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Interessanter Fall der Deutung einer Todesursache.

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E. Mylius , Intcressmlcr Fall chr Deutuiig eiirer Todesursaehs.
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gab cin fasl noch sprodcres llarz. Mit l’etrollthcr jedoch
gab sie sowohl eine triibe Losung, die bald eine balsamartige
k’lissigkeit absetzte, wie auch der Ruckstand sofort wieder
xusammenfloss und beim Ausgiessen des Petrolathers nachfloss.
Das spec. Gew. dieses Styraxbalsams war 1,087 -1,09,
ermittelt durch Herstellung einer Kochsalzlosung , in welchcr
ein Tropfen desselben frei schwebte , und Bestimmung des
spec. Gew. dieser Losung. Da der achte Balsam nach der
Pharm. Germ. ein spec. Gew. von 1,15-1,16 hat, so berechnet sich der Gehalt an Styrax im fraglichen Balsam auf
ca. 50 - 5 5 o/o. Es erhellt hieraus ein wie ausgezeichnetes
Verfalschungemittcl der Styrax abgiebt, und‘ wie namentlich
die Probin mit Schwefelsaure, welche die Pharm. Germ. vortmhreibt , nichts weniger als ein zuvcrlassiges Erkennungsruittel der Aechtheit hes Balsams ist, wie vielmehr ale bestes
Yriifungsmittel der Petrolather anzusehen ist , und als solches
Aufnahme in die Pharm. Germ. hatte finden sollen.
Leider stand mir kein gane achter Balsam, welcher wohl
heut zu Tage selten geworden, eu Gebote, auch fehlte mir die
nothige Zeit, um umfassendere Untersuchungen uber diesen
Gegenstand anzustellen. Ich mochte aber doch durch Vorstehendes die Aufmerksamkeit darauf hingelenkt haben. Es
lasst sich dann vielleicht durch allgemein dem Balsam gewidmete Aufmcrksamkeit einer betriigerischen kunstlichen
Balsam -Fabrikation das Handwerk legen.
Interessaiiter Fall der Deutung einer Todesurswhe.
Yon E. M y l i u e.3Apotheker.
Auf einem Dorfe wurde das dreijahrige Kind einer Tagelohnerfamilie vermisst , seit dasselbe die etwa neunjahrige
Tochter einer anderen Familie zum Kartoffelaushacken auf
das Feld begleitet hatte. Nachdem einigo Tage seit dem
Ausbleiben des kleincn Kindes verflossen waren, wurde dasselbe an der Stelle auf dem Fclde, an welcher das altere
,
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E. Mylius , Intereseanter Fall der Deutung einer Todesursache.
Miidchcn die Kartoffcln aiisgchackt h:rtte, todt und verstiimnielt
nufgefuuden. Bci der Obduction crgab sich nun, dash die
Leiche nur theilweise in Fiiulniss ubergegaugen war, wiihrend
andere Theile gebraten , ausgetrocknet und verbrannt waren,
wodfirch die Fiiulniss naturlich verzogert worden war. Ferner
wurde nachgewiesen, dass die Luftrohre eine ~chwarzeYasee
enthielt, welche bis in die Lungen verfolgt werden konnte,
welche also wiihrend des Lebens cingeathmet worden war
und als directe Todesursache angesehen werden musste.
Das Kind war offenbar in Folge der Einathmung einer trocknen
pulverformigen Substanz eretickt. Da die Verstummlungen,
welche der Leichnam zeigte , ebenfalh derartig w a r p , dass
sie den schnellen Tod zur Folge gehabt hatten, wenn sie an
dem lebenden Kinde vorgcnommen worden waren, so konnte
inan schliessen, dass sic erst an dem todten Korper ausgefihrt
worden waren. Dagegen blieb fur die Verbrcnuungen immcrliin auch die Yoglichkeit offen, dass sie vor d e n Einathmen
der pulvrigen Substanz oder wahrend desselben stattgefunden
hatten. Es lag sogar der Verdacht nahe, dass das Kind
lcbend in einen geheizten Backofen gesteckt worden war und
h e r gleichzeitig verbrannt und durch die eingeathmete Asche
erstickt worden war. Schliesslich war fes tgestellt worden,
dass das Kind, lebend oder todt, liingere Zeit in dem Keller
der Eltern des altern Miidchens gelegen hatte.
Es musste nun festgeRtellt werden, welcher Art die
Substanz war, welche den Erstickungstod bewirkt hatte, urn
auf die Art und den Ort der Ausfuhrung des Verbrechens
einen Schluss ziehen zu konnen. Za dern Ende wurden die
Lunge und Luftrohre des Leichnams, Asche des den Eltern
dee neunjahrigen Yadchens gehorigen Backofens, des Stubeuofens, die Erdc des Kellers , in welchem das Kind langere
Zeit gelegen haben sollte, endlich Erde des Feldes, auf
welchem das Kind in Gemeinschaft mit d e n neunjahrigen
Miidchen gewesen war und wo man die Leiche gefunden hatte,
dem Analytiker zur Untersuchung ubergeben. Diese wurde
in folgender Weise ansgefuhrt :
E. Myliua, Intereesanter F.tU dct Deutung einer Todosurerehe. 57
Nachdem der Tnhnlt der Liiftrohre rind Lunge mittelst
cine8 Hornmessers vorsichtig herauegekratzt worden war,
wnrde er in Wasser vertheilt. Hier verwandelte sich seine
irrspriinglich schwarze Farbe allmiihlig in eine graue, wahrscheinlich dadurch , dass Schwefeleisen, welches die Ursache
der Schwarzf6rbung geweeen sein mochte (der Schwefelgehalt
desselben stammte wohl aus den Fiiulnissproducten) durch
die Luft oxydirt wuirdc. Beim Diirchsuchen mit der Lupe
liessen sich Sandkiirnur erkennen und mancherlei organiache
Reste, namentlich W u r z e l f a s e r n , drei F r i i c h t e v o n
G r a s e r n , von einer Art Setaria oder Panicum herstammend,
zwei schon ziemlich verwitterte L a b i a t e n k e l c h e , soviel
noch zu erkennen war von C a l a m i n t h a A c i n o s , ein
F r u c h t k e l c h von S c l e r a n t h u s a n n u u s und die mit
HIzBden bedeckte Epidermis eines Gritsblattes. Nachdem dieee
Frinde in Sicherheit gebracht worden waren, wurde die in
noch mehr Wasser vertheilte Masse anf einem gewogenen
Filter gesammelt, durch Waschen mit Wasser von den loslichen organischen Stoffen befreit und bei 1000 getrocknet.
Ihr Gewicht betrug jetzt 1,138 g. Bei der Acalyse fanden
sich darin 98,42 Oj0 Sand, 0,21 O/o Eiaenoxyd und nnbestimmbare Spuren von kohlensaurem Xalk. Von letzterem war so
wenig vorhanden, dass das Uebergiessen lnit Salzsiiure kein
Brausen zur Folge gehabt hatte. Die Masse bestand somit
aus einer sehr leichten Ackererde. Dass sie keinenfa!ls Bsche
sein komte, ergab sich aus einigen Bestimmungen in der
gleichzeitig iibersendeten Asche. Diese brauste mit Siiuren
eehr stark anf und enthielt 52,31 o/o Sand, 35,23 Ol0 kohlensauren Kalk und 0,35o,’o Eisenoxyd nebst vielen Kohlensplittern. Von letztern war in der aus der Luftrohre genommenen Erde nichts zu entdecken gewesen.
Es blieb somit noch festzustellen, ob die Erde aue der
Luftrohre vielleicht identisch mit der K e l l e r e r d e oder der
Erde v o m F e l d e war. Zu diesem Zwecke wurde zuerst
die Rellererde mit Hilfe der Lupe untersucht. Es fanden
sich dmin viele R e s t e v o n C e r e s l i e n (Stroh, Spelzen,
Grannenm. s. w.) Friichfe anderer Griiser, aber n i c h t v o n
-
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E. Mylius, Inlercssanter Fall dor Deuhng uiner Todesursache.
P a n i c e e n , und grobere Wurzcltheilc, als aus der Luftrohre
genommen worden waren. Dic Analysc ergab : Ziemlich
starkes Aufbrausen beim Uebergiessen mit Salzsiiuro und
einen Gehalt an 94,94 O/, Sand, 2,47 o/o kohlensaurem Kallc
nnd 0 4 7 O,/ Eisenoxyd.
Bei der Durchsuchung der Erde vom Felde fanden sicli
viele z ar t e W u r z e 1fa s e r n , iihnlich den der Luftrohro
entnommenen, vielc F r u c h t k e l c h e v o n S c l e r a n t h u s
a n n u u s , K e l c h e v o n L a b i a t e n , unter Andern von
Calamintha Acinos und G r a sf r ii c h t e , darunter viele von
Panicum - Arten. Ausserdem wurden viele andre Pflanzenreste
entdeckt , welche fur den vorliegenden Zweck kein fiteresso
boten. Mit Siiurcn brauste die Erde nicht auf. Die quantitative Bestimmung der in Frage kommenden Bestandtheile
lieferte: 99,66 o/o Sand, 0,35 o/o Eisenoxyd und 0,02o/o kohlensauren Kalk.
Aus der Vergleichung aller gewonnenen Resul tate geht
somit auf das schlagendste hervor, dass nur die zuletzt
untcrsnchte Erde eine der ails der Luftrohre genornrneno
Nasse gleiche Zusammensetaung besass, dass das Kind also
in Folge des Einathmens von Erde des Peldes, auf welchem
es spater gefunden wurde, eretickt war. Ob dies nun ohne
Zuthun eines Andern oder durch absichtliches Einfiihren in
die Luftwege geschehen w&r, das zu finden mueste freilich
der jurietischen Un tersuchung uberlassen bleiben.
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