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Identitt der Pflanzenbasen Lycin und Beta╨Зn.

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A. Husemann, Identitiit von Lycin u. Beta'in.
Identitst der Pflanzenbasen Lycin und Beta'in.
Von Dr. B u g . H u s e m a n n , Professor in Chur.
Im Jahre 1866 kiindigte S c h e i b l e r die Existenz einer
neuen im Saft der Zuckerriibe enthaltenen Pflanzenbase an,
welche wegen ihrer grossen Loslichkeit sich besonders in den
Melassen angehiiuft vorfinde und aus diesen leicht gewonnen
werden konne. Spiitere Untersuchungen dieses Chemikers ")
stellten dafur die Formel G5H1lNBZ heraus und zeigten,
dass der neue Korper mit mehreren bereits bekanuten theils
isomer, theils identisch sei. So ist dieses Betayn isomer oder
polymer rnit dem von G o r u p - B e s a n e z aus der Milz und
Bauchspeicheldriise des Ochsen erhaltenen Butalanin , sodann
auch mit den von W u r t z entdeckten Hilchsiiurederivaten,
dem Lactamethan und dem Lactathylamid ; vollig identisch
dagegen rnit zwei von 0. L i e b r e i c h dargestellten Basen,
mit dem Oxyneurin, das letzterer a m dern Protagon der
Gehirnsubstanz gewann , indem er daraus zunachst durch
Xochen mit Barytwasser Neurin (Q5 HlSNQ) abspaltete und
dieses einer oxydirenden Behandlung unterwarf, und ferner
mit einer Base, welche von ihm durch Einwirkung von Monochloressigsaure auf Trimethylamin dargestellt worden war.
L i e b r e i c h "*) hat durch eigne Versuche die vollige Uebereinstimmung der beiden zuletzt genannten Korper mit dem
Beta'in bestatigt. Beide Chemiker haben iibersehen, was ja
freilich nur zu leicht erkliirlich ist, dass seit 1864 bereits
eine Pflanzenbase, das von M a r m B und mir ***) in der Solanee Lycinm barbarum L. aiifgefundene Lycin , bekannt ist,
welcher gleichfalls die Formel Q5H11NQs zukommt und die
in ihren Eigenschaften durchaus mit dem Beta'in iibereinstimmt.
*) Berichte der Deutachen Chemisehen Gesellach. 1869. 8. 292 und
1870. S. 155.
**) Dssselbe. S. 167 und 1870. S. 161.
***) Annalen der Chemie und Pharmacie 1863 und 1864, Supplementhand 2 s. 383 und 3.
245.
s.
A, Husemann, Identitit von Lycin u. Betsi’n.
217
Ich wurde nun gleich nach dem Bekanntwerden der Arbeiten S ch e i bl e r ’ s und L i e b r e i c h ’s hierauf aufmerksam
gemacht haben, wenn ich nicht den Wunsch gehegt hatte,
durch eine experimentelle Vergleichung beider Basen die
Frage, ob sie identisch oder nur isomer sind, sicher zu en&
scheiden. Daran bis jetzt verhindert , namentlich desshalb,
weil Lycium barbarum hier sehr wenig angetroffen wird, %abe
ich kiirzlich einen kleinen mir von der fruheren Untersuchung
gebliebenen Rest des Lycins wenigstens dazu benutzt, festzustellen, ob dasselbe sich beim Erhitzen mit Kalihydrat gleich
dem Beta’in unter reichlicher Entwicklung von Trimethylamin zersetzt, was in der That der Fall ist.
Um dem Leser ein Urtheil in dieser Frage zu erleichtern,
stelle ich hier die wichtigsten Angaben S c h e i b 1e r 13 iiber
das Beta’in mit demjenigen zusammen, was M a r m 8 und ich
in Betreff der Eigenschaften des Lycins beobachtet haben.
L y cin.
B e t a’i n.
Formel der wasserfreien
Base: Q5H11NQa.
Etwaiger Wassergehalt der
aus Weingeist abgesetzten
Krystalle wurde nicht ermittelt.
Das Lycin krystallisirt aus
atarkem Weingeist in Tafeln
und Prismen, aus Wasser
hinterbleibt es als strahligkrystallinische Masse.
Es ist sehr hygroskopisch
und zerfliesst an der Luft,
reagirt nicht alkalisch , ist
geruchlos und schmeckt scharf
und nicht bitter.
Es zeigt sich bei grosseren Thieren wirkungslos; bei
Froschen ruft eS erst bei
Formel der wasserfreien
Base : Q5 Hi1 NW.
Die Krystalle derselben
enthalten 1 Moleciil Krystallwasser.
Das Beta’in wird aus weingeistiger Losung in grossen,
schon glanzenden KryRtallen
erhalten.
Es ist sehr hygroskopisch
und zerfliesst an der Luft,
reagirt nicht alkalisch, ist
geruchlos und schmeckt susslich.
Es wirkt nicht giftig und
iibt, selbst in Dosen von
1 g. auf einmal in’s Blut
zia
A. Hueemam, Identitat von Lycin u. Betain.
mbcutaner Anwendung von
wenigstens 2 Gran vorubergehend Lahmung hervor.
Es entwickelt mit schmelzendem Kalihydrat Trimethylamin.
gebracht, keine wahrnehmbare
Wirkung auf Kaninchen aus.
Es entwickelt mit schmelsendem Kalihydrat Trimethylamin neben einer zweiten
fluchtigen Base.
Das s a l z s a u r e B e t a i n ,
Das s a l z s a u r e L y c i n ,
G5HllN82,HCl, bildet grosse
425 H 1NQB, HC1, krystallisirt
in langen farblosen klinorhom- dicke farblose Tafeln des klibischen Prismen oder grossen norhombischen Systems, Comdicken Tafeln, Combinationen binationen von
von ou P. P. oc; P co. F oo. cx)P. P. 00 Fm. F co.OP.2 E
oP. Ew ist luftbestandig und Es ist luftbestandig und lost
sich leicht in Wasser.
liist sich leicht in Wasser.
Das B e t a i n - G old do pDas L y c i n - G o l d d o p
p e l s a l z , G5H8lNQ2,HCl, p e l s a l z , G5H11NQ8, HC1,
AuC13, bildet grosse hellgold- AuCls, krystallisirt in rachonen
gelbe rhombische Blattchen dunnen Nadeln oder Plattund Prismen, die sich in chen, die sich in kaltem WasWasser, leichter in Weingeist, ser schwer, leicht dagegen in
heissem losen.
wenig in Aether losen.
Be tayn-PlatindoppelDas L y c i n-P 1a t i n d o p p e l s a l z , Q5B11NQa, HCI, s a l z wird durch Eallung
PtC12, bildet dunkelorange- mittelst Platinchlorid und abgelbe luftbestiindige Prismen. solutem Weingeist aus conc.
Losung in nadelformig verfilzten Xrystallen, aus Wasser in grossen, an der Luft
verwitternden Krystallen erhalten. Beide enthalten 1 Nolecul Krystallwasser
etc.
etc.
Obige Nebeneinanderstellung scheint mir kaum einen
Zweifel dariiber bestehen zu lassen, dass es sich bei diesen
beiden Basen um vollige Identitat handelt. Die geringfugigen
Abweichungen erkliiren sich leicht. Der Wassergehalt des
-
A. Husemann , Vergiftung mit arsenhaltigem Fuchsin
etc
219
Platindoppelsalzes, das wir erst nach vorhergegangenem Trocknen analysirten, wird von Marme und mir ubersehen worden
sein, und das Gleiche gilt wohl vom Krystallwasser der aehr
hygroskopischen freien Base, die iiberhaupt gar nicht von un0
analysirt wurde.
Was S c h e i b l e r und L i e b r e i c h in Bezug auf! das
Betain fur wahrscheinlich halten, dass es niimlich nicht primar in der Zuckerrube existire, sondern vielmehr da0 8pdtungsproduct eines etickstoff- und phosphorhaltigen, dem
animalischen Protagon verwandten Korpers sei , scheint mir
nach meinen fruher bei der Darstellung des Lycins gemachten
Erfahrungen auch fur dieses Geltung zu haben. Ich erinnere
mich, dass, ganz wie es Liebreich vom salzsauren Betain
anfuhrt , auch das salzsaure Lycin erst nach langerem E i n d am p f e n der betreffenden Fliissigkeiten mit Salzshre krystallisirt erhalten werden konnte.
Ich vemuthe, dass mittelst der Methoden, die zur Darstellung von Betain, respective Lycin gefuhrt haben, noch
aus manchen aflderen Pflanzen der gleiche basische Karper
gewonnen werden kann.
Ch u r , im November Ls74.
Ueber eine Vergiftnng mit arsenhaltigem Fnchsin nnd
die ansserordentliche Gtiftigkeit der arsenhaltigen
Anilknfarben.
Von Dr. bug. H u s e m a n n .
Im Friihling dieses Jahres wurde mir vom Sanitiitsrath
Graubiindens im Auftrage eines Xreifigerichts Magen und
Blinddarm eines 4 jahrigen Kindes zur Untersuchung auf Gift
ubergeben.
Es war in einer Ortschaft des Prattigau wahrend und
nach einem dort abgehaltenen Jahrmarkt eine grossere Anzahl
Kinder unCer Erscheinungen ; die eine Vergiftung vermuthen
liessen, erkrankt und einee von ihnen nach wenigen Tagen
gestorben.
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