fur den
unnatiirlichen Gewinn des Apothelters in der l h a t schuldig bleiben.
Wenn dem so wlre, miissten wir linter den Pharuiaceuten, namentlich
solchen, welche sich lange Jahre hindurch ihres Besitzthums erfreut
haben, reiche Manner antreffen. Aher nur ausnehmsweise giebt es
wohlliabende I’harmaceuten, meist nur i n solchen Fallen, wo das
Besitzthum auf Kind und Kindes-Kinder fortgeerbt ist; dagegen finden
wir unendlich viele, welche ihres Broderwerbes wegeii zu Nehengeschlften gezwungen sind.
Allgemein hekannt ist es, dass in ltleinen Stadten so niancher
Apotheker das Gaschaft eines Materialisten nnl’angen oder iibernehmen
muss, von dessen Betrieb er vielleicht lriihcr ‘nie eine Ahnung hatte.
Die Kritilc des Verf. erstreckt sich nun sonderbarer Weise nur
iiber die l’axen von 1815-1847;
die Taxe von 1853 scheint der
Verf. gar nicht zu kennen, obwohl seine Schrift vom August d. J.
datirt ist. Ein Verglcich der Taxe von 1847 und 1853 wiirde deli
Verf. zu seiner hohen Freude iiherzeugen, dass die letztere hedeutend
herahgesetzt ist, ja sogar einzelne Artilrel so niedrig gestellt sind,
dass Einkaufs- und Verkaufspreis mit n u r einigem Gewinn gegenwartig in gar lceinem Einklang stehen. Das scliwefelsaure Chinin
kosteie im Somluer das Pfund 64 Thlr., die Unze folglich 4 Thlr.,
die Drachme 15 Groschen im Einltanfspreise ; rechnet man Fracht,
Emhallage, Dispensationsverlust hinzu und vergleicht man den Preis
der Taxe, welcher das ganze Jahr hindurch unveriindert auf 21; Groschen fur die Drachme zu stehen kam, so wird man leicht ermessen
k h n e n , welcher Gewinn dem Apothelcer geblicben ; bei 25 Procent
Rabatt aber, wekhen der Apotheker lilufig 211 geben gezwungen ist,
wird man mit entschiedenem Nachtheil verltaufen miissen.
Die Anordnung der technischen Commission, welche die Taxe entworfen, bei allgemeiner Verringerung der Arzneipreise in den lelzlen
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Literatur.
Taxen, eiire theilweise unbedeutende Erhohung der Arbeitspreise bestimmt zu habcn, ist dem Verf. ebenfalls Gegenstand seiner Angriffe
geworden. Dem Verf. ist ee hierbei gane gleichpfiltig und der BeachLung uicht werth geweseu, dass Decocte und Infusion gegenwiirtig
eine kostspieligere und sorghltigere Bereitungsweise erfordern, als es
friiher der Fall gcwesen, deni gemiiss also auch eine entsprechcndc
Erhdhung dcs Preises verdient jaben. Wenn inan aber im Allgeiiieilien erwagt, dass nicht allein die Arzneipreise billiger peworden, sondern der Verbrauch dcr Medicamente seit Jahren Abbruch erliltcn
durch die Vereinfachung der arztlichen Verordnungen, durch die verscbiedencn Heilmethoden der Hydrotherapie, Horndopathie u. s. w.,
fcrner durch den immer mehr uberhand nehmcnden Charlatanismus
unscrer Zeit, durch Aupreisung von Geheimmitteln, die iiberall bei
dem Ieichtglaubigen Puhlicum Eingang finden und oft zehnfach Ldher
bezahlt werden, als sie in den Apotheken kosten wiirden: so fragen
wir: welcber Gewinn bleibt unter solchen Umstlndcn dem Apotheker,
wenn er nicht einigermaassen fiir die Arbeit eine entsprechende Entschadigung crhirh?
Der Verf. hat seine Schrift, die yon einer Masse unndthiger Fremdworter f6rmlich iiberschwemmt ist, einem hochgestellten einflussreichen Illanne, Herrn Geh. Ober-Regierungsrath nnd Director der l e d i cinal-Abtheilung des Innern, L e h o e r t , dessen Giite er wahrscbeinlich
die Einsicht in die Kdnigl. Preuss. Acten iiber die Taxe verdankt,
gewidmet. Es steht zu erwarten, dass dieser hochverehrte Mann
nicht durch Scheingriinde eine Meinung gewinnen wird, welche der
Verf. Jedeni aufbiirden will, nilmlich die Nothwendigkeit yon der Verringerung der Preuss. Arzneitaxe, die in ihrer praktischen Anwendung
sicherlich anzahlige Apotheken in den Abgrund des Verderbens stiir-.
zen wiirde.
Miihlberg a. d. Elbe.
L i ch t e n b e r g .
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