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I. Chemische Zusammensetzung und Nhrwert des Samens von Chenopodium album L

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G. B a u m e r t u. K. H a l p e r n , Ueber Chenopodiumssmen.
641
Mitteilungen aus dem physiologisch - chemischen
Laboratorium des landwirtschaftlichen Instituts der
Universitiit Halle a. S.
I. Chemische Zusammensetzung und Niihrwert
des Samens von Glumupodium aZtncrn L.
Von G. B a u m e r t und K. H a l p e r a . 1 )
(Eingegangen am 10. August 1893).
Veranlassung zu der Untersuchung, welche den folgenden Mitteilungen zu Ghvnde liegt, gab eine Anfrage, welche das IldilitarOekonomie-Departement des preufsischen Kriegsministeriums an den
Direktor des landwirtschaftlichen Institutes der hiesigen Universiat,
Herrn Geheimen Ober-Regiernngsrat Professor Dr. J. Ktihn, gerichtet hatte.
Der Samen des ah Ackermelde oder weifser Gtiasefue bekaunten Unkrautes, Chenopodium album L., is$ schon seit langer %it
gelegentlich ds Ersatz fiir Roggen beuutzt worden, so z. B. auch
im vorigen Jahre in den von der Hungersnot heimgesnchten
Distrikten Rufslanda zur Herstellung von sog. Hungerbrot. (T7ergl.
die folgende Mittdung.)
Eine Andyse des Samene von Chenopodium album h d e t aich
in Kb n i g ' s belranntem Werkes) nicht, dagegen zwei (allerdings alte)
Andysen des Samens von Chenopodium Quinoa L., welches mit
unserem Chenop. album nahe verwandt ist und auf den Hochebenen
Stidamerika's angebaut wird, weil es eine fiir die dortigen Qegenden
wichtige Mehlsorta liefert und auch wie Reis gekocht genossen wird.
Der Qninoa-Samen, auch ,,Mehlschmergel" oder ,,Heher Beis
von Peru" genannt, enthat
1) Die Bestandteile des Samens der Ackermelde, Chewpodium albtcm L.
und ihr Forkommen im Brodmehle und in den Eleien. InauguralDissertation von K. H a l e r n . Halle a. 5. 1893.
8) Chemie der menacdchen Nahrungs- und Qenufamittel. 3. Au%.
Bd. I. Deselbst i a t auf kite 720 der weXse Gllnsefufs unter ,,Salat-
Unkrauter" erwilhut.
Arch. d. Phorm. CCXXXI Bds. 9. Heft.
41
642
---
G. B a u m e r t u. K. H a l p e r n , Ueber Chenopodiumsamen.
nach :
Wasser
I-haltigs
stoffe
Fett
N- h i e
Extrakt- tohfaser
stoffe
Asche
~~~
Boussingault 1)
1848
V6lcker 2)
1851
Payen 3)
15.00
15.00
16.01
19.18
-
-
4.50
4.81
Fettes Oel:
5.5
61.50
1.50
2.50
1.23
47.iS
i.99
Sthrke:
Zocker:
46.1
6.1
-
Der von uns untersuchte Chenopodiumsamen war in der Niihe
von Halle gesammelt, sorgftiltig gereinigt und botanisch genau bestimmt;4) soweit es mtjglich war, wurden die Kerne von den
anhtingenden Kelchblattern getrennt und beide Theile gesondert
analysiert.
Die Untersuchung geschah nach den ublichen Methoden der
Nfihrwertanalyse und lieferte die in der folgenden Tabelle enthaltenen
Zahlen.
Daselbst b e h d e n sich noch drei andere Analysen von Chenopodiumsamen:
Die eine derselben stammt aus dem Laboratorium des Professor
E r i s m a n n in Moskau und ist uns von ihm selbst fieundlichst
mitgeteilt worden. Die andere Analyse hat Professor K a p u s t i n
in Kazan ausgefiihrt und in der Lrztlichen Zeitschrift ,,Wratsch"
vertjffentlicht. Die dritte Analyse endlich verdanken wir Herrn
Staatsrat Professor Dr. K o b e r t in Dorpat, der sie einer Dissertation
von J. D. S a 1m e n e w 5, in' Petersburg entnommen hatte.
Dies vorausgeschickt moge die Tabelle hier folgen:
1) u. 2) Ebenda Seite 613. Niihere Bestandteile: Stiike 38.52V0,
Zucker 5.12 Oi0. Oummi 3.94 O/ , Case'in und EiweXs 5.45 V0 ; in Wasser
unlbsliches Protei'n 11.71 Ol0 (bicker).
3) Husemann-Hilger, Pflanzenstoffe. 2. A d . 1882. 5. 524.
3 Beznglich der botanisch-anatomischen Untersuchung muls auf
die oben citierte Dissertation von K. H a 1p e r n verwiesen werden,
welche in den von J. 11 ii h n herausgegebenen Berichten (Heft 11) aus
dem physiol. Laboratorium und der Gersuchsanstalt des Iandwirtsch.
Institutes der Univ. Halle a. S. erscheinen und durch Beifiigung einer
vom Assistenten Herrn Dr. M. F i s c h e r gezeichneten Figurentafel
e r g h z t werden wird.
6 ) Ueber die chemische Zusammensetzung und AusnutzuLg der
Samen von Chenopadium a l h . 1892.
G. B aum e r t u. K. H a 1p orn , Ueber Chenopodiumsamen.
643
Zusammensetzung des Samens von
Clrenopodium album L.
=
Bestandteile
K6rner
Baomert u Halpern
Halle a. S.
-$amen. Itille.1)
. . . . .
N-haltige Stoffe
davon :
Eiweifs , . . . .
Fett . ,
. . ,
N-freie Extraktstoffe
Rohfaser
. , .
Asche. .
3riamnn
Moskau.
.
.
. . . .
i.45
12.15
10.66
13.88
17.04
15.75
12.56
6.97
39.30
25.68
3.88
9.91
2.86
39.66
17.93
19.85
6.28
47.42
16.52
5.24
6.88
37.70
17.58
6.05
O/O
Oto
I
I
Oio
10.33
13.94
O/O
.-
OIO
010
10.92
17.60
12.22
15.29
-
6.51
40.73
20.31
4.94
6,93
38.52
21.45
4.58
Diese Zusammenstellung der aualytischen Daten ergiebt ftir den
Samen von Chenopodium album, wenn man nur die physiologisch
wertvollsten Bestandteile - N-haltige Sbffe n. Fett - in Betracht
zieht, ein entachieden gtinstiges Resultat; dasselbe wird jedoch
sehr beeintrgchtigt durch den hohen Aschen- und den sehr hohen
Itohfasergehalt, welcher letztere namentlich einen zweifellos nachteiligen W u f s auf die Verdauungsorgane austiben wird.
Das Mifsverh&lltnis. welches der Chenopodiumsamen beztiglich
seines Aschen- und Rohfasergehaltes dem Weizen- und Bnggenkorn
gegeniiber aufweist, ergiebt sich aus folgender Zusammenstellung
von Durchschnittszablen:
Mittlere Zusammensetzung von:
Weizen nach Kbnig*)
Roggen
,, 8)
Chenopodium nach
obigen Analysen .
1)
StickstoffH
o
~
z
Fett
haltige
freie
Wasser Asche faser
Bestand- Extraktteile. stoffe.
13.65
15.06
1.81
1.81
2.53
2.01
1.75
1.79
12.33
11.62
12,22
4.94
20.31
6.51
15.29
67.91
65.81
40.73
D. h. Kelchbl&tter; dieselben werden beim Mahlprozek mit ver-
arbeitet.
2)
8)
-
C. 11. A d . Bd. I. S. 73-80.
Ebenda S. 83.
1.
41*
644 G. B a u m e r t u. I(.Halpern, Ueber russisches Hungerbrot.
Das aus Chenopodiumsamen allein oder in Mischung mit Roggen
oder Weizen hergesteute Gebgck wird sich demnach stets durch
einen unnormal hohen Gehalt an Holzfaser und Mineralstoffen auszeichnen und dementsprechend physiologisch geringwertiger sein, zumal, wie aus der folgenden Mitteilung hervorgehen wird, die stickstofidtigen B e s h d t e i l e des Chenopodiumsamens in Bezug auf ihre
Verdaulichkeit den betreffenden Verbindungen des Weizen- und
Itoggenkornes sehr bedeutend nachstehen.
11. Ueber rnssisches Hungerbrot.
Von Denselben.
Nach P a l l a s 1) ist der Chenopodiumsamen schon im vorigen
Jahrhundert von den deutschen Kolonisten an. der Wolga zur Bereitung von Brod und Grutze benntzt worden; derselbe hat denn
u. A. such bei der vorjiihrigen Hungersnot in Rufsland ausgedehnts
Venvendung bei der Brodbereitung gefunden.
Eine Probe solchen sog. Hungerbrotes, welches er bei einem
Besuche des neuen Akklimatisations-Gatens in Moskau in einer Sammlung sah, brachte R. V i r c h o w im vorigen Herbst mit und lids 8s.
von E. S a 1k o w s k i auf seine Zusammensetzung untersuchen. 2)
Uas fragliche Brot stammte aus den Wolgadistrikten, woselbst
es wzlhrend der letzten Hungersnot von den armen Leuten gegevsen
worden war.
,,Es ist eine ganz ausgetrocknete, schwrirzliche Masse von torfartigem, fast verkohltem Aussehen, in der mall allerlei Ueberreste
von pflanzlichen Teilen erkennon kann. Der Angabe nach ist es
aus den Samen von Chenopodium murale gewonnen worden, einem
sehr gewtihnlichen Unkraute in der Nahe landlicher Ansiedelungen.”
Die von E. S a 1k o w s k i 0, c.) ausgeftihrte Anrilyse befindet
sich in der iolgenden Tabelle neben einer, uns von Prof. Erismann
1) Gtirtnrr, Meyer und Scherbius. 6conomisch-technische Flora der
Wetterau. Frankfiirt a. M. 1799. Bd. I S. 352
2) Vergl. Virchow’s Archiv fur patholog. Anatolnie Bd. 130.
S. 529 (1892).
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