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Die Trichinen und die Trichinose.

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Die Trichinen und die Trichinose.
Die Trichinen nnd die Trichinose.
Die Trichine gehort zu den Fadenwiirmern, einer Klasse
niederer sehr zahlreicher Thiere, die man im Meere,
in den Flissen, der Erde, den Blumen und Friichten , eben
so in Thieren aller Familien findet. N i c k l h s fand Fadonwiirmer in der Erde, in Regenwurmern; in der Raupe von
Bombyx chrysorrhoea und in einer Birne. Die allgemeine
Aufmerksamkeit wurde besonders in Deutschland auf diese
Thiere gelenkt , als man sie in Ruben fand, und in diesem
Umstande die Ursache der Trichinenepidemie finden wollte.
Diese Parasiten bestehen aus sehr diinnen Faden von verschiedener Lange und sind mit grosser Lebenszahigkeit begabt.
Die grossten sind der Palisadenwurm (Strongle &ant) und der
Medinawurm (Filaria medinensis iiber 3 Fuss lang). Der
erstere findet sich bei Wolf, Hund, Rind, Pferd, wo er die
Harnwege angreift; der zweite, den schon P 1u t a r c h erwahnt,
bekannt unter dem Namen Hautwurm (dragonneau) und
Guineawurm (ver de Guide), ist ein. fk den Menschen sehr
unbequemes Thier. Man findet ihn nur in Arabien, Indien
und Centralafrika. Die Reisenden G o m e r und J e a n B r u c e
haben damit sehr schmerzhafte Erfahrungen gemacht.
Die meisten Fadenwiirmer haben bestimmte Aufenthaltsorte, die sie nicht ohne Gefahr wechseln konnen: die Trichine
macht eine Ausnahme. Sie findet sich beim Menschen, Schweine,
Dachs, Katze, Ratte, Maus , Maulwurf, Fledennaus , bei mehren Raubrogeln. E s ist ubrigens moglich, dam man Trichina
spiralis mit andern verwandten Arten , wie Trichina affinis,
zugleich antrifft: dies ist eine offene Frage.
Trichina spiralis wurde 1835 zuerst von dem en@;lischen
Arzte und Natnrforscher R i c h a r d O w e n enMeckt und
beschrieben. Der engliscbe Anatom H i l t o n €and sie merst
in einem menschlichen Leichnam ; es waren ale weisse Punkte
erscheinende eingekapselte Trichinen. Der gegebene Wink
ermunterte EU weitern Forschungen. Gleiche Beobachtungen
wnrden im Hospital au Strasburg van KO b e r l e gemacht;
X e s t n e r , D e n g l e r u. A. veroffenttichten Arbeiten uber diesen Gegenstand.
Die Yuskeltrichine ist das Alles zu verwiieten bereite
Thier in seiner vollen Jngendkraft. Ein davon befdener
Mensch kann in seinem Muskelfieische Millionen dieeer Thiere
beherbergen. Die schreckliohste Trichinenepidemie oder #Trichinose war die von Hedersleben bei Quedlinburg, einern
Orte Ton 2000 Einwohnern; es waren 300 Leute von der
Die Trichinen und die Trichinose.
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Krankheit befallen, 80 starben. Die erste Beobachtung dieser Rrankheit machte 1860 in Dresden Z e n c k e r , die
beobachteten Fille hatten todtlichen Ausgang. Zahlreiche
deutsche Aerzte und Naturforscher stellten Untersuchungen
dariiber an; das meiste zur Kenntniss der Trichine als einem
pathologischen Elemente hat V i r c h ow beigetragen.
Wenn der Parasit hinlanglich ernahrt ist, kapselt er sich
in eine Art Cocon ein, ahnlich der Puppe der Insecten. Bei
dieser Metamorphose behalt das Thier ein latentes Leben,
bis der Zufall ihm Gelegenheit gicbt, wieder in die Eingeweide cines seiner Natur angemessenen Geschopfes zu gelangen. Eingekapselte Trichinen haben ihre Lebensfahigkeit
131/2Jahre erhalten. Der eingekapsclte Parasit bewirkt fur
das betreffende Geschopf, in welchem er sich befindet, keine
weitere Lebensgefahr. Kommen diese Kapseln in einen geeigneten Magen, so werden die wieder ausgebriitet, der Fadenwurm entwickelt $ch, erlangt seinen friihern Zustand und
wird reif zur Fortpflanzung : es sind die Intestinaltrichinen.
Die Geschlechter sind getrennt , das Weibchen bringt lebendige Junge zur,Welt wie der Palisadenwurm. Die jungen
Trichinen von unwahrnehmharer Kleinheit durchbohren die
Schleeimhaute, durchwandern die Gewebe, bis sie in die
Muskeln gelangen, wo sie bleiben und ihre Verwiistungen
anrichten. Man hat noch nie Trichinen in Gehirn, Herz,
Lunge und Leber des Menschen gefunden.
Das Studium der Trichinm hat zu mikroskopiechen Untersuchungen der Gewebe einer g&ssen Anzahl Saugethiere
gefuhrt; so fand man im MuskeMeische von Maus, Ratte,
Wildschwein, Huhn, d a m im Herxen von Schaf, Ralb, Rind,
Reh cylindrische Schlauche mit mehr oder weniger runden langlichen, auch nierenformigen Korperchen, denen man einigen Zusammenhang mit den Trichinen zbschrieb. Diese Beobachtungen
wurden zuerst von M i e 8 c h e r gemacht, dann von H e 8 1i n g ,
S i e b o l d , B i s c h o f f . Man nannte sie M i e s c h e r ’ s c h e
S c h 1 a u c h e. R a i n e y fand sie im Schweinefleisch nnd hielt
sie fur die ersten Keime d d Finnen; darauf nannte man sie
R a i n e y ’ s c h e K o r p e r c h e n . V i r c h o w nennt s k P S O r o s p e r m i e n - S c h l a u c h e , doch ist ihr Wesen noch dunkel. Die Physiologen halten sie mehr fur pflanzlicher als fur
thierischer Natur. Vielleicht ist e~ eine Art Mycelium, das
zu flechtenartigen Vegetationen auf der H& Anlass giebt.
Bei dem Menschen hat man sie noch nicht gefunden.
Namentlich wo es Sitte ist, wie in Dentschland, das
Schweinefleisch roh oder nur wenig gekocht zu verzehren, hat
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Uebcr Trichiniasis und Fleiachbeschau in Thiiringen.
man die Trichinose im hohen Grade beobachtet. Besonders
war es der Fall in Tiibingen, Wiirzburg und Heidelberg. I n
vielen Stadtcn Deutschlands ist mikroskopische Untersiichung
des Schweinefleisches angeordnet, zu welchem Amte V i r c h o w namentlich die Apotheker cmpfiehlt , als besonders
geschickt zu Untersuchungen , die eine gewisse Geschicklichkeit , grosse Gewissenhaftigkeit , minutiose Beobachtungsanlage und naturwissenschaftlichc Kenntnisse erfordern.
Der Elsass ist yon dieser Plage verschont geblieben, da
dort das Schweinefleisch scharf gekocht wird. ( N i c k l d s ,
Journ. de Pharm. ed de Chim.).
R.
Ueber Trichiniasis und Fleischbeschau in Thiiringen
sind von Dr. I,. P f e i f f e r in Weimar in der Jenaischen Zcitachrift f i r Medicin und Xaturwissenschaften (4. Bd. 1868, 3.
u. 4. H. S. 504- 521.) die bisherigen Erfahrungen zusammengestellt wordcn, a w welcher Zusammenstellung das Nachstehende entnommen wurde.
Ergebniss der mikroskopischen Untersuchungen:
Ort
Zeitraum der Anzahl d. unter- Davonmit
Untersusuehten ganzen Trichinee
chung.
Schweineu.d. ein- behaftet
zeln. Theile solcher. gefunden.
1) Stadt Altenburg April 1866-67
5280
1866
2310
2) Stadt Weimar
,,
9,
1867
3040
I. Quart. 1868
1020
3) St:dt Goiha
1866
5000
1867
6061
4) S g d t Wiitershausen Nov. 65 b. Ende 65 262
29
9,
1866
1520
99
1,
1867
21 7 0
5) Amt Waltershausen
1867
430
6) Ebenhausen in S. Gotha 1867
9
7) Nazza u. Lauterbach
1866
2
186r
19
8) Sta'dt Ohrdrug
1866
151
1867
193
9)
9,
I. Quart. 1868
82
9) A& Ohrdkff
?
?
l o ) Amt Gotha
1867
12374
11) Kreis Nordhausen Wintersemester
1867/1868
?
3
2
2
5
1
1
1
1
1
-
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