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Die Urfeige und ihre Beziehungen zum Caprificus und der weiblichen Kulturfeige.

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Tschircli
11.
I t a v a s i n i : Die Urfeigo.
233
zwar sehr erheblich ab, so daB man an die Existenz teilweise unzcrsetzter Molekelverbindungen hatte glauben konnen. Doch haben
neuerdings unter denselben Bedingungen wie friiher ausgefiihrtc
Bestimmungen zu vie1 niedrigeren Werten (374 und 361) gefiihrt.
In Chloroformlosung also existiert die Molekelverbindung sicherlich
nicht mehr. Auch im Bromhydrat diirfte trotz der in der FuBnota
(s. oben) gemachten Bemerkung keine Molekelverbindung vorliegen. Die Schwerlklichkeit beider Bromhydrate erkliirt ihr gleichzeitiges Auskrystallisieren zur Geniige.
Arbeiten aus dem pharmazeutischen Imtitut der
Universittit Bern.
Die Urfeige und ihre Beziehungen zum Caprificus
und der weiblichen Kulturfeige.
Von T s c l i i r c h und R a v a s i n i .
(Eingegangeii den 2G. 111. 1911.)
Durch Untersuchung einer sehr groBen Anzalil (iiber 2 0 0 )
von Fruchtstiinden d e r in ganz Italien erreichbaren Feigenformen
und Ausdehnung der Beobachtungen iiber ein ganzes Jahr lieB
sich feststellen, daJ3 die sogenannte w i 1d e F e i g e Italiens, die
noch niemals genauer untersucht wurde, n i c h t mit dem Caprifious
identisch ist, wie alle Autoren von T h e o p h r a s t bis T r a b u t
annehmen, sondern gut von ihm und der EBfeige zu trennen ist.
S i e i s t d i e g e s u c h t e U r f e i g e und eine sehr konstante
und gute diclin-monoecischeArt, die sicli noch in einigen VegetationsInseln, weit ab von Feigenkulturen in Oberitalien, z. B. bei
Fatucchia (Florenz), erhalten hat, die aber auch aus den Samen
der EDfeige wieder hervorgeht, wenn die Biiume das Inquilin erhalten, und die sich demnach auch in Siiditalien da und dort in
den Feigengiirten findet. Diese Art, die wir F i c u s C a r i c a (L.)
T s c h i r c h et R a v a s i n i nennen, ist durch folgende drei auf
dem g 1 e i c h e n Baume auftretende Fruchtstandsgenerationen
ausgezeichnet:
1. P r o f i c h i, Friihjahrsgeneration (Vorfeige). Am Boden
dea Kruges kurzgriffelige Gdlenbliiton, an der Miindung mannliche
Bluten (ninht efibar).
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Tschirch
11.
I t a v s s i n i : Die Urfeige
2. F i c h i , Sommergeneration (Sommerfeige). Nur weibliche
langgriffelige Bliiten (eBbar).
3. M a m m e, Wintergeneration (Winterfeige). Nur k u n griffelige Gallenbluten (nicht eBbar).
I n dem Profico legt die Blastophaga in die Gallenbluten die
Eier ab. Ein Teil entwickelt sich zu geflugelten weiblichen, ein
Teil zu ungeflugelten miinnlichen Tieren. Letztere kriechen aus,
befruchten die Weibchen in der Galle und gehen dann zugrunde.
Die ausfliegenden befruchteten Weibchen beladen sich mit dem Pollen
der mtinnlichen Bluten und fliegen zu den Ficlii, dringen in den Krug
und bringen den Pollen auf die Narben der weiblichen Bluten,
die samenbildend sind. Dann fliegt das Inquilin zu der Mammc
und legt in die Gallenbluten die Eier ab, die hier uberwintern. Im
Pruhling kriechen die Mlinnchen auch hier wider zuerst W E , befruchten die Weibchen und diese fliegen zu den Profichi (8. obcn).
Der Ring ist geschlossen.
D i e s e U r f e i g e i s t a l s o m l n n l i c h und w e i b l i c h u n d a n d a s I n q u i l i n a n g e p a B t . Das Tier findet
die Gallenbluten zur Eiablage gerade voll entwickelt, der Pollen
ist reif, wenn daa Tier ausfliegt, die Narben der weiblichen Bluten
sind empfiingnisfhhig, wenn das Tier mit dem Pollen erscheint.
Diese vollendete Symbiose zwischen Pflanze und Insekt erzeugt
hier ein wahres Wunderwerk der Natur, das jedoch bereits vor
Jahrtausenden von Jahren durch Menschenhand in seine zwei
Bestandteile zerlegt wurde, nlinilich in die nur den weiblichen Teil
der Urfeige fuhrende E B f e i g e und den fast nur die miinnlichen
Organe und die fur die Blastophaga bestimmten Gallenbluten
enthaltenden C a p r i f i c u s , die beide a l s e c h t e K u l t u r p f 1 a n z e n nicht durch Samen, sondern n u r durch Stecklinge
fortzupflanzen sind und den Charakter von Kulturvarietiiten besitzen.
A. Der C a p r i f i c u s , den wir F i c u s C a r i c a (i C a p r i f i c u s T s c h i r c h e t R a v a s i n i nennen, besitzt drei Fruchtstandsgenerationen.
1. P r o f i c h i, Fruhjahrsgeneration (Vorfeige). Am Boden
des Kruges Gallenbluten, an der Mundung mlnnliche Bluten (nicht
eBbar). Stimmt mit der Profico-Generation der wilden Feige
uberein.
2. M a m m o n i , Sommergeneration wie 1, doch zwischen
den Gallenbluten s e h r vereinzelte weibliche (nicht ef3brtr).
3. M a m m e, Wintergeneration, fast nur GallenblSten, an
der Miindung einige Iniinnliche (nicht eBbar).
‘rschirch u. ICavnsini: Die Urfeigo.
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B. J ) i e E I J f e i g e , d i e I v i r F i c u 8 C a r i c a p d o m e s t i c a
T s c h i r c h e t It a v a s i n i nennen, besitzt ebenfalls drei
Fruchtstandsgenerationen.
1. F i c h i f i o r i, Friihjahrsgeneration (Fichi primaticci,
Vorfeigen). Nur sterile langgriffelige weibliche Bluten (eBbar).
2. P e d a g n u o 1i, Sommergeneration (Sommerfeige). Nur
fertile langgriffelige weibliche Bluten (eBbar).
3. C i m a r u o 1i, Wintergeneration (Herbst- oder Winterfeige).
Nur fertile langgriffelige weibliche Bliiten (&bar). Nicht scharf
von 2 getrennt.
2 und 3 stimmen mit der Fico-Generation der wilden Feige
uberein.
P a r t h e n o g e n e s i s findet sich bei der Feige nicht,
wie besonders auf den Punkt gerichtete Versuche gezeigt haben
und wie auch E i s e n und L o n g o fanden. Die Samenbildung ist eine ganz normale, der Pollenschlauch dringt durch
die Micropyle ein.
In den Gallenbluten und den sterilen
weiblichen Bluten findet sich an Stelle des Ovulums ein kaum
differenzierter Gewebshocker. Der Samenbildung geht also stets
eine Befruchtung voraus, die n u r durch Uebertragung des Pollens
durch das Inquilin erfolgen kann. Dime Uebertragung erfolgt
ganz normal bei der wilden Feige (8. oben). Sie kann bei der weiblichen Kulturfeige s i c h e r nur durch Caprifikation, d. h. durch
Einhiingen der mannlichen Blutenstandsgeneration (Profico) entweder des Caprificus oder der wilden Feige in die Kronen der weibliehen Feige oder - mehr zufiillig - durch gelegentlichen Besuch
des Inquilins von in der Nahe stehenden wilden Feigenbiiumen
oder Caprificusexemplaren erfolgen. Caprifikation ist bei allen
zmn-Versmd bestimmten, getrockneten Feigensorten unerliifllich,
was auch T r a b u t fand. N u r c a p r i f i z i e r t e F e i g e n
sind haltbar. Dagegen haben sich schon seit Jahrtausenden Feigenrassen ausgebildet, die ohne Befruchtung und ohne Samen zu bilden,
sufle, nicht haltbare T a f e 1 f e i g e n liefern, bei denen also sogen.
carpologische Reife eintritt (wie bei dem kernlosen Oat). In ganz
Norditalien, des viele Feigen p d u z i e r t , fehlt der Caprificus.
Der Grund, warurn der Mensch - schon in Urzeiten - die
Abspaltung der weiblichen Feige vornahm, ist jedenfalls der, daB
er an Stelle von einer wenig haltbaren, nicht sehr groben und nicht
sehr suben drei ebbare, g r o b r e und sehr siibe Fruchtstandsgenerationen und stets insektenfreie Fruchtstiinde zu haben
wiinschte, In.der Folge envies sich dann aber auch die Zuohtung
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E. S c h m i d t : 'Karbolsiure.
cher miaxinlichen Varietiit als notwenclig und so murden beide
gemeinsam gezogen. Dies muB schon in der voragyptischen und
vorassyrischen Zeit erfolgt sein, denn nicht nur auf ganz alten
iigyptischen Denkmalern, sondern auch auf sehr alten assyrischen
findet man - !vie T s c hi r c h in London feststellte -die Feigenkultur
bereits dargestellt. Beide, die miinnliche und die meibliclie Feige,
wurden dann vom Osten nach dem Mittelmeergebiet gebracht und
waren bereits den altesteii Scliriftstellern des Altertunis gut
bekannt .
Der Grund, waruxn man den Sachverhalt jahrtausendelang
verkannte, ist der, da8 daa Volk die Fruchtstiinde des wilden
Feigenbaumes und des Caprificus von altersher bis auf den heutigen
Tag nicht unterscheidet und fur beide die gleichen Namen benutzt
und auch die Profico-Generation des wilden Feigenbaumw zur
Caprifiketion heranzieht
Die Auffindung einiger Uebergiange von Caprificus und
Domeatica zur Urfeige stutzt die aufgestellte Theorie und verleiht
ihr einen hohen Grad von Sicherheit. Diem Uebergange, zu denen
hesonders die sogenannte La Hire-Feige gehort, haben daa Bild
bei friiheren Untersuchungen oft getriibt. Sie erwiesen sich als
Besonderheiten erst bei Untersuchung eines s e h r grol3en Materials
von sehr verschiedenon Gegenden Italiens, die allein die Zufiilligkeiten und besonderen Fiille auszuschliefien ermoglichte und uns
in den Stand setzte, sie als das zu erkennen, was sie sind: als
'CJebergangsformen und Ruckschliige.
.
Ueber die Karbols8ure des Deutschen Arzneibuches
Ed. v.
Von E r n s t S c h m i d t .
Ueber die Karbolsaure des Deutschen Arzneibuches Ed. V
hat Herr Dr. F. R a s c h i g - Luduigshafen in der letzten Nummer
der ,,Pharmazeutischen Zeitung" 1910 einen Artikel erscheinen
lassen, in welchem mitgeteilt wird, daB die Forderung dea Arzneibuches: ,,die wlisserige Losung (1 + 15) darf Lackmuspapier nicht
roten", eine positiv felsche sei. Weiter fugt Herr Dr. R a s c h i g
noch hinzu: ,,von den vielen, in der Vorrede genannten Mitarbeitern
rles Deutschen Arzn~ibuclies hat e8 offenbar keiner der Miihe fur
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