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Erfahrungen Uber den Gebrauch der Amidosulfonsure als Ursubstanz in der Ma╤Яanalyse.

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Erfahrungen uber den Gebrauch der Xmidosulfonsaure
517
eingedunstet. Der Ruckstand wurde atis salzsaurcs NSMethylphenylF
athylamin identifiziert. Er wog 1.2 g.
Die oben erhaltene harzige, braune Masse wurde in wenig
Alkohol gelost, die Losung mit Wasser verdunnt und mit Natrons
lauge alhlisch gemacht, w o b i eine rni1chig;weiRe Trubung eintrat.
Darauf wurde mit Ather ausgeschiittelt und die getrocknete atherische
Losung vollstandig eingedunstet. Das salzsaure Salz des Ruckstandes
schmolz bei 185", das Quecksilberdoppelsalz bei 154-157",
das Golds
doppelsalz bei 120-121".
Diese Salze waren also nicht identisch mit
den entsprechenden Salzen des NsMethyltetrahydroisochinolins,
deren FluRpunkte bei 217-218", 122-124" und 134O liegen. Das ges
suchte NrMethyltetrahydroisochinolin war also anscheinend nicht
ent st anden,
45. L. Herboth:
Erfahrungen uber den Gebrauch der Amidosulfonsaure
als Ursubstanz in der Mafianalyse.
(Aus dem Pharmazeutischschemischen Institut der Universitat Gottingen.)
Eingegangen am 3. August 1924.
I(. A. H o f m a n n l) empfiehlt Amidosulfonsaure als Ursubstanz
in der MaBanalyse fur die Einstellung eines bestimmten Sauregrades.
Da nahere Erfahrungen uber die Amidosulfonsaure als Ursuba
stanz bisher nicht bekanntgeworden sind, wurden im hiesigen Ins
stitut seit zwei Semestern Versuche *) unternommen, um ihre Brauchr
barkeit zu erproben. Die Absicht war, fur das Laboratorium, be5
sonders das Apothekenlabonatoriu, eine zuverlassige Urtitersuba
stanz zu crhalten, die ohne weitere Vorbereitupg direkt gebrauchs?
fertig ist. Das Vorhandensein einer haltbaren reinen Ursubstanz
durfte die Selbstbereitung von N.sLiisungen fordern.
Oxalsaure mu8 frisch umkristallisiert verwendet werden, und
von Borax ist eine Wassergehaltsbestimmung notwendig, wenn man
ihn nicht selbst sorgfaltig umkristallisiert hat. Natriumcarbonat aus
,,chemisch reiner Soda", Natriumbicarbonat oder Natriunpxalat get
brauchsfertig zu machen, erfordert Zeit und Beaufsichtigung. Bei
der Verwendung von Camphersaure macht sich die schwere Loslichr
keit (1 : 150) unangenehm bemerkbar, bei Bernsteinsaure die geringe
Aciditat. welche die Anwendung verschiedener Indikatoren von vorna
herein ausschlie8t. Kaliumbicarbonat kann durch das Herstellungs5
verfahren verunreinigt sein und muB auf Verunreinigung mit verr
schiedenen Stoffen gepruft und dabei eigentlich auch titriert werden.
Lehrbuch der anorganischen Chemie, 4. 'Aufl. 1922, S. 174.
Fraulein Apotheker E. M e y e r und Herr Apotheker H. W e n d e 1 k e n
haben sich an der Ausfiihrung von Vergleichstitrationen in dankenswerter
Weise beteiligt.
1)
2)
518
L. H e r b o t h
Allcn diesen Ubelstanden abzuhelfen ist vielleicht die Amido:
sulfonsaurc geeignet.
Als Herstellungsverfahren bewahrte sich das von I(. A. H o f m a n n
angegebene. Eine konzentrierte Losung von salzsaurcm Hydroxyl:
amin wurde mit Schwefeldioxyd gesattigt. Bei ruhigem Stehen
kristallisierte nach einigen T8agen die Saure in groI3en durch:
sichtigen, wohlausgebildeten Kristallen, die mit Wasser gewaschen,
an der Luft getrocknet und nach dem Nachtrocknen bei looo in
Glasern mit eingeschliffencn Stopfen aufbewahrt wurden. Die Saure
ist kristallwasserfrei und sozusagen luftbcstandig. Nach sechss
wochigem Lagern in offenem GefaI3 in einem feuchten Raume wurde
eine Wassergehaltsbestimmung ausgefuhrt und ergab 0.307% H?O
(8.0533 g Substanz verloren 0.0275 g H20).
Die an der Luft getrocknete und im Dampftrockcnschrank nach:
getrocknete Saure war nach einjahriger Aufbewahrung in Glass
stopfenglascrn unverandert. Beim Erhitzen im Porzcllantiegcl war
sie unter Zersetzung fliichtig, ohne wagbaren Ruckstand zu hinter:
lassen. Einen Schmelzpunkt zeigt sie nicht, bei 205O zersetzt sie sich.
Sie gibt aber nachfolgende charakteristische Reaktionen, die zur
Identifizierung dienen konnen.
Beim Erwarmcn der wasserigen Losung mit Natronlauge tritt
Ammoniakgeruch auf.
Bariumchloridlosung bewirkt sofortige Ausscheidung des in vers
dunnter Salzsaure unloslichen Bariumsalzes der Amidosulfonsaure.
In dcr wasserigen Losung von Amidosulfonsaure entsteht nach
Zusatz von Mercuronitratlosung sofort ein Niederschlag von Queck:
silberverbindungen der Amidosulfonsaure.
Da die Leitfahigkeit der Amidosulfonsaure der der Jodsaure nahe:
~ t e h t , ~muRten
)
Titrationen von Basen mit Amidosulfonsaure als
starker Saure unter Verwcndung verschiedener Indikatorcn durch:
fuhrbar sein. Es ergab sich daraus auch die Miiglichkeit, Amid05
sulfonsaure gegen Soda zu titrieren.
Untcr Verwendung von redestilliertem, ammoniakfreiem Wasser
wurde eine nllo Amidosulfonsaurelosung bereitct und diese gegen
Natriumcarbonat als Urtitersubstanz unter Vcrwendung von
Dimethylamidoazobenzol als Indikator eingestellt. Das Natrium:
carbonat war' nach dem Verfahren von L u n g e 4, vorbereitet. Der
Titer der nllo Amidasulfonsaurelosung wurde im Mittel mehrerer
Bestimmungen zu 0.999 gefunden, d. h. Amidosulfonsaurc kann, Dime:
thylamidoazobenzol als Indikator, bei Einstellung von nllo Losungen
an Stelle von Soda als Urtitersubstanz dienen.
Um den EinfluI3 vcrschiedener Jndikatoren kennenzulernen,
wurde nun eine ca. ' / l o Natronlaugc gegen nIlo Salzsaure und gegen
nIlo Amidosulfonsaurclosung unter Verwendung von verschiedenen
Indikatorcn titricrt. Es wurden folgende Werte erhalten:
Chemisches Zentralblntt 1897, I, 11.
Handbuch der quantitativen chemischen Anulyse, A. C 1 J 5 s c n ,
6. Aufl., S. 503.
3)
4,
Erfahrungen uber den Gebrauch der Amidosulfonsaure
ca.
NaOH
ccm
I
20
20
20.56
20.61
20
20
20
19.4 (20)
19.55 (20)
19.4 (20)
19.5 (20)
__.--
Jerbrauchte Verbrauchte
I
20.65
20.36
Indikator
19.72 (20.33)
Titer
-
Bemerkung
Dimethy1amido.I 1.028
azobenzol
Dimethylamidoc 1.031
azobenzol
Dimethylamido. 1.033
azobenzol
MethylroV
1.018
Methylrot
20.5
19.72 (20.33)
I 1
319
Phenolphthalein
20 (20.46) Phenolphthalein
Rosolsaure
20 (20.51) I Rosolsaure
I
1.025
1.0164
1.023
1.0164
10256
Bei Dimeth lamidoazobenzol als Indikator von basischem Chas
rakter, dessen l!arbenum&hlag
(goldgelb) bei einer HsIonenkonzen:
tration von 10-4 liegt, mu8 mehr Saurc verbraucht werden als bei
Methylrot (lO--6.4), Phenolphthalein (10-798) und Rosolsaure (10-7,
rosa), der Saureverbrauch muf3 bei den drei letzten Indikatoren ge:
ringer und fast der gleiche sein. Die Zahlen weichen in diesen Rich:
tungen. ab, die Abweichungen sind aber klein genug, urn fur die
Praxis unberucksichtigt bleiben zu konnen.
Auch zur Einstellung einer nlloo Lauge laat sich Amidosulfons
saure als Urtitersubstanz verwerten. Alkrdings empfiehlt es sich.
bei Verwendung von Jodeosin etwas uberzutitrieren und dann auf
schwache Rosafarbung zuruckzutitrieren. Es wurde in folgender
Weise unter Zusatz der ublichen Athermenge verfahren:
Nach Neutralisation des Glasalkalis wurden 25 ccm nlloo Salzs
saure vorgelegt und 24 ccm ca. '/too Natronlauge bis zur schwachen
Rosafarbung verbraucht. Der Titer der ca. l/100 Natronlauge war
also 1.04166. Bei Verwendung von 25 ccm n/,,, Amidosulfonsaure:
losung wurde ubertitriert und 24.3 ccm ca. Ill00 Natronlauge ver:
braucht. Darauf wurde mit n/400 Amidosulfonsaurelosung bis zur
bleibenden Rosafarbung, wozu 0.2 ccm erforderlich waren, zurucks
titriert. Der Gesamtverbrauch betrug also 24.1 ccm ca. l / i ~Natron:
~
lauge, und ihr Titer war demnach 1.0373.
Die Titrationen wurden rnjt selbstgepruften mananalytischen
Geraten ausgefuhrt, wie sie in jedem Laboratorium vorhanden sein
sollen. Ihre Genauigkeit ist in der zweiten Dezimale unsicher, da
sie aus Schatzungswerten besteht.
Bei Verwendung von Amidosulfonsaure im ApothekenlaboraG
torium wurde eine zuverlassige Urtitersubstanz stets gebrauchsfertig
vorhanden sein und eine rasche Einstellung der in der Sattigungs.
analyse gebrauchlichen Losungen ermoglichen.
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